25. November 2004

Waldzustand in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 15:11

Dramatische Zunahme von Waldschäden durch Klimaextreme und Schadstoffe

Kiel (agrar.de) – Noch nie ging es dem Wald in Schleswig-Holstein so schlecht. Das ist der traurige Rekord des Waldschadensberichtes 2004, den Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller heute in Kiel vorstellte. Landesweit sind 75 Prozent aller Bäume geschädigt, im letzten Jahr waren es noch 54 Prozent. Nur noch jeder vierte Baum ist gesund.

Nach einer leichten Erholung des Waldzustandes in den vergangenen drei Jahren wurde jetzt das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Waldschadenserhebung vor fast 20 Jahren festgestellt. Leichte Schäden haben 36 Prozent aller Bäume, deutliche Schäden 39 Prozent. Die älteren Bäume sind zu 60 Prozent deutlich geschädigt. Nur im Nordwesten des Landes geht es dem Wald etwas besser.

Besonders die Buchen geben Anlass zur Sorge. Der Anteil deutlich geschädigter Buchen hat sich mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei 62 Prozent, bei älteren Buchen bei drastischen 78 Prozent. Nur noch 13 Prozent aller Buchen sind gesund. Der Zustand der Eichen hat sich merklich verschlechtert. 42 Prozent dieser Baumart sind deutlich geschädigt. Im Jahr 2003 waren es noch 20 Prozent. Die Schadentwicklung der Nadelbäume ist weniger dramatisch. Bei Fichte ist mit neun Prozentpunkten ein Zuwachs der deutlichen Schäden auf 39 Prozent festzustellen, bei Kiefer beträgt der Zuwachs 16 Prozentpunkte. Das ist kein Grund zur Entwarnung, denn ältere Fichten sind mittlerweile zu 69 Prozent deutlich geschädigt.

Ursachen für die Schadentwicklung sind der außergewöhnlich warme und trockene Sommer des Jahres 2003 sowie die Vorschädigung der Waldökosysteme durch im Boden über Jahrzehnte angereicherte Schadstoffe, unvermindert hohe Stickstoffeinträge und hohe Ozonwerte. Die extreme Vorjahreswitterung hat die Vitalität aller Baumarten geschwächt, Schadstoffe ihre Widerstandsfähigkeit verringert. Daher konnten die Wälder den Trockenstress des Jahres 2003 nicht kompensieren.

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