04. November 2004

DBV: GVO-Beimischung in Rapssaatgut entpuppte sich als Blinder Alarm

Themen: Archiv — info @ 11:11

Praktikable Schwellenwerte und systematische Untersuchungsmethoden notwendig

Berlin (agrar.de) – Die Verabschiedung von praktikablen Schwellenwerten auf europäischer Ebene bei der Beimischung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist dringlich erforderlich. Darüber hinaus ist die Festlegung verbindlicher systematischer Vorschriften für die Probenahme- und Untersuchungsmethoden hinsichtlich der Überprüfung auf GVO-Beimischungen unverzichtbar. Dies betonte die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Vor dem Hintergrund verstärkter Beprobungen im Saatgutbereich sei dies wichtig, um das Risiko von ‚falsch positiven‘ GVO-Besatzwerten aufgrund von methodischen Fehlern oder Kontaminationen im Untersuchungsverfahren zu minimieren. Nur durch solche Maßnahmen könne man in Zukunft das Risiko eines ‚blinden Alarms‘ minimieren, was im Hinblick auf einen vorbeugenden Verbraucherschutz eine große Rolle spiele, äußerte sich dazu der Deutsche Bauernverband (DBV).

Alle Vermehrungs- und Vermarktungspartien bei Winter- und Sommerraps werden in den Saatgutunternehmen im Rahmen von Qualitätssicherungssystemen auf etwaige GVO-Beimischungen untersucht. So waren bei Routinebeprobungen im Saarland und in Sachsen-Anhalt, die von den Behörden im Zusammenhang mit der Winterrapsaussaat 2004 durchgeführt wurden, in zwei Saatgutpartien vermeintliche geringfügige Beimischungen mit gentechnisch veränderten Organismen festgestellt worden. Diese behördlicherseits beobachteten Spuren von GVO, die noch weit unterhalb des derzeit europaweit für Rapssaatgut diskutierten Schwellenwertes von 0,3 Prozent lag, konnte aber weder in den routinemäßigen noch in den zusätzlich veranlassten weiteren Untersuchungen bestätigt werden. Der Verdacht einer GVO-Beimischung in Rapssaatgut stellte sich als unbegründet heraus. Die aktuellen Vorgänge machen aber erneut deutlich, dass es verbindlicher Schwellenwerte bedarf, um Rechtssicherheit beim Auftreten unbeabsichtigter Ver unreinigungen von konventionellem Saatgut mit GVO zu schaffen, betonte der DBV.

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