08. Oktober 2004

40.000 Hektar neuer Wald in Niedersachsen

Themen: Archiv — info @ 15:10

Minister Ehlen stellt die Ergebnisse der Bundeswaldinventur vor

Hannover (agrar.de) – Die Waldfläche, der Holzvorrat und der Anteil des Laubholzes in den niedersächsischen Wäldern sind in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen. Dies teilte heute Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen als Ergebnis der zweiten Bundeswaldinventur mit.

Für die zweite Bundeswaldinventur wurden in einer repräsentativen Stichprobenerhebung an jedem der rd. 3.700 Stichprobenpunkte 150 verschiedene Merkmale erfasst. Da die gleichen Bäume vermessen wurden wie bei der ersten Bundeswaldinventur 1987, wird es für Niedersachsen erstmals möglich, Veränderungen im Wald zu dokumentieren.

Die Waldfläche hat in diesem Zeitraum um 40.000 ha auf insgesamt 1,15 Millionen Hektar zugenommen. Damit rangiert Niedersachsen mit der Gesamtwaldfläche hinter Bayern und Baden-Württemberg auf Rang drei im Bundesvergleich. Die Waldmehrung als politische Zielsetzung wird durch die anteilige Förderung der Erstaufforstungskosten und die Zahlung von Erstaufforstungsprämien erfolgreich unterstützt.

Der Holzvorrat in Niedersachsens Wälder nimmt zu. Das zeigt der Vergleich der ersten Inventur: Der Vorrat liegt durchschnittlich bei 260 Kubikmetern pro Hektar, das bedeutet ein Plus von 72 m³ oder 38 Prozent. Den überwiegenden Anteil stellen mit 57 Prozent noch die Nadelhölzer, wie Kiefer und Fichte, aber auch Buche und Eiche erreichen bedeutende Anteile (30 Prozent). Aber diese Werte sind nicht mit denen anderer Bundesländer vergleichbar. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Schwache Standorte (z.B. Moor- und Sandböden), hohe Anteile wenig zuwachsstarker Baumarten wie Kiefer und Birke oder auch eine ungünstige Altersklassenausstattung infolge von Reparationshieben nach dem 2. Weltkrieg, der Sturmkatastrophe von 1972 und den Waldbränden 1975/76. Eine besondere Aufgabe wird es daher auch weiterhin sein, so der Minister, den Wald kontinuierlich durch waldbauliche Maßnahmen, wie Laubbaumpflanzungen und Pflege im Rahmen von Durchforstungen, zu verbessern.

Bescheinigt werden kann allen Waldbesitzern in Niedersachsen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Sie ernten jedes Jahr 5,5 Mio. m³ Holz, das ist weniger als im niedersächsischen Wald nachwächst. Mit diesem nachhaltig erzeugten Rohstoff könnten 105.000 Güterwaggons gefüllt werden. Der Holzindustrie könnte dennoch etwa 25 Prozent mehr Holz zur Verfügung gestellt werden und trotzdem würde der Holzvorrat weiter anwachsen. Insbesondere der Kleinprivatwald unter 20 ha, der 46 Prozent der Privatwaldfläche ausmacht, kann diese geringen Holzmengen nicht mehr am Markt absetzen. Die Beratung und Betreuung durch Forstfachkräfte und Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse werden daher immer wichtiger, um auch künftig eine nachhaltige Nutzung unserer Wälder zu gewährleisten und die vorhandenen Holzmengen im Privatwald zu mobilisieren.

Es wird nicht alles Holz im Wald geerntet. Die Bundeswaldinventur hat eine Menge von nahezu 9 Millionen m³ starkem Totholz über 20 cm Durchmesser für Niedersachsens Wälder ermittelt. Dieses wird von den Waldbesitzern aus Naturschutzgründen im Wald belassen Mischwälder wachsen auf drei Viertel der Waldfläche Niedersachsens. Laubbäume wie Buchen, Eichen Ahorne, Eschen und Birken sind auf 70 Prozent der Fläche am Waldaufbau beteiligt. In den Wäldern unter 20 Jahren ist unabhängig von der Besitzart erstmals der Laubbaumanteil höher als der Nadelbaumanteil. Niedersachsen Waldbesitzer und Förster haben mit hohem finanziellem Aufwand stabile und standortgerechte Bestände aufgebaut.

Gleichzeitig bestätigen diese positiven Ergebnisse die niedersächsische Forstpolitik, die die Waldbesitzer mit Förderprogrammen gezielt unterstützt, so Minister Ehlen.

Der Ergebnisbericht kann von der Internetseite des Ministeriums heruntergeladen werden.

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DBV: Bio-Produkte von guter Qualität

Themen: Archiv — info @ 13:10

Markt wächst weiter

Berlin (agrar.de) – Erfreulich haben sich die Absatzzahlen bei Biomilchprodukten entwickelt. Die Biotrinkmilch verzeichnete im ersten Halbjahr 2004 ein Absatzplus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, Biobutter um 8 Prozent, Bioquark um 2 Prozent. Dies berichtete Markus Rippin, zuständig für den ökologischen Landbau bei der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP). Den Discounter Aldi nicht eingerechnet, habe Biomilch im Lebensmitteleinzelhandel mittlerweile einen Anteil von 3,2 Prozent am Milchabsatz erreicht, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt.

Hatten die Ökoprodukte 1997 mit einem Umsatz von fast 1,5 Milliarden Euro noch einen Anteil von 1,2 Prozent am Lebensmittelmarkt, konnte die Branche ihn bis 2003 mit 3,1 Milliarden Euro und einem Anteil von 2,4 Prozent verdoppeln. Von diesem Umsatzanstieg hatte jedoch nur bedingt der einheimische Bio-Landwirt einen Vorteil. Die ausländische Konkurrenz mache es, so Rippin, den deutschen Ökobauern zunehmend schwerer, am steigenden Umsatz des Lebensmittelhandels mit Bioprodukten zu partizipieren. Vor allem bei Bio-Milch und Bio-Rindfleisch würden die Landwirte trotz steigender Nachfrage durch ein zu großes Angebot mit rapide sinkenden Erzeugerpreisen unter Druck geraten. Ähnliches gelte für Obst, Kartoffeln sowie Getreide. Ökohafer zum Beispiel werde heute in Finnland vom Handel zu konventionellen Preisen direkt vom Acker geholt und dann extrem günstig auf den deutschen Markt angeboten. Deutscher Ökohafer bleibe dagegen liegen.

Diese Entwicklung treffe jedoch nicht alle Biobauern, stellte Rippin fest. Am stärksten seien Bio-Produkte betroffen, die nach den Standards der EU-Verordnung erzeugt worden seien. Die Biobauern müssten in Zukunft verstärkt Herkunft und Qualität ihrer Produkte in den Vordergrund stellen. Die traditionellen Marken des Ökolandbaues seien dabei eine gute Hilfe.

Die Qualität der Bio-Produkte ist nachgewiesenermaßen ausgesprochen gut. Nach zahlreichen Untersuchungen, unter anderem auch der Bundesforschungsanstalten, ergaben sich in den Analysen auf Inhaltsstoffe, Rückstände, Schwermetalle und Umweltkontaminationen gute Werte. Für den Verbraucher werde das Wissen um höhere Prozessqualitäten auch bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln entscheidend. Das habe gewisse Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden. Am Markt, so diese Untersuchungen, sollten solche eigenständigen Qualitätskriterien entwickelt und kommuniziert werden.

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Priesmeier: Eine politische Lösung ist überfällig

Themen: Archiv — info @ 13:10

Berlin (agrar.de) – Mit großem Bedauern kommentierte der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, die Ergebnisse der Agrarministerkonferenz auf Burg Warberg: ‚Heute ist kein guter Tag für den Tierschutz in unserem Land!‘

Hintergrund für Dr. Priesmeiers drastische Worte: Bund und Länder konnten keinen Kompromiss in der Frage der Legehennenhaltung erzielen. Zwar hatte Bundesministerin Künast einen Kompromissvorschlag auf den Tisch gelegt, doch wurde dieser von den Ländern abgelehnt.

‚Ich hatte sehr auf eine politische Lösung gehofft und fordere sie weiterhin ein. Jetzt muss schnell auf höchster Ebene eine Einigung erzielt werden – im Interesse der Tiere wie auch im Interesse der Tierhalter in unserem Lande‘, erklärte Dr Priesmeier am Donnerstag. ‚Das Scheitern der Verhandlungen ist umso fataler, als dass die derzeitige Blockade auch die Schweinehaltung in Deutschland betrifft. In diesem Bereich hat die andauernde Planungsunsicherheit bereits zu einem Investitionsstau in mindestens zweistelliger Millionenhöhe geführt.‘

Dr. Priesmeier geht davon aus, dass vor dem Hintergrund des unbefriedigenden Ergebnisses die Länder an Ihrer Verhandlungstaktik festhalten werden und die Fragen der Legehennen- und der Schweinehaltung politisch weiterhin zu verknüpfen. ‚Die drängenden Tierschutzprobleme werden nicht dadurch gelöst, dass man unseren Landwirten die Planungssicherheit vorenthält, auf die sie ein Anrecht haben. Die Folge wäre lediglich eine Verlagerung der Produktion ins Ausland – außerhalb unserer Einflussmöglichkeiten.‘

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Goldmann: Bundesregierung springt beim Tierarzneimittelrecht zu kurz

Themen: Archiv — info @ 13:10

Berlin (agrar.de) – Zum Beschluss der Bundesregierung zur Novelle des Tierarzneimittelgesetzes erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Das Tierarzneimittelgesetz muss in wesentlichen Punkten korrigiert werden: Die praxisferne 7-Tage-Regelung, die über das EU-Recht hinausgehende therapiefeindliche Umwidmungskaskade und das Entstehen von Therapienotständen schaden dem Tierschutz und sind verbraucherschutzfeindlich.

Tierschutz und Verbraucherschutz, sowie gute tierärztliche Praxis erfordern eine Grundkorrektur des Gesetzes und lassen sich nicht durch Ausnahmeregelungen und Mogelpackungen wie eine scheinbare Mitsprache des Bundesrates bei der umstrittenen Indikationsliste erreichen. Zwar sieht der Regierungsentwurf bei den Problemen zum Teil kleine Verbesserungen vor, er bleibt insgesamt aber weit hinter den Erwartungen zurück, die die Fachpolitiker von Rot/grün geweckt haben. Deshalb ist der Beschluss der Bundesregierung zur 13. Novelle des Arzneimittelgesetzes völlig unzureichend.

Durch praxisferne Regelungen bleiben das Tiergesundheitsmanagement und die Tiergesundheitsvorsorge auf der Strecke. Notwendig und praxisgerecht ist die Ausdehnung des Handlungsspielraumes für tierärztliche Behandlungen im Rahmen vertraglich geregelter Bestandsbetreuungen. Die FDP-Bundestagsfraktion unterstützt in diesem Zusammenhang auch eine Überprüfung der Bestandsbuch-Verordnung. Die Möglichkeit mit einem Kombibeleg den bürokratischen Aufwand deutlich einzuschränken, ohne dass die Qualität der Dokumentation leidet, muss genutzt werden.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht dagegen zusätzlichen bürokratischen Aufwand vor. Ein neues Tierarzneimittelrecht muss dafür Sorge tragen dass der hervorragenden Ausbildung der Tierärzte in Deutschland Rechnung getragen wird und der Staat mit seinen restriktiven Vorschriften nicht ständig Zweifeln an der Qualifikation der Tierärzte Vorschub leistet.‘

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Niederlande: Bioeier überschreiten häufig Dioxingrenzwerte

Themen: Archiv — info @ 12:10

Falenty / Wageningen (aho/lme) – 26 Prozent der in den Niederlanden nach den Prinzipien des Ökolandbaus wirtschaftenden Legehennenbetriebe liefern Eier, die den Dioxin-Grenzwert von 3 pg TEQ/ Gramm Fett überschreiten. Dies berichteten niederländische Veterinärmediziner anlässlich einer Tagung im polnischen Falenty. Bis Januar 2005 gestattet eine Übergangsregelung der EU diese Grenzwertüberschreitungen, da sonst viele Freilandhaltung aus der Produktion genommen werden müssten.

Um das Problem näher zu untersuchen, wurden Eier, Boden, Futter, Würmer und Spinnen von 34 Biobetrieben auf Dioxine untersucht. Der höchste gemessene Dioxinwert lag bei 8,1 pg TEQ/ Gramm Fett.

Neben möglichen Einflussfaktoren wie die Betriebsgröße, der Gebrauch von Vitaminzusätzen und Grünfutter, der Anteil von Tieren, die sich im Freiland bewegten, der Grasbewuchs der Auslauffläche und die Aufnahme von Bodenbestandteile beim Picken, hatte insbesondere die Dioxinbelastung der Böden im Auslauf einen entscheidenden Einfluss.

Auf Betrieben, die mit ihren Eiern den EU-Grenzwert von 3 pg überschritten, wurden Dioxinbelastungen im Bereich von 2.6 pg/ Gramm Boden gemessen. Wurde der EU-Grenzwert nicht überschritten, lag die Bodenbelastung im Auslauf bei 1,9 pg.

Die Wissenschaftler betonen, dass insbesondere die Aufnahme von dioxinbelasteten Bodenpartikeln beim Picken und Scharren einen deutlichen Einfluss auf die Dioxingehalte der Eier hat. Wichtig sei es, für einen flächendeckenden Bewuchs des Auslaufs zu sorgen, um die Aufnahme von Bodenpartikeln zu minimieren. So könne es möglicherweise gelingen, in Zukunft die Dioxingrenzwerte bei Freilandeiern einzuhalten.

Auch Untersuchungen aus Belgien zeigen eine deutlich höhere Dioxinbelastung bei Freilandeiern. [1]

[1] Aize Kijlstra, Elsa van den Heuvel, Gisabeth Binnendijk, Fridtjof de Buisonjé, Monique Mul, Martien Bokma and Ron Hoogenboom Dioxin Levels in Organic Eggs In: Enhancing animal health security and food safety in organic livestock production systems 3rd SAFO Workshop; 16th-18th September 2004 in Falenty, Poland

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CDU/CSU: Ein schwarzer Tag für den Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 12:10

Verantwortung für Scheitern bei der Legehenneverordnung liegt bei Bundesministerin Künast

Berlin (agrar.de) – Zu den gescheiterten Verhandlungen über eine Neufassung der Legehennenverordnung auf der Agrarministerkonferenz in Warberg erklärt der Tierschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser:

‚Das erneute Scheitern einer Kompromissfindung zur Legehenneverordnung liegt in der alleinigen Verantwortung von Bundesministerin Künast. Obwohl die von der deutschen Eierwirtschaft entwickelte Kleinvoliere weit über die nach EU-Recht zugelassenen ausgestalteten Käfige mit Sitzstangen, Nest und Scharrmöglichkeiten hinausgeht, bleibt Ministerin Künast bei ihren starren Forderungen. Der Vorschlag, ab 2007 eine Käfighöhe von 105 Zentimetern festzulegen, wäre mehr als eine Verdoppelung der bisherigen Käfighöhe und mit hohen wirtschaftlichen Verlusten für die deutsche Eierproduktion verbunden. Wer in eine Diskussion mit kompromisslosen Forderungen geht, wie Ministerin Künast, beabsichtigt von vornherein das Scheitern der Verhandlungen.

Mit der Aufnahme der Kleinvoliere als zusätzliche Haltungsform neben der Boden- und Freilandhaltung in die deutsche Legehennenverordnung könnte die Bundesrepublik EU-weit eine Vorreiterrolle bezüglich der Weiterentwicklung zukunftsorientierter und innovativer Legehennensysteme einnehmen. Der nationale Alleingang der Bundesregierung, unbedingt schärfere Regelungen für deutsche Legehennenhalter durchzusetzen, gefährdet tausende Arbeitsplätze und treibt die heimische Eierproduktion in Drittländer ab, die von tiergerechten Haltungsformen weit entfernt sind. Ein schwarzer Tag für den Tierschutz.‘

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Agrarministerkonferenz: Keine Einigung zur Legehennenhaltung

Themen: Archiv — info @ 11:10

Warberg (agrar.de) – Der Kompromissvorschlag des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) zur Legehennen-Haltung bei der Agrarministerkonferenz in Warburg gescheitert. Die Mehrheit der CDU-geführten Länder lehnte den Vorschlag von Verbraucherschutzministerin Künasts ab, weil er für die Eierproduzenten zu Kosten mit sich bringen würden.

Der Streit konzentrierte sich vor allem auf die Höhe der künftigen Hühnerkäfige. Künast schlug vor, Legehennen anstatt wie bisher in engen Batterien künftig in Volieren mit einem meter Höhe zu halten. Nach den Vorstellungen der Halter sind dagegen Volieren mit rund 50 Zentimeter Höhe ausreichend, um den Tierschutz zu gewährleisten.

Künast betonte, das Aus für die Käfighaltung sei beschlossene Sache. Eine Voliere könne aus ihrer Sicht kein ‚in die Breite gezogener Käfig‘ sein. Die bisherige Haltung in Batterien bis zu 45 Zentimetern Höhe ist in der EU nur noch bis 2011 gestattet, in Deutschland will Künast sie schon ab 2007 verbieten. Kommt es nicht zu einer Einigung, ist nach der geltenden Rechtslage von 2007 an in Deutschland nur noch Boden- und Freilandhaltung erlaubt.

Tierschützer protestierten am Rande der Konferenz genauso wie die Eierproduzenten gegen die Ideen der Ministerin. Die Legehennenhalter fürchteten um die Existenz ihrer Betriebe, wenn in Deutschland wie von Künast beabsichtigt strengere Vorschriften gelten sollten als in den übrigen EU-Ländern.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner wies die Vorschläge von Künast als ’nicht realisierbar‘ zurück. Niedersachsens Landwirtsschafsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) erklärte, die wirtschaftlichen Verluste für die Bauern seien zu hoch, wenn der Raumbedarf für die Legehennen nach Künast Vorstellungen erweitert werden müsste.

Künast und die SPD-geführten Bundesländer kritisierten, dass die Unionsländer derzeit versuchten, über den Bundesrat die Aufhebung des Käfigverbotes zu erreichen, indem sie ihre Zustimmung zur Umsetzung der EU-Richtlinien für die Schweinehaltung verweigerten. Sollte die EU-Vorgaben nicht umgesetzt werden, drohen Deutschland hohe Vertragsstrafen.

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Grüne: CDU-Länder verhindern weiterhin Fortschritte beim Tierschutz und provozieren Strafandrohungen der EU

Themen: Archiv — info @ 10:10

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Herbst-Agrarministerkonferenz erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚CDU/CSU-geführten Bundesländer verhindern weiter Fortschritte beim Tierschutz durch Blockierung der EU-Schweinehaltungsverordnung, obwohl diese schon lange hätte national umgesetzt werden müssen. Strafzahlungsverfahren sind bereits gegen Deutschland eingeleitet. Durch die Koppelung der relativ unumstrittenen Schweine­haltungsverordnung an die Legehennenverordnung und die damit einhergehende gezielte Erpressung mit den drohenden Strafzahlungen versuchen die Lobbyisten der industriellen Käfighennenhalter, eine Verlängerung der in Deutschland durch das Bundesverfassungs­gericht verbotenen Käfige zu erzwingen – mit Hilfe vor allem der CDU. Auch soll die vorhandene Bausubstanz der Käfige durch das vom Niedersächsischen Agrarminister Ehlers vorgestellte Modell dauerhaft genutzt werden können.

Als möglichen Kompromiss stellte bei der Herbstkonferenz der Agrarminister Bundes­ministerin Künast ein von der Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) erarbeitetes Volierenmodell vor, das nach den Aussagen der FAL den Mindestanforderungen des Tierschutzes entgegen kommt. Der „Ehlerskäfig“ erfüllt die Anforderungen des Tierschutzgesetzes eindeutig nicht.

Das Scheitern der Verhandlungen zur Schweinehaltungsverordnung zeigt, dass auch in dieser Frage die CDU-Länder untereinander völlig uneinig sind. Schließlich ist auch die Legehennenverordnung mit den Stimmen der CDU beschlossen worden. Die Schweine­haltungsbetreiber warten dringend auf eine Lösung und werden jetzt für die Interessen der Hühnerbatteriebetreiber und die parteipolitischen Ziele der CDU instrumentalisiert.

Wir fordern die CDU/CSU Länder auf, das erpresserische Vorgehen in Sachen Schweine­haltungsverordnung zu beenden, der Verordnung zuzustimmen und die im Grundgesetz verankerten Ziele der artgerechten Nutztierhaltung zu unterstützen. CDU/CSU sind für die Verunsicherung der Betriebe verantwortlich, die die nötigen Investitionen nicht tätigen können und verhindern eine positive Marktentwicklung für die Erzeugnisse aus artgerechter Tierhaltung.‘

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07. Oktober 2004

Wälder sind weitgehend naturnah und bergen riesigen Holzvorrat

Themen: Archiv — info @ 13:10

Bundesregierung stellte erste gesamtdeutsche Bundeswaldinventur vor

Berlin (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der zweiten Bundeswaldinventur stehen 3,4 Milliarden Kubikmeter Holz in den Wäldern Deutschlands. Doch verwies der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, darauf, dass von dem derzeit jährlichen Zuwachs von rund 60 Millionen Kubikmetern Holz nur etwa 2/3 genutzt werden. Ohne Beeinträchtigung der Wälder könnte also die Nutzung von deutschem Holz deutlich verstärkt werden, betonte Sonnleitner. Der Werk- und Brennstoff Holz biete eine Fülle von innovativen Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise in der Wohnraumgestaltung und -heizung. Mit dem im Holz aus der Atmosphäre gebundenen Kohlendioxid (CO2) trage Holz aktiv zum Klimaschutz bei. Darüber hinaus sichere die Verwendung von deutschem Holz Arbeitsplätze in den vielen klein- und mittelständischen Betrieben der Forst- und Holzwirt-schaft.

Nach der ersten Bundeswaldinventur von 1987, die nur die alten Bundesländer umfasst hatte, erfolgte jetzt erstmals eine Bestandsaufnahme im gesamten Bundesgebiet. In drei Jahren haben die Länder nach einem bundesweit einheitlichen Verfahren die Baumarten- und Altersklassenverteilung, die Vorräte und Zuwächse sowie verschiedene Biotope und den Zustand der Wälder aufgenommen und ausgewertet. Bei der Untersuchung wurden 35 Prozent des Waldes als sehr naturnah bis naturnah eingestuft. Lediglich 17 Prozent des Waldes wurden als kulturbedingt bewertet, der Anteil Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft beträgt bei ihnen weniger als ein Viertel. Besonders viele wertvolle Biotope, die durch nachhaltige Bewirtschaftung entstanden sind, befinden sich in Privat- und Körperschaftswäldern.

‚Diese Ergebnisse der zweiten Bundeswaldinventur belegen deutlich, dass die privaten Waldbesitzer schonend mit den natürlichen Ressourcen umgehen und Ökonomie mit Ökologie in Einklang zu bringen wissen‘, betonte Sonnleitner. Völlig überflüssig sei daher die von der Bundesregierung angestrebte Novelle des Bundeswaldgesetzes. Die Bundeswaldinventur habe der deutschen Forstwirtschaft in beeindruckender Weise die Nachhaltigkeit bei ökologischen Gesichtspunkten bescheinigt. Es könne nicht angehen, dass mit neuen Beschränkungen im Bundeswaldgesetz die beiden anderen Säulen der Nachhaltigkeit, die Ökonomie und die sozialen Belange, negativ beeinträchtigt würden. Nur ökonomisch gesicherte Forstbetriebe könnten auch die Ökologie weiterhin in diesem erfreulichen Maße berücksichtigen. Per Gesetz vorgeschriebene Ökostandards erreichten nur das Gegenteil.

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Rinderhalter stockten ihre Bestände ab

Themen: Archiv — info @ 09:10

Kleinere Mäster entziehen sich der Agrarreform durch den Ausstieg aus der Produktion

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Landwirte haben im vergangenen Jahr ihre Rindviehbestände deutlich reduziert. Der niedersächsische Landvolk-Pressedienst verweist dazu auf die Daten der Viehzählung im Mai, wonach 450.000 Tiere oder 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr registriert wurden. Im langjährigen Vergleich muss dies als überdurchschnittlicher Bestandsabbau gewertet werden. Während sich nach Experteneinschätzung die Preise für Schlachtrinder gegenüber dem Vorjahr auf einem höheren Niveau einpendeln dürften, werden davon also weniger Rinderhalter profitieren als in früheren Jahren.

Bundesweit ermittelten die Agrarstatistiker im Mai 2004 in den Viehställen knapp 13,2 Mio. Rinder, gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 3,3 Prozent. Ein Jahr zuvor wurden noch gut 13,6 Mio. Rinder in deutschen Viehställen gezählt. Die Zahl der rinderhaltenden Betriebe hat sich im gleichen Zeitraum um 9.000 oder 4,5 Prozent auf 190.000 verringert. Der niedersächsische Rindviehbestand verringerte sich in diesem Zeitraum um 2,9 Prozent auf knapp 2,6 Mio. Tiere, der Bestandsabbau verlief nicht ganz so rasant wie im Bundesdurchschnitt.

Erhebliche Verunsicherung hat bei den rinderhaltenden Betrieben die Verabschiedung der EU-Agrarreform mit der Umstellung des Prämiensystems bewirkt. So wurden bereits im ersten Halbjahr 2004 mehr Rinder geschlachtet als in den vergleichbaren Zeiträumen vergangener Jahre. Marktbeobachter rechnen damit, dass zahlreiche Mäster ihre Tiere noch vor der Jahreswende zur Schlachtung verkaufen werden, um die gewohnten Prämien mitnehmen zu können. Die Marktprognosen für das kommende Jahr werden als extrem schwierig beurteilt, weil offensichtlich viele kleinere Mäster die Produktion bereits eingestellt haben oder dies noch beabsichtigen. Sie wollen auf diesem Wege der mit der Agrarreform verordneten Zäsur entgehen und sich auf die veränderten Zahlungsmodalitäten nicht mehr einlassen.

Links zum Thema Rinder, Links zum Thema Verbände.

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