12. Oktober 2004

Friedrich Ostendorff erhält Preis des Deutschen Imkerbundes

Themen: Archiv,Bienen — info @ 09:10

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Verleihung des ‚Zeidelmeisters‘ durch den Deutschen Imkerbund, erklärt Friedrich Ostendorff, Obmann im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft für Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Ich bedanke mich beim Deutschen Imkerbund für diese Auszeichnung und betrachte sie als Bestätigung unserer politischen Arbeit für die Imkerei.

Bienen und Imkerei spielen eine wichtige Rolle für den Erhalt unserer Kulturlandschaft, für die Vielfalt unserer Blütenpflanzen und letztlich natürlich auch für den Ertrag unserer Landwirtschaft. Mit dem Deutschen Imkerbund zusammen werden wir uns weiterhin für den Schutz der Bienen einsetzen.

Dazu gehören der Schutz der Imkerei vor wirtschaftlichen Schäden durch genetische veränderte Organismen, vor Gefährdungen der Bienenvölker durch Schädlinge und Schadstoffe sowie die Förderung des Imkerei-Nachwuchses.

Wir danken dem scheidenden Präsidenten des Deutschen Imkerbundes Herrn Dr. Erich Schieferstein für die sehr konstruktive Zusammenarbeit und freuen uns auf eine intensive Kooperation mit dem neuen Präsidenten Herrn Ekkehard Hülsmann.‘

Links zum Thema Bienen und Imker.

11. Oktober 2004

Obst aus Niedersachsen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Hannover (agrar.de) – Von den heimischen Obstarten liefern aus eigenem Anbau nur die Äpfel, Erdbeeren und schwarzen Johannisbeeren mehr als 50 Prozent der hier verbrauchten Mengen, so das Niedersächsische Landesamt für Statistik%/%.

903 Marktobstbetriebe erzeugen die Verkaufsmengen, davon 746 im und um das Alte Land an der Niederelbe. Seit 1972 ist die Anzahl der Marktobstbetriebe um ca. 75 Prozent geschrumpft, die Baumobstflächen nahmen um 45 Prozent ab. Eine bemerkenswerte Ausnahme sind die Erdbeeren und schwarzen Johannisbeeren. Die Erdbeerenfläche wurde von knapp 400 ha in 1972 auf 1719 ha in 2003 ausgedehnt. Von dieser Fläche kann etwa 60 Prozent der Verbrauchsmenge im Land geerntet werden. Bei schwarzen Johannisbeeren wurde im Kreis Nienburg eine Marktlücke erkannt und der Anbau neu aufgezogen. Auf ca. 270 ha wird im spezialisierten Anbau der Rohstoff für die immer beliebteren Säfte erzeugt.

Auf der Verliererseite steht ganz vorne die Sauerkirsche. Der Rohstoff für die Verarbeitungsindustrie kann hier nicht mehr kostendeckend angebaut und vor allem geerntet werden, wurde deshalb von Importware verdrängt. 1982 standen in Niedersachsen noch auf 1074 ha Sauerkirschen, 2002 waren es nur noch 69 ha. Von den Baumobstarten hat sich die wichtigste Art, der Apfel, noch am besten am Markt behauptet. Zwar gingen seit 1972 auch 35 Prozent der Flächen verloren, die jedoch durch Ertragssteigerungen auf den verbliebenen Flächen in etwa wettgemacht wurden. 87 Prozent der Baumobstflächen im Land sind Apfelplantagen. Von diesen 6612 Hektar Apfelanlagen könnte etwa 75 Prozent der Nachfrage im Land bedient werden.

Die Erträge von Obst können von Jahr zu Jahr und auch innerhalb eines Gebietes im Vergleich zu Feldfrüchten extrem stark schwanken. Veränderungsraten zum Vorjahr haben hier oft ungewohnte Dimensionen. Aussagefähiger ist der Maßstab, den auch die Obstbauern im Gedächtnis haben, der Vergleich zu den unterschiedlich verteilten Jahren mit guten Ernten. Pflaumen und Birnen lieferten hohe Erträge. Bei Süßkirschen wäre das auch der Fall gewesen, wenn nicht der Dauerregen im Juli so viele Früchte aufplatzen ließ, dass bei 31 Prozent der Bäume eine Ernte nicht mehr lohnte. Eine Missernte gab es bei den schwarzen Johannisbeeren. Bei Äpfeln wird eine leicht unterdurchschnittliche Ernte erwartet, wobei die beliebten Sorten Elstar und Boskoop noch am besten abschneiden. Durch mehr oder weniger Hagel im gesamten Anbaugebiet steigt der Sortieraufwand, um die lohnenden Güteklassen zu vermarkten.

Ein moderner Marktobstbetrieb verlangt neben dem gärtnerischen Wissen sehr hohe unternehmerische Kenntnisse. Es muß mit Fremdarbeitskräften, Saisonarbeitern, Spezialmaschinen, teuren Anlagen, wechselnden Verbraucherwünschen und Gesetzeslagen, sehr unsteten Einnahmen kalkuliert werden. Ohne Spezialläger mit steuerbarem Klima ist z.B. ein spezialisierter Apfelerzeuger nicht mehr vorstellbar. Die nicht lagerfähigen Obstarten mit kurzen Saisonen liefern ein Zusatzeinkommen. Auf der Vermarktungsseite wird immer mehr Obst über große Handelsketten abgesetzt, die nur in großen Partien einkaufen möchten. Dies bedingt auch Anpassungsprozesse in Richtung größerer Betriebe und eine Konzentration des Anbaues. In vielen Gebieten kennt man Obstbäume nur noch aus Haus- und Schrebergärten. Die hohen Investitionen der Erzeuger und Vermarkter lohnen nur ab einer bestimmten Anbaufläche. Trotz der Verluste an Anbauflächen ist es doch eine große Leistung der heimischen Erzeuger, Beratungsringe und Händler, dass die Kette vom Erzeuger bis zum Verbraucher auch unter den dramatisch sich verändernden Vermarktungsbedingungen nicht abgerissen ist und die Produkte immer noch überall dort angeboten werden, wo die Verbraucher nun mal einkaufen. Was man als positive Wirkung ‚Industrieller Kerne‘ gerade in Ostdeutschland diskutiert, kann in der Landwirtschaft schon länger beobachtet werden: Die Spezialisierung ganzer Regionen auf bestimmte Produkte und Betriebsformen mit einer Konzentration des Wissens auf den Erzeugungs- und Handelsstufen macht die Betriebe und Produkte wettbewerbsfähiger. Der romantische Obstbauernhof in einsamer Lage ist heute mehr ein Hilfsmittel in der Werbung als Realität.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Ist Tiermehl weiterhin ein Sicherheitsrisiko?

Themen: Archiv — info @ 16:10

Berlin (agrar.de) – Die Verbraucherorganisation foodwatch, sieht im aktuellen Umgang mit Tiermehl nach wie vor ein BSE-Sicherheitsrisiko. Die mehr als 1 Mio t in Deutschland jedes Jahr anfallenden Tiermehle gingen nicht nur in die Öfen von Zementwerken und Kraftwerken – allein 170.000 t Tiermehle seien im vergangenen Jahr als Dünger an Landwirte abgegeben worden, kritisiert foodwatch in seinem ‚Tiermehlreport‚. Die Behörden hätten nicht sicher ausschließen können, dass dieser Dünger illegal als Tierfutter eingesetzt worden sein könnte, heißt es weiter. Die Verfütterung von Tiermehlen ist jedoch seit Anfang 2001 in Europa verboten, da unzureichend erhitztes Tiermehl als Ursache für die Verbreitung der Rinderseuche BSE gilt.

Nach foodwatch-Auskunft konnten die statistische Landes- und Bundesämter den Verbleib von 124.000 t Tiermehlen nicht klären. Ferner stünden 2003 rund 79.000 t Tiermehlexporte Dänemarks nach Deutschland lediglich 2.000 t in der deutschen Importstatistik entgegen. Um Missbrauch vorzubeugen, fordert Foodwatch daher, dass Tiermehle für eine Verfütterung an Tiere untauglich gemacht und eingefärbt werden sollten. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) wies die Vorwürfe als ’nicht haltbar‘ zurück, die Einhaltung von Verfütterungsverboten werde streng kontrolliert.

‚Wir haben umfangreiche Kontrollen von Futtermitteln auf Tiermehlbeimischungen vorgenommen. In den letzten Jahren wurden mehrere hundert Proben untersucht ohne ein positives Ergebnis. Diese Proben wurden sowohl bei den Futtermittelherstellern als auch bei Landwirten gezogen. Die Kontrollen zum Düngemitteleinsatz und zum Düngemittelverkehr haben ebenfalls keinen Hinweis auf die von foodwatch vermutete Verwendung als Futtermittel ergeben‘, so der Minister. Ein Missbrauch sei deshalb höchst unwahrscheinlich.

Eine lückenlose Überwachungskette schließe darüber hinaus eine Verwechslung von Tiermehl unterschiedlicher Gefahrenklassen aus. Entsprechend ihres Ursprungs wird Tiermehl in drei Kategorien unterteilt. Kategorie 3 kann danach als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Für Tiermehl der Kategorien 1 und 2 besteht ein lückenloses Kontrollsystem, das den Weg und den Verbleib des Tiermehls dokumentiert. In Mecklenburg-Vorpommern anfallendes Tiermehl der Kategorien 1 und 2 wird vollständig verbrannt. ‚Die Vorwürfe von foodwatch sind nicht nachvollziehbar‘, sagt Backhaus.

Links zum Thema BSE.

Bienenhaltung in Niedersachsen

Themen: Archiv,Bienen — info @ 13:10

Hannover (agrar.de) – In Niedersachsen sind über 8.000 Imker in verschiedenen Verbänden organisiert, 95 Prozent der Imker betreiben Bienenhaltung und Honiggewinnung in ihrer Freizeit. Mit einem pro Kopf Verbrauch von 1,3 kg Honig pro Jahr sind die Deutschen Weltmeister, einem Honigverbrauch in Deutschland in Höhe von ca. 91.000 t stehen eine Ernte von 22.000 t in Deutschland gegenüber.

Anlässlich des Deutschen Imkertages am 10. Oktober 2004 in Hittfeld bei Hamburg hob der Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hans-Heinrich Ehlen die großen Verdienste der Imker für die Natur und auch für die wirtschaftliche Wertschöpfung hervor. Gerade in der Heide und auch im restlichen Niedersachsen hat die Imkerei eine sehr lange Tradition, schon 1931 wurde die erste Rechtsvorschrift zur Imkerausbildung für die Provinz Hannover erlassen. Minister Ehlen betonte, dass nur durch eine flächendeckende Verteilung von Bienenvölkern eine gleichmäßige Bestäubung von Kultur- und auch Wildpflanzen sichergestellt ist. ‚Die gesamte Imkerschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt‘.

Links zum Thema Bienen, Links zum Bundesland Niedersachsen.

FDP: Bundeskanzler Schröder billigt weiteren Arbeitsplatzabbau bei Grüner Gentechnik

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 11:10

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Pressekonferenz des BUND zum Gentechnikgesetz erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Gentechnik-Freiheit in Deutschland ist eine vom BUND und anderen Organisationen gepflegte Illusion. Gentechnisch veränderte Futter- und Lebensmittel gehören längst zum Alltag. Grüne Gentechnik hat keinen negativen Einfluss auf die Umwelt und Gesundheit. Das hat die Bundesregierung mehrfach bestätigt. Daher ist Gentechnik-Freiheit kein Beitrag zu mehr Umweltschutz. Die Überarbeitung des Gentechnikgesetzes ist unerlässlich, damit auch in Deutschland echte Koexistenz im Sinne der EU-Verordnungen möglich wird.

Die von Rot-Grün eingeführte Haftungsregelung im Gentechnikgesetz, die über die gesamtschuldnerische Haftung den Landwirten, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) anbauen, unabhängig von der Einhaltung der Regeln der guten fachlichen Praxis das gesamte finanzielle Risiko aufbürdet, ist inakzeptabel. Landwirte, die die bestehenden Gesetze einhalten, dürfen keinesfalls wie von der Bundesregierung vorgesehen für Schäden Dritter haften müssen. Im laufenden Vermittlungsverfahren von Bundestag und Bundesrat muss das Gentechnikgesetz wie von der EU-Kommission und in einem Rechtsgutachten des Deutschen Bundestages gefordert, EU-rechtskonform gestaltet werden. Die FDP-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, eine Innovations freundliche Korrektur des Gentechnikgesetzes im Vermittlungsausschuss zu unterstützen.

Wenn Bundeskanzler Schröder tatsächlich Innovationen in Deutschland auf den Weg bringen möchte, ist eine falsche Rücksichtnahme auf die ‚Innovationsbremse Nr. 1‘, nämlich die Grünen und die zuständige Ministerin Künast, ein falscher und von vorn herein zum Scheitern verurteilter Ansatz. Der Bundeskanzler muss endlich ein Machtwort sprechen. Ansonsten leistet der Bundeskanzler im ‚Jahr der Innovationen‘ einen maßgeblichen Beitrag zur Vertreibung von weiteren Arbeitsplätzen ins Ausland.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

BUND: 50 gentechnikfreie Regionen innerhalb eines Jahres

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 10:10

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der steigenden Zahl von Zusammenschlüssen gentech-kritischer Bäuerinnen und Bauern die derzeit beste Gewähr für die Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft. Noch fehle ein Gesetz, das die Koexistenz agrarischer Produktion mit und ohne Gentechnik regle. Deshalb hätten sich deutschlandweit bereits rund 11.600 Landwirte in 50 Regionen gegen die sogenannte ‚Grüne Gentechnik‘ verbündet und vereinbart, keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen. Das entspricht einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 430.000 Hektar. Wald- und Schutzgebietsflächen hinzugerechnet sind es fast eine Million Hektar oder rund zwei Millionen Fußballfelder.

Kurt-Henning Klamroth, Landwirt, Präsident des Deutschen Bauernbundes und Mitinitiator einer 10.000 Hektar großen gentechnikfreien Region: ‚Der Einsatz von Gentech-Saaten birgt unkalkulierbare wirtschaftliche und rechtliche Risiken für die Landwirte. Der Bauernbund ruft deshalb dazu auf, dass sich die Bauern gegenseitig Gentechnikfreiheit zusichern.‘

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: ‚Die Bauern zeigen der Gentech-Lobby, was sie von der Agro-Gentechnik halten – nämlich nichts. Sie wissen, dass der Wettbewerbsvorteil der deutschen und europäischen Landwirtschaft im gentechnikfreien Anbau liegt. 70 Prozent der Verbraucher in der EU lehnen Gentechnik im Essen ab. Die rot-grüne Regierung darf vor der Industrie- und Gentechniklobby nicht einknicken. Das Gentechnikgesetz muss im Bundesrat in seiner jetzigen Form verteidigt werden. Strenge Haftungsregeln sind unverzichtbar.‘

Cornelia Schmidt, Bio-Landwirtin von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: ‚Gentechnik ist ein Angriff auf den sozialen Frieden in den Dörfern. Gentechnisch verändertes Saatgut kann sich überall hin ausbreiten und bedroht die Existenz von Biobetrieben und von konventionellen Betrieben, die gentechnikfrei bleiben wollen. Deshalb freuen wir uns über die zunehmende Zahl gentechnikfreier Regionen.‘

Die erste Region dieser Art wurde im Herbst 2003 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet. 15 Landwirte unterzeichneten damals eine Erklärung, in der sie sich gegenseitig zusicherten, keine gentechnisch veränderten Saaten auf ihren Feldern auszubringen. Inzwischen gibt es in fast allen Bundesländern ähnliche Zusammenschlüsse.

Weitere Informationen über gentechnikfreie Regionen in Deutschland erhalten Sie auf der Internetseite ‚Faire Nachbarschaft.

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Österreich: Hohe Getreideernte lässt Preisdruck befürchten

Themen: Österreich,Statistik — info @ 09:10

Wien (agrar.de) – Berechnungen der Statistik Austria zufolge wurde bei der Ernteerhebung eine Getreideproduktion von 3,4 Mio. Tonnen (excl. Mais) ermittelt. Damit wurde die magere Getreideausbeute des Vorjahres um 32 Prozent übertroffen. Auch gegenüber dem langjährigen Durchschnitt konnte ein Plus von 15 Prozent verzeichnet werden.

An Brotgetreide wurden auf einer um 8% erweiterten Anbaufläche 1,9 Mio. Tonnen (+46 Prozent) geerntet, was der größten Erntemenge der letzten zehn Jahre entspricht. Angesichts dieser beachtlichen Quantitäten wird ein erhöhter Preisdruck – insbesondere für qualitativ weniger hochwertige Ware – befürchtet. Bei Futtergetreide (excl. Mais) hingegen reduzierte sich die Fläche um 8 Prozent; dennoch konnte bei einer Produktion von insgesamt 1,4 Mio. Tonnen ein Plus von 17% erzielt werden – dieser Wert liegt jedoch nur geringfügig (+3 Prozent) über dem langjährigen Mittel.

Die Produktion von Weizen belief sich auf 1,7 Mio. Tonnen (+44 Prozent). Ausgezeichnete Roggenerträge resultierten in einer gegenüber dem Vorjahr um 61 Prozent höheren Produktion von 213.500 Tonnen. Trotz einer stark rückläufigen Sommergestefläche (-20 Prozent) erreichte auch diese Kulturart mit einer Erntemenge von 551.500 Tonnen noch ein leichtes Plus von 2 Prozent.

Bei Wintergerste wurde bei einer Produktion von 455.200 Tonnen die Vorjahresmenge um ein Drittel übertroffen und Triticale notierte eine Erzeugung von 235.700 Tonnen (+40 Prozent). Hafer erzielte bei gutem Ertragsniveau trotz Flächenrückganges (-12 Prozent) eine Produktion von 138.800 Tonnen (+8 Prozent).

Bei Körnererbsen fiel die Produktion von 122.100 Tonnen (+31 Prozent) – nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre – wieder zufriedenstellend aus.

Mit 327.400 Tonnen erzielten frühe und mittelfrühe Kartoffelsorten gegenüber dem niedrigen Vorjahresergebnis ein Plus von 22 Prozent und auch Klee- und Wiesenflächen konnten nach dem Trockenjahr 2003 wieder eine um ein Drittel höhere Produktion vorweisen.

Der Durchschnittsertrag von Körnermais für ganz Österreich wird, ersten Prognosen der Erntereferenten zufolge, im Bereich des langjährigen Mittels notieren; aufgrund von Flächenausweitungen könnte die Produktion mit 1,6 Mio. Tonnen dennoch um 10 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegen.

Auch bei Sonnenblumen machte sich, dem Trend der letzten Jahre folgend, erneut eine deutliche Anbauflächenausweitung (+13 Prozent) bemerkbar, sodass bei geringfügigem Ertragsplus (+1%) von einer Erntemenge von 80.700 Tonnen (+14 Prozent) ausgegangen wird.

Die Zuckerrübenernte könnte – ersten Schätzungen gemäß – bei durchschnittlichem Ertragsniveau, mit rund 2,7 Mio. Tonnen um 9 Prozent über dem Vorjahreswert ausfallen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

08. Oktober 2004

Grüne: Kommissar Fischler bestätigt grüne Kritik am Mulchen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Berlin (agrar.de) – Zu den Äußerungen von EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler auf der Agrarminister­konferenz erklärt Friedrich Ostendorff, Obmann von Bündnis 90/Die Grünen im Agrarausschuss des Bundestages:

‚EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler hat auf der Agrarministerkonferenz die Entscheidung der Länder, für die Instandhaltung von aus der Bewirtschaftung herausgenommenen Flächen lediglich das Mulchen zu verlangen, kritisiert. Damit bestätigt Fischler unsere Kritik am Vorgehen der Unionsmehrheit im Bundesrat.

Kommissar Fischler hat bei dem Treffen auf Burg Warberg betont, der Beschluss des Bundesrates gefährde die Prämienzahlungen und stehe im Widerspruch zur Green-Box-Vereinbarung der WTO.

Die Länder sollten diese Warnung sehr ernst nehmen und nicht weiter aus partei­taktischen Gründen das Risiko eingehen, den Kredit zu verspielen, den die Landwirtschaft durch die Agrarreform politisch und gesellschaftlich gewonnen hat. Wer die Green-Box-Fähigkeit der Agrarförderung riskiert, der schwächt die Position der Landwirtschaft in den anstehenden WTO-Verhandlungen massiv.

Die Länder sind daher dringend aufgefordert, ihre Entscheidung zu revidieren und das von uns geforderte ‚Ernten statt Mulchen‘ als Mindestanforderung vorzuschreiben.

Links zum Thema Agrarpolitik.

Rekordernte bei Kartoffeln

Themen: Archiv — info @ 16:10

Vorläufige Erntezahlen des BMVEL gemeldet

Berlin (agrar.de) – Nach den ersten amtlichen Schätzzahlen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) liegt die Kartoffelernte 2004 mit über 12 Millionen Tonnen Gesamterntemenge in Rekordhöhe – 27 Prozent über dem mageren Vorjahr und 10 Prozent über dem Fünfjahresmittel.

Genauso wie im letzten Jahr der trockene Sommer große Ertragseinbußen bescherte, ist in diesem Jahr die jüngste wechselhafte Witterung verantwortlich für die guten Ergebnisse in Menge und Qualität. Gleichzeitig ist aber die Marktlage sehr angespannt, ‚die Preise befinden sich im Keller‘, merkte der Deutsche Bauernverband (DBV) an. Da die Preise häufig nicht kostendeckend sind, verschlechtert sich auch die wirtschaftliche Situation zahlreicher Betriebe. Die große Erntemenge in Deutschland lässt sich nicht durch die kaum erhöhte Anbaufläche erklären. Einzig in Nordrhein-Westfalen hat der Kartoffelanbau relevant zugenommen und liegt rund 10 Prozent über dem Vorjahresniveau und dem Mittel der letzten fünf Jahre. Vor allem die mittelfrühen und späten Sorten haben von der Witterung profitiert und auf leichten Böden bis zu 50 Prozent höhere Hektarerträge als im Vorjahr ermöglicht.

Durch diese großen Mengen werden am Markt nur unbefriedigende Preise erzielt. Schlechtere Sortierungen oder Ware mit leichten Mängeln können kaum noch vermarktet werden. Die im Inland in diesem Jahr schon sehr früh einsetzenden Einkellerungsaktionen der Handelsketten hätten für einen deutlichen Absatzschub gesorgt. Darüber hinaus führte die kühle Witterung im Sommer zu einem höheren Konsum als im letzten Jahr.

Auch die Situation im Ausland könnte die Lage ein wenig entspannen: Nach den Analysen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) ist die Anbaufläche in Europa zurückgegangen, wodurch gerade in Südeuropa im Verlauf der nächsten Monate ein Importbedarf entstehen kann. In Russland gab es durch starke Niederschläge Ertragsausfälle, so dass auch hier wahrscheinlich Speisekartoffeln benötigt werden. Außerdem verhinderten in Amerika kalte Witterung und Trockenheit ein geregeltes Wachstum der Kartoffeln, so dass der ‚Pommesrohstoff‘ teurer wurde. Diese Faktoren könnten Auswirkungen auf den bedeutenden amerikanischen Export in die asiatischen Märkte haben.

Links zum Thema Kartoffeln.

Sonnleitner: Tierhalter brauchen zeitgemäßes Arzneimittelgesetz

Themen: Archiv — info @ 16:10

DBV lobt gute Zusammenarbeit mit Bundestierärztekammer

Berlin (agrar.de) – Auf der Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Bundestierärztekammer am 01.Oktober 2004 in Berlin bezeichnete der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Bundestierärztekammer als einen verlässlichen Partner für die Landwirte. So sei die Bundestierärztekammer nicht nur ein kompetenter Vertreter ihres Berufsstandes gegenüber der Politik und Gesellschaft. Genauso sei sie für die Landwirtschaft schon immer eine Fachvertretung in Fragen der Tiergesundheit und des Tierschutzes gewesen. Der DBV setze weiterhin auf eine gedeihliche Zusammenarbeit und Partnerschaft mit der Standesorganisation der Tierärzte.

Erklärtes Ziel beider Berufsgruppen sei schon immer die Gesunderhaltung der Tiere gewesen. ‚Das wiederum beinhaltet eine sensible Handhabung mit Arzneimitteln‘, betonte Sonnleitner. Der praktische Tierarzt vor Ort sei gezwungen, sich den Veränderungen landwirtschaftlicher Strukturen und Betriebsformen anzupassen. So bewege sich seine Tätigkeit weg von der Behandlung des einzelnen erkrankten Tieres hin zur Betreuung ganzer Tierbestände. Gerade die Handhabung mit Arzneimitteln führe dabei zu einem Spannungsfeld zwischen Verbraucherschutz, tierärztlichem Anspruch und Einflussnahme der Tierhalter. Die Landwirtschaft aber brauche eine zeitgemäße gesetzliche Regelung, durch die die landwirtschaftlichen Nutztiere durch eine kontinuierliche tiermedizinische Betreuung und eine notwendige minimale Tierarzneimittelversorgung gesund erhalten bleiben.

Mit der Entwicklung der Tierbestände zu größeren Einheiten werde die Landwirtschaft mit immer kritischeren Fragen im Tier- und Umweltschutz von Seiten der Politik und der Verbraucher konfrontiert. Die Anforderungen an die Tierhaltung durch politische Vorgaben seien kontinuierlich gestiegen, leider aber nicht immer fachlich geboten und gerechtfertigt. ‚In dieser Diskussion kommt den Tierärzten eine besondere Bedeutung zu‘, so Sonnleitner. Denn vor allem der Tierschutz sei ihr Kompetenzbereich. Daher erhoffe man sich von ihnen Unterstützung in den gesellschaftspolitischen Diskussion über Verbraucher- und Tierschutz. Ein gutes Beispiel für vorsorgenden Verbraucherschutz sei das von der Wirtschaft aufgebaute System Qualität und Sicherheit (QS). Dabei sei es gelungen, alle an der Produktion Beteiligten, von den Landwirten bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel, zu veranlassen, jeweils auf ihrer Stufe bestimmte Schwachstellen zu eliminieren und ihre Erzeugung neutral kontrollieren zu lassen.

Links zum Thema Tiergesundheit, Links zum Thema Verbände.

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