14. Oktober 2004

EuGH: Saatgut-Aufbereiter sind nicht pauschal auskunftspflichtig

Themen: Archiv — info @ 13:10

Landwirte-Interessengemeinschaft spricht von einem wegweisenden Urteil

Luxemburg/Lüneburg (agrar.de) – ‚Das ist ein wegweisendes Urteil im seit 1998 tobenden Streit um das Landwirte-Recht auf freien Nachbau von Saatgut. Der Ausforschung und Ausspionierung der Landwirte und Saatgutaufbereiter durch die Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) und den Bund der Deutschen Pflanzenzüchter (BDP) ist durch das heutige Urteil des höchsten europäischen Gerichts ein weiterer schwerer Riegel vorgeschoben worden,‘ so die Sprecher der bundesweiten Landwirte-Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren (IGN) in einer ersten Stellungnahme zum heutigen Saatgut- Aufbereiter-Urteil des EuGH.

Die Richter hatten zu entscheiden, ob Saatgut-Aufbereiter der STV in Bonn pauschal und umfassend alle Landwirte-Kundendaten über die Aufbereitung (z.B. Reinigen, Beizen von Getreide) zur Verfügung stellen müssen, damit die STV aus diesen Daten entnehmen kann, ob die Landwirte Nachbau von Saatgut betrieben und so jedes Jahr der STV Nachbaugebühren zu zahlen haben. Die Richter haben sich gegen eine pauschale Auskunftspflicht ausgesprochen und sind damit der Empfehlung des EuGH-Generalanwalts und der deutschen Bundesregierung nicht gefolgt.

Wie bei den Landwirten ist das Vorliegen von Anhaltspunkten für die Aufbereitung der einzelnen Sorte des Sortenschutzinhabers im Betrieb des Aufbereiters die notwendige Voraussetzung für das Durchsetzen des Auskunftsanspruchs. Der EuGH weist ausdrücklich darauf hin, dass die Saatgut-Aufbereiter keine Verpflichtung haben, den Namen der von ihnen aufzubereitenden Sorten zu erfahren.

Die STV hat auf die Datenquelle der Aufbereiter gesetzt, weil mittlerweile über 10.000 Landwirte trotz massiver Drohungen der STV und hunderte von Gerichtsverfahren sich weigern, der STV pauschal und freiwillig Daten über ihren An- und Nachbau von Ackerfrüchten zur Verfügung zu stellen. Die IGN hat als Solidargemeinschaft diese Landwirte politisch und rechtlich vertreten. Sowohl der Bundesgerichtshof (2001) in Karlsruhe als auch der EuGH in Luxemburg (2003/2004) hatte in Klageverfahren gegen die Landwirte der IGN Recht gegeben und die pauschale Auskunftspflicht bei den Landwirten deutlich verneint.

‚Mit dem heutigen europäischen Aufbereiter-Urteil hat die IGN mit Hilfe unserer Anwälte Dr. Miersch aus Hannover und Dr. Wilhelms aus München wieder ein Stück Rechtsklarheit erstritten. Unser Widerstand gegen die Ausforschung der STV, die immer eng mit der Spitze der Pflanzenzüchter und des Deutschen Bauernverbandes zusammenarbeitet, hat sich für viele Landwirte und Aufbereiter gelohnt, und er wird weiter gehen. Es ist an der Zeit, eine neue politisch vernünftige Nachbauregelung zu finden, die der unerträglichen Ausforschungs- und Ausschnüffelpraxis der STV ein Ende setzt,‘ so die Sprecher der IGN.

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Brandenburg: Aus MLUR wird MLUV – Woidke neuer Agrar- und Umweltminister

Themen: Archiv — info @ 11:10

Potsdam (agrar.de) – Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (MLUV) ist mit der Bildung der Brandenburger Regierung am 13. Oktober 2004 aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) hervorgegangen. Das MLUR war mit Beginn der dritten brandenburgischen Legislaturperiode am 13. Oktober 1999 aus den früher selbständigen Ministerien für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung beziehungsweise für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zusammengeführt worden. Als Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz wurde Dr. Dietmar Woidke (SPD) berufen. Staatssekretär im Ressort ist Dietmar Schulze.

Zentrales Thema des MLUV sind die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes als Natur-, Wirtschafts- und Sozialraum, der Verbraucherschutz sowie der Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Umwelteinwirkungen. Das Ministerium ist oberste Landesbehörde und gliedert sich auf der Abteilungsebene in folgende Aufgabenbereiche:

– Verwaltungsmodernisierung, Service, Förderpolitik, Auslandsbeziehungen (Abt. 1) – Landwirtschaft, Gartenbau. Jagd, Fischerei (Abt. 2) – Ländliche Entwicklung (Abt. 2) – Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Landeslabore (Abt. 3) – Forst (Abt. 4) – Abfallwirtschaft, Altlasten und Bodenschutz (Abt. 6) – Immissions- und Klimaschutz (Abt. 6) – Gewässerschutz und Wasserwirtschaft (Abt. 7) – Naturschutz und Landschaftspflege (Abt. 8)

Zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehören

– das Landesumweltamt (LUA), – das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, – die Landesforstverwaltung mit der Landesforstanstalt Eberswalde (LFE) und zehn Ämtern für Forstwirtschaft und – das Landeslabor Brandenburg (LLB).

Minister Dr. Dietmar Woidke wurde am 22. Oktober 1961 in Naundorf bei Forst geboren. Der Lausitzer studierte nach dem Abitur ab 1982 Landwirtschaft und Tierproduktion/Ernährungsphysiologie an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.

1987 schloss Woidke hier seine Hochschulausbildung als Diplomagraringenieur ab und war im Anschluss bis 1990 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Ernährungsphysiologie an der Humboldt-Universität. 1990 wurde er Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Sano-Mineralfutter GmbH. 1993 promovierte Woidke als Doktor agrar. an der Humboldt-Universität. Seit 1993 ist Woidke auch Mitglied der SPD Brandenburg. Im selben Jahr wurde er Amtsleiter für Landwirtschaft in der Kreisverwaltung seines Heimatkreises Spree-Neiße.

Nach seiner Wahl wurde Woidke 1994 Mitglied des Landtages Brandenburg, dem er seitdem ununterbrochen angehört. Woidke vertritt für die SPD den Wahlkreis 43 (Spree-Neiße II).

Von 1998 bis 2003 engagierte er sich außerdem als Stadtverordneter in Forst, seit 1998 ist er Mitglied des Kreistages Spree-Neiße. Woidke war Vorsitzender des Verwaltungsrates der Abfallentsorgungsgesellschaft Neiße-Spree. Als Vorsitzender des Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg war er an der Planung und Umsetzung des Braunkohleabbaus und der Sanierungsarbeiten beteiligt.

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Frankreich und Deutschland bleiben wichtigste Getreideproduzenten der EU

Themen: Archiv — info @ 10:10

Höhere Flächenproduktivität führt zu deutlich höheren Erträgen als im Vorjahr

Hannover (agrar.de) – Die Schätzungen für die jüngste Getreideernte wurden immer weiter nach oben korrigiert, dabei haben die Agrarstatistiker nicht nur in der EU, sondern die Ergebnisse der Getreideernte weltweit zunächst unterschätzt. In der EU mit heute 25 Mitgliedsstaaten wurden nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes einschließlich der noch nicht beendeten Maisernte insgesamt 282 Mio.Tonnen (t) Getreide geerntet.

Wichtigste Erzeugerländer sind wie bisher Frankreich und Deutschland mit 69,1 beziehungsweise 49,9 Mio. t, die auch den wesentlichen Anteil des Produktionszuwachses in den alten Mitgliedsstaaten auf sich vereinen können. Die im Vergleich zum Vorjahr wesentlich höhere Gesamternte resultiert nur zu einem kleineren Teil aus einer Flächenausdehnung, wogegen die höhere Flächenproduktivität einen weit erheblicheren Ausschlag an der besseren Ernte hat. Der Ertrag je Hektar erhöhte sich um sieben Dezitonnen (dt) auf 53,6 dt/ha und verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig der Witterungsablauf übers Jahr für eine gute Ernte ist. Die überaus trockene Vorjahreswitterung hatte europaweit ihren Tribut in Form geringerer Erträge gefordert.

Innerhalb der alten 15-Gemeinschaft verteidigen Spanien, Großbritannien und Italien ihre Positionen auf Rang 3 bis 5 mit Erntemengen von jeweils gut 20 Mio. t. Bezieht man die neuen Mitgliedsstaaten mit ein, schiebt sich EU-Neuling Polen schon auf Rang 3 vor. Trotz des noch geringen Flächenertrages von 34,1 dt/ha bringt es Deutschlands östlicher Nachbar insgesamt auf 28,9 Mio. t. Der relative Zuwachs fällt bei den EU-Neulingen mit fast 18 Mio. t fast doppelt so hoch aus wie bei den etablierten EU-Mitgliedsstaaten. Mit 62,4 Mio. t Getreide ernten alle neuen EU-Mitgliedsstaaten zusammen aber noch weniger Getreide als Frankreichs Bauern alleine.

Obwohl der Verbrauchszuwachs mit der höheren Erzeugung nicht ganz Schritt hält, sieht die Welternährungsorganisation FAO Erzeugung und Verbrauch ‚im Lot‘. Einer weltweiten Erzeugung von 1,985 Mrd. t stellt die FAO einen Verbrauch in exakt derselben Größenordnung gegenüber. Eine stark steigende Nachfrage dürfte sich danach für Getreide als Bestandteil von Futtermitteln und für die industrielle Verwertung ergeben, während der Nahrungsverbrauch an Getreide nicht im gleichem Maße ansteigt.

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Absatz von Phosphatdüngern stark rückläufig

Themen: Archiv — info @ 10:10

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Wirtschaftsjahr 2003/2004 aus inländischer Produktion oder Einfuhr 1,83 Mill. Tonnen Stickstoffdünger (N), 0,28 Mill. Tonnen Phosphatdünger (P2O5), 0,49 Mill. Tonnen Kalidünger (K2O) und 2,10 Mill. Tonnen Kalkdünger (CaO)

an landwirtschaftliche Absatzorganisationen oder Endverbraucher in Deutschland abgesetzt.

Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2002/2003 war dies eine Abnahme um 13,2 Prozent bei Phosphatdüngern und um 2,6 Prozent bei Kalkdüngern. Bei Stickstoffdüngern dagegen stieg der Absatz um 2,2 Prozent und bei Kalidüngern um 1,4 Prozent.

Der Aufwand je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche verringerte sich von 2002/2003 zu 2003/2004 bei Phosphatdüngern von 19 auf 17 kg P2O5 und bei Kalkdüngern von 118 auf 116 kg CaO. Der Aufwand von Stickstoffdüngern stieg von 105 auf 108 kg N; bei Kalidüngern blieb er mit 28 kg K2O unverändert.

Im Wirtschaftsjahr 2003/2004 wurden die Stickstoffdünger fast zur Hälfte (46 Prozent) als Kalkammonsalpeter, zu 17 Prozent als Harnstoffdünger und 13 Prozent als Ammonnitrat-Harnstoff-Lösungen abgesetzt. Als Mehrnährstoffdünger kamen Stickstoffdünger lediglich zu 10 Prozent zum Einsatz. Im Vergleich hierzu wurden Phosphatdünger zu annähernd 90 Prozent als Mehrnährstoffdünger abgegeben; dabei überwogen mit 36 Prozent die Stickstoff-Phosphatdünger.

Kalidünger wurden etwa zur Hälfte (51 Prozent) als Kaliumchlorid abgesetzt; 42 Prozent entfielen auf Mehrnährstoffdünger. Kalkdünger wurden zu über zwei Dritteln (72 Prozent) als kohlensaurer Kalk verkauft.

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Höhn: NATURA 2000 Netzwerk in NRW ist gesichert

Themen: Archiv — info @ 10:10

Die Meldung von FFH-Gebieten und Vogelschutzgebieten ist damit abgeschlossen

Düsseldorf (agrar.de) – Das Landeskabinett hat gestern Abend die Meldung der letzten meldepflichtigen FFH-Gebiete sowie Vogelschutzgebiete an die EU-Kommission nach Brüssel beschlossen. In Nordrhein-Westfalen sind damit jetzt insgesamt 515 FFH-Gebiete und 25 Vogelschutzgebiete, die ca. 8,2 Prozent der Landesfläche ausmachen, Bestandteil von NATURA 2000 geworden. Darunter befinden sich so bedeutende Gebiete wie das FFH-Gebiet ‚Baumberge‘ im Münsterland oder das Vogelschutzgebiet ‚Hellwegbörde‘ im Raum Soest.

Nach der Durchführung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Juli und August des Jahres wird das Netz NATURA 2000 um zwei neue FFH-Gebiete ergänzt, zwei schon gemeldete FFH-Gebiete (‚Davert‘ und ‚Else/Werre‘) mussten (um 7 bzw. 17 Hektar) erweitert werden. Außerdem gibt es mit der ‚Hellwegbörde‘ und dem ‚Lommersdorfer Wald‘ im Kreis Euskirchen zwei neue Vogelschutzgebiete. Der ‚Lommersdorfer Wald‘ (581 Hektar) ergänzt auf nordrhein-westfälischer Seite das rheinland-pfälzische Vogelschutzgebiet ‚Ahrgebirge‘ (ca. 32.000 Hektar). Hinzu kommen weitere acht Vogelschutzgebiete, die jedoch deckungsgleich mit bereits gemeldeten FFH-Gebieten sind.

Umweltministerin Bärbel Höhn: ‚NRW hat einen sehr beachtlichen Beitrag zur Sicherung des europäischen Naturerbes mit seiner landestypischen biologischen Vielfalt geleistet. Wir haben damit die vereinbarten Fristen eingehalten. Zugleich ist dadurch auch ein wichtiger Schritt auf dem Wege zu verbesserter Rechts- und Planungssicherheit im Lande getan worden. Nun gilt es, das Netz NATURA 2000 durch entsprechende Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen mit Leben zu erfüllen.‘

Nunmehr stehen lediglich noch einige wissenschaftliche Überprüfungen aus, die aber nicht mehr für eine eventuelle Wiederaufnahme eines FFH-Zwangsgeldverfahren der EU gegen Deutschland relevant sind. Sie könnten bis Ende 2005 entweder zum endgültigen Abschluss der Meldungen führen oder gegebenenfalls zur Identifizierung von maximal drei bis fünf weiteren Gebieten oder Gebietserweiterungen für die Anhang II-Arten Hirschkäfer, Helm-Azurjungfer und Kammolch. Die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten ist mit einer entsprechenden Prüfung beauftragt.

Die FFH-Richtlinie der Europäischen Union (EU) vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen enthält eine gemeinschaftsweit verbindliche Rechtsgrundlage zur Erhaltung und Entwicklung des europäischen Naturerbes. Danach sind die Mitgliedstaaten der EU u.a. verpflichtet, unter der Bezeichnung NATURA 2000 ein kohärentes ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete einzurichten. Dieses Netz umfasst auch die nach der EG-Vogelschutz-Richtlinie gemeldeten Vogelschutzgebiete.

Weitere Informationen zu den FFH- und Vogelschutzgebieten finden Sie einer eigens für NATURA 2000 geschaffenen Homepage.

Nachmeldeliste (FFH- und Vogelschutzgebiete)

Vogelschutzgebiete

Hierbei handelt es sich bis auf die ‚Hellwegbörde‘ und den ‚Lommersdorfer Wald‘ um Gebiete, die bereits als FFH-Gebiete gemeldet sind, die gleichzeitig aber auch die Meldekriterien für Vogelschutzgebiete aufweisen. Mit der Doppelausweisung sind räumlich und im Hinblick auf die Erhaltungsziele keine neuen Schutzmaßnahmen erforderlich, d.h. für die Eigentümer entsteht mit der formalen Nachmeldung keine neue Situation. Diese Meldung ist für künftige Pläne und (Bau-) Vorhaben wichtig, da die erforderliche rechtskräftige Genehmigung bei Vogelschutzgebieten die Durchführung einer sogenannten FFH-Verträglichkeitsprüfung bedingt. Diese trägt in erheblichem Maße zur Rechts- und Planungssicherheit für künftige Entwicklungen in diesen Gebieten bei.

Lippeaue zwischen Hamm und Lippstadt mit den Ahsewiesen (Kreis Soest, Stadt Hamm, Kreis Warendorf) – DE-4314-401 (Rohrweihe, Wachtelkönig) – 2304 ha

Luerwald und Bieberbach (Kreis Soest, Märkischer Kreis, Hochsauerlandkreis) –DE-4513-301 (Mittelspecht, Schwarzstorch) – 2636 ha

Oppenweher Moor (Kreis Minden-Lübbecke) – DE-3417-301 (Bekassine, Kranich, Raubwürger) – 472 ha

Davert (Kreis Coesfeld, Stadt Münster, Kreis Warendorf) – DE-4111-302 (Mittelspecht, Schwarzspecht)

Königsforst (Stadt Köln, Rheinisch-Bergischer Kreis) – 5008-302 (Mittelspecht) – 2519 ha

Waldreservat Kottenforst-Waldville (Stadt Bonn, Rhein-Sieg-Kreis) – DE-5308-303/DE-5207-301 (Mittelspecht, Schwarzspecht) – 3587 ha

Drover Heide (Kreis Düren) – DE-5205-301 (Ziegenmelker, Schwarzkehlchen, Heidelerche)

Buntsandsteinfelsen im Rurtal (Kreis Düren) – DE-5304-302 (Uhu) – 315 ha

Die Hellwegbörde ist als neues Vogelschutzgebiet mit 48.451 ha vor allem für die Arten Wiesenweihe, Rohrweihe und Wachtelkönig ein wichtiger Lebensraum.

Ein neues Gebiet ‚Lommersdorfer Wald‘ (Kreis Euskirchen) – DE-5506-471 zur Arrondierung des rheinland-pfälzischen Vogelschutzgebietes ‚Ahrgebirge‘ mit 581 ha wegen der grenzüberschreitenden Vorkommen vom Haselhuhn.

FFH-Gebiete:

FFH-Gebiet ‚Baumberge‘ (Kreis Coesfeld) – DE-4010-302 mit ca. 397 ha für den Lebensraumtyp ‚Waldmeister-Buchenwald‘

Erweiterungen bereits gemeldeter FFH-Gebiete mit insgesamt 30 ha: Das Gebiet ‚Davert'(Kreis Coesfeld) wird um ca. 7ha für die Libellenart ‚Helm-Azurjungfer‘ erweitert; das Gebiet ‚System Else-Werre‘ (Kreis Herford) wird mit dem ‚Werre-Unterlauf‘ bis zur Weser um 17 ha für die Fischart Steinbeißer erweitert; die ‚Wilde Aar‘ im Hochsauerlandkreis wird um sechs ha für die Fischarten Koppe und Bachneunauge im Rahmen einer grenzüberschreitenden Vergrößerung des hessischen FFH-Gebietes ‚Edersystem‘ erweitert, und ist für NRW damit ein neues FFH-Gebiet.

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FDP: Rot-Grün erhöht Agrardieselsteuer auf 40 c/l – Frankreich senkt Steuer auf 2 c/l

Themen: Archiv — info @ 09:10

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der von Frankreich angekündigten weiteren Steuerabsenkung um vier Cent /l für landwirtschaftlichen Treibstoff kritisiert der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, die von Rot-Grün geplante Agrardieselsteuererhöhung in Deutschland. Goldmann erklärt:

‚In Deutschland erhöht Rot-Grün die Agrardieselsteuer auf 40 c/l. Gleichzeitig senkt Frankreich die Treibstoffsteuer für die Bauern um vier Cent je Liter von bisher sechs auf nunmehr 2 c/l. Auch Österreich hat eine kräftige Absenkung der Agrardieselsteuer angekündigt. Damit werden die ohnehin dramatischen Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der heimischen Bauern weiter verschärft.

In Frankreich gilt ein Steuersatz von nicht ein Mal sechs Cent je Liter, während in Deutschland der Staat über 25 Cent je Liter kassiert. Rot-Grün plant diesen Wettbewerbsnachteil mit dem Haushaltsbegleitgesetz weiter zu verschärfen. So soll der Steuersatz von 25 auf knapp 40 Cent/Liter Argrardiesel hoch geschraubt werden. Das heißt: In Deutschland bezahlt der Landwirt zukünftig einen 20-fach höheren Steuersatz für Agrardiesel als seine französischen Kollegen. Spätestens dann kann von gleichen Wettbewerbsbedingungen in Europa keine Rede mehr sein.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert vor dem Hintergrund dieser Entwicklung in Europa die drastische Steuererhöhung für Agrardiesel in Deutschland zu stoppen. Das rot-grüne Haushaltsbegleitgesetz muss im Vermittlungsausschuss gestoppt werden. Zur Gegenfinanzierung schlägt die FDP-Bundestagsfraktion radikale Kürzungen bei den grünen Prestige-Projekten vor. Trotz anders lautender Meldungen von Seiten der Grünen sind hier Einsparmöglichkeiten im dreistelligen Millionenbereich möglich. Ein Verzicht auf die Steuererhöhung bei Agrardiesel entlastet die ökologisch und konventionell wirtschaftenden Betriebe und stärkt deren Wettbewerbsfähigkeit.‘

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Gewinne in der hessischen Landwirtschaft weiter gesunken

Themen: Archiv — info @ 09:10

Generalsekretär Peter Voss-Fels erläutert erste Betriebsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2003/04

Friedrichsdorf (agrar.de) – Der Generalsekretär des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Peter Voss-Fels, hat heute im Vorfeld des Landeserntedankfestes, das am Sonntag, dem 17. Oktober 2004, um 14:00 Uhr in der Frankenberger Liebfrauenkirche gefeiert wird, eine erste Auswertung hessischer Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2003/04 vorgestellt.

‚Die Unternehmensgewinne in hessischen landwirtschaftlichen Betrieben sind gegenüber dem äußerst unbefriedigenden Vorjahresniveau im Durchschnitt um rund 8 Prozent weiter gesunken‘, so die ernüchternde Bilanz des HBV-Generalsekretärs. Bei den ausgewerteten Betrieben sei der durchschnittliche Unternehmensgewinn von 23.274 Euro um 1.826 Euro auf nur noch 21.448 Euro im Wirtschaftsjahr 2003/04 zurückgegangen. Dies entspreche einer Einkommensminderung von 7,84 Prozent. Erzeugerpreissenkungen bei Milch, in der Rinder- und Schweinehaltung seien in erster Linie dafür verantwortlich.

Wegen der anhaltend unbefriedigenden Erlössituation bei Milch, verzeichneten die Futterbaubetriebe (Betriebe mit Milchviehhaltung) mit 8,31 Prozent die größten Gewinneinbußen.

Die spezialisierten Ackerbaubetriebe hätten auf Grund der vergleichsweise guten Getreidepreise zur Ernte 2003 ihre Gewinne zum Teil stabilisieren können, allerdings auf einem viel zu niedrigen Niveau. In Gebieten, in denen die Erträge auf Grund der Dürre des vergangenen Jahres jedoch stark eingebrochen seien, habe es auch entsprechende Gewinneinbußen gegeben.

Peter Voss-Fels hob besonders hervor, dass von den in landwirtschaftlichen Unternehmen erzielten Gewinnen noch die notwendigen Investitionen, Sozialversicherungsbeiträge und Steuern bezahlt werden müssten. Deshalb dürfe der Unternehmensgewinn keinesfalls mit dem Nettogehalt eines Arbeitnehmers gleichgesetzt werden.

In den analysierten Betrieben seien im Durchschnitt 1,3 Familienarbeitskräfte beschäftigt, so dass pro Arbeitskraft ein Jahreseinkommen von rund 16.500 Euro erwirtschaftet wurde. Die Flächenausstattung dieser Betriebe sei von 66,59 ha auf 68,57 ha um knapp 3 Prozent gestiegen. Der Pachtflächenanteil habe sich von 48,41 Prozent auf 49,77 Prozent um 2,8 Prozentpunkte erhöht.

Nettoinvestitionen weiter rückläufig

‚Die Nettoinvestitionen sind im dritten Jahr hintereinander weiter rückläufig. Das ist sehr besorgniserregend‘, betonte der HBV-Generalsekretär. Dies spiegele die schlechte Ertragslage und große Verunsicherung in den Betrieben wieder.

‚Mit schwierigen Witterungsverhältnissen und schwankenden Erträgen können unsere Bauern seit Jahren umgehen. Was den Betrieben aber zunehmend das Leben schwer macht, dass sind die unzulänglichen agrarpolitischen Rahmenbedingungen, eine ausufernde Bürokratie und Überreglementierungen‘, sagte Peter Voss-Fels. Er sieht darin auch einen wesentlichen Grund für die starke Zurückhaltung der Landwirte bei Investitionen.

Haushaltsbegleitgesetz führt zu Mehrbelastungen

Sollte das vom Deutschen Bundestag beschlossene Haushaltsbegleitgesetz 2005 nicht doch noch vom Bundesrat gestoppt werden, drohten den Bauern empfindliche Mehrbelastungen. Die geplante Erhöhung des Agrardieselsteuersatzes um 56 Prozent von derzeit 25,56 ct/Liter auf 40 ct/Liter verschlechtere die Wettbewerbsposition der deutschen Bauern ganz erheblich. Denn damit würde sich die Mineralölsteuer für die Landwirtschaft seit 1998 von 10,7 ct je Liter etwa vervierfachen. In England und Frankreich werde Agrardiesel dagegen mit nur 6 ct pro Liter besteuert. Diesen gravierenden Produktionskostennachteil könnten die deutschen Bauern niemals aufholen.

Erschwerend hinzu komme die mit dem Haushaltsbegleitgesetz verbundene Kürzung der Bundeszuschüsse zur landwirtschaftlichen Krankenkasse, die Beitragssteigerungen von rund 18 Prozent nach sich ziehe. Hier bleibe die soziale Gerechtigkeit auf der Strecke zumal in anderen gesetzlichen Krankenkassen die Beiträge gesenkt werden sollen.

‚Die Bauern fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Durch nationale Alleingänge werden immer mehr Hürden aufgebaut, anstatt unternehmerische Freiräume und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen‘, erklärte Generalsekretär Peter Voss-Fels abschließend. Vor diesem Hintergrund sei es nicht verwunderlich, dass die Landwirte nicht mehr investierten. Den politisch Verantwortlichen sei offensichtlich nicht bewusst, dass damit nicht nur Tausende von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, sondern auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen auf dem Spiel stehen. Der Rückzug der Landwirtschaft aus der Fläche habe sehr negative Auswirkungen auf den gesamten ländlichen Raum.

Die Tabelle ‚Unternehmensergebnisse hessischer landwirtschaftlicher Betriebe in Euro in den Wirtschaftsjahren 2003/03 und 2003/04‘ können Sie telefonisch bei Herrn Bernd Weber (06172-7106-181) anfordern.

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13. Oktober 2004

Rekordernte von 12,6 Mill. t bei Kartoffeln erwartet

Themen: Archiv,Saarland — info @ 16:10

Wiesbaden (agrar.de) – In Deutschland werden in diesem Jahr voraussichtlich gut 12,6 Mill t Kartoffeln geerntet. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, wird das Ergebnis der Vorjahresernte damit um 27,2 Prozent und der Sechsjahresdurchschnitt (1998 bis 2003) um 10,3 Prozent übertroffen.

Der durchschnittliche Hektarertrag in Deutschland wird auf 430,7 Dezitonnen (dt) je Hektar (ha) geschätzt. Gegenüber dem extrem trockenen Vorjahr ist dies eine Steigerung um 85,5 dt/ha oder 24,8 Prozent, gemessen am Sechsjahresdurchschnitt um 41,5 dt/ha bzw. 10,7 Prozent.

Die gesamte Kartoffelanbaufläche in Deutschland umfasst knapp 293.000 ha. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 1,9 Prozent erhöht; gegenüber dem Mittel der letzten sechs Jahre verringerte sie sich dagegen um 0,4 Prozent. Auf 94,5 Prozent der Fläche werden mittelfrühe und späte Kartoffeln angebaut (95,9 Prozent des Ertrages). Frühkartoffeln nehmen lediglich einen Anteil von 5,5 Prozent der Anbaufläche ein und werden voraussichtlich mit 4,1 Prozent an der diesjährigen Ernte beteiligt sein.

Das größte Anbauland für Kartoffeln ist Niedersachsen mit einer Anbaufläche von knapp 126.000 ha bzw. 43,0 Prozent der gesamten Anbaufläche in Deutschland und einer geschätzten Ernte von 5,8 Mill. t. Zweitgrößtes Anbauland ist Bayern mit 17,3 Prozent der Anbaufläche (knapp 51.000 ha) und einer prognostizierten Ernte von 1,9 Mill. t, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (knapp 34.000 ha; 1,5 Mill. t).

Der höchste Hektarertrag wird mit 463,4 dt/ha voraussichtlich in Niedersachsen erzielt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 445,5 dt/ha und Sachsen-Anhalt mit 444,0 dt/ha. Dies entspricht Steigerungsraten von 11,0 Prozent, 4,2 Prozent und 17,4 Prozent gegenüber den langjährigen Mittelwerten. Lediglich das Saarland erwartet mit 294,0 dt/ha einen Hektarertrag, der das langjährige Mittel von 322,6 dt/ha um 8,9 Prozent unterschreitet.

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Landwirte haben im Umweltschutz eine Menge erreicht

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 10:10

UBA-Präsident Troge nimmt Standortbestimmung im DBV-Präsidium vor

Münster (agrar.de) – Zum Thema Umweltschutz und Landwirtschaft nahm das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gemeinsam mit dem Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA), Professor Dr. Andreas Troge, auf seiner Klausurtagung in Münster (11.10.2004) eine umfassende Standortbestimmung vor. ‚Die Landwirtschaft hat im Umweltschutz bei Luft, Wasser und Boden in den vergangenen Jahren eine Menge getan und viel erreicht, doch weitere Anstrengungen sind notwendig‘, erklärte Troge. Das gelte für den klassischen Schutz der Ressourcen Boden, Luft und Wasser, aber auch für den Arten- und Naturschutz.

Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes stellte darüber hinaus fest, dass mittlerweile auf jedem vierten Hektar freiwillige Umwelt- und Naturschutzprogramme von den Landwirten durchgeführt werden. Hierdurch werde ein enormer Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und zum Arten- und Biotopschutz geleistet. Ebenso seien durch die stetige Umsetzung neuer Erkenntnisse und den Einsatz neuer Techniken durchweg positive Entwicklungen im klassischen Ressourcenschutz zu verzeichnen. So treten Pflanzenschutzmittelfunde nur noch punktuell auf und gehen tendenziell zurück. Auch die Nährstoffüberhänge konnten durch eine höhere Effektivität des Nährstoffeinsatzes deutlich gesenkt werden. Dies zeige sich an einem deutlichen Rückgang der Nährstoffüberhänge bei gleichzeitig stetig steigenden Erträgen in der Landwirtschaft.

Der UBA-Präsident betonte in seinem Vortrag vor dem DBV-Präsidium ebenfalls, dass sich der Zustand der Gewässer verbessert hat. Die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Rohwässern zur Trinkwasserverwendung seien seit Jahren rückläufig. Dies sei darauf zurückzuführen, dass einer konstanten Wirkstoffmenge steigende Erträge gegenüberständen. Trotzdem würden die Landwirte immer wieder verdächtigt, zum Beispiel Oberflächengewässer zu belasten. Deshalb sei es gemeinsames Anliegen von Bauernverband und Umweltbundesamt, an dieser Stelle Klarheit zu schaffen. Dies müsse ganz offen mit dem Landwirt passieren. Die neuen Möglichkeiten des Flächenmanagements unter den Bedingungen der Reform der EU-Agrarpolitik müssten dafür genutzt werden. Aus Sicht des DBV-Präsidiums müsste noch vorhandener Handlungsbedarf über freiwillige und technische Lösungen realisiert werden. Zudem sieht das DBV-Präsidium die Möglichkeit, mit der Flächenstilllegung und evtl. brachfallenden Flächen einen sinnvollen Beitrag für den Ressourcenschutz zu leisten.

Als ‚ein sehr großes Problem‘ bezeichnete Troge den nach wie vor zu hohen Flächenverbrauch, der vor allem durch Besiedlung und Verkehr erfolge. ‚Dieser Flächenverbrauch geht voll zu Lasten der Landwirtschaft, da die landwirtschaftlichen Nutzflächen geringer würden und die Pachtpreise steigen‘, betonte der UBA-Präsident. Bis zum Jahr 2020 will er den Flächenverbrauch von derzeit 100 Hektar auf 30 Hektar pro Tag reduzieren.

Links zum Thema Verbände.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 09:10

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 397 angebotenen Schweinen 397 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,47 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,46 Euro bis 1,47 Euro. Es wurden drei Partien gehandelt.

Links zum Thema Schweine.

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