07. September 2004

DBV: Unerfreuliche Anhörung zum Haushaltsbegleitgesetz

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – In der öffentlichen Anhörung des Haushaltsausschusses des Bundestages (6.9.2004) haben die Vertreter des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die von der Bundesregierung vorgesehenen Belastungen im Haushaltsbegleitgesetz entschieden als ‚unsozial und wettbewerbsfeindlich‘ abgelehnt. Die Vertreter des DBV appellierten insbesondere an die Koalitionsparteien, Vernunft walten zu lassen und die geplanten Steuer- und Abgabenerhöhungen nicht umzusetzen. Auf Einladung des DBV verfolgten zwanzig Bäuerinnen und Bauern aus Nordhessen hautnah die Anhörung mit den Argumentationen der Sachverständigen und der Abgeordneten aus allen Bundestagsfraktionen.

Der DBV unterstrich in der Anhörung, dass die vom Finanzministerium vorgeschlagenen Kürzungen der Bundesmittel bei der Landwirtschaftlichen Krankenkasse und die deutliche Steuererhöhung bei Agrardiesel innerhalb der Wirtschaft einseitige und einschneidende Mehrbelastungen darstellen würden. Dabei müssten die landwirtschaftlichen Unternehmen gemäß der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung eigentlich im Hinblick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Investitionen entlastet werden. Der DBV forderte erneut eine Annäherung und Harmonisierung der Steuersätze für Agrardiesel in der EU, um vorhandene Wettbewerbsverzerrungen abzubauen. Während Großbritannien und Frankreich 6 Cent Steuern auf einen Liter Agrardiesel erheben, will die Bundesregierung den derzeitigen deutschen Steuersatz von 25,56 Cent um 56 Prozent auf 40 Cent je Liter Agrardiesel erhöhen.

Als völlig unverständlich und abwegig wiesen die Vertreter des DBV die Aussagen des Sachverständigen des Institutes für Weltwirtschaft zurück, der Steuersatz für Agrardiesel solle in Deutschland weiter erhöht werden, um mehr ‚kostengünstig‘ produzierte Agrarprodukte nach Deutschland zu importieren. Mit der vom Weltwirtschaftsinstitut als steuerliche Alternative vorgeschlagenen Maut für Traktoren (Straßenbenutzungsgebühr) macht sich nach Ansicht des DBV das Institut als sachkundiger Politikberater unglaubwürdig.

Entschiedenen Widerspruch bei den DBV-Vertretern und unverständliches Kopfschütteln bei den anwesenden hessischen Landwirten rief die positive Bewertung der Sachverständigen des Bundesrechnungshofes und der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft über die Kürzungsvorschläge bei der Landwirtschaftlichen Krankenkasse hervor. Der DBV wird nicht hinnehmen, dass langfristig gewährte staatliche Zusagen durch Ignoranz und in Unkenntnis der wirtschaftlichen Situation der Betriebe einfach aufgehoben werden. Die sich daraus entwickelnden drastischen Mehrbelastungen der Landwirte könne die Politik nicht einfach übergehen. Wie bereits beim Haushaltsbegleitgesetz des vergangenen Jahres werde mit solchen Kürzungen wiederholt versucht, die andauernd schlechte Einkommenssituation in der deutschen Landwirtschaft zu ignorieren.

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Fleischerzeugung in Sachsen erreicht neuen Tiefpunkt

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 10:09

Dresden (agrar.de) – Im Juli 2004 wurden in Sachsen 4.100 Tonnen Fleisch durch die Schlachtung von gut 38.300 Tieren erzeugt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist das die geringste monat­liche Fleischerzeugung seit Einführung dieser Statistik. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 300 Tonnen Fleisch (sieben Prozent) weniger. Von der im Juli erbrachten Fleischmenge entfallen 81 Prozent auf Schweine- und 18 Prozent auf Rindfleisch. Fast 99 Prozent der Erzeugung stammt aus gewerblichen Schlachtungen.

Die Rindfleischerzeugung betrug im Berichtsmonat 735 Tonnen. Damit wurde das Ergebnis des Vorjahresmonats um 45 Tonnen (sechs Prozent) unterschritten. Es wurden 800 Bullen und Ochsen, 1.500 Kühe und 300 Färsen geschlachtet. Darunter waren lediglich 63 hausgeschlachtete Rinder. Die 211 im Juli geschlachteten Kälber erbrachten eine Kalbfleischmenge von 13 Tonnen.

Die im Berichtsmonat erzeugten 3.335 Tonnen Schweinefleisch stammen von knapp 35.000 in Sachsen geschlachteten Schweinen. Dies ist zugleich die bisher geringste Zahl an Schweine­schlachtungen seit 1990. Gegenüber Juli 2003 ist das ein Rückgang um 250 Tonnen (sieben Prozent).

Außerdem wurden im Freistaat 8 Tonnen Schaffleisch durch die Schlachtung von 439 Schafen erzeugt. Im Vergleich zum Juli 2003 sind das 147 Schlachtungen (25 Prozent) weniger. Unter den im Juli 2004 geschlachteten Schafen befanden sich 93 Hausschlachtungen. Weiterhin wurden im Berichtsmonat 103 Ziegen und 29 Pferde geschlachtet.

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LandFrauenverband gegen geplante Kürzung von Bundesmitteln

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Der dlv-Bundesvorstand hat auf seiner Sitzung am 26. August in Bad Waldsee folgende Stellungnahme verabschiedet:

‚Die Situation in der agrarsozialen Sicherung ist durch einen rasanten Strukturwandel gekennzeichnet. In allen vier Zweigen der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung:

– der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) – der Landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK) – der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung (LKV) und – der Landwirtschaftlichen Pflegekasse (LPK)

geht die Zahl der Beitragszahler dramatisch zurück. Prognosen gehen davon aus, dass es im Jahr 2013 in der LAK nur noch 180.000 Beitragszahler (1997 waren es 465.000) geben wird.

Vor dem Hintergrund der drohenden Beitragsexplosion hat der Deutsche LandFrauenverband (dlv) die aktuellen politischen Rahmenbedingungen der agrarsozialen Sicherung sowie die Vorschläge des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur Weiterentwicklung der LUV mit Vertreterinnen der Landes-LandFrauenverbände diskutiert.

Erst im Frühjahr hat die Bundesregierung den Erhalt des eigenständigen Systems der agrarsozialen Sicherung zugesichert. Trotzdem sind im Bundeshaushalt 2005 erneut Absenkungen der Bundesmittel für die LUV (um 100 Mio. Euro) und sogar für die LKV (um 82 Mio. Euro) geplant, obwohl dort die Übernahme der Kosten für die Altenteiler durch den Bund gesetzlich festgeschrieben ist.

Das strukturwandelbedingte Missverhältnis von aktiven Landwirten und der über Jahrzehnte entstandenen ‚Alten Last‘ in der LUV sowie hinsichtlich der Zahl der in der LKV leistungsberechtigten Altenteiler ist nicht allein Angelegenheit der Solidargemeinschaft der Landwirte. Es handelt sich dabei vielmehr um eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung, die seit Jahrzehnten anerkannt ist und bis heute nichts von ihrer Berechtigung verloren hat. Dafür ist aber der Bund zuständig, der durch Zahlung von Bundesmitteln dieser Verpflichtung nachkommen muss.

Der landwirtschaftliche Berufsstand sieht die enorme Belastung durch Sozialbeiträge – bei der LUV insbesondere auch für die wachsenden Betriebe – und hat deshalb der Politik im Frühjahr 2004 schwerwiegende Einsparvorschläge gemacht, mit denen ein weiteres Ansteigen der Beiträge verhindert werden könnte. Zu Leistungseinschränkungen bis hin zum kompletten Wegfall der Unfallrenten für Altenteiler sind die landwirtschaftlichen Familien bereit – doch die Bundesregierung will nur minimale Änderungen auf den gesetzgeberischen Weg bringen. Es ist Zeit zum Handeln!

Der dlv fordert:

– Die Bundesmittel an die LUV in Höhe von 250 Mio. Euro jährlich müssen erhalten bleiben. – Die vollständige Übernahme der Kosten für die Altenteiler in der LKV muss weiterhin gewährleistet sein. – Der dlv fordert Beitragsstabilität und ist dafür bereit, Leistungseinschnitte in der LUV hinzunehmen.

Entsprechende Gesetzesänderungen müssen schnellstmöglich vom Gesetzgeber veranlasst werden.‘

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BÖLW: EU-Kommission gefährdet Lebensmittel ohne Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Am kommenden Mittwoch will die EU-Kommission Schwellenwerte von 0,3 Prozent für die Kennzeichnung von Saatgut mit gentechnischen Verunreinigungen festlegen. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) verurteilt diese Pläne als undemokratisch und als große Gefahr für die gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft.

‚Alle, die Landwirtschaft ohne Gentechnik betreiben wollen, sind auf gentechnikfreies Saatgut angewiesen‘, stellt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW fest und fordert das Reinheitsgebot für Saatgut. ‚Die Schwellenwerte von 0,3 -0,5 Prozent, die die EU-Kommission jetzt für Mais und Raps festlegen will, führen zu einer schleichenden und zunehmenden Kontamination sämtlicher Pflanzenbestände mit gentechnisch veränderten Organismen.‘

‚Diese Kontamination kann – wenn überhaupt – nur mit großen Anstrengungen in der Qualitätssicherung vermieden werden, die zu enormen zusätzlichen Kosten führen‘, erläutert Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. Diese Kosten gefährden die Branche für Bio-Lebensmittel in ihrer Existenz. Eine Branche, die sich eigentlich im Wachstum befindet.

Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln sind gesetzlich dazu verpflichtet, ohne Gentechnik zu arbeiten. Sie entsprechen damit dem Wunsch einer großen Mehrheit der Bevölkerung nach gentechnikfreien Lebensmitteln.

Das Europäische Parlament und mehrere Parlamente von EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch der Deutsche Bundestag, haben sich für die Kennzeichnung von Saatgut mit gentechnischen Verunreinigungen ab der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent ausgesprochen. ‚Die Absicht der EU-Kommission, jetzt, in ihren letzten Amtstagen, diese Entscheidung gegen den Willen des EU-Parlaments, von nationalen Parlamenten und der Mehrheit der europäischen Bevölkerung durchzusetzen, ist undemokratisch und skandalös‘, so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein.

‚Das Vorgehen der EU ist auch deshalb völlig unverständlich‘, ergänzt Dr. Alexander Gerber, ‚als die Saatgutpartien ohnehin auf das Vorhandensein von gentechnischen Verunreinigungen getestet werden müssen. Die Saatgutanbieter müssten daher bei einer Kennzeichnung ab der Nachweisgrenze lediglich die ihnen bekannten Werte deklarieren – gänzlich ohne Zusatzkosten.‘

‚Der BÖLW fordert die EU-Kommission nachdrücklich auf, die Entscheidung auszusetzen und sie der neuen Kommission zu überlassen‘, schließt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. ‚Diese muss dann eine Entscheidung treffen, die dem Willen der Parlamente, der Mehrheit der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Vernunft entspricht. Ziel muss es sein, auch künftig Lebensmittel ohne Gentechnik herstellen zu können!‘

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06. September 2004

Mischfutterproduktion deutlich gestiegen

Themen: Archiv — info @ 16:09

Bonn/Dresden (aho) – Die Mischfutterherstellung in Deutschland stieg im Wirtschaftsjahr 2003/2004 um 569.000 Tonnen auf insgesamt 20,3 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Produktionszuwachs von 2,9 Prozent. ‚Angesichts der enormen Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten hat uns dieses positive Ergebnis überrascht‘, kommentierte Hubert Grote, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) die neuesten amtlichen Zahlen, die er im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verbandes am Freitag in Dresden erstmals vorstellte.

Grote warnte jedoch gleichzeitig vor übertriebener Euphorie. Letztlich sei der Produktionszuwachs zu großen Teilen auf die witterungsbedingte schlechte Grundfutter- und Getreideversorgung in der Landwirtschaft im vergangenen Wirtschaftsjahr zurückzuführen. Er gehe davon aus, dass sich die Lage in 2004 normalisiere und angesichts abnehmender Tierzahlen längerfristig auf ein Niveau um 20 Millionen Tonnen stabilisiere. Wichtige Voraussetzung sei allerdings, dass sich die Rahmenbedingungen für die Nutztierhaltung in Deutschland nicht weiter verschlechtern würden.

Nach vorläufigen Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geht das gute Gesamtergebnis im Wirtschaftsjahr 2003/2004 vor allem auf positive Entwicklungen im Bereich der Schweine- und Mastgeflügelfutterproduktion in den nördlichen Bundesländern zurück. In Süddeutschland dagegen entwickelte sich die Produktion von Rindermischfutter besonders gut.

Regional und tierartspezifisch zeigt sich, dass die Produktion von Rindermischfutter bundesweit um 2,5 Prozent zunahm (+161.419 Tonnen). Mit 5,5 Prozent war der Anstieg in den südlichen Ländern besonders hoch. Im Norden und Osten stieg die Produktion um 1,7 Prozent bzw. 1,3 Prozent, und das, obwohl die Rinderbestände laut Viehzählung vom Mai 2004 um 3,3 Prozent bzw. bei den Milchviehbeständen um 2,0 Prozent zurückgingen. Die Mischfutterproduktion hat hier eindeutig von der trockenheitsbedingten Futterknappheit profitiert.

Noch deutlicher nahm die Schweinemischfutterproduktion zu. Hier wurde bundesweit ein Zuwachs von 3,7 Prozent erzielt (+268.890 Tonnen). In den Veredelungshochburgen Nordwestdeutschlands betrug die Produktionssteigerung 3,9 Prozent, in Süddeutschland sogar 7,8 Prozent. Im Osten der Republik konnte die Produktion dagegen nur wenig ausgedehnt werden (+0,2 Prozent). Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine um insgesamt 726.000 Tiere (-2,8 Prozent) zurückging (Mastschweine: -664.000 Tiere bzw. -6,3 Prozent), muss der Mischfutterabsatz in diesem Bereich überproportional gestiegen sein.

Auch die Mischfutterproduktion für Mastgeflügel entwickelte sich mit +4,1 Prozent (+113.445 Tonnen) positiv, während sich der Negativtrend bei den Legehennenfuttern mit einem Produktionsrückgang um ein Prozent(-22.201 Tonnen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verlangsamte.

Trotz der europaweit geringen Getreideernte in 2003 war Getreide unverändert die wichtigste Rohstoffkomponente für die Mischfutterherstellung. Der Getreideanteil in Mischfutter betrug im Wirtschaftjahr 42,0 Prozent im Vergleich zu 42,9 Prozent im Jahr 2002/2003, teilt der DVT abschließend mit.

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FDP: Haushaltsbegleitgesetz dient zum Schröpfen der Landwirte

Themen: Archiv — info @ 16:09

Berlin (agrar.de) – Zu der heutigen Anhörung über das Haushaltsbegleitgesetz erklärt der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss und Berichterstatter für den Etat des Landwirtschaftsministeriums, Jürgen Koppelin:

‚Die FDP lehnt die mit den Haushaltsbegleitgesetz 2005 vorgesehenen Belastungen für die Landwirtschaft ab. Bundesfinanzminister Eichel hat die Landwirte als ‚Sparschwein‘ für den Bundeshaushalt ausgemacht. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Land- und Forstwirte, wenn die Bundesregierung im letzten Jahr kurzerhand rund 16 Milliarden Euro an zusätzlichen Steinkohlehilfen beschließt und gleichzeitig den Landwirten bis zum Jahr 2008 insgesamt 1,2 Milliarden Euro an zusätzlichen Belastungen zumutet. Mit dieser Vorgehensweise wird eines deutlich: Die Landwirte werden durch die rot-grüne Bundesregierung ‚verraten‘ und ‚verkauft‘!

Noch zur Bundestagswahl 2002 hatten die Grünen in Bezug auf mögliche Steuererhöhungen beim Agrardiesel erklärt, dass mit wettbewerbsverzerrenden nationalen Regelungen in diesem Bereich endlich Schluss sein muss. Davon wollen die Grünen heute nichts mehr wissen!

Mit der Erhöhung des Agrardiesel-Steuersatzes und den Maßnahmen im agrarsozialen Bereich wird ein immer größeres Ungleichgewicht zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft geschaffen. Die von Rot-Grün beschlossenen Kürzungen führen zu verstärkten Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU sowie zu einem drastischen Anstieg der Sozialabgaben. Dies ist eine Kahlschlagpolitik und alles andere als eine nachvollziehbare und glaubwürdige Politik zur Haushaltskonsolidierung. Subventionskürzungen ja, aber nicht um die Löcher im Haushalt zu ’stopfen‘.‘

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BBV: Bayerns Sparprogramm führt zu herben Rückschlägen im kooperativen Naturschutz

Themen: Archiv — info @ 15:09

Überproportionale Kürzungen müssen zurückgenommen werden – Resolution verabschiedet

München (agrar.de) – Der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Bayerischen Landschaftspflegeverbände haben eine gemeinsame Resolution zur Weiterführung des kooperativen Naturschutzes verabschiedet. Anlass sind die überproportional hohen Sparmaßnahmen der bayerischen Staatsregierung beim Naturschutz und der Landschaftspflege im Jahr 2004. ‚Die Bayerische Staatsregierung muss nun Farbe bekennen, ob sie weiterhin zum kooperativen Naturschutz in Bayern steht‘, forderte Klaus Blümlhuber, Sprecher der Bayerischen Landschaftspflegeverbände, in einem Pressegespräch mit dem Bauernverband.

Nur wenn die Sparbeschlüsse in Sachen Landschaftspflege gelockert und nach den anstehenden Haushaltsberatungen die notwendigen Gelder zur Verfügung gestellt werden, sei es möglich, Bayerns wertvolle Kulturlandschaften langfristig zu erhalten, heißt es in der gemeinsamen Resolution. Blümlhuber zeigte die drastischen Einschnitte bei erfolgreichen Förderprogrammen im Jahr 2004 auf. So sei das Landschaftspflege- und Naturparkprogramm, finanzielles Rückgrad der bayerischen Landschaftspflege, um 50 Prozent beschnitten und das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) – Teil C sogar komplett gestrichen worden. Damit falle ein wichtiger Motor zur Pflege der Hecken in der Feldflur aus. Es bestehe Gefahr, dass sich die liebenswerten Gesichter unserer Landschaften durch die massiven Kürzungen sichtbar veränderten. ‚In allen Regierungsbezirken mussten Notmaßnahmen ergriffen werden, um mit den wenigen Finanzmitteln zumindest die dringendsten Pflegemaßnahmen zusammen mit den Landwirten durchzuführen.‘ Wie sich dies in der Praxis auswirkt, beschrieb der Landwirt Franz Kratzl. ‚Ich habe mir in der Landschaftspflege ein wichtiges wirtschaftliches Standbein geschaffen und Tausende von Euro in Maschinen investiert – nicht zuletzt auf Grund der Zusagen aus der Politik! Sollte auch nächstes Jahr so wenig Geld zur Verfügung stehen, muss ich mich umorientieren. Dies betrifft übrigens auch meinen Nachfolger auf dem Hof.‘ BBV-Umweltpräsident Walter Heidl betonte das umfassende Engagement der bayerischen Bauern im kooperativen Umwelt- und Naturschutz. ‚Vor diesem Hintergrund ist es umso bedauerlicher, dass die bewährte freiwillige Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutzverbänden in den 50 Landschaftspflegeverbänden einen herben Rückschlag erleidet. Wo bleibt die Planungssicherheit für über 5.000 Landwirte und Schäfer?‘ Es sei ein immenser Verlust für den Naturschutz, wenn sich Landwirte, die Landschaftspflege professionell, effektiv und kostengünstig erledigten, umorientierten. Nicht zuletzt verschenke Bayern durch die Streichorgie erhebliche EU-Mittel. So finanziere der Freistaat bei Maßnahmen im Bereich der investiven Landschaftspflege, z. B. Entbuschungen, von 5 Euro nur 1 Euro selbst, da die restlichen Mittel von EU, Kommunen und Spendern beigesteuert würden. Auch setze Bayern in den Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebieten auf eine freiwillige Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen, verbunden mit entsprechenden Zahlungen aus den Förderprogrammen. ‚Wenn die Fördermittel derart gekürzt werden, sind dies keine Perspektiven für die Bauern in den Natura 2000-Gebieten‘, kritisierte Heidl. Um die modernen und zukunftsfähigen Strukturen im ‚Kooperativen Naturschutz‘ erhalten zu können, seien, so Bauernverband und Landschaftspflegeverbände, für das Landschaftspflege- und Naturparkprogramm in den Jahren 2005 und 2006 jeweils Landesmittel in Höhe von 8,5 Mio. Euro erforderlich, um zumindest die wichtigsten Projekte und Maßnahmen fortzuführen. Dies entspräche im Übrigen gegenüber 2003 keiner Aufstockung, sondern immer noch einer überproportionalen Kürzung um 20 Prozent. Das KULAP – Teil C müsse wieder etabliert werden. An die Abgeordneten des Bayerischen Landtages richteten beide Organisationen die Bitte, die Forderungen zu unterstützen und somit die vorbildlichen Strukturen im kooperativen Naturschutz in allen Regionen Bayerns zu erhalten. Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema %url2%Verbände%/%.

CDU/CSU: Kein Sonderopfer der Landwirte für falsche rot-grüne Politik

Themen: Archiv — info @ 14:09

Union kritisiert Wortbruch als verantwortungslos

Berlin (agrar.de) – Zur Anhörung des Haushaltsausschusses zum Haushaltsbegleitgesetz 2005 erklären der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Kampeter, und die zuständige Berichterstatterin, Ilse Aigner: ‚Die heutige Anhörung im Haushaltsausschuss hat die Bedenken der Union gegen das Haushaltsbegleitgesetz 2005 voll bestätigt. Zahlreiche Experten haben dargestellt, dass die unsystematischen und willkürlichen Kürzungen bei den Landwirten bei Staat und Gesellschaft mittel- und langfristig zu Mehrkosten führen.

Die Union kritisiert nachdrücklich den Bruch der Vereinbarung aus dem Vermittlungsverfahren zum Haushaltsbegleitgesetz 2004, wonach für ein entsprechendes Entgegenkommen der Union an anderer Stelle die ungerechten Kürzungen der Leistungen für die Landwirtschaft unterblieben sind. Die einseitige Aufkündigung dieser Vereinbarung führt zu einem unanständigen Sonderopfer der Landwirte und bringt sie im europäischen Vergleich noch mehr ins Hintertreffen.

Dieser Wortbruch ist verantwortungslos gegenüber den deutschen Landwirten und zeigt die Unzuverlässigkeit rot-grüner Politik. ‚

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Rheinland-Pfalz: Rekordernte bei Getreide und Winterraps erwartet

Themen: Archiv — info @ 13:09

Bad Ems (agrar.de) – Die diesjährige Getreideernte in Rheinland-Pfalz liegt nach Angaben des Statistischen Landesamtes zurzeit um fast 30 Prozent über der des Vorjahres. Beim Vergleich des aktuellen Ergebnisses mit dem Durchschnitt von 1998 bis 2003, durch den die Einflüsse der Einzeljahre besser ausgeglichen werden, beläuft sich der Zuwachs noch auf 14 Prozent. Die Ernte im Bundesgebiet wird auf 46,3 Millionen Tonnen (plus 29 Prozent gegenüber 2003) geschätzt.

Die Witterung war für den Getreideanbau in diesem Jahr wesentlich günstiger als im Vorjahr, als wegen der Sommertrockenheit die Erträge unterdurchschnittlich ausfielen. Neben den höheren Hektarerträgen (66 Dezitonnen/Hektar) trugen auch die Zunahme der Getreidefläche (plus zwei Prozent) und das größere Anbauareal von Wintergetreide, das höhere Erträge als das Sommergetreide liefert, zu der Rekordernte bei.

Auf Winterweizen (94.400 Hektar) und Sommergerste (71.500 Hektar), die beiden wichtigsten Getreidearten in Rheinland-Pfalz, entfallen 68 Prozent des Getreideanbaus. Von Winterweizen werden 73 Dezitonnen/Hektar und von Sommergerste 59 Dezitonnen/Hektar geerntet.

Winterraps, der seit einigen Jahren einen festen Platz in der Fruchtfolge hat, wird ebenfalls gegenüber dem Vorjahr auf 136.600 Tonnen zulegen. Von den 33.300 Hektar Anbaufläche (plus sechs Prozent) werden im Durchschnitt 41 Dezitonnen/Hektar geerntet. Die Winterrapsernte in Deutschland beträgt nach den derzeitigen Schätzungen über fünf Millionen Tonnen.

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Baringdorf: Gentechnikfreies Saatgut erhalten

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 13:09

Brüssel (agrar.de) – Die scheidende Prodi-Kommission beabsichtigt kurz vor Ende ihrer Amtszeit ein Problem vom Tisch zu bekommen, das nicht mit der heißen Nadel genäht werden darf. Am kommenden Mittwoch sollen Schwellenwerte für die Kennzeichnung von Saatgut festgelegt werden, das mit gentechnisch veränderten Sorten kontaminiert wurde. Der vorliegende Entwurf legt den Schwellenwert für die Kennzeichnung von verunreinigtem Mais und Raps bei 0,3 Prozent fest.

‚Diese Schwellenwerte setzen sich über den ausdrücklichen Willen des Europäischen Parlaments hinweg. Dieses hatte eine Kennzeichnung jeglicher Kontamination an der technischen Nachweisgrenze gefordert‘, so Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen heute in Brüssel. ‚Wir sind erstaunt darüber, dass die derzeitig zuständige Kommissarin Frau Wallström, die demnächst als Vize-Präsidentin für die Beziehungen zum Parlament zuständig sein wird, es in dieser Frage so eilig hat. Wir erwarten, dass die Kommission als Exekutive die Entscheidungen des Parlaments berücksichtigt!‘

‚Die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher sprechen sich in großer Mehrheit gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und in ihrer Nahrung aus.‘ kommentiert Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vize-Präsident des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament. ‚Um dem Bedarf nach gentechnikfreier Nahrung nachzukommen, brauchen die Bäuerinnen und Bauern gentechnikfreies Saatgut. Bisher gibt es noch genügend gentechnikfreies Saatgut. Aber eine schleichende Kontamination des Saatgutes durch zu lockere Kennzeichnungsregeln muss verhindert werden!‘

‚Die Festlegung der Kennzeichnungsschwellenwerte an der Nachweisgrenze ist praktikabel. Da die Saatgutchargen ohnehin getestet werden müssen, spricht nichts dagegen, beim Nachweis von GVO die Ergebnisse offen zu legen‘, fordert Graefe zu Baringdorf, Berichterstatter des Europäischen Parlaments zur Frage der Koexistenz von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen (GVO) und konventionell bzw. ökologisch erzeugten Kulturpflanzen. ‚Immerhin eröffnet der Vorschlag Wallströms den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, ein System der freiwilligen Deklaration von Saatgut bei Verunreinigungen unter dem Kennzeichnungsschwellenwert einzuführen, was den Bauern und Bäuerinnen vor Ort dann Wahlmöglichkeiten lässt. Ein einheitlich niedriger Schwellenwert für die gesamte EU ist jedoch notwendig, um grenzüberschreitend die Standards halten zu können und die gentechnikfreie Landwirtschaft sauber zu halten!‘

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