08. September 2004

CDU/CSU: Wichtige Ergänzung der Koexistenzregeln für Gentechnik

Themen: Archiv — info @ 11:09

Festlegung von Schwellenwerten für Saatgut

Berlin (agrar.de) – Zur erstmaligen Festlegung von Schwellenwerten für Saatgut durch die EU-Kommission erklärt der Bio- und Gentechnik-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Die Festlegung eines 0,3 Prozent-Grenzwertes für Raps- und Maissaatgut durch die EU-Kommission ist ein erster wichtiger Schritt zur Vervollständigung der Koexistenzregeln. Ohne eine solche eindeutige Obergrenze für unbeabsichtigte Anteile von gentechnisch verbessertem Saatgut sind weder Feldversuche in der Wissenschaft, noch eine geregelte Anwendung in der landwirtschaftlichen Praxis möglich.

Die Kommission hat damit ihre Absicht, zu einem tatsächlichen, pragmatischen Nebeneinander unterschiedlicher landwirtschaftlicher Anbauformen zu kommen, weiter umgesetzt.

Nachdem dieser niedrige, sehr anspruchsvolle Schwellenwert von 0,3 Prozent für fremd befruchtende Pflanzenarten mit Pollenflug vereinbart ist, muss nun in einem zweiten Schritt ein Wert für selbst befruchtende Pflanzen festgeschrieben werden. Dazu hatte die Kommission bereits April 2004 einen Vorschlag von 0,5 Prozent unterbreitet. Für Pflanzen mit vegetativer Vermehrung sollte ein Wert von 0,7 Prozent ausreichend sein, da es dort bei Wachstum und Ernte nicht zu einer Auskreuzung und kaum zu einer Vermischung kommen kann.

Insgesamt ist es wichtig, auch diese Werte bald möglichst umzusetzen, um sicherere Grundlagen für die Saatgutherstellung in Europa zu haben.

Ein Grenzwert an der Nachweisgrenze oder eine Null-Toleranz, wie von Gentechnikgegnern gefordert, würde dagegen Europa im internationalen Wettbewerb deutlich benachteiligen, dazu erhebliche, zusätzliche Kosten verursachen und weder dem Verbraucher noch der Landwirtschaft irgendeine Verbesserung bringen.‘

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AbL: EU-Kommission verschiebt Saatgutentscheidung – Lichtblick für europäische Bauern

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 11:09

Hamm (agrar.de) – Die Abstimmung über Grenzwerte, bis zu denen gentechnische Verunreinigungen im gentechnikfreien Saatgut toleriert werden sollen, hat die EU-Kommission in Brüssel erneut vertagt. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt, dass die Kommission zunächst noch genauer die ökonomischen Folgen der Grenzwerte untersuchen will, bevor sie diese weitreichende Entscheidung trifft.

Der Bundesgeschäftsführer der AbL, Georg Janßen, erklärt: ‚Damit hat die EU-Kommission im Sinne der Bauern entschieden. Saatgut steht am Beginn der Lebensmittelerzeugung und muss rein gehalten werden. Denn nur mit sicherem und reinem Saatgut können Bauern den Forderungen der Verbraucher nach Lebensmitteln ohne Gentechnik nachkommen.‘

Scharfe Kritik übt die AbL dagegen an der Entscheidung der EU-Kommission, 17 gentechnisch veränderte Maissorten in das gemeinsame Saatgutregister der EU aufzunehmen. Damit dürfen diese Sorten erstmals ab der Frühjahrsaussaat 2005 in allen Mitgliedstaaten vertrieben werden.

‚Bauern haben im letzten dreiviertel Jahr in Deutschland über 40 gentechnikfreie Regionen organisiert. Nach dieser falschen Entscheidung der Kommission droht nun in jedem Dorf zwischen den Bauern eine Auseinandersetzung, wo und ob der Gen-Mais ausgebracht wird. Wir werden den Kampf für den Erhalt der gentechnikfreien Landwirtschaft weiterführen, aber wir erwarten von den Politikern der Länder und des Bundes eine Unterstützung im Schutz vor dem Einzug der Gentechnik. Wir fordern die Bundesregierung auf, jeden Spielraum zu nutzen, um den Einsatz der gentechnischen Maissorten in Deutschland zu verhindern‘, so Georg Janßen.

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Nordrhein-Westfalen: Landwirtschaft in Zahlen

Themen: Archiv — info @ 11:09

Bonn (agrar.de) – Wie viele Bauern gibt es in Nordrhein-Westfalen? Was wächst auf ihren Feldern? Welche Tiere stehen in ihren Ställen? Antwort auf diese und viele andere Fragen gibt die neue Broschüre „Zahlen zur Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen“ die jetzt erschienen ist. Auf 71 Seiten haben die Statistikexperten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen umfangreiches Zahlenmaterial über die Landwirtschaft zusammengestellt. Die zahlreichen Tabellen und grafischen Darstellungen geben Auskunft über Betriebsstrukturen, Bodenbewirtschaftung, Viehwirtschaft, Gartenbau, Nahrungsmittelverbrauch und betriebswirtschaftliche Kennzahlen nordrhein-westfälischer Betriebe.

Die Angaben zur Landwirtschaft werden ergänzt durch statistische Rahmendaten über die Bevölkerung und ihre Erwerbstätigkeit im Kammergebiet sowie durch Angaben zur Entwicklung der Preise und Löhne. Der in vielen Tabellen und Darstellungen enthaltene Vergleich mit den Zahlen zurückliegender Jahre zeigt eindrucksvoll, welche Entwicklung die Landwirtschaft in dieser Zeit durchgemacht hat.

Die Zahlen zur Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen 2004 können kostenlos bestellt werden bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Referat 31, Endenicher Allee 60, 53115 Bonn, Telefax: 0228-7038498, E-Mail. Im Internetangebot der Landwirtschaftskammer kann die Broschüre in der Rubrik ‚Über uns > Zahlen‘ heruntergeladen werden.

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 09:09

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 760 angebotenen Schweinen 760 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,65 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,64 Euro bis 1,66 Euro. Es wurden vier Partien gehandelt.

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Grüne: Teilerfolg für reines Saatgut

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Zur Entscheidung der noch amtierenden EU-Kommission, die Entscheidung über den zulässigen Schwellenwert für gentechnisch verändertem Saatgut zu vertagen, erklären Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin, und Friedrich Ostendorff, Obmann im Agrarausschuss:

‚Wir begrüßen die Entscheidung der EU-Kommission, die Entscheidung über eine Festlegung von Schwellenwerten bei gentechnisch verändertem Saatgut zu vertagen.

Die Kommission hat offensichtlich die vielfältigen Proteste zu den vorgeschlagenen Grenzwerten ernst genommen. Der bisher vorgelegte Entwurf sah vor, dass Mais- und Raps-Saatgut bis zu 0,3 Prozent mit gentechnisch veränderten Sorten verunreinigt sein darf, ohne dass eine Kennzeichnung als Gentech-Produkt erfolgen muss. Die Vertagung ist ein Erfolg, der vor allem auf die guten Argumente von Umweltverbänden, Gewerkschaften und den Europäischen Grünen Parteien zurückzuführen ist.

Wir verlangen von der (noch) amtierenden und auch von der neuen EU-Kommission, dass sie zur Sicherung von Wahlfreiheit und Koexistenz den Grenzwert für eine Kennzeichnung von gentechnisch verunreinigtem Saatgut bei der Nachweisgrenze festlegt. Einen entsprechenden rotgrünen Antrag ‚Wahlfreiheit für die Landwirte durch Reinheit des Saatgutes sicherstellen‘ (Drucksache 15/2972) hat der Bundestag bereits im letzten Winter beschlossen.‘

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FDP: Keine Sonderwege für Schwellenwerte von gentechnisch verändertem Saatgut

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Zu den Beratungen der EU-Kommission über die Schwellenwerte für die Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut erklärt die Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Der von der EU-Kommission eingeschlagene Weg für Schwellenwerte zur Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut führt in die Irre. Notwendig sind wissenschaftlich fundierte Schwellenwerte. Sonderwege zu den bestehenden und bewährten Regelungen für Saatgut sind abzulehnen. Der seit Jahrzehnten geltende Wert für Verunreinigungen von einem Prozent hat sich in der Praxis bewährt. Da der Bundesregierung keine Hinweise auf eine Gesundheits- und Umweltschädigung durch gentechnisch veränderte Pflanzen bekannt sind, muss der jetzt vorgeschlagene Schwellenwert vom Tisch.

Mit einem Schwellenwert von 0,3 Prozent für Mais- und Rapssaatgut werden Arbeitsplätze im Bereich der Grünen Gentechnik aus Europa vertrieben. Weitere mittelständische Pflanzenzuchtunternehmen wie die Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lemke KG und Konzerne wie die BASF werden Forschungskapazitäten und die damit verbundenen Arbeitsplätze ins europäische Ausland verlagern. Gerade vor dem Hintergrund der gravierenden wirtschaftlichen Probleme in Deutschland und Europa muss diese Fehlentwicklung korrigiert werden. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Schwellenwerte sind zu niedrig und hemmen die Nutzung der Potenziale der Grünen Gentechnik. Die Kritik von Ministerin Künast geht in die falsche Richtung. Sie zeigt, dass die Innovationsinitiative des Kanzlers von der Regierung nicht ernsthaft verfolgt wird.‘

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07. September 2004

Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Sachsen-Anhalt

Themen: Archiv — info @ 16:09

Magdeburg (agrar.de) – Sachsen-Anhalt baut bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zur Verbesserung der Gewässerqualität auf die Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit. mweltministerin Petra Wernicke gibt am Freitag mit einer Informationsveranstaltung in Magdeburg offiziell den Startschuss zur Einbeziehung der Öffentlichkeit. Zugleich wird unter dem Titel ‚Die europäische Wasserrahmenrichtlinie – Gewässerschutz von der Quelle bis zur Mündung‘ eine erste umfangreiche Broschüre mit landesspezifischen Daten zum Thema vorgestellt.

Wernicke erklärte im Vorfeld: ‚Die europäische Wasserrahmenrichtlinie beschreibt ein neues Zeitalter für den Gewässerschutz. Sachsen-Anhalt stellt sich dem offensiv. Endlich ist die Zeit vorbei, da Gewässerschutz als nationale Aufgabe betrachtet und somit Maßnahmen zur Steigerung der Qualität an den Ländergrenzen halt gemacht haben. Nunmehr wird die Gewässergüte von der Quelle bis zur Mündung betrachtet. Das ist konsequent und das macht Sinn.‘

Wernicke nannte das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ‚ehrgeizig‘. Bis zum Jahr 2015 sollen alle Flüsse und Seen sowie das Grundwasser nach EU-weit einheitlichen Kriterien in einen guten Zustand gebracht werden.

Sachsen-Anhalt als Land von Elbe, Saale und Mulde und Land der Badeseen stellt sich dem Ziel. Wichtige Arbeitsschritte sind bereits angepackt worden wie eine erste Bestandsanalyse. Weitere wie das Aufstellen von Monitoring-Programmen oder Bewirtschaftungsplänen werden folgen.

Wernicke betonte: ‚Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ist ein Prozess. Wir werden ihn offen und transparent gestalten. Aber nicht nur die Umweltverwaltung steht vor einer großen Herausforderung. Wir setzen auf die aktive Mitwirkung aller Beteiligten.‘ In Kürze soll es ein eigenes Internet-Angebot zum Thema geben.

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Österreich: Ernte mit deutlichem Plus

Themen: Österreich,Statistik — info @ 16:09

Wien (agrar.de) – Den jüngsten Schätzungen der Statistik Austria zufolge wird mit einer Getreideproduktion von 3,2 Mio. Tonnen (excl. Mais) gerechnet, wodurch die geringen Mengen des Vorjahres um rund ein Viertel übertroffen werden dürften. Auch gegenüber dem langjährigen Durchschnitt wird die diesjährige Ernte voraussichtlich ein deutliches Plus von etwa 10 Prozent notieren. Die Qualität wird bis dato als zufrieden stellend bezeichnet, wenn auch die Proteingehalte niedriger ausfallen dürften als in den letzten Jahren.

Durch das weitgehende Fehlen von Auswinterungsschäden und die ausreichenden Niederschlagsmengen des Frühjahrs und Frühsommers bei nicht allzu warmer Witterung konnten sich bei fast allen Getreidekulturen hohe Bewuchsdichten etablieren, woraus deutlich überdurchschnittliche Ertragswerte resultierten. Gegenüber dem Vorjahr ist bei einer nahezu unveränderten Gesamtgetreidefläche (excl. Mais) mit bis zu einem Drittel höheren Erträgen zu rechnen.

So wird eine Brotgetreidemenge von 1,9 Mio. Tonnen (+40 Prozent) erwartet, wobei sich zusätzlich zu den hohen Hektarerträgen auch die Flächenausweitung (+7 Prozent) auswirkt. Bei Futtergetreide (excl. Mais) wird auf einer um 8 Prozent reduzierten Anbaufläche von einer Produktion um 1,3 Mio. Tonnen ausgegangen (+12 Prozent).

Aufgrund der guten Herbstanbaubedingungen kam es gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß wieder zu einer Flächenrückverschiebung von den Sommerkulturen (-17 Prozent) hin zu den Winterungen (+8 Prozent).

Die Produktion von Weizen wird auf 1,7 Mio. Tonnen (+39 Prozent) geschätzt und liegt damit deutlich (+24 Prozent) über dem langjährigen Durchschnitt. Die Roggenproduktion könnte mit 198.600 Tonnen den Vorjahreswert sogar um 49 Prozent übersteigen; insgesamt ist der Roggenanbau mit einer Ackerfläche, die bereits 20 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt liegt, aber rückläufig. Massive Flächenreduktionen (-20 Prozent) ließen den Sommergersteanbau auf 111.300 ha schrumpfen, womit der niedrigste Wert der letzten 10 Jahre erreicht wurde. Der prognostizierte Rekordertrag von 48,5 dt/ha könnte jedoch die Produktion von 540.200 Tonnen im Bereich des Vorjahreswertes halten.

Bei Wintergerste ist bei hohem Ertragsniveau und Flächenexpansion mit einer Produktion von 441.800 Tonnen (+29 Prozent) zu rechnen und auch Triticale könnte auf einer seit 1995 kontinuierlich steigenden Anbaufläche eine Erntemenge von 220.500 Tonnen erreichen, was einem Zuwachs von fast einem Drittel (+31 Prozent) entspricht.

Hafer hingegen dürfte bei nur leicht überdurchschnittlichem Ertrag und Flächenrückgang (-12 Prozent) eine Produktion von 118.700 Tonnen (-8 Prozent) erzielen.

Bei Körnererbsen wird nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre wieder von einer zufrieden stellenden Erntemenge von 120.000 Tonnen (+29 Prozent) ausgegangen, während bei Ackerbohnen trotz des hohen Ertragsniveaus aufgrund der rückläufigen Fläche nur 8.000 Tonnen (-13 Prozent) zu erwarten sind. Ein Produktionsplus von 19 Prozent auf 46.800 Tonnen zeichnet sich bei Sojabohnen ab und auch bei Spätkartoffeln wird mit 332.100 Tonnen ein Zuwachs von 14 Prozent erwartet. Silo- und Grünmais könnte bei leichtem Ertragsplus eine Produktion von 3,2 Mio. Tonnen (+7 Prozent) erreichen.

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dlv: Gesetzliche Pflichtversicherungen durch private Zusatzversicherungen ergänzen

Themen: Archiv — info @ 15:09

Berlin (agrar.de) – Der Bundesvorstand des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) hat auf seiner Sitzung am 26. August 2004 in Bad Waldsee folgende Stellungnahme verabschiedet:

‚Junge Betriebsleiterpaare müssen zwei große Risiken privat versichern: das Risiko der Berufsunfähigkeit und das Risiko eines frühen Todes. Vor allem in jungen Jahren, wenn das Betriebsleiterpaar Investitionen im Betrieb getätigt hat und Kredite bedient werden müssen, führen Berufsunfähigkeit und Tod unter Umständen nicht nur zum Aus für den Betrieb, sondern auch zum finanziellen Desaster für die Hinterbliebenen.

Landwirtschaftliche Unternehmerfamilien tragen eine große Verantwortung für sich und ihre Betriebe. In der Landwirtschaft sind Familie, privater Haushalt und Betrieb untrennbar miteinander verbunden. Diese besondere Situation landwirtschaftlicher Familienbetriebe findet ihren Ausdruck in der agrarsozialen Sicherung. Unternehmerische Eigenverantwortung ist gerade bei der Absicherung von Berufsunfähigkeit und vorzeitigem Tod notwendig.

Die Inanspruchnahme der Betriebs- und Haushaltshilfe in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung dient dazu, eine akute betriebliche Notsituation zu überbrücken. Der Versicherungsschutz, den die gesetzlichen Pflichtversicherungen der agrarsozialen Sicherung anbieten, reicht bei Weitem nicht aus, um Hof und Familie für den Ernstfall abzusichern. Der dlv befürwortet in der agrarsozialen Sicherung ein System, das solidarisch finanzierte Pflichtversicherungen mit privaten Zusatzversicherungen verbindet.

Landwirtschaftliche Familien müssen ein gut abgestimmtes Paket von gesetzlichen Pflichtversicherungen und privaten Zusatzversicherungen für sich zusammenstellen können.

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) fordert dazu:

– Das qualifizierte und unabhängige Beratungssystem der Landwirtschaftsverwaltung mit seinen Vorsorgeexperten ist unverzichtbar und muss erhalten bleiben.

– Für den besonderen Beratungsbedarf von Frauen in der Landwirtschaft müssen flächen-deckende Beratungsangebote und zielgruppenspezifische Versicherungsprodukte zur Verfügung stehen. Der dlv sieht Beratungsbedarf in den Bereichen Berufsunfähigkeit, Tod und Altersvorsorge.

– Die landwirtschaftliche Familie wird in Zukunft noch mehr unternehmerische Eigenverantwortung in Versicherungsfragen übernehmen müssen. Wer freiwillig Eigenverantwortung übernimmt, muss steuerlich entlastet werden.

– Der Versicherungsschutz für Frauen in der Landwirtschaft ist ebenso wichtig wie der für Männer. Der dlv appelliert an die Frauen, sich verstärkt um die eigene Absicherung zu kümmern. Die Versicherungsunternehmen sind aufgefordert, transparente und konkrete Angebote vorzulegen.

Neben den beiden großen Risiken Berufsunfähigkeit und Tod ist die private Altersvorsorge für die Frauen die dritte Säule der finanziellen Lebensplanung. Vor allem Zusatzeinkommen aus Einkommenskombinationen der Frauen auf den Höfen sollten für diese private Altersvorsorge mit eingesetzt werden.‘

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BUND: EU-Kommission bedroht gentechnikfreie Felder

Themen: Archiv — info @ 13:09

Erstmals Sortenzulassung für Genmais geplant

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in den für morgen angekündigten Entscheidungen der EU-Kommission zur erstmaligen Sortenzulassung einer Gentech-Pflanze und zur Einführung von Grenzwerten zur erlaubten gentechnischen Verunreinigung von Saatgut eine ernste Bedrohung der Landwirtschaft in Europa. Mit den vorgeschlagenen Regelungen würde eine gentechnische Kontamination von Lebensmitteln bereits zu Beginn ihrer Produktion erlaubt. Alle Bemühungen von Landwirten, auch in Zukunft gentechnikfrei zu produzieren, würden damit unterlaufen.

Siebzehn Sorten des ‚Genmais Mon 810‘ des Herstellers Monsanto könnten ab morgen einen Eintrag in den EU-Sortenkatalog erhalten. Damit würde die Voraussetzung geschaffen, diesen Mais EU-weit zu handeln und auszusäen. Sollten Bauern ‚Mon 810‘ anbauen, wäre der gentechnischen Verunreinigung Tür und Tor geöffnet. Gentechnikfrei produzierende konventionelle oder biologisch produzierende Betriebe müssten mit Gentech-Einträgen in ihre Felder rechnen und kostspielige Maßnahmen zum getrennten Erfassen der Ernten, für Transport und Lagerung treffen.

Bisher existierten mit Ausnahme von Dänemark in keinem Land der EU Gesetze, die das Nebeneinander einer Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik regelten. Damit der Mais nicht angebaut werde, könnten die EU-Mitgliedsstaaten zwar nationale Verbote verhängen, wenn Risiken für die Umwelt oder die menschliche Gesundheit drohten bzw. landwirtschaftliche Gründe dagegen sprächen. In Deutschland werde ‚Mon 810‘ aber im sogenannten Erprobungsanbau derzeit in sieben Bundesländern angebaut. Ein Verbot sei deshalb unwahrscheinlich.

Der BUND warnt die EU-Kommission auch davor, den Grenzwert für die erlaubte Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen zu hoch anzusetzen. Mais- und Raps-Saaten dürften nicht erst als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden, wenn sie mehr als 0,3 bzw. Zuckerrüben, Kartoffeln und Baumwolle mehr als 0,5 Prozent verunreinigt seien. Derart hohe Grenzwerte gefährdeten die Saat jener Landwirte, die gentechnikfrei produzieren wollten. Die Saatgutfirmen hätten nach eigenen Angaben kein Problem, den Reinheitsgrad des Saatguts unterhalb der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent zu halten. Höhere Grenzwerte seien lediglich ein Zugeständnis an die Gentechnik-Industrie.

Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: ‚Der Grenzwert für die gentechnische Verunreinigung von Saatgut muss bei der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent liegen. Zur Sicherung der Wahlfreiheit der Bauern und der Konsumenten ist die bestmögliche Reinheit des Saatguts entscheidend. EU-Umweltkommissarin Wallström muss ihren Entwurf zur Saatgutverordnung zurückziehen. Ansonsten hinterlässt sie den europäischen Bauern und Verbrauchern ein böses Erbe.‘

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