09. September 2004

DBV: Übermäßige Anforderungen bei Cross Compliance vermeiden

Themen: Archiv — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – Die Beratungen im Bundesrat im Zusammenhang mit der so genannten Cross Compliance-Verordnung weisen sowohl Licht als auch Schatten auf, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV). Zwar wollen die Länder an einigen Punkten deutliche Korrekturen an den weit reichenden Vorgaben der Bundesregierung machen. Nach Einschätzung des DBV haben die Länder aber die Chance nicht genutzt, wichtige Änderungen hinsichtlich der bei Cross Compliance zu erhaltenden Landschaftselemente vorzunehmen. Der DBV erinnert nachdrücklich an das einhellige Votum der Agrarministerkonferenz, dass durch Cross Compliance keine zusätzlichen Belastungen für die Landwirte entstehen dürfen.

So ist es aus Sicht des DBV nicht akzeptabel, parallel zum Naturschutzrecht des Bundes und der Länder einen gesonderten ‚Prämien-Schutzstatus‘ für Landschaftselemente im Rahmen von Cross Compliance aufzubauen. Dies gilt gerade auch dann, wenn künftig alle Landschaftselemente auf landwirtschaftlichen Flächen förderbar sind. Der DBV fordert daher die Bundesländer auf, im weiteren Bundesratsverfahren die im Rahmen von Cross Compliance relevanten Landschaftselemente auf diejenigen zu beschränken, die bereits im Naturschutzrecht des Bundes und der Länder geschützt sind. Dies sei sowohl aus Sicht der Verwaltung als auch im Interesse der Landwirte gegenüber dem Vorschlag der Bundesregierung vorzuziehen.

Der DBV fordert die Länder auf, hierzu bei der entscheidenden Bundesratssitzung entsprechende Beschlüsse zu fassen. Grundsätzlich betonte der DBV, dass durch die Umsetzung von Cross Compliance die Anforderungen des guten Zustandes nicht höher gesetzt werden sollten, als es für die gute fachliche Praxis bei einer Mindestbewirtschaftung erforderlich ist.

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Niedersachsen: Landvolk kritisiert Umsetzung der FFH-Richtlinie

Themen: Archiv — info @ 12:09

Hannover (agrar.de) – Die administrative Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) ist beim Landvolk Niedersachsen auf scharfe Kritik gestoßen. Fortwährend würden von der EU-Kommission Nachforderungen formuliert, die derzeit mit der dritten Tranche abgearbeitet werden sollen. Weitere Nachforderungen durch die Kommission in Brüssel seien aber keineswegs auszuschließen. Deshalb hat Landvolk-Hauptgeschäftsführer Bernd Kuhmeier die Landesregierung aufgefordert, die Meldung für die dritte Tranche erst dann abzugeben, wenn die Kommission verbindlich erklärt, dass keine weiteren Nachforderungen erhoben werden. In einem Schreiben an das Niedersächsische Umweltministerium äußerte sich Kuhrmeier auch kritisch zum Beteiligungsverfahren. So würde entgegen früheren Annahmen die Auswahl der Gebiete sehr wohl in die Individualrechte der Bürger eingreifen. Als Beispiel nannte er die jüngsten Verschärfungen bei der Vogelschutzrichtlinie. Ferner sei den betroffenen Bürgern der Standard-Datenbogen, der verlässlich Auskunft über den günstigen Erhaltungszustand für das FFH-Gebiet gibt, vorenthalten worden. ‚Dadurch leidet das Beteiligungsverfahren an einem gravierenden Mangel‘, schrieb Kuhrmeier. Auf erhebliche Vorbehalte bei den Landwirten stoße auch die Einbeziehung der Hofstelle in die Vorschlagsgebiete. Dies könnte bei der Genehmigung von baulichen Änderungen zur Ablehnung oder kostentreibenden Auflagen führen. Kuhrmeier schlug vor, insbesondere in Randlagen die Hofstellen inklusive eines angemessenen Sicherheitsabstandes aus der Gebietskulisse auszuklammern.

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Grüne zur Zuckermarktordnung: Brasilien 2:0 gegen EU/USA

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des gestrigen Schiedsspruchs der WTO zum Zuckerstreit erklärt Thilo Hoppe, entwicklungspolitischer Sprecher von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Brasilien führt 2:0 gegen EU/USA. Zunächst hat die WTO die US-Baumwollsubventionen als rechtswidrig erklärt, gestern nun kam das schriftliche Urteil gegen das Dumping der EU-Zuckerwirtschaft. Brasilien hat beide Fälle vor das WTO-Schiedsgericht gebracht. Die EU und die USA sollten nicht in Berufung gehen und auf Zeit spielen. Ein solches Vorgehen würde die unfairen milliardenschweren Subventionen, die die Existenzgrundlage von Millionen Menschen in den Entwicklungsländern zerstören, nur weiter verlängern.

Die EU sollte das WTO-Urteil zügig umsetzen. Eine Steilvorlage dafür hat EU-Agrarkommissar Fischler im Juli mit seinem Reformvorschlag zur europäischen Zuckermarktordnung bereits gegeben. Um WTO-Konformität zu erreichen, müssen die Subventionen aber noch stärker reduziert werden. Eine nachhaltige Zuckermarktreform sollte sich an den entwicklungspolitischen Auswirkungen messen und gleichzeitig durch die Ausgestaltung des Quotensystems in Europa ökologische und soziale Anreize setzen.

Die EU wirft jährlich über fünf Millionen Tonnen überschüssigen Zucker auf den Weltmarkt, obwohl die Herstellungskosten ein Vielfaches über denen der Wettbewerber im Süden liegen. Diese Praxis muss ein Ende finden, auch im Interesse der europäischen Verbraucher und Steuerzahler.

Die EU kann mit einer schnellen Umsetzung des WTO-Urteils internationale Führungsstärke zeigen. Ist sie bereit zu handeln und die europäische Zuckermarktordnung schnell und gründlich zu reformieren, dann kann sich die USA bei Baumwolle kaum widersetzen.

Bisher gibt es nur einen Gewinner: den Schiedsrichter. Durch die jüngsten WTO-Urteile wird den doppelten Standards im Dienste der Reichen, die von Freihandel reden und Protektionismus betreiben, der Kampf angesagt. Dies ist gut für die Legitimität des internationalen Handelssystems. Verbindliche und durchsetzbare Regeln sind die erstrebenswerte multilaterale Alternative zum Recht des Stärkeren.‘

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Österreich: Apfelsaison verspricht leichtes Plus gegenüber Vorjahr

Themen: Österreich,Statistik — info @ 12:09

Wien (agrar.de) – Gemäß den von der Statistik Austria vorgelegten endgültigen Ergebnissen der österreichischen Marillenproduktion lag die Ernte mit 15.700 Tonnen um 10 Prozent unter dem sehr guten Wert des Vorjahres, obwohl die Erträge doch etwas höher ausfielen als noch in der ersten Prognose des Frühsommers vermutet. Auch Winterkernobst konnte dank des sonnig-warmen Augustwetters in seiner Entwicklung weiter aufholen, sodass aus derzeitiger Sicht bei Winteräpfeln mit 321.600 Tonnen (+3 Prozent) und bei Winterbirnen mit 34.100 Tonnen (-14 Prozent) gerechnet wird; beide Obstarten könnten somit eine Produktion leicht über dem Zehnjahresdurchschnitt erreichen.

Bei der Marillenernte wurden, besonders im hauptproduzierenden Bundesland Niederösterreich, dank der guten Ertragslage recht hohe Werte erzielt. Mit insgesamt 9.300 Tonnen (-12 Prozent) lag der niederösterreichische Anteil bei 59 Prozent an der österreichischen Gesamtproduktion, während im Burgenland die Erzeugung lediglich 1.500 Tonnen (-24 Prozent) betrug, was einem Produktionsanteil von 9 Prozent entspricht. Hier kam es durch das feuchte Wetter während der Blütezeit zu verstärktem Pilzbefall was nicht nur die Fruchtbildung beeinträchtigte sondern sich auch während der Fruchtentwicklung in höherer Anfälligkeit für Fäulnisbildung äußerte. An dritter Stelle stehen mit nahezu gleichen Ernteanteilen (6 Prozent) das Bundesland Oberösterreich mit 930 Tonnen (+10 Prozent) und die Steiermark mit 900 Tonnen (-2 Prozent).

Die Winterapfelernte, welche hauptsächlich aus den steirischen Erwerbsobstanlagen stammt dürfte aus heutiger Sicht 4 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Hagelunwetter zur Blütezeit verursachten zwar regional größere Verluste wodurch sich das durchschnittliche Ertragsniveau an der Apfelstraße entsprechend reduzierte; durch den Einsatz von Hagelnetzen konnten jedoch großräumige Schäden verhindert werden.

Bei Winterbirnen wird die Produktion die ausgezeichnete Ernte des Vorjahres zwar nicht erreichen, die Menge wird aber voraussichtlich 3 Prozent über dem langjährigen Mittel liegen.

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Bauerndemonstration vor Bundestag: Billig fliegen – teuer pflügen

Themen: Archiv — info @ 12:09

Bauern zur Haushaltsdebatte: Keine Steuererhöhungen beim Agrardiesel

Berlin (agrar.de) – Landwirte aus Brandenburg mit dem Präsidenten des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, und dem Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, haben soeben stellvertretend für die deutschen Landwirte vor dem Reichstagsgebäude in Berlin mit einem ‚geflügelten Traktor‘ gegen geplante Steuererhöhungen beim Agrardiesel protestiert. Anlass der Aktion ist die parlamentarische Diskussion in dieser Woche zum Haushaltsbegleitgesetz 2005 und die von Bundesfinanzminister Hans Eichel vorgeschlagene Steuererhöhung bei Agrardiesel in 2005 um 56 Prozent auf 40 Cent pro Liter. Angesichts der Wettbewerbs- und Einkommenssituation der Landwirtschaft ist eine solche einseitige und überproportionale Belastung der landwirtschaftlichen Unternehmer nicht tragbar und inakzeptabel, betonten die Demonstrationsteilnehmer vor Bundestagsabgeordneten.

Die Landwirte haben unmittelbar vor dem Reichstagsgebäude kreativ einen Schlepper zu einem Flugzeug umgebaut. Damit zeigten sie den Bundestagsabgeordneten zur aktuellen Debatte über den Agrarhaushalt am gleichen Tag pointiert auf, dass durch eine solche Steuererhöhung die fatale Entwicklung ‚Billig fliegen – teuer pflügen‘ stattfindet. Noch 1998 lag die Steuer für Agrardiesel bei rund 11 Cent. Würden die Pläne der Bundesregierung realisiert, wäre 2005 der Steuersatz seither vervierfacht worden. Die diskutierte Steuererhöhung wäre für die deutschen Bauern eine jährliche Kostensteigerung in Gesamthöhe von 287 Millionen Euro. Seit 1999 haben die deutschen Bauern für ihr wichtigstes Produktionsmittel Agrardiesel bereits rund eine Milliarde Euro Steuern bezahlt.

Der DBV fordert eine Gleichbehandlung mit den Luftverkehrs- und Schifffahrtsunternehmen, die aus Wettbewerbsgründen von der Besteuerung des Treibstoffes gänzlich ausgenommen sind. Auch im EU-Vergleich bezahlen die deutschen Bauern den höchsten Steuersatz für Agrardiesel und haben erhebliche Wettbewerbsnachteile; in Dänemark werden nur rund 3 Cent Steuern, in Frankreich und Großbritannien 6 Cent, in Italien 9 Cent, in Österreich 10 Cent Steuern für den Liter Agrardiesel erhoben. Anstatt die Steuern auf Agrardiesel zu erhöhen, sollte die Bundesregierung zumindest eine Harmonisierung anstreben.

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Bauckhage: Rheinland-pfälzische Bauern Gewinner bei EU-Agrarreform

Themen: Archiv,GAP — info @ 11:09

Mainz (agrar.de) – Die rheinland-pfälzischen Bauern gehören zu den Gewinnern der nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform. Dieses Fazit zog Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage in seiner Regierungserklärung vor dem Landtag in Mainz. Die seit 1992 bestehende Benachteiligung rheinland-pfälzischer Betriebe bei den Ausgleichszahlungen werde in einem ersten Schritt abgebaut.

Das nationale Gesetz zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrar­politik sei am 1. August 2004 in Kraft getreten. Die größte Landwirtschafts­reform seit Bestehen der Europäischen Union läute einen Paradigmenwechsel in der Agrarpolitik ein. ‚Die Landwirte erhalten Planungssicherheit und können ihre Unternehmen ohne staatliche Gängelei jetzt wettbewerbs-, verbraucher- und umwelt­orientiert weiter entwickeln‘, sagte Bauckhage. Mit der von Rheinland-Pfalz seit Jahren geforderten Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion und der Bindung an die Fläche bestimme in Zukunft zunehmend der Markt, also Angebot und Nachfrage, die Preise für die Agrar­produkte. Die neuen Förderbedingungen im Agrarsektor würden den Weg für mehr Marktwirt­schaft und mehr Wettbewerb ebnen. ‚Eine unternehmerisch orientierte Land­wirtschaft, wie wir sie in Rheinland-Pfalz haben, kann davon nur profitieren‘, so der Landwirtschaftsminister.

Nach dem so genannten Kombimodell werden sämtliche Beihilfen für pflanz­liche oder tierische Produkte nach und nach bis 2013 in einheitliche Flächen­beihilfen für Acker- und Grünland umgewandelt, der ‚Prämiendschungel‘ wird gelichtet. Diese Angleichung der jetzt noch unterschiedlich hohen Prämiensätze zu regional einheitlichen Prämien kommt besonders rheinland-pfälzischen Bauern zugute, weil sie im Durchschnitt extensiver wirtschaften als beispiels­weise die Bauern in Regionen mit hoher Viehdichte. ‚Mit zusätzlichen jährlichen Mitteln in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro ab 2005 wird der bisherige unberechtigte, mit einem Bezug zu historischen Erträgen begründete Abstand zu den Prämien anderer Regionen verringert. Die rheinland-pfälzischen Bauern zählen daher zu den Gewinnern der nationalen Umsetzung der Reform‘, stellte der Minister fest. In sensiblen Sektoren, allen voran bei den Milcherzeugern und Tabakpflanzern, seien ‚in zähen Verhandlungen‘ gleitende Anpassungen erreicht und damit besonders harte Struktur- und Einkommensbrüche verhindert worden.

Es gebe aber noch mehr Handlungsbedarf, meinte der Minister. Die Beibe­haltung der obligatorischen Flächenstilllegung sei bei einer Entkopplung systemfremd und für die betroffenen Landwirte ein Eingriff in unternehmerische Freiheiten. ‚Ich werde mich in Berlin und Brüssel für einen Wegfall der obligato­rischen Flächenstilllegung einsetzen‘, kündigte Bauckhage an.

Die Umsetzung der Kontrollvorgaben der Cross-Compliance-Regelung bereitet dem Minister ebenfalls noch Kopfzerbrechen. Hier müssten nicht nur bestehende Standards aus 19 EU-Rechtsvorschriften in den Bereichen Tier-, Natur- und Umweltschutz sowie Hygiene in den Betrieben eingehalten werden, es sei auch mit zusätzlichen Auflagen für die Flächenbewirtschaftung auf natio­naler Ebene zu rechnen. ‚Diese Regelungen werden aktuell im Bundesrat diskutiert, so dass deren konkrete Ausgestaltung noch nicht feststeht. Die Landesregierung wird darauf achten, dass den Landwirten eine praxisgerechte Bewirtschaftung möglich bleibt‘, betonte Bauckhage.

Erheblichen Nachbesserungsbedarf sieht der rheinland-pfälzische Landwirt­schaftsminister noch bei den Reformvorschlägen zur EU-Zuckermarktordnung. Hier kämen die bislang auf dem Tisch liegenden Vorschläge der EU-Kommission einem Kahlschlag in weiten Teilen der europäischen Zuckerwirt­schaft gleich, sie müssten in wesentlichen Punkten nachgebessert werden, forderte der Minister. Die Reform soll bereits ab dem 1. Juli 2005 – also noch vor dem Auslaufen der geltenden Zuckermarkt­ordnung – in Kraft treten. Nach den Vorschlägen der Kommission sollen die Erzeugerpreise der Rübenanbauer um 37 Prozent sinken und die Quoten um 16 Prozent gekürzt werden.

Bauckhage hat deshalb folgende Korrekturen und Klarstellungen der Kommissionsvorschläge angemahnt:

· Verschiebung der Reformen (erst nach dem Auslaufen der gültigen Marktord­nung 2006) und Streckung der Anpassungen über das Wirtschafts­jahr 2008/09 hinaus.

· Deutliche geringere Preissenkungen und die Quotenkürzungen.

· Zuteilung der vorgesehenen Ausgleichszahlungen national als betriebsindivi­dueller Zuschlag zu den Flächengrundprämien.

‚Wir haben diese Forderungen in einen gemeinsamen Entschließungsantrag mehrerer Bundesländer eingebracht, über den nach dem positiven Votum des Agrarausschusses des Bundesrates vom 2. September 2004 die Länder­kammer voraussichtlich in der nächsten Sitzung abstimmen wird‘, sagte der Minister.

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CDU/CSU: Zuckermarktreform muss Perspektiven geben – Kommissions-Vorschläge zu weit gehend

Themen: Archiv — info @ 11:09

Berlin (agrar.de) – Anlässlich von Gesprächen mit der deutschen Zuckerwirtschaft zur Reform der EU-Zuckermarktordnung erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Christian Ruck:

‚Die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des Zuckermarktes nutzen weder unseren einheimischen Rübenanbauern noch den meisten Entwicklungsländern. Sie sind viel zu weitgehend und nicht auf Nachhaltigkeit, Qualität und Stabilität ausgerichtet. Fahrlässig wird ein ganzer Produktionszweig in der Landwirtschaft, der seit Jahrhunderten unsere Kulturlandschaft in Mitteleuropa prägt, aufs Spiel gesetzt. Es geht um die Existenz von 50.000 landwirtschaftlichen Betrieben und 30 Zuckerfabriken in Deutschland.

Die Auswirkungen der Reform auf viele Entwicklungsländer, die bei Zucker vom bisherigen EU-System profitieren, müssen viel stärker als bislang berücksichtigt werden. Wer die vollständige Liberalisierung für den Zuckermarkt fordert, wie beispielsweise Ministerin Wieczorek-Zeul, muss wissen, dass er Kleinbauern in Afrika Chancen zum Lebensunterhalt raubt. Schließlich profitiert eine Vielzahl von afrikanischen und karibischen Staaten von dem bevorzugten Zugang zum EU-Zuckermarkt. Weder der einheimische Landwirt, noch der Produzent aus diesen Entwicklungsländern kann in einem völlig liberalisierten System mit dem auf riesigen Plantagen zum Teil unter Ausbeutung von Mensch und Umwelt erzeugten Zucker konkurrieren!

Vor diesem Hintergrund erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie sich viel stärker für sachorientierte und längerfristige Lösungsansätze einsetzt. Der Antrag des Bundesrates vom 6. September 2004 ist in diesem Zusammenhang ausdrücklich zu begrüßen. Zu Recht weist der Bundesrat auf den notwendigen Anpassungsbedarf bei der jetzt gültigen Zuckermarktordnung hin. Reformen müssen aber ausgewogen und für die Erzeuger und Verarbeiter bei uns und in den Entwicklungsländern verkraftbar sein.‘

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Verbraucherpreise August 2004

Themen: Archiv — info @ 11:09

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im August 2004 gegenüber August 2003 um 2,0 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juli 2004 erhöhte sich der Index um 0,2 Prozent. Die Schätzung für August 2004 auf Grund der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit bestätigt. Im Juni und Juli 2004 hatte die Jahresveränderungsrate bei + 1,7 Prozent bzw. + 1,8 Prozent gelegen.

Die höhere Jahresteuerungsrate im August ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die Preise für Mineralölerzeugnisse weiter gestiegen sind. Im August 2004 lagen die Preise für leichtes Heizöl um 24,6 Prozent und für Kraftstoffe um 8,1 Prozent (Superbenzin: + 7,6 Prozent; Normalbenzin: + 7,8 Prozent; Diesel: + 10,6 Prozent) höher als ein Jahr zuvor. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate im August 2004 nur bei 1,6 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat kosteten leichtes Heizöl 8,4 Prozent und Kraftstoffe 1,9 Prozent mehr. Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte hätte sich der Verbraucherpreisindex von Juli auf August 2004 um 0,1 Prozent erhöht.

Nach wie vor wirken sich die Maßnahmen der Gesundheitsreform sowie die Erhöhung der Tabaksteuer auf den Verbraucherpreisindex aus. Im Vergleich zum August 2003 erhöhte sich der Teilindex für Gesundheitspflege um 20,4 Prozent (zum Vormonat: + 0,1 Prozent). Die Preise für Tabakwaren legten binnen Jahresfrist um 12,2 Prozent zu, blieben gegenüber dem Vormonat aber unverändert.

Dagegen lagen die Nahrungsmittelpreise im August 2004 um 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Billiger wurden insbesondere Gemüse (- 2,5 Prozent), auch Molkereiprodukte waren etwas günstiger (- 0,7 Prozent). Besonders verbraucherfreundlich ist weiterhin im Vorjahrsvergleich Bohnenkaffee (- 6,2 Prozent). Binnen Monatsfrist fielen von Juli auf August 2004 die Preise für Nahrungsmittel (- 1,0 Prozent), insbesondere saisonbedingt bei Obst ( – 5,2 Prozent, darunter Weintrauben – 26,0 Prozent; Birnen – 14,6 Prozent) und bei Gemüse (- 4,8 Prozent, darunter Speisekartoffeln – 16,6 Prozent; Paprika – 12,9 Prozent und Tomaten – 9,3 Prozent). Einige Gemüsesorten verteuerten sich in diesem Zeitraum allerdings erheblich (z.B. Kopfsalat: + 15,0 Prozent, Salatgurken: + 32,5 Prozent).

Preisanhebungen gab es im Jahresvergleich bei einigen Dienstleistungen, z.B. bei Finanzdienstleistungen (+ 4,0%) und Beiträgen zur Kraftfahrzeug-Versicherung (+ 4.4 Prozent). Auch für Sport- und Erholungsdienstleistungen musste binnen Jahresfrist durchschnittlich mehr bezahlt werden (+2,1 Prozent, darunter Eintritt für Vergnügungspark bzw. Hallenbad: + 5,0 Prozent bzw. + 2,5 Prozent). Dagegen waren neben Preisrückgängen bei technischen Geräten (z.B. PC: – 10,8 Prozent; Telefongeräte: – 11,6 Prozent) im August 2004 Geräte und Ausrüstung für Sport und Camping (- 3,3 Prozent) sowie Spiele, Spielzeug und Hobbywaren (- 1,5 Prozent) günstiger als im August des Vorjahres.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im August 2004 gegenüber August 2003 um 2,1 Prozent, im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent erhöht.

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EFFAT begrüßt Vertagung der Kommissionsentscheidung zu gentechnisch ver­än­dertem Saatgut

Themen: Archiv — info @ 11:09

Brüssel (agrar.de) – Die Entscheidung des EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi, die Vor­­lage über gentechnisch verändertes Saatgut von der heutigen Sitzung des Kom­mis­sions­kol­le­giums zu streichen, wird von EFFAT, der Europäischen Föderation der Gewerkschaften des Lebens-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors und verwandter Branchen, begrüßt.

EFFAT sieht in dieser Entscheidung einen guten Ansatz, um der neuen Kommission die Gelegenheit zu geben, die Zukunft nach dem Willen der europäischen Bürger und ihrer Institutionen zu gestalten.

EFFAT hat als Vertreterin der landwirtschaftlichen Arbeitnehmer in der EU immer wieder darauf hingewiesen, daß die Einführung der Deklarationspflicht einer Saatgut­ver­un­reinigung bei 0,3 Prozent statt bei der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent einen massiven Vertrauensverlust bei den Abnehmern und Konsumenten in der EU auslösen würde. Eine nachhaltig gentechnischfreie Agrarproduktion wäre – nach Meinung der Experten – nicht mehr möglich. Dies würde den Bedeutungsverlust der europäischen Landwirtschaft beschleunigen und den mühsam stabilisierten Arbeitsmarkt für land­wirt­schaftliche Arbeitnehmer gefährden.

Die Einführung der Deklarationspflicht einer Saatgut­ver­un­reinigung oberhalb der technischen Nachweisgrenze ist eine massive Einschränkung der Wahlfreiheit für Konsumen­ten­. Derart erzeugte gentechnisch veränderte Produkte müssten dann in vielen Fällen nicht mehr deklariert werden. Ein Rückgang des Verbrauchs von in der EU erzeugten Agrarprodukten nur um 1 Prozent würde die Vernichtung von 75.000 Arbeits­plätzen von landwirtschaftlichen Arbeitnehmern bedeuten, ein Rückgang von 2 Prozent wäre das Aus für 175.000 Arbeitnehmer, so erste Schätzungen von EFFAT. Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit könne das nicht hingenommen werden.

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Thüringen: Milchanlieferung im 1. Halbjahr annähernd auf Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 10:09

Erfurt (agrar.de) – Von Januar bis Juni 2004 lieferten die Thüringer Milcherzeuger knapp 450.000 Tonnen Rohmilch zur weiteren Verarbeitung zu Konsummilch, Käse, Quark, Joghurt und anderen Milchprodukten an Molkereien und Milchsammelstellen. Das waren rund 10.000 Tonnen bzw. 2,2 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2003.

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik gaben die Betriebe 218.000 Tonnen Rohmilch an Molkereien in Thüringen ab. Über die Hälfte der produzierten Rohmilch (232.000 Tonnen) wurde an Molkereien in acht weiteren Bundesländer geliefert.

Die größten Abnehmer waren dabei die Molkereien in Bayern, die 109.000 Tonnen bzw. 24,2 Prozent der in Thüringen produzierten Milch aufkauften. Nach Hessen wurden 39.000 Tonnen, nach Sachsen-Anhalt 33.000 Tonnen und nach Sachsen mehr als 25.000 Tonnen Rohmilch geliefert. Weitere Abnehmer waren Molkereien in Nordrhein-Westfalen (15.000 Tonnen), in Rheinland-Pfalz (knapp 7.000 Tonnen), in Niedersachsen (knapp 3.000 Tonnen) sowie in Brandenburg (knapp 2.000 Tonnen).

Thüringer Molkereien verarbeiteten auch Milch von Erzeugern außerhalb Thüringens. Von Erzeugern aus den Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden fast 8.000 Tonnen Rohmilch aufgekauft, so dass Thüringer Molkereien im 1. Halbjahr 2004 insgesamt 226.000 Tonnen Rohmilch verarbeiteten.

Im 1. Halbjahr 2003 wurden knapp 460.000 Tonnen Rohmilch erzeugt, davon lieferten die Thüringer Milcherzeuger 229.000 Tonnen an Thüringer Molkereien und 231.000 Tonnen an Molkereien in anderen Bundesländern. Knapp 14.000 Tonnen Rohmilch wurden von anderen Bundesländern aufgekauft. Insgesamt verarbeiteten die Thüringer Molkereien mehr als 242.000 Tonnen Milch.

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