15. September 2004

Born: Wettbewerbsanalyse nach Agrarreform angebracht

Themen: Archiv — info @ 16:09

Cross Compliance muss klar und einfach werden

(agrar.de) – Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, trat auf der Mitgliederversammlung der Pfälzischen Bauern- und Winzerschaft in Bad Dürkheim erneut für klare, einfache und verständliche Verwaltungsregelungen bei Cross Compliance im Rahmen der Umsetzung der EU-Agrarreform ein. ‚Aus 19 Verordnungen und Richtlinien der EU dürfen Bund und Länder nicht Dutzende verschiedener Dokumentationspflichten und Prüftermine für die Bauern und Winzer entstehen lassen‘, forderte Born. Bund und Länder müssten jetzt eindeutig auf Entbürokratisierung setzen. Priorität habe, die Einführungsphase von Cross Compliance so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei habe der Berufsstand drei vordringliche Anliegen: In jedem Betrieb müssten die Flächen und die betrieblichen Top-Ups zweifelsfrei ermittelt und zugeordnet werden; die Vorgaben für die Bewirtschaftung der Betriebe dürften nicht von der bestehenden guten fachlichen Praxis abweichen und das Verhältnis von Pächtern und Verpächtern müsse aus einer kritischen Diskussion herausgehalten werden.

Born beklagte die unterschiedliche Intensität und Geschwindigkeit der EU-Länder bei der Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Länder wie die Niederlande oder Frankreich ließen sich zum Beispiel zur Umsetzung der EU-Agrarreform wesentlich mehr Zeit und würden akribisch darauf achten, der eigenen Landwirtschaft im Wettbewerb der EU-Länder keine Bürden aufzuerlegen. Dagegen habe man in Deutschland gelegentlich den Eindruck, die wichtigste Aufgabe von Bund und Ländern bestehe darin, ‚Flächen vor dem Brachfallen zu bewahren, Blumen-Ansaaten sicherzustellen und Hangneigungen nachzumessen‘, kritisierte Born. Angebrachter wäre, wenn die deutsche Agrarpolitik jetzt eine Wettbewerbsanalyse für die wichtigsten Produktionsbereiche durchführen würde, um festzustellen, wo ihre Stärken lägen, wo zukünftige Offensiven und Investitionen angebracht seien und wo eher Zurückhaltung geboten sei. Letztendlich seien dies einzelbetriebliche Entscheidungen, aber dafür sei eine Begleitung durch Politik und Berufsstand notwendig.

Die Sonderkulturen Obst und Gemüse bis hin zum Wein hätten gewiss weiterhin gute Marktchancen, so dass ihre Bedeutung für die heimischen Bauern zunehmen werde. Auch vom gesamten Ackerbau zeigte sich Born vor dem Hintergrund des weltweiten Anbaus und Verbrauchs in den kommenden Jahren hoffnungsvoll. Sorgenkinder seien allerdings der Zuckermarkt wegen der anstehenden Reform und generell die Tierhaltung. Das Halten von Tieren sei in Deutschland viel stärker durch Arbeitskosten belastet und unterliege einer sich verschärfenden gesellschaftspolitischen Debatte über den Umgang mit den Tieren. In Deutschland habe Tierschutz Verfassungsrang und ökonomische Gesichtspunkte würden für den Tierhalter allzu häufig von Politik und Gesellschaft übergangen. Der beste Beweis sei die aktuelle Diskussion über die Nutztierhaltungsverordnungen von Legehennen und Schweinen, wo durch hausgemachte Entscheidungen Zukunftsperspektiven zerstört würden. Dabei erwirtschafte die deutsche Landwirtschaft derzeit rund 50 Prozent ihrer Einkommen nur aus der Tierhaltung. Dies erfordere behutsame Entscheidungen und dulde keine Emotionalisierung, betonte Born.

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Aktion „ExistenzfrageZucker“ gegründet

Themen: EU,Verbände,Zuckerrüben — info @ 15:09

Kommunikations- und Aktionsbündnis für heimischen Zuckerrübenanbau

Die Vorstände des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rübenbauerverbände (ADR) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben die ‚Aktion ExistenzfrageZucker‚ (AEZ) gegründet.

DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, WVZ-Vorsitzender Hans-Jörg Gebhard, ADR-Vorsitzender Jan Kirsch und NGG-Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg begründeten die Initiative mit dem Aufklärungsbedarf der Öffentlichkeit über die wirtschaftliche Bedeutung des Zuckerrübenanbaus in Deutschland und der EU sowie mit der politischen Auseinandersetzung über die Reform der Zuckermarktordnung. Die ‚Aktion ExistenzfrageZucker‘ will offensiv argumentieren und die gravierenden Folgen der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Reform für den bedeutenden Wirtschaftszweig aufzeigen. Die von der Kommission vorgesehene Änderung der Zuckermarktordnung gefährdet die Existenz vieler Rübenbauern, aber auch die Arbeitsplätze von Zuckerfabriken und vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen.

Mit der ‚Aktion ExistenzfrageZucker‘ vollzieht eine Branche mit EU-weit 300.000 Arbeitsplätzen den Schulterschluss als Kommunikations- und Aktionsbündnis. Ziel ist es, nachhaltig die Leistungen der Unternehmen und die Bedeutung des Zuckerrübenanbaus und des Zuckermarktes gegenüber Politik und Medien darzustellen sowie die Existenz des Zuckerrübenanbaus in Europa zu sichern, betonten Sonnleitner und Gebhard. Ebenso werden die handelspolitische Bedeutung und der Nutzen des heimischen Zuckerrübenanbaus für die Entwicklungsländer in der öffentlichen Diskussion aufgezeigt.

Das Aktionsbündnis wird Gespräche mit Abgeordneten auf Kreis-, Landes-, Bundes- und europäischer Ebene initiieren, Medienarbeit leisten, regionale Aktivitäten unterstützen und auch Demonstrationen organisieren. Vorgesehen sind die Herausgabe von Informationsmaterialien und Plakaten sowie Hörfunk- und Fernsehbeiträge. Am 10. November 2004 wird die ‚Aktion ExistenzfrageZucker‘ in Berlin das Forum mit 1.000 Rübenbauern und Mitarbeitern von Zuckerfabriken durchführen. Auch auf der Grünen Woche 2005 in Berlin wird die ‚Aktion ExistenzfrageZucker‘ vertreten sein.

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Sachsen: Milcherzeugung in Sachsen um 14.100 Tonnen gesunken

Themen: Archiv — info @ 13:09

Dresden (agrar.de) – Im ersten Halbjahr 2004 gaben die rund 203.900 sächsischen Milchkühe 787.200 Tonnen Milch. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sind das 14.100 Tonnen Milch (1,8 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Die ‚Durchschnittskuh‘ gab im Berichtszeitraum 3.860 Kilogramm Milch – dies entspricht einer Tagesleistung von 21,2 Kilogramm. Gleichzeitig verringerte sich der Milchkuh­bestand zum Vorjahr um weitere 700 Milchkühe.

Der überwiegende Teil der erzeugten Milch wird von den Milchkuh haltenden Betrieben an Molke­reien zur Weiterverarbeitung verkauft. In den ersten sechs Monaten 2004 waren es 767.200 Tonnen bzw. 97,5 Prozent der Gesamterzeugung. Gut 19.000 Tonnen (2,4 Prozent) kamen in den landwirtschaftlichen Betrieben als Futtermilch zum Einsatz. Weitere 900 Tonnen wurden in den Haushalten der Landwirte verwendet bzw. über die Direktvermarktung abgesetzt. Die Marktpro­duktion im ersten Halbjahr entsprach einer Erzeugung von 178 Kilogramm Milch pro Kopf der säch­sischen Bevölkerung.

Die sächsische Rohmilch wird zu 89 Prozent (679.900 Tonnen) an sächsische Molkereien verkauft. Weitere Abnehmer sind Betriebe in Sachsen-Anhalt (46.400 Tonnen), Bayern (31.800 Tonnen), Brandenburg (8.400 Tonnen) und in Thüringen (700 Tonnen).

Mit 338.300 Tonnen Rohmilch kommen rund 44 Prozent der Erzeugung aus dem Regierungsbezirk Chemnitz, gefolgt von 278.500 Tonnen (36 Prozent) aus dem Regierungsbezirk Dresden. Weitere 150.400 Tonnen (20 Prozent) steuert der Regierungsbezirk Leipzig bei. Unter den Kreisen sind Freiberg mit 67.500 und der Vogtlandkreis (einschließlich Plauen, Stadt) mit 59.900 Tonnen die Spitzenreiter.

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Tagesaktuelle Kampagnewerte 2004 online beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe

Themen: Archiv — info @ 12:09

Elsdorf (agrar.de) – Mit Beginn der Rübenkampagne (ab 13.9.2004) werden auf der Homepage des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes Zuckerrübe (LIZ) die Kampagnewerte (Zuckergehalt, Abzug, Qualität) aller dem LIZ angeschlossenen Zuckerfabriken tagesaktuell online dargestellt. Ein Regionsvergleich bietet zusätzlich eine Übersicht über die Fabriken einer Region.

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Brandenburg: Jagdstrecke weiterhin auf hohem Niveau

Themen: Archiv — info @ 11:09

Potsdam (agrar.de) – Im Jagdwesen wird erlegtes Wild, auf der Strasse verunfalltes Wild (Unfallwild) und unbekannte Todesursache (Fallwild) statistisch als ‚Jagdstrecke‘ bezeichnet. Das Jagdjahr beginnt jeweils am 1. April und endet am 31. März des darauf folgenden Jahres. Die Größe der Jagdfläche beträgt rund 2,7 Mio. Hektar. Brandenburg ist ein Land mit traditionell hohen Wildbeständen, denn die wenig zerschnittenen und dünn besiedelten Räume mit den großen Waldkomplexen bieten dem Wild ideale Lebensbedingungen.

Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild)

Bei unserer größten Schalenwildart – dem Rotwild- wurden 8.743 erlegt. Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 628 Stück und ist damit seit 30 Jahren die höchste Strecke bei dieser Wildart überhaupt. Beim Damwild wurde ein Streckenergebnis von 13.557 Stück erzielt.

Dieses Ergebnis bedeutet zwar einen sehr geringen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, es weist aber dennoch auf teilweise überhöhte Wildbestände hin. Die geringen Muffelwildbestände spielen in Brandenburg bei der Wildbewirtschaftung eher eine untergeordnete Rolle. Es wurden 822 Stück erlegt.

Mit einem Streckenergebnis von 65.486 Rehen wurde ein etwas höheres Ergebnis als im Vorjahr erzielt. Gleichzeitig zeichnet sich damit seit den 90-er Jahren ein kontinuierlicher Anstieg bei dieser Wildart ab. Von der Wildart Schwarzwild wurden 52.596 Stück erlegt – ein Minus von 26.440 Schwarzkitteln gegenüber dem Vorjahr. Einen Rückschluss auf die Abnahme des Wildschweinbestandes lässt dieses Ergebnis allerdings nicht zu, da sich die Streckenergebnisse in den letzten Jahren in einer ständigen Wellenbewegung mit einer eindeutigen Tendenz nach oben bewegen.

Niederwild

Durchweg rückläufig im Vergleich zum Vorjahr sind die Strecken beim Niederwild. Das Ergebnis bei den Feldhasen weist insgesamt 3.313 Stück aus – es wurden allerdings nur 617 erlegt. Der Rest ist Fallwild oder kam bei Unfällen auf den Straßen ums Leben. Bei den Fasanen betrug die Strecke 1.114, bei den Wildgänsen 4.756 und bei den Stockenten 10.372 Stück.

Raubwild

Beim Raubwild ist außer beim Fuchs eine positive Streckenentwicklung zu verzeichnen. Anhaltend im Aufwärtstrend befinden sich neben dem Dachs vor allem die Populationen der ‚Neubürger‘ Marderhund, Waschbär und Mink. Ihre Strecken konnten gegenüber dem Vorjahr wiederum gesteigert werden (Marderhund 6.118, Waschbär 3.471, Dachs 2.082, Mink 152).

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BLHV verurteilt Scheitern der Verhandlungen mit der Schweiz

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 10:09

Freiburg (agrar.de) – Massiven berufsständischen Widerstand gegen die uneinsichtige Haltung der Schweizerischen Bundesregierung im Bemühen um eine Entschärfung der ruinösen Landkäufe und Landpacht durch Schweizer Bauern im deutschen Grenzgebiet kündigte der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple, an. Nach Informationen des Verbandes sind Verhandlungen der Regierungskommissionen beider Länder um eine Änderung des deutsch-schweizerischen Zollabkommens von 1958 am 10. September gescheitert. Die schweizerische Seite habe keinerlei Bereitschaft zu substantiellen Änderungen oder Ergänzungen erkennen lassen.

Der BLHV hatte in den vergangenen Monaten wiederholt und massiv darauf gedrängt, die ruinöse Landnahme der Schweiz in der Folge des seit Juni 2002 gültigen Freizügigkeitsabkommens mit der EU durch Importzölle für die auf deutschem Hoheitsgebiet erzeugten Agrargüter zu stoppen. Dieser vom Land Baden-Württemberg aufgegriffene Vorschlag fand im Frühjahr die Zustimmung des Bundesrates. Die Bundesregierung war aufgefordert, Verhandlungen mit der Schweiz zu führen.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen kündigte der BLHV an, dass er die von Schweizer Landkauf und Landpacht betroffenen Grenzlandwirte in ihrem Kampf um die Verteidigung ihrer Existenzgrundlagen und gegen politisch geschaffene dramatische Benachteiligung vorbehaltlos unterstützen werde. Regierungen beider Länder dürften nicht tatenlos zusehen, wie bäuerliche Existenzen an der Nahtstelle höchst unterschiedlicher Agrarsysteme vor die Hunde gehen. Politische Tatenlosigkeit, Wegsehen oder gar aktive Unterstützung einseitiger Vorteilsnahme zu Lasten deutscher Grenzlandwirte verdiene öffentliche Kritik.

Der BLHV-Präsident kündigte intensive Beratungen im Verbandsausschuss an und versicherte, dass der Verband seine Grenzbauern mit allen legalen Mitteln im Kampf um Chancengleichheit unterstützen werde. Die Hinhalte-Politik könne nicht länger akzeptiert werden.

Räpple forderte Ministerpräsident Erwin Teufel auf, angemessen und entschieden auf die Uneinsichtigkeit der eidgenössischen Blockadepolitik zu reagieren. Das Land dürfe sich nicht auf vage Vorschläge der Schweiz einlassen, mit denen die Vorteilsnahme der Schweizer Bauern auf lange Sicht geduldet wird. Von der Bundesregierung erwartet der Verband jetzt ebenfalls, dass die Probleme der Grenzlandwirte auf höchster politischer Ebene unverzüglich einer Lösung zugeführt werden.

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 10:09

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 470 angebotenen Schweinen 470 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,64 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,63 Euro bis 1,65 Euro. Es wurden drei Partien gehandelt.

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CDU/CSU: Rote Karte für grüne Minister bei Düngeverordnung

Themen: Archiv — info @ 10:09

Kritik: Für die Praxis nicht mehr zu beherrschende Regelungsdichte

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Beschlussempfehlung des Bundesrates zur geplanten Düngeverordnung erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen, und die zuständige Berichterstatterin, Gitta Connemann:

‚Die grünen Bundesminister Künast und Trittin haben für ihren Entwurf einer Düngeverordnung die rote Karte erhalten. Agrar- und Umweltausschuss des Bundesrates haben jetzt in einer gemeinsamen Beschlussempfehlung den Regierungsentwurf zurückgewiesen und eine eigene Alternative präsentiert. Die Union begrüßt dieses Votum. Damit ist die Länderkammer unserer Forderung nach einer weitgehenden 1:1 Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie gefolgt.

Der Entwurf aus dem Verbraucherschutzministerium ist einmal mehr der Versuch, Landwirtschaft und Gartenbau einseitig zu belasten und die Kontrollaufgaben der Länder unverhältnismäßig auszudehnen. Ob Agrardiesel, Agrarsozialpolitik, oder Gemeinsame Agrarpolitik – insbesondere die grünen Minister haben in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausgelassen, unsere Bauern im europäischen Vergleich zu benachteiligen. Die Düngeverordnung soll nun als Vorwand für weitere zusätzliche Belastungen dienen. Sollten diese Vorstellungen umgesetzt werden, wäre eine Extensivbewirtschaftung, wie z.B. in Küstenregionen, nicht mehr möglich. Auch die vollmundigen Ankündigungen der Bundesregierung zum Abbau von Bürokratie in Deutschland finden sich in dem Entwurf nicht wieder. Im Gegenteil: in Bezug auf die Nährstoffbilanz scheint die Bundesregierung nach dem Motto ‚viel hilft viel‘ verfahren zu wollen. Neben der verpflichtenden Einführung der Hoftorbilanz soll für die Grünlandbetriebe auch die Vorschrift von schlagbezogenen Aufzeichnungen gelten. Dies bedeutet einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand. Zusätzliche Informationen für die Ermittlung der Nährstoffbilanz können hierdurch jedoch nicht gewonnen werden. Wie sollen unsere Bauern sich in diesem bürokratischen Dickicht zurecht finden?

Vor diesem Hintergrund bescheinigen auch die Experten des Agrarausschusses des Bundesrates der Vorlage aus dem Verbraucherschutzministerium u.a. eine ‚für die Praxis nicht mehr zu beherrschende Regelungsdichte‘. Ihr Alternativentwurf stellt demgegenüber weitgehend die 1:1 Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie dar. Dadurch wird auch der Vorgabe des Europäischen Gerichtshofes, der eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen der unvollständigen Umsetzung der Richtlinie eingeleitet hat, Rechnung getragen. Im Entwurf des Bundesrates sollen die seit 1996 gültige und bewährte Düngeverordnung sinnvoll erweitert und ergänzt werden. So stehen insbesondere die Reduzierung der Stickstoff-Obergrenze bei Wirtschaftsdüngern und Regelungen zur Düngeausbringung auf stark geneigten Flächen im Mittelpunkt. Im Gegensatz zur Bundesregierung, werden hier allerdings die Belange der Betriebe insbesondere mit intensiver Gründlandbewirt-schaftung angemessen berücksichtigt. Die Union begrüßt diese Vorlage als gelungene Alternative zum Regierungsentwurf. Das vorliegende Konzept verfolgt das Ziel, Umweltbelastungen zu minimieren, ohne die Landwirtschaft unverhältnismäßig zu belasten. Schließlich werden unseren Landwirten durch die rot-grüne Agrarpolitik bereits genug Lasten auferlegt. Damit muss jetzt Schluss sein. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, sich der Vorlage des Bundesrates anzuschließen.

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14. September 2004

CDU/CSU: Künasts Politik bedeutet Rückschritt für den Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 16:09

Bleser: Bundesministerin Künast hört weiter auf ihre grünen Hilfstruppen

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Scheiterns der Verhandlungen für eine tiergerechte Legehennenhaltung in der vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) eingerichteten Arbeitsgruppe erklärt der Tierschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser:

‚Die ‚Vierjahresstudie ausgestalteter Käfig‘ der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) kommt zu dem Ergebnis, dass die ‚Eierproduktion in ausgestalteten Käfigen künftig das Referenzverfahren für die Erzeugung preisgünstiger Eier in der EU sein wird‘ und forderte Nachbesserungen bei der Optimierung der Sitzstangenanordnung, Staubbaden, Scharrmöglichkeiten und Nestfläche.

Die deutsche Eierwirtschaft hat die Forderungen des wissenschaftlichen Tierschutzes schnell in die Praxis umgesetzt und die Kleinvoliere zu einer tierschutzgerechten und innovativen Haltungsform entwickelt. Trotz der Verbesserungen lehnen die Tierschutzverbände diese Haltungsform mit nicht nachvollziehbarer Begründung kategorisch ab.

Mit der Aufnahme der Kleinvoliere als zusätzliche Haltungsform neben der Boden- und Freilandhaltung in die deutsche Legehennenverordnung könnte die Bundesrepublik EU-weit eine Vorreiterrolle bezüglich der Weiterentwicklung zukunftsorientierter und innovativer Legehennenhaltungssysteme einnehmen. Stattdessen hört Bundesministerin Künast weiter auf ihre grünen Hilfstruppen. Dadurch gefährdet die Bundesregierung tausende Arbeitsplätze und beschert Deutschland in Zukunft ein zusätzliches Importvolumen von ca. 5 Milliarden Eiern von Hühnern aus Drittländern, die in herkömmlichen Käfigen gehalten werden. Ein klarer Rückschritt für den Tierschutz.‘

Links zum Thema Tierschutz, Links zum Thema Agrarpolitik.

Mecklenburg-Vorpommern: Kommt die Schweinepest zurück?

Themen: Schweinepest — info @ 12:09

Gefahr ist nicht gebannt – Maiszeit beginnt wieder – Unzureichende Bejagung

Schwerin (agrar.de) – Die Entwicklung der Wildschweinbestände in Mecklenburg-Vorpommern ist atemberaubend: Wurden 1972 noch lediglich 14.700 Stück erlegt, so stieg die Strecke seitdem immer steiler auf heute weit über 50.000 Stück, und ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen, warnt der Ökologischer Jagdverband (ÖJV).

Größere Schäden in der Landwirtschaft seien an der Tagesordnung, und auch viele geplagte Gartenbesitzer wüßten ein Lied davon zu singen, wie es ist, wenn die Wildschweine die Beete ‚umgegraben‘ haben.

Landwirtschaftminister Dr. Till Backhaus warnt beharrlich vor den Gefahren, die von der hohen Schwarzwildpopulation ausgehen und mahnt die Jäger zu entschlossenem Handeln: Die Europäische Schweinepest (ESP) kann zu einem wichtigen ökonomischen Problem werden, denn die Ansteckungsgefahr für Hausschweine, die dann gekeult werden müssen und für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind, ist hoch. Die Schonzeiten für das Schwarzwild sind darum in Mecklenburg-Vorpommern mit Ausnahme von führenden Muttertieren, den so genannten Bachen, bereits aufgehoben worden.

Die Gründe für das immer schwieriger werdende Problem sind vielgestaltig. Als wesentliche Faktoren sind zu nennen:

Der sich ständig ausbreitende Maisanbau. Mais gehört zu den bevorzugten Futterpflanzen des Schwarzwildes. Die Anbaufläche an Mais, der jahreszeitlich gerade wieder beginnt, die Bilder auf den Feldern zu beherrschen, hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. Die Sauen können hier schwere Schäden verursachen und nutzen dieses große Nahrungsangebot für eine verstärkte Vermehrung.

Buchen und Eichen zeigen in den letzten Jahrzehnten vermehrt so genannte ‚Masten‘, d.h. sie tragen viele Eicheln und Bucheckern, ebenfalls eine Lieblingsnahrung der Wildschweine.

Eine falsche, in vielen Fällen für eine Begrenzung des Schwarzwildbestandes kontraproduktive Jagd: Fast alle Jäger arbeiten heute mit sog. ‚Kirrungen‘, Anlockfütterungen zur Erlegung von Schwarzwild. Leider wird hier oft nach dem Grundsatz ‚Viel hilft viel‘ wesentlich mehr Futter ausgebracht, als zum Zwecke der Erlegung nötig wäre, auch um möglichst viele Sauen an das eigene Revier zu binden. Die Folge: Schwache Frischlinge, die ohne Zusatzfutter eingehen würden, werden mit durchgefüttert. Insgesamt werden so an der Kirrung weniger Schweine erlegt, als durch das Futter künstlich am Leben erhalten werden!

Auch die Altersstruktur der Strecke ist unzureichend: Wissenschaftler haben errechnet, wie der Anteil der Altersklassen am Abschuss sein müsste, um eine natürliche Alterspyramide zu erhalten. Mindestens 70 Prozent aller geschossenen Schweine müssten Frischlinge sein. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen liegen nur gut 57 Prozent Frischlinge auf der Strecke, und auch der Anteil von 4 Prozent, den die Bachen einnehmen, ist nicht ausreichend, da man nur über einen Eingriff in die weiblichen Bestandesglieder eine Reduzierung erreichen kann.

Wenn es soweit ist, dass die Schweinepest droht, dann trägt die Jägerschaft daran einen erheblichen Anteil und ist ihrem Auftrag, landschaftlich und landeskulturell tragbare Wildbestände zu erhalten, unzureichend nachgekommen.

Der Ökologische Jagdverein Mecklenburg-Vorpommern möchte das Schwarzwild und seine oftmals unzureichende und unkoordinierte Bejagung in Zukunft weiter thematisieren. Zudem fordern wir von der Jägerschaft ein über die Reviergrenzen hinaus abgestimmtes System mit einigen wenigen Kirrungen und den freiwillig verstärkten Einsatz von gut organisierten Drückjagden. Gemeinsame Anstrengungen zur Reduzierung der Bestände unter Vernachlässigung jagdlicher Egoismen müssen das Gebot der Stunde sein.

Klares Handeln der Jägerschaft in Sachen Schwarzwild verhindert den Erlass weitergehender gesetzlicher Regelungen und möglicherweise auch die Schweinepest in Mecklenburg-Vorpommern.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

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