06. September 2004

Gute Weinprognose für Sachsen

Themen: Archiv — info @ 13:09

Dresden (agrar.de) – Sachsens Winzer erwarten eine gute Ernte. Nach vorläufigen Schätzungen werden 18.000 Hektoliter (hl) Most geerntet und damit deutlich mehr als in den letzten drei Jahren, so das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. ‚An den Spitzenertrag aus dem Jahr 2000 wird die diesjährige Ernte jedoch nicht heranreichen‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath.

Damals wurde mit 21.695 hl eine Rekordernte erzielt. ‚Bei der Weinqualität ist noch alles offen‘, sagte Flath weiter. Entscheidend sei, ob der Herbst golden oder verregnet ausfallen werde. Im vergangenen Jahr wurden knapp 16.000 hl Most geerntet mit zum Teil sehr hohen Mostgewichten und einem bislang nie da gewesenen hohen Anteil an Spitzenweinen.

Auf knapp 428 Hektar (ha) Fläche stehen in diesem Jahr Weinreben, davon 364 ha weiße und 64 ha rote Sorten. Hauptsorten sind Müller-Thurgau (85,1 ha), Riesling (66,2 ha), Weißburgunder (51,7 ha), Ruländer (36,7 ha) und Spätburgunder (29,4 ha).

Links zum Thema Wein, Links zum Bundesland Sachsen.

Künast: Bio-Siegel weiter auf Erfolgskurs

Themen: Archiv — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – ‚Das Bio-Siegel ist drei Jahre nach seinem Start weiter auf Erfolgskurs: 22 620 Produkte von 1.155 Unternehmen tragen jetzt das staatliche Zeichen. Das Bio-Siegel ist das Erkennungszeichen für Bio-Produkte geworden‘, erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast am Freitag in Berlin.

Ob im Lebensmitteleinzelhandel, im Fachhandel oder in den Verkaufsstätten des Lebensmittel-handwerks: Das Bio-Siegel ist dort, wo es Bio-Produkte gibt auch präsent. Die Produktvielfalt und die Anzahl der beteiligten Unternehmen wächst auch 2004 stetig weiter. So kommen seit der Einführung des staatlichen Zeichens am 5. September 2001 im Durchschnitt täglich rund 21 Bio-Siegel-Produkte und ein Unternehmen neu hinzu.

Doch nicht nur die Produktkennzeichnung mit dem Bio-Siegel entwickelt sich gut, sondern auch sein Einsatz in der Werbung. Immer mehr Unternehmen aus Handel und Verarbeitung nutzen das Bio-Siegel bereits bei der Werbung für Bio-Produkte.

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Koalition: Unabhängige Experten befürworten Subventionsabbau im Bereich der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Öffentlichen Anhörung zum Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes 2005 am 6. September erklären die Berichterstatter der Regierungskoalition für den Haushalt des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Franziska Eichstädt-Bohlig (Bündnis 90/Die Grünen) und Ernst Bahr (SPD):

‚Wir begrüßen die vorliegenden Stellungnahmen der unabhängigen Experten zu der Anhörung zum Haushaltsbegleitgesetz 2005. Die Mehrheit der Sachverständigen hat die Notwendigkeit der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Reformen, das heißt die Reduzierung der Vergütung der Mineralölsteuer für die in der Land- und Forstwirtschaft verwendeten Dieselkraftstoffe und die Reduzierung der Defizitdeckung durch den Bund für die Krankenversicherung der Landwirte klar unterstrichen.

Dass die Vertreter des Deutschen Bauernverbandes und des Bundesverbandes der Landwirtschaftlichen Krankenkassen den Gesetzentwurf kritisieren, ist verständlich, zumal sie die Interessen der vom Subventionsabbau Betroffenen zu vertreten haben. Die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte kann jedoch nicht dauerhaft über den Erhalt von Subventionen gesichert werden. Es kommt vielmehr darauf an, den Landwirten verbesserte und neue Möglichkeiten der Wertschöpfung zu eröffnen. Die Produktion von Qualitätslebensmitteln, die Energiegewinnung aus Biomasse sowie der ländliche Tourismus bieten zukunftsträchtige Entwicklungspotenziale für den ländlichen Raum. Die Förderung von vielfältigen Entwicklungspotenzialen im Bereich der Landwirtschaft und der ländlichen Regionen insgesamt bleibt deshalb ein Schwerpunkt der rot-grünen Bundesregierung.

Dr. Jörg-Volker Schrader vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel bewertet die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen positiv. Angesichts hoher öffentlicher Hilfen für den Agrarsektor in Höhe von 14,3 Milliarden Euro (Landes-, Bundes- und EU-Mittel), denen eine Nettowertschöpfung von lediglich etwa 8,3 Milliarden Euro gegenüber stehe, betont Dr. Schrader, dass der Abbau der Subventionen nicht nur eine gesamtwirtschaftlich angezeigte Entlastung des Bundeshaushalts erbringen, sondern das Wirtschaftsergebnis des Landes insgesamt verbessern werden würde.

Ebenso unterstützen Dr. Dirk-Michael Rexrodt vom Bundesrechnungshof und Dr. Peter Mehl von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft den Subventionsabbau im Bereich der Landwirtschaftlichen Krankenversicherungen. Dr. Rexrodt macht darauf aufmerksam, dass die bisherige Praxis, also die vollständige Übernahme des Leistungsaufwendungsdefizits der Altenteiler durch den Bund eine unter den heutigen Bedingungen nicht mehr zu rechtfertigende Besserstellung der aktiven Mitglieder der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung gegenüber denen der übrigen Gesetzlichen Krankenversicherung bedeute.

Von den Beiträgen der aktiven Mitglieder in der Gesetzlichen Krankenversicherung würden rund 31 Prozent auf die Defizitdeckung in der Krankenversicherung der Rentner entfallen. Im gleichen Maße seien nach Auffassung des Bundesrechnungshofes die aktiven Landwirte an der Defizitdeckung zu beteiligen.

Die bisher vom Bund finanzierten Defizite im Bereich der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung seien auch eine Folge des demografischen Wandels, unterstreicht ebenso Dr. Mehl. Folgerichtig müssten nunmehr auch die aktiven Mitglieder in der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung einen Solidarbeitrag zum Ausgleich zwischen den Generationen leisten.‘

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Sachverständige bewerten Haushaltsbegleitgesetz 2005

Themen: Archiv — info @ 11:09

Berlin (agrar.de) – Unterschiedlich bewerten Sachverständige das Haushaltsbegleitgesetz 2005 der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Dies werde deutlich in den schriftlichen Stellungnahmen der sieben Experten zur öffentlichen Anhörung des Haushaltsausschusses, die heute um 12 Uhr begonnen hat, so die Pressestelle des Bundestages.

Mit dem Gesetz will die Koalition unter anderem die vergütungsfähige Basisölmenge je land- und forstwirtschaftlichen Betrieb ab dem 1. Januar 2005 auf 10.000 Liter begrenzen und einen Selbstbehalt von 350 Euro einführen. Dies soll ab dem Haushaltsjahr 2006 Entlastungen für den Bund von 287 Millionen Euro im Jahr bringen. Zudem soll der Bundeszuschuss zur Krankenversicherung der Landwirte ab 2005 um 82 Millionen Euro jährlich reduziert werden.

Für Dr. Jörg-Volker Schrader vom Institut für Weltwirtschaft, Kiel, ist die Reduzierung der Mineralölsteuervergünstigung für die Landwirtschaft aus Gründen des Subventionsabbau positiv zu bewerten. Der vorgeschlagenen Ausgestaltung des Abbaus der Steuervergünstigung erscheine allerdings ökonomisch schwer begründbar. Zwar sei nachvollziehbar, dass in Zukunft Lohnbetriebe nur über ihre Kunden, die Landwirte, die Steuervergünstigung erhalten sollten. Ökonomisch aber kaum begründbar sei der vorgesehene Einbehalt von 350 Euro und die Höchstgrenze von 10.000 Litern im Jahr.

Besonders die Erklärung, dass größere Betriebe diesen Subventionsabbau leichter tragen könnten, führe in die Irre. Demgegenüber weist laut Schrader die vorgeschlagene Kürzung der Bundeszuschüsse zur landwirtschaftlichen Krankenkasse in die richtige Richtung. Die daraus resultierende Zusatzbelastung der aktiven Landwirte führe im Durchschnitt nicht zu einer höheren Belastung als für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. Insofern handele es sich mit Sicherheit um einen Subventionsabbau.

Auch Dr. Dirck-Michael Rexrodt vom Bundesrechnungshof ist laut Stellungnahme der Auffassung, dass sich die aktiven Landwirte an der Defizitdeckung für die Altenteiler-Leistungsausgaben im gleichen Maße beteiligen sollen, wie dies heute in der Krankenversicherung der Rentner der Fall sei. Allerdings müsste eine solche Angleichung schrittweise über mehrere Jahre erfolgen, da sie mit deutlichen Beitragssteigerungen für die aktiven Landwirte verbunden werde. Ebenso hält Dr. Peter Mehl von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig den vorgeschlagenen Solidarbeitrag für die aktiven Landwirte für gerechtfertigt.

Die Vertreter des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hämerling und Burkhard Möller, hingegen lehnen die im Haushaltbegleitgesetz 2005 vorgesehenen Maßnahmen ‚vehement‘ ab. Insgesamt würden durch die geplanten Änderungen des Mineralölsteuergesetzes den Bauernfamilien in Deutschland jährlich Zusatzkosten in Höhe von 287 Millionen Euro aufgebürdet werden. Die geplante Einführung einer unteren Selbstbehaltsumme von 53 Euro und die Deckelung des ermäßigten Steuersatzes auf eine maximale Menge von 10.000 Litern käme einem faktischen Steuersatz von rund 40 Cent pro Liter gleich. Diese entspräche einer weiteren Steuererhöhung von 56 Prozent. ‚Entschieden‘ lehnt der Bauernverband auch die im Gesetzentwurf vorgesehene ‚zusätzliche Belastung‘ der Landwirte durch eine Kürzung der Bundesmittel der landwirtschaftlichen Krankenversicherung um 82 Millionen Euro im Jahr 2005 und steigend auf 91 Millionen Euro im Jahr 2008 ab.

Dies ergäbe eine durchschnittliche rechnerische Beitragssteigerung von rund 12,5 Prozent für die landwirtschaftlichen Unternehmer im Jahr 2005. Für den Geschäftsführer des Bundesverbandes der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Dr. Harald Deisler, stellt sich die Frage nach der Verfassungskonformität des Gesetzentwurfs, da den stark steigenden Beiträgen verringerte Versorgungsansprüche der aktiven Landwirte gegenüber stünden. Das Verhältnis von Beitragseinnahmen der aktiv Versicherten zur Höhe des Solidarbeitrages werde immer ungünstiger werden, so dass 91 Millionen Euro im Jahr 2008 bereits mehr als 20 Prozent der Beiträge der aktiven Versicherten ausmachen dürften, heißt es in der Stellungnahme.

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03. September 2004

DBV: Nationaler Alleingang gefährdet Wettbewerbsfähigkeit

Themen: Archiv — info @ 16:09

Verband fordert Nachbesserung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Berlin (agrar.de) – Das erweiterte Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat sich auf seiner jüngsten Sitzung am 31.8.2004 ausführlich mit der Tierhaltung und den Nutztierhaltungsverordnungen auseinandergesetzt. Speziell die Vorlagen für die nationale Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung wurden analysiert und bewertet, die notwendige Reform der Legehennenhaltungsverordnung diskutiert. Einig war sich das Präsidium, dass die deutsche Landwirtschaft für einen hohen Tierschutzstandard genauso wie für eine moderne und leistungsfähige Tierhaltung steht. Dafür sind klare Richtlinien auch im Hinblick auf Investitionen notwendig. Das DBV-Präsidium fordert daher die Agrarministerkonferenz auf, auf ihrer kommenden Sitzung am 8. Oktober 2004 in der anstehenden Beratung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung die Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirte im Blick zu behalten.

Bei der Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung gibt der DBV zu bedenken, dass zurzeit keine bundeseinheitliche Regelung für die Schweinehalter in Deutschland gegeben sei. Zunehmende Planungsunsicherheit und eine Zurückhaltung bei den Investitionen hätten zur Folge, dass gerade kleinere und mittlere Betriebe nicht in der Lage seien, die erforderlichen Umrüstungen zu finanzieren. Daher, so betont der DBV, müsse die EU-Richtlinie schnell in nationales Recht umgesetzt werden. Der zweite Entwurf der Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gehe aber in wesentlichen Punkten über den Standard der gültigen EU-Anforderungen hinaus und hätte einen nationalen Alleingang und damit Wettbewerbsnachteile für die deutschen Landwirte zur Folge, daher sei er nicht akzeptabel. Der Kompromiss müsse stattdessen 1:1 umgesetzt werden und dürfe nicht weiter verschärft werden. Denn man müsse sich bewusst machen, dass jede zusätzliche Reglementierung erheblich den Strukturwandel fördert.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht der Platzbedarf für die Gruppenhaltung von Mastschweinen. Statt bisher 0,65 Quadratmeter Platzbedarf je Tier ab 85 Kilogramm schlägt das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) in seinem aktuellen Entwurf eine Fläche von einem Quadratmeter pro Mastschwein vor. Allein die Umsetzung dieses Vorschlages der Bundesregierung würde die stallbedingten Kosten in der Schweinehaltung um etwa 10 bis 15 Prozent nach oben treiben.

Das Beispiel Hennenhaltung verdeutlicht, wie nationale Verschärfungen im Tierschutz die Wettbewerbschancen der deutschen Eiererzeuger verschlechtern. Eine Wettbewerbsbenachteiligung wie der um sechs Jahre vorgezogene Ausstieg aus der konventionellen Hennenhaltung habe eine Verlagerung der Produktion ins Ausland mit weitaus niedrigeren Tierschutzstandards zur Folge. Die Zahl hennenhaltender Betriebe ebenso wie die Zahl der Hennenplätze befänden sich in einem dramatischen Abwärtstrend. Dieser Gesamtrückgang werde nicht, wie vom BMVEL ursprünglich prognostiziert, durch den Einstieg einer Reihe von Betrieben in die alternative Hennenhaltung aufgefangen. Das DBV-Präsidium forderte endlich klare Perspektiven für die Legehennenhaltung in Deutschland, damit der seit langem anstehende Investitionsstau in die Hennenhaltung abgebaut werden kann.

Nach Ansicht des DBV-Präsidiums zeigt das Gutachten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft die Möglichkeit der Entwicklung einer Kleinvoliere auf. Daher solle die Bundesregierung auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse zum Modellvorhaben eine Nachbesserung der ausgestalteten Käfige hin zur Kleinvoliere vornehmen und diese unbefristet zulassen. Denn gerade in der Legehennenhaltung hätten Praxisversuche mit Kleinvolieren bewiesen, dass die Geflügelhalter in Deutschland keineswegs starr an den bisherigen Haltungssystemen festhalten würden, sondern an Weiterentwicklungen in allen Haltungssystemen interessiert seien und diese unterstützen würden.

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Backhaus will Absatz von Ökoprodukten stärker fördern

Themen: Archiv — info @ 13:09

Betriebe profitieren von EU-Agrarreform – Bis 2004 rund 115 Mio. Euro Förderung für Ökolandbau

Schwerin (agrar.de) – Eine stärkere Absatzförderung für ökologisch produzierte Lebensmittel sagte Mecklenburg-Vorpommern Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) der Branche auf einer Veranstaltung des Verbandes Biopark zum 10-jährigen Bestehen der Vermarktungsgesellschaft Biopark Markt GmbH zu. ‚Der Schwerpunkt muss sich weg von der Angebots- hin zur Nachfrageseite entwickeln‘, betonte Minister Backhaus. Höhere Fördersätze bei den Erzeugerzusammenschlüssen sollen künftig zusätzliche Anreize im Vermarktungsbereich geben. Der Landtag werde sich außerdem noch in diesem Herbst mit dem Thema ‚Stabilisierung und Entwicklung des ökologischen Landbaus‘ befassen.

Der Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern müsse unter anderem durch die Entwicklung von Marketingstrategien auf hohem Niveau stabilisiert werden. Gleichzeitig gelte es, den Bereich qualitativ und quantitativ voranzutreiben. Das Landwirtschaftsministerium wird deshalb auch zukünftig die Präsenz des ökologischen Landbaus auf Messen und Ausstellungen sowie die Durchführung von Aktionstagen unterstützen. Allein die Biopark Markt GmbH wurde in den vergangenen 10 Jahren mit rund 500.000 Euro für Projekte mit Fördermitteln unterstützt.

Von der EU-Agrarreform, die eine Entkopplung der Prämien von der Produktion vorsieht, dürfte nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Backhaus die Mehrzahl der Ökobetriebe profitieren. Grund sind die relativ hohen Anteile beim Grünland und beim Feldfutterbau. Gleichzeitig können jetzt auch bislang nicht begünstigte Kulturen wie Kartoffeln oder Gemüse über die Fläche gefördert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaften 619 landwirtschaftliche Betriebe fast 108.000 Hektar und damit rund 8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Land. Zwei Drittel der ökologisch produzierenden Betriebe sind in Anbauverbänden organisiert. Dazu kommen 80 Verarbeitungs- und Importbetriebe, die nach den entsprechenden Verordnungen kontrolliert und zertifiziert sind. Das Landwirtschaftsministerium förderte den Ökolandbau von 1991 bis 2004 mit rund 115 Mio. Euro. Bis 2007 werden weitere 60 Mio. Euro bereitgestellt.

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02. September 2004

BUND: Finanzpoker gefährdet Naturprojekt „Grünes Band“

Themen: Archiv — info @ 15:09

Forderungen der Finanzminister gefährden Naturprojekt

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat an die Finanzminister von Bund und Ländern appelliert, die andauernde Blockade des Biotopschutzes im früheren innerdeutschen Grenzgebiet – dem sogenannten ‚Grünen Band‘ – endlich zu beenden. Beim morgigen Treffen der Finanzstaatssekretäre der Ost-Bundesländer in Berlin müssten die Weichen gestellt werden, damit 15 Jahre nach dem Grenzfall eines der bedeutendsten Naturschutzvorhaben in Deutschland umgesetzt und die Artenvielfalt entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze erhalten werden könne. Die kostenlose Übergabe bundeseigener Flächen im ‚Grünen Band‘ an die betreffenden Bundesländer stocke seit ca. einem Jahr. Es handele sich dabei um rund 10.000 Hektar, was der Größe der Nationalparke Jasmund auf Rügen und der Sächsischen Schweiz zusammen entspreche.

Obwohl die Umweltminister der sieben beteiligten Länder zur Übernahme der Flächen bereit seien, blockierten derzeit Forderungen aus den Finanzressorts den Schutz des ‚Grünen Bandes‘. Beispielsweise seien die verlangte grundstücksgenaue Bestimmung der Flächen und die Abschätzung finanzieller Auswirkungen viel zu zeitaufwändig. Am Ende würden große Teile des Grünen Bandes einfach nicht mehr existieren. Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel gefährde das ‚Grüne Band‘: Rund die Hälfte der Bundesflächen solle nun nicht mehr unentgeltlich, sondern nur gegen Zahlung von insgesamt acht Millionen Euro an die Länder gehen.

Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND: ‚Das ‚Grüne Band‘, ein Naturschatz auf 1393 Kilometern Länge, Heimat von über 600 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und natürliches Symbol deutscher Geschichte, ist leider Gegenstand eines Finanzpokers zwischen Bund und Ländern geworden. Das widerspricht allen Bekenntnissen von Bundespräsident, Bundesregierung und Landesregierungen zum Schutz des ‚Grünen Bandes‘. Bundesfinanzminister Eichel und die Finanzminister der Länder dürfen die Übertragung der Flächen nicht weiter verzögern. Wenn das Projekt in Deutschland scheitert, steht auch der geplante Biotopverbund ‚Grünes Band Europa‘ entlang des gesamten früheren ‚Eisernen Vorhangs‘ in Frage. Dem europäischen Naturschutzgedanken droht hier ernste Gefahr.‘

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Tag der Regionen: Strohballenbau, Solarenergie, Schafskäse

Themen: Archiv — info @ 09:09

Borgentreich (agrar.de) – Rund um den Erntedanksonntag (3. Oktober) ist es wieder soweit: Bundesweit werden Tausende von BesucherInnen am Tag der Regionen teilnehmen und sich über das Gute begeistern, das so nah liegt. Vom 25. September bis zum 10. Oktober präsentieren regionale Dienstleister und Erzeuger ihre Produkte vor Ort. Unter dem Motto: ‚Nachbar – wir brauchen UNS! geben zahlreiche Betriebe aus Landwirtschaft und Handwerk, aus Gastronomie und Freizeit Einblick in nachhaltiges Wirtschaften. Das ist spannend und genussvoll zugleich. Da werben bunte Regionalstände mit handgemachten Waren, da überholt der originelle Bauernmarkt den standardisierten Weltmarkt.

1998 hatte erstmals ein Zusammenschluss regionaler Initiativen in Bayern für die Trümpfe vor der Tür geworben, seit 2002 findet der Tag der Regionen bundesweit statt. Auch in diesem Jahr werden die Aktiven – darunter Umwelt-, Naturschutz- und kirchliche Gruppen – dafür sorgen, dass der Regionentag zu einem Ereignis gerät, das alle Sinne anspricht und lange nachwirkt. Aktuell liegen dem Aktionsbündnis 650 Anmeldungen vor, insgesamt rechnet man mit mehr als 700 Veranstaltungen. Als Anregung einige Beispiele aus den Bundesländern:

Sachsen-Anhalt lädt dazu ein, im Ökodorf Sieben Linden bei Bandau die Baustelle des größten Strohballenhauses in Deutschland zu besichtigen. Es gibt Führungen und zahlreiche Infos rund um den Strohballenbau.

Das Gut Glüsing bei Haldensleben veranstaltet ein Erntedankfest mit Öko-Produkten vom Lande und viel Kultur sowie einer ‚Landwirtschaft zum Anfassen‘.

In Nordrhein-Westfalen zeigt der Niederrhein seine kulinarische Visitenkarte. Getreu dem Slogan: ‚Regional und fair speisen‘ bringen ausgesuchte Restaurants lokale Spezialitäten auf den Tisch, dazu gibt es Kaffee aus fairem Handel.

Das ‚Fehmarn Buffet‘ beherzigt die Maxime, dass Gaumen und Augen zusammen den Speisengenuss perfektionieren. Auf dem Eiland in Schleswig-Holstein werden ausschließlich Inselprodukte angeboten, vom Bio-Honig bis zum Schafskäse. Eine Ausstellung ‚Kunst auf Seide‘ sorgt für das optische Genießen.

Ein zentrales Thema des Regionentages wird in der Südwestpfalz behandelt: ‚Überlebt die Heimat den Globalisierungswahn?‘ lautet die Frage, der ein politisches Podium nachgeht, darunter der streitbare Ex-Bundesminister Dr. Heiner Geißler.

‚Vom Wald ins Wohnzimmer‘ spannt die Lokale Agenda in Kempten (Bayern) den Bogen. Das Forstamt, das Holz Forum Allgäu, die Waldjugend Legau, ein alternativer Zirkus und andere Akteure haben sich zu einem tollen Team zusammengeschlossen, das mit zahlreichen Aktionen, darunter Walderlebnistouren und Holzwerkstätten, seine Gäste begeistern dürfte.

In Landshut wird der Tag der Regionen mit einem ökumenischen Gottesdienst, alten Handwerkskünsten und neuer Solarenergie begangen.

In Lesum bei Bremen lädt die Kommune zum Fest ins Gemeindehaus. Gemeinsam mit dem Dritte-Welt-Laden werden dort fair gehandelte Produkte angeboten, darunter Rosen. Zu deren verantwortlicher Vermarktung haben sich regionale Partner zusammengefunden (u.a das Flower Label Office und der Verein Niedersächsischer Entwicklungsinitiativen VEN), die ihre Kampagne ‚Fair und schön! Rosen‘ über den Tag hinaus vorantreiben wollen.

In Niedersachsen bringt sich die Kreisvolkshochschule Verden mit einem umfangreichen Programm ein. Dazu gehören eine Wanderung durch den ‚Lebensraum Verdener Stadtwald‘, das Erkunden der ‚Erlebniswelt naturnaher Wald- und Dünenreste‘ sowie eine Fahrradtour rund um Achim, die zur Erlebnisreise wird. Auf ihrer Strecke liegen u. a. die alte Achimer Windmühle, eine Hünenburg und das Schloss Etelsen.

Als bleibendes Symbol für den Tag präsentiert der Evangelische Kindergarten in Großdeinbach in Baden-Württemberg eine Steinmauer in Schneckenform.

Eine besonders werbewirksame Aktion wird im Elbe-Elster-Land in Brandenburg vorgestellt. Dort hat die Lokale Agenda in einer beispielhaften Kooperation mit dem Kreisbauernverband und der lokalen Presse den ‚Warenkorb 21‘ ins Leben gerufen. Dazu haben sich Testpersonen einen Monat lang ausschließlich von regionalen Lebensmitteln ernährt und ihre Erfahrungen in einem Haushaltsbuch dokumentiert. Das Projekt wurde von der Lausitzer Rundschau begleitet. Ziel der Aktion ist es, Produzenten und Verbraucher regionaler Lebensmittel zusammenzubringen. Die heimische Wirtschaft soll durch eine erhöhte Nachfrage Auftrieb nehmen, die Konsumenten werden durch die gute Qualität der Produkte belohnt. Der ‚Warenkorb 21 Elbe-Elster-Land‘ bietet monotoner Massenware individuell Paroli.

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01. September 2004

Grüne: Gentechnikfreie Landwirtschaft europaweit durch reines Saatguts sichern

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – Zur Diskussion um die Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut erklären die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin Ulrike Höfken und Friedrich Ostendorff, Obmann im Ausschuss Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Die (noch) amtierende EU-Kommission zeigt wenig politisches Fingerspitzengefühl, wenn sie am 8. September kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit eine Entscheidung zur Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut erzwingen will.

Die scheidende EU-Umweltkommissarin Margot Wallström schlägt einen Grenzwert für eine Kennzeichnung von 0,3 Prozent für Raps und Mais und 0,5 Prozent für Zuckerrüben, Kartoffeln und Baumwolle vor.

Wir bleiben dabei, dass der Grenzwert für eine gentechnische Verunreinigung von Saatgut bei der Nachweisgrenze, also bei 0,1 Prozent liegen soll. Dies hat auch der deutsche Bundestag mit dem Antrag ‚Wahlfreiheit für die Landwirte durch Reinheit des Saatgutes sicherstellen‘ (Drucksache 15/2972) so beschlossen.

Saatgut ist die erste Stufe in der Lebensmittel- und Futtermittelkette.

Jede glaubwürdige und realistische Strategie zur Sicherung von Wahlfreiheit und Koexistenz muss gerade beim Saatgut darauf setzen, eine gentechnische Verunreinigung so gering wie möglich zu halten. An der Frage der Reinheit des Saatguts entscheidet sich, ob eine gentechnikfreie Agrarproduktion auch in Zukunft möglich sein wird.

Deshalb ist die Endscheidung der EU-Kommission von zentraler Bedeutung und sollte nicht ad hoc kurz vor Ende der Amtszeit getroffen, sondern der neuen EU-Kommission überlassen werden.‘

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SPD: EU-Kommission sollte Entscheidung zur Saatgutkennzeichnung nicht übers Knie brechen

Themen: Archiv — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – Zur Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut erklärt die zuständige Berichterstatterin der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Elvira Drobinski-Weiß:

‚Die noch amtierende EU-Kommission sitzt bereits auf gepackten Koffern, wenn am 8. September 2004 die scheidende EU-Umweltkommissarin Margot Wallström ihren Vorschlag für eine ‚Kommissionsentscheidung zum zufälligen und technisch unvermeidbaren Vorhandensein von gentechnisch veränderten Sorten in konventionellem und biologischem Saatgut‘ vorlegt.

Darin sind Schwellenwerte vorgesehen, ab welchem Anteil von genetisch veränderten Organismen (GVO) im Saatgut dieses als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden muss.

Eine Entscheidung von solcher Tragweite darf nicht von einer bereits im Aufbruch befindlichen EU-Kommission übers Knie gebrochen werden.

Saatgut ist das erste Glied in der Lebensmittel- und Futtermittelkette. Wer es ernst meint mit der Sicherung von Wahlfreiheit und Koexistenz muss gerade hier auf Transparenz und auf Minimierung von GVO-Verunreinigungen Wert legen. An der Frage der Reinheit des Saatguts entscheidet sich, ob eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auch in Zukunft möglich sein wird. Deshalb haben wir uns in unserem Ende Mai 2004 im Bundestag beschlossenen Antrag ‚Wahlfreiheit für die Landwirte durch Reinheit des Saatgutes sicherstellen‘ (Drucksache 15/2972) für eine Kennzeichnung von GVO-haltigem Saatgut ab Nachweisgrenze eingesetzt.

Im letzten Jahr hatte die EU-Kommission einen ersten Vorschlag zur Saatgutkennzeichnung zurückgezogen, da die darin vorgesehenen Schwellenwerte (0,3 Prozent/0,5 Prozent/0,7 Prozent) höchst umstritten waren. Aber auch die im neuen Vorschlag vorgesehenen Schwellenwerte von 0,3 Prozent für Mais und Raps sind diskussionsbedürftig – zumal mehrere Studien den Schluss zulassen, dass Raps nicht koexistenzfähig ist.

Die Frage der Saatgutkennzeichnung ist von existenzieller Bedeutung für die Verbraucher und die Landwirte. Sie sollte nicht ‚auf gepackten Koffern‘ entschieden, sondern der neuen EU-Kommission überlassen werden.‘

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