10. September 2004

Niedersachsen: Flächenstilllegung nur wenig reduziert

Themen: Biogas,Flächenstilllegung,NaWaRos — info @ 12:09

Nachwachsende Rohstoffe auf 22.500 Hektar – Bundesweit nur auf Platz acht

Hannover (agrar.de) – Auf die Flächenstilllegung in Niedersachsen hat die kurzfristige Halbierung des obligatorischen Mindestsatzes auf fünf Prozent der Fläche im vergangenen Spätherbst offenbar nur wenig Auswirkungen gehabt. Damals hatte die EU-Kommission wegen der knappen Getreideernte die Stilllegungsverpflichtung der Bauern reduziert. Dennoch wurden in Niedersachsen nach Angaben des Landvolks Niedersachsen auch in diesem Jahr noch 127.758 Hektar (ha) Acker stillgelegt nach 166.181 ha im Jahr 2003. Davon entfielen jedoch nur noch 58.075 ha auf die obligatorische Stilllegung, während 68.783 ha zusätzlich freiwillig aus der Produktion genommen wurden. Im Jahr zuvor waren noch 115.541 ha obligatorisch stillgelegt und nur 50.640 ha freiwillig. Die Anbauentscheidungen und die Aussaat für das Erntejahr 2004 waren offensichtlich bereits zum größten Teil erfolgt, als die Verminderung des obligatorischen Stilllegungssatzes beschlossen wurde. Statt das nur wenig wettbewerbsfähige Sommergetreide anzubauen, beließen es die meisten Bauern dann bei der Flächenstilllegung.

Erhebliche Auswirkungen hat die Verringerung des Mindestsatzes jedoch auf den Anbau nachwachsender Rohstoffe auf Stilllegungsflächen gehabt, wenngleich der Einbruch nicht so gravierend ausgefallen ist, wie noch im Frühjahr befürchtet wurde. Nach 27.400 ha nachwachsender Rohstoffe im vergangenen Jahr waren in diesem Frühjahr lediglich knapp 17.000 ha dafür angemeldet worden. Viele im Herbst mit Raps als Industrierohstoff bestellte Flächen waren nach den Brüsseler Beschlüssen anscheinend für Konsumzwecke umgewidmet worden. Einen kleinen Ausgleich brachte dann aber die neue Energiepflanzenprämie, beispielsweise für Mais zur Biogasgewinnung. Immerhin wurden dann noch 5.230 ha mit Energiepflanzen bestellt, so dass insgesamt 22.500 ha Stilllegungsfläche mit nachwachsenden Rohstoffen bestellt wurden. Gleichwohl steht Niedersachsen damit lediglich nur auf Platz acht unter den Bundesländern.

Bei der Agrarreform 1992 waren die europäischen Bauern verpflichtet worden, jährlich einen bestimmten Teil ihrer Anbauflächen von Kulturen, für die es eine Marktordnung gibt, gegen Entschädigungszahlung stillzulegen. Dieser Mindestsatz war im Laufe der Jahre einige Male angepasst worden und betrug zuletzt zehn Prozent, darüber hinaus können die Bauern aber freiwillig bis zu einem Drittel ihrer Äcker stilllegen. Auf den stillgelegten Flächen dürfen nachwachsende Rohstoffe ohne Verlust der Stilllegungsprämie angebaut werden, für diese muss ein Anbau- und Liefervertrag mit einem Abnehmer abgeschlossen und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Frankfurt genehmigt werden.

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