07. September 2004

Österreich: Ernte mit deutlichem Plus

Themen: Österreich,Statistik — info @ 16:09

Wien (agrar.de) – Den jüngsten Schätzungen der Statistik Austria zufolge wird mit einer Getreideproduktion von 3,2 Mio. Tonnen (excl. Mais) gerechnet, wodurch die geringen Mengen des Vorjahres um rund ein Viertel übertroffen werden dürften. Auch gegenüber dem langjährigen Durchschnitt wird die diesjährige Ernte voraussichtlich ein deutliches Plus von etwa 10 Prozent notieren. Die Qualität wird bis dato als zufrieden stellend bezeichnet, wenn auch die Proteingehalte niedriger ausfallen dürften als in den letzten Jahren.

Durch das weitgehende Fehlen von Auswinterungsschäden und die ausreichenden Niederschlagsmengen des Frühjahrs und Frühsommers bei nicht allzu warmer Witterung konnten sich bei fast allen Getreidekulturen hohe Bewuchsdichten etablieren, woraus deutlich überdurchschnittliche Ertragswerte resultierten. Gegenüber dem Vorjahr ist bei einer nahezu unveränderten Gesamtgetreidefläche (excl. Mais) mit bis zu einem Drittel höheren Erträgen zu rechnen.

So wird eine Brotgetreidemenge von 1,9 Mio. Tonnen (+40 Prozent) erwartet, wobei sich zusätzlich zu den hohen Hektarerträgen auch die Flächenausweitung (+7 Prozent) auswirkt. Bei Futtergetreide (excl. Mais) wird auf einer um 8 Prozent reduzierten Anbaufläche von einer Produktion um 1,3 Mio. Tonnen ausgegangen (+12 Prozent).

Aufgrund der guten Herbstanbaubedingungen kam es gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß wieder zu einer Flächenrückverschiebung von den Sommerkulturen (-17 Prozent) hin zu den Winterungen (+8 Prozent).

Die Produktion von Weizen wird auf 1,7 Mio. Tonnen (+39 Prozent) geschätzt und liegt damit deutlich (+24 Prozent) über dem langjährigen Durchschnitt. Die Roggenproduktion könnte mit 198.600 Tonnen den Vorjahreswert sogar um 49 Prozent übersteigen; insgesamt ist der Roggenanbau mit einer Ackerfläche, die bereits 20 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt liegt, aber rückläufig. Massive Flächenreduktionen (-20 Prozent) ließen den Sommergersteanbau auf 111.300 ha schrumpfen, womit der niedrigste Wert der letzten 10 Jahre erreicht wurde. Der prognostizierte Rekordertrag von 48,5 dt/ha könnte jedoch die Produktion von 540.200 Tonnen im Bereich des Vorjahreswertes halten.

Bei Wintergerste ist bei hohem Ertragsniveau und Flächenexpansion mit einer Produktion von 441.800 Tonnen (+29 Prozent) zu rechnen und auch Triticale könnte auf einer seit 1995 kontinuierlich steigenden Anbaufläche eine Erntemenge von 220.500 Tonnen erreichen, was einem Zuwachs von fast einem Drittel (+31 Prozent) entspricht.

Hafer hingegen dürfte bei nur leicht überdurchschnittlichem Ertrag und Flächenrückgang (-12 Prozent) eine Produktion von 118.700 Tonnen (-8 Prozent) erzielen.

Bei Körnererbsen wird nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre wieder von einer zufrieden stellenden Erntemenge von 120.000 Tonnen (+29 Prozent) ausgegangen, während bei Ackerbohnen trotz des hohen Ertragsniveaus aufgrund der rückläufigen Fläche nur 8.000 Tonnen (-13 Prozent) zu erwarten sind. Ein Produktionsplus von 19 Prozent auf 46.800 Tonnen zeichnet sich bei Sojabohnen ab und auch bei Spätkartoffeln wird mit 332.100 Tonnen ein Zuwachs von 14 Prozent erwartet. Silo- und Grünmais könnte bei leichtem Ertragsplus eine Produktion von 3,2 Mio. Tonnen (+7 Prozent) erreichen.

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