24. September 2004

Bundestag beschließt Steuer- und Abgabenerhöhungen

Themen: Archiv — info @ 16:09

DBV: Ein schwarzer Tag für die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bundestag hat heute mit den Stimmen der rot-grünen Koalition das Haushaltsbegleitgesetz 2005 beschlossen. Die darin enthaltene Steuererhöhung bei Agrardiesel um 56 Prozent sowie die Kürzung der Bundeszuschüsse zur Landwirtschaftlichen Krankenversicherung sind nichts anderes als Gift für die Wettbewerbsfähigkeit und Einkommen der deutschen Bauern. Beide Vorhaben stießen beim Deutschen Bauernverband (DBV) aber auch bei sachkundigen Politikern aus Bund und Ländern – auch von SPD- geführten – auf erbitterten Widerstand.

Mit diesem Gesetz zeigt die Bundesregierung und die sie tragende Koalition erneut, wie man Investitionen und Arbeitsplätze auf dem Land aufs Spiel setzt. Die Grundsätze der Kostenentlastung und Entbürokratisierung, die sich die Bundesregierung ansonsten auf die Fahnen schreibt, gelten augenscheinlich nicht für die Landwirtschaft. Addiert man die geplanten Kürzungen im Agrarhaushalt 2005, insbesondere bei der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung sowie der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz zu den jetzt beschlossen Maßnahmen, zeigt sich mit einem Kürzungsvolumen von über 550 Mio. Euro die ganze Dimension dieser abstrafenden und einseitig belastenden Haushalts- und Sozialpolitik der derzeitigen Bundesregierung gegenüber den deutschen Bauern.

Der DBV weist nochmals daraufhin, dass er sich einer gerechten Lastenverteilung im Zuge der notwendigen Konsolidierung der Staatsfinanzen nie verweigert und sogar eigene Vorschläge zur Kosteneinsparung bei der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung vorgelegt hat. Letzterem hat sich jedoch die Regierungskoalition verschlossen. Der DBV appelliert an alle Bundesländer, alles daran zu setzen das Haushaltsbegleitgesetz 2005 doch noch im Bundesrat aufzuhalten.

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Landwirtschaftliche Grundstückspreise wieder rückläufig

Durchschnittlicher Kaufpreis bei 17.300 Euro

Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellung des Statistischen Landesamts im ersten Halbjahr 2004 ein durchschnittlicher Kaufpreis von gut 17.300 Euro je Hektar (ha) Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) entrichtet. Das sind rund 1.600 Euro oder gut 8 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der für die Kaufwertstatistik relevanten Veräußerungsfälle ging von 2.400 im ersten Halbjahr 2003 auf 2.200 (-7 Prozent) im Zeitraum Januar bis Juni 2004 zurück. Dabei wechselten Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 2.000 ha FdlN (-13,5 Prozent), je Kauffall also rund 0,9 ha, die Besitzer.

Die höchsten durchschnittlichen Bodenpreise von zum Teil deutlich über 50.000 Euro je ha wurden in den Stadtkreisen, allen voran Stuttgart und Ulm, erlöst. Ludwigsburg (33.000 Euro je ha FdlN) und Böblingen (26.600 Euro je ha FdlN), beides Kreise mit hohen Siedlungsdichten und guten Böden, stehen unter den Landkreisen für die obersten Preispositionen. Am unteren Ende der Skala (9.000 bis 11.000 Euro je ha FdlN) finden sich mit Sigmaringen, Freudenstadt, dem Main-Tauber-Kreis, Tuttlingen, dem Zollernalbkreis und Rottweil eher ländliche Regionen mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten.

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NABU fordert Bundesrat zur raschen Verabschiedung des Gentechnik-Gesetzes auf

Themen: Archiv — info @ 15:09

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat die gestrige Entscheidung des Vermittlungsausschusses, die Beratung des Gentechnik-Gesetzes um weitere vier Wochen zu verschieben, scharf kritisiert. Als Konsequenz daraus könnten weiterhin gentechnisch veränderte Organismen (GVO) prinzipiell ausgesät werden könnten, ohne dass durch ein öffentliches Kataster oder ein Monitoringverfahren Transparenz geschaffen worden sei, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke: ‚Landwirte, Verbraucher und die Natur werden die Verlierer dieser Verzögerungstaktik sein.‘

Die Landesregierungen könnten nach Ansicht des NABU-Präsidenten ebenfalls nur verlieren, wenn sie dem Druck der Biotechnologie-Lobby nachgeben würden: ‚Landwirtschaft, Tourismus und letztlich die gesamte Regionalentwicklung leben vom Vertrauen der Konsumenten, die die Grüne Gentechnik mit großer Mehrheit ablehnen.‘ Tschimpke forderte die Ministerpräsidenten auf, endlich ihrer Verantwortung für Mensch und Umwelt gerecht zu werden und dem Gentechnik-Gesetz ohne weitere Verwässerungen im Bundesrat zuzustimmen.

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FDP: Abzocken bei Bauern stoppen

Themen: Archiv — info @ 14:09

Berlin (agrar.de) – Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, fordert die Koalitionsregierung aus SPD und Bündnis90/Die Grünen nachdrücklich auf, zusätzliche Belastungen bei den Bauern abzuwenden:

‚Gerade in der derzeitig schwierigen Situation können die Bauern zusätzliche Produktionsbelastungen, wie sie mit einer Steuererhöhung auf Agrardiesel einhergehen, nicht verkraften.

Weder der Selbstbehalt von 350 Euro noch die Deckelung von 10.000 Liter pro Betrieb sind marktorientiert. Das Gesetz insgesamt ist schlecht gemacht. Gerade die Deckelung führt dazu, dass größere Betriebe, die sich im internationalen Markt bewegen müssen, zusätzlich bestraft werden.

Durch die Agrardiesel-Steuererhöhung entstehen Wettbewerbsnachteile, die z.B. die Getreideproduktion in Deutschland um 6 bis 10 Prozent teuerer machen und damit deutsche Agrarprodukte aus dem Markt katapultieren. Besonders enttäuschend ist, dass die Koalitionsregierung frühere gemeinsam erzielte Ergebnisse im Vermittlungsausschuss z.B. im Rahmen des Gesamtpakets beim Haushaltsbegleitgesetz für das Jahr 2004, aufkündigt.

Die bösartige Haltung der Bundesregierung gegenüber den Landwirten ist absolut unverständlich, sind sich doch alle Fachleute darüber im Klaren, dass gerade die deutsche Landwirtschaft durch die EU-Agrarreform und die Osterweiterung vor ganz besonderen Herausforderungen steht. In einer solchen Situation sind Sonderbelastungen für die deutsche Landwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes tödlich.

Es muss intensiv daran gearbeitet werden, die deutsche Landwirtschaft insgesamt subventionsfrei zu stellen. Dafür muss aber erst einmal eine ordentliche Steuerreform umgesetzt werden, die die Betriebe in die Lage versetzt, Gewinne zu erzielen, aus denen heraus sie dann reinvestieren können. Insofern bin ich mir mit dem sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Steffen Flath (CDU), völlig einig, der heute in einem Interview erklärte, dass in zehn Jahren alle Agrarsubventionen weg sein müssten.

Mit der von der FDP entwickelten Kulturlandschaftsprämie, die jetzt Grundlage der EU-Agrarreform im nationalen Bereich ist, haben die Liberalen einen entscheidenden Schritt getan, um dieses Ziel für die Landwirtschaft gemeinsam zu erreichen. Leider hat Staatsminister Flath und das CDU-regierte Sachsen mit Bayern und Hessen zusammen genau diese marktoriente Umgestaltung behindert. Daher verunklart die Forderung des CDU-Politikers nach einem vollständigen Subventionsabbau im Agrarbereich die ohnehin schon diffuse Position von CDU/CSU zur Agrarreform vollends.‘

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DBV: Bundesrat weist Trittins Ackerbauverbot erneut in die Schranken

Themen: Archiv — info @ 12:09

Verband zum Beschluss des Bundesrates zum Hochwasserschutzgesetz

Berlin (agrar.de) – Der Bundesrat hat mit seinem heutigen Beschluss (24.9.2004) zur Einberufung des Vermittlungsausschusses das von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgelegte Hochwasserschutzgesetz erneut in die Schranken verwiesen, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV). Nach dem bereits sowohl der Agrar- als auch der Umweltausschuss mit großer Mehrheit die Einberufung des Vermittlungsausschusses empfohlen und zudem die Zustimmungsbedürftigkeit des Gesetzes erklärt haben, fordert nun auch der Bundesrat weit reichende Änderungen an dem umstrittenen Gesetzentwurf in einem Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat. Unter anderem fordert der Bundesrat, das von der Bundesregierung vorgesehene Ackerbauverbot in Überschwemmungsgebieten gänzlich zu streichen. Damit erfährt die vom Bundestag bereits geänderte Fassung des Ackerbauverbotes eine deutliche Ablehnung. Bereits im Bundestag wurden parteiübergreifend und in einer Anhörung von allen Sachverständigen die Vorschläge des Bundesumweltministers als fachlich ungerechtfertigt und deplatziert abgelehnt. Der DBV begrüßt das Votum des Bundesrates ausdrücklich und sieht sich hierdurch in seiner Argumentation voll bestätigt.

Nunmehr fordert der DBV die Mitglieder des Vermittlungsausschusses auf, sachgerechte Lösungen für einen vorsorgenden Hochwasserschutz zu finden, aber ideologische und fachlich unhaltbare Forderungen hinsichtlich eines Ackerbauverbotes in Überschwemmungsgebieten zu verhindern. Der Deutsche Bauernverband bekräftigt erneut, dass die deutschen Landwirte Maßnahmen mittragen, solange diese effektiv dem Hochwasserschutz dienen und nicht einseitig zu Lasten der Landwirtschaft umgesetzt werden.

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CDU/CSU: Sonderopfer für Landwirte wettbewerbsfeindlich und unsozial

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Verabschiedung des Haushaltsbegleitgesetzes 2005 im Deutschen Bundestag erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Peter Harry Carstensen:

‚Das mit den Stimmen der Regierungskoalition verabschiedete Haushaltsbegleitgesetz ist für die deutsche Landwirtschaft in höchstem Maße wettbewerbsfeindlich und unsozial. Die Erhöhung der Agrardieselsteuer wird zu einer weiteren Verteuerung der landwirtschaftlichen Produktion in Deutschland führen. Im internationalen Vergleich fallen unsere Bauern weiter zurück. Wieder einmal betreibt die rot-grüne Bundesregierung einen Alleingang zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe: In Zeiten, in denen eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland propagiert wird, und in denen in der Wirtschaftspolitik Steuer- und Abgabensenkungen hoch im Kurs stehen, kommen auf die Landwirte beim Agrardiesel massive Steuererhöhungen in Höhe von 280 Mio. Euro zu.

Unsozial sind die Kürzungen, die Rot-Grün bei den Zuschüssen zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung durchsetzen will. Anstatt den Ausgang der Diskussion über die künftige Gestaltung des Krankenversicherungssystems abzuwarten, wird wieder einmal versucht, die Agrarsozialversicherung zum Stopfen von Haushaltslöchern heranzuziehen. Aber Rot-Grün ist in der Agrarsozialpolitik schon seit Jahren dabei, das Problem des ländlichen Strukturwandels auf dem Rücken der Landwirte auszutragen, anstatt sich einer grundlegenden Reformdiskussion zu stellen.

Die Regierungskoalition will mit ihrer Zustimmung zum Haushaltsbegleitgesetz leider nichts mehr davon wissen, dass alle Fraktionen im Bundestag bei den letztjährigen Haushaltsverhandlungen die Sondersituation der Landwirtschaft anerkannt und im Rahmen des Vermittlungsergebnisses von überproportionalen Kürzungen im Agrarsektor Abstand genommen haben. Es bewahrheitet sich leider wieder einmal, dass sich unsere Landwirte bei der rot-grünen Bundesregierung anscheinend nur auf eines verlassen können: Auf ihre Unzuverlässigkeit!‘

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DBV: Umweltverbände disqualifizieren sich in Cross Compliance

Themen: Archiv — info @ 10:09

Bauernverband weist Vorwürfe zurück

Berlin (agrar.de) – Auf große Verärgerung und völliges Unverständnis sind beim Deutschen Bauernverband (DBV) Meldungen einiger Umweltorganisationen gestoßen, die ein Katastrophenszenario über die Auswirkungen der heute im Bundesrat zur Abstimmung stehenden so genannten Cross Compliance Verordnung im Rahmen der Agrarreform zeichnen. Danach sollen die Landschaft veröden, Wildtiere sterben und die Landwirte ohne Gegenleistung Prämien erhalten. Offenbar haben diese Umweltverbände vergessen, dass sie es waren, die eine volle Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion gefordert haben, und nicht der DBV. Jetzt die Bundesratsbeschlüsse zu beklagen, ist nach Ansicht des DBV scheinheilig.

Die Landwirte halten in Deutschland hohe Standards im Tier- und Verbraucherschutz sowie im Natur- und Umweltschutz ein, die künftig im Rahmen von Cross Compliance und den nationalen Fachrechtskontrollen überprüft werden, betont der Bauernverband. Zusätzlich wird über Cross Compliance noch ein weiterer Standard für die Erhaltung der Flächen in einem ‚guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand‘ festgelegt, der von allen Landwirten einzuhalten ist.

Als übertrieben und realitätsfern bezeichnete der Bauernverband die Debatte darüber, zukünftig würden landwirtschaftliche Flächen für die Produktion verloren gehen und wertvolle Kulturlandschaften veröden. Es stände den Umweltverbänden besser an, in Kooperation mit der Landwirtschaft vor Ort Lösungen für vereinzelt aus der Erzeugung genommene Flächen zu erarbeiten, unterstrich der DBV. Doch die jetzt angezettelte Debatte erschwert den Umweltverbänden, an kooperativen Lösungen mitzuarbeiten.

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23. September 2004

Goldmann: Landwirte sind keine faulen Schmarotzer

Themen: Archiv — info @ 16:09

Staatssekretär Müller muss sich entschuldigen

Berlin (agrar.de) – Zu den Äußerungen von Staatssekretär Alexander Müller, BMVEL, wonach Landwirte ‚keine Hilfen fürs Nichtstun‘ im Zusammenhang mit der Umsetzung von cross compliance erhalten dürften, erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Immer wenn es um das Bedienen und Schüren von Vorurteilen gegen die Landwirte geht, ist ein Grüner zur Stelle. Bei den ‚Bauernspionen‘ spielen Künast und Trittin diese Rolle und kriminalisieren die Landwirte. Bei der Umsetzung der EU-Agrarreform hat Staatssekretär Müller – natürlich auch ein Grüner – diese Aufgabe übernommen.

In den Beratungen zu cross compliance im Bundesrat hat der Politiker von Bündnis 90 /Die Grünen es abgelehnt, den ‚Landwirten fürs Nichtstun Hilfen‘ zu zahlen. Mit solcher Polemik profilieren sich die Grünen seit Jahren auf Kosten der Landwirte.

Richtig ist: Die Kulturlandschaft in Deutschland ist durch die Arbeit von Landwirten über viele Generationen auf der Grundlage der guten fachlichen Praxis entstanden. Dazu müssen Landwirte und ihre Familien hart arbeiten. Mit 38 Stunden in der Woche ist die Kulturlandschaft nicht zu erhalten. Landwirte haben lange vor der Einführung von cross compliance Umwelt-, Natur- und Tierschutz praktiziert.

Deshalb fordere ich Staatssekretär Müller auf, sich für seine ungeheuerliche Entgleisung unverzüglich bei den Landwirten und ihren Angehörigen zu entschuldigen. Es ist eine Unverschämtheit, Landwirte und ihre Familienangehörigen als faule Schmarotzer zu beschimpfen.‘

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BUND: Unionsländer torpedieren Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 15:09

Keine Prämien für Landverödung und Artensterben

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat davor gewarnt, die Umweltstandards beim Bezug von Agrarsubventionen weiter zu schwächen. Die von den unionsgeführten Ausschüssen ausgearbeiteten Vorschläge für die morgige Bundesratssitzung würden es erlauben, praktisch ohne Gegenleistung Agrarprämien einzustreichen. Der BUND sieht darin eine große Gefahr für Umwelt und Natur und einen weiteren Angriff auf die ökologische Lenkungswirkung der Agrarreform.

Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: ‚Während überall gekürzt wird, wollen CDU- und einige SPD-Länder Geld fürs Nichtstun ausgeben. Wertvolle Kulturlandschaften werden veröden, wenn es künftig ausreicht, einmal im Jahr zu mähen, das Mähgut zu zerkleinern und dann liegen zu lassen. Immer mehr für Wiesen und Weiden typische Tier- und Pflanzenarten werden dann verschwinden. Außerdem gehen landwirtschaftliche Flächen verloren, die für die ökologische Produktion von Milch und Fleisch gebraucht werden.‘

Notwendig sei, die Vorschläge der Bundesregierung zur so genannten Direktzahlungen-Verpflichtungen-Verordnung nachzubessern. Das Mähgut auf Grünland müsse nicht nur alle zwei Jahre, sondern jedes Jahr abgeräumt werden. Damit würde die Anreicherung von Stickstoffen verhindert und die Vielfalt der Biotoptypen bewahrt. Ackerflächen sollten alle zwei Jahre gemäht und regelmäßig mit einer Blühmischung besät werden, die Bienen und anderen Insekten Nahrung bietet. Höhere Standards müssten auch für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit gelten. Hecken, Bäume und Feldgehölze seien für den Artenschutz unerlässlich und unabhängig von ihrer Größe zu schützen.

Weiger: ‚Die Funktionäre des Bauernverbands haben die Landesregierungen fest im Griff. Erst gelingt es ihnen im Bundesrat, die Umwandlung der Agrarsubventionen in eine einheitliche Flächenprämie bis auf 2010 zu verschieben. Somit werden weitere sechs Jahre vor allem jene Betriebe profitieren, die maßgeblich für die Umweltschäden der industriellen Landwirtschaft verantwortlich sind. Und jetzt arbeiten dieselben Funktionäre daran, ihrer Klientel Förderprämien möglichst ohne jede Auflage zuzuschanzen. Solche Agrarsubventionen sind nicht zu rechtfertigen – nicht gegenüber den Steuerzahlern, nicht gegenüber den Arbeitslosen und auch nicht gegenüber den Entwicklungsländern.‘

Ein Appell des BUND zusammen mit anderen Umwelt- und Anbauverbänden an die Ministerpräsidenten und Landwirtschaftsminister der Länder ist im Internet abrufbar.

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Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Arbeitskräfte in Landwirtschaft und Gartenbau durch mehr Saisonarbeiter

Themen: Archiv — info @ 14:09

Schwerin (agrar.de) – Die 5.229 landwirtschaftlichen und Gartenbaubetriebe Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigten im Jahr 2003 insgesamt 23.470 ständige Arbeitskräfte. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes waren das 1.174 Personen bzw. 5 Prozent mehr als 2001. Der Anteil der vollbeschäftigten Arbeitskräfte ging im gleichen Zeitraum jedoch von 71,4 Prozent auf 66,7 Prozent zurück. Die Anzahl der Saisonarbeitskräfte erhöhte sich um mehr als 60 Prozent auf 6.764 Personen.

Die Altersstruktur der ständig Beschäftigten hat sich weiter zuungunsten der jüngeren Jahrgänge verändert: 2003 waren 20 Prozent der ständig Beschäftigten 55 Jahre und älter, 1995 waren es nur 15 Prozent. Die Berechnung der Arbeitsleistung in Arbeitskräfteeinheiten (AKE) ergab, wie schon 2001, einen Arbeitskräftebesatz von 1,4 AKE je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Von den 23.470 ständigen Arbeitskräften in den Betrieben der Landwirtschaft und des Gartenbaus waren 15.666 vollbeschäftigt (66,7 Prozent); 2001 lag dieser Anteil bei 71,4 Prozent. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Rechtsformen der Landwirtschaftsbetriebe erhebliche Unterschiede. So sind in den Betrieben der Rechtsform einer juristischen Person (GmbH u. a.) 83 Prozent, in den Personengesellschaften (z. B. GbR) 76 Prozent und bei den Betriebsinhabern und ihren Verwandten in den bäuerlichen Familienbetrieben knapp ein Drittel der Arbeitskräfte vollbeschäftigt. Allerdings werden 60 Prozent dieser Einzelunternehmen im Nebenerwerb geführt, bei dem die Vollbeschäftigung eher die Ausnahme ist.

Im früheren Bundesgebiet, wo die Landwirtschaft traditionell durch den Familienbetrieb geprägt ist, liegt der Anteil der Vollbeschäftigung im Durchschnitt aller Betriebe bei rund 30 Prozent.

In insgesamt 715 Betrieben kamen 2003 zusammen 6.764 nichtständige familienfremde Arbeitskräfte zum Einsatz, 2001 waren es 4.158 in 614 Betrieben. Einzelunternehmen beschäftigten mit 2 880 Personen die meisten Saisonarbeiter. In 167 Betrieben der Rechtsform juristische Person fanden 2.697 Beschäftigte eine befristete Tätigkeit, erheblich mehr als im Jahr 2001: 943 Beschäftigte in 128 Betrieben. An den Gesamtbeschäftigten in Landwirtschaft und Gartenbau haben die Saisonkräfte sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch im Durchschnitt der neuen und alten Bundesländer einen Anteil von 22 Prozent. Ihre wichtigsten Arbeitsgebiete sind die Ernte von Gemüse, einschließlich Spargel, und Obst (sowie die Lese in den Weinbaugebieten).

Männliche Personen haben an den Arbeitskräften einen Anteil von durchschnittlich 73 Prozent, an den Vollbeschäftigten von 79 Prozent und an den Saisonarbeitern von 61 Prozent. Knapp 20 Prozent der ständig Beschäftigten sind 55 Jahre und älter. In den bäuerlichen Familienbetrieben liegt dieser Anteil bei 27 Prozent, wobei 11 Prozent ihrer Beschäftigten bereits das gesetzliche Rentenalter erreicht haben.

Der Arbeitskräftebesatz, ein Maß für die Arbeitsleistung, lag 2003 bei 1,4 Arbeitskräfteeinheiten je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche und war damit wesentlich niedriger als im früheren Bundesgebiet (4,2), zurückzuführen vor allem auf die erheblich geringere Viehhaltung und die nur schwache Ausprägung arbeitskräfteintensiver Landwirtschaftszweige, wie den Anbau von Zierpflanzen, Wein, Sonderkulturen, in Mecklenburg-Vorpommern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

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