05. August 2004

Sonnleitner: Keine Steuererhöhung beim Agrardiesel

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 11:08

Pflanzenöle noch nicht praxisreif

Berlin (agrar.de) – Die Bundestagsfraktionen haben in den letztjährigen Verhandlungen über den Bundeshaushalt ausnahmslos die besondere Wettbewerbssituation der deutschen Landwirtschaft bei ihrem Hauptenergiefaktor, dem Agrardiesel, anerkannt. Im Rahmen des damaligen Vermittlungsausschusses haben sie unter anderem von einer Steuererhöhung beim Agrardiesel Abstand genommen. An den Fakten zur Wettbewerbssituation der deutschen Landwirtschaft hat sich seither nichts geändert. Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in einer Pro- und Contra-Diskussion zur Steuererhöhung beim Agrardiesel gegenüber dem Landwirtschaftsblatt Weser-Ems.

‚Der Berufsstand lehnt deshalb die von Regierungskoalition und dem Bundesfinanzministerium neuerlich geplante Steuererhöhung für Agrardiesel um 287 Millionen Euro strikt ab‘, betonte der DBV-Präsident. Sie würde die Dieselsteuer in der Landwirtschaft drastisch um 56 Prozent erhöhen und die deutschen Landwirte im europäischen Wettbewerb weiter schwer benachteiligen. Mit 25,56 Cent pro Liter sei der Agrardieselsteuersatz im europäischen Vergleich heute bereits extrem hoch gegenüber Steuersätzen von 3,27 Cent in Dänemark oder 5,66 Cent pro Liter Agrardiesel in Frankreich. Sonnleitner erinnerte daran, dass ein durchschnittlicher Betrieb in Deutschland heute bereits rund 1.500 Euro je Jahr mehr Steuern für den Agrardiesel bezahle als sein Mitkonkurrent aus Frankreich.

Die aktuellen Pläne der Regierung mit ihren einseitigen Steuererhöhungen und steigenden Sozialabgaben für die Land- und Forstwirtschaft seien nicht tragbar. Denn es werde völlig verkannt, dass die deutschen Landwirte in der EU bereits mit die höchsten Steuern auf ihre Produktionsmittel zahlten. Laut einer Untersuchung des Münchner ifo Institutes zehrt in Deutschland diese Besteuerung 7 Prozent des Gewinns auf, in Großbritannien, Frankreich oder Italien hingegen nur 2 bis 3 Prozent. Sonnleitner forderte die Bundesregierung auf, ihre Agrarpolitik nach derselben Maxime auszurichten wie ihre Wirtschaftspolitik – und dort hieße es Steuern und Abgaben senken, Bürokratie abbauen, um Investitionen und Arbeitsplätze zu sichern.

Den Vorschlag von einzelnen Abgeordneten der SPD- und Grünen-Bundestagsfraktion mit Biokraftstoffen, wie Pflanzenölen, den landwirtschaftlichen Maschinenpark zu versorgen, nahm Sonnleitner auf. Dies sei aber kurzfristig nicht möglich, da kein einziger Schlepperhersteller Motoren für Pflanzenöle freigebe. Auch praktische Erfahrungen mit hohen Ausfallquoten in einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierten 100-Schlepper-Versuchsprogramm zeigten, dass die Energieversorgung mit Pflanzenölen nicht praxisreif sei. Anders sehe das bei einigen Schleppermodellen bezüglich des Einsatzes von Biodiesel aus. Dem Landwirt, der jetzt und heute dem Wettbewerb ausgesetzt sei, nutzten technisch unausgereifte Lösungen aber nichts. Sonnleitner sprach sich nachdrücklich dafür aus, dass Wissenschaft und Forschung an Kraftstoffen aus Biomasse bis zum praktischen Einsatz in der Landwirtschaft intensiver arbeiten müssten.

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DBV: Freie Ausbildungsplätze im Agrarbereich

Themen: Archiv — info @ 10:08

BA-Statistik für Agrarbereich wenig aussagekräftig

Berlin (agrar.de) – Bundesweit sind zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2004/2005 etwa 1.500 bis 2.000 Ausbildungsplätze in allen 13 Agrarberufen noch unbesetzt, erklärte der Deutsche Bauernverband (DBV).

Häufig scheitert ein Ausbildungsvertrag daran, dass die Bewerber/innen nicht die erforderliche Eignung oder Ausbildungsreife mitbringen. Zwischen den Bundesländern gibt es jedoch Unterschiede. In den östlichen Bundesländern ist der Großteil der Ausbildungsplätze besetzt. Freie Ausbildungsplätze gibt es hier hauptsächlich noch im Beruf Tierwirt. Dagegen stehen in den westlichen Bundesländern in den Berufen Landwirt/in, Gärtner/in und Tierwirt/in noch freie Ausbildungsplätze zur Verfügung. Im Beruf Winzer/in gibt es insbesondere in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg noch freie Ausbildungsplätze. Die freien Plätze für den Beruf Pferdewirt/in verteilen sich gleichmäßig über die westlichen Bundesländer.

Interessenten für Ausbildungsplätze im landwirtschaftlichen Bereich können sich in allen Bundesländern bei den zuständigen Stellen (Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftsämter) melden. Diese veröffentlichen Hinweise und Informationen zur Besetzung freier Ausbildungsplätze in ihren Internetangeboten. Darüber hinaus liefert die Bundesagentur für Arbeit über den Ausbildungsstellenvermittlungsservice (asis) sowie die Datenbank BerufeNet zahlreiche Informationen rund um die Ausbildungssituation im Agrarbereich.

Der DBV bemängelte, dass die Statistik der Bundesagentur für Arbeit für den Agrarbereich nicht so aussagekräftig ist wie gewünscht. Denn aufgrund knapper Finanz- und Personalressourcen können die landwirtschaftlichen Behörden die freien Ausbildungsplätze nicht exakt und kontinuierlich erfassen. Dies stellte der Arbeitskreis Berufsbildung beim Verband der Landwirtschaftskammern über eine bundesweite Umfrage bei allen zuständigen Stellen fest. Viele Betriebe schreiben außerdem ihre Ausbildungsplätze nicht öffentlich aus. Deswegen werden Auszubildende häufig auf persönliche Ansprache oder bei akutem Bedarf spontan und sehr kurzfristig eingestellt, ohne dass die Ausbildungsplätze vorher „am Markt“ angeboten wurden. Deshalb ermutigt der DBV alle potenziellen Bewerber/innen, sich direkt vor Ort zu informieren.

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Pflanzenschutzmittelverbrauch stetig gesunken

Themen: Archiv — info @ 10:08

Hannover (agrar.de) – Deutschlands Bauern haben in den vergangenen zehn Jahren den Verbrauch ihrer Pflanzenschutzmittel erheblich zurückgefahren. Während 1992 noch 33.570 Tonnen Wirkstoffe verkauft wurden, waren es zehn Jahre später nur noch 26.635 Tonnen, meldet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst.

Vor allem bei den Herbiziden (Mittel gegen Unkräuter) kam es in dieser Zeit zu einer deutlichen Abnahme der Wirkstoffmenge. Auch bei Insektiziden (Mittel gegen Insekten) lag der Verbrauch mit 737 Tonnen deutlich niedriger als vor zehn Jahren. Vor allem bei den chemisch-synthetischen Wirkstoffen gegen Insekten kam es regelrecht zu einem Einbruch der Verbrauchsmenge, leichte Zunahmen verzeichneten die aus Naturstoffen hergestellten Präparate. Der erhöhte Verbrauch an biologischen Mitteln ist vornehmlich auf die stark gestiegene Bedeutung der integrierten Pflanzenschutzverfahren in den vergangenen zehn Jahren zurückzuführen. Bei diesem Verfahren wird die Bekämpfung nicht mehr prophylaktisch, sondern nach den vorhandenen Schadschwellen vorgenommen. Bei den Fungiziden (Mittel gegen Pilze) blieb die Wirkstoffmenge mit nahezu 9.700 Tonnen in etwa konstant.

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Bayern: Gute Kartoffelernte erwartet

Themen: Archiv — info @ 10:08

Bauern macht allerdings Konsumrückgang zu schaffen

München (agrar.de) – Deutlich besser als im Trockenjahr 2003 wird die Kartoffelernte in Bayern ausfallen. Dies teilt der Bayerische Bauernverband (BBV) mit. Ein guter Vegetationsverlauf und ausreichend Niederschläge lassen die Kartoffelanbauer auf höhere Hektarerträge hoffen. Die Anbaufläche in Bayern liegt mit rund 50.000 Hektar wie im übrigen Bundesgebiet (290.000 ha) in etwa auf Vorjahresniveau, und damit leicht über dem Vorjahresstand. Die anfängliche Frühjahrstrockenheit hatte zwar das Pflanzenwachstum etwas gebremst, doch die ausreichenden Niederschläge im Juni und Juli holten den Nachholbedarf schnell auf, beschreibt der BBV den Vegetationsverlauf. Die Kartoffelernte zeichnet sich heuer allgemein durch gute Hektarerträge und hervorragende Qualitäten aus. Betrug die Erntemenge im Vorjahr in Bayern nur 1,6 Mio. Tonnen, so könnte sie heuer die 2 Mio.-Grenze wieder erreichen, was dem Durchschnitt der Jahre entspricht. In Deutschland wird eine Ernte von leicht über 10 Mio. Tonnen bei einer Flächenausdehnung von ein bis zwei Prozent geschätzt. In der EU 15 dürfte ebenfalls eine Ernte von ca. 44 Mio. Tonnen erreicht werden. Durch eine weitgehend stabile Nachfrage konnten die Frühkartoffelerzeuger heuer anfänglich bessere Preise als im vergangenen Jahr erzielen. Mit einem Preisniveau von derzeit 7 bis 8 Euro pro Dezitonne stehen die Kartoffelpreise unter Druck. Negativ wirkt sich vor allem das geänderte Verbraucherverhalten aus, welches sich im sinkenden pro Kopf-Konsum widerspiegelt. Um die Attraktivität der Kartoffel als gesundes, natürliches, unverfälschtes Nahrungsmittel zu verbessern, werde nach geeigneten Qualitätskonzepten gesucht.

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04. August 2004

Rheinland-Pfalz: Viehhaltung auf dem Rückzug

Themen: Archiv — info @ 15:08

Schweine- und Rinderbestände weiter verkleinert

Bad Ems (agrar.de) – Der seit etlichen Jahren anhaltende Rückgang der Viehbestände landwirtschaftlicher Betriebe setzte sich auch in den zurückliegenden zwölf Monaten fort. Im Mai 2004 wurden mit 329.000 Schweinen 3,4 Prozent weniger gehalten als im Mai 2003. Die Rinderbestände schrumpften binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent auf 399.000 Tiere. Damit ist innerhalb der letzten zehn Jahre der Schweinebestand um fast ein Viertel verkleinert worden. Der Bestandsabbau bei den Rindern belief sich auf ein Fünftel.

Bei den Schweinen wurde innerhalb der letzten zehn Jahre überdurchschnittlich die Zahl der Zuchtschweine (minus 36 Prozent) reduziert. Damit einhergehend verringerten sich die Ferkelbestände um 31 Prozent. Die Mast- und Jungschweinebestände wiesen demgegenüber einen geringeren Rückgang auf: Die Bestände schrumpften um 20 bzw. 16 Prozent. Ein wichtiger Grund für den Abbau der Schweinebestände dürfte sein, dass nur noch spezialisierte Betriebe eine wirtschaftlich erfolgreiche Schweinehaltung betreiben können.

Da die Milcherzeugung seit 1984 beschränkt ist und die Milchleistung je Milchkuh kontinuierlich ansteigt, wurden die Milchkuhbestände innerhalb der letzten zehn Jahre um 16 Prozent verkleinert. Die extensive Form der Rinderhaltung, die Ammen- und Mutterkuhhaltung, hat ebenfalls den Zenit überschritten. Die Bestände lagen mit 47 400 Tieren auf dem Niveau von 1994. Den größten Bestand gab es im Jahr 2000 mit 53 700 Tieren. Infolge der verringerten Zahl von Kühen entwickelten sich auch die Kälberbestände rückläufig (minus 11 Prozent). Den mit Abstand größten Einbruch wiesen die männlichen Rinderbestände auf. Sie wurden seit 1994 um 42 Prozent reduziert. Ursache hierfür dürfte sein, dass immer weniger Betriebe Rindfleisch kostendeckend erzeugen können.

Die Viehhaltung spielt in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft eine deutlich geringere Rolle als im Bundesdurchschnitt. Nur etwa ein Viertel der Betriebe hält Rinder, der Anteil der Betriebe mit Schweinehaltung liegt bei rund zehn Prozent. Bundesweit halten knapp die Hälfte aller Betriebe Rinder und rund ein Viertel Schweine. Der rheinland-pfälzische Bestand an Rindern macht rund drei Prozent des bundesweiten Bestandes aus, der Schweinebestand weniger als zwei Prozent. Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Zweiter DBV-Erntebericht: Getreideernte läuft unter Volldampf

Themen: Archiv — info @ 15:08

Mähdrescher laufen Tag und Nacht

Berlin (agrar.de) – Die stabilere Wettersituation der vergangenen Tage nutzten Deutschlands Landwirte, um die Gerste und den Raps zu ernten. Nach dem um mehr als zwei Wochen verzögertem Start der Ernte sorgte die hohe Schlagkraft der Landtechnik für ein rasches Voranschreiten der Erntearbeiten. Auf leichten Standorten wird derzeit auch der Roggen geerntet, während mit der Winterweizenernte erst in den Frühdruschregionen begonnen wurde. Dies stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem zweiten Erntebericht fest, der auf einer weiteren Umfrage bei den Landesbauernverbänden beruht.

Die bisherigen Erträge bei der Wintergerste liegen mit einem Niveau von 3,9 Tonne je Hektar auf den leichten Standorten in Brandenburg und den Spitzenerträgen von 8 Tonne je Hektar in Schleswig-Holstein auf einem guten Niveau. 95 Prozent der Wintergerstenanbaufläche, die in diesem Jahr um 4,1 Prozent auf rund 1,37 Millionen Hektar ausgeweitet wurde, sind abgeerntet. Auch die Sommergerstenernte, die Grundlage für deutsches Bier, wurde bisher auf einem qualitativ hohen Niveau eingefahren, die Erträge liegen auf einem Niveau von 4,5 Tonnen je Hektar in Baden-Württemberg und 6,0 Tonnen je Hektar in Rheinland-Pfalz. Es wird von Vollgerstenanteilen über 90 Prozent und guten Eiweißgehalten berichtet. Die Roggenernte fällt in diesem Jahr mit Fallzahlen zwischen 120 Sekunden und 200 Sekunden qualitativ hochwertig aus, so dass die Mühlen gut versorgt werden können. Hochwertig ist auch die Qualität der ersten Weizenernten. Trotz der ungünstigen Großwetterlage im Juni und Juli weist der bisher geerntete Weizen für die Mühlen hochwertige Backqualität auf. Damit beweist die deutsche Landwirtschaft, dass sie sich der verbrauchergerechten Erzeugung stellt und alles was in ihrem Entscheidungsbereich steht umsetzt, um dieses hohe Niveau zu halten.

Die bisher guten Ernteergebnisse haben dazu geführt, dass die Erzeugerpreise in der Ernte deutlich unter Druck stehen. Für die Futtergerste werden zurzeit zwischen 70 Euro je Tonne und 102 Euro je Tonne geboten. Allerdings hat die verzögerte Ernte gezeigt, wie sensibel der Markt ist. Zu Beginn der Ernte wurden aufgrund der geringen Lagerbestände in der Spitze für Futtergerste bis zu 105 Euro je Tonne in Weser-Ems geboten. Angesichts der positiven Aussichten auf dem Weltmarkt, der noch immer von den historisch niedrigen Lagerbeständen geprägt ist, rät der DBV den Landwirten zu Verkaufszurückhaltung. Derzeit liegt zum Beispiel die Notierung an den führenden Warenterminbörsen in Kansas City mit einem Niveau von 120 Dollar je Tonne 11 Dollar je Tonne über dem fünfjährigen Durchschnitt. Entscheidenden Einfluss auf die Preisentwicklung wird die Euro-Dollar-Relation haben, wobei Währungsexperten von einem Anstieg des Dollars ausgehen, so dass europäisches Getreide auf den internatio nalen Märkten an Konkurrenzfähigkeit gewinnen dürfte.

Auch bei Raps geben die Preise zur Ernte nach. Zurzeit werden zwischen 180 Euro je Tonne in Sachsen-Anhalt und in 200 Euro je Tonne in Niedersachsen gezahlt. Allerdings wurde bereits ca. 60 Prozent der erwarteten Ernte im Rahmen von Vorkontrakten verkauft, die in der Spitze ein Niveau von 245 Euro je Tonne hatten.

Angesichts der großen Nachfrage nicht zuletzt aus dem Biodieselbereich, wo in diesem Jahr etwa 2,5 Millionen Tonnen benötigt werden, ist im Laufe des Wirtschaftsjahres mit ansteigenden Preisen zu rechnen.

Regionale Entwicklungen der Getreideernte

Im Süden Deutschlands ist die Wintergerstenernte nahezu abgeschlossen. Während in Bayern die gesamte Wintergerste gedroschen ist, stehen in Baden-Württemberg noch 10 Prozent der Wintergerste „auf dem Halm“. Aus beiden Regionen wird ein gutes Ernteergebnis gemeldet. In Bayern übertrifft die diesjährige Wintergerstenernte das letztjährige Ergebnis von ca. 1,28 Millionen Tonnen um 15 bis 20 Prozent. In Rheinland-Pfalz und Hessen sind mehr als 90 Prozent der Wintergerstenfläche abgeerntet. Hier liegen die Preise derzeit auf einem Niveau von 70 bis 80 Euro je Tonne. In Nordrhein-Westfalen ist die Wintergerstenernte abgeschlossen; es wurden mit 1,09 Tonnen 10 Prozent mehr als im Vorjahr geerntet. In den Spätdruschgebieten Niedersachsens hält die Wintergerstenernte noch an. Die Ernte in beiden Regionen wurde entgegen ersten Befürchtungen trocken eingebracht: Gewichte von 62 bis 63 Kilogramm je Hektoliter wurden gemeldet. Aus Schleswig-Holstein werden gegenüber Vorjahr keine Mengenve ränderungen bei der Wintergerste gemeldet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wurde die Wintergerstenernte abgeschlossen. Alle Regionen haben ein deutlich besseres Ernteergebnis erzielt als im letztjährigen Dürresommer. Die Hektarerträge fielen um 10 Prozent bis zu 50 Prozent besser aus. In Thüringen ebenso wie in Sachsen müssen noch 20 Prozent der Wintergerstenflächen geerntet werden.

Bei der Sommergerste stehen zurzeit noch mehr als 50 Prozent der Fläche ‚auf dem Halm‘. Am weitesten sind die Erntearbeiten in der badischen Frühdruschregion vorangeschritten. Die Erträge bewegen sich dort bei 5 bis 7 Tonnen je Hektar. In Rheinland-Pfalz wurden erst 60 Prozent der Sommergersten-Fläche beerntet. Die Vollgerstenanteile liegen über 90 Prozent und die Ernte kann trocken eingebracht werden. In Hessen und im Rheinland dürften 50 Prozent der Flächen geerntet sein, wobei der Vollgerstenanteil 95 Prozent übersteigt. Allerdings wird von teilweise überhöhten Eiweißgehalten berichtet. Erst 30 Prozent der Braugerste wurden in Bayern geerntet. Dabei liegen die Erntepreise auf einem Niveau von 120 Euro je Tonne. In den neuen Bundesländern und Niedersachsen wurde erst mit der Sommergerstenernte begonnen, wobei man in Niedersachsen auf den ca. 83.000 Hektar Sommergerste von einer Ertragsverbesserung um 3 Prozent ausgeht.

Erst 10 Prozent der Roggenflächen wurden bisher in Brandenburg geerntet. Aus diesem Bundesland, das mit ca. 190.000 Hektar in Deutschland den umfangreichsten Roggenanbau hat, wird ein durchschnittlicher Hektarertrag von 4,6 Tonne je Hektar gemeldet. In Sachsen-Anhalt ist die Ernte auf 30 Prozent der Flächen abgeschlossen, wobei die Erträge bisher um 50 Prozent über Vorjahreswert liegen. Damit dürfte sich in Sachsen-Anhalt der langjährige Mittelwert von ca. 5,0 Tonne je Hektar einstellen. In den westlichen Bundesländern reichen die Meldungen von einer gerade begonnenen Roggenernte in Niedersachsen, der mit ca. 117.000 Hektar zweit größten Anbauregion Deutschlands, bis zu einer beernteten Fläche von 30 Prozent in Bayern.

Bei Weizen wird der Erntebeginn nur aus der traditionellen Frühdruschregion gemeldet. Mit 50 Prozent abgeernteter Fläche ist die Ernte in Rheinland-Pfalz am weitesten vorangeschritten. Dabei reichen die Erträge bis zu 8 Tonne je Hektar. In den meisten Regionen stehen die Landwirte in den Startlöchern, um mit der Weizenernte zu beginnen.

Die Rapsernte schreitet demgegenüber zügig voran. In Bayern dürften 70 Prozent der Flächen ge¬erntet sein. Dabei liegen die Erträge mit 2,4 Tonne je Hektar zwischen 15 Prozent und 20 Prozent über dem Vorjahr. Die Preise für den mit 9 Prozent Feuchtgehalt trocken eingebrachten Raps rangieren bei 190 bis 200 Euro je Tonne. Aus Rheinland-Pfalz werden teilweise Ertragsspitzen von 5,5 Tonne je Hektar Raps gemeldet. In den ostdeutschen Regionen ist die Rapsernte in Sachsen-Anhalt am weitesten vorangeschritten, mehr als 60 Prozent der Rapsfläche ist abgeerntet, wobei die Erträge teilweise 50 Prozent über dem Vorjahr liegen. Im Jahr 2003 waren aufgrund der Dürre nur 3 Tonne je Hektar Raps geerntet worden.

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Grüne zu WTO: Erfolg im Handelsbereich – jetzt soziale und Öko-Standards sichern!

Themen: Archiv — info @ 15:08

Berlin (agrar.de) – Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen, erklärt, zum Ergebnis der WTO-Gespräche in Genf vom vergangenen Wochenende:

‚Am 31. Juli haben 147 WTO-Mitgliedsländer einen Verhandlungsrahmen für den weiteren Fortgang der Doha-Runde vereinbart. Bei dieser Zahl beteiligter Länder mit unterschiedlichsten Interessen konnte es nur um Kompromisse gehen.

Das Ergebnis von Genf ist vor allem ein Erfolg im Handelsbereich. Dem Beispiel der EU folgend sollen alle Subventionen, insbesondere Exportsubventionen im Agrarbereich substanziell reduziert bzw. ganz abgeschafft werden. Ausnahmen werden stark eingeschränkt. Auch die USA müssen ihre Landwirtschaftssubventionen – z.B. bei Baumwolle – einschränken. Bereits im ersten Jahr des Inkrafttretens dieser Vereinbarungen müssen die Unterstützungsmassnahmen um 20% abgebaut werden – mehr als nach der letzten WTO-Runde (Urugay-Round) innerhalb von sechs Jahren erreicht wurde.

Die am wenigsten entwickelten Länder sind von diesem Subventionsabbau ausgenommen. Darüber hinaus müssen diese keine Schutzzölle abbauen, entwickelte Länder sollen ihnen freien Zugang zu ihren Massenmärkten gewähren. Kritische Punkte der Vereinbarung liegen im Bereich der Sicherung bzw. weiteren Durchsetzung von ökologischen und Sozial-Standards. Auch im Bereich ‚geografische Herkunft‘ gibt es noch Klarstellungsbedarf.

Darüber hinaus besteht ein Problem im nicht genauer festgelegten Zeitplan. Insbesondere die – unvermeidliche – Festlegung auf den unteilbaren Charakter des Pakets (’nothing is agreed until everything is Agreed‘) beinhaltet weiterhin die Gefahr des Scheiterns.

Ein solches Scheitern ginge voraussichtlich vor allem zu Lasten der Entwicklungsländer. Bilaterale Vereinbarungen und Handelsblöcke sehen diese im Regelfall in einer schwächeren Position. Auch deshalb darf das Ergebnis von Genf nicht zerredet werden.

Nach dem Scheitern von Cancun hat die Doha-Runde jetzt eine neue Chance bekommen. Das ist auch ein Erfolg weitsichtiger deutscher Agrarpolitik.‘

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 14:08

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest wurden von insgesamt 580 angebotenen Schweinen 580 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,56 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,56 Euro bis 1,56 Euro. Es wurden drei Partien gehandelt.

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Sachsen: Landwirte bauen mehr Wintergetreide an

Themen: Archiv — info @ 14:08

Dresden (agrar.de) – Die Landwirtschaftsbetriebe im Freistaat Sachsen bewirtschaften in diesem Jahr nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 719.600 Hektar Ackerland. Das ist ein geringfügiger Rückgang zum Vorjahr um 3.400 Hektar (0,5 Prozent).

Für Getreide einschließlich Körnermais wurde eine Anbaufläche von 408.500 Hektar ermittelt. Das sind 6.200 Hektar (1,5 Prozent) mehr als 2003. Damit bleibt Getreide die wichtigste Ackerfrucht und wächst in diesem Jahr auf 57 Prozent des Ackerlandes heran. Die Anbaufläche von Wintergetreide konnte gegen­über 2003 um 23.000 Hektar erhöht werden. Gründe waren das schöne Herbstwetter 2003, was eine termingemäße Aussaat ermöglichte und die geringe Auswinterung. Die Anbaufläche von Winterweizen wurde um 9.900 Hektar (6,1 Prozent) auf nunmehr 173.300 Hektar ausgedehnt. Somit bleibt Weizen die am häufigsten angebaute Getreideart und beansprucht 43 Prozent der Getreideanbaufläche. Obwohl der Anstieg der Anbaufläche bei Wintergerste mit 10.500 Hektar (12,6 Prozent) noch stärker ausfällt als bei Winterweizen, verringerte sich die Anbaufläche von Gerste auf 134.900 Hektar (4,4 Prozent zum Vor­jahr). Grund dafür ist der starke Rückgang der Anbaufläche von Sommergerste um 16.700 Hektar (28,9 Prozent). Die sächsischen Landwirte drillten weiterhin 39.600 Hektar Roggen (+24,1 Prozent), 32.900 Hektar Triticale (+8,6 Prozent) und 11.600 Hektar Hafer (-20,9 Prozent).

Der Anbau von Handelsgewächsen umfasst 129.300 Hektar und blieb im Vergleich zum Vorjahr fast konstant (-400 Hektar bzw. 0,3 Prozent). Zu den Handelsgewächsen zählen unter anderem Ölfrüchte (Raps, Körnersonnenblumen, Lein), Rüben und Gräser zur Samengewinnung sowie Hopfen. Handels­gewächse nehmen in diesem Jahr 18 Prozent des Ackerlandes ein. Der größte Rückgang ist bei Öl­früchten mit 1.200 Hektar (1,0 Prozent zum Vorjahr) zu verzeichnen. Gestiegen ist der Anbau von Rüben und Gräsern zur Samengewinnung um 700 Hektar (10,5 Prozent) auf nunmehr 7.300 Hektar.

Die Anbaufläche für Futterpflanzen erreicht mit 101.200 Hektar rund 3.600 Hektar (3,7 Prozent) mehr als im Vorjahr und nimmt damit 14 Prozent des Ackerlandes ein. Silomais wird voraussichtlich auf 65.400 Hektar angebaut. Damit erhöhte sich die Anbaufläche um 1.800 Hektar bzw. 2,8 Prozent.

Auf 25.300 Hektar wachsen Hackfrüchte heran. Das sind rund 500 Hektar (1,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Dabei entfallen 16.700 Hektar auf Zuckerrüben und 8.100 Hektar auf Kartoffeln. Die Anbau­fläche für Hülsenfrüchte ging um 3.900 Hektar (17,5 Prozent) auf 18.600 Hektar zurück. Die wichtigste Hülsenfrucht in Sachsen ist die Futtererbse mit 15.300 Hektar (-14,6 Prozent zum Vorjahr). Die Brache beträgt in diesem Jahr etwa 31.100 Hektar. Das sind 9.100 Hektar (22,6 Prozent) weniger als 2003.

Die Angaben bilden das vorläufige Ergebnis der Integrierten Erhebung 2004, die als Stichprobenbe­fragung in rund 3.500 landwirtschaftlichen Betrieben stattfand.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Brandenburg: Spargel- und Erdbeerernte 2004

Themen: Brandenburg,Erntebericht,Gemüse,Obst,Statistik — info @ 14:08

Erträge liegen über denen des Vorjahres

Potsdam (agrar.de) – Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, wurden in Brandenburg in diesem Jahr durchschnittlich fast 43 Dezitonnen pro Hektar Spargel gestochen. Im Vorjahr waren es 41,8 Dezitonnen pro Hektar gewesen, was einem Plus von gut 2 Prozent entspricht. Das diesjährige Ergebnis der Spargelernte, die traditionell um den Johannistag am 24. Juni endete, lag 6 Prozent über dem sechsjährigen Durchschnitt (40,4 Dezitonnen pro Hektar). Eine Ursache, dass nicht ein noch höherer Ertrag erzielt wurde, war die kühle Witterung während der Ernte dieses ‚königlichen Gemüses‘.

Im vergangenen Jahr hatte sich die ertragsfähige Fläche auf 2.038 Hektar ausgedehnt. Es kann von einer Gesamterntemenge von über 8.700 Tonnen ausgegangen werden, während im Vorjahr 8.519 Tonnen gestochen wurden. Der überwiegende Teil der Spargelanbaufläche (zirka drei Viertel) befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Der Anbau von Erdbeeren hat sich in den vergangenen Jahren auf 312 Hektar ausgedehnt. Nach dem vorläufigen Ergebnis wird von einem Ertrag von 51 Dezitonnen pro Hektar ausgegangen. Da die Ernte noch nicht überall vollständig abgeschlossen sein muss, kann es zu einer leichten Veränderung des Erdbeerertrages kommen. Das diesjährige Pflückergebnis liegt mit zirka 32 Prozent deutlich über dem des Vorjahres (2003: 38,5 Dezitonnen pro Hektar), wobei 2003 eines der schlechtesten Erdbeerjahre für Brandenburg war. Im Vergleich zum mehrjährigen Mittel ergibt sich ein Plus von 5 Prozent. Es ist von einer Erntemenge von 1:526 Tonnen auszugehen (2003: 1:200 Tonnen).

Größere Anbaugebiete von Erdbeeren liegen in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Spree-Neiße.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

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