11. August 2004

HBV: Geplante Kürzungen verhindern

Themen: Archiv — info @ 10:08

Bär appelliert an hessische Bundestagsabgeordnete

(agrar.de) – Angesichts der baldigen Fortführung der Beratungen über das Haushaltsbegleitgesetz 2005 nach der parlamentarischen Sommerpause hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Heinz Christian Bär, die hessischen ‚Landesgruppenchefs‘ der im Bundestag vertretenen Parteien gebeten, sich für die Rücknahme der für die Land- und Forstwirte geplanten Einschnitte einzusetzen.

In einem Schreiben an Bernd Siebert (CDU), Erika Lotz (SPD), Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Heinrich Kolb (FDP) erläuterte Bär, dass die geplanten Änderungen die deutschen Land- und Forstwirte mit einer Mehrbelastung von 287 Mio. Euro pro Jahr massiv treffen würde. Im letzten Herbst sei das Haushaltsbegleitgesetz 2004 mit ähnlichen Kürzungsplänen im Vermittlungsverfahren behandelt und zurückgenommen worden. An der damaligen Begründung, die extrem schlechte Einkommenslage der Landwirte und die notwendige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, habe sich nichts geändert. Insbesondere die geplante erneute Steuererhöhung für Dieselkraftstoff würde Mehrkosten allein für die hessischen Landwirte von rund 13 Mio. Euro verursachen. Dies käme einer Steuererhöhung von 56 Prozent gleich. Gleichzeitig könnten aber Fluggesellschaften wegen steuerfreier Kraftstoffe Flüge ‚zu Taxipreisen‘ anbieten. Dies sei eine nicht zumutbare Ungleichbehandlung für die Bauern, so Bär in seinem Brief. Mit Blick auf die weitaus günstigeren Steuersätze in anderen europäischen Ländern dürfe nicht vergessen werden, dass es sich beim Agrardiesel um ein unverzichtbares Produktionsmittel handele, dessen Verteuerung jeder Landwirt unmittelbar zu spüren bekomme.

In seinem Schreiben weist Bär auch eindringlich auf die drastischen Auswirkungen der Kürzungspläne auf die landwirtschaftlichen Sozialversicherungen hin. So seien für die Jahre 2005 bis 2008 im agrarsozialen Bereich Bundesmittel-Kürzungen in Höhe von 344 Mio. Euro geplant. Aufgrund des weiter fortschreitenden Strukturwandels in der Landwirtschaft und der damit sinkenden Anzahl der beitragszahlenden landwirtschaftlichen Unternehmer müssten beispielsweise in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung (LKV) bei den geplanten Kürzungen der Bundesmittel die Beiträge von immer weniger Landwirten geschultert werden. Bereits für das Jahr 2005 sei eine durchschnittliche Beitragssteigerung von etwa 12,5 Prozent zu erwarten. Die Landwirte seien wie alle anderen vom Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenkassen betroffen. Doch während bei den anderen gesetzlichen Krankenkassen Beitragsstabilität und Senkungen zu erwarten seien, würden die Landwirte zu massiven Beitragserhöhungen herangezogen. Auch dies mache deutlich, wie dringend erforderlich die Beibehaltung der Bundesmittel zur LKV ist.

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Baden-Württemberg: Apfelernte im Marktobstbau 20 Prozent über Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 09:08

Im langjährigen Mittel allerdings nur Durchschnittlich

Stuttgart (agrar.de) – Wie im Vorjahr, so zeichnet sich auch 2004 bei Äpfeln in Baden-Württemberg erneut nur eine knappe Durchschnittsernte ab. Dies wird durch die ersten Schätzungsergebnisse einer repräsentativen Stichprobe belegt. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wird nach derzeitigem Behang im Marktobstbau mit einer Erntemenge von knapp 3,1 Millionen Dezitonnen (dt; 1 dt = 0,1 Tonnen) Äpfeln gerechnet. Das wäre gegenüber dem Vorjahresergebnis von rund 2,6 Mill. dt zwar ein Plus um ein Fünftel; das langjährige Mittel 1998/2003 (3,2 Millionen dt) wird aber gleichwohl um 5 Prozent verfehlt.

Die Gründe für die insgesamt doch enttäuschenden Ernteaussichten sind vielfältig und von Standort zu Standort sehr unterschiedlich. So wurden die teilweise feuchte und kühle Witterung während der Blütezeit und der dadurch beeinträchtigte Bienen- und Insektenflug, der Kälteeinbruch von Ende Mai mit Nachtfrösten von bis zu minus 5 Grad Celsius sowie gebietsweise schwerer Hagelschlag in der ersten Juli-Dekade, andernorts ausgedehnte Starkregenfälle hierfür verantwortlich gemacht.

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10. August 2004

Österreich: Heu- und Rapserträge auf hohem Niveau

Themen: Österreich,Statistik — info @ 09:08

Wien (agrar.de) – Meldungen der Feldfruchtreferenten der Statistik Austria zufolge konnte im Jahr 2004 für den ersten Schnitt an Grünfutter eine Ernte von 4,5 Mio. t ermittelt werden, womit das Vorjahresergebnis um ein Drittel übertroffen wurde. Ausschlaggebend dafür war die – speziell im Frühjahr – warme Witterung sowie großen Niederschlagsmengen vor allem in den Hauptanbaugebieten Ostösterreichs, wo 2003 noch trockenheitsbedingte Einbußen zu beklagen waren.

So konnte auf einer leicht vergrößerten Fläche von 74.900 ha (+5 Prozent) eine Kleeheuernte von 349.800 t (+37 Prozent) geschnitten werden; darunter 32.700 t (+32 Prozent) Rotklee, 50.800 t (+64 Prozent) Luzerne sowie 266.400 t (+33 Prozent) Kleegras. Mit 33.000 ha (+7 Prozent) wurde in Niederösterreich die größte Kleefläche bewirtschaftet, worauf 151.500 t (+47 Prozent) Heu geerntet werden konnten. Oberösterreichische Kleekulturen erzielten auf ebenfalls erweiterten Flächen von 27.300 ha (+4 Prozent) mit 132.400 t eine um 27 Prozent höhere Ernte als in Vorjahr.

Auch beim ersten Wiesenheuschnitt lagen mit 3,9 Mio. t (+33 Prozent) die Erträge deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahres, wobei Oberösterreich mit 1,1 Mio. t (+35 Prozent) das bedeutendste Anbaugebiet war, gefolgt von der Steiermark mit 753.000 t (+50 Prozent) und Niederösterreich mit 744.700 t (+53 Prozent).

Winterraps verzeichnete nach dem trockenheitsbedingten Einbruch im Vorjahr und trotz geringerer Anbaufläche (34.900 ha; -19 Prozent) einen Erntezuwachs von 37 Prozent auf 105.600 t.

Ersten Schätzungen zufolge kann auch bei frühen und mittelfrühen Speisekartoffeln mit einer Produktionssteigerung auf 304.300 t (+13 Prozent) gerechnet werden. Regional wurde jedoch vermehrt über Kartoffelkäferbefall sowie Ertragsminderungen aufgrund von Kraut- und Knollenfäule berichtet.

Die Ernteerwartungen bei Körnererbsen sind mit 115.400 t (+24 Prozent) ebenfalls sehr vielversprechend, obwohl die Anbauflächen gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 39.200 ha verkleinert wurden.

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09. August 2004

Sachsen: Viehbestände in Sachsen unter Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 14:08

Rinderbestand auf neuem Tiefpunkt

Kamenz (agrar.de) – Anfang Mai 2004 haben die sächsischen Landwirte 505.100 Rinder, 614.600 Schweine und 142.200 Schafe gehalten. Demgegenüber wurden 1990 noch 1,1 Millionen Rinder, 1,5 Millionen Schweine und 274.000 Schafe in Sachsen gezählt.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, setzte sich auch 2004 der seit Jahren anhaltende Bestandsabbau in der Rinderhaltung fort. Der Rinderbestand verringerte sich in den vergangenen zwölf Monaten um weitere 16.500 Rinder (3,2 Prozent) und erreichte damit einen neuen Tiefpunkt. Von diesem Rückgang sind alle Altersgruppen und Nutzungsrichtungen betroffen. Der zahlenmäßig stärkste Rückgang ist in der Milchkuhhaltung zu verzeichnen. Mit 202.500 Milchkühen wurden 6.100 Tiere (2,9 Prozent) weniger als vor Jahresfrist erfasst. In der Ammen- und Mutterkuhhaltung wurden 35.600 Kühe – 500 Tiere (1,4 Prozent) weniger als 2003 – gezählt. Mit dem Rückgang der Kuhzahlen einhergehend sinkt der Bedarf an weiblichen Zucht- und Nutzrindern über zwölf Monate für die Reproduktion der Kuhbestände. Deren Bestand reduzierte sich um 3.500 (3,1 Prozent) auf 110.200 Tiere. Die Zahl der Kälber verringerte sich seit Mai 2003 um 2.200 (3,0 Prozent) auf 72.700. Überdurchschnittliche Bestandsrückgänge sind bei den männlichen Rindern über sechs Monate ersichtlich. Deren Zahl sank um 2.400 Tiere (6,5 Prozent) auf 35.300 Stück.

In den sächsischen Betrieben mit Schweinehaltung wurden 26.800 Tiere (4,2 Prozent) weniger als im Mai 2003 gehalten. Überdurchschnittliche Bestandsrückgänge sind bei Ferkeln und Mastschweinen zu verzeichnen. Die Zahl der Ferkel verringerte sich um 21.300 auf 165.400 Tiere (11,4 Prozent). Auch die Zahl der Mastschweine sank um 22.600 (11,4 Prozent) auf 176.500 Masttiere. Demgegenüber ist in der Kategorie Jungschweine ein Zuwachs um 16.900 Tiere (9,8 Prozent) ersichtlich. Die Zahl der Zuchttiere (Zuchtsauen und Zuchteber) blieb mit 83.100 Tieren im Vergleich zum Vorjahr (83.000) fast konstant (+0,2 Prozent). Die 16.400 noch nicht trächtigen Jungsauen – 1.100 Stück mehr als im Vorjahr – lassen auf wieder wachsende Schweinebestände hoffen.

Auch in der sächsischen Schafhaltung ist im Vergleich zum Vorjahr ein Bestandsrückgang eingetreten. Die Zahl der in Sachsen gehaltenen Schafe verringerte sich um 700 Tiere (0,5 Prozent). Mit 90.700 Tieren bilden weibliche Zuchtschafe und Jährlinge den Hauptanteil (63,8 Prozent) am Gesamtbestand. Im Vergleich zum Mai 2003 sind dies 1.900 Tiere (1,9 Prozent) weniger. Der Bestand an Schafen unter einem Jahr erhöhte sich demgegenüber im Vergleichszeitraum um 1.200 (2,5 Prozent) auf 48.100 Tiere. Weiterhin werden 1.500 Schafböcke zur Zucht und 1.800 Hammel und übrige Schafe gehalten.

Diese Angaben stammen aus einer Befragung von rund 3.500 landwirtschaftlichen Betrieben im Rahmen der Integrierten Erhebung in der Landwirtschaft im Mai dieses Jahres.

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06. August 2004

DBV: Landwirtschaft erhält keine erhöhten Steuervergünstigungen

Themen: Archiv — info @ 13:08

Verband kritisiert Studie des IfW

Berlin (agrar.de) – ‚Für die Landwirtschaft gab es seit 1998 keine zusätzlichen Steuerbegünstigungen‘. Das stellte der Deutsche Bauernverband (DBV) über eine Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) klar. Ifw ermittelte in seinen Berechnungen, dass im Vergleich zum Jahr 1998 alle Steuervergünstigungen in Deutschland von 37,8 Milliarden Euro auf den heutigen Stand von 45 Milliarden Euro gestiegen seien. Nur noch 3 Prozent davon entfallen auf die Landwirtschaft. Trotzdem wird festgestellt, dass die Steuervergünstigungen zugunsten der Land- und Forstwirtschaft stark expandiert seien. Als einer der maßgeblichen Vergünstigungen werden die ‚zusätzlichen Mineralölsteuervergünstigungen ab dem Jahr 2001‘ und eine ‚Vergünstigung bei der Erbschaftssteuer‘ genannt. Der DBV betont ausdrücklich, dass beides keine Begünstigungen für die Landwirtschaft seien. So sei der besondere Agrardieselsteuersatz für die Landwirtschaft für die Wettbewerbsgleichheit gegenüber ausländischen Unternehmen unbedingt erforderlich.

Wie die Studie richtig ausführt, wurde der Agrardiesel im Jahre 2001 begrifflich von einer Finanzhilfe zu einer Steuervergünstigung umgewandelt. Somit erhielten also die Steuervergünstigungen optisch einen ‚Zuwachs‘, wogegen die Finanzhilfen gekürzt wurden. Von einem Mehr an Vergünstigungen kann aber nicht gesprochen werden. Der rechnerische Anstieg der Steuervergünstigungen in den Jahren 2002 bis 2004 resultiert alleine aus der Tatsache, dass der Agrardiesel durch die Ökosteuer um rund 15 Cent verteuert wurde. Seit 2001 blieb der Agrardieselsteuersatz auf einem Niveau von 25,56 Cent pro Liter.

Tatsächlich stellt dieser Agrardieselsteuersatz bereits eine erhebliche Benachteiligung der deutschen Landwirtschaft gegenüber den europäischen Mitwettbewerbern dar. Die Bauern in Dänemark zahlen 3,27 Cent pro Liter, in Frankreich 5,66 Cent pro Liter und in England 5,88 Cent pro Liter. Dies macht deutlich, dass dieser Steuersatz keine Vergünstigung, sondern eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der deutschen Landwirte darstellt. Während die Bundesregierung einer Reihe von Industriezweigen (siehe Aluminiumindustrie) und Dienstleistungen (siehe Flugunternehmen) mit Steuerentlastungen entgegenkommt, soll in der Landwirtschaft genau das Gegenteil erfolgen.

Ebenso kann bei der Erbschaftssteuer nicht von Steuervergünstigung gesprochen werden. Die Grundlage für die Bemessung der Erbschaftssteuer ist der aus dem landwirtschaftlichen Betrieb zu erzielende Ertrag. Nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 1995 ist die Erbschaftssteuer so zu bemessen, dass die Fortführung der Betriebe steuerlich nicht gefährdet und eine Zerschlagung vermieden wird.

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DBV: Aldi-Nord ruiniert jetzt auch die alternativen Legehennenhalter

Themen: Archiv — info @ 12:08

Billigdiscounter plant ab Montag Eier aus Bodenhaltung für 69 Cent/10 Stück anzubieten

Berlin (agrar.de) – Wie bei der Milch kommt das ruinöse Preisdumping des Billigdiscounters jetzt auch auf die deutsche Eierbranche zu. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bundesverband Deutsches Ei (BDE) aus verlässlichen Quellen erfahren haben, will die Handelskette Aldi Nord ab kommenden Montag die 10er Packungen Eier aus Bodenhaltung zum unglaublichen Dumpingpreis von 0,69 Euro anbieten.

Mit dieser ruinösen Preisstrategie versucht sich die Handelskette einen Wettbewerbsvorteil auf Kosten der deutschen Eiererzeuger zu verschaffen. Der Billigdiscounter setzt mit diesem Vorgehen das Preisniveau bei Eiern aus Bodenhaltung gleich mit dem von Eiern aus herkömmlicher Käfighaltung. Geplant ist auch, Eier aus herkömmlicher Käfighaltung bei dem Discounter vorerst wieder auszulisten. Kaum ein deutscher Legehennenerzeuger, der seine Eier in alternativer Haltung, z.B. Bodenhaltung erzeugt, kann bei dieser Niedrigpreispolitik wirtschaftlich erfolgreich arbeiten.

Die geplante Billigaktion für Eier aus Bodenhaltung widerspricht eklatant auch dem Ziel von Verbraucherschutzministerin Renate Künast, die Verbraucher daran zu gewöhnen, für den Kauf von Eiern aus alternativen Haltungsformen ‚tiefer in die Tasche zu greifen‘. Nur so könnten aber die deutschen Legehennenhalter wirtschaftlich sinnvoll in alternative Haltungsformen einsteigen.

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05. August 2004

FFH in Bayern: Gutachten bestätigt Zweifel der Bauern

Themen: Archiv — info @ 16:08

Spielraum bei Nachmeldung von FFH-Gebieten nutzen

München (agrar.de) – ‚Das Bauchgrimmen der Bauern ist kein Phantomschmerz‘ – diesen Schluss zieht BBV-Umweltpräsident Walter Heidl aus einem nun vorliegenden Fachgutachten des Kölner Büros für Faunistik. Gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, dem Verband der bayerischen Grundbesitzer, dem Bayerischen Waldbesitzerverband und anderen Verbänden hatte der Bayerische Bauernverband (BBV) die Untersuchung in Auftrag gegeben. Ziel war es, beispielhaft Gebietsvorschläge zur Nachmeldung von FFH- und Vogelschutzgebieten und im Vorfeld schon besonders umstrittene Flächen auf fachliche Stichhaltigkeit hin zu überprüfen. Die Ergebnisse des Kölner Büros für Faunistik geben ein deutliches Bild ab. So kommen die Gutachter bei 21 von 22 untersuchten Flächen zu dem Ergebnis, dass eine Einbeziehung nach den EU-Vorgaben nicht erforderlich sei. In mehreren Fällen waren weder die wertgebenden Tier- noch die Pflanzenarten nachweisbar, wie zum Beispiel Wiesenbrüter oder der Große Wiesenknopf als typischer Vertreter von extensiven feuchten Mähwiesen. Andere Stichproben zeigten, dass die Flächen aufgrund von Ackernutzung nicht als Lebensraum für die zu schützenden Arten – etwa die Grüne Keiljungfer, eine Libellenart – in Frage kommen. Frappierend sei, dass in erheblichem Umfang vier- bis fünfschnittige Wiesen fälschlicherweise als extensives Grünland eingestuft wurden. Umweltminister Schnappauf muss Farbe bekennen

Bei zwei Gebietsvorschlägen stellten die Gutachter sogar die Notwendigkeit der Meldung an die EU insgesamt in Frage. So konnte im geplanten FFH-Gebiet ‚Hölle‘ im Landkreis Regensburg der Ausweisungsgrund, das ‚Grüne Koboldmoos‘, trotz intensiver Suche nicht aufgefunden werden. Hier fehle also die Rechtfertigung für die Gebietsmeldung. Auch im Fall des geplanten Vogelschutzgebietes ‚Regentalaue/Chambtal‘ im Landkreis Cham sei die Grundsatzfrage zu stellen, ob eine Nachmeldung überhaupt erforderlich sei, weil die EU-Kommission dieses Gebiet in ihrem ‚Ergänzenden Aufforderungsschreiben‘ mit keinem Wort erwähnt. Die Ergebnisse aus den Ortsbegehungen bestätigen die Vermutungen des Bayerischen Bauernverbandes, dass die Gebietsvorschläge über das notwendige Maß hinausschießen. Der Bayerische Bauernverband geht davon aus, dass auch zahlreiche andere Flächen vorgeschlagen wurden, deren Einbeziehung aufgrund der EU-Vorgaben nicht erforderlich sei, und dass deutliche Flächenreduktionen möglich wären. ‚Umweltminister Dr. Schnappauf muss nun Farbe bekennen und sicherstellen, dass der volle Ermessensspielraum ausgeschöpft‘, fordert BBV-Umweltpräsident Heidl nun zum Abschluss des Dialogverfahrens.

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Die Plätze für Legehennen werden weniger

Themen: Archiv — info @ 15:08

Hannover (agrar.de) – Die Geflügelhalter in der Bundesrepublik haben in den vergangenen Jahren ihre Legehennenplätze deutlich reduziert. Nach Ermittlungen des Landvolks Niedersachsen wurden im Jahr 2001 in Deutschland noch 41,17 Millionen Hennenhaltungsplätze gezählt, ein Jahr später waren es nur noch 40,7 Millionen. Einen besonders starken Rückgang gab es im Jahr 2003 mit nur noch 38,7 Millionen Hennenhaltungsplätzen. Davon waren 13,6 Millionen in Niedersachsen beheimatet, während 2001 noch 14,3 Millionen Plätze gezählt wurden. Ohnehin stehen viele Plätze leer, denn die Auslastung der Haltungskapazität lag 2003 im Jahresdurchschnitt nur noch bei 83,6 Prozent. 2001 waren es noch zwei Prozent mehr.

Dies führte zu einem rückläufigen Selbstversorgungsgrad bei Eiern. Während 1990 noch 80 Prozent des deutschen Eierverbrauchs aus eigener Erzeugung gedeckt wurden, waren es 2000 nur noch 75 Prozent und im vergangenen Jahr schrumpfte die Eigenversorgung weiter auf nur noch knapp 71 Prozent.

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Niedersachsen: Trendwende im Schweinestall

Themen: Archiv — info @ 14:08

Viehzählung: Bestände wieder rückläufig – auch weniger Rinder

Hannover (agrar.de) – In der niedersächsischen Schweinehaltung ist nach den Bestandsaufstockungen der vergangenen Jahre jetzt offenbar eine Trendwende eingeleitet worden. Wie das Landvolk Niedersachsen mitteilt, hat die Viehzählung des Landesamtes für Statistik am 3. Mai einen deutlichen Rückgang der Tierbestände ergeben. Die Zahl der Schweine insgesamt verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent von 7,795 Millionen auf 7,575 Millionen. Von 2002 bis 2003 war dagegen noch ein Anstieg um 0,3 Prozent festgestellt worden. Dabei wurden mit Abstand die meisten Schweine im Landwirtschaftskammerbezirk Weser-Ems als Hochburg der Veredelung gehalten. Dort wurden mit 4,930 Millionen Tieren fast doppelt so viele gezählt wie im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover mit 2,644 Millionen. Besonders stark sank die Zahl der Mastschweine, und zwar um sieben Prozent auf 3,312 Millionen Tiere. Dies hat sich bereits in einem deutlich festeren Markt als zum Jahresbeginn niedergeschlagen. Experten rechnen auch für die nächste Zeit noch mit einem knappen Angebot an Schlachtschweinen. Ebenfalls rückläufig gegenüber Mai 2003 war die Zahl der Zuchtsauen, die um 1,9 Prozent auf 646.000 sank. Mit einem Wiederanstieg der Schweinefleischerzeugung ist deshalb kurzfristig wohl nicht zu rechnen.

Schrumpfende Tierbestände haben die Viehzähler auch in den Rinderställen ermittelt. Gegenüber Mai 2003 sank die Rinderzahl insgesamt um 2,9 Prozent von 2,661 Millionen auf 2,585 Millionen Tiere. Damit hat sich die Bestandsabstockung gegenüber dem Jahr zuvor noch beschleunigt; gegenüber Mai 2002 waren die Bestände im Mai 2003 um 2,1 Prozent gesunken. Während dabei die Zahl der Milchkühe nur um ein Prozent auf 740.800 zurückging, nahm die Zahl der Schlachtrinder in allen Kategorien ab. So wurde bei den Mastbullen zwischen einem und zwei Jahren eine Abnahme um sechs Prozent auf 313.700 Tiere festgestellt. Bei den männlichen Tieren über zwei Jahren, vornehmlich Ochsen, lag der Rückgang mit minus 5,8 Prozent in ähnlicher Größenordnung. Auch die Zahl der weiblichen Schlachtfärsen wies mit einem Rückgang um neun Prozent ein stattliches Minus auf, absolut lag die Zahl allerdings nur bei 10.600 Tieren. Offenbar bleibt derzeit in den Ställen auch der Nachwuchs aus, die Zahl der Kälber unter einem halben Jahr verminderte sich immerhin um 8,2 Prozent auf 434.400. Schließlich wurden ebenso die Mutterkuhbestände um 1,7 Prozent auf 72.300 abgestockt.

Zuwächse weist die Viehzählung vom Mai lediglich bei den Schafen aus. Ihre Zahl stieg gegenüber Mai 2003 um 5,9 Prozent auf 278.200, nachdem sie im Jahr zuvor noch um 8,6 Prozent auf 262.700 gesunken war. Die meisten Schafe werden im Kammergebiet Hannover gehalten. Dort wurden 169.400 Tiere gezählt, während in Weser-Ems nur 108.700 Schafe von den Statistikern erfasst wurden.

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Selbstversorgung bei wichtigen Agrarprodukten rückläufig

Themen: Archiv — info @ 12:08

Hannover (agrar.de) – Bei wichtigen Agrarprodukten hat sich der Selbstversorgungsgrad im vergangenen Jahr rückläufig entwickelt. Nur noch bei Getreide, Rindfleisch und Milcherzeugnissen lag der Selbstversorgungsgrad über 100 Prozent, so das Landvolk Niedersachsen.

Bei Schweinefleisch sank der Selbstversorgungsgrad leicht von 91 auf 90 Prozent und bei Eiern konnten nur noch 71 Prozent des Verbrauchs gegenüber 74 Prozent im Vorjahr aus eigener Erzeugung gedeckt werden. Am niedrigsten war die Selbstversorgung bei Gemüse und Obst. Hier wurden 2003 nur 40 Prozent bei Gemüse und 12 Prozent bei Obst aus deutschen Landen gedeckt. Lediglich bei Kartoffeln gab es mit einem Selbstversorgungsgrad von 108 Prozent nur geringe Überschüsse.

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