18. August 2004

Gute Aussichten für Äpfel und Birnen aus NRW

Themen: Archiv — info @ 12:08

Münster (agrar.de) – Die Aussichten für die diesjährige Kernobsternte in Nordrhein-Westfalen sind nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gut. Landesweit hängen mehr als 52.000 Tonnen Äpfel an den Bäumen. Diese Menge liegt leicht unter dem langjährigen Durchschnitt, aber deutlich über dem des Vorjahres. Im Gegensatz zu 2003 gab es in diesem Jahr kaum Spätfröste, die die Blüten schädigen können. Alle Sorten tragen reichlich Früchte.

Schwerpunkt des Apfelanbaus in Nordrhein-Westfalen ist der Raum um Meckenheim sowie das Vorgebirge bei Bonn und der Niederrhein. Hier rechnet die Landwirtschaftskammer mit einer Gesamtapfelernte in Höhe von 47.700 Tonnen. In Westfalen-Lippe wird eine Apfelernte von etwa 4.500 Tonnen erwartet. Moderate Temperaturen und regelmäßiger Regen brachten in diesem Jahr ideale Wachstumsbedingungen und sorgten für eine hervorragende Qualität der heranreifenden Äpfel.

Durch eine verspätete Blüte und vergleichsweise kühle Witterung beginnt die Apfelernte in diesem Jahr vor allem für die frühen Herbstsorten Gala, Elstar und Boskoop erst Anfang September und damit erst etwa zwei Wochen später als normal. Eine Ernte deutlich über dem Vorjahresergebnis wird es in diesem Jahr insbesondere für die Sorten Elstar, Jonagold, Boskoop und Gala geben. Der Nachschub für die besonders im Rheinland beliebte Sorte Cox, die im vergangenen Jahr besonders unter Hitze und Trockenheit gelitten hatte, ist in diesem Jahr mit 5.200 Tonnen erwarteter Erntemenge gesichert.

Gut sind die Aussichten auch für die Birnenernte. In Nordrhein-Westfalen sind auf etwa 154 Hektar reichlich Birnen in guter Qualität herangewachsen.

Europaweit rechnen die Experten bei Äpfeln und Birnen in diesem Jahr mit einem Ertrag, der um zirka 300.000 Tonnen höher als im Vorjahr ausfällt. Damit liegt die Ernte in Europa auch in diesem Jahr noch unter dem langjährigen Durchschnitt.

Links zum Thema Obst, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

BfN: Rückgang der Artenvielfalt soll weltweit bis 2010 deutlich reduziert werden

Themen: Archiv — info @ 12:08

Bundesamt erarbeitet Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt

Bonn (agrar.de) – Wird unsere Landschaft nachhaltig genutzt? Wie steht es um die Arten- und Lebensraumvielfalt in Deutschland? Nehmen die Arten in Deutschland zu oder ab? Für die Beantwortung dieser komplexen Fragen werden anschauliche und zugleich fachlich fundierte Indikatoren benötigt. In einem Forschungsvorhaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurde ein Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt erarbeitet, der Aussagen über den Zustand von Natur und Landschaft macht. Auf diese Weise können Erfolge, aber auch Fehlentwicklungen bei der Sicherung der biologischen Vielfalt sichtbar werden.

Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt beruht auf der Bestandsentwicklung von insgesamt 51 Vogelarten, zu denen bundesweit seit vielen Jahren umfangreiche Daten verfügbar sind. Die Bestandsveränderungen der ausgewählten Arten indizieren die Qualität der Lebensräume und stehen stellvertretend für die Entwicklung vieler anderer Arten in der Landschaft. Die Trends spiegeln zum Beispiel die Nachhaltigkeit der Flächennutzung wider, welche eine wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist.

Diese Vogelarten sind den wichtigsten Landschafts- und Lebensraumtypen in Deutschland zugeordnet (Agrarlandschaft, Wälder, Siedlungen, Binnengewässer, Küsten und Meere). Ein Expertengremium hat für jede einzelne Vogelart einen Bestands-Zielwert festgelegt, der bis zum Jahr 2015 erreicht werden könnte, wenn die Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung und die gesetzlichen Vorgaben im Naturschutz vollständig umgesetzt werden. Aus der Annäherung an die Zielwerte in jedem einzelnen Lebensraumtyp wird der Gesamtindikator berechnet.

Der ‚Artenindikator‘ zeigt, dass bis 1990 ein starker Rückgang der Bestände der Vogelarten stattgefunden hat. Seitdem verläuft die Kurve relativ ausgeglichen bei etwa 70 Prozent des Zielwertes. Um in Zukunft eine Verbesserung zu erreichen, muss u. a. die Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr deutlich vermindert werden. Weiterhin sind die Ausweitung eines naturverträglichen Landbaus und die konsequente Umsetzung des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes zu fordern. Der Indikator signalisiert somit weitreichenden politischen Handlungsbedarf, um die Ziele einer nachhaltigen Flächennutzung zu erreichen und die biologische Vielfalt zu fördern.

Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt ist einer von insgesamt 21 Indikatoren der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und der wichtigste Naturschutzindikator. Als zentraler Schlüsselindikator dient er auch der Überprüfung des sogenannten 2010-Ziels des EU-Umweltaktionsprogramms und des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt. Der ‚Artenindikator‘ wird in den Fortschrittsbericht 2004 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie einfließen und fortan alle zwei Jahre aktualisiert werden. Damit ist ein wichtiger Erfolg bei der Verankerung naturschutzfachlicher Themen in der politischen Debatte um Fragen der nachhaltigen Nutzung von Natur und Landschaft erreicht.

Das Forschungsprojekt zur Konzipierung des Nachhaltigkeitsindikators für die Artenvielfalt lief in den Jahren 2002 bis 2004. Es wurde vom Interdisziplinären Ökologischen Zentrum der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, dem Büro Dr. Hermann Stickroth und der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Heft 63 der Schriftenreihe ‚Angewandte Landschaftsökologie‘ publiziert und können für 14,- Euro im Buchhandel oder beim BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, 48084 Münster, Tel. 02501/801-300 bezogen werden.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

DBV: Deklaration von Mischfuttermitteln schafft Transparenz und Sicherheit

Themen: Archiv — info @ 11:08

Verband bedauert gerichtliche Auseinandersetzungen um die Angabe der Inhaltsstoffe

Berlin (agrar.de) – Die Futtermittelindustrie sollte aus Gründen der Transparenz und Sicherheit von juristischen ‚Scharmützeln‘ absehen und die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration von Mischfuttermitteln umsetzen. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) betonte, könnte nur so eine einheitliche und vergleichbare Deklaration von Futtermitteln in Deutschland sichergestellt werden. Die Meinung der Mischfutterhersteller, dass die offene Deklaration zu einer vollständigen Offenlegung der Rezepturen von Mischfuttern führe, teile der DBV nicht. Denn es müssen Zusätze wie Vitamine, Spurenelemente und andere Wirkstoffe nicht mit ihren Gewichtsanteilen angegeben werden.

Seit Juli dieses Jahres müssen Mischfutterhersteller die eingesetzten Rohstoffe in den Mischungen mit ihren Einsatzmengen angeben. Diese so genannte offene Deklaration hatte der europäische Gesetzgeber als Konsequenz aus der BSE-Krise eingeführt und die Mitgliedsstaaten verpflichtet, sie in nationales Recht umzusetzen. Die Bundesregierung ist mit der Änderung der Futtermittelverordnung dieser Verpflichtung nachgekommen. Dennoch gibt es Unsicherheiten bezüglich der Rechtslage beziehungsweise einer einheitlichen Umsetzung in Deutschland. So hat das Bundesverfassungsgericht (BVefG) in Karlsruhe jetzt der Verfassungsbeschwerde eines Mischfutterherstellers gegen die offene Deklaration stattgegeben. Dieser sah den ‚Know-How-Schutz‘ seiner Produkte gefährdet und war mit seinem Anliegen vor dem zuständigen Oberverwaltungsgericht gescheitert. Da allein die Oberverwaltungsgerichte in den Bundesländern für Entscheidungen in dieser Frage zuständig sind, gelten trotz des BVefG-Urteils in den einzelnen Regionen nun unterschiedliche gesetzliche Regelungen. Zurzeit wird die Rechtmäßigkeit dieser Bestimmung vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg geprüft, wodurch eine EU-weit gültige Klärung herbeigeführt wird.

Die Deklaration der Bestandteile von Mischfuttermitteln beinhaltet wichtige Informationen für den Landwirt. Nur eine klare Auszeichnung erlaubt dem Landwirt eine optimale Fütterung seiner Nutztiere. Mit detaillierten Angaben zu Inhaltsstoffen und Bestandteilen kann die Futterration gezielt zusammengestellt und auf den Bedarf der Tiere abgestimmt werden. Änderungen bei der Rohstoffzusammensetzung können mit dieser Kennzeichnung schnell erkannt und bei der Gesamtration berücksichtigt werden. Die Deklaration ist zudem ein verlässliches Verfahren, um Mischfuttermittel am Markt vergleichbar zu machen.

Links zum Thema Verbände.

17. August 2004

Grüne warnen vor Kauf von Dumping-Eiern

Themen: Archiv — info @ 14:08

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der drastischen Eierpreissenkungen des Handelsunternehmens Kaufland erklärt Ulrike Höfken, verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wir warnen Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Kauf von Dumping-Eiern. Eier zu 69 Cent im Zehnerpack sind kein nettes Schnäppchen. Sie sind ein Skandal, denn kein deutscher Landwirt kann zu diesem Preis ein Qualitätsei erzeugen, erst recht nicht aus artgerechter Haltung. Mit einer solchen Preispolitik untergräbt der Handel die Bemühungen deutscher und europäischer Produzenten, gesunde sowie tier- und umweltgerechte Lebensmittel zu erzeugen und gefährdet damit hunderte Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Der Preiskampf des Lebensmittelhandels wird damit auf Kosten der Tiere, der Erzeuger, der Verbraucher und der Qualität geführt. Lebensmittel sind keine Ramschware, die immer billiger produziert werden kann. Lebensmittel sind ihren Preis wert.

Wir haben Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit einer solchen Preispolitik und fordern die Wirtschaft in ihrem eigenen Interesse auf zu prüfen, ob hier gegen wettbewerbsrechtliche Bestimmungen verstoßen wird.

Preissenkungen von 44 Prozent – von heute auf morgen – zeigen überdeutlich, dass es nicht der Tierschutz ist, der die Eierproduktion in Deutschland ruiniert, sondern der skandalöse Preiskampf, bei dem nicht einmal konventionelle Käfigeierproduzenten mithalten können.

Es zeigt sich um so mehr: Es ist richtig, auf Qualität zu setzen und tiergerechte Kaufentscheidungen der Verbraucherinnen und Verbraucher aufzubauen.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

16. August 2004

Neue Handreichung für Biogaserzeuger

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 12:08

Berlin (agrar.de) – Das Bundesverbraucherministerium gibt eine neue Broschüre für Biogaserzeuger heraus, die über Förderung, Technik und Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen informiert. ‚Mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind die Bedingungen für die Biogaserzeugung weiter entscheidend verbessert worden. Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der Biogasanlagen im nächsten Jahr kräftig erhöhen wird. Die neue Broschüre soll Landwirten den Einstieg in diese zukunftsweisende Branche erleichtern‘, erklärte Alexander Müller, Staatssekretär im Ministerium, in Berlin.

Biogas zu erzeugen ist für immer mehr Landwirte eine lukrative Einkommensquelle. Dennoch reizen die derzeit über 2.000 landwirtschaftlichen Anlagen die Potenziale der Energiegewinnung aus Biogas längst nicht aus. Allein durch landwirtschaftlich betriebene Anlagen könnten in Deutschland pro Jahr zwischen 26 und 32 Terrawattstunden (TWh) Strom oder aber 5 Prozent der Bruttostromerzeugung bereit gestellt werden. Derzeit liegt der Anteil der Strombereitstellung durch Biogas an der gesamtdeutschen Stromerzeugung bei etwa 0,3 Prozent.

Mit den neuen Regelungen des EEG ist mit einem zusätzlichen Boom in der Branche zu rechnen. Neben einer besseren Berücksichtigung von Verbraucherbelangen sieht das neue EEG unter anderem einen Bonus für Strom vor, der nur aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. Gülle erzeugt wird. Er wird zusätzlich zur Grundvergütung von bis zu 11,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für EEG-Strom aus Biomasse gewährt. Der Bonus beträgt 6 ct/kWh für Strom bis zu einer Leistungsgrenze von 500 kW und 4 ct/kWh für Strom bis zu einer Leistungsgrenze von 5 MW. Weitere Vergütungsaufschläge sind möglich, wenn auch die entstehende Wärme genutzt wird (2 ct/kWh) und innovative Techniken eingesetzt werden, wie Brennstoffzellen oder Trockenfermentation (2 ct/kWh). Die Vergütungsdauer von 20 Jahren sorgt für die nötige Investitionssicherheit, so dass damit für Investoren insgesamt hervorragende Bedingungen geschaffen wurden.

In der Regel bestehen landwirtschaftliche Biogasanlagen aus Vorgrube, Faulbehälter und Gärrückstandslager und werden in der Verfahrensweise der Nassvergärung bei Temperaturen zwischen 32 und 38 °C betrieben. Hier wird überwiegend Gülle unter Zusatz von Energiepflanzen wie Mais, Gräsern und Getreide zu Gas vergoren. Für das entstehende Gas und dessen Verwertung folgen Gasspeicher, Gasreinigung und Blockheizkraftwerk (BHKW). Im BHKW wird aus dem energiereichen Biogas gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Der Strom wird in die örtlichen Stromnetze eingespeist, die Wärme in der Regel im eigenen Betrieb verwertet. Der Gärrückstand wird von den Landwirten als Wirtschaftsdünger eingesetzt.

Biogasanlagen können überall und in den verschiedensten Größenordnungen Sinn machen. Wesentliche Voraussetzung ist, dass den Landwirten oder Betreibergemeinschaften neben Nahrungs- und Futtermittelproduktion auch noch hinreichend Kapazität für die Erzeugung von Biomasse und den Betrieb der Anlage zur Verfügung steht.

Gegenüber anderen erneuerbaren Energieträgern hat Biogas den Vorteil, dass es bedingt durch seine Speicherfähigkeit in Gasdepots bedarfsorientiert eingesetzt werden kann. Zudem sorgt die Produktion von Biogas neben umwelt- und klimarelevanten und insbesondere arbeitsmarktpolitischen Vorteilen für eine effiziente Nutzung des Energiepotenzials aller eingesetzten Stoffe, wie Gülle, Energiepflanzen oder landwirtschaftliche Rest- und Abfallstoffe. Für die Landwirtschaft bietet sich über die Produktion und Vergärung von Energiepflanzen wie Mais, Getreide und Gräsern eine zusätzliche Einkommensalternative, die in Zukunft eine stetig wachsende Rolle spielen wird.

Das Bundesverbraucherministerium unterstützt über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) Forschung und Entwicklung im Bereich Biogas maßgeblich. Seit 2001 wurden allein 23 Vorhaben mit einer Fördersumme von mehr als 6,5 Millionen Euro bewilligt. Um den Einstieg in den Bau und Betrieb einer Biogasanlage zu erleichtern wird in Kürze die neue ‚Handreichung Biogasgewinnung und -nutzung‘ heraus gegeben. Das 233seitige Buch gibt detaillierte Informationen zu allen Fragen, die sowohl während der Planung als auch während des Betriebs der Anlage auftreten, stellt Modellrechnungen zur Wirtschaftlichkeit und sämtliche technischen Aspekte vor.

Die Handreichung ist ab 1. September in gedruckter Fassung erhältlich (E-Mail-Bestellung) und kann bereits jetzt im Internet heruntergeladen werden.

Dokument: %url2%Handreichung Biogasgewinnung und -nutzung%/%.

Links zum Thema %url4%Energie%/%.

Anteil der Erneuerbaren Energien klettert auf 10 Prozent am Bruttostromverbrauch

Themen: Archiv — info @ 10:08

Berlin (agrar.de) – Die Erneuerbaren Energien legen weiter kräftig zu. Nach neuen Zahlen des Bundesumweltministeriums wurde im ersten Halbjahr 2004 in Deutschland erstmals 10 Prozent des Stroms aus regenerativen Energieträgern erzeugt. 2003 lag er noch bei 7,9 Prozent.

Die deutliche Steigerung gegenüber dem extrem trockenen und windarmen Vorjahr ist zum einen witterungsbedingt. Zum anderen geht die Zunahme entscheidend auf den kräftigen Ausbau der Windenergienutzung zurück. Beide Effekte zusammen bewirken, bezogen auf das erste Halbjahr 2004, einen Anstieg um rund 2 Prozent.

Weiteres Ergebnis: Die Windenergie hat sich am Strommarkt als stärkste Kraft der Erneuerbaren Energien etabliert und die traditionelle Wasserkraft klar überholt. Zusätzlich hat es die Windindustrie geschafft, 2004 rund 30 Prozent der Produktion windtechnischer Anlagen zu exportieren.

Erfreulich ist laut BMU auch die Entwicklung in der Solarbranche. So hat die installierte Fläche von Solarkollektoren im ersten Halbjahr in Deutschland erstmals die Grenze von 6 Millionen Quadratmetern überschritten. Und bei der Photovoltaik sorgt der Boom auch für Aufschwung am Arbeitsmarkt: In diesem Bereich stieg die Zahl der Beschäftigten allein in der Produktion von Solarzellen, Solarmodulen und Wechselrichtern auf 2.855 – eine Zunahme um 34 Prozent. Die Zahl der Arbeitsplätze in der gesamten Solarstrombranche wird bis Ende dieses Jahres um ein Drittel auf 15.000 steigen (Vorjahr: rund 10.000).

Links zum Thema Energie.

13. August 2004

Brandenburg: Weniger Äpfel, Kirschen und Birnen als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 16:08

Potsdam (agrar.de) – Nach Informationen des Landesbetriebs für Datenverarbeitung und Statistik muss in Brandenburg für das Jahr 2004 bei mehreren Obstarten mit geringeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet werden.

Wie schon in den vergangenen Jahren sind Äpfel, gefolgt von Kirschen, die dominierenden Obstarten und erfreuen sich bei den Verbrauchern großer Beliebtheit. Das Auftreten von Nachtfrösten Mitte April und die sich daran anschließenden Regentage verursachten teilweise ein vorzeitiges Abfallen der frühen Süßkirschen. Außerdem kam es zum Aufplatzen dieser Früchte bzw. die Kirschen verdarben an den Bäumen. Die durch die hohe Luftfeuchtigkeit begünstigte verstärkte Ausbreitung der Pflanzenkrankheit Monilia hat einem guten Ertragsansatz entgegengewirkt. Des Weiteren wurde 2004, wie bei vielen anderen Kulturen, eine große Anzahl von Blattläusen beobachtet.

Bei den Süßkirschen gab es 2004 sehr geringe Durchschnittserträge je Baum. Hier wurde ein durchschnittlicher Baumertrag von 8 Kilogramm erreicht. Im Vorjahr belief sich dieser Ertrag auf 12,5 Kilogramm je Baum. Mit Ausnahme der Jahre 1997 und 2002 war dies das niedrigste Ergebnis bei Süßkirschen, welches die Brandenburger Obstbauern verzeichnen mussten. Die Ertragserwartung bei den Sauerkirschen ist in diesem Jahr ebenfalls geringer. Der Baumertrag wird mit 8 Kilogramm um 1,2 Kilogramm niedriger als im Vorjahr eingeschätzt.

Bei Äpfeln wird in den Obstbaubetrieben von einer eher etwas unterdurchschnittlichen Ernte ausgegangen. So muss derzeit mit einem mittleren Ertrag von 212 Dezitonnen pro Hektar bzw. knapp 13 Kilogramm je Baum gerechnet werden (2003: 283,4 Dezitonnen je Hektar bzw. 17,2 Kilogramm je Baum). Von den 1.424 Hektar mit Apfelbäumen werden somit in diesem Jahr voraussichtlich nur 30.200 Tonnen Obst geerntet (2003: 40.498 Tonnen).

Der durchschnittliche Birnenertrag wird sich auf weniger als 7 Kilogramm je Baum belaufen (84 Dezitonnen pro Hektar), während der Ertrag im Vorjahr bei 8,9 Kilogramm lag.

Aufgrund der Ertragsvorschätzungen wird 2004 bei Pflaumen/Zwetschen von einer guten Ernte ausgegangen. Die knapp 14 Kilogramm je Baum sind der höchste Ertrag der letzten vier Jahre. Die Erntemenge wird den Schätzungen zufolge mit 1.640 Tonnen etwa 100 Tonnen über dem Vorjahresergebnis liegen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

Neue EU-Kommission für die Jahre 2004 bis 2009 vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 16:08

DBV sieht landwirtschaftlichen Sachverstand in wichtigen Ressorts gesichert

Berlin/Brüssel (agrar.de) – Mit der Besetzung des Ressorts für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung an Mariann Fischer-Boel (Dänemark) und des Umweltressorts an Stavros Dimas (Griechenland) hat der designierte Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel wichtige Weichenstellungen auf dem Weg zur Ernennung einer neuen EU-Kommission für die Jahre 2004 bis 2009 vorgenommen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) anerkennt und begrüßt die Entscheidung des designierten Kommissionspräsidenten, bei der Vergabe der Ressorts an die Kandidaten aus 24 EU-Mitgliedstaaten besonderes Augenmerk auf deren Qualifikationen zu legen, und nicht auf Proporz oder Herkunft.

Der deutsche Kommissar Verheugen wird den wichtigen Bereich der Industriepolitik verantworten und als Vizepräsident großen gestalterischen Einfluss nehmen können.

Bei der Besetzung der für die deutsche Landwirtschaft zentralen Ressorts Landwirtschaft und Umwelt ist dies nach Ansicht des DBV offensichtlich geglückt, da mit Frau Fischer-Boel und Herrn Dimas zwei ehemalige Agrarminister und anerkannte Experten ihrer Bereiche betraut wurden. Positiv wertet der DBV daneben die Tatsache, dass die designierte Agrarkommissarin Fischer-Boel nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für den ländlichen Raum zuständig sein wird. Überlegungen innerhalb der Kommission, gegebenenfalls beide Bereiche zu trennen und verschiedenen Kommissaren zu unterstellen, sind somit offenkundig nicht weitergeführt worden.

Der DBV weist darauf hin, dass auf Frau Fischer-Boel und den designierten neuen Handelskommissar Peter Mandelson (Vereinigtes Königreich) in der laufenden Welthandelsrunde (WTO) große Herausforderungen zukommen werden. Er erwartet von beiden Kommissaren, dass sie sich bei diesen Verhandlungen mit Nachdruck für die legitimen Interessen der europäischen Landwirtschaft einsetzen werden.

Durch die Besetzung der Ressorts für Regional- und Strukturpolitik mit Frau Prof. Danuta Hübner (Polen) sowie für Gesundheit und Verbraucherschutz mit Markos Kyprianou (Zypern) ist schließlich gewährleistet, dass auch diese beiden für die deutsche Landwirtschaft sehr wichtigen Bereiche durch qualifizierte Kommissare betreut werden.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Agrarpolitik.

Gemüseanbaufläche in Niedersachsen stark ausgeweitet

Themen: Archiv — info @ 15:08

Hannover (agrar.de) – Am Gemüsebau haben Niedersachsens Landwirte offenbar immer mehr Freude. Nach Informationen des Landvolks Niedersachsen wurde die Anbaufläche 2003 auf insgesamt 14.860 Hektar (ha) ausgeweitet gegenüber 14.011 ha im Vorjahr. Im Jahr 2000 waren es sogar nur 11.724 ha. Damit konnte Niedersachsen seine Position als zweitgrößter Gemüseproduzent der Bundesrepublik behaupten. Marktführer ist Nordrhein-Westfalen mit einer Anbaufläche von 17.884 ha gegenüber 16.468 ha im Vorjahr. Die Gesamtanbaufläche lag im Jahr 2003 bei 93.647 ha. Im Jahr 2000 waren es nur 85.122 ha.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

DBV: “ Billig – will ich “ tut auch Biobauern weh

Themen: Biolandbau,Lebensmittel,Verbände,Wirtschaft — info @ 15:08

Verband: Biolandwirtschaft braucht bedarfsgerechtes Wachstum

Berlin (agrar.de) – Der Ökolandbau wächst in Deutschland nach wie vor, die Wachstumsraten gehen aber mittlerweile stark zurück. Im Jahr 2000 nahm die Nachfrage nach Bioprodukten um 40,1 Prozent zu, 2003 dagegen betrug die Wachstumsrate der Nachfrage nach Bioprodukten lediglich noch 5,5 Prozent. Das Ziel von Verbraucherschutzministerin Renate Künast – 20 Prozent Ökolandbau bis 2010 – ist daher für Heinrich Graf von Bassewitz, Vorsitzender des Fachausschusses Ökolandbau im Deutschen Bauernverband (DBV), mehr als ambitioniert: ‚Die 20 Prozent Biolandwirtschaft halten wir für illusorisch, wir sind keine Planwirtschaft‘. Die Hälfte sei realistisch, der Markt solle sich langsam, dem Bedarf entsprechend entwickeln.

Denn solange in Deutschland keine entsprechende Nachfrage nach Bioprodukten da sei, mache es wenig Sinn, am Markt vorbei zu ‚puschen‘, betonte von Bassewitz. Angesichts der Konsumzurückhaltung und ‚Billig-will-ich-Mentatität‘ der Deutschen hätten es Bioprodukte – genauso wie konventionell hergestellte Produkte – durch den enormen Preisdruck bei der Vermarktung extrem schwer. Denn die deutschen Ökoprodukte seien erheblich unter Druck billigerer ausländischer Importware geraten. So ergibt sich durch die hohen Produktionskosten und –standards in Deutschland für die Landwirte ein harter internationaler Wettbewerb auf Basis des ‚anspruchsloseren‘ Biosiegels. Dies schlage sich deutlich auf das Einkommen der Biobauern nieder.

Dazu kommen auch in der Ökolandwirtschaft immer strengere Dokumentationsauflagen. Hohe Kosten für Zertifizierungen können immer häufiger durch den Mehrerlös für die Bioprodukte nicht mehr ausgeglichen werden. Das alles drücke auf die Stimmungslage der Biobauern.

Links zum Thema Verbände, Links zum Thema Bio-Landbau.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 >>



   (c)1997-2017 @grar.de