25. August 2004

Rinder- und Schweinebestände sinken

Themen: Archiv — info @ 16:08

Wiesbaden (agrar.de) – Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland hielten im Mai 2004 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 13,2 Mill. Rinder, darunter 4,3 Mill. Milchkühe, und 25,6 Mill. Schweine, darunter 9,8 Mill. Mastschweine. In der repräsentativen Viehbestandserhebung wurde zusätzlich ein nahezu unveränderter Schafbestand von 2,7 Mill. Tieren ermittelt.

Der Rinderbestand verringerte sich im Vergleich zum Mai 2003 um 448.000 Tiere oder 3,3 Prozent. Damit setzt sich der seit 1990 nahezu ohne Ausnahme anhaltende Rückgang der Rinderbestände weiter fort. In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Rinder damit bundesweit um 17,3 Prozent gesunken, seit 1990 sogar um 32,3 Prozent. Von Mai 2003 bis Mai 2004 ging ihre Zahl vor allem in den Kategorien ‚Kühe‘, ‚weibliche Zucht- und Nutztiere, 1 Jahr und älter (ohne Kühe)‘ und ‚Kälber unter einem 1/2 Jahr‘ zurück. Die Tierbestände dieser Kategorien verringerten sich zusammen um knapp 300.000 Tiere. Prozentual nahm mit 4,2 Prozent besonders der Kälberbestand ab.

Die von 2000 bis 2003 kontinuierlich leicht gestiegenen Schweinebestände (+ 2,7 Prozent) haben nun gegenüber Mai 2003 um 726.000 Tiere (- 2,8 Prozent) abgenommen und sind damit knapp unter das Niveau von 2000 gesunken. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Mastschweinen, deren Zahl gegenüber dem letzten Jahr um 664.000 Tiere zurückging (- 6,3 Prozent). Bei den Jungschweinen haben im Gegensatz dazu die Bestände um 156.000 Tiere (+ 2,5 Prozent) zugenommen.

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Brandenburg: Mehr Rindfleisch, weniger Geflügelfleisch

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 15:08

Potsdam (agrar.de) – In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Brandenburg 31.899 Rinder (ohne Kälber) und 537.108 Schweine geschlachtet, teilt der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik mit. Im Vorjahreszeitraum waren es 30.614 Rinder sowie 539.395 Schweine. Somit bestätigte sich die leicht ansteigende Entwicklung des Vorjahres bei den Rinderschlachtungen. Bei der Zahl der geschlachteten Schweine gab es eine leicht rückläufige Entwicklung.

Erneut zurückgegangen ist die Zahl der gewerblichen Schlachtungen bei Schafen. Waren es im Jahr 2003 noch 25.901 Tiere, so verringerte sich diese Zahl um 11 Prozent auf 23.030 Schafe.

Die Gesamtschlachtmenge (ohne Geflügelfleisch) im ersten Halbjahr 2004 aus den gewerblichen Schlachtungen blieb nahezu konstant. Die Schlachtmenge betrug 59.532 Tonnen. An dieser Menge hat Rindfleisch einen Anteil von 17 Prozent, das sind 10.102 Tonnen (2003: 9.523 Tonnen bzw. 16 Prozent). Der Anteil des Schweinefleisches an der Gesamtschlachtmenge belief sich auf 82 Prozent, das sind 48.767 Tonnen (2003: 48.978 Tonnen bzw. 83 Prozent). Das Schlachtaufkommen von Schafen betrug 402 Tonnen (2003: 453 Tonnen).

Die Zahl der Hausschlachtungen war bei den Rindern und bei den Schweinen rückläufig. So wurden 1.454 Rinder (- 5 Prozent) und 9.878 Schweine (- 3 Prozent) hausgeschlachtet.

Von Januar bis Juni 2004 wurden in Brandenburg 23.129 Tonnen Geflügel geschlachtet. Das entsprach einem deutlichen Rückgang um ca. 13 Prozent im Vergleich zur Menge des Vorjahreszeitraumes. Bei den Jungmasthühnern verringerte sich die Gesamtschlachtmenge um über 11 Prozent und bei den Enten um 19 Prozent.

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Weidemast vor dem „Aus“?

Themen: Archiv — info @ 15:08

Agrarreform bewegt kleinere Mäster zum Ausstieg – Markt zurzeit freundlich

Hannover (agrar.de) – Möglicherweise zum letzten Mal werden die Weidemäster in den Küstenmarschen in den nächsten Wochen den Weideabtrieb der Mastrinder abwickeln. Zwar sind die Schlachterlöse für die Rinder nach Angaben des Landvolks Niedersachsen zurzeit gar nicht so schlecht und liegen wieder deutlich höher als nach der BSE-Krise, und auch das Angebot fällt bei recht guter Nachfrage nicht zu reichlich aus.

Nach der Umstellung der Prämienmodalitäten im Zuge der Agrarreform lohnt sich die Weidemast für die meisten Bauern in Zukunft jedoch nicht mehr. Ohnehin haben sich in den letzten Jahren bereits die meisten von der Ochsenmast getrennt, und auch die Bullenmast auf der Weide war lange schon auf dem ‚absteigenden Ast‘. Grund ist die schlechte Wirtschaftlichkeit der Rindermast, die allein zu Marktpreisen nicht mehr kostendeckend ist. Lediglich die Tierprämien brachten noch einen bescheidenen Gewinn. Nach der Agrarreform, bei der die Prämien ab dem kommenden Jahr auf die Flächen umgelegt werden, würde die Weidemast aber zum Verlustbringer. Fachleute erwarten deshalb nach der Agrarreform das ‚Aus‘ für die Weidemast.

Anders werden vermutlich die spezialisierten Rindermäster mit Silomais als Futterbasis reagieren. Weil sie in Zukunft auch für die Maisanbauflächen eine Prämie erhalten werden, fallen bei ihnen die Verluste geringer aus. Zudem müssen sie Gebäudekosten abdecken, die auch beim Leerstand der Ställe anfielen. Allerdings ist auch bei ihnen zurzeit deutliche Zurückhaltung erkennbar, die sich bereits auf die Nachfrage nach Kälbern für die Mast ausgewirkt hat. Dies bekommen die Milchviehbetriebe zu spüren, die ihre Bullenkälber noch im Frühjahr für bis zu 200 Euro verkaufen konnten und jetzt nur noch 70 bis 90 Euro erhalten. Mit den geringeren Einstandspreisen hoffen die Bullenmäster, einen Teil der Prämienverluste auffangen zu können. Außerdem rechnen sie im kommenden Jahr mit etwas besseren Schlachtvieherlösen. Fachleute gehen von einem deutlich geringeren Angebot an Schlachtrindern aus, weil viele kleinere Mäster, bei denen die Rindfleischerzeugung nebenher läuft, vermutlich aussteigen werden.

Gegenwärtig sieht der Markt indes recht freundlich aus. Mit ungefähr 2,45 Euro je kg Schlachtgewicht für Bullen der Handelsklasse O3 erhalten die Mäster ungefähr 40 Cent pro kg mehr als im vergangenen Jahr, das macht immerhin 140 Euro pro Bulle aus. Ähnlich hoch fallen die Mehrerlöse für Schlachtkühe aus, die zurzeit nur knapp angeboten werden. Weidemäster können sich zudem über eine gute Entwicklung ihrer Rinder freuen, denen immer reichlich und gutes Futter zur Verfügung stand. Unsicherheit besteht bei Marktexperten jedoch über die Aussichten im Spätherbst. Weil die Schlachtprämien in diesem Jahr letztmalig gewährt werden, dürften Schlachtrinder zum Jahresende noch einmal reichlicher angeboten werden und Druck auf die Preise erzeugen. Der Landvolkverband warnt jedoch davor, noch nicht ganz schlachtreife Tiere vorzeitig zu vermarkten. Die Preisabschläge für geringere Gewichte und Qualitäten dürften den Prämiengewinn nämlich weitgehend aufzehren.

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Schweinehaltungs-VO wird wieder an Legehennen gekoppelt

Themen: Archiv — info @ 13:08

Damme (agrar.de) – Das erneute Verknüpfen der Schweinehaltungs- mit der Legehennen-Verordnung (VO) streben die unionsgeführten Bundesländer bei ihrer nächsten Abstimmung im Bundesrat an. Dies teilte nach einer Meldung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN) der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen vergangene Woche mit. Mit dem Zusammenlegen beider Haltungs-VO meinen die Bundesländer, für die Schweine- und die Hennenhalter tragbare Kompromisse zu erreichen. Vor allem sind die Länder überzeugt, so eine akzeptable Lösung für die Legehennenhaltungs-VO zu finden.

Für die Schweinehalter ist dies eine große Enttäuschung, denn der Verhandlungsspielraum beim von Ministerin Künast vorgelegten Entwurf der Schweinehaltungs-VO wird durch die Kopplung deutlich kleiner. Der Entwurf geht in weiten Teilen über die Vorgaben der EU zu einer Schweinehaltungs-VO hinaus. Künast steht unter Druck, ein Ergebnis zu erwirken, denn die Klage der EU-Kommission gegen das Ministerium wegen nicht Umsetzen der EU-Vorgaben sitzt ihr im Nacken, so die ISN. Links zum Thema Tierhaltung, Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

Flath: Sachsen Bauern fahren Spitzenernte ein

Themen: Archiv — info @ 12:08

Niedrige Erzeugerpreise trüben das Gesamtergebnis

Dresden (agrar.de) – ‚Nach zwei mageren Jahren werden Sachsens Landwirte in diesem Jahr voraussichtlich eine herausragende Ernte erzielen. Nach dem vorläufigen Ernteergebnis wird der durchschnittliche Getreideertrag mit 71 Dezitonnen (dt) pro Hektar um 60 Prozent über dem letztjährigen und um 23 Prozent über dem fünfjährigen Mittel liegen. ‚Das ist die beste Ernte die je eingefahren wurde‘, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Den bislang höchsten Getreideertrag erzielten die Bauern mit 66 dt pro Hektar im Jahr 2001. Die Ursache für die guten Ergebnisse war die insgesamt günstige Witterung, die auch für gute Qualitäten sorgte. Die Getreideernte ist bis auf wenige Restflächen in höheren Lagen abgeschlossen. Insgesamt wurden von rund 395.000 Hektar Anbaufläche 2,8 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Damit wurden trotz einer etwas geringeren Getreideanbaufläche rund 500.000 Tonnen mehr geerntet als im langjährigen Durchschnitt.

Angesichts der großen Erntemenge sind die Erzeugerpreise in den Keller gerutscht. Sie liegen zum Teil deutlich unter denen des Vorjahres. ‚Trotz der wenig zufrieden stellenden Getreidepreise ist die sehr gute Ernte geeignet, Rücklagen für schlechte Jahre zu bilden‘, sagte Flath. Auf die Verbraucherpreise würden sich die Ergebnisse kaum auswirken, so der Minister weiter. Der Anteil der Erzeugerpreise am Brotpreis sei vernachlässigbar klein.

Bei fast allen Getreidearten und in allen Regionen Sachsens gab es in diesem Jahr gute Erträge. So wurden durchschnittlich 76 dt Winterweizen, 72 dt Wintergerste, 70 dt Roggen, 56 dt Sommergerste und 53 dt Hafer geerntet. Auch beim Winterraps fiel der Durchschnittsertrag mit 38 dt deutlich höher aus als im fünfjährigen Mittel (31,6 dt).

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 09:08

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 640 angebotenen Schweinen 640 Schweine verkauft, davon alle Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,63 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,61 Euro bis 1,63 Euro. Es wurden vier Partien gehandelt.

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Hilse kritisiert komplizierte Umsetzung der Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 09:08

Appell an die Landwirte: Trotz Schwierigkeiten nach vorne schauen – verschärfter Strukturwandel?

Verden (agrar.de) – Mit der Umsetzung der EU-Agrarreform wird sich das Bild der niedersächsischen Landwirtschaft nach Auffassung von Landvolkpräsident Werner Hilse gewaltig verändern. Für unternehmerisches Handeln entstehe mehr Raum, allerdings werde es ein ‚weiter so‘ in keinem Betrieb mehr geben. Trotz einiger Schwierigkeiten sollten die Landwirte aber jetzt nach vorne schauen, meinte Hilse auf einer Vorsitzenden- und Geschäftsführertagung des niedersächsischen Landvolkverbandes in Verden.

Er räumte ein, dass sich der Verband bei der Reform ‚einige Dinge anders gewünscht hätte‘. Die betriebsindividuelle Auszahlung der Prämien bis etwa zum Jahr 2013 wäre wohl der bessere Weg gewesen. Nunmehr sei aber bei den Regelungen des Kombimodells fast alles festgeklopft. ‚Das wird ein komplizierter und überaus bürokratischer Weg‘, kritisierte Hilse. Die Rahmenbedingungen für die Betriebe würden sich grundlegend ändern und dem Strukturwandel vermutlich deutlich verschärfen.

‚Die Landwirte sind in Zukunft mehr denn je als Unternehmer gefragt‘, bekräftigte Hilse. Für die Entwicklung der Betriebe bleibe das einzelbetriebliche Wachstum über die Fläche oder im Tierbestand auch künftig von großer Bedeutung. Andererseits gebe es über die Agrarmarktpolitik kaum noch Steuerungsmöglichkeiten für die Einkommenssituation auf den Höfen. Beachtliche Zukunftschancen sieht der Landvolkpräsident in der Non-Food-Produktion. Als Beispiel nannte er den Energiesektor. Wahrscheinlich würden sich in Zukunft noch mehr Landwirte als bisher nach außerlandwirtschaftlichen Erwerbsmöglichkeiten umsehen. Andererseits stelle die Veräußerbarkeit der Prämienrechte für ausstiegswillige Bauern eine gewisse Erleichterung dar. Erschwerte Rahmenbedingungen dürfte es aber im Kosten- und Finanzierungsbereich geben. Mehr Aufmerksamkeit und Aufwand erfordere auch die Kreditbeschaffung. Hilse zeigte sich überzeugt, dass die Agrarreform auch auf den vor- und nachgelagerten Bereich, die Verwaltung, die Beratung und ebenso den Berufsstand beträchtliche Auswirkungen haben wird.

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24. August 2004

Hohe Getreideernte in Bayern

Themen: Archiv — info @ 13:08

Gesteigerte Hektarerträge bei allen Getreidearten

München (agrar.de) – Die Getreideernte (ohne Körnermais) in Bayern wird 2004 voraussichtlich bei 7,7 Millionen Tonnen liegen. Das ist das höchste Ergebnis, welches die amtliche Statistik bisher ermitteln konnte. Es übertrifft das sehr niedrige Vorjahresergebnis um rund zwei Fünftel und den Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre um ein knappes Fünftel. Dieses hervorragende Ergebnis ist eine Folge der ausgesprochen günstigen Niederschlagsverteilung und der um nahezu drei Wochen längeren Vegetationszeit.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, erreicht der Durchschnittsertrag mit 69,5 Dezitonnen je Hektar einen Höchststand. Er lag 2003 bei 50,6 und im Durchschnitt der Jahre 1998/2003 bei 58,0 dt/ha.

Der Anbau wurde flächenmäßig gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Prozent ausgedehnt, wobei der Trend hin zum ertragreicheren Wintergetreide ging. Die bayerischen Landwirte bewirtschafteten nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2004 eine Getreidefläche (ohne Körnermais) von 1,107 Millionen Hektar (ha), das sind 2,1 Prozent bzw. 23 100 ha mehr als im Vorjahr. Die Wintergetreidefläche nahm zu (bei Winterweizen um 16,4 Prozent auf 475.100 ha, bei Wintergerste um 3,3 Prozent auf 291.600 ha, bei Triticale um 5,2 Prozent auf 73.700 ha und bei Roggen um 25,5 Prozent auf 39.800 ha) und die Sommergetreidefläche ab (bei Sommergerste um 15,3 Prozent auf 160.100 ha, bei Hafer um 16,2 Prozent auf 48.400 ha und bei Sommerweizen um 72,9 Prozent auf 8.800 ha).

Die Aussaat von Wintergetreide konnte rechtzeitig und zügig erfolgen, da die Felder nach der Ernte 2003 frühzeitig geräumt waren. Der vergangene Winter war zwar von langer Dauer, beeinträchtigte die Entwicklung der jungen Saaten jedoch nur in geringem Maße. Trotz der kühlen und teilweise trockenen Witterung im Frühjahr 2004 konnten sich sowohl die Winter- als auch die Sommergetreidebestände aufgrund der darauf folgenden günstigen Niederschlagsverteilung gut entwickeln. Die Erntearbeiten begannen allerdings rund drei Wochen später als im Vorjahr. Erst während der anhaltenden Wärmeperiode in der ersten Augusthälfte gingen die Druscharbeiten zügig voran. Nur in den Späterntegebieten steht derzeit noch Getreide auf dem Halm.

Nach den bisher ausgewerteten ‚Ertragsmessungen im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung‘ ist in Verbindung mit den ‚Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter‘ davon auszugehen, dass beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 69,5 dt/ha ein neuer Höchststand erreicht wird. Im Vorjahr lagen die Hektarerträge in Bayern bei 50,6 und im Durchschnitt der Jahre 1998/2003 bei 58,0 dt/ha. Die sehr hohen Hektarerträge und die gegenüber dem Vorjahr leicht ausgedehnte Anbaufläche führen in diesem Jahr mengenmäßig zu einer sehr hohen Getreideernte: Nach dem derzeitigen Stand der Berechnungen wird eine Erntemenge von insgesamt 7,7 Millionen Tonnen erwartet. Das sind rund zwei Fünftel mehr als 2003 und knapp ein Fünftel mehr als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre.

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23. August 2004

BLHV: Badens Bauern mit Getreideernte zufrieden

Themen: Archiv — info @ 16:08

Freiburg (agrar.de) – Ein für Landwirte ebenso wie für die Verbraucher erfreuliches Ergebnis erbrachte die diesjährige Getreideernte in Baden. Darauf verweist der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple, in einer Pressemitteilung. Nach dem Dürrejahr 2003 mit Ertragseinbußen von mehr als 25 Prozent zeichne sich für die in Baden noch nicht abgeschlossene Druschsaison 2004 eine leicht überdurchschnittliche Ernte mit durchweg hoher Qualität ab.

Vor dem Hintergrund weltweit knapper Getreidevorräte kritisiert Räpple die EU-weit unbefriedigenden Erzeugerpreise für Getreide von rund zehn bis elf Euro/dt. Das sei weniger als die Hälfte des von Landwirten 1980 erzielten Erzeugerpreises von 24 Euro/dt. Damals habe der Netto-Stundenverdienst eines Industriearbeiters bei 5,51 Euro gelegen. Heute liege dessen Netto-Stundenlohn bei 11,81 Euro. Während für ein dunkles Mischbrot (1 kg) 1980 1,33 Euro aufzuwenden war, müsse der Verbraucher heute 2,18 Euro dafür bezahlen. Vor dem Hintergrund dieser Erzeugerpreis-Situation, so der BLHV, seien Vorschläge der Bundesregierung völlig inakzeptabel, den Landwirten ab 2005 eine 56-prozentige Agrardieselsteuer-Erhöhung zuzumuten. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen gegenüber der französischen Landwirtschaft drastisch benachteiligen. In Frankreich betrage die Agrardiesel-Besteuerung 5,66 Cent/l und in Deutschland schon heute 25,56 Cent.

Zum Verlauf der Getreideernte in Baden verweist der BLHV-Präsident auf einen zügigen Abschluss in den Frühdruschgebieten des Rheintals. In den Spätdruschgebieten der Baar, im Südschwarzwald und am Oberrhein verlaufe die Getreideernte hingegen witterungsbedingt mit Unterbrechungen und mit Verzögerung. Dort seien noch mehr als ein Drittel der Ernte auf dem Halm.

Erhebliche Ertragsminderungen und Ertragsausfälle, so Präsident Räpple, seien örtlich durch Sturm- und Hagelereignisse im nördlichen Markgräflerland, auf der Baar und im Bodenseegebiet zu verzeichnen. In den betroffenen Gebieten sei die Rapsernte örtlich vollkommen vernichtet worden.

Bei Körnermais, mit dessen Erntebeginn Mitte September gerechnet werde, erwartet der BLHV durchschnittliche Erträge. Die witterungsbedingte Verzögerung beim Saatenauflauf sei durch die günstige Verteilung der Niederschläge wieder weitgehend wettgemacht. In den Körnermaisregionen im Rheintal und am Bodensee führten allerdings zum Teil erhebliche Hagelereignisse zu starken Ertragsausfällen, so der BLHV-Präsident.

Zufrieden äußerte sich Räpple auch zur Qualität und zu den Erntemengen der diesjährigen Beeren-, Spargel- und Steinobst-Saison in Baden. An die Verbraucher appellierte der Bauernpräsident, das reichhaltige Angebot an hochwertigem und erntefrischem heimischem Obst und Gemüse aktiv zu nutzen.

Angesichts mehrjähriger drastischer Einkommenseinbrüche in der heimischen Landwirtschaft und einer Einkommensdisparität zum gewerblichen Vergleichslohn von 40 Prozent gebe die Erntesaison 2004 wieder Hoffnung auf eine leichte Einkommensverbesserung in den Ackerbau-Betrieben. Sorge bereite der badischen Landwirtschaft der anhaltende Preisdruck bei Milch. Im Hinblick auf die mit dem Jahr 2005 beginnende Reform der EU-Agrarpolitik müsse jetzt alles daran gesetzt werden, der Landwirtschaft Mut zu unternehmerischen Entscheidungen zu machen. Plänen der Bundes- wie auch der Landesregierung, die Agrarhaushalte drastisch zu kürzen, werde der BLHV mit aller Macht entgegen treten, so Räpple.

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Grüne zur Kleinvoliere: Geflügelwirtschaft bricht Vereinbarung zur Legehennenhaltung

Themen: Archiv — info @ 15:08

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Vorstellung einer Kleinvoliere für Legehennen durch den Bundesverband deutsches Ei e.V. erklärt Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündis 90 / Die Grünen:

‚Mit der Vorstellung einer so genannten Kleinvoliere hat die deutsche Geflügelwirtschaft einen erneuten Versuch gestartet, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Damit wird der Beschluss der Agrarministerkonferenz konterkariert, ein weiteres artgerechtes System der Legehennenhaltung zu entwickeln.

Die vorgestellte Kleinvoliere genügt diesen Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung nicht.

Der niedersächsische Agrarminister Ehlen täte gut daran, nicht wieder ein vorschnell zusammengebasteltes System zu unterstützen, für das noch nicht einmal eine Verordnungsgrundlage entwickelt wurde. Agrarminister Ehlen sabotiert damit geradezu die noch ausstehende Einigung in der Arbeitsgruppe des Bundesministeriums mit Ländern und Verbänden.

Die vor wenigen Tagen eingeführten Dumping-Preise für Eier machen deutlich, dass selbst in tierquälerischer Käfighaltung nicht kostendeckend produziert werden kann.

Die Zukunft der Eierproduktion in Deutschland liegt in der Qualität und artgerechten Tierhaltung.‘

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