30. August 2004

Künast: Ernte bringt 2004 Spitzenerträge und gute Qualitäten

Themen: Archiv — info @ 11:08

Berlin (agrar.de) – 2004 zeichnet sich nach Einschätzung des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) für Landwirte und Verbraucher eine erfreuliche Entwicklung ab: Sowohl bei Getreide als auch bei Raps können Rekordergebnisse gemeldet werden. Allerdings wurde der diesjährige Ernteverlauf zu einer harten Geduldsprobe für unsere Landwirte. Den anfangs guten Wachstumsbedingungen folgte im Frühsommer feuchtes und kühles Wetter, das wenig erfreuliche Erinnerungen an die Vorjahre aufkommen ließ. Die dann noch rechtzeitig einsetzende trockene und warme Witterungsperiode erlaubte eine zügige Einbringung der Ernte. Die Getreideernte ist bis auf die traditionellen Spätdruschgebiete überwiegend abgeschlossen. Aufgrund der häufigen niederschlagsbedingten Unterbrechungen seit Mitte August konnten aber auch in den übrigen Regionen, vor allem im Norden, Restflächen noch nicht abgeerntet werden.

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Sachverständigen in den Statistischen Landesämtern und in den Landesagrarministerien liegt die Getreideernte bei 50,1 Mill. Tonnen und lässt das seit Jahren beste Ergebnis von 2001 (49,7 Mill. t) hinter sich. Im Vergleich zu der von der Dürre beeinflussten Erzeugung des Vorjahres (39,4 Mill. t) bedeutet dies einen Anstieg von 27,2 Prozent. Um die Zufällig­keiten eines Einzeljahres auszuschalten, ist es sinnvoller, das aktuelle Ergebnis mit dem langjährigen Durchschnitt (von 1998 bis 2003: 44,5 Mill. t) zu vergleichen. Die diesjährige Getreideernte übertrifft diesen Durchschnitt immer noch um 12,6 Prozent.

Die Anbaufläche für Getreide nahm gegenüber 2003 nur geringfügig zu (+1,1 Prozent). Das hohe Ernteergebnis liegt also im Wesentlichen an den Ertragssteigerungen. Die Hektarerträge erreichen im Durchschnitt 72,4 dt und bleiben um 25,8 Prozent über dem niedrigen Vorjahresniveau (57,6 dt). Das langjährige Mittel wird sogar um 12,6 Prozent überschritten. Im ökologischen Landbau entsprechen die Produktionszuwächse dem Gesamtergebnis der diesjährigen Ernte.

Die Steigerung der Hektarerträge verteilt sich mit Abweichungen über das gesamte Bundesgebiet. Sie ist in Ost- und Süddeutschland besonders ausgeprägt; diese Gebiete hatten 2003 am stärksten unter der Trockenheit gelitten. Dort gab es Zuwächse von 77 Prozent in Brandenburg und 61 Prozent in Sachsen. Selbst im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt wurden Steigerungen von 21 bis 23 Prozent erzielt. Im Ertragsniveau liegt Schleswig-Holstein weiterhin an der Spitze.

Unter den Getreidearten hat Winterweizen seine Position als führende Marktfrucht ausgebaut. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Getreideernte in Deutschland stammt von Winterweizen. Mit 24,6 Mill. Tonnen liegt die Erzeugung um ein Drittel über dem Vorjahr. Ursachen hierfür sind höhere Deckungsbeiträge bei Winterweizen im Vergleich zu anderen Marktfrüchten sowie bessere Vermarktungschancen. Auf dem zweiten Platz folgt mit Abstand Wintergerste.

Über Roggen ist in den letzten Jahren viel diskutiert worden; schließlich ist die Intervention ab dem Wirtschaftsjahr 2004/05 abgeschafft worden. Entgegen den Erwartungen wurde der rückläufige Trend im Anbau 2004 gestoppt. Die Flächenausdehnung dürfte ihre Ursachen u. a. in den Aussaatbedingungen, den guten Vorjahrespreisen und Anbauverträgen haben. Aus der neuen Ernte sind 3,7 Mill. Tonnen auf dem Markt unterzubringen.

Eine weitere Erfolgsmeldung: Die Qualitäten bei Brotgetreide sind gut. Brotweizen und Brotroggen werden in mehr als ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die günstige Witterung Ende Juli bis Mitte August hat dazu geführt, dass die Ernte größtenteils trocken eingefahren werden konnte.

Aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes haben wir auf Grundlage einer wissenschaftlichen Risikobewertung rechtliche Regelungen zu Höchstmengen für Mykotoxine (Gifte von Schimmelpilzen) erlassen. Diese Regelungen betreffen insbesondere die ab Frühjahr diesen Jahres geltenden neuen Höchstwerte für Fusariumtoxine in Getreideerzeugnissen. Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel hat erste Ergebnisse ermittelt, wonach die Ernte 2004 nicht besonders hoch mit Fusariumtoxinen belastet ist. Die Höchstmengen für Mykotoxine in Getreideerzeugnissen dürften in diesem Jahr weitestgehend eingehalten werden können. Damit sind von der Wirtschaft mehrfach geäußerte Befürchtungen, dass die aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes festgesetzten Höchstmengen in diesem Jahr nicht eingehalten werden könnten, nicht eingetroffen.

Die Preisbildung für Getreide ist in diesem Jahr schon relativ weit fortgeschritten. Dennoch gibt es regionale Unterschiede, da die Getreideernte noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Die große Getreideernte führt zu einem Preisdruck. Im Schnitt liegen die Erzeugerpreise für Getreide unter Vorjahresniveau. Die Getreidepreise bewegen sich derzeit in einer fontne von 7 bis 15 % unterhalb des Vorjahresniveaus. In den letzten Tagen sind festere Preistendenzen insbesondere bei Brotweizen erkennbar. Bei Roggen dagegen bleiben die Preise schwach, da im beginnenden Vermarktungszeitraum keine Intervention mehr möglich ist.

Auch in der EU insgesamt zeichne sich 2004 eine hohe Getreideernte ab, so das Ministerium. Die Schätzungen liegen für die EU-25 bei knapp 280 Mill. Tonnen, etwa 21 Prozent mehr als 2003. Nicht ganz die Hälfte des erwarteten Mengenanstiegs entfällt dabei voraussichtlich auf die Weichweizenerzeugung. Für Körnermais wird aufgrund der guten Wachstumsbedingungen eine Produktion von 51 Mill. Tonnen erwartet (im Vorjahr 40 Mill. Tonnen).

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27. August 2004

DVT-Jahresbericht 2003/2004 erschienen

Themen: Archiv — info @ 16:08

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Verband Tiernahrung hat seinen Jahresbericht 2003/2004 vorgelegt.

Der Bericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Strukturdaten der Branche und zeigt die Schwerpunkte der Arbeit des DVT im Zeitraum Juli 2003 bis Juni 2004 auf. Hierzu zählen unter anderem marktspezifische Fragen, Fragen des Wettbewerbs im europäischen und internationalen Kontext, aktuelle futtermittelrechtliche Entwicklungen sowie Aspekte der Qualitätssicherung.

Der Bericht (PDF-Datei, ca. 1 MB) kann in gedruckter Form kostenlos bei der DVT-Geschäftsstelle angefordert werden oder im Internet heruntergeladen werden.

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Status quo und Perspektiven im Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 13:08

Perspektivforum ‚Tierschutz in der Landwirtschaft‘ am 6. Oktober in Berlin

Bonn/Berlin (agrar.de) – Tierschutz, Nutztierhaltung und artgerechte Haltung sind zentrale Themen in der Öffentlichkeit. Die Menschen wollen wissen, wie landwirtschaftliche Nutztiere gehalten werden und sie haben einen Anspruch darauf, es zu erfahren. Genauso suchen Landwirte das Gespräch mit Verbrauchern, da die Landwirtschaft nur so ein positives Image in der Bevölkerung aufbauen kann. Landwirtschaft im Dialog – unter diesem Motto veranstaltet der Deutsche Bauernverband (DBV) in Zusammenarbeit mit der Andreas Hermes Akademie (AHA) am 6. Oktober 2004 in Berlin das Perspektivforum ‚Tierschutz in der Landwirtschaft – Status quo und Perspektiven‘.

Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Tierschutz werden die Veranstaltung nutzen, um über den Stand sowie die zukünftige Entwicklung im Tierschutz zu sprechen. In einem offenen Meinungsaustausch können sich alle beteiligten Gruppen konstruktiv am Gespräch beteiligen.

Weitere Informationen über das Perspektivforum sind bei der Andreas Hermes Akademie (In der Wehrhecke 1, 53125 Bonn, Tel.: 0228-91929-23) erhältlich.

Links zum Thema %url4%Tiere%/%, Links zum Thema %url2%Verbände%/%.

Insgesamt gute Getreideernte in Nordrhein-Westfalen

Themen: Archiv — info @ 12:08

Münster (agrar.de) – Mit durchschnittlich 77 dt Getreide je ha wird in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen das Ergebnis der Ernte im letzten Jahr um 5 dt oder 9,7 Prozent übertroffen, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Der Durchschnitt der letzten sechs Jahre, zu dem auch das Rekordjahr 2001 gehört, wurde dagegen nur um 6,7 Prozent überboten. Mit Ausnahme des Hafers gab es bei allen Getreidearten Ertragssteigerungen, die im Vergleich zum Vorjahr bei Wintergerste und Winterweizen am stärksten ausfielen. Auch die Qualität, die vor allem bei Brotgetreide und Braugerste eine große Rolle spielt, ist überwiegend gut. Getrübt wird die Freude der Bauern über das insgesamt gute Ernteergebnis durch die aktuelle Situation am Getreidemarkt. Derzeit liegen die Preise teilweise deutlich unter den Vorjahrespreisen, so dass der Erntesegen auf dem Acker nicht in vollem Umfang im Portemonnaie der Bauern landet.

Anhaltende Regenfälle hatten den Beginn der Getreideernte um zwei bis drei Wochen verzögert. Erst ab Mitte Juli konnten die Mähdrescher auf den rund 574.000 ha Getreidefeldern in NRW richtig loslegen. Nach einer langen Schönwetterperiode behindert seit Mitte August erneut Regen erheblich die Ernte, vor allen Dingen in den Höhengebieten, sind bis heute nicht alle Weizen- und Haferfelder abgeerntet.

Kräftiger Regen und Sturm hatten vielerorts die reifen Getreidebestände auf den Boden geworfen, wodurch die Ernte erschwert wurde. Regen gegen Ende der Ernte führte in diesem Jahr zu deutlich höheren Trocknungskosten.

Beim Winterweizen, mit rund 266.000 ha die wichtigste Getreideart in Nordrhein-Westfalen, liegt der Ertrag voraussichtlich mit rund 88 dt je ha um über 9 Prozent über dem Vorjahr. Landesweit haben die Bauern eine Menge von 2,34 Mio. t Weizen eingefahren.

Der Ertrag der Wintergerste liegt mit 70,3 dt je ha um 10,4 Prozent über dem Vorjahr, hier wurde der sechsjährige Durchschnitt um 5 Prozent übertroffen.

Beim Roggen, der in Nordrhein-Westfalen auf rund 18.900 ha angebaut wird, konnten die Bauern im Landesdurchschnitt rund 67 dt, das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr, einfahren. Triticale, eine Futtergetreideart, die durch Kreuzung von Weizen und Roggen entstanden ist, brachte in diesem Jahr 64,7 dt je ha, das entspricht einer Zunahme von rund 9 Prozent.

Der Hafer, Futter für die knapp 100.000 Pferde in Nordrhein-Westfalen und Rohstoff für Müsli und andere leckere Vollkornprodukte, hat als einzige Getreideart das Vorjahresergebnis leicht verfehlt. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen wurde ein Hektarertrag von 54,7 dt erzielt, der allerdings um rund 5 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Auffallend sind nach Angaben der Landwirtschaftskammer die teilweise überdurchschnittlich hohen Erträge bei Winterhafer, wo vereinzelt 80 bis 90 dt je ha geerntet werden konnten. Winterhafer wird nicht, wie sonst üblich, erst im Frühjahr gesät, sondern – genau wie Winterweizen und Wintergerste – bereits im Herbst des Vorjahres.

Sommergerste, die in Nordrhein-Westfalen auf rund 19.600 ha angebaut wird und vor allem den Rohstoff für Pils, Kölsch und Alt liefert, erreichte bei guten bis sehr guten Qualitäten Durchschnittserträge von 58,4 dt je ha. Hier wurde der langjährige Durchschnitt sogar um 10,8 Prozent überboten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Thüringen: Ergebnisse der Frühgemüse- und Erdbeerernte 2004

Themen: Erntebericht,Gemüse,Obst,Statistik,Thüringen — info @ 11:08

Erfurt (agrar.de) – Auf der Grundlage der Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter berechnete das Thüringer Landesamt für Statistik erste Ergebnisse der diesjährigen Frühgemüseernte. Danach können die Thüringer Gemüsebauern mit den diesjährigen Erträgen nur zum Teil zufrieden sein.

Früh erntende Arten brachten dabei unterdurchschnittliche Ergebnisse. Die Erträge beim Frühjahrsspinat sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Während einige Berichterstatter gute bis sehr gute Erträge meldeten, waren bei anderen hohe Ausfälle zu verzeichnen. Im Landesmittel wurden 93 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) erreicht. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Ausfall von 48 dt/ha und zum Mittel der Jahre 1998 bis 2003 von rund 64 dt/ha.

Bei Frühkohlrabi wurden im Landesdurchschnitt 213 dt/ha geerntet. Das Vorjahresergebnis von 236 dt/ha wurde um rund ein Zehntel und der Ertrag des langjährigen Mittels 1998 bis 2003 (271 dt/ha) um rund zwei Zehntel verfehlt.

Mit 205 dt/ha lag auch der Flächenertrag bei Frühjahrskopfsalat um 20 dt/ha unter dem Vorjahresergebnis und um 62 dt/ha unter dem langjährigen Mittel 1998 bis 2003 von 266 dt/ha.

Bei anderen Frühkulturen ist durch günstigere Wetterbedingungen eine bessere Entwicklung zu verzeichnen. So brachte der Frühweißkohl mit durchschnittlich 643 dt/ha einen Spitzenertrag, der das niedrige Vorjahresergebnis um rund 258 dt/ha übertraf und noch um 197 dt/ha über der durchschnittlichen Ertragsleistung der Jahre 1998 bis 2003 lag.

Der Ertrag für Frührotkohl lag mit 379 dt/ha um 102 dt/ha über dem Vorjahresertrag von 276 dt/ha und um 44 dt/ha über dem langjährigen Mittel der Jahre 1998 bis 2003 mit 334 dt/ha.

Bei Frühwirsing wurden im Durchschnitt der Meldungen der Ernteberichterstatter 398 dt/ha ermittelt. Damit wurde sowohl das Vorjahresniveau (237 dt/ha) als auch der langjährige Durchschnitt (230 dt/ha) wesentlich überboten.

Die Ertragsleistung des Frühblumenkohls lag mit 219 dt/ha um 13 Prozent über dem Vorjahresniveau von 193 dt/ha, verfehlte aber das langjährige Mittel von 228 dt/ha um 4 Prozent.

Der Ertrag für Spargel entsprach mit 55,4 dt/ha dem Niveau des langjährigen Mittels der Jahre 1998 bis 2003. Gegenüber der Vorschätzung ist das ein Anstieg um 6,1 dt/ha.

Bei Erdbeeren brachten die erhofften Sonnentage sogar ein Ertragszuwachs gegenüber der Vorschätzung um 11,2 dt/ha auf 81,2 dt/ha.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

DBV: Hochwasserschutz-Gesetz muss nachgebessert werden

Themen: Archiv — info @ 11:08

Landwirtschaft unterstützt sinnvollen Hochwasserschutz

Berlin (agrar.de) – ‚Das geplante Ackerbauverbot in erosionsgefährdeten Abflussbereichen und die vorgesehenen Bewirtschaftungsauflagen müssen verhindert werden.‘ Mit diesem Anliegen wandte sich der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, vor den Ausschussberatungen im Bundesrat im September 2004 an die Agrar- und Umweltministerien der Länder. Der Deutsche Bundestag habe zwar deutliche Änderungen des von Bundesminister Trittin geplanten Ackerbauverbotes in Überschwemmungsgebieten vorgenommen. Die nun vorgesehene Regelung sollte aber auf Grund einer fehlenden Rechtfertigung grundsätzlich aus dem Gesetz gestrichen werden. Denn – nach Meinung der Sachverständigen – gebe es keine generelle Erosionsgefährdung in Überschwemmungsgebieten, womit sich ein Ackerbauverbot erübrige. Das Gesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes wird im September erneut im Bundesrat beraten, nachdem der Bundesrat in seiner ersten Stellungnahme bereits die gänzliche Streichung des Ackerbauverbotes und der Bewirtschaftungsauflagen aufgrund einer fehlenden Rechtfertigung gefordert hat.

Da das vorgesehene Ackerbauverbot sowie die geplanten Bewirtschaftungsauflagen, wie eine ganzjährige Bodenbedeckung und Einschränkungen bei Düngung und Pflanzenschutz außerhalb der erosionsgefährdeten Abflussbereiche, jeder fachlichen Grundlage entbehren, werde man diese Regelung nicht akzeptieren. Denn nach Aussage aller Sachverständigen bestehe keine Schadwirkung durch Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen durch ein hundertjähriges Hochwasser. Ergebnis von derartigen Bewirtschaftungsauflagen seien aber deutliche Einkommensverluste für die Landwirte, immense Verkehrswertminderungen der Flächen und Qualitäts- und Ertragseinbußen bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Sofern dennoch Erosionsschutzmaßnahmen in Teilen von Abflussbereichen ergriffen werden sollten, könnten diese besser durch freiwillige Maßnahmen, insbesondere im Rahmen von Agrarumweltprogrammen, als durch Verbot erbracht werden. Enteignungsgleiche Eingriffe in das Eigentum der Landwirte würden vermieden und die Fördermöglichkeit über Agrarumweltprogramme gerade auch an Gewässern bliebe erhalten.

Die Landwirte seien nach wie vor dazu bereit, zum Hochwasserschutz sinnvoll und effektiv durch entsprechende Maßnahmen, wie etwa die Errichtung von Hochwasserpoldern, beizutragen, betonte Born. Dabei müsste aber die Anlage von Hochwasserpoldern in Kooperation mit den Landwirten stattfinden. Eventuell auftretende Schäden im Flutungsfall und die in Folge entstehenden Vermarktungsschäden müssten zudem ersetzt werden. Flächen, die als Polder angelegt oder durch Deichöffnung zum Polder gemacht würden, dürften keinesfalls den Überschwemmungsgebieten gleichgestellt und damit einem etwaigen Ackerbauverbot unterworfen werden.

Links zum Thema Verbände.

Gemüseanbau in Mecklenburg-Vorpommern: Salate dominieren

Themen: Archiv — info @ 10:08

Schwerin (agrar.de) – Gemüseanbau auf dem Freiland erfolgt in Mecklenburg-Vorpommern auf 2.010 Hektar. Wie das Statistische Landesamt zu vorläufigen Ergebnissen aus der diesjährigen Gemüseanbauerhebung mitteilt, entspricht das einem Zuwachs gegenüber 2003 um 6 Prozent. Dominierend im Anbau sind Salate, die 46 Prozent der Fläche einnehmen, gefolgt von Brokkoli mit 21 Prozent und Spargel mit 17 Prozent. Die bereits seit einigen Jahren zu beobachtende zunehmende Konzentration auf nur wenige marktbestimmende Gemüsearten, vor allem Salate, setzt sich auch im Jahr 2004 fort.

Unterglasflächen für Gemüse haben, wie in den Vorjahren, eine Größe von 15 Hektar und werden zu drei Viertel für den Anbau von Tomaten genutzt.

Insgesamt bauen in Mecklenburg-Vorpommern 78 Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe unterschiedlichster Größe und Rechtsform Freilandgemüse zum Verkauf an. Von den 920 Hektar Salaten entfallen allein rund 50 Prozent auf Little Gem, auch als Mini-Romana oder Salatherzen bezeichnet, weitere 43 Prozent auf Eissalat und 4 Prozent auf Chicorée. Nur geringe Bedeutung hat der Anbau anderer Salatarten, wie Endiviensalat, Feldsalat, Radicchio und Lollosalat.

Brokkoli wird auf einer Fläche von 430 Hektar (21 Prozent der Gemüsefläche) erzeugt, Spargel wächst auf 350 Hektar (17 Prozent der Fläche), Rosenkohl auf 110 Hektar (5 Prozent der Fläche). Der Anteil aller anderen Gemüsearten am Anbau beläuft sich, wie schon im Vorjahr, zusammen auf nur noch rund 11 Prozent. Darunter fallen u. a. Möhren, Zwiebeln, die verschiedenen Arten von Fruchtgemüse, wie Tomaten, Gurken, Erbsen, Bohnen, und – mit rückläufiger Tendenz – der Kopfkohl (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing).

Der Anbau von Freilandgemüse ist seit einigen Jahren dadurch geprägt, dass die Erzeuger kurzfristig und großflächig ihre Produktion umstellen, um so flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können. Beispielsweise erfolgte der Anbau von Grünkohl noch 2002 auf 162 Hektar, ein Jahr später landesweit auf nur noch 1 Hektar. Der ‚klassische‘ Kopfsalat erstreckte sich 2003 auf mehr als 30 Hektar, in diesem Jahr auf weniger als 1 Hektar.

Weitgehend stabil gestaltet sich der Gemüseanbau unter Glas, der flächenmäßig gegenüber den Vorjahren unverändert auf 15 Hektar erfolgt. Auch 2004 sind Tomaten mit knapp 12 Hektar die bestimmende Gemüseart. Die restliche Fläche teilen sich Gurken (1,5 Hektar), Feldsalat, Kohlrabi, Paprika und Petersilie.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

26. August 2004

Goldmann: Grüne brechen Wahlversprechen zu Agrardiesel

Themen: Archiv — info @ 16:08

Berlin (agrar.de) – Zu den geplanten Haushaltskürzungen im Agrarbereich erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Mit dem so genannten Haushaltsbegleitgesetz 2005 sollen Kürzungen von 287 Millionen Euro beim Agrardiesel und 82 Millionen Euro beim Zuschuss zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung durchgepeitscht werden.

Diese Maßnahmen werden die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe im internationalen Wettbewerb weiter verschlechtern. Unter der rot-grünen Bundesregierung ist der Agrardieselsteuersatz in Deutschland bereits von 10,5 Cent/Liter auf 25,56 Cent/Liter um das Zweieinhalbfache erhöht worden. Nunmehr soll der Agrardieselsteuersatz weiter auf 47 Cent/Liter erhöht und damit fast verdoppelt werden. Im Vergleich dazu bezahlen die englischen, französischen und niederländischen Landwirte lediglich 6 Cent Steuer für ihren Diesel. Damit stellt der deutsche Steuersatz einen massiven Wettbewerbsnachteil gegenüber den EU-Nachbarn für die heimischen Landwirte dar. Die FDP lehnt diese bereits vom Kabinett beschlossene Steuererhöhung für Agrardiesel strikt ab. Dieser weitere nationale Alleingang ist überflüssig und falsch.

Notwendig und sinnvoll ist eine europaweite Harmonisierung der unterschiedlichen Besteuerung des Agrardiesels. Den Grünen ist beim Agrardiesel vorzuwerfen, dass sie ihr Wahlversprechen gegenüber den Landwirten nicht einhalten. Noch zur Bundestagswahl 2002 hatten die Grünen auf die entsprechende Frage des Deutschen Bauernverbandes erklärt: ‚Mit wettbewerbsverzerrenden nationalen Regelungen in diesem Bereich muss endlich Schluss sein‘. Von diesem Wahlversprechen wollen Künast & Co. heute offensichtlich nichts mehr wissen. Damit brechen die Grünen ihr Wahlversprechen gegenüber den Landwirten.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Landtechnikindustrie lebt vom Export

Themen: Archiv — info @ 12:08

Nach Rekordjahr 2002 Konsolidierung – Deutscher Markt schrumpft weiter

Hannover (agrar.de) – Wenn der Export nicht wäre, käme die deutsche Landmaschinenindustrie wohl in große Bedrängnis. Die Ausfuhren liefen jedoch auch im vergangenen Jahr so gut, dass sie einen Ausgleich für den schwachen deutschen Markt bieten konnten, meldet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst.

Seit dem Jahr 1995 sind so die Umsätze der ungefähr 290 deutschen Landtechnik-Betriebe mit mehr als 26.000 Beschäftigten von 3,39 Milliarden Euro bis zum Jahr 2000 auf 3,5 Milliarden Euro angestiegen. Im Rekordjahr 2002 wurden sogar 4,11 Milliarden Euro Umsatz erreicht. Im vergangenen Jahr ’schwächelte‘ die Branche zwar etwas, bei einem Rückgang um 4,3 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro wurde aber immer noch ein hohes Niveau erreicht. Während aber die Ausfuhren stabil blieben, gab es starke Einschnitte beim Inlandsabsatz, weil die deutschen Bauern aufgrund unsicherer politischer Rahmenbedingungen sowie Ertragseinbußen im dritten Jahr in Folge große Zurückhaltung bei Investitionen übten. Die Exportquote der deutschen Landtechnik-Industrie stieg damit auf immerhin 71 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet die Branche einen stagnierenden Umsatz, der durch ein sehr schwaches Inlandsgeschäft geprägt ist.

Im Gegensatz zur Gesamtentwicklung war der deutsche Markt über den gesamten Zeitraum von kontinuierlichem Umsatzrückgang geprägt. 1995 lag der Inlandsumsatz noch bei 1,362 Milliarden Euro und war bis zum Jahr 2000 bereits auf 1,292 Milliarden Euro gesunken. Selbst das Rekordjahr 2002 brachte keinen Zuwachs, sondern lediglich eine Stagnation bei 1,296 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Inlandsmarkt weiter auf nur noch 1,146 Milliarden Euro, das war ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 11,6 Prozent. Für die Traktorenhersteller war der Rückgang noch deutlicher. Sie mussten einen Rückgang auf dem deutschen Markt um 13 Prozent auf 18.873 Stück hinnehmen. Der Umsatz verringerte sich sogar um 15,3 Prozent von 519,5 Millionen auf 439,8 Millionen Euro. Die Gesamtproduktion von Traktoren in Deutschland verringerte sich dagegen nur um 4,4 Prozent auf 51.407 Stück, der Export von Traktoren brachte aber lediglich einen Umsatzrückgang von 0,5 Prozent von 1,594 Milliarden auf 1,587 Milliarden Euro. Auch das laufende Jahr brachte bisher weitere Einbußen auf dem deutschen Markt, während sich die Exportmärkte insgesamt gut entwickeln, vor allem in Westeuropa und den USA.

Hauptabnehmer für deutsche Landtechnik waren nach wie vor die westeuropäischen EU-Partner mit 60 Prozent Anteil an den Exporten, vor allem Frankreich. Zweitwichtigster Absatzmarkt ist Nordamerika, wo die Investitionen der Landwirte zurzeit Rekordniveau erreichen. Große Hoffnungen knüpfen die Landtechnik-Hersteller an den Zukunftsmarkt Osteuropa. Dort sehen sie auf Jahre hinaus ein großes Potenzial, und Deutschland war 2002 mit einer Exportsumme von 425 Millionen Euro dort der wichtigste Lieferant.

Links zum Thema Landtechnik.

Frauen wollen Tierarzt werden

Themen: Archiv — info @ 09:08

Hannover (agrar.de) – Der Tierarztberuf steht bei den Frauen offenbar hoch im Kurs. Von den in 2003 insgesamt 32.118 gezählten Veterinären waren 14.425 weiblichen Geschlechts. Gegenüber 2002 stieg die Zahl der Veterinäre nach Ermittlungen des Landvolks Niedersachsens um 657 Tierärzte.

Mit insgesamt 4.485 Veterinären wird Niedersachsen in der Statistik von Bayern mit 6.214 und Nordrhein-Westfalen mit 4.712 übertroffen. Die größte Gruppe in Niedersachsen sind die praktizierenden Tierärzte mit 1.391, die zum überwiegenden Teil eine Einzelpraxis betreiben. Zweitstärkste Berufsgruppe unter den Veterinären sind die Praxisassistenten mit 631, gefolgt von den angestellten Tierärzten mit 500 und den beamteten mit 257. Immerhin gaben 392 Veterinäre in Niedersachsen an, ihren Beruf zur Zeit nicht auszuüben und 124 Tierärzte waren arbeitslos gemeldet.

Von der Gesamtzahl der Tierärzte waren 7.782 in den neuen Bundesländern beschäftigt, hier lag die Zahl der Tierärztinnen allerdings nur bei 2.989.

Links zum Thema Bildung, Links zum Thema Tiergesundheit.

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