30. August 2004

Rheinland-Pfalz: Andauernder Regen führt zu Einkommenseinbußen bei Marktfruchtbaubetrieben

Themen: Archiv — info @ 16:08

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, zeigte sich während einer außerordentlichen Erntepressekonferenz des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau besorgt über die Entwicklung der Getreideernte. Nach der langen Regenperiode bis Ende Juli 2004 ließen fast drei Wochen Sonne die Hoffnung auf eine durchschnittliche Ernte aufflammen. Diese Hoffnung ist nun geschwunden.

Diese kurze Sonnenphase, erklärte Präsident Blum, habe nicht ausgereicht um die Ernte vollständig einzufahren. Gerade Weizen und Triticale seien zu dieser Zeit noch nicht reif gewesen. Das seit Mitte August währende Regenwetter verhindere nun die dringend notwendige Ernte bei dem noch auf dem Feld stehenden Getreide. In einigen Hochlagen in Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus hätten selbst Teile der Braugerste, des Weizens, des Roggens und des Hafesr nicht geerntet werden können.

‚Die landwirtschaftlichen Unternehmen müssen nun mit hohen Qualitätseinbußen und regional sogar mit Totalausfällen rechnen. Die Feuchtigkeit der Getreidekörner liegt zur Zeit bei 20 Prozent und mehr. Hohe Trocknungskosten machen den Gewinn kaputt. Auswuchs und sinkende Fallzahlen bei Weizen führen oft nur noch zur Futterverwertung. Betriebe mit geringer Liquiditätsdecke müssen nun um ihre Zukunft kämpfen‘, erklärte Präsident Leo Blum. Je nach Region seien auch der zweite bzw. dritte Heuschnitt bereits bis Ende Juli verdorben gewesen. Dies habe auch die viehhaltenden Betriebe schwer getroffen.

Damit nicht genug, müssten nun auch viele Winzer mit der Pilzkrankheit ‚Schwarzfäule‘ in den Reben kämpfen. Verwilderte Parzellen, bzw. nicht mehr bewirtschaftete Weinberge, die sogenannten Drieschen, tragen zur ungestörten Ausbreitung des Pilzes bei. Die Drieschen stören darüber hinaus das Landschaftsbild und gefährden die Attraktivität der Weinkultur und der Naturlandschaften in den attraktiven Weinanbaugebieten in Rheinland-Nassau.

Im kommenden Winter müssten alle Organisationen und Behörden gemeinsam alles daran setzen die Reben aus den ehemaligen Rebanlagen zu entfernen, damit für die kommenden Jahren größere Gefahren vermieden werden könnten.

Präsident Leo Blum appellierte an alle Politiker in Bund, Land und in den Gemeinden sich für die schnelle Beseitigung der Reben in den Drieschen einzusetzen, damit höhere Kosten und weitere Schäden in den Weinbaubetrieben verhindert werden könnten.

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