03. Juni 2004

Verbände starten „Informationsdienst Gentechnik“

Themen: Archiv — info @ 11:06

Berlin (agrar.de) – Umwelt-, Wirtschafts-, Verbraucher- und Bauernverbände haben einen neuen ‚Informationsdienst Gentechnik‚ ins Leben gerufen.

Interessierte Bürger, Landwirte, Verbraucher und Umweltschützer können sich zu Fragen der Gentechnik persönlich oder per Internet und Fax an den Informationsdienst wenden.

Das Angebot der Internetseiten umfaßt Aktionsmaterial und Argumente, die neuesten Nachrichten, wissenschaftliche und rechtliche Hintergründe sowie Informationen und Kontakte zu Organisationen, Verbänden, Bürgerinitiativen und Institutionen, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Agro-Gentechnik befassen.

Der Informationsdienst ist eine gemeinsame Initiative von: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bioland, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Deutscher Naturschutz Ring (DNR), Gen-ethisches Netzwerk, Greenpeace, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Netzwerk gentechnikfreie Landwirtschaft, Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

Brandenburg: Ökologischer Landbau gewinnt weiter an Bedeutung

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 10:06

Potsdam (agrar.de) – Gab es 2001 schon 423 landwirtschaftliche Betriebe mit ökologischem Landbau, so waren es 2003 bereits 508 Betriebe (+ 20 Prozent). Diese bewirtschafteten 8,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Brandenburg (2001: 7,1 Prozent). Von diesen Betrieben hielten 402 auch Tiere (2001: 331 Landwirtschaftsbetriebe). Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik weiter mitteilt, lag der Anteil der ökologisch wirtschaftenden Betriebe 2003 bei 7,6 Prozent, während es im Jahr 2001 noch 6,1 Prozent waren.

Eine wichtige Rolle im ökologischen Landbau spielt die Viehhaltung. Im Jahr 2003 gab es hier 402 Betriebe mit Viehhaltung, das entspricht 79,1 Prozent der ökologisch produzierenden Landwirtschaftsbetriebe (2001: 331 Betriebe). Von diesen hielten 277 Betriebe Rinder, 96 Schweine und 106 Schafe. In den Landwirtschaftsbetrieben mit Rindern standen 54.336 Tiere (2001: 49.141 Rinder). Die Zahl der Schweine im ökologischen Landbau belief sich im Jahr 2003 auf 12.201 Tiere (2001: 7.112 Schweine) und die der Schafe auf 33.994 Tiere (2001: 26.087 Schafe).

2003 waren 63,7 Prozent der Flächen des ökologischen Landbaus Ackerland und 35,6 Prozent gehörten zum Dauergrünlandanteil. Der Grünlandanteil ist auch mit der Bedeutung der Ammen- und Mutterkuhhaltung im ökologischen Landbau zu erklären. In den Betrieben mit ökologischem Landbau wurden 18.176 Ammen- und Mutterkühe gehalten, das waren fast 20 Prozent aller dieser Tiere im Land Brandenburg. Die Fläche mit Obstanlagen machte mit 700 Hektar im Jahr 2003 nur 0,6 Prozent der Ökolandflächen aus (2001: 887 Hektar).

Am höchsten war 2003 der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen im Landkreis Dahme-Spreewald. Hier wurden fast 29 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von zirka 15 Prozent der dort arbeitenden Landwirtschaftsbetriebe ökologisch bewirtschaftet. Sehr gering ist der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen im Kreis Elbe-Elster mit etwa 2 Prozent. In diesem Landkreis wirtschafteten durchschnittlich 3 Prozent aller Betriebe nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

CDU/CSU: Bei WTO-Agrargesprächen müssen ausgewogene Lösungen gefunden werden

Themen: Archiv — info @ 10:06

Europäische Landwirtschaft nicht einseitig belasten

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der aktuellen Gespräche der Mitglieder der Welthandelsorganisation WTO zu Agrarhandelsfragen in Genf erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt:

‚Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass die festgefahrenen WTO-Verhandlungen wieder in Schwung gebracht werden und die EU-Kommission hierzu initiativ wurde. Allerdings wird eine faire und ausgewogene Herangehensweise verlangt, die die europäische Landwirtschaft nicht einseitig belastet und somit im Ergebnis überfordert! Wenn die EU den Abbau aller Agrarexportsubventionen anbietet, dann geht dies nur im Gleichklang mit dem Verzicht aller Beteiligten, ihre Exporthilfen abzubauen. Dazu gehören u.a. Exportkredite oder Nahrungsmittelhilfeprogramme der USA, die eine verdeckte Form der Subventionierung von Agrarausfuhren darstellen. Zudem muss an Sektoren wie Milch, Rindfleisch oder Zucker mit entsprechender Sensibilität herangegangen werden.

In diesem Zusammenhang sind die parallel zu den WTO-Gesprächen laufenden Verhandlungen der EU-Kommission mit den Mercosur-Staaten kritisch zu hinterfragen. Zusätzlich zu den Angeboten auf WTO-Ebene ist hier die EU mit einem weiteren äußerst großzügigen Vorschlag im Agrarbereich angetreten. Sie will die europäischen Märkte bei empfindlichen Produkten wie Rindfleisch, Milchprodukten und auch Bioethanol weiter öffnen.

Bei Bioethanol besteht die Gefahr, dass die jüngsten industriepolitischen Entscheidungen, eine europäische Bioethanolproduktion aufzubauen, aus handelspolitischen Gründen konterkariert werden. Über 300 Mio. Euro wurden in den vergangenen Jahren allein in Deutschland in Bioethanolanlagen investiert. Vor neuen Importzusagen bedarf es daher erst einmal einer grundlegenden Untersuchung der Aufnahmefähigkeit des EU-Marktes für Bioethanolimporte.

In einem liberalisierten Welthandel können unsere Landwirte nur dann erfolgreich bestehen, wenn sie gleiche Wettbewerbsbedingungen haben. Zu gleichen Wettbewerbsbedingungen wiederum gehören gleiche Produktionsstandards. Deswegen müssen in den WTO- und Mercosur-Verhandlungen viel stärker als bislang auf die Verbindlichkeit von Vorschriften beim Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz gedrängt werden. Hier ist vor allem die Bundesregierung gefordert, will sie angesichts der Einführung immer neuer nationaler Standards und Auflagen nicht völlig unglaubwürdig werden. Zudem erfordert immer mehr Wettbewerb eine viel entschlossenere Herangehensweise an den Abbau von wettbewerbsverzerrenden nationalen Auflagen. Das Gegenteil ist aber leider der Fall: Schärfere deutsche Bestimmungen und hohe Belastungen treiben die Produktionskosten in der deutschen Landwirtschaft immer mehr in die Höhe.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

02. Juni 2004

Schweizer Agrarstatistik: Wachsen oder weichen

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 16:06

Bern (agrar.de) – In der Schweizer Landwirtschaft sind im vergangenen Jahr 1.555 Betriebe und 2.715 Hektar (ha) Landwirtschaftsland verschwunden. Das berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (lid) unter Berufung auf eine Statistik des schweizerischen Bundesamtes für Statistik.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe verringerte sich demnach von 67.421 im Jahre 2002 um 2,3 Prozent auf 65.866 im vergangenen Jahr. Der Trend der vergangenen Jahre setzte sich damit fort. In den Jahren zuvor sank die Zahl der Betriebe zwischen 2 und 4,1 Prozent. Während immer mehr kleine Betriebe verschwinden, nimmt die Zahl der Betriebe mit mehr als 25 ha stetig zu. Diese Betriebe macht inzwischen ein Fünftel der knapp 66.000 Betriebe aus. Gleich viele Betriebe haben eine Fläche zwischen 10 und 15 ha. Die gesamte, landwirtschaftlich genutzte Fläche reduzierte sich im Verlaufe von 2003 um 2.715 auf 1,67 Mio. ha. Der Rindviehbestand ging entsprechend dem Trend der letzten Jahre erneut zurück und beträgt nun noch 1,57 Millionen Stück. Nach Jahren mit steigenden Zahlen verringerte sich im vergangenen Jahr erstmals der Schweinebestand. Er beträgt nun 1,53 Mio. Stück. Mit 7,44 Mio. Hühnern wurde dagegen ein neuer Höchststand in dieser Kategorie erreicht. Gegenüber 2002 nahm die Zahl dieser Tiere um 3,2 Prozent zu.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Schweiz.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 16:06

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 450 angebotenen Schweinen 450 Schweine verkauft, davon 450 Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,42 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,42 Euro bis 1,43 Euro zur Lieferung am Anfang der kommenden Woche.

Links zum Thema Schweine.

Ein Viertel der Schweine kommt aus Nordrhein-Westfalen

Themen: Archiv — info @ 13:06

Münster (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen werden 6,3 Millionen Schweine gehalten. Das geht aus der aktuellen Statistik der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hervor. Damit steht fast ein Viertel aller deutschen Schweine in nordrhein-westfälischen Ställen.

Jeweils zehn Prozent der deutschen Rinder und Kühe werden auf Weiden und in Ställen in Nordrhein-Westfalen gehalten. Nach der Statistik haben die knapp 23.000 Rinderhalter in diesem Bundesland 1,4 Millionen Kälber, Bullen und Kühe; davon melken 10 500 Milchbauern 390.000 Kühe.

Die 4.100 Schäfer in Nordrhein-Westfalen hüten knapp 224.000 Tiere. Insgesamt gibt es fast 100.000 Pferde, die von 12.500 Haltern betreut werden. Ein unterschiedliches Bild gibt es beim Federvieh. 9.000 Legehennenhalter haben 6,8 Millionen Tiere in ihren Ställen. Daneben gibt es mehr als 1,4 Millionen Puten, die von 300 Bauern gehalten werden, 136.500 Enten mit 1.370 Haltern und 122.000 Gänse auf 1.830 Bauernhöfen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Hessen: Anbau von Winterweizen stark ausgedehnt

Themen: Hessen,Statistik — info @ 13:06

Wiesbaden (agrar.de) – Knapp 159.300 Hektar Winterweizen und 72.000 Hektar Wintergerste standen im Frühjahr 2004 auf Hessens Feldern. Wie das Hessische Statistische Landesamt auf Grund der Meldungen seiner landwirtschaftlichen Berichterstatter mitteilt, bedeutet dies gegenüber dem Jahr 2003 eine Ausdehnung des Winterweizenanbaus um 16.700 Hektar oder knapp zwölf Prozent sowie des Wintergerstenanbaus um 4800 Hektar oder sieben Prozent. Weiterhin zugenommen hat auch die Anbaufläche von Winterraps: Für die Ernte 2004 wurden 58.100 Hektar ausgesät. Dies waren 2.700 Hektar oder knapp fünf Prozent mehr als im Jahr 2003 und gut zwölf Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 1998 bis 2003.

Die Niederschlagsmengen in den Wintermonaten wurden von den Berichterstattern als zu gering eingestuft, allerdings gab es im Vergleich zum Winter 2002/03 keine nennenswerten Auswinterungsschäden.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Hessen.

FAO: Bioenergie in Entwicklungsländern stärker fördern

Themen: Archiv,International — info @ 13:06

Bonn/Rom (agrar.de) – Entwicklungsländer sollten verstärkt aus Biomasse, Erdwärme, Sonne und Wind erzeugte Energie nutzen. Dazu hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) anlässlich der Internationalen Konferenz über erneuerbare Ressourcen (Bonn, 1.-4. Juni) aufgerufen.

In vielen Entwicklungsländern werde Bioenergie immer noch viel zu sehr vernachlässigt. Die FAO rief dazu auf, die Förderung von Bioenergie stärker in land- und forstwirtschaftliche Programme zu integrieren.

‚Bioenergie ist eine umweltfreundliche, kostengünstige und vielerorts vorhandene Energiequelle,‘ betonte FAO-Energieexperte Gustavo Best. Bioenergie könne einen beträchtlichen Teil der fossilien Energiequellen ersetzen. Positive Beispiele seien die Ethanolerzeugung aus Zuckerrohr, Sorghum und Maniok oder Biodiesel aus Raps. ‚Bioenergie trägt dazu bei, in vielen Ländern Einkommen und Arbeitsplätze zu schaffen, und damit Armut und Hunger zu bekämpfen. Die Degradierung von Böden, die Zerstörung von Wäldern, der Verlust von Artenvielfalt und die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich durch die Nutzung von Bioenergie verringern,‘ sagte Best. Bioenergie wird aus Holz und Holzkohle, Pflanzen wie Zuckerrohr, Sorghum, Raps und land- oder forstwirtschaftliche Abfallprodukten gewonnen, aus denen Ethanol, Biodiesel, Biogas oder Elektrizität erzeugt werden. Viele arme Menschen in Entwicklungsländern sind zum Kochen hauptsächlich auf Brennholz angewiesen. Strom oder Treibstoff können sie sich nicht leisten und damit ihre Lebensbedingungen kaum verbessern. Weltweit werden 15 Prozent des Energieverbrauchs aus Biomasse gedeckt, in den Entwicklungsländern sind es bis zu 90 Prozent. In Entwicklungsländern ist Brennholz mit 80 Prozent die wichtigste Energiequelle. Die Landwirtschaft könnte eine wichtige Rolle beim weltweiten Emissionshandel mit Kohlendioxid spielen, betonte die FAO. ‚Schon heute werden Holz, Holzchips, Ethanol, Biodiesel und Bioelektrizität international gehandelt. Der Nutzen dieses Handels sollte auch den Bauern zugute kommen.‘ Die FAO fördert in Entwicklungsländern den Einsatz nachhaltiger Bioenergiesysteme zur Armutsbekämpfung.

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Künast: Biomasse – Die Alternative zu Erdöl

Themen: Biogas,Kraftstoffe,NaWaRos — info @ 13:06

Bonn (agrar.de) – ‚Die derzeit hohen Energiepreise machen eines deutlich: Wir brauchen dringend Innovationen, die uns unabhängiger von fossilen Rohstoffen machen. Nachwachsende Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft verfügen über ein großes Potenzial, um Erdöl als Energieträger, aber auch als wichtigen Rohstoff in der Industrie zu ersetzen. Hier sehe ich neue Absatzchancen für die Land- und Forstwirt­schaft. Der Landwirt der Zukunft ist auch ‚Energie- und Rohstoffwirt‘! Wir fördern die Markt­einführung, aber auch die Forschung und Entwicklung neuer Technologien zur Nutzung der Bio­masse,‘ erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast auf der Renewables 2004 heute in Bonn.

‚Renewables 2004 muss einen weiteren Impuls für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen weltweit schaffen. Denn Energie ist der Schlüssel für Wertschöpfung. Das gilt vor allem für Entwicklungsländer,‘ erklärte Künast. Es liege nahe, hier neben der Sonnen- und Windenergie auch das Potenzial des weltweit bedeutendsten erneuerbaren Energieträgers, der Biomasse aus Land- und Forstwirtschaft, zu nutzen.

‚Die nachwachsenden Rohstoffe als alternative Kraftstoffe sind interessant für die Automobilbranche. So sind Biodiesel aus Raps und Bioethanol aus Getreide und Zuckerrüben auf dem Vormarsch. Sunfuels oder BTL-Kraftstoffe, also synthetische Kraftstoffe gewonnen aus Biomasse, haben eine Zukunft als Alternative zum Erdöl‘, so Künast.

Nachwachsende Rohstoffe können nicht nur den Energieträger Erdöl durch Biokraftstoffe, Biogas oder Holz ersetzen. Sie können auch den Basisrohstoff Erdöl ersetzen, der Bestandteil von zahlreichen wichtigen Produkten, wie Medikamenten oder Kunststoffen ist. Neben der Chemie-, Pharma- und Kosmetikindustrie setzt die Automobilindustrie heute schon nachwachsende Rohstoffe ein, z.B. bei der Fertigung von zahlreichen Bauteilen.

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Bioenergie hat Zukunft

Themen: Biogas,Energie,Kraftstoffe,NaWaRos — info @ 11:06

BBE, DBV und LAB zur ‚renewables 2004‘

Bonn (agrar.de) – ‚Bis zum Jahre 2030 können 14 Prozent des deutschen Energiebedarfs durch Biomasse erzeugt werden, und zwar 10 Prozent an Wärme und 15 Prozent an Kraftstoffen für Pkw‘, schätzte der Vorsitzende des Bundesverbandes BioEnergie (BBE), Helmut Lamp, auf einer Pressekonferenz in Bonn anlässlich der internationalen erneuerbaren Energien Konferenz ‚renewables 2004‘. Der Jahresumsatz mit Bioenergie habe im vergangenen Jahr bereits 2,85 Milliarden Euro betragen, die Investitionen beliefen sich auf 1,57 Milliarden Euro. Mit dem prognostizierten Wachstum der Bioenergie werde auch das Investitionsvolumen auf das Siebenfache bis zum Jahre 2030 ansteigen. Zudem habe die Energiegewinnung aus Biomasse bis zum Jahr 2003 bereits 50.000 Arbeitsplätze geschaffen. Weitere 200.000 könnten es nach wissenschaftlichen Berechnungen bei einem offensiven Ausbau der Bioenergie bis zum Jahre 2030 werden.

Lamp forderte eine wirksame und längerfristige Strategie zum Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse für Deutschland. Die Bundesregierung habe in den vergangenen Jahren bereits Erfolg versprechende Weichenstellungen für einen Marktausbau der Bioenergie mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz, der Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe, dem Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien und der Privilegierung von Bioenergieanlagen im Baugesetzbuch gestellt. ‚Dieser Weg muss konsequent weiter beschritten werden‘, erklärte Lamp. Gleichzeitig stellte er in Forschung und Entwicklung ein Ungleichgewicht zwischen Bioenergie und anderen Energieformen wie Kohle und Kernenergie fest. So herrsche ein ‚krasses Missverhältnis‘ der Fördermittel des Bundes in der Energieforschung. Von 1993 bis 2002 sei die Bioenergie mit insgesamt 34,47 Millionen Euro gefördert worden, was jeweils nur 2 bis 5 Prozent der Förderung für Nuklear-Energieforschung, Kohle oder Kernfusion ausmache. Lamp forderte eine Verdreifachung der eingesetzten Bioenergiemittel in Relation zu den Gesamtenergieforschungsmitteln von 0,66 Prozent.

Biomasse zur Energiegewinnung ist heute schon wettbewerbsfähig. ‚Angesichts des über die 40 Dollar-Marke je Barrel gestiegenen Rohölpreises und der stetig sinkenden Erzeugerpreise für Nahrungsmittel kann die Bioenergie zum Beispiel bei Kraftstoffen im Wettbewerb mit fossilen Energieträgern mithalten‘, stellte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, vor den Journalisten in Bonn fest. Die Land- und Forstwirte in Industrie- wie in Entwicklungsländern könnten mit der Produktion von Biomasse CO2-neutrale Energieformen zur Verfügung stellen, und zwar fest, flüssig oder gasförmig zum Beispiel als Wärme aus Waldholz, Strom aus Biogas, oder Kraftstoff aus Ölpflanzen und Getreide.

In Deutschland diene der innovative Ausbau dieser Bioenergie vorrangig dazu, die eingegangenen Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll zu erreichen, die Abhängigkeit von endlichen, fossilen Energieträgern zu mindern und Arbeitsplätze auf dem Lande zu schaffen. ‚Weltweit können Landwirte Biomasse für die Energienutzung zur Verfügung gestellt werden, so dass sie eine Schlüsselrolle bei einem nachhaltigen Energiekonzept ohne Raubbau an der Natur erhalten‘, betonte Born.

Bereits heute werden in der EU wegen der Nahrungsmittelüberschüsse auf 10 Prozent stillgelegten Flächen nachwachsende Rohstoffe angebaut. In Deutschland habe deren Anbaufläche 2003 rund 840.000 Hektar betragen. ‚Bei gleich bleibenden Ertragssteigerungen durch züchterischen und technischen Fortschritt können in absehbarer Zeit etwa 2 Millionen der 17 Millionen Hektar für die Erzeugung von Energiepflanzen genutzt werden‘, prognostizierte Born. In einer Biogasanlage könne aus einem Hektar Getreide, Gräser, Rüben oder Mais rund 16 Megawattstunden Strom erzeugt werden. Allein damit versorge ein Landwirt vier Drei-Personen-Haushalte für ein Jahr lang mit Strom. Auf das genannte Flächenpotenzial hoch gerechnet könne die deutsche Landwirtschaft somit 8 Millionen Haushalte mit Strom aus Biomasse versorgen. Mit den erhöhten Einspeisevergütungen im novellierten Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG), für deren Zustandekommen sich der DBV maßgeblich eingesetzt habe, lohne es sich für Landwirt erstmals, Energiepflanzen für die Stromerzeugung in Biogasanlagen anzubauen.

Nicht ausgeschöpft ist nach Borns Ansicht das Potenzial der Energiequelle Holz. Derzeit würde Wärmeenergie in Höhe von rund 51 Millionen Megawattstunden durch die Nutzung der Biomasse Holz gewonnen. Den größten Anteil an dieser Wärmeproduktion hätten die rund 7 Millionen Kaminöfen und Kachelöfen in privaten Haushalten. Darüber hinaus seien in Deutschland rund 9.000 Pelletsheizungen installiert. In rund 100 Biomasseheizkraftwerken mit einer gesamten installierten Leistung von 500 Megawatt werde vornehmlich aus Altholz und Sägeresten Wärme und Strom gewonnen. In Deutschland wüchsen jährlich rund 60 Millionen. Kubikmeter Holz nach. Genutzt würden jedoch nur 40 Millionen. Ohne die Wälder zu beeinträchtigen könnten also zusätzlich 20 Millionen. Festmeter Holz entnommen werden. Insgesamt würden heute in Deutschland durch den Einsatz von Bioenergie bereits rund 20 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Dies könne bei Ausnutzung der Biomasse-Potenziale auf bis zu 100 Millionen Ton nen CO2 gesteigert werden.

Von großen zukunftsweisenden Investitionen berichtete der Unternehmer Claus Sauter von der Sauter Unternehmensgruppe, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Biokraftstoffe (LAB). Die Biokraftstoffe könnten im Jahre 2010 knapp 6 Prozent Marktanteil erreichen, nachdem die EU-Richtlinie zur Förderung der Biokraftstoffe bzw. zur Energiebesteuerung und die Mineralölsteuerbefreiuung in Deutschland die Markteinführung von Biokraftstoffen beflügelt habe. Sein Unternehmen investiere gegenwärtig in Sachsen-Anhalt und Brandenburg in den Aufbau von zwei Bioethanolanlagen. Auch die Südzucker AG baue in Sachsen-Anhalt eine Bioethanolanlage. Die Gesamtkapazität belaufe sich dann auf 0,5 Millionen Tonnen Bioethanol pro Jahr. Dafür würden insgesamt 1,4 Millionen Getreide benötigt. 300 neue Arbeitskräfte seien mit den Bioethanolanlagen bereits unmittelbar geschaffen worden. Die Sauter-Unternehmensgruppe investiere auch in die Herstellung von Biodiesel, der erfolgreich im Markt ei ngeführt ist. Gegenwärtig würden bundesweit von 23 Unternehmen aus 1,85 Millionen Tonnen Rapssaat rund 850.000 Tonnen Biodiesel erzeugt. Mit den bestehenden Kapazitäten von 1,1 Millionen Tonnen und weiteren im Bau befindlichen 200.000 Tonnen könne die gegenwärtig schnell steigende Nachfrage nach Biodiesel zur Beimischung zum normalen Dieselkraftstoff befriedigt werden.

Das anvisierte Abkommen der EU-Kommission mit den Mercosur-Staaten, die Einfuhr von einer Million Tonnen Ethanol nach Europa, berge Gefahren für diese innovative neue Technik. Dadurch würde die aufstrebende Branche der Bioethanolherstellung noch vor Markteinführung zerstört. ‚Ich bin der festen Überzeugung, dass der Biokraftstoff im Energiemix der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen wird‘, erklärte der Unternehmer.

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