15. Juni 2004

Mecklenburg-Vorpommern: 15 Prozent mehr bäuerliche Haupterwerbsbetriebe

Themen: Archiv — info @ 13:06

Schwerin (agrar.de) – Knapp drei Viertel der 5.229 Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind als bäuerliche Familienbetriebe Einzelunternehmen. Von diesen 3.766 Betrieben wirtschaften 1.460 mit durchschnittlich 218 Hektar im Haupterwerb, 2.306 von ihnen sind Nebenerwerbsbetriebe. Wie das Statistische Landesamt zu den Ergebnissen aus der Agrarstrukturerhebung 2003 weiter mitteilt, hat sich die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe gegenüber 2001 um 15 Prozent und ihr Anteil an den Einzelunternehmen auf nunmehr 39 Prozent erhöht (1995: 29 Prozent). Flächenmäßig blieb der Anteil fast unverändert bei 85 Prozent.

Betriebswirtschaftlich ist der landwirtschaftliche Haupterwerb zu 46 Prozent auf den Ackerbau, der Nebenerwerb zu 43 Prozent auf den Futterbau ausgerichtet.

Die 3.766 als Einzelunternehmen geführten Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern hatten 2003 eine Durchschnittsgröße von 100 Hektar. Zusammen bewirtschafteten sie 376.998 Hektar, das sind 28 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes. In 1.460 dieser bäuerlichen Familienbetriebe stellte die Landwirtschaft den Haupterwerb dar. Dafür standen 318.095 Hektar zur Verfügung; somit entfielen auf jeden Betrieb durchschnittlich 218 Hektar (früheres Bundesgebiet zum Vergleich: 47 Hektar; neue Länder: 134 Hektar). Die großstrukturierte Landwirtschaft, überwiegend von Betrieben in der Hand juristischer Personen getragen, spiegelt sich allerdings auch in den von natürlichen Personen geführten Haupterwerbsbetrieben wider: 150 von ihnen hatten 2003 eine Betriebsgröße von mehr als 500 Hektar, darunter 20 sogar von mehr als 1.000 Hektar.

Beeinflusst durch die beträchtliche Flächenausstattung, ökonomische Anreize und agrarpolitische Maßnahmen sind 46 Prozent der Einzelunternehmen im Haupterwerb betriebswirtschaftlich auf den Ackerbau spezialisiert, weitere 25 Prozent auf den Futterbau und nur 17 Prozent auf die konventionelle Kombination von Pflanzenbau und Viehhaltung.

2.306 Einzelunternehmen waren 2003 dem Nebenerwerb zuzuordnen, bei dem die aus der Landwirtschaft erzielten Einkünfte kleiner sind als die Hälfte des Familieneinkommens. Bei einer Flächenausstattung der Nebenerwerbslandwirte mit durchschnittlich 26 Hektar (früheres Bundesgebiet: 12 Hektar; neue Länder: 17 Hektar) bewirtschafteten sie zusammen 58.903 Hektar, gut 4 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes.

Landwirtschaftlicher Nebenerwerb, teilweise auch als Freizeitbeschäftigung betrieben, ist überwiegend an nur wenig Fläche gebunden. Demzufolge verfügt die Hälfte der Nebenerwerbslandwirte über weniger als 10 Hektar, 28 von ihnen allerdings über mehr als 200 Hektar. Betriebswirtschaftlich sind die im Nebenerwerb geführten Einzelunternehmen zu 43 Prozent auf den Futterbau und zu 39 Prozent auf den Ackerbau ausgerichtet, zu 10 Prozent auf Pflanzenbau und Viehhaltung im Verbund.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

14. Juni 2004

AbL: Über Milchpreise verhandeln statt lamentieren

Themen: Archiv — info @ 15:06

Verband schlägt konkrete Preisverhandlungen für Milch vor – DBV besonders gefordert

Berlin (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) will die passive Rolle der Bauern und Bäuerinnen bei der Preisfestsetzung der Molkereien beenden: ‚Wir wollen, dass der Milchpreis, den die Molkereien an die Bauern auszahlen, nicht in den Vorstandsetagen der Molkereien, sondern am Verhandlungstisch mit den Bauern und Bäuerinnen direkt festgesetzt wird. Wir brauchen direkte Preisverhandlungen‘, fordert der AbL-Vorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf.

Den Deutschen Bauernverband (DBV) fordert die AbL auf, zusammen mit der AbL und anderen Verbänden eine Verhandlungsdelegation zu bilden, die den Auftrag bekommt, mit den Molkereien einen Mindest-Erzeugerpreis für Milch auszuhandeln, der die Kosten einer nachhaltigen Erzeugung deckt. ‚Der Deutsche Bauernverband sollte aufhören, alle möglichen Stellen für die katastrophalen Milchpreise verantwortlich zu machen, sondern sich seiner eigenen Verantwortung bewusst werden und selbst aktiv in Preisverhandlungen begeben‘, so Maria Heubuch, Bundesvorsitzende der AbL und Milchbäuerin aus dem Allgäu. Die vielen guten Aktionen von Tausenden von Milchbauern und -bäuerinnen, die der DBV zumeist mit initiiert oder unterstützt habe, müssten nun in den nächsten Schritt münden, so die AbL-Vorsitzende Heubuch.

‚Im DBV ist immer noch der Großteil der Milchbauern Mitglied. Warum nimmt DBV-Präsident Sonnleitner dieses Mandat nicht Ernst und setzt sich mit den Molkereien direkt an den Tisch?‘, fragt Graefe zu Baringdorf. Angesichts der Tatsache, dass die größten Molkereien genossenschaftlich organisiert seien und der DBV eng mit dem Genossenschaftsverband zusammenarbeite, sollte es dem DBV gelingen, das Instrument regelmäßiger Preisrunden durchzusetzen, schreibt die AbL.

Nach Informationen der AbL verbessere sich die Lage auf den Märkten für Milchprodukte von Monat zu Monat, doch hätten die allermeisten Molkereien das noch nicht in eine Trendwende für die Milchpreise der Bauern umgesetzt.

Die aktuellen Daten über die Milchanlieferungen, die Nachfrage sowie die Entwicklung der Lagerbestände in der EU als auch weltweit zeigten nach Angaben der AbL aber durchweg in eine positive Richtung. ‚Die Verwertungsmöglichkeiten der Molkereien für die angelieferte Milch steigen. Das muss sich endlich auch im Milchpreis niederschlagen‘, stellt die AbL-Vorsitzende Heubuch fest.

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BMU: Kriminelle Praktiken beim Einsatz der Giftspritze

Themen: Archiv — info @ 12:06

Berlin (agrar.de) – Zu Meldungen über einen angeblich geplanten Einsatz von ‚Spionen bei deutschen Bauern‘ (‚Bild am Sonntag‘) erklärt eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums:

‚Seit Jahren werden gravierende Verstöße beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln festgestellt. So kommen, wie Untersuchungen etwa im Alten Land zeigen, immer noch hochgiftige Stoffe zum Einsatz, die seit Jahren in Deutschland und Europa verboten sind. Die Praktiken Einzelner belasten die Gewässer und unsere Gesundheit. Hier offenbart sich auch ein Versagen der zuständigen Aufsichtsbehörden der Länder.

Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt starten deshalb ein Forschungsprojekt, um die Praktiken beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu überprüfen. Ziel des Vorhabens ist es, Anwendungsvorschriften praxisgerecht zu entwickeln, nicht einzelne Landwirte zu verfolgen. Das ist sinnvoll – gerade im Interesse der Landwirte und eines umweltgerechten Umgangs mit diesen Mitteln. Unabhängige Experten werden im Auftrag des Bundes – unangekündigt – vor Ort den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln beobachten.

Der Deutsche Bauernverband ist weiterhin eingeladen, das Projekt mit zu begleiten. Leider hat Herr Sonnleitner seine gegebene Zusage mit einer fadenscheinigen Begründung wieder zurückgezogen. Anstatt sich zum Sprachrohr der kriminellen Praktiken Einzelner zu machen, sollte er im Interesse von Zehntausenden ordentlich wirtschaftender Bauern zu seiner konstruktiven Haltung zurückfinden.

Links zum thema Pflanzenschutz.

11. Juni 2004

Goldmann: Künast hat nichts dazugelernt

Themen: Archiv — info @ 13:06

Berlin (agrar.de) – Zu der nahezu unveränderten Wiedervorlage der Schweinehaltungsverordnung im Bundesrat durch Bundesministerin Künast, erklärt der ernährungs- und landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die grüne Ministerin Künast beharrt stur auf ihre Ideologie, die unternehmerische deutsche Landwirtschaft durch schärfere Vorgaben als von der EU vorgeschrieben vom Markt zu drängen.

Bereits bei der letzten Beratung der Schweinehaltungsverordnung im Bundesrat hat man versucht ihr zu erklären, dass bei schärferen Haltungsbestimmungen für Schweine das gleiche passieren wird wie bei den Legehennen: die großen Betriebe gehen dorthin, wo sie wettbewerbsfähig produzieren können, die kleinen Betriebe gehen kaputt.

Das lässt schlimmes befürchten für die Kompromissfähigkeit der Regierung im laufenden Vermittlungsverfahren zur Umsetzung der EU-Agrarreform.

Die FDP erneuert daher ihre Forderung: EU-Vorgaben müssen dort wo die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betriebe auf dem Spiel steht 1 zu 1 umgesetzt werden, dies gilt auch für den Tierschutz bei Nutztieren und für Cross-Compliance Regelungen insgesamt.‘

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Brandenburg: Pachtfläche verringert sich – Pachtpreise steigen

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 13:06

Potsdam (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2003 sind von den zirka 1,33 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche, die von rund 6.700 Betrieben bewirtschaftet werden, 1,14 Millionen Hektar gepachtetes Land. Das bedeutet, dass sich die Pachtfläche in Brandenburg gegenüber dem Jahr 2001 um über 47:600 Hektar verringert hat, teilt der 5URL!5Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik%/% mit.

Die selbstbewirtschaftete Fläche an Eigenland hat sich um gut 34.100 Hektar vergrößert und lag im Jahr 2003 bei 171.600 Hektar. Das sind 13 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Im Vergleich zu 2001 hat sich der Anteil der Pachtfläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Jahr 2003 auf 86,1 Prozent reduziert. 2001 waren es immerhin noch 88,7 Prozent (bundesweit rund 50 Prozent), was den Trend der Abnahme des Pachtlandes belegt. Der immer noch sehr hohe Anteil von gepachtetem Land in Brandenburg ist auch damit zu erklären, dass die Besitzer von Landwirtschaftsflächen eher bereit sind, ihr Land über einen längeren Zeitraum zu verpachten, um so ein relativ sicheres Zusatzeinkommen zu erzielen, als dieses zu verkaufen.

Der durchschnittliche Pachtpreis für die landwirtschaftlich genutzte Fläche lag 2003 bei 74 Euro pro Hektar und bestätigt die Tendenz der sich weiter erhöhenden Pachtentgelte. Im Jahr 2001 belief sich der Durchschnittspreis in Brandenburg auf 68 Euro pro Hektar, in Deutschland insgesamt auf 164 Euro pro Hektar.

Der Pachtpreis, der für einen Hektar Ackerland gezahlt werden musste, betrug 2003 in Brandenburg rund 79 Euro. Das bedeutete gegenüber dem Jahr 2001 eine Zunahme um etwa 6 Euro pro Hektar. Der Hektarpreis für gepachtetes Dauergrünland stieg im Vergleich zu 2001 um 5 Euro (2003: 56 Euro).

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09. Juni 2004

Weizen und Gerste bleiben die Favoriten auf den Feldern

Themen: Archiv — info @ 15:06

Getreideanbaufläche in Deutschland steigt um 1,6 Prozent auf 6,92 Millionen ha

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Bauern dürfen in diesem Jahr auf eine gute Getreideernte hoffen. Davon gehen zumindest die ersten Prognosen aus, die allerdings normale Witterungs- und Erntebedingungen unterstellen, teilt der niedersächsische Landvolk-Pressedienst mit.

Favorit auf den Feldern bleibt mit einer erwarteten Ernte von rund 23,30 Millionen Tonnen (t) der Weizen. Damit könnten die Landwirte 20,9 Prozent mehr Weizen ernten als in 2003. Es folgt die Gerste, von der die Bauern rund 11,83 Millionen t und damit 11,2 Prozent mehr ernten könnten als im Jahr zuvor. Die erwartete Roggenernte von 3,21 Millionen t würde das Vorjahresniveau sogar um 41,2 Prozent übertreffen, während die Ernteerwartungen bei den übrigen Getreidearten das Vorjahresergebnis eher moderat übersteigen sollen. So wird die Triticaleernte auf 2,90 Millionen t geschätzt, das wären 15,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor und die Haferernte soll um 3,6 Prozent auf 1,24 Millionen t steigen. Die Erntemenge für das Grobgetreide Mais wird auf 4,1 Millionen t geschätzt, das wären 19,1 Prozent mehr als in 2003.

Die gesamte deutsche Getreideernte beziffert der Deutsche Raiffeisenverband (DRV in einer ersten Vorschätzung auf 46,57 Millionen t, das wären 18,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damals hatte eine lang anhaltende Hitze- und Trockenperiode die ursprünglich guten Ernteerwartungen der Landwirte zunichte gemacht, sie konnten nur noch 39,32 Millionen t ernten. Die besseren Aussichten in diesem Jahr begründen Fachleute vor allem mit den guten Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst, den geringeren Auswinterungsschäden und der im Vergleich zum Vorjahr günstigeren Niederschlagsverteilung. Außerdem haben die Landwirte dem Getreide zur Ernte 2004 mit 6,92 Millionen Hektar (ha) rund 1,6 Prozent mehr Fläche gewidmet und verstärkt auf die ertragsstärkeren Wintersaaten gesetzt.

So haben die deutschen Landwirte allein die Fläche für Winterweizen zur diesjährigen Ernte um 8,4 Prozent auf 3,07 Millionen ha ausgeweitet. Die Anbaufläche für Wintergerste stieg um 3,3 Prozent auf 1,38 Millionen ha, während im Gegenzug der Anbau von Sommergerste um 17,6 Prozent auf 617.300 ha sank. Auch der Triticale und dem Hafer reservierten die Landwirte weniger Fläche; während die Triticalefläche um 2,5 Prozent auf 492.000 ha sank, nahm die Anbaufläche für Hafer um 9,6 Prozent auf 235.400 ha ab. Dagegen setzten die Landwirte trotz des Wegfalls der Interventionsregelung in 2004 verstärkt auf Roggen, die Anbaufläche stieg um rund 13 Prozent auf 599.200 ha.

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DBV: Hochwasserschutzgesetz geht am Ziel vorbei

Themen: Archiv — info @ 15:06

Ackerbauverbot bedeutet kalte Enteignung und Berufsverbot

Berlin (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat auf seiner heutigen Sitzung in Bonn den Deutschen Bundestag aufgefordert, das geplante Ackerbauverbot im Gesetz für einen vorbeugenden Hochwasserschutz ersatzlos zu streichen. Ein Ackerbauverbot, das wissenschaftlich betrachtet nichts mit Hochwasserschutz zu tun habe, komme einer kalten Enteignung gleich und bedeute quasi ein Berufsverbot. Nach Schätzungen des DBV wird das von Bundesumweltministerin Jürgen Trittin vorgelegte Gesetz die Landwirtschaft auf über 900.000 Hektar Ackerflächen gefährden. Das geplante Verbot der ackerbaulichen Nutzung in Überschwemmungsgebieten wird Vermögens- und Ertragsverluste von annähernd 4 Milliarden Euro zur Folge haben.

Auch die zur Rechtfertigung angeführte Vermeidung von Erosion und von Schadstoffeinträgen entbehrt der fachlichen Grundlage. Maßnahmen des Erosions- und des Bodenschutzes lassen sich wirkungsvoll zum Beispiel über Agrarumweltprogramme umsetzen, die nicht im Hochwasserschutzgesetz aufgeführt sind. Auch der Bundesrat hat das von der Bundesregierung im Gesetz vorgeschlagene Ackerbauverbotsgesetz kritisiert und abgelehnt. Es scheint, als ob Minister Trittin eine Zweckentfremdung des Hochwasserschutzgesetzes zur Erfüllung lang gehegter Wünsche des Naturschutzes plant. Der Deutsche Bauernverband setzt nunmehr darauf, dass der Bundestag das sachgerechte Votum des Bundesrates unterstützt, nachdem über alle Fraktionen des Bundestages hinweg bereits heftigste Kritik an dem vorgesehenen Ackerbauverbot geübt wurde. Das geplante Berufsverbot für Landwirte an Gewässern muss gestoppt werden, fordert der DBV.

Das DBV-Präsidium betont ausdrücklich, dass eine Strategie für einen aktiven und vorbeugenden Hochwasserschutz angesichts der Elbe-Flutkatastrophe 2002 dringend erforderlich ist. Die deutschen Landwirte werden sich aktiv in einen verbesserten Hochwasserschutz einbringen. Der DBV unterstützt auch das im Gesetzentwurf vorgesehene Verbot der Ausdehnung der Bebauung in Überschwemmungsgebieten, sofern die Weiterentwicklung der vorhandenen landwirtschaftlichen Betriebe sichergestellt ist. Es fehlen in dem Gesetzentwurf jedoch wichtige Maßnahmen für einen effektiven Hochwasserschutz. So wird etwa die Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung von Hochwasserschutzanlagen, insbesondere Deichen gänzlich in den Hintergrund gedrängt. Zudem fehlen derzeit entscheidende Schritte zur Senkung der Flächeninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr. Der DBV fordert, für jeden versiegelten Quadratmeter ein Quadratmeter zu entsiegeln. Zur Abschwächung von Hochwasserereignissen ist es zudem sinnvoll, Hochwasserpolder mit geregeltem Zu- und Abfluss als effektives Mittel zur Kappung von Hochwasserspitzen anzulegen. Die ackerbauliche Nutzungsfähigkeit der Polder muss dabei weiterhin uneingeschränkt möglich bleiben. Im Flutungsfall muss zudem der gesamte wirtschaftliche Schaden vom Ertragsverlust bis hin zu etwaigen Vermarktungsproblemen von Produkten aus Polderflächen ausgeglichen und entschädigt werden.

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InnoPlanta: Positive Resonanz auf das Service-Telefon für den Erprobungsanbau

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 15:06

Gatersleben (agrar.de) – Die vom InnoPlanta e.V. angekündigte Informationsstelle zum Erprobungsanbau mit gentechnisch verändertem Mais ist seit dem 27. Mai 2004 in Form eines Service-Telefons installiert. Die kostenlose Rufnummer 0800/1016649 ergänzt das Internet-Informationsangebot und richtet sich in erster Linie an Landwirte. Diese erhalten Auskunft darüber, ob ihre diesjährigen Maisflächen an Erprobungsflächen mit Bt-Mais angrenzen.

‚Informationssuchende machen regen Gebrauch von dem Serviceangebot. Neben Landwirten mit konkreter Flächenanfrage zählen interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Pressevertreter, die sich allgemein über den Erprobungsanbau informieren wollen, zu den Anrufern‘, so Dr. Uwe Schrader, Vorsitzender des InnoPlanta e.V.

Unter Angabe von Postleitzahl, Gemarkung, Flur- und Flurstücksnummer können Landwirte die genaue Lage ihrer Maisflächen durchgeben und erhalten nach einer individuellen Prüfung Auskunft, ob in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Bt-Mais angebaut wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sämtliche Maisanbauer, deren Flächen sich in einem Umkreis von 200 m um die Erprobungsflächen befinden, automatisch informiert wurden. Durch den Service des kostenlosen Infotelefons erhält jeder Landwirt eine individuelle Bestätigung des ortsspezifischen Sachverhaltes.

‚Bisher zeigt sich ein Echo unterschiedlicher Meinungen – neben kritischen Anfragen auch eine Vielzahl positiver Stimmen, die den praxisnahen Anbau für die Erhebung von wissenschaftlichen Daten für wichtig erachten‘, urteilt Schrader.

Einige Anrufer erkundigten sich nach der Rechtsgrundlage des Erprobungsanbaus. Auch die Entscheidung, die genauen Standorte der Maisflächen zum Schutz der Landwirte zunächst nicht zu veröffentlichen, wurde thematisiert.

Der Erprobungsanbau erfüllt sämtliche rechtlichen Voraussetzungen. Die geltende Rechtslage erfordert keine Offenlegung von Anbauflächen mit umfänglich genehmigten, gentechnisch veränderten Pflanzen. Das in der EU-Richtlinie 2001/18/EG erwähnte Standortregister kann erst bedient werden, wenn die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt und eingerichtet ist.

‚Ungeachtet dessen kommen wir mit dem Service-Telefon auf freiwilliger Basis dem berechtigten Interesse von angrenzenden Maisanbauern nach und informieren‘, so Schrader. Die Vorgabe, die Lage der Anbaufelder und die Namen der jeweiligen Landwirte nicht zu veröffentlichen, dient ausschließlich dem Schutz der Landwirte und ihrer Familien sowie der wissenschaftlichen Untersuchungen.

‚Die jüngste Feldzerstörung in Baden-Württemberg bestätigt unsere Entscheidung‘, so Schrader – ‚Wer es ernst meint mit der Koexistenz, darf den Anbau und seine wissenschaftliche Auswertung nicht gefährden‘.

Das Service-Telefon des InnoPlanta e.V. ist montags bis freitags von 10.00 bis 12.00 Uhr besetzt.

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Österreich: Gutes Steinobst- und Erdbeerjahr zeichnet sich ab

Themen: Österreich,Statistik — info @ 12:06

Wien (agrar.de) – Nach der hervorragenden Steinobsternte des Jahres 2003 zeichnet sich gemäß einer ersten Abschätzung durch die Obstreferenten der Statistik Austria neuerlich eine überdurchschnittlich gute Produktion ab. Auch bei Ananas-Erdbeeren ist ein hohes Ertragsniveau zu erwarten und bei Kernobst wird aufgrund des Blühverlaufes ebenfalls von guten Produktionsbedingungen, insbesondere bei Äpfeln, ausgegangen.

Da Spätfröste nahezu ausblieben und ausreichend Niederschläge fielen, verlief die Blühphase weitgehend ’stressfrei‘; vereinzelt wirkte sich aber die etwas zu kühle Witterung auf Fruchtansatz und Fruchtentwicklung aus.

Die Marillenernte wird mit 14.400 Tonnen (-17 Prozent) zwar deutlich geringer eingeschätzt als im Vorjahr, der Wert liegt jedoch trotzdem um 11 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die heurige Zwetschkenproduktion könnte aus derzeitiger Sicht 4 Prozent unter der Rekordernte des Jahres 2003 liegen, was noch immer einer ausgezeichneten Erntemenge von 66.700 Tonnen entspricht.

Auch bei Kirschen und Weichseln wird zwar mit leichten Einbußen gegenüber dem Vorjahr gerechnet, die Produktion dürfte aber dennoch einen zufrieden stellenden Wert erreichen. So wird bei Kirschen von rund 28.300 Tonnen (-4 Prozent) und bei Weichseln von 5.000 Tonnen (-2 Prozent) ausgegangen.

Trotz prognostizierter Erntezuwächse bei Pfirsichen (+5 Prozent) dürfte mit 7.600 Tonnen die Produktion, wie schon im Vorjahr, stark unterdurchschnittlich (-16 Prozent) ausfallen.

Bei Ananas-Erdbeeren zeichnet sich ein Produktionszuwachs von 8 Prozent auf 17.300 Tonnen ab, womit der Zehnjahresdurchschnitt sogar um 12 Prozent überflügelt werden könnte.

Die Himbeerernte aus Intensivanlagen hingegen dürfte um 9 Prozent abfallen was eine Menge von 1.100 Tonnen erwarten lässt.

Nach erster Begutachtung der Blüte bzw. des Fruchtansatzes bei Kernobstkulturen werden Äpfel etwas besser beurteilt als zur gleichen Zeit des Vorjahres während bei Birnen von ähnlichen Verhältnissen wie 2003 ausgegangen wird.

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Goldmann: Die konventionellen Landwirte werden wieder „rasiert“ – Ökobauern werden weiter verhätschelt

Themen: Archiv — info @ 10:06

Berlin (agrar.de) – Zum Spitzengespräch zwischen Finanzminister Eichel und Landwirtschaftsministerin Künast über Kürzungen im Agrarhaushalt erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahren einen überproportionalen Beitrag zur notwendigen Haushaltskonsolidierung leisten müssen. Das hat zu schmerzhaften Einschnitten und Belastungen geführt. Vor dem Hintergrund des milliardenschweren Kahlschlags des Agrarhaushaltes durch Rot-Grün müssen weitere Abstrafaktionen der konventionellen Landwirte endlich unterbleiben.

Nicht akzeptabel ist es, hier etwa 900 Mio. Euro zu streichen. Die seit der Agrarwende überdimensional erhöhten Ökosubventionen aber wieder einmal zu verschonen. Das ist reine Klientelpolitik für die Wähler von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Rücken der Landwirte.

Deshalb müssen die geplanten Kürzungen im landwirtschaftlichen Sozialbereich und die Steuererhöhung beim Agrardiesel ersatzlos gestrichen werden. Erst vor wenigen Tagen hat das ifo-Institut berechnet, dass die hohe Besteuerung von Agrardiesel in Deutschland ein gravierender Wettbewerbsnachteil in Europa darstellt. Die Bundesregierung muss endlich für faire Wettbewerbschancen beim Agardiesel in Europa sorgen. Weitere nationale Alleingänge zu Lasten der heimischen Produzenten vernichten deren Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Konkurrenzkampf. Das ist nicht akzeptabel.

Die FDP hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Vorschläge im dreistelligen Millionenbereich zur Zurückführung der Übersubventionierung der ökologischen Landwirtschaft unterbreitet. In der Vergangenheit wurden alle Vorschläge der Liberalen von Rot-Grün abgelehnt. Für die FDP-Bundestagsfraktion fordere ich daher nochmals Ministerin Künast nachdrücklich auf, die einseitige und überproportionale Kahlschlagspolitik gegen die konventionelle Landwirtschaft zu stoppen. Zu einer glaubwürdigen Haushaltskonsolidierung gehört auch, dass die bestehende Übersubventionierung im Bereich Ökolandwirtschaft zurückgeführt wird.‘

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