17. Juni 2004

Niedersachsen: Viehbestände auf den Höfen wurden größer

Themen: Archiv — info @ 14:06

Hannover (agrar.de) – Im Rahmen des Strukturwandels der deutschen Landwirtschaft ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 1999 bis 2003 um fast elf Prozent auf rund 420.000 Betriebe zurück gegangen. Gleichzeitig sind in den Vieh haltenden Betrieben die Bestände deutlich gewachsen.

Bei den Rinderhaltern stieg nach Informationen des Landvolks Niedersachsen die durchschnittliche Bestandsgröße von 63 Rindern im Jahr 1999 auf 69 Rinder im Jahr 2003. Bei den Milchkühen erhöhten sich die Durchschnittsbestände von 31 auf 36 Tiere. Der Trend zu größeren Einheiten war noch größer bei der Schweinehaltung. Die durchschnittliche Bestandsgröße stieg von 98 Tieren im Jahr 1999 auf 135 Tiere im Jahr 2003.

Der Schwerpunkt der Schweinefleischproduktion liegt nach wie vor in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, hier wurden im vergangenen Jahr über 60 Prozent aller Mastschweine gezählt. Bei den Legehennen erhöhten sich die Durchschnittsbestände von 360 Tieren in 1999 auf 453 Tiere im vergangenen Jahr. Allerdings verfügen die rund 600 Großbetriebe mit 10.000 und mehr Tieren über knapp 80 Prozent des Tierbestandes. Davon waren allein 40 Prozent in Niedersachsen beheimatet.

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DBV: Aufsplittung des Gentechnikgesetzes gefährdet gesellschaftliche Akzeptanz

Themen: Gentechnik,Haftung,Verbände — info @ 10:06

Verband fordert Koexistenzregelungen im Einvernehmen mit Bundesländern

Berlin (agrar.de) – Mit der gestrigen Erklärung von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast, den Entwurf des Gentechnikgesetzes in einen zustimmungspflichtigen und einen nicht-zustimmungspflichtigen Teil aufzusplitten, werden die wichtigen praktischen Fragen der Koexistenz ausgeklammert. Das Durchpeitschen des Gentechnikgesetzes mit den Mehrheiten der Regierungskoalition im Parlament verhindert Lösungen auf breiter politischer und gesellschaftlicher Basis auch über die ernsthaft und nachvollziehbar vorgetragenen Bedenken des Bundesrates hinweg. In der Anhörung im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in dieser Woche wurde von allen Beteiligten ein erheblicher Änderungsbedarf eingefordert.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) appelliert deshalb nachhaltig an die Regierungskoalition diesen von der Bundesministerin eingeschlagenen Weg nicht zu folgen. Für den Bauernverband ist die Sicherung der Koexistenz, also das Nebeneinander des Anbaus mit und ohne gentechnisch veränderte Pflanzen, das zentrale Anliegen. Wer in der deutschen Landwirtschaft auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten wolle, müsse ebenso eine dauerhafte Perspektive erhalten wie diejenigen, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen wollten. Alle Seiten der Koexistenz bedürfen einer breiten gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz und dürfen nicht auf eine Einbahnstraße für eine bestimmte Form des Anbaus gelenkt werden.

Die im Gesetzentwurf geregelte verschuldensunabhängige gesamtschuldnerische Gefähr¬dungshaftung für GVO-anbauende Landwirte begründet Risiken für Bauernfamilien, die nicht kalkulierbar und nach gegenwärtigem Stand nicht versicherbar sind. Bliebe es dabei, müsste der Berufsstand in seiner Verantwortung jedem Landwirt generell vom Anbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen abraten. Der DBV hat stets als Alternative eine klassische verschuldensabhängige Haftungsregelung ergänzt um eine Fondslösung vorgeschlagen – auch in Übereinstimmung mit den Vorschlägen des Bundesrates. Dieser Lösungsansatz wurde in der Anhörung auch von unabhängigen Sachverständigen aus der Wissenschaft als gangbarer Weg bestätigt. Durch diese Haftungsregelung würden die GVO-anbauenden Landwirte bei fahrlässigen oder vorsätzlichen Verstößen gegen die gute fachliche Praxis für Schäden bei benachbarten Landwirten haften. Über die Fondslösung würden aber auch die Landwirte geschützt, die keine gentechnisch ver änderten Pflanzen anbauen, da unkomplizierter Schadensausgleich gesichert wäre. Der DBV hat immer wieder betont, dass vorrangig die am GVO-Anbau unmittelbar wirtschaftlich interessierten Kreise – auch die Pflanzenzüchter – zur Finanzierung einer derartigen Fondslösung – herangezogen werden müssen. Das Gentechnikgesetz in Dänemark und auch die Diskussionen in den Niederlanden und Großbritannien zeigen nachhaltig, dass diese ausgewogene Koexistenzregelung ein praktikabler Lösungsweg ist.

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16. Juni 2004

Gesetz zur Neuordung des Gentechnikrechts in veränderter Form beschlossen

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 16:06

Berlin (agrar.de) – Der Verbraucherschutzausschuss hat am Mittwochvormittag die Novelle der Bundesregierung zur Neuordnung des Gentechnikrechts (15/3088) in veränderter Form beschlossen. Das berichtet der Pressedienst des Bundestages.

Änderungsbedarf am Gesetzesvorhaben ergab sich nach den Worten der SPD aus einer dazu am 14. Juni veranstalteten Anhörung. So habe man insbesondere bei der Einrichtung von Standortregistern, bei der guten fachlichen Praxis sowie den Haftungsregelungen Korrekturen oder Klarstellungen vorgenommen.

Die SPD verwies in der abschließenden Beratung darauf, dass die Änderungen insbesondere organisatorische Details des Gesetzesvorhabens beträfen und ihr an einem „Beschleunigungseffekt“ gelegen sei. So bedürften die vorgenommenen Klarstellungen nicht der Zustimmung durch den Bundesrat, wenngleich zahlreiche Anregungen der Länderkammer in den Gesetzestext aufgenommen worden seien.

Auf Ablehnung stießen drei Anträge der FDP zur grünen Gentechnik (15/1825, 15/2352 und 15/2979) sowie ein Antrag der CDU/CSU (15/2822). Zustimmung erhielten die Gentechniknovelle und ein Entschließungsantrag dazu von Sozialdemokraten und Bündnis 90/Die Grünen.

Die Opposition hatte vor der Abstimmung den Sitzungssaal verlassen. Die Gesetzesinitiative bezieht sich auf die so genannte EU-Freisetzungsrichtlinie. Mitgliedstaaten bietet diese den Angaben zufolge die Möglichkeit, Maßnahmen gegen das ‚unbeabsichtigte Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in anderen Produkten‘ zu ergreifen.

In ihrem Entschließungsantrag sprechen sich die Koalitionsfraktionen dafür aus, dass bei der Kostenverteilung nach dem Verursacherprinzip verfahren werden soll. Außerdem soll die Bundesregierung sich auf europäischer Ebene für EU-weit verbindliche Haftungs- und Koexistenzregelungen einsetzen und dafür, dass Tierprodukte in die Kennzeichnungsvorschriften aufgenommen werden, sofern die Tiere mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden.

Bei der Einrichtung von Standortregistern hat sich die Koalition zudem im veränderten Gesetzestext auf eine Bundesbehörde festgelegt. Der Bundesbehörde müssen nach In-Kraft-Treten des Gesetzes genehmigte Freisetzungen von GVOs vom Betreiber frühestens zwei Wochen, spätestens aber drei Werktage vor der Freisetzung gemeldet werden, die dann in einem Bundesregister zu erfassen seien. Auch der Anbau von GVOs ist ihr frühestens neun Monate, spätestens aber drei Monate vorher zu melden. Ferner soll die zuständige Behörde aus dem nicht allgemein zugänglichen Teil des Registers Auskunft auch über die personenbezogenen Daten erteilen, allerdings sei dies an den Nachweis für ein berechtigtes Interesse gebunden.

Entscheidungen über Freisetzungen sollen nach dem geänderten Gesetzestext im Benehmen statt im Einvernehmen mit dem Bundesamt für Naturschutz, dem Robert-Koch-Institut sowie dem Bundesinstitut für Risikobewertung getroffen werden. Damit erhoffe man sich eine Verfahrensbeschleunigung, so die Erläuterung der SPD.

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Goldmann: Nachgeben von Rot/Grün beim Ackerbauverbot ist Schritt in die richtige Richtung

Themen: Archiv — info @ 16:06

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Meldung, wonach die Bundesregierung das Hochwasserschutzgesetz des Grünen Ministers Trittin abgespeckt habe, erklärt der ernährungs- und landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Wenn sich die Meldungen bestätigen, wonach die rot/grüne Bundesregierung das Ackerbauverbot in Überschwemmungsgebieten nun doch kippen will, dann ist das zu begrüßen. Das ist ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung.

Zu Recht haben die Landwirte in den letzten Monaten gegen die Pläne der Grünen gewettert. Das Ackerbauverbot wäre nichts als blinder Aktionismus gewesen und es wäre einer kalten Enteignung gleich gekommen. Die Zeche hierfür sollten die Landwirte und die Länder bezahlen. Ich danke insbesondere dem niedersächsischen Umweltminister Hansheinrich Sander für seinen Einsatz gegen diesen Unsinn.

Es bleibt in den anstehenden parlamentarischen Beratungen abzuwarten, wie weit die Bundesregierung in dieser Frage wirklich lernfähig ist.‘

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 15:06

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 290 angebotenen Schweinen 290 Schweine verkauft, davon 290 Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,53 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,52 Euro bis 1,54 Euro zur Lieferung am Anfang der kommenden Woche.

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CDU/CSU: Misstrauen gegen Landwirte hat traurigen Höhepunkt erreicht

Themen: Archiv — info @ 14:06

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Projektes ‚unangekündigte Feldbeobachtung des Umweltbundesamtes‘ erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen, und die zuständige Berichterstatterin, Gitta Connemann:

‚Trotz massiver Kritik arbeitet das Umweltbundesamt weiter an den Vorbereitungen zu seinem umstrittenen Projekt der ‚unangekündigten Feldbeobachtung‘. Geplant ist, durch eigens angeheuerte verdeckte Ermittler Landwirte bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu überwachen. Die Kosten des Vorhabens belaufen sich bislang auf rund 300.000 Euro.

Hier wird das Geld des Steuerzahlers zum Fenster hinaus geschmissen. Denn schließlich wird die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln bereits von den entsprechenden Behörden der Länder kontrolliert. Und dies sehr erfolgreich, wie das Beispiel Niedersachsen zeigt.

Immer abenteuerlicher stellt sich mittlerweile auch die Art und Weise der geplanten Beobachtung dar. Da soll der Beobachter die Landwirte verdeckt bei der Arbeit überwachen, sich dann zu erkennen geben und dem verdutzten Bauern ein Merkblatt zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in die Hand drücken. Darüber hinaus soll er dann noch ein klärendes Gespräch mit dem Betroffenen führen. Gestartet wird dieses Projekt planmäßig im kommenden Herbst.

Alles in allem kommt hier eine Haltung gegenüber der Arbeit unserer Bauern zum Ausdruck, wie wir sie seit der sog. Agrarwende kennen. Dies ist der Ausdruck eines Misstrauens, das nun seinen traurigen Höhepunkt erreicht hat. Dieses Misstrauen kommt im Übrigen auch im Pflanzenschutzgesetz zum Ausdruck. Um dies zu ändern, hat CDU/CSU-Bundestagsfraktion einen Antrag eingebracht. Darin fordern wir Bundesregierung auf, die einschlägigen Regelungen des Pflanzenschutzgesetzes zu ändern. Dieses Gesetz gewährt bislang den für die Kontrolle der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zuständigen Behörden weit reichende Zugriffsrechte. Das geht sogar bis zur Einschränkung des Grundrechtes auf Unverletzbarkeit der Wohnung. Solche Regelungen schießen deutlich über dass Ziel hinaus. Schließlich müssen die deutschen Landwirte bei der Ausbringung der Pflanzenschutzmittel ohnehin strengste Auflagen erfüllen. Ein solches gesetzgeberisches Misstrauen ist demnach völlig unbegründet. Im Gegenteil: Umweltschutz und Landwirtschaft brauchen beide ein vertrauensvolles Miteinander.‘

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BBV: Dringender Handlungsbedarf

Themen: Archiv — info @ 12:06

Vermittlungsausschuss ‚Agrarreform‘ muss enorme Schwächen des Gesetzentwurfes beseitigen

München (agrar.de) – In diesen Tagen treten die Beratungen des Vermittlungsausschusses zur Umsetzung der Agrarreform in Deutschland in die entscheidende Phase ein. ‚Auch wenn sich mittlerweile einzelne Korrekturen abzeichnen, besteht nach wie vor noch dringender Handlungsbedarf, um die vielfältigen Anforderungen für bäuerliche Unternehmerfamilien tatsächlich zu berücksichtigen‘, sagt Hans Müller, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes (BBV).

Der Bauernverband fordere weiterhin, die enormen Schwächen des Gesetzentwurfes insbesondere bei der Betriebsprämiengestaltung und bei Cross Compliance zu beseitigen. Nach dem Gesetzentwurf würden Milcherzeuger und spezialisierte Rindfleischerzeuger durch den so genannten Gleitflug erhebliche Nachteile erleiden. Vorgesehen sei damit, die betriebsindividuellen Ausgleichszahlungen bereits ab 2007 schrittweise abzubauen. Gerade bayerische Ackerbaubetriebe und Schweinehalter müssten beim Einstieg in die Entkopplung im Jahr 2005 abrupte Brüche verkraften. Der Bauernverband habe dagegen vor Wochen mit einem konstanten Kombimodell einen Vorschlag unterbreitet, der für die Betriebe verlässliche Ausgleichszahlungen über acht Jahre hinweg schaffe.

Auch verlange der Bayerische Bauernverband, eine einfache Wiederverwendung der Modulationsmittel insbesondere für Milchbetriebe. Diese effektive Hilfestellung für leistungsfähige Milchbetriebe sei vor allem angesichts der anhaltenden, enormen Probleme am Milchmarkt und des andauernden Preisdrucks der Discounter jetzt in den Beratungen des Vermittlungsausschusses bereits festzulegen. ‚Aussagen, für gerechtere Erzeugerpreise zu sorgen, blieben bislang nur Lippenbekenntnisse. Nun muss die Politik anfangen, Nägel mit Köpfen zu machen‘, fordert Generalsekretär Müller. ‚Auch im laufenden Vermittlungsverfahren müssen deshalb alle Möglichkeiten seitens aller Beteiligten aus dem Bundesrat und dem Deutschen Bundestag genutzt werden.‘ Hierzu zähle auch die Diskussion über die Umsetzung von Cross Compliance. Der Vermittlungsausschuss müsse insbesondere die 1:1 Umsetzung der EU-Bestimmungen, keine nationalen Verschärfungen und die EU-rechtlich möglichen Spielräume beim Grünlanderhaltungsgebot sicherstellen. Die vorgesehene Einvernehmensregelung müsse nach wie vor herausgenommen werden. Überlegungen für ein flächendeckendes Flurstückskataster passten nicht mit dem grundsätzlichen Ziel von Bund und Ländern zusammen, die Reglementierung begrenzen und Bürokratie abbauen zu wollen.

Auch bäuerliche Unternehmerfamilien seien – wie die Gesamtwirtschaft Deutschlands insgesamt – auf wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen angewiesen, um Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze im ländlichen Raum für die Zukunft zu sichern.

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CDU/CSU: Überfallartige Änderung des Gentechnikrechts

Themen: Archiv — info @ 11:06

Koalition an einer gründlichen und sachlichen Debatte nicht interessiert

Berlin (agrar.de) – Zur umfangreichen Neuordnung des Gentechnikgesetzes in der heutigen Bundestagsausschuss-Sitzung erklärt der Bio- und Gentechnik-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚In letzter Minute verändert Rot-Grün das seit Jahren überfällige Gentechnikneuordnungsgesetz. 40 Seiten Änderungsanträge per E-mail in der Nacht an die Ausschussabgeordneten zugestellt, machen deutlich, dass die Koalition an einer gründlichen und sachlichen Debatte nicht interessiert ist.

Bereits die öffentliche Anhörung erfolgte am Montag zum spätest möglichen Zeitpunkt. Weder ein Protokoll noch eine Auswertung daraus liegen vor. Expertenmeinungen, Wissenschaftler und Abgeordnete werden offensichtlich bewusst missachtet. Denn die nachgeschobenen Formulierungen von SPD und Grünen verändern den bisherigen Gesetzentwurf erheblich. Insbesondere ist wohl beabsichtigt, schwierige und strittige Fragen ohne weitere Debatte und am Bundesrat vorbei in Kraft zu setzen, wo auch gerade die SPD-Länder den Künast-Entwurf kritisch beurteilt hatten.

Diese verdächtige Eile steht im deutlichen Gegensatz zur bisherigen Verschleppungstaktik der Bundesregierung. Die Umsetzungsfrist war bereits im Oktober 2002 abgelaufen. Diese Brüskierung aller Seiten macht endgültig deutlich, dass Rot-Grün unwillens ist, eine akzeptable und breite Basis für die Zukunftstechnologie Gentechnik in Deutschland zu schaffen.

Damit isoliert sich Deutschland auch in Europa, wo andere Länder bereits breit akzeptierte Regelungen zur Gentechnik geschaffen haben.

Der Widerspruch zwischen dem ‚Innovations-Kanzler‘ auf der einen Seite, der Gentechnologie ständig als Schüsseltechnologie preist und der Gesetzespraxis von Rot-Grün auf der anderen Seite wird ständig größer.

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DBV: Aussagen des Bundesumweltministeriums völlig indiskutabel

Themen: Archiv — info @ 10:06

Verband steht für umweltverträglichen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel

Berlin (agrar.de) – Der Artikel in Bild am Sonntag ‚Spione bei den deutschen Bauern‘ im Vorfeld einer Bundestagsanhörung am 16. Juni 2004 scheint beim Bundesumweltminister die Nerven blank gelegt zu haben. Anders sind die völlig indiskutablen Aussagen seiner Sprecherin nicht zu werten. Der Deutsche Bauernverband (DBV) deckt nirgendwo rechtswidrige Praktiken in der Landwirtschaft. Wenn diese dem Bundesumweltministerium oder anderen Behörden bekannt sind, sind diese verpflichtet, auch zu handeln.

Der DBV weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sämtliche Analysewerte des Umweltministeriums und seiner nachgeordneten Behörden sowie der zuständigen Länderbehörden seit Jahren nachweisen, dass Böden, Luft und Wasser durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel immer weniger belastet werden. So zeigen der Wasserwirtschaftsbericht der Bundesregierung und die Daten zur Umwelt des Umweltbundesamtes, dass beispielsweise Pflanzenschutzmittelfunde in Gewässern nur noch punktuell auftreten und tendenziell zurückgehen und noch vorhandene Funde häufig auf Alteinträge und Abbauprodukte von bereits verbotenen Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen sind.

Es ist ein ungeheuerlicher Vorgang, wie man angesichts einer solchen Entwicklung ohne Absprache mit Landwirten und mit den zuständigen Länderbehörden verdeckte Ermittler aufs Land schicken will. Dies führt zur Kriminalisierung aller Bauern in der öffentlichen Meinung. Der DBV ist nach wie vor bereit, mit dem Bundesumweltministerium und den Länderbehörden mittels eines transparenten und offenen Verfahrens – ohne verdeckte Feldbeobachtungen und Probenahmen – eine deutliche Vereinfachung der überaus komplizierten und häufig nicht praxistauglichen Anwendungsbestimmungen im Pflanzenschutz voranzutreiben. Genau dieses unterbleibt bei der bekannt gewordenen Versuchsanstellung des Umweltbundesamtes, weshalb sich der DBV aus dem Facharbeitskreis zurückgezogen hat. Sollte es in Zusammenarbeit zwischen Umweltbundesamt und Bundesländern zu einer grundsätzlichen Neuorientierung der Versuchsanstellung kommen, wird auch der DBV wieder mitarbeiten. Nach wie vor ist der Präsident des UBA, Dr. Andreas Troge, herzlich eingeladen, auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes in Bonn am 29. Juni 2004 das direkte Gespräch mit den Landwirten zu suchen.

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Regierung: Gentechnikgesetz in wesentlichen Punkten nachgebessert

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 09:06

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Fraktionsbeschlüsse der Koalitionsparteien und der heutigen Abstimmung zum Gentechnik-Gesetz im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft erklären Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis90 / Die Grünen, und Waltraud Wolff, stellvertretende Sprecherin der AG Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion:

‚Das Gesetz ist in der jetzt vorliegenden Form ein großer Erfolg. Durch die zustimmungsfreie Formulierung der wesentlichen Punkte des Gentechnik-Gesetzes haben wir Pflöcke eingerammt, die für einen wirklichen Schutz der gentechnikfreien Produktion unerlässlich sind.

Mit der Unionsmehrheit im Bundesrat wäre das nicht möglich gewesen. In über einhundert Anträgen forderte sie unter anderem die Streichung der Anbauvorschriften für Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, die Aufweichung der Haftungsregelung und öffentlich finanzierte Haftungsfonds für Gentechnikrisiken. Die Diskussionen um den Erprobungsanbau in sieben Bundesländern und die Geheimhaltung von Flächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen haben jedoch deutlich gemacht, wie wichtig eine zügige Umsetzung eines transparenten Standortregisters und eine umfassende Haftungsregelung im Gentechnik-Gesetz für den Schutz gentechnikfreier Lebensmittelproduktion sind.

Darüber hinaus haben wir wesentliche Nachbesserungen im Gesetz verankern können:

– ein öffentliches flurgenaues Standortregister des Bundes bei Einhaltung des Datenschutzes; – verbesserte Haftungsregelungen bei wirtschaftlichen Schäden; – klare Anbauregeln einer guten fachlichen Praxis; – mehr Schutz für ökologisch sensible Gebiete; – die Saatgutproduzenten werden stärker in die Pflicht genommen, zum einen durch Informationspflichten, zum anderen empfiehlt der Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft den Landwirten, sich bei ihren Lieferanten haftungsmäßig auch im Hinblick auf Koexistenzrisiken freistellen zu lassen.

Damit sorgen wir dafür, dass bei der Anwendung der Gentechnik in Anbau und Lebensmittelproduktion größtmögliche Sicherheit herrscht. Und wir schützen auch künftig die gentechnikfreie Lebensmittelproduktion.

Das Gesetz wird am Freitag im Bundestag in Zweiter/Dritter Lesung verabschiedet.‘

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