01. Juni 2004

Miller: Rapsöl als Kraftstoff weiter entwickeln

Themen: Archiv — info @ 15:06

München (agrar.de) – Die Nutzung von naturbelassenem Pflanzenöl als Kraftstoff ist ein Ziel bayerischer Agrarpolitik. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller in München erklärte, wird die bayerische Haltung auch durch eine Studie gestützt, die das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing erarbeitet hat. Dieses ‚Positionspapier Rapsölkraftstoff‘ kommt zu dem Schluss, dass Rapsöl eine kurzfristig umsetzbare Alternative zu fossilen Kraftstoffen ist. ‚Das bestätigt unsere bisherige Politik. Deshalb werden wir weiterhin die Normung von Rapsölkraftstoff unterstützen‘, sagte Miller. Schließlich leiste der Einsatz von Rapsöl durch die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schütze auch Boden und Gewässer. Derzeit wird in Bayern auf 150.000 Hektar Raps angebaut. Davon dient rund die Hälfte zur Erzeugung von Kraftstoff, was etwa 80.000 Tonnen pro Jahr entspricht. Der größte Teil davon wird zu Biodiesel weiterverarbeitet. Nach Aussage Millers könnten bei Bedarf die Anbauflächen verdreifacht werden.

Um naturbelassenes Rapsöl als Kraftstoff zu etablieren, müssen nach Überzeugung des Ministers auch die Motorenhersteller die Betriebssicherheit und das Emissionsverhalten von pflanzenöltauglichen Aggregaten weiter verbessern. Miller regte dazu an, den Dialog und Austausch zwischen Entwicklern, Kraftstoffproduzenten und Forschungseinrichtungen zu intensivieren. Parallel zur Normung des Rapsöls forderte der Minister die Einführung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei der Produktion von Kraftstoff aus Rapsöl.

Aber den anderen biogenen Kraftstoff-Alternativen will der Minister die Türe offen halten. ‚Wir stehen jeder neuen Entwicklung grundsätzlich positiv gegenüber‘, sagte Miller. Über den Einsatz werden jedoch nach Überzeugung des Ministers Entwicklungsreife und Marktnähe entscheiden.

Links zum Thema Energie, Links zum Thema Agrarpolitik.

Sonnleitner: Fairer Handel statt Freihandel hilft allen

Themen: Archiv — info @ 14:06

DBV zum heutigen Weltbauerntag der Vereinten Nationen

Berlin (agrar.de) – Zum heutigen Weltbauerntag der Vereinten Nationen rief der Deutsche Bauernverband (DBV) dazu auf, die Landwirtschaft und die sie tragenden Bauernfamilien weltweit zu stärken. Die Leistungen der Bauern reichten von der Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln und der Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe bis hin zur Produktion erneuerbarer Energien und dem Aufbau und nachhaltigen Erhalt von Kulturlandschaften und Naturschutz. Die Leistungsfähigkeit einer von bäuerlichen Familien getragenen Landwirtschaft komme trotz unterschiedlicher klimatischer, wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen nur dann voll zum Tragen, wenn ein Wirtschaften auf Eigentum und in Frieden und unternehmerischer Freiheit ohne ideologisches oder handelspolitisches Diktat gewährleistet werde.

‚Landwirtschaft in einer globalen Welt ist für die Verbraucher und die jeweilige Volkswirtschaft nur dann ein Gewinn, wenn die Agrarmärkte von einem fairen Handel bestimmt sind‘, erklärte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner. Trotz einer zunehmenden Liberalisierung des Handels müsse erlaubt sein, dass regionale Besonderheiten und Verbraucherwünsche bei der Nahrungsmittelproduktion und der Kulturlandschaftspflege erhalten blieben, ohne dass dies Verstöße gegen die Regeln der WTO darstellten. Auf den Agrarmärkten, wo total freier Handel herrsche wie auf dem Kaffee-, Kakao- oder Bananenmarkt würden Bauern als Landlose leben und die Armut mit großen Teilen der Bevölkerung teilen. Es dürfte nicht wenigen multinationalen Unternehmen die Kontrolle über die wichtigen Agrarmärkte überlassen werden. Von den 800 Millionen Hungernden auf der Welt seien über 80 Prozent Bauern, was verdeutliche, dass die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den jeweiligen Ländern nicht stimmten.

‚Faire trade‘ sollte deshalb zur Maxime bei den laufenden Verhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) und der Mercosur-Staaten werden, forderte Sonnleitner. Weltweit biete die Land- und Ernährungswirtschaft nach wie vor den meisten Menschen Arbeitsplatz und Einkommen. Allein am Industrie- und Dienstleistungsstandort Deutschland seien 11 Prozent aller Erwerbstätigen in dieser mittelständischen Wirtschaftsbranche tätig.

Auch in den entwickelten Ländern kämpften die Bauern um den Anschluss an das Einkommensniveau ihrer Gesellschaft und um ein Auskommen für ihre Familien. Starker Preisdruck bei ihren Produkten, verschärft durch global operierende Handelsketten und hohe aufwändige Anforderungen bei Umwelt- und Tierschutz sowie der Lebensmittelsicherheit, beschleunigten den Strukturwandel, betonte Sonnleitner.

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DBV zum Internationalen Tag der Milch

Themen: Archiv — info @ 13:06

Berlin (agrar.de) – Milch ist das mineral- und vitaminreiche Getränk für Fitness und Bewegung. Es wird zunehmend als Power- und Wellnessdrink von Jung und Alt geschätzt. Dies stellte der Deutsche Bauernverband (DBV) zum heutigen Internationalen Tag der Milch fest. Durch die Produktion von Milch in bäuerlichen Betrieben werde zudem die Kulturlandschaft Deutschlands nachhaltig geprägt und gepflegt. Im Rahmen des Internationalen Tags der Milch sollte es deshalb ein Anliegen aller sein, sich den Nutzen der Milchproduktion für unsere Gesellschaft sowohl aus ernährungsphysiologischen Gründen als auch aus Gründen des nachhaltigen Natur- und Landschaftsschutzes vor Augen zu führen, betonte der DBV.

Umso unverständlicher sei es, wie in den vergangenen Monaten ein so hochwertiges Produkt an Wertschöpfung verlor durch einen unerbittlichen Preiskampf zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel, besonders den Discountern, kritisierte der DBV. Dabei sei ein kostendeckender Erzeugerpreis Voraussetzung zur Erhaltung solcher Spitzenprodukte mit höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Ein solches Preisniveau sei für die Milchbauern derzeit jedoch nicht gegeben. Die deutschen Milcherzeuger hätten in monatelangen Protesten auf diese desaströse Situation hingewiesen und wollten weiter für faire Preise kämpfen, um auch in Zukunft die deutschen Verbraucher mit qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen, versicherte der DBV zum Tag der Milch.

Gefordert sei auch die Politik, um notwendige Grundlagen für eine Verbesserung der Marktsituation zu schaffen. Nach Ansicht des DBV gehöre hierzu unter anderem, dass durch eine Novellierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, besonders des Kartellrechts, die Milcherzeuger und Molkereien gegenüber der Marktmacht des Handels, besonders der Discounter, besser gestellt würden. Zudem müsse die Politik im Hinblick auf die Umsetzung der Milchmarktreform alles tun, um die in einer äußerst kritischen Lage befindliche Milchproduktion in Deutschland nicht noch weiter zu schädigen. Die durch die Milchreform vorgenommenen Preissenkungen seien weitestgehend auszugleichen und dieser Ausgleich auch direkt dem wirtschaftenden Milcherzeuger zur Verfügung zu stellen, forderte der DBV. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die in Europa geltenden hohen Hygiene- und Qualitätsanforderungen auch in den Beitrittsländern und beim Handel mit Drittlandsware gelten würden.

Links zum Thema Verbände.

Ein Drittel der Rebfläche mit Rotweinsorten bestockt

Themen: Archiv — info @ 12:06

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren im Weinwirtschaftsjahr 2003 in Deutschland 34 Prozent (34.826 ha) der gesamten Rebfläche (102.489 ha) mit Rotweinsorten bestockt. 2002 hatte dieser Anteil mit 32.384 ha noch bei 31 Prozent gelegen. Der Trend der Sortenverschiebung hin zu roten Rebsorten im ‚klassischen Weißweinland Deutschland‘ setzt sich weiter fort. Auf Rebsorten für die Erzeugung von Weißwein entfielen im Jahr 2003 67.663 ha oder 66 Prozent der Rebfläche, gegenüber 69 Prozent im Vorjahr.

Gegenüber 2002 (102.989 ha) hat sich die gesamte bestockte Rebfläche geringfügig um 0,5 Prozent verringert.

Die fünf bedeutendsten Rebsorten in Deutschland waren im letzten Jahr die weißen Sorten ‚Weißer Riesling‘ (20.770 ha), ‚Müller-Thurgau‘ (16.078 ha) und ‚Grüner Silvaner‘ (5.820 ha) sowie die roten Sorten ‚Blauer Spätburgunder‘ einschließlich ‚Samtrot‘ (11.022 ha) und ‚Dornfelder‘ (7.686 ha). Gegenüber dem Vorjahr hat der ‚Müller-Thurgau‘ 1.209 ha (- 7 Prozent) an Fläche verloren, während der Dornfelder im gleichen Zeitraum 1.025 ha an Fläche gewonnen hat (+ 15 Prozent).

Die größten Weinanbaugebiete in Deutschland sind Rheinhessen (26.171 ha), gefolgt von der Pfalz (23.394 ha), Baden (15.944 ha) und Württemberg (11.459 ha).

Links zum Thema Wein, Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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