21. Juni 2004

Mecklenburg-Vorpommern: Pachtflächenanteil rückläufig, Pachtpreise steigend

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 16:06

Schwerin (agrar.de) – Die Besitzverhältnisse am Boden in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns veränderten sich in den vergangenen Jahren weiter zu Gunsten des Eigenlandes. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes zu weiteren Ergebnissen aus der Agrarstrukturerhebung 2003 waren im vergangenen Jahr 79 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen gepachtet (Deutschland: 64 Prozent; früheres Bundesgebiet: 54 Prozent), 1995 lag dieser Anteil noch bei 89 Prozent, 2001 bei 84 Prozent.

Die Pachtpreise in Mecklenburg-Vorpommern beliefen sich im Jahr 2003 auf durchschnittlich 113 Euro pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche; damit verdoppelten sie sich seit 1991 nahezu (Deutschland 2001: 164 Euro pro Hektar).

Langsam aber stetig geht der Anteil der von den Betrieben gepachteten Flächen zurück. Während 1995 noch 1.197.000 Hektar (89 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche) Pachtland waren, verringerte sich die Pachtfläche im Jahr 2003 auf 1.067.000 Hektar (79 Prozent). Jedoch bewirtschafteten 2003 immer noch 72 Prozent der 5.229 Landwirtschaftsbetriebe Mecklenburg-Vorpommerns in unterschiedlichem Maße fremden Grund und Boden; vor vier Jahren lag dieser Anteil bei 73 Prozent.

Deutlich rückläufig ist allerdings der Anteil der Betriebe, die ausschließlich Pachtflächen für ihre Agrarproduktion nutzen. 2003 betrug er 28 Prozent, 1995 knapp 37 Prozent.

Die durchschnittliche Größe der Pachtfläche in den landwirtschaftlichen Betrieben verringerte sich seit 1995 um 20 Prozent auf nunmehr 287 Hektar. Darunter pachteten Betriebe in der Hand juristischer Personen im Mittel 855 Hektar, Personengesellschaften (u. a. GbR) 445 Hektar und Einzelunternehmen (bäuerliche Familienbetriebe) 112 Hektar, im Haupterwerb 175 Hektar.

Die 3.767 Betriebe (72 Prozent), die 2003 im Besitz von eigener Fläche waren und diese überwiegend auch selbst bewirtschafteten, verfügten im Mittel über 77 Hektar Eigenland. 1995 waren es 63 Prozent der Betriebe mit durchschnittlich 43 Hektar.

Das Jahrespachtentgelt, das für die Nutzung fremden Bodens zu zahlen ist, erhöhte sich seit 1995 um mehr als 40 Prozent auf 113 Euro 2003; 1991 lag es bei lediglich 58 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Beim Ackerland fiel die Erhöhung seit 1995 deutlicher aus (um 46 Prozent auf 127 Euro) als beim Grünland (um 34 Prozent auf 67 Euro).

Bei den Pachtpreisen gibt es zwischen den einzelnen Rechtsformen nur geringfügige Unterschiede (Betriebe in der Hand juristischer Personen: 111 Euro; Einzelunternehmen: 112 Euro; Personengesellschaften: 119 Euro).

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