13. Mai 2004

Urteil: Prozentuale Deklaration von Mischfutter ausgesetzt

Themen: Archiv — info @ 13:05

Bonn/Düsseldorf (agrar.de) – Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat dem Antrag eines Mischfutterherstellers stattgegeben, vorerst der in Deutschland ab 1. Juli 2004 vorgeschriebenen Angabe der prozentualen Zusammensetzung seiner Futtermittel nicht nachkommen zu müssen. Hierauf verweist der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT).

Das Gericht begründet dies laut DVT unter anderem mit dem speziellen Know-how-Schutz für die Produkte des Unternehmens. Zudem verstoße die Verpflichtung zur prozentualen Deklaration gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Durch die Prozentangabe entstehe kein zusätzlicher Schutz der Gesundheit und des Lebens von Mensch und Tier, da bereits heute alle Komponenten eines Mischfutters angegeben werden müssen, so das Gerichtsurteil.

Die Entbindung des Herstellers von der Deklarationspflicht gilt bis zur Klärung der Zulässigkeit der Bestimmungen der EU-Richtlinie 2002/2/EG vor dem Europäischen Gerichtshof. Diese Richtlinie schreibt die Verpflichtung zur prozentualen Deklaration vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte Großbritannien dagegen eine ‚einstweilige Verfügung‘ erwirkt und Klage beim EUGH eingereicht. Auch Frankreich, Italien, die Niederlande und Irland haben die Umsetzung der Richtlinie mittlerweile ausgesetzt.

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) in Bonn begrüßte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. ‚Wir hoffen, dass davon eine Signalwirkung ausgeht, die hilft, auch die deutschen Behörden zu überzeugen, dass die Umsetzung der Richtlinie bis zur Klärung durch den EUGH ausgesetzt wird‘, sagte Hubert Grote, Hauptgeschäftsführer des DVT, heute in Bonn. Es sei nicht hinnehmbar, dass deutsche Hersteller gezwungen würden, ihr Produkt-Know-how preiszugeben, wohingegen Mitbewerber anderer EU-Mitgliedstaaten dies nicht tun müssten. ‚Ein nationaler Alleingang würde hier einmal mehr den Wirtschaftsstandort Deutschland benachteiligen‘, so Grote. Er gehe davon aus, dass angesichts dieses ersten Erfolges in Deutschland weitere Hersteller den Klageweg beschreiten werden. ‚Dies wird in kommender Zeit viele Gerichte beschäftigen und bei Erfolg die öffentliche Hand viel Geld kosten‘, gab der Hauptgeschäftsführer zu bedenken. Er hoffe daher auf neue Gesprächsbereitschaft bei den politischen Entscheidungsträgern.

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Niedersachsen: Weizen bleibt der Anbau-Favorit

Themen: Archiv — info @ 13:05

Weniger Sommergetreide – mehr Raps und Kartoffeln

Hannover (agrar.de) – Niedersachsens Bauern haben in diesem Jahr den Anbau von Winterweizen, Winterroggen, sowie Raps und Kartoffeln ausgedehnt, dagegen waren beim Sommergetreide nach Mitteilung des Landvolks Niedersachsen erhebliche Flächenrückgänge zu verbuchen. Damit spiegelt sich deutlich der Witterungsverlauf der vergangenen Monate wider, denn die Herbstbestellung konnte bei idealen Wetterbedingungen durchgeführt werden.

Nach ersten Trendberechnungen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik gab es die größten Zuwächse beim Winterroggen und beim Winterraps. Beim Winterroggen stieg die Anbaufläche von 104.100 Hektar (ha) im vergangenen Jahr auf 117.842 ha in diesem Jahr, ein Plus von 13,2 Prozent. Zugelegt hat auch der Winterweizen, hier wird die diesjährige Erntefläche auf 410.856 ha geschätzt, 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Dagegen wurde der Anbau von Sommerweizen kräftig reduziert, die Anbaufläche sank auf 5.166 ha, vor einem Jahr waren es noch 19.440 ha. Leichte Verluste verzeichnete auch die Wintergerste als zweitwichtigste Getreidefrucht in Niedersachsen. Mit 188.279 ha wird die diesjährige Erntefläche um 2,3 Prozent niedriger sein als im Vorjahr. Kräftige Verluste gab es bei der Sommergerste: 83.000 ha wurden in diesem Jahr bestellt, in 2003 waren es 104.350 ha, immerhin über 20 Prozent weniger.

Zu den Anbaugewinnern zählt zweifellos der Winterraps. Mit 96.232 ha stieg die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent. Mehr Fläche als im vergangenen Jahr räumten die Bauern ebenfalls dem Silomais ein. Geschätzte 242.370 ha bedeuten gegenüber 232.398 ha in 2003 ein Plus von 4,3 Prozent. Durchweg Zuwächse gab es auch beim Kartoffelanbau. Die Frühkartoffelfläche stieg in diesem Jahr auf 4.538 ha, ein Plus von fünf Prozent. Die Speisekartoffelfläche erhöhte sich um rund drei Prozent auf 31.528 ha und bei den Industriekartoffeln gab es einen etwas kräftigeren Zuwachs um knapp fünf Prozent auf 95.455 ha. Dagegen schränkten die Rübenbauern ihre Anbaufläche geringfügig ein. Die Berichterstatter des Landesamtes für Statistik ermittelten für dieses Jahr eine Anbaufläche von 110.351 ha, 2,8 Prozent weniger als in 2003.

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Agrarbericht Schleswig-Holstein: Gewinne in der Landwirtschaft unter Druck – aber weiter über Bundesdurchschnitt

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Kiel (agrar.de) – Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller legte heute (13. Mai) in Kiel den Agrarbericht vor. Der Bericht enthält eine detaillierte Bilanz des Wirtschaftsjahres 2002/2003.

Die Quintessenz des Ministers: ‚Die Gewinne der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe sind zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen, diesmal um 14 Prozent. Aber mit einem Unternehmensgewinn von durchschnittlich 31.000 Euro wird der Bundesdurchschnitt um 4.000 Euro übertroffen.‘ Ursachen für den Gewinnrückgang waren vorrangig die gesunkenen Milcherlöse, starke Erlöseinbußen beim Schweinefleisch und die nässebedingt niedrige Getreideernte des Jahres 2002. Der Agrarbericht wird erstmals im Internet veröffentlicht.

Die Milchviehbetriebe verzeichneten im Berichtszeitraum einen Gewinnrückgang von 1,5 Prozent. Im Bundesdurchschnitt nahmen die Unternehmensgewinne der Milchviehbetriebe dagegen um 12 Prozent ab. Die bessere Grundfutterversorgung im nassen Sommer 2002 und die günstigen Betriebsgrößenstrukturen in Schleswig-Holstein mit durchschnittlich 57 Kühen pro Betrieb haben den Verlust etwas aufgefangen.

Minister Klaus Müller: ‚Der Strukturwandel im landwirtschaftlichen Bereich geht kontinuierlich weiter. Der Rückgang zum Vorjahr beträgt zwei Prozent und folgt damit dem langfristigen Trend. Dabei setzt sich der Konzentrationsprozess im Rahmen des Strukturwandels fort.‘ Während insbesondere bei Betrieben zwischen 20 bis 100 Hektar ein Rückgang zu verzeichnen sei, wachse die Zahl der größeren Einheiten über 100 Hektar kontinuierlich. Kleine Höfe seien vom Strukturwandel weniger betroffen, da diese häufig als Nebenerwerbsbetriebe weitergeführt würden.

Der ökologische Landbau hat im Vergleich zum Vorjahr mit einer bewirtschafteten Fläche von fast 28.000 Hektar – einem Plus von 21 Prozent – deutlich zugelegt. Die Zahl der Betriebe war um sieben Prozent auf jetzt 423 gestiegen. Der Gesamtanteil ökologisch bewirtschafteter Flächen und Betriebe mit 2,7 beziehungsweise 2,3 Prozent lag noch unter dem Bundesdurchschnitt. Müller kommentierte das: ‚Der Nachhaltigkeitsgedanke des ökologischen Landbaus gebietet eine längerfristige Betrachtung. Im Zeitraum 2000 bis 2003 haben die ökologisch bewirtschafteten Betriebe um 33 Prozent und die ökologisch bewirtschaftete Fläche sogar um 51 Prozent zugenommen. Von Seiten der Landesregierung wird und wurde die Entwicklung des ökologischen Landbaus entscheidend unterstützt.‘

‚Optimistisch stimmt mich, dass Schleswig-Holstein eine zukunftsfähige Agrarstruktur hat. Die durchschnittliche Betriebsgröße ist mit 55 Hektar doppelt so groß wie im früheren Bundesgebiet und um fast 50 Prozent höher als im gesamten Bundesgebiet. Seit Jahrzehnten ernten unsere Landwirte erheblich höhere Getreideerträge pro Hektar als die Berufskollegen im gesamten Bundesgebiet. Dies zeigte auch wiederum die Ernte des Jahres 2003,‘ sagte der Minister.

Für den Agrarbericht 2004 wird erstmals das Internet als moderne und schnelle Form der Information eingesetzt. Der Agrarreport Agrarbericht erscheint seit mehr als 40 Jahren.

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12. Mai 2004

Hochwasserschutzgesetz: Rheinland-Pfalz für Streichung des Ackerbauverbots

Themen: Archiv — info @ 15:05

Mainz (agrar.de) – Das rheinland-pfälzische Kabinett hat dem Ackerbauverbot und damit einer entscheidenden Neuerung, die der Gesetzentwurf der Bundesregierung zum vorbeugenden Hochwasserschutz vorsieht, eine Absage erteilt. Die Landesregierung wird im Bundesrat für die Streichung des Ackerbauverbotes stimmen und weitere Änderungsvorschläge einbringen.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad hatte bereits unmittelbar nach Vorliegen des Entwurfes die vorgesehene Pflicht zur flächendeckenden Ausweisung von Überschwemmungsgebieten auf der Grundlage eines 100-jährigen Hochwassers und das generelle Verbot des Ackerbaus als ‚praxisfern und inkonsequent‘ kritisiert. Die flexible ortsangepasste Handlungsfähigkeit der Länder werde durch zahlreiche Neuregelungen stark beschränkt, stellte sie fest. ‚Die Kumulation von Maßnahmen belastet die Landwirtschaft unverhältnismäßig stark.‘

Rheinland-Pfalz hat die Debatte in der Länderkammer zum Hochwasserschutz aus langjähriger Erfahrung mit Hochwasser und zum besten Schutz für Menschen und Güter maßgeblich bestimmt. Dabei setzte sich Umweltministerin Conrad stets für flexible, ortsangepasste Regelungen ein, die auch umsetzbar sind.

Die Vorschrift zum Verbot des Ackerbaus in Überschwemmungsgebieten trägt nach Auffassung von Rheinland-Pfalz außer zum Erosionsschutz nichts zum Hochwasserschutz bei. Umweltministerin Conrad: ‚Ein Verbot von Ackerbau in Überschwemmungsgebieten wendet sich insbesondere gegen die Landwirtschaft. Es sind aber gerade die Landwirte, die wir brauchen, um Hochwasserschutz zu betreiben und um zusätzlichen Retentionsraum zu schaffen. In Rheinland-Pfalz haben wir gute Erfahrungen in einem kooperativen Umgang mit den Bauern gemacht. Dies soll so bleiben.‘

Der Gesetzentwurf wird am 14. Mai im Bundesrat beraten.

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Sachsen: Leichter Anstieg der Arbeitskräftezahl in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 14:05

Vollbeschäftigtenanteil sinkt

Dresden (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2003 arbeiteten in den 8 130 landwirtschaftlichen Betrieben Sachsens ca. 43.100 Personen. Das sind 1.400 Arbeitskräfte bzw. 3 Prozent mehr als 2001. 34.000 Personen waren ständig beschäftigt und 9.100 waren als nichtständige Arbeitskräfte (Saisonkräfte) tätig. Fast zwei Drittel der ständig Beschäftigten und knapp 59 Prozent der Saisonkräfte waren männlichen Geschlechts. Der Vollbeschäftigtenanteil (Anteil der Vollbeschäftigten an der Zahl ständig beschäftigter Arbeitskräfte) betrug 59,6 Prozent, während es im Jahr 2001 noch 64,0 Prozent waren.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, war der überwiegende Teil der Arbeitskräfte, nämlich 18.600 Personen bzw. 43 Prozent, in den 590 Betrieben der Rechtsform juristische Personen (v. a. Agrargenossenschaften, GmbH) tätig. Gegenüber 2001 blieb die Arbeitskräftezahl damit annähernd konstant, der Vollbeschäftigtengrad verringerte sich jedoch um fast 5 Prozentpunkte auf 84,9 Prozent. Je Betrieb dieser Rechtsform waren durchschnittlich 31,6 Personen tätig.

In den 6.970 landwirtschaftlichen Einzelunternehmen Sachsens arbeiteten insgesamt 17.600 Personen, 9.800 in Haupterwerbsbetrieben und 7.800 in Betrieben, die im Nebenerwerb geführt wurden. Die überwiegende Zahl der Beschäftigten in Einzelunternehmen, nämlich 12 300 Personen, waren Familienarbeitskräfte. Außerdem waren 3.000 ständig beschäftigte familienfremde Arbeitskräfte und 2.300 Saisonkräfte tätig. Gegenüber 2001 erhöhte sich die Zahl der Arbeitskräfte um 1.100 Personen, der Vollbeschäftigtenanteil hingegen nahm um mehr als 1 Prozentpunkt auf 31,9 Prozent ab. Im Durchschnitt waren 2,5 Personen je Einzelunternehmen beschäftigt.

Nur 6.900 Personen übten eine landwirtschaftliche Tätigkeit in den 570 Personengesellschaften aus. Gegenüber dem Vergleichsjahr stieg die Zahl der Arbeitskräfte zwar um knapp 400 Personen an, der Anteil Vollbeschäftigter betrug jedoch nur 73,2 Prozent und verringerte sich damit im Vergleich zu 2001 deutlich um mehr als 10 Prozentpunkte. Jeder Betrieb beschäftigte durchschnittlich 11,9 Personen.

Die überwiegende Zahl der in der Landwirtschaft Sachsens ständig beschäftigten familienfremden Arbeitskräfte gehörte der Gruppe der Arbeiter an (73 Prozent), es folgten die Angestellten (14 Prozent), Auszubildenden (8 Prozent) und Gesellschafter (5 Prozent).

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DBV zur Umsetzung der EU-Agrarreform: Jetzt Vermittlungsausschuss anrufen

Themen: Archiv — info @ 13:05

Berlin (agrar.de) – Bei der nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) erhebliche Korrekturen. Das schrieb DBV-Präsident Gerd Sonnleitner an die Ministerpräsidenten der Länder, die am kommenden Freitag im Bundesrat abschließend über den Gesetzentwurf zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU beraten werden. Über die bisher vom Bundesrat diskutierten Ablehnungsgründe hinaus bestünde erheblicher Handlungsbedarf, appellierte Sonnleitner.

Dringende Nachbesserungen mahnte der DBV-Präsident im Kombimodell der Bundesregierung an. Hierzu biete der von der Opposition im Bundestag eingebrachte Vorschlag eines ’statischen Kombimodells‘ eine tragfähige Grundlage. Die im Gesetzentwurf für 2005 vorgesehene Korrektur der Direktzahlungen zwischen den Bundesländern werde vom DBV dabei grundsätzlich akzeptiert.

‚Die bisher vom Bundesrat geforderte Verschiebung des Umverteilungsprozesses der Direktzahlungen von 2007 auf 2010 ist nicht ausreichend‘, schrieb DBV-Präsident Sonnleitner weiter. Daher sollte eine Angleichung zu einer regionalen Einheitsprämie erst gegen Ende des jetzigen Planungszeitraumes 2013 erfolgen. Aufgrund der mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik verbundenen schrittweisen Milchpreissenkung bis 2007 sei es zudem unabdingbar, den Direktausgleich bei Milch bis 2013 völlig aus dem Umverteilungsprozess herauszuhalten. Sonnleitner verdeutlichte, dass ansonsten angesichts der langfristigen Investitionen mit Abschreibungszeiträumen von bis zu 20 Jahren die Situation in den Grünlandbetrieben weiter verschärft würde.

Bei der Ausgestaltung der Cross-Compliance-Regelungen dürfe es nicht zu einer Einvernehmensregelung mit dem Bundesumweltministerium kommen, so Sonnleitner. Notwendig sei ein zukunftsweisendes Signal für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Agrarstandortes Deutschland. Zudem könne nur so mehr Wettbewerbsgleichheit innerhalb der Europäischen Union geschaffen werden.

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Schleswig-Holstein: 228 Gebiete für NATURA 2000

Themen: Archiv — info @ 10:05

Kiel (agrar.de) – Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat die Meldung von 228 NATURA 2000 – Gebieten an die EU-Kommission nach Brüssel beschlossen. Die Gebiete werden als Schutzgebiete gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH -Richtlinie) gemeldet. Über weitere Gebiete wird gemeinsam mit den Vogelschutzgebieten vor der Sommerpause entschieden.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller erklärte nach dem Kabinettsbeschluss: ‚Europäischer Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Mit den FFH-Gebieten leisten wir dazu unseren Beitrag. Gleichzeitig haben wir die Probleme der Betroffenen ernst genommen. Wir haben von Anfang an deutlich gemacht: Wir gehen mit einer anderen Kulisse aus dem Verfahren heraus, als wir hineingegangen sind.‘ Insgesamt 39 Prozent der Gebietsvorschläge (88) wurden verändert, die Gesamtfläche wurde um 2,5 Prozent (Landfläche 4,6 Prozent) reduziert.

Von Mitte Juli bis Ende Oktober 2003 lief das Beteiligungsverfahren für diese Gebietsmeldungen. Um die Öffentlichkeit zu informieren, wurde eine breite Informationskampagne gestartet: 80.000 Menschen besuchten die Website. 17.000 Faltblätter und 8.000 Broschüren wurden verteilt und es gab rund 100 Informationsveranstaltungen. Von der Beteiligungsmöglichkeit machten etwa 1.100 Mal Betroffene Gebrauch. Etwa 250 Einwendungen standen den Vorschlägen skeptisch und fachlich fundiert gegenüber. Circa 200 befürworteten die Gebiete.

Die nun beschlossenen 228 Gebiete umfassen eine Fläche von rund 92.500 Hektar. Davon sind 48.500 Hektar Landfläche. Der Anteil des Netzes Natura 2000, also einschließlich der Vogelschutzgebiete, wird sich von derzeit 5,4 Prozent der Landesfläche auf 7,9 Prozent erhöhen.

Zu den gemeldeten Gebieten gehören nun die Hohwachter Bucht mit ihren Lagunen, der Kleine und der Große Plöner See wegen des Otters und vieler Lebensräume sowie die Hörnumer Dünen auf Sylt. Die Levensauer Hochbrücke entfiel nach einer erneuten Prüfung aus der Meldung.

Ende Juni werden die Vogelschutzgebiete und die verbleibenden FFH-Gebiete im Kabinett beraten. Dann wird das Gesamtpaket ‚NATURA 2000‘ nach Berlin gemeldet. Im Anschluss wird die Bundesrepublik die deutsche Meldung an Brüssel weiterleiten.

Die vollständige Liste der beschlossenen Gebiete finden Sie in Internet.

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Höhn: Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel muss verbessert werden

Themen: Archiv,Futtermittel — info @ 09:05

Düsseldorf (agrar.de) – Anlässlich der in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen stattfindenden bundesweiten Futtermittel-Überwachungstagung hat Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn sich noch einmal für eine Verschärfung der Kennzeichnungspflicht bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln ausgesprochen.

Höhn: ‚Die neuen EU-Regeln sehen zwar vor, dass gentechnisch veränderte Futtermittel nun umfassend gekennzeichnet werden müssen – Fleisch, Milch und Eier von Tieren, die ein solches Futtermittel gefressen haben, müssen jedoch nicht gekennzeichnet werden. Damit wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine wichtige Information vorenthalten. Hier muss die EU ihre Vorgaben dringend nachbessern, denn nur bei einer ausreichenden Kennzeichnung haben die Konsumenten eine wirkliche Wahl. Bei Fleisch, Eiern und Milch aus dem Ökolandbau besteht dagegen die gesetzliche Verpflichtung, keine gentechnisch veränderten Futtermittel zu verfüttern.‘

Die Jahrestagung der Futtermittelüberwachungsbehörden der Länder tagt vom 11. bis 13. Mai in Münster. Zu den Teilnehmern gehört auch das Bundesverbraucherschutzministerium, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und das Bundesinstitut für Risikobewertung. Auf der Tagesordnung stehen Themen rund um die Futtermittelzulassung und -kontrolle.

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Nordrhein-westfälische Kühe gaben mehr Milch denn je

Themen: Archiv — info @ 09:05

Düsseldorf (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen wurden 2003 insgesamt 2,72 Millionen Tonnen Milch erzeugt, das waren 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, erhöhte sich damit die durchschnittliche Jahresmilchleistung je Kuh um 0,8 Prozent auf bislang noch nicht erreichte 6.948 Liter. Jede nordrhein-westfälische Kuh gab im vergangenen Jahr rein rechnerisch 19 Liter Milch pro Tag; 1980 hatte dieser Wert noch bei 13 Litern gelegen.

Wie das Landesamt weiter mitteilt, wurden 97,3 Prozent der gesamten Milcherzeugung zur Weiterverarbeitung an Molkereien geliefert. Knapp zwei Prozent wurden in den Erzeugerbetrieben für die Kälberaufzucht verwendet. Die restliche Milch wurde entweder direkt ab Hof vermarktet, im Haushalt des Betriebes frisch verbraucht oder zu Butter, Käse oder Quark verarbeitet.

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11. Mai 2004

Getreide, Milch und Ölfrüchte – wichtigste Produkte der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns

Themen: Archiv — info @ 15:05

Schwerin (agrar.de) – Die landwirtschaftlichen Betriebe Mecklenburg-Vorpommerns realisierten im Jahr 2002 einen Produktionswert von rund 2,01 Milliarden Euro. Daran hatten allein Getreide (31 Prozent), Milch (20 Prozent) und Ölfrüchte (12 Prozent) einen Anteil von fast zwei Dritteln. Im Unterschied zum Bundesdurchschnitt entfiel auf die pflanzliche Erzeugung (62 Prozent; Bund: 50 Prozent) ein wesentlich höherer Anteil als auf die tierische Erzeugung (37 Prozent; Bund: 47 Prozent).

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, erbrachten Getreide und Ölfrüchte mit zusammen 862 Millionen Euro 43 Prozent des Produktionswertes der Landwirtschaft; bundesweit lag dieser Anteil bei lediglich 20 Prozent. Der Anteil Mecklenburg-Vorpommerns am Produktionswert der deutschen Landwirtschaft betrug 4,9 Prozent (Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche: 8,0 Prozent).

Die pflanzliche Erzeugung erbrachte einen Produktionswert von 1,25 Milliarden Euro. Wichtigste pflanzliche Produkte waren Getreide (623 Millionen Euro) und Ölfrüchte (239 Millionen Euro) mit zusammen 42,8 Prozent des Produktionswertes. Im Jahr 2001 betrug dieser Anteil – bei höheren Naturalerträgen – 44,8 Prozent (736 bzw. 260 Millionen Euro). Der Produktionswert der Hackfrüchte (Kartoffeln und Zuckerrüben) lag 2002 bei 100 Millionen Euro (5,0 Prozent).

Andere pflanzliche Erzeugnisse haben im Nordosten Deutschlands wegen Anbau begrenzender Klima- und Bodenverhältnisse, aber auch infrastruktureller Nachteile, im Vergleich zu anderen Regionen eine geringe Bedeutung. Das betrifft Gemüse (Anteil von 0,9 Prozent am Produktionswert; Bundesdurchschnitt: 2,8 Prozent), Obst (0,7 Prozent gegenüber 1,9 Prozent) und Sonderkulturen (Tabak, Blumen und Zierpflanzen, Baumschulerzeugnisse: 0,7 Prozent gegenüber 8,5 Prozent, einschließlich Wein und Hopfen).

Der Produktionswert der tierischen Erzeugung (0,74 Milliarden Euro) resultiert vor allem aus der Haltung der Tiere einschließlich ihres Absatzes und dem Verkauf von Milch. Während 2002 der Anteil der Milch am Produktionswert mit 20,1 Prozent nur geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt (20,9 Prozent) lag, war der Abstand bei den Tieren ungleich größer: In Mecklenburg-Vorpommern entfielen auf sie lediglich 14,8 Prozent des Produktionswertes der Landwirtschaft (2001: 15,1 Prozent), in Deutschland jedoch 23,7 Prozent (2001: 24,8 Prozent). Noch erheblicher war die Differenz bei einzelnen Tierarten. So hatten Schweine 2002 einen Anteil von 6,0 Prozent, Rinder von 3,4 Prozent. In Deutschland war er doppelt so hoch (11,8 bzw. 7,3 Prozent).

Der Produktionswert der Landwirtschaft orientiert sich an den Herstellungspreisen, d. h. er schließt Gütersubventionen abzüglich Gütersteuern ein. Diese sind besonders in der Pflanzenproduktion erheblich. So wurden 2002 bei einem Produktionswert von 1,25 Milliarden Euro nur 0,60 Milliarden Euro an Verkaufserlösen erzielt (48 Prozent; Deutschland: 57 Prozent). In der tierischen Erzeugung lagen die Verkaufserlöse 2002 nur um 2 Prozent unter dem Produktionswert (Deutschland: 4 Prozent).

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