18. Mai 2004

Immer mehr Pferde in Nordrhein-Westfalen

Themen: Archiv,Pferde — info @ 15:05

Münster (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr fast 100.000 Pferde. Die Zahl der vierbeinigen Freunde hat damit gegenüber der vorigen Zählung im Jahr 2001 um etwa 17,5 Prozent zugenommen. Ein Grund für den kräftigen Anstieg, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, könnte eine erweiterte statistische Grundlage bei der Viehzählung sein. Die Kammer geht aber davon aus, dass die Pferdehaltung tatsächlich erneut ausgedehnt wurde. Im Durchschnitt stehen auf jedem der 12.586 Bauernhöfen mit Pferden neun Tiere im Stall. Neben der Pferdezucht steht eindeutig die Haltung von Pensionspferden im Vordergrund.

Schwerpunkt der Pferdehaltung in Nordrhein-Westfalen ist unverändert Westfalen-Lippe, wo auf 8.600 Höfen 56.430 Pferde leben. 40 Prozent der Pferde in Westfalen-Lippe sind im Münsterland zu Hause mit Schwerpunkten in den Kreisen Steinfurt, Coesfeld, Warendorf und Recklinghausen mit alleine 17.930 Pferden. Überdurchschnittlich viele Pferde gibt es auch in den Kreisen Gütersloh und Ennepe-Ruhr.

Bezogen auf die Fläche liegt die Pferdedichte im Rheinland mit 42.000 Pferden auf 3.990 Betrieben sogar noch deutlich höher als in Westfalen-Lippe. 60 Prozent der rheinischen Pferde leben im Rhein-Sieg-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, dem Oberbergischen Kreis und im Kreis Euskirchen. Im Regierungsbezirk Düsseldorf gibt es die meisten Pferde in den Kreisen Wesel und Kleve.

Für immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen leistet die Unterbringung und Betreuung von Pensionspferden einen wichtigen Beitrag zum Einkommen. Die Landwirtschaftskammer unterstützt diese Betriebe mit einer speziellen Beratung. Durch die Mitarbeit in verschiedenen Projekten zum Wanderreiten will die Kammer dazu beitragen, die Freizeitgestaltung mit Pferden noch attraktiver zu machen.

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Brandenburg: Mehr Arbeitskräfte – sinkender Vollbeschäftigtenanteil

Themen: Archiv — info @ 11:05

Potsdam (agrar.de) – Im Jahr 2003 waren 39.200 Personen in den rund 6.700 landwirtschaftlichen Betrieben des Landes Brandenburg beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang um fast 2 Prozent gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 1999 und einer Zunahme um 4 Prozent zum Jahr 2001. Nach Informationen des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik bewirtschaftete jede Arbeitskraft durchschnittlich 34 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Der Arbeitskräftebesatz (ausgedrückt in Arbeitskräfteeinheiten je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche) verringerte sich von 1,9 (Jahr 1999) auf 1,7 (Jahr 2003). Damit gehört Brandenburg neben Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu den Bundesländern mit einem sehr niedrigen Arbeitskräftebesatz.

Mit dem weiteren Rückgang der Zahl der Betriebe (2001: 6.820 Betriebe) reduzierte sich auch der Anteil der ständig Beschäftigten um mehr als 3,2 Prozent auf rund 26.800.

Neben den ständig beschäftigen Arbeitskräften, zu denen die Betriebsinhaber, die Familienangehörigen und die ständig beschäftigten familienfremden Arbeitskräfte gehören, waren zirka 12.400 Menschen nicht ständig in der Landwirtschaft tätig.

Von den 39.200 Personen waren 45 Prozent (17.600 Personen) vollbeschäftigt. Im Jahr 2001 lag der Vollbeschäftigtenanteil noch bei fast 50 Prozent. Der Vollbeschäftigungsgrad bei den Familienarbeitskräften lag 2003 bei über 24 Prozent. Von den nicht vollbeschäftigten Arbeitskräften übten nahezu 56 Prozent eine weitere Tätigkeit aus.

Im Vergleich zu 2001 erhöhte sich die Zahl der Auszubildenden in der Landwirtschaft um fast 12 Prozent. Bei anderen Stellungen innerhalb des landwirtschaftlichen Betriebes, wie z. B. Arbeiter und Angestellte, waren Rückgänge um bis zu 8 Prozent festzustellen.

Wie schon 2001 waren fast 66 Prozent der im Jahr 2003 in der Landwirtschaft Brandenburgs tätigen Personen männlich.

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Ratgeber „Wildtiergerechte Gestaltung von Flächenstilllegung“ erschienen

Themen: Archiv,Flächenstilllegung — info @ 11:05

Hamburg (agrar.de) – Auf ihren stillgelegten Flächen können Landwirte durch die gezielte Ansaat von mehrjährigen blüten- und nektarreichen Saatmischungen attraktive Lebensräume für Wildtiere wie z. B. Feldhase, Wachtel oder Rebhuhn schaffen und so einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten.

Um die Landwirte dabei zu unterstützen und umfassend über die praktische Anlage und Pflege von Buntbrachen zu informieren, hat das Projekt ‚Lebensraum Brache‚ den Ratgeber ‚Wildtiergerechte Gestaltung von Flächenstilllegung – Hinweise für die Praxis‘ herausgebracht. In dieser Publikation werden alle Fragen rund um die praktische Umsetzung von mehrjährigen Buntbrachen behandelt. Vorbereitung der Flächen, Ansaatzeitpunkt, bewährte Saatgutmischungen, Saattechnik und Flächenpflege werden dabei ebenso angesprochen wie Probleme mit Unkraut oder der finanziellen Förderung.

Der Ratgeber wurde federführend von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau erstellt. Er richtet sich an alle Landwirte, die ihre Stilllegungsflächen in Form von blüten- und nektarreichen Ansaatbrachen den heimischen Wildtieren als Lebensraum zur Verfügung stellen wollen. Die Akteure des Projektes stützen sich bei der Erstellung des Ratgebers auf die Erfahrungen, die sie auf ihren langjährigen Versuchsflächen in Bayern und Hessen sammeln konnten.

Weitere Informationen zum Projekt und natürlich den Praxisratgeber zum Download erhalten Sie über die Internetseite des Projektes oder per Post bei: Projekt ‚Lebensraum Brache‘, Marcus Börner, c/o Deutsche Wildtier Stiftung, Billbrookdeich 210, 22113 Hamburg, Tel.: 040-73339-323, E-Mail.

BUND gegen Ende des EU-Gentech-Moratoriums

Themen: Archiv — info @ 10:05

Verband: BT11-Mais der Schweizer Firma Syngenta gefährdet Verbraucher und Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die für morgen angekündigte Verkaufszulassung des BT11- Maises der Firma Syngenta seitens der EU-Kommission scharf verurteilt. Der gentechnisch veränderte Süßmais sei nicht umfassend getestet worden. Untersuchungen über mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher und die Landwirtschaft lägen nicht vor. Gefahren für Mensch und Umwelt seien deshalb nicht auszuschließen. Zudem sei bei der Zulassung die Tatsache unbeabsichtigter Genveränderungen unberücksichtigt geblieben. Bt11 enthalte Erbsubstanzen, die keine natürlichen Bestandteile des Maises seien.

Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende: ‚Dem Süßmais wurden Gene implantiert, die in der Pflanze Insektengifte produzieren. Es existieren jedoch keine umfassenden toxikologischen Untersuchungen dieser Gentech-Pflanze. Tests wurden lediglich mit isolierten Eiweißen über kurze Zeiträume durchgeführt. Risiken wie Allergien oder Beeinträchtigungen des Immunsystems beim Menschen wurden überhaupt nicht geprüft.‘

Gentechnisch veränderte Organismen dürften nach der seit dem 18. April geltenden Food-Feed-Verordnung nur zugelassen werden, wenn eine ‚den höchstmöglichen Anforderungen standhaltende wissenschaftliche Bewertung aller damit verbundenen Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier durchgeführt‘ worden sei. Eine solche Bewertung gebe es im Falle des Bt11-Maises nicht. Hauptgrund für die Entscheidung der EU-Kommission für eine Verkaufszulassung des BT11-Maises sei der starke Druck amerikanischer Gentech-Konzerne innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO), so der BUND.

Seit 1998 waren in der EU keine Genehmigungen mehr zur Einfuhr und zum Anbau von Gentech-Pflanzen erteilt worden. Mehr als zwanzig solcher GVO-Produkte warten derzeit auf ihre EU-Zulassung, die Hälfte davon sind zum kommerziellen Anbau vorgesehen.

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17. Mai 2004

Thüringen: Fleischerzeugung im 1. Quartal

Themen: Archiv — info @ 15:05

Erfurt (agrar.de) – Von Januar bis März 2004 wurden in Thüringen 408.606 als tauglich beurteilte Tiere, darunter 16.320 Rinder, 446 Kälber, 390.239 Schweine und 1.415 Schafe geschlachtet. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 15.010 Tiere bzw. 3,5 Prozent weniger Schlachtungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Dieser Rückgang bei den Schlachtungen im 1. Quartal 2004 ist auf eine niedrigere Zahl geschlachteter Schweine und Rinder zurückzuführen. Es wurden 13. 121 Schweine bzw. 3,3 Prozent weniger geschlachtet als im 1. Quartal 2003. Die Zahl der Rinderschlachtungen ging um 1.977 Tiere bzw. 10,8 Prozent zurück. Die Zahl der geschlachteten Kälber stieg um 14 Tiere bzw. 3,2 Prozent und die Schafschlachtungen erhöhten sich um 51 Tiere bzw. 3,7 Prozent.

Im 1. Quartal 2004 wurden 41.242 Tonnen Fleisch erzeugt. Auf Grund des Rückgangs der Schlachtungen sank die Schlachtmenge in den ersten drei Monaten des Jahres 2004 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 1.645 Tonnen Fleisch bzw. 3,8 Prozent. Das durchschnittliche Schlachtgewicht der Rinder lag bei 295 kg/Tier (1. Quartal 2003: 297 kg/Tier).

Bei Schweinen blieb das durchschnittliche Schlachtgewicht von 93 kg/Tier in den ersten drei Monaten des Jahres 2004 unverändert gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Landwirte erzielten im Durchschnitt aller Handelsklassen in den ersten drei Monaten des Jahres 2004 bei Schweinen für ein Kilogramm Schlachtgewicht (SG) 1,24 Euro. Der Auszahlungspreis lag damit um 4 Cent/kg SG über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes. Schlachtrinder brachten mit 1,65 Euro/kg Schlachtgewicht 17 Cent weniger als im 1. Quartal 2003. Die durchschnittlichen Auszahlungspreise für Schafe lagen bei 2,81 Euro/kg SG (- 87 Cent/kg SG). Für Kälber wurden 2,95 Euro/kg SG erzielt (+ 1 Cent/kg SG).

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Fachverband Biogas: Bundesrat will Biogasbranche auf Abstellgleis schieben

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 13:05

Freising/Berlin (agrar.de) – Mit der am 14. Mai vom Bundesrat mit der Mehrheit der unionsregierten Länder beschlossenen Anrufung des Vermittlungsausschusses wird sich die am 02.04.2004 vom Bundestag beschlossene Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) unter Umständen sogar bis nach der Sommerpause verzögern. Zwar ist aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag nicht damit zu rechnen, dass die EEG Novelle durch den heutigen Bundesratsbeschluss geändert wird, nach Ansicht des Fachverbandes Biogas drohen aber ausgerechnet Landwirten und Biogasanlagenherstellern nun erhebliche Rückschläge.

Vor allem die von Bayern eingebrachte Forderung zur Festschreibung eines Auslaufens des EEG bis zum Ende des Jahres 2007 hat für Verunsicherung in der Biogasbranche gesorgt. Diese schon in der Bundestagsdebatte von der CDU/CSU-Fraktion vorgebrachte Forderung ist besonders für die Hersteller von Biogasanlagen schwer nachzuvollziehen. Damit rollen die unionsregierten Länder ausgerechnet der in Land- und Forstwirtschaft verankerten Bioenergiebranche nun Steine in den Weg. Gerade die Anlagenhersteller müssten aber aus Sicht des Fachverbandes in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen tätigen, damit die Potenziale der Bioenergie schnell und effizient ausgeschöpft werden.

‚Es ist für uns unverständlich, warum die Forderung nach einem Auslaufen des EEG bis zum Ende 2007 jetzt aufgebracht wird. Das EEG schreibt ohnehin vor, dass die Vergütungssätze für Neuanlagen in zehn Jahren um 30 Prozent sinken‘, kommentiert Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, die aktuelle Diskussion. ‚Wie sollen die Hersteller heute investieren, wenn niemand weiß, wie es nach 2007 weitergeht. Da wird ohne Not auf die Bremse getreten, bevor die Fahrt der Bioenergie erst richtig losgegangen ist‘, resümiert der Agraringenieur.

Die jetzt eingetretene Verzögerung schade nicht der Wind- oder Solarbranche, sondern vor allem den Landwirten und Biogasanlagenherstellern, die noch in diesem Jahr investieren wollten. Denn wer erst im September anfangen könne zu bauen, würde im Jahr 2004 nicht mehr ans Netz gehen – für so manchen Biogasanlagenhersteller, der nach dem Bundestagsbeschluss im April bereits Material geordert hat, würde diese Verzögerung das Aus bedeuten.

Nachdem am 29.3. Umwelt- und Wirtschaftsausschuss des Bundesrates empfohlen hatten den Vermittlungsausschuss anzurufen, ist die Länderkammer heute dieser Empfehlung mit der Mehrheit der CDU/CSU regierten Länder gefolgt. Da der Vermittlungsausschuss frühestens am 16. Juni tagen kann, könnte der Bundestag am 2. oder 9. Juli dem Gesetz zustimmen. Da eine schnelle Einigung im Bundesrat aus Sicht des Fachverbandes jedoch sehr unwahrscheinlich ist, wird der Vermittlungsausschuss ein zweites Mal tagen müssen und das Ergebnis seiner Beratungen an den Bundestag weitergeben. Das Gesetz wird aufgrund der Mehrheit der rot-grünen Koalition im Bundestag voraussichtlich dann unverändert verabschiedet. Ziel der Biogasbranche wird es sein, die nun eingeleitete Verzögerung so kurz wie möglich zu halten.

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Fruchtbare und rentable Sauen: Mehr als nur „viele Ferkel“

Themen: Archiv — info @ 11:05

Gyhum (aho) – Während ein Schweinemäster noch vor zehn Jahren ‚Ferkel‘ bei seinen Viehhändler bestellte, sind für den Mäster heute weitere Kriterien bei seiner Bestellung wichtig:

· ‚große Ferkelgruppe‘ aus einem Bestand · qualifiziert durchgeführte und dokumentierte Impfungen · geringe Streuung von Körpergewicht und Alter · parasitenfrei · aus rein-raus-Management · Herkunftsbestand auf Salmonellen kontrolliert · Herkunftsbestand auf andere Krankheitserreger (Brachyspira, Lawsonia) kontrolliert Daher ist in der Sauenhaltung ein planmäßiger Produktionsablauf anzustreben.

Mit einer neuen Internetseite bietet Animal-Health-Online dem Sauenhalter Informationen über Möglichkeiten fortschrittlicher Fruchtbarkeitssteuerung.

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Sachsen-Anhalt: Hintergrundinformationen zur grünen Gentechnik

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 09:05

Magdeburg (agrar.de) – Zur Versachlichung der Diskussion um den Erprobungsanbau von gentechnisch verändertem Mais hat das Landwirtschafts- und Umweltministerium einige Daten und Fakten zusammengestellt.

Bt-Mais: Freisetzungsversuch oder kommerzieller Erprobungsanbau?

Bei dem aktuellen Anbau von gentechnisch verändertem Mais handelt es sich nicht um einen Freisetzungsversuch, sondern um einen Anbau mit dem Ziel der Inverkehrbringens von Bt-Mais. Dieser ist bereits nach EU-Recht als für Mensch, Natur und Umwelt unbedenklich bewertet worden.

In dem Erprobungsanbau von Bt-Mais geht es also nicht um das verwandte Material, da dieses bewertet worden ist. Erprobt wird das Nebeneinander von konventioneller, ökologischer und der mit gentechnisch verändertem Saatgut arbeitenden Landwirtschaft. Es geht um die Definition von Rahmenbedingungen, unter welchen alle Anbauformen nebeneinander existieren können. Zugleich soll der Nachweis erbracht werden, dass konventionelle, ökologische und mit gentechnisch veränderten Organismen arbeitende Landwirtschaft nebeneinander existieren können.

Wer genehmigt was und wer weiß was beim Anbau mit dem Ziel des Inverkehrbringens?

Das Bundessortenamt hat für das Wirtschaftsjahr 2004 den Anbau von gentechnisch verändertem Mais auf Flächen von rund 1.000 Hektar bundesweit genehmigt. In diesem Rahmen kann die Saatgutindustrie ohne weitere Genehmigungen und Informationen Saatgut an Landwirte zum Anbau weitergeben. Es werden privatrechtliche Verträge geschlossen. Eine Kontrolle durch Landesbehörden ist nicht gefordert.

Grundlage ist das Saatgutverkehrsgesetz (§ 3 Abs. 2). Danach erteilt das Bundessortenamt als nachgeordnete Behörde des Bundesverbraucherministeriums auf Antrag des Züchters eine mengen- und zeitlich begrenzte Vertriebsgenehmigung. In diesem Verfahren werden die Bundesländer nicht beteiligt. Die Genehmigung wird auf Antrag jeweils für ein Wirtschaftsjahr erteilt und ist mit Auflagen und Kennzeichnungsvorschriften verbunden.

Die Züchter beziehungsweise Biotechnologieunternehmen, die im Besitz dieser Vertriebsgenehmigung sind, schließen nunmehr mit bereitwilligen Landwirten eine privatrechtliche Vereinbarung zum Anbau ab. Hierbei müssen die entsprechenden Behörden der Bundesländer im Gegensatz zu Freisetzungsversuchen nicht beteiligt werden.

Wer genehmigt was und wer weiß was beim Freisetzungsversuch?

Der Versuch ist eine Vorstufe zum späteren Inverkehrbringen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden unter Freilandbedingungen überprüft, bevor eine Genehmigung für den Anbau erteilt wird. Der Freisetzungsversuch wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nach Rücksprache mit den Ländern genehmigt und durch die Länder (in Sachsen-Anhalt das Landesverwaltungsamt) kontrolliert.

Ein Freisetzungsversuch im Sinne des Gentechnikgesetzes ist das gezielte Ausbringen gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt zu Versuchszwecken – und zwar noch bevor eine Genehmigung zum Inverkehrbringen der gentechnisch veränderten Organismen vorliegt.

Um einen Freisetzungsversuch handelte es sich beim Anbau von gentechnisch verändertem Weizen in Bernburg, der jüngst nach der Zerstörung durch Unbekannte beendet werden musste.

Mit der Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen werden die Containmentbedingungen – das heißt die hermetische Abgeschlossenheit in gentechnischen Anlagen und Gewächshäusern – verlassen. Ergebnisse, die dort gewonnen wurden, sollen unter Freilandbedingungen – das heißt in der natürlichen Umwelt – überprüft und bestätigt werden.

Die Freisetzung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen und in kleinem Maßstab. Sie ist durch den Genehmigungsbescheid mit bestimmten Auflagen versehen, die durch die für die Überwachung von Freisetzungen zuständige Landesbehörde (in Sachsen-Anhalt das Landesverwaltungsamt) kontrolliert werden. Auch nach Beendigung des Freisetzungsversuchs erfolgt in der Regel über mehrere Jahre eine Nachkontrolle der Flächen und Beseitigung eventuell nachgewachsener Pflanzen.

Genehmigungsbehörde für Freisetzungen nach Gentechnikrecht ist in Deutschland seit dem 01.04.2004 das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin (vorher das Robert Koch-Institut). Vor Erteilung der Genehmigung prüft die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit den Freisetzungsantrag, um mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt auszuschließen. Weiterhin wird von der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundslandes (in Sachsen-Anhalt das Landesverwaltungsamt) eine Landesstellungnahme abgegeben, die regionale Aspekte im Umfeld der geplanten Freisetzung wie etwa Naturschutzfragen berücksichtigt. Nach Einbeziehung weiterer Behörden und nach Ablauf eines EU-Beteiligungsverfahrens ergeht die Entscheidung über den Freisetzungsantrag.

Das Standardverfahren für die Freisetzungsgenehmigung sieht auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Es erfolgt eine entsprechende Bekanntmachung in örtlichen Tageszeitungen und im Bundesanzeiger. Die Antragsunterlagen zur Freisetzung liegen in den betreffenden Gemeinden oder Landkreisen sowie bei der Genehmigungsbehörde in Berlin für vier Wochen aus. Während dieser Frist kann Jedermann seine Einwände geltend machen, die durch die Genehmigungsbehörde bewertet werden.

Bei der Nachmeldung eines weiteren Standortes ist im sogenannten Vereinfachten Verfahren der Freisetzungsgenehmigung keine Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Das heißt, Nachfolge-Freisetzungen des gleichen Organismus an anderen Orten und in weiteren Jahren können ohne Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen.

Gibt es für den aktuellen Erprobungsanbau eine Informationspflicht nach Umweltinformationsgesetz?

Nein. Soweit das Umweltinformationsgesetz hier überhaupt Anwendung findet, gilt das Gesetz nur für Informationen, die bei Behörden vorhanden sind.

Die derzeitige Frage, wo und welche Flächen für den Bt-Mais-Anbau verwendet werden, können von Landesbehörden nicht beantwortet werden, denn diese Informationen liegen dem Land nicht vor, weil dies nach den Vorschriften für einen Anbau zum Inverkehrbringen nicht vorgesehen ist.

Soweit ein privater Dritter der Behörde ohne rechtliche Verpflichtung Informationen übermittelt, dürften diese nach dem Umweltinformationsgesetz nicht ohne die Zustimmung dieses Privaten öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die Freisetzungsrichtlinie der EU sieht vor, dass für Flächen, auf denen Freisetzungsversuche stattfinden, oder gentechnisch veränderte Organismen zum Inverkehrbringen angebaut werden, ein Register eingerichtet werden muss. Deutschland muss diese EU-Richtlinie noch in nationales Recht umsetzen und ändert dazu das Gentechnikgesetz. Ein entsprechendes Standortregister soll in das Gesetz aufgenommen werden.

Seit wann gibt es Freisetzungsversuche in Sachsen-Anhalt?

Diese Versuche finden in Sachsen-Anhalt seit 1996 statt. Diese wie für Freisetzungsversuche vorgeschrieben öffentlich bekannt gemacht worden. Versuchsweise angebaut wurden gentechnisch veränderte Kartoffeln, Mais, Tabak, Zuckerrüben, Raps, Erbsen und Pappeln. Ziele sind etwa Krankheitsresistenzen, Toleranz gegenüber Pflanzenschutzmitteln und die Gewinnung technischer Proteine.

Begeht Sachsen-Anhalt den Sündenfall in punkto Gentechnik?

Deutschland ist längst keine gentechnikfreie Zone mehr. Die seit dem 18. April geltende Kennzeichnungspflicht für GVO in Futter- und Lebensmitteln wird das für den Verbraucher deutlich machen.

In der EU werden derzeit genveränderte Pflanzen lediglich in Spanien (ca. 32 000 ha BT Mais) kommerziell angebaut. Futtermittel werden dennoch längst häufig aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt, vor allem aus Soja, aber auch aus Raps und Mais.

Aus gentechnisch verändertem Soja werden zudem verschiedene Lebensmittel, Zutaten und Zusatzstoffe produziert. Zugleich werden auch viele Enzyme, die zum Beispiel in der Käseproduktion, im Backwarenbereich, bei der Herstellung von Fetten, Aromastoffen, Fruchtsäften und in der Fleischverarbeitung benötigt werden, auf gentechnischem Weg erzeugt.

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14. Mai 2004

Grüne: Länder gehen unverantwortlich mit Hochwasserschutz um

Themen: Archiv — info @ 16:05

Berlin (agrar.de) – Zur Flut der Ablehnungs- und Änderungsanträge aus den Bundesländern zum von der Bundesregierung vorgelegten Hochwasserschutzgesetz erklärt Reinhard Loske, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / die Grünen:

‚Hochwasservorsorge heißt: jetzt handeln – und nicht erst, wenn einem das Wasser wieder bis zum Halse steht. Die Mehrheit der Bundesländer scheint die desaströsen Fluten des Sommers 2002 bereits verdrängt zu haben. Es ist völlig unannehmbar, dass im Bundesrat der vorsorgende Hochwasserschutz abgeschwächt und verzögert werden soll.

Die Kernelemente des Gesetzentwurfs der Bundesregierung

– Festsetzung von Überschwemmungsgebieten und Hochwasserschutzplänen – Verbot von Bebauung in Überschwemmungsgebieten – grundsätzliches und perspektivisches Auslaufen der Ackernutzung in Überschwemmungsgebieten

müssen erhalten bleiben, wenn wir Hochwasserschutz ernst nehmen wollen. Dafür werden wir uns im kommenden parlamentarischen Verfahren einsetzen und die Hochwasservorsorge nicht Einzellobbyinteressen opfern, wie es jetzt CDU/CSU im Bundesrat fordern. Die Bundesländer werden sich beim nächsten Hochwasser fragen lassen müssen, was sie zum wirksamen Schutz beigetragen haben.‘

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FDP begrüßt Anrufen des Vermittlungsausschusses zur Agrareform

Themen: Archiv — info @ 15:05

Berlin (agrar.de) – Zum Beschluss des Bundesrates den Vermittlungsausschuss zur nationalen Umsetzung der Agrareform anzurufen, erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die FDP-Bundestagsfraktion begrüßt, dass der Bundesrat im Vermittlungsausschuss die Weichen für die schon lange von der FDP geforderten Kulturlandschaftsprämie stellen will. Die Kulturlandschaftsprämie ist eine Flächenprämie, die nicht mehr die Überproduktion subventioniert, sondern den Landwirt dafür unterstützt, dass er in guter fachlicher Praxis wirtschaftet, d.h. unter Einhaltung von Tierschutz- und Umweltstandards.

Sehr zu begrüßen ist, dass der Gleitflug in die totale Flächenprämie nicht bereits, wie von der Regierung vorgesehen, 2007, sondern erst 2010 beginnen soll und somit Brüche und Härten vermieden werden. Besonders erfreulich ist auch, dass den Milchbauern zusätzliche Hilfen gegeben werden sollen.

Die FDP wird bei den Vertmittlungsgesprächen darauf bestehen, dass der Umweltminister Trittin nicht die Musik in der Agrarpolitik bestimmt. Deshalb wird sich die FDP entschieden gegen ein Mitspracherecht des Ministers einsetzen.‘

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