10. Mai 2004

Natura 2000 – Schutzgebietssystem mit Löchern

Themen: Archiv — info @ 10:05

Dresden (agrar.de) – Rund 70 Experten aus sieben europäischen Länder trafen sich am Freitag (7.5.2004) im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden, um sich über das zurzeit anspruchvollste Naturschutzvorhaben der EU mit dem Namen ‚Natura 2000‘ auszutauschen. Im Mittelpunkt der Tagung stand eine ehemalige Außengrenze der EU, nämlich die Grenze Deutschlands mit Polen und der Tschechischen Republik.

Die Experten stellten erhebliche Probleme bei der grenzüberschreitenden Umsetzung der FFH Richtlinie fest. Bei der grenzüberschreitenden Koordinierung von Natura 2000 Schutzgebieten ist man i. d. R. quasi ‚auf einem Auge blind‘, so ein Experte. Es gibt keine gemeinsamen grenzüberschreitenden Datengrundlagen. Dadurch gehen erhebliche Chancen für die Sicherung der biologischen Vielfalt verloren. Nur eine grenzüberschreitende Ausweisung sichert den langfristigen Fortbestand der Gebiete, die auch eine ökologische Einheit bilden.

Das europäische Schutzgebietssystem hat Löcher. Deshalb sprachen sich die Experten für einen verstärkten Austausch – insbesondere auf der regionalen Ebene – über geplante Natura-2000-Gebiete aus. Dabei sollte man nicht auf Vorgaben der EU aus Brüssel warten. Um Ängste und Befürchtungen über mögliche Konsequenzen der Ausweisung von Schutzgebieten abzubauen, plädierten die Experten für eine frühzeitige Integration der Bevölkerung beiderseits der Grenzen.

Problematisch sind auch die Unterschiede in den Arbeitsständen zwischen Deutschland und den der EU neu beigetretenen Ländern Polen und Tschechien. Zurzeit sind in Polen circa 10,3 Prozent, und in Deutschland circa 9,2 Prozent der Landesfläche als Natura 2000 Gebiete vorgeschlagen. Ähnlich wie in Deutschland werden erhebliche Änderungen, Nachmeldungen und Konflikte über die konkrete Flächenausweisung auch in Polen und Tschechien erwartet.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

IVA: Stabilisierung auf dem deutschen Düngemittelmarkt

Themen: Archiv — info @ 09:05

Frankfurt (agrar.de) – Mit einer leichten Umsatzsteigerung auf 1,53 Mrd. Euro (Vj.: 1,5 Mrd.) hat die Düngemittel-Industrie in Deutschland das vergangene Jahr abgeschlossen. Trotz erheblich höherer Energie- und Rohstoffkosten hat sich zudem die Ertragslage der Unternehmen gefestigt. Das berichtet Stefan Greger, Vorsitzender des Fachbereichs Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar (IVA) vor der Presse in Frankfurt am Main. Der Exportwert verbesserte sich auf 807 Mio. Euro (Vj.: 878 Euro). Im Inland wurden 629 Mio. (Vj.: 624 Mio.) umgesetzt. Die Nachfrage nach Düngemitteln wurde in der abgelaufenen Saison von den Nässeschäden 2002 und der Dürreperiode 2003 negativ beeinflusst. Der Absatz blieb zwar bei Stickstoff stabil, bei Kali und Kalk ging er jedoch um über fünf Prozent zurück. Bei Phosphat erfolgte ein Anstieg um vier Prozent, allerdings nach einem historischen Tiefststand im Vorjahr.

Links zum Thema Düngung.

09. Mai 2004

Sachsen: Leichter Anstieg der Fleischerzeugung im ersten Quartal

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 15:05

Dresden (agrar.de) – Von Januar bis März 2004 wurden in Sachsen 15.580 Tonnen Fleisch aus gewerblichen und Hausschlachtungen erzeugt. Dafür wurden 140.680 Tiere (Rinder, Schweine, Kälber, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sind das 653 Tonnen (vier Prozent) mehr als im Vorjahr. Bei allen Tierarten ist ein Anstieg zu verzeichnen, außer bei Pferden. Im Berichtszeitraum wurden 10.350 Hausschlachtungen durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr sind das 870 Tiere bzw. acht Prozent weniger.

Die erschlachtete Schweinefleischmenge bildet mit 77 Prozent den Hauptanteil an der sächsischen Fleischerzeugung. Bis März wurden in Sachsen 123.900 Schweine geschlachtet, die einer Schlachtmenge von 11.940 Tonnen entsprachen. Gegenüber dem Vorjahr sind das 450 Tonnen mehr. Unter den bis März geschlachteten Schweinen befanden sich 6.570 Hausschlachtungen. Zum Vorjahr sind das 550 Tiere bzw. acht Prozent weniger.

Die erzeugte Rindfleischmenge erhöhte sich im Berichtszeitraum gegenüber 2003 um 190 auf 3.470 Tonnen (sechs Prozent). Dafür wurden 11.800 Rinder geschlachtet, die alle aus inländischen Beständen stammen. Darunter waren 3.800 Bullen und Ochsen, 6.300 Kühe und 1.700 Färsen. Der Anstieg der Rindfleischerzeugung ist hauptsächlich auf die erhöhte Anzahl an geschlachteten Kühen zurückzuführen. Mit gut 6.300 geschlachteten Tieren dieser Kategorie wurden 640 Tiere (elf Prozent) mehr als im ersten Quartal 2003 abgerechnet. Die Anzahl der hausgeschlachteten Rinder betrug im Berichtszeitraum 1.600 Tiere. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 216 Tiere bzw. zwölf Prozent.

Die im Berichtszeitraum geschlachteten 1.000 Kälber erbrachten eine Schlachtmenge von 58 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind das 35 Tiere (drei Prozent) mehr.

Bis März 2004 wurden 3.650 Schafschlachtungen abgerechnet, darunter waren 1.790 hausgeschlachtete Tiere. Gegenüber dem ersten Quartal 2003 sind das 146 Schlachtungen bzw. vier Prozent mehr. Dies ergab eine Schlachtmenge von 73 Tonnen.

Weiterhin wurden im ersten Quartal 2004 150 Ziegen und 120 Pferde mit einer Schlachtmenge von drei Tonnen Ziegen- bzw. 31 Tonnen Pferdefleisch geschlachtet. Zum Vorjahreszeitraum ist das rund eine Tonne Ziegenfleisch mehr. Bei Pferdefleisch ergibt sich ein Minus von acht Tonnen bzw. 21 Prozent.

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07. Mai 2004

AbL: Bauern fordern gentechnikfreies Saatgut und Futtermittel

Themen: Archiv — info @ 11:05

Hannover (agrar.de) – Drei Wochen nach Einführung der Kennzeichnungspflicht für die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Futtermitteln zogen Bauern vor die Raiffeisen Hauptgenossenschaft in Hannover und fordern Raiffeisen auf, endlich der Nachfrage nach gentechnikfreier Ware nachzukommen. Das berichtet Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

‚Es ist ein Skandal, dass unsere eigene Genossenschaft uns keine gentechnikfreien Futtermittel und kein garantiert gentechnikfreies Saatgut liefern will‘, so der Bauer Cord Pralle aus Soltau. Die Raiffeisen-Genossenschaft sei ursprünglich von Bauern gegründet worden, um den einzelnen im Handel zu stärken. Nun aber weigere sich die Raiffeisen Hauptgenossenschaft Hannover, den Anforderungen der Landwirte nachzukommen.

‚Wir brauchen auch als Bauern Wahlfreiheit, d.h. die Freiheit, uns für verschiedene Futtermittel entscheiden zu können. Ich will meinen Tieren keine genmanipulierten Saaten verfüttern, und für meine Produkte sehe ich einen besonderen Markt. Indem Raiffeisen sich aber weigert, mir das entsprechende Futter zu liefern, behindert ausgerechnet unsere Landwirteorganisation meine Wahlfreiheit und letztlich damit auch die der Verbraucherinnen und Verbraucher.‘

Der Landwirt aus dem niedersächsischen Soltau hat bei allen Futtermittelhändler in der Region angefragt, ob sie ihm Futtermittel ohne Gentechnik verkaufen. Keiner mochte es ihm vor dem 18. April, dem Beginn der Kennzeichnungspflicht, zusagen. Und noch immer warten er und seine Berufskollegen auf Angebote.

Dabei gibt es aus Brasilien ein ausreichendes Angebot mit zertifiziert gentechnikfreiem Soja. Nur die Bauern können es nicht kaufen.

Vor anderthalb Jahren waren schon mal Bauern zu Raiffeisen gezogen und hatten gentechnikfreie Ware gefordert, auf eine Antwort warten sie bis heute vergebens, so die AbL.

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DBV: Geplante Änderung der Düngeverordnung gefährdet bedarfsgerechte Düngung

Themen: Archiv — info @ 10:05

Landwirten droht weitere Bürokratisierung und nationaler Alleingang

Berlin (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) lehnt eine erneute grundlegende Änderung der Düngeverordnung ab, nachdem mit der Düngeverordnung aus dem Jahr 1996 vor allem beim Gewässerschutz durch eine enorme Steigerung der Effizienz der landwirtschaftlichen Düngung deutliche Erfolge erzielt wurden. Nach Ansicht des DBV-Präsidiums ist eine grundlegende Vereinfachung des Entwurfs der Düngeverordnung mit konsequenter Deregulierung unabdingbar. So sei es sinnvoller, Anreize für neue umweltschonende Techniken zur Ausbringung von Düngemitteln in der Praxis zu schaffen als bestimmte Techniken per Ordnungsrecht und ohne Übergangsfrist zu verbieten.

Nach der Erklärung des DBV-Präsidiums vom 04. Mai 2004 dürften Vollzugsdefizite in Einzelfällen nicht als Begründung für eine tief greifende Novellierung der Verordnung missbraucht werden. Vielmehr belege der Wasserwirtschaftsbericht der Bundesregierung des Jahres 1998, dass die Nährstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen deutlich zurückgegangen sind. Die Stickstoffüberschüsse verringerten sich von 1980 bis 1995 um 35 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich der Verbrauch von Mineraldüngern, obwohl die Erträge um etwa 60 Prozent stiegen. Ebenso wird nach Daten des Umweltbundesamtes der Trinkwassergrenzwert in Höhe von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser in über 90 Prozent der Messstellen in Deutschland unterschritten.

Kritik übte das DBV-Präsidium auch an den vorgesehenen Bilanzierungsgrenzen, die eine bedarfsgerechte Düngung gefährden und jegliche ackerbauliche Zusammenhänge der Pflanzenernährung ignorieren. Die natürliche Nährstoffdynamik lasse sich nicht per Gesetz schematisieren. Stattdessen müssten unvermeidbare Verluste in der Bilanzierung auch als solche berücksichtigt werden. So sei ein Überschuss an Stickstoff nicht gleichbedeutend mit einer Gefährdung für Grund- und Oberflächengewässer. Praxisuntauglich sei daher auch, dass nach dem Verordnungsentwurf Erntereste als Überschuss in die Bilanz eingingen, obwohl Erntereste einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Steigerung des Humusgehaltes im Boden leisteten. Grundsätzlich müsse dem Bedarf der Kulturpflanzen an Nährstoffen Rechnung getragen werden, was mit einer kurzfristigen, jährlichen Bilan-zierung nicht erreicht werden könne.

Für bestimmte Kulturen wäre keine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung mehr möglich, betonte das DBV-Präsidium in seiner Erklärung. Insbesondere die heimische Gemüsebauproduktion sowie weite Teile des Ackerbaus, wie etwa der Rapsanbau wären betroffen. Zahlreiche viehhaltende Betriebe wären wegen der Bilanzobergrenze bei Phosphor einem starken Anpassungsdruck ausgesetzt, der nur durch Viehabstockung bewältigt werden könnte oder einem Anbauverbot gleichkäme.

Eine klare Absage erteilte das DBV-Präsidium den im Gesetzentwurf vorgesehenen Detailvorgaben, mit denen die Regulierung der Düngung auf die Spitze getrieben würde. Während die Bundesregierung im Rahmen der Entbürokratisierungsdebatte Bürokratieabbau fordere, würden viele kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe mit den vorgesehenen Aufzeichnungs- und Bilanzierungsvorschriften überfordert. Abgesehen davon, dass alle Möglichkeiten einzelfallbezogener Entscheidungen einer standortangepassten Düngung ausgeschlossen werden, bliebe dies ohne jeglichen Nutzen für die Umwelt.

Auch angesichts von Cross Compliance im Rahmen der EU-Agrarreform erlange die lau-fende Diskussion über eine Novelle der Düngeverordnung eine besondere Bedeutung. Das DBV-Präsidium unterstütze die Forderung der Mehrheit der Agrarminister im Hinblick auf die noch zu beschließenden Cross-Compliance-Regelungen, die Novelle der Dünge-Verordnung zunächst auf die aufgrund der EU-Vorgaben national umsetzungsnotwendigen Punkte zu beschränken. So sei die N-Obergrenze bei Wirtschaftsdüngern zu reduzieren, die Belange der Betriebe mit intensiver Grünlandbewirtschaftung aber angemessen zu berücksichtigen. Zudem seien die Regelungen der Düngeausbringung auf stark geneigten Flächen anzupassen. Neuerliche Wettbewerbsverzerrungen für die deutschen Bauern innerhalb Europas seien jedoch nicht hinnehmbar, betonte das DBV-Präsidium.

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06. Mai 2004

EU-Millionen für Arbeitsplatzvernichtung

Themen: Archiv — info @ 12:05

Euronatur kritisiert Millionenförderung Müller-Milch

Radolfzell (agrar.de) – Massive Kritik an der jüngst von der EU-Kommission beschlossenen, höchsten Agrarsubvention der letzten drei Jahre hat die Umweltstiftung Euronatur geübt: weit über 30 Millionen Euro gehen dabei für den Ausbau des Molkereistandortes im sächsischen Leppersdorf an die Müller-Milch-Gruppe. Die EU begründet die Millionen-Förderung unter anderem damit, dass mit der Erweiterung der Molkerei 144 Arbeitsplätze neu geschaffen würden.

Was die Begründung der EU-Kommission verschweigt: Mit der Inbetriebnahme der Erweiterung in Leppersdorf wird Müller-Milch die Standorte in Vienenburg am Harz sowie im westfälischen Amelunxen schließen. Allein in Vienenburg werden rund 150 Arbeitsplätze abgebaut und der bislang dort hergestellte, berühmte ‚Harzer Käse‘ wird zukünftig im Sachsen produziert. ‚Wenn 30 Millionen Euro dafür ausgegeben werden, dass unter dem Strich mehr Arbeitsplätze vernichtet als neu geschaffen werden, dann ist das keine sinnvolle Wirtschaftsförderung, sondern eine Schweinerei‘, erklärte der umweltpolitische Sprecher von Euronatur, Lutz Ribbe.

Ribbe fürchtet, dass die Bauern im Oberharz mittelfristig Probleme bekommen werden, ihre Milch zu verkaufen, da die Einsammlung durch weit entfernt liegende Molkereien nicht rentabel sei. Landschaftsbild und natürliche Vielfalt im Oberharz könnten durch einen Rückgang der Milchwirtschaft erheblichen Schaden nehmen.

Die Umweltstiftung Euronatur erinnerte daran, dass Theo Müller, Alleingesellschafter und Chef bei Müller-Milch erst kürzlich seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt hat, weil ihm die Steuerlast in Deutschland zu hoch sei. ‚Auffällig‘ sei Müller auch beim Deutschen Bauernverband geworden, so Ribbe weiter. Der DBV wirft Müller vor, mit seiner Unternehmenspolitik einen unglaublichen Preisdruck auf die Bauern auszuüben. ‚Es muss endlich Schluss sein mit Subventionen, die letztlich zur Zerstörung der Vielfalt in unserer Kulturlandschaft führen‘, forderte Euronatur. Der Bund der Steuerzahler und die Rechnungshöfe sollten klären, ob solche Zuweisungen überhaupt im Einklang mit geltendem Recht stünden.

Links zum Thema Fördferung.

Niedersachsens Bauern rüsten sich für den Wettbewerb

Themen: Archiv — info @ 11:05

Hannover (agrar.de) – Landwirtschaftliche Großbetriebe werden gemeinhin in den neuen Bundesländern vermutet. Aber auch die ‚Niedersachsen‘ können in dem Konzert recht gut mitspielen. Nach Ermittlungen des Landvolk-Verbandes hielt nämlich Niedersachsen 2003 mit 6.400 Betrieben über 100 Hektar bundesweit den zahlenmäßigen Spitzenplatz. Das waren neun Prozent mehr als im Jahr 2001. Gegenüber 1995 mit damals 4.205 Betrieben stieg der Anteil dieser Großbetriebe sogar um mehr als 30 Prozent.

Insgesamt bewirtschafteten die niedersächsischen Landwirte eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 2,62 Millionen Hektar. Bereits knapp 40 Prozent dieser Fläche werden von Betrieben mit mehr als 100 Hektar bewirtschaftet. Zahlenmäßig stellen sie allerdings nur einen Anteil von 11 Prozent. Die durchschnittliche Betriebsgröße der niedersächsischen Bauernhöfe stieg von 42 Hektar in 2001 auf 45,5 Hektar in 2003.

Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung vom Mai vergangenen Jahres gab es in Niedersachsen noch 57.600 Bauernhöfe. Das waren gegenüber 2001 knapp neun Prozent weniger. Experten gehen davon aus, dass aufgrund der unbefriedigenden Einkommenssituation und der anhaltenden Verunsicherung über die Folgen der EU-Agrarreform in Zukunft mit einem noch stärkeren Strukturwandel als bisher zu rechnen ist.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

05. Mai 2004

CDU/CSU zur Zerstörung von Freilandversuchsfeldern: Bundesregierung muss sich klar positionieren

Themen: Archiv — info @ 14:05

Berlin (agrar.de) – Zur Zerstörung der Freilandversuchsfelder für genveränderten Weizen der Firma Syngenta in Bernburg bei Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Montag erklärt der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bio- und Gentechnologie, Helmut Heiderich:

‚So kann es nicht weitergehen. Schon vor ein paar Wochen wurden die Gentechnikversuchsfelder von Syngenta von Greenpeace zerstört, konnten aber teilweise noch gerettet werden. Nun steht der Versuchsanbau von Syngenta vor dem endgültigen Aus.

Auch wenn diesmal Unbekannte die Felder nachts zerstört haben, ist doch der Zusammenhang offensichtlich: Am Sonntag noch hatte eine ATTAC-Gruppe zu einer Demonstration gegen Gentechnik aufgerufen. Greenpeace hatte nach den ersten Zerstörungen weitere Aktivitäten angekündigt. Nur aus dieser Richtung kann derart kriminelle Energie kommen.

Die Bundesregierung verhält sich dagegen still. Kein Kommentar von der für die Gentechnik verantwortlichen Ministerin Künast. Mit diesem Schweigen solidarisiert sie sich mit den Gentechnik-Gegnern und Randalierern.

Es geht aber nicht nur um einzelne Versuche, es geht auch um das Innovations- und Investitionsklima in Deutschland. Syngenta hat bereits angedeutet, dass Deutschland für weitere Versuche möglicherweise nicht mehr in Frage kommt, sondern andere Länder.

Damit hätten die Gegner in der Sache nichts für sich erreicht, sondern nur Deutschland geschadet. So zerstört man nur den Biotechnologie-Standort Deutschland. Das kann Deutschland in der derzeitigen Situation am allerwenigsten gebrauchen.

Die Bundesregierung muss deshalb geschlossen hinter Innovationstechnologien wie der Grünen Gentechnik stehen, die Unterstützung einzelner Ministerien ist nicht genug. Sie muss sich deshalb klar und deutlich von Randalierern distanzieren und sich hinter Initiativen wie das großflächige Anbauprogramm für gentechnisch veränderten Mais stellen. Hier erwarten wir auch die Ausübung der Richtlinienkompetenz durch den Bundeskanzler.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

DLG/WWF: Mehr Initiative für Kiebitz und Klatschmohn zeigen

Themen: Archiv — info @ 14:05

Vorschläge für die Verbesserung der Artenvielfalt in Kulturlandschaften

Berlin/Frankfurt (agrar.de) – Landwirte, Naturschützer und Gesellschaft müssen zum Schutz der Tier- und Pflanzenarten in den Kulturlandschaften stärker an einem Strang ziehen. Dabei müssen nach Auffassung von DLG-Präsident Philip Freiherr von dem Bussche und WWF-Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels die politischen Vorgaben aus Brüssel, Berlin und den Bundesländern helfen. ‚Die Landwirtschaft kann ihre Verantwortung für den Artenschutz nur übernehmen, wenn die Politik und die Gesellschaft Leistungen für den Naturschutz angemessen entlohnen‘, betonen die Präsidenten von DLG und WWF.

Die AG Landwirtschaft und Naturschutz der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und des WWF Deutschland machen dazu 33 Vorschläge, die auf die Erhaltung der Artenvielfalt in Kulturlandschaften zielen. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz sind immer noch 450 Pflanzenarten gefährdet. Auch Kiebitze, Feldhamster und Rebhühner sind vom Aussterben bedroht. Das 33-Punkte-Papier wurde von 21 Naturschutz- und Landwirtschaftsexperten erarbeitet.

So sollten nach Ansicht der Arbeitsgruppe Landwirte eine Prämie erhalten, wenn sie auf stillgelegten Äckern aktiven Natur- und Artenschutz betreiben. Rund 1,1 Millionen Hektar Ackerflächen werden in Deutschland aus ökonomischen Gründen nicht mehr bewirtschaftet.

Zudem schlägt die Arbeitsgruppe vor, die von der Europäischen Union unterstützten Agrarumweltprogramme stärker für den Artenschutz zu nutzen. Bisher kommen lediglich 20 Prozent der bereitgestellten Finanzmittel dem Naturschutz zu Gute.

Ebenso wichtig ist eine zügigere Umsetzung bereits beschlossener Umweltmaßnahmen. So sind die Länder im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes verpflichtet, ein enges Netz an Biotopen zu knüpfen. Die so genannten ‚Biotopverbundsysteme‘ lassen jedoch vielerorts noch auf sich warten. Da es kein Patentrezept für den Artenschutz in Kulturlandschaften gibt, hat die Arbeitsgruppe ein ganzes Paket von Vorschlägen entwickelt, die den jeweiligen regionalen Bedingungen angepasst werden können.

Weitere Informationen und die Broschüre ‚Biodiversität in Kulturlandschaften‘ erhalten Sie bei Imke Lübbeke (WWF Deutschland), Tel.: 030-308742-15 oder Dr. Lothar Hövelmann (DLG), Tel.: 069-24788-306.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 13:05

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 280 angebotenen Schweinen 280 Schweine verkauft, davon 280 Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,28 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,28 Euro bis 1,28 Euro zur Lieferung am Anfang der kommenden Woche.

Links zum Thema Schweine.

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