28. Mai 2004

DBB: Offener Brief zum GVO-Einsatz in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 14:05

Quedlinburg (agrar.de) – In einem offenen Brief an die Bischöfe der ostdeutschen Landeskirchen hat sich der Präsident des Deutschen Bauernbundes Kurt-Henning Klamroth bei den Kirchen für ihr aufrichtiges Arrangement gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen bedankt.

Präsident Klamroth hat insbesonders die ethisch moralische Verantwortung der Kirchen hervorgehoben und deutlich gemacht, dass auch die weitüberwiegende Anzahl der Bauern den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen ablehnen.

Neben den ethisch moralischen Gründen zur Ablehnung des Einsatzes von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt es vor allem wirtschaftliche und rechtliche zurzeit überhaupt nicht kalkulierbare Risiken. Nach Auffassung des Deutschen Bauernbundes soll die Einführung zwar vorrangig dem Ziel der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen dienen, verkennt aber das die Initiative der Agrarindustriekonzerne vermutlich darauf abzielt neue Absatzmärkte für gentechnisch verändertes Saatgut, dass mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dann auch wieder in den USA produziert wird, zu schaffen. Damit würde auch dieser Zweig der Landwirtschaft in eine kolossale Abhängigkeit geraten.

Die Kirchen, als zweitgrößter Landeigentümer haben ihren Pächtern den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf ihren Eigentumsflächen untersagt.

Präsident Klamroth bittet die Regelung dahingehend zu erweitern, dass nicht nur auf den betreffenden Eigentumsflächen der Anbau untersagt wird, sondern dass der gesamte Betrieb sich verpflichten muss, kein genverändertes Saatgut einzusetzen.

Der Deutsche Bauernbund wird über eine weit angelegte Informationsveranstaltung ebenfalls versuchen, alle privaten Eigentümer von Grund und Boden auf die Risiken hinzuweisen und sie bitten analog der Kirchen den Anbau gentechnisch veränderter Organismen auf ihren Eigentumsflächen und in dem betreffenden Pachtbetrieb zu untersagen, sowie den Pächter gleichzeitig auf den drohenden Verlust des Pachtvertrages und gegebenenfalls auf Schadensersatzforderungen hinweisen.

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