28. Mai 2004

DBV zur Gentechnik: Ökologische Koexistenz kann gesichert werden

Themen: Gentechnik,Mais,Umwelt,Verbände — info @ 16:05

Potsdam (agrar.de) – Zentraler Aspekt in der Diskussion zur Grünen Gentechnik ist für den Deutschen Bauernverband (DBV) die Erhaltung der Koexistenz und die Lösung der Haftungsfrage. Häufig wird auch von einer ökologischen Koexistenz in besonders natur- und umweltschutzsensiblen Gebieten gesprochen. ‚Gentechnisch veränderte Pflanzen dürfen nur angebaut werden, wenn sie wissenschaftlich geprüft und zugelassen werden und kein Gefahrenpotenzial für die Umwelt besteht‘, betonte Sonnleitner heute auf dem Deutschen Naturschutztag in Potsdam. Entsprechend müssten die Auflagen, die bei der Anwendung von GVO-Pflanzen einzuhalten sind, so gestaltet sein, dass die ökologische Koexistenz gewährleistet sei. Die Ausweisung von Schutzgebieten bzw. gentechnikfreien Zonen zur Wahrung der ökologischen Koexistenz erübrige sich somit.

Im Rahmen der Zulassung und Genehmigung der Anwendungen vom Anbau von GVO-Pflanzen müssten deshalb Anwendungsbestimmungen und Abstandsauflagen vergleichbar mit der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erlassen werden, die eine Schädigung des Naturhaushaltes verhinderten. Diese seien sorten- und produktspezifisch festzulegen und würden zusätzlich zu den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis gelten, schlug Sonnleitner vor. Um das Nebeneinander von Produktionssystemen mit und ohne Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen, also die Koexistenz, sowie die Auswirkungen auf die Biodiversität zu erforschen, sei ein kontrollierter räumlich eingeschränkter und vor allem transparenter Erprobungsanbau von zugelassenen GVO-Pflanzen notwendig, forderte er. Dies hätten das Bundesamt für Naturschutz und der Deutsche Bauernverband bereits frühzeitig gemeinsam gefordert. Der diesjährige Erprobungsanbau mit Bt-Mais in sieben Bundesländern würde diesen Kriterien nicht gerecht werden. Weg en fehlender Transparenz und wegen unzureichend geklärter Haftungsfragen habe der DBV deshalb öffentlich die Landwirte von einer Teilnahme an diesem Erprobungsanbau abgeraten.

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WLV startet neuen Internet-Auftritt

Themen: Archiv — info @ 14:05

Münster (agrar.de) – Einen neuen Internetauftritt hat der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) freigeschaltet. Neben mehr Informationen aus der Landwirtschaft in Kurzmeldungen und Schwerpunktthemen soll mit dem neuen Auftritt der Kommunikation der Mitglieder untereinander wie mit dem Verband ein größerer Stellenwert eingeräumt werden.

Aktuell läd die Internetseite zum Besuch auf westfälische und lippische Höfe ein: an 19 Orten im Verbandsgebiet zeigen Betriebe und Aktionsgemeinschaften interessierten Mitbürger die Vielfalt der Landwirtschaft. Der Tag des offenen Hofes findet am 6. Juni statt.

In der neuen Rubrik ‚Interaktiv‘ lädt ein Forum zur agrarpolitischen Diskussion ein. Bei Abstimmungen haben Besucher unserer Website die Möglichkeit, ihre Meinung zu aktuellen agrarpolitischen Themen zu äußern. Ein erweitertes Angebot der Kreisverbände und schnellere Informationen für Journalisten runden das Angebot ab. Alle Kreisstellen sind via E-Mail erreichbar, ein separater Bereich nur für Mitglieder des WLV ist in Vorbereitung.

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DBB: Offener Brief zum GVO-Einsatz in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 14:05

Quedlinburg (agrar.de) – In einem offenen Brief an die Bischöfe der ostdeutschen Landeskirchen hat sich der Präsident des Deutschen Bauernbundes Kurt-Henning Klamroth bei den Kirchen für ihr aufrichtiges Arrangement gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen bedankt.

Präsident Klamroth hat insbesonders die ethisch moralische Verantwortung der Kirchen hervorgehoben und deutlich gemacht, dass auch die weitüberwiegende Anzahl der Bauern den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen ablehnen.

Neben den ethisch moralischen Gründen zur Ablehnung des Einsatzes von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt es vor allem wirtschaftliche und rechtliche zurzeit überhaupt nicht kalkulierbare Risiken. Nach Auffassung des Deutschen Bauernbundes soll die Einführung zwar vorrangig dem Ziel der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen dienen, verkennt aber das die Initiative der Agrarindustriekonzerne vermutlich darauf abzielt neue Absatzmärkte für gentechnisch verändertes Saatgut, dass mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dann auch wieder in den USA produziert wird, zu schaffen. Damit würde auch dieser Zweig der Landwirtschaft in eine kolossale Abhängigkeit geraten.

Die Kirchen, als zweitgrößter Landeigentümer haben ihren Pächtern den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf ihren Eigentumsflächen untersagt.

Präsident Klamroth bittet die Regelung dahingehend zu erweitern, dass nicht nur auf den betreffenden Eigentumsflächen der Anbau untersagt wird, sondern dass der gesamte Betrieb sich verpflichten muss, kein genverändertes Saatgut einzusetzen.

Der Deutsche Bauernbund wird über eine weit angelegte Informationsveranstaltung ebenfalls versuchen, alle privaten Eigentümer von Grund und Boden auf die Risiken hinzuweisen und sie bitten analog der Kirchen den Anbau gentechnisch veränderter Organismen auf ihren Eigentumsflächen und in dem betreffenden Pachtbetrieb zu untersagen, sowie den Pächter gleichzeitig auf den drohenden Verlust des Pachtvertrages und gegebenenfalls auf Schadensersatzforderungen hinweisen.

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27. DNT verabschiedet Memorandum zur Agro-Gentechnik:

Themen: Archiv — info @ 14:05

Schutz der biologischen Vielfalt muss gewährleistet sein

Potsdam (agrar.de) – Die Veranstalter des 27. Deutschen Naturschutztages (DNT) rufen zum verantwortungsvollen Umgang mit der Agro-Gentechnik auf. In einem Memorandum fordern der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN), der Deutsche Naturschutzring (DNR) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN), die biologische Vielfalt und insbesondere ökologisch sensible Gebiete umfassend zu schützen, die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher als echte Wahlfreiheit zu gewährleisten und eine Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion ohne Gentechnik auch für die Zukunft sicherzustellen.

Nach fast sechs Jahren De Facto Moratorium hat die EU-Kommission am 19. Mai die ersten transgenen Nutzpflanzen zum Import und für die Verarbeitung in der EU zugelassen. In diesen Tagen werden die ersten Sorten in den gemeinsamen Sortenkatalog eingetragen. Gleichzeitig wird soll die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher gesichert und die Koexistenz zwischen Anbauformen mit und ohne Gentechnik gewährleistet werden.betont, dass jede Verbraucherin und jeder Verbraucher die freie Wahl haben solle, Produkte, die aus GVOs bestehen oder aus solchen hergestellt werden, zu kaufen oder nicht. Jedoch: Verbindliche Koexistenzregeln sind wurden jedoch in keinem Mitgliedsstaat der EU entwickelt. Ebenso sollten nicht-koexistenzfähige Kulturpflanzen, wie beispielsweise Raps, nicht zugelassen werden. Der Schutz ökologisch sensibler Gebiete und der Biodiversität – für beides ist die Erhaltung GVO-freier Flächen unverzichtbar – wurde bisher noch nicht einmal in Ansätzen geregelt.

Auch im deutschen Gentechnikrecht fehlen noch konkrete Maßstäbe und Kriterien zur Definition eines ökologischen Schadens und zur Festlegung, ob und wann ein Anbaustopp für eine Gen-Pflanze gerechtfertigt oder gar notwendig ist. Dies wird auch in der Stellungnahme des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen vom März 2004 festgestellt. ‚Es ist dringend notwendig, verbindliche Kriterien dafür zu erarbeiten, wann die Auswirkungen des Anbaus transgener Pflanzen über ein akzeptierbares Maß hinausgehen – und das nicht nur im Interesse der Natur, sondern auch der Landwirte, die aus Überzeugung oder ökonomischen Gründen ohne Gentechnik arbeiten möchten‘, sagte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Professor Dr. Hartmut Vogtmann, für die Veranstalter. Um den Forderungen nach Transparenz zu entsprechen, müssen Standortregister, auch bei einem Erprobungsanbau, öffentlich zugänglich sein.

Bei der Bewertung wissenschaftlicher Daten sollte das Vorsorgeprinzip die wichtigste Grundlage sein. Darüber hinaus gilt es, auch die Monitoringpläne so zu gestalten, dass nationale und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden können.

Der 27. Deutsche Naturschutztag geht heute in Potsdam zu Ende. ‚Für uns war die Veranstaltung ein Erfolg. Dies gilt nicht nur für die große Resonanz, sondern vor allem auch für die effektive Arbeit der weit über 500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen‘, bilanzieren Klaus Hübner, DNR, und Dr, Johannes Schreiner, BBN.

2006 findet der Deutsche Naturschutztag – und damit der 100. Geburtstag des amtlichen Naturschutzes – in Bonn statt.

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Studie: Biomasse hat das Zeug zur „Nummer Eins“ der Regenerativen

Themen: Archiv — info @ 11:05

Bis 2030 könnte Bioenergie 14 Prozent des deutschen Energiebedarfs liefern

Darmstadt (agrar.de) – Windräder und Solaranlagen – das hat oft im Kopf, wer an erneuerbare Energien denkt. Das größte Potenzial bietet aber ein anderer Energieträger: die Biomasse. Sie kann bis 2030 gut 14 Prozent des deutschen Energiebedarfs decken, so viel wie Braun- und Steinkohle zusammen. Und: Klima- und Naturschutz sind dabei keine unvereinbaren Ziele. Zudem hat die Förderung erneuerbarer Energien sehr positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Es könnten bis 2030 netto über 200.000 Jobs geschaffen werden. Vor allem für den strukturschwachen ländlichen Raum bestehen hier große Chancen, mit der Bereitstellung von Bioenergie neue Beschäftigungsfelder zu erschließen. Das sind die zentralen Ergebnisse eines vom Bundesumweltministerium geförderten und vom Öko-Institut geleiteten Projektes. Die neue Studie betrachtet Chancen und Potenziale der Biomasse und ist jetzt, rechtzeitig vor der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, abgeschlossen worden.

‚Mit dem Forschungsvorhaben sollte eine nachhaltige Perspektive für eine lange bekannte, aber wenig beachtete Energieform erarbeitet werden‘, sagt Projektleiter Uwe R. Fritsche, Koordinator des Forschungsbereichs Energie & Klimaschutz im Darmstädter Büro des Öko-Instituts. Sein Forschungsteam hat dazu Stoffstromanalysen vorgenommen, eine öffentlich zugängliche Technologie-Datenbank erstellt, Zukunftsszenarien entwickelt und politische Empfehlungen formuliert. ‚Wir zeigen, dass Bioenergie künftig die Nummer eins der Regenerativen werden kann‘, sagt Fritsche. Dabei bringt Biomasse aus Abfällen und Reststoffen künftig etwa genauso viel Energie wie der nachhaltige Energiepflanzenanbau.

Eine zentrale Aufgabe des Projekts war der Entwurf von Zukunftsszenarien. Was kann Bioenergie unter verschiedenen Rahmenbedingungen leisten? Erstmals wurde eine integrierte Analyse der Entwicklungen in Forst- und Land- sowie Abfallwirtschaft unter dem Blickwinkel Nachhaltigkeit vorgenommen. Als Vergleich diente ein Referenzszenario, das heutige Trends fortschreibt. Die Empfehlungen der ExpertInnen mündeten in ein Nachhaltigkeitsszenario, das möglichst viel Bioenergie berücksichtigt, gleichzeitig aber einen starken Umwelt- und Naturschutz sowie viel Beschäftigung erlaubt. ‚Ein wesentliches Ergebnis ist, dass Klimaschutz sowie Natur- und Landschaftsschutz durch die Nutzung von Bioenergie gleichzeitig erreicht werden können und es sogar Synergien gibt‘, stellt Projektleiter Fritsche fest.

Das Forschungsprojekt zeigt: Werden die Potenziale an Rest- und Abfallstoffen sowie die Flächen zum Anbau von Energiepflanzen konsequent genutzt, so können bis 2030 16 Prozent des Stroms, zehn Prozent der Wärme und gut 15 Prozent des Treibstoffs für Autos aus Biomasse erzeugt werden. Damit lässt sich der Ausstoß an Treibhausgasen um gut 65 Prozent vermindern. Dabei werden gleichzeitig hohe Anforderungen an den Umwelt- und Naturschutz gestellt.

Voraussetzung für die Szenarien ist eine aktive Biomassepolitik. Die Projektpartner formulierten dazu eine Reihe von Empfehlungen. Die gerade vom Bundestag beschlossene Novelle zum Gesetz über erneuerbare Energien beinhaltet bereits notwendige Korrekturen, etwa bei der Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung und innovativen Technologien – in seine Ausformulierung flossen bereits Ergebnisse des Projekts ein.

Als einen befristeten Einstieg in das Biomasse-Zeitalter empfehlen die Projektpartner die Mitverbrennung in bestehenden Kohleheizkraftwerken. Stroh und Holzhackschnitzel ersetzen dort einen Teil der Kohle, und das neue Instrument des Emissionshandels macht die damit erzielbare CO2-Einsparung auch finanziell interessant. Dies ist allerdings nur eine Übergangslösung: ‚Langfristig empfehlen wir den Aufbau einer dezentralen Energieversorgung für den Biomasseeinsatz‘, sagt Uwe Fritsche. ‚Nur so können eine nachhaltige Klimapolitik erreicht und die gewünschten Beschäftigungsimpulse ausgelöst werden.‘

Im vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt ‚Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse‘ arbeiteten das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits-, Energietechnik (UMSICHT), das Institut für Energetik und Umwelt, Leipzig (IE), das Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg (IFEU), das Institut für ZukunftsEnergieSysteme, Saarbrücken (IZES), die TU Braunschweig – Institut für Geoökologie, die TU München – Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus und die TU Berlin – Institut für Landschafts- und Umweltplanung unter Leitung des Öko-Instituts als wissenschaftliche Projektpartner zusammen.

Die Projektergebnisse liefert die Broschüre ‚Bioenergie – Nachwuchs für Deutschland‚, die kostenlos im Internet heruntergeladen werden kann. Dort ist auch der vollständige Endbericht veröffentlicht. In der gedruckten Version ist die Broschüre über das BMU (E-Mail) erhältlich.

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SPD: CDU/CSU und FDP hauen die Landwirte in die Pfanne

Themen: Archiv — info @ 10:05

Berlin (agrar.de) – Zur Verabschiedung des Koalitionsantrags ‚Wahlfreiheit für die Landwirte durch Reinheit des Saatgutes sicherstellen‘ erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin:

‚Der Bundestag hat mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen den Antrag ‚Wahlfreiheit für die Landwirte durch Reinheit des Saatgutes sicherstellen‘ angenommen.

Dieser Antrag legt fest, dass auch bei der Kennzeichnung von Saatgut die Verwendung von genveränderten Bestandteilen ab der technischen Nachweisgrenze deklariert werden muss.

Das allein schafft die Voraussetzungen für die nötige Transparenz und Wahlfreiheit für Landwirte: Was drin ist, muss draufstehen und was nicht draufsteht, darf nicht drin sein.

CDU/CSU und FDP haben wieder einmal diese Grundsätze verlassen. Sie reden von Koexistenz und Wahlfreiheit – stimmen aber dagegen, wenn es darauf ankommt, sie durchzusetzen.

Alle wissen: Saatgut steht am Anfang der Nahrungskette. Nur ein an der technischen Nachweisgrenze orientierter Schwellenwert für die Kennzeichnungspflicht kann Wahlfreiheit sichern.

Das hatte auch die große Mehrheit der Agrarminister der Länder erkannt und auf der Agrarministerkonferenz in Rostock im September 2003 genau dies beschlossen.

Mit ihrem gestrigen Abstimmungsverhalten haben die Oppositionsparteien CDU/CSU und FDP wieder einmal ein Zeugnis ihrer Unglaubwürdigkeit abgelegt: Die Interessen der Bauern und der Verbraucher werden den Interessen einiger großer Agrarkonzerne geopfert. ‚Verbraucherschutz‘, ‚Wahlfreiheit‘ und ‚Koexistenz‘ – all das sind für diese Parteien nur leere Worthülsen.

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SPD: Landwirte sollen sich am Markt ausrichten können

Themen: Archiv — info @ 10:05

Berlin (agrar.de) – Zur Debatte um den Agrarbericht 2004 und die Verabschiedung des Betriebsprämiendurchführungsgesetzes erklären die stellvertretenden Sprecherinnen der AG Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Jella Teuchner und Waltraud Wolff:

‚Es ist dringend erforderlich, dass die landwirtschaftliche Produktion endlich der unternehmerischen Freiheit unterliegt. Nur ein Unternehmer, der sich den tatsächlichen Marktgegebenheiten anpassen kann, hat reale Chancen. Der Agrarbericht zeigt deutlich, dass es neben der Witterung gerade die schwachen Märkte waren, die den Landwirten die Bilanz verhagelt haben. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die den Landwirten die Freiheit gibt, auf die Entwicklungen der Märkte zu reagieren. Die EU-Agrarreform schafft dafür die Voraussetzungen.

Bund und Länder müssen gemeinsam die Chancen der Agrarreform nutzen. Am Freitag wird der Vermittlungsausschuss zur Agrarreform tagen. Der Versuch zu blockieren und möglichst wenig zu ändern schadet Landwirten. Es ist wichtig, dass ab 2005 eine marktorientierte landwirtschaftliche Produktion möglich wird!

Wir appellieren deswegen an die Länder: Lassen sie uns gemeinsam die Chance der Agrarreform nutzen, unseren Bauern auch in der Zukunft ein einträgliches Wirtschaften zu ermöglichen.‘

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema %url4%Agrarpolitik%/%.

27. Mai 2004

DBV: Bei Cross Compliance am EU-Standard orientieren

Themen: Archiv — info @ 16:05

Kritik an vorgesehenen nationalen Verschärfungen

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in einer Anhörung über die Verordnung zur Umsetzung von Cross Compliance davor gewarnt, durch die ‚Hintertür zusätzliche fachliche Standards im Umweltschutz festzuschreiben‘. Für die Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand müsse das jeweilige Fachrecht bzw. die gute fachliche Praxis gelten. Eine derzeit vorgesehene kostenträchtige Verschärfung der guten fachlichen Praxis durch Cross Compliance stehe dem Ziel der Entkopplung der Direktzahlungen bei der nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform entgegen, die globale Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu verbessern, kritisiert der DBV.

Des weiteren appelliert der DBV an Bund und Länder, in dem weiteren parlamentarischen Entscheidungsprozess mit den Cross Compliance-Bestimmungen keine weiteren Wettbewerbsverzerrungen zu anderen EU-Staaten aufzubauen, die die deutsche Landwirtschaft schwächen würden. Deutschland sollte sich bei der nationalen Umsetzung am EU-Standard orientieren und nicht über eine 1:1-Umsetzung hinausgehen. Im Verordnungsentwurf setzt sich die Bundesregierung jedoch erkennbar über diesen Gleichklang mit dem EU-Recht hinweg, genauso wie über Äußerungen der Agrarminister der Bundesländer, die sich bereits deutlich gegen zusätzliche Belastungen der Landwirte durch Cross Compliance ausgesprochen haben. Deshalb hat der DBV auf der Anhörung erneut in sehr deutlicher Form eine Verschärfung der guten fachlichen Praxis abgelehnt. Andernfalls würden bisher anerkannte Agrarumweltprogramme gefährdet, da gesetzliche Standards nicht mehr von der EU gefördert werden. Gerade im umweltschonenden Ackerbau mit ganzjähriger Bodenbedeckung oder Mulchsaat im Rahmen der Fruchtfolgegestaltung oder in der Kulturlandschaftspflege wären die Agrarumweltprogramme Gewinn und Fortschritt. Dies würde die Bundesregierung durch Anhebung der gesetzlichen Standards aufs Spiel setzen. Darüber hinaus hat der DBV bei der Umsetzung von Cross Compliance einfache, praktikable und nachvollziehbare Regelungen gefordert, um den bürokratischen Aufwand nicht weiter zu erhöhen sowie den Kontrollaufwand zu minimieren.

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Landwirte düngen sparsamer

Themen: Archiv — info @ 15:05

Nährstoffaufwand je Hektar gesunken – Wirtschaftliche Lage prägte den Düngerabsatz

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Landwirte greifen immer sparsamer in den Düngesack. Sie haben ihre Nachfrage nach Stickstoff, Phosphat und Kali im Wirtschaftsjahr 2002/03 (1.7. bis 30.6.) gegenüber den Gaben in 1999/00 erheblich eingeschränkt, zitiert der Landvolk-Pressedienst Daten des Industrieverbandes Agrar (IVA).

Brachten die Landwirte 1999/00 noch 117 Kilogramm (kg) Stickstoff je Hektar (ha) Landfläche aus, reichten im vergangenen Jahr 105 kg/ha. Um fast ein Viertel zurückgegangen ist der Phosphatverbrauch von 25 kg/ha auf nur noch 19 kg in 2001/02. Fast ebenso deutlich haben die Landwirte ihre Kaligaben reduziert, und zwar von 35 kg/ha auf 28 kg/ha. Auch beim Grunddüngemittel Kalk waren die Bauern im vergangenen Jahr sparsam, die Gaben reduzierten sich im Schnitt um 21 kg auf 115 kg/ha. Die Zurückhaltung bei der Ausbringung von Mineraldüngern ist jedoch kein neues Phänomen, bereits seit Anfang der neunziger Jahre düngen die Landwirte immer sparsamer. 1991/92 verbrauchten die Landwirte in den alten Bundesländern beispielsweise noch durchschnittlich 114 kg/ha Stickstoff, 37 kg/ha Phosphat und 53 kg/ha Kali. Damals lag allerdings die Kalkgabe mit 104 kg/ha noch niedriger als heute.

Generell passen die Landwirte heute die Art und Menge des Düngers gezielt an den Bedarf der Pflanzen in Abhängigkeit vom Bodenvorrat an. Neue Verfahren ermöglichen es dabei, die Zufuhr mineralischer Düngemittel gezielt zu steuern, um sowohl die Umwelt als auch den eigenen Geldbeutel zu schonen. So sind seit einiger Zeit schwefelhaltige Dünger besonderes gefragt, da dieser für die Pflanzen wichtige Nähstoff kaum noch aus der Atmosphäre in den Boden gelangt und daher gezielt zugeführt werden muss. Zusätzlich berücksichtigen die Landwirte die Nährstoffe aus organischen Düngern, wie Stallmist und Gülle, bei der Bedarfsermittlung stärker als früher. Häufig ist jedoch die Witterung entscheidend. Nach den Nässeschäden in der Ernte 2002 behinderte auch der starke Regen bei der anschließenden Herbstbestellung die termingerechte Düngung. Bei vielen Landwirten führten die Ernteausfälle in 2003 und die Verunsicherung durch die agrarpolischen Signale dazu, dass sie Investitionen zurück hielten und insgesamt weniger Vorleistungen, und dabei insbesondere den Grunddünger Kali und Kalk, nachfragten. Der Absatz sank gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent. Die zu sparsame Düngung entspricht jedoch nicht mehr der guten fachlichen Praxis, da sie die Bodenfruchtbarkeit gefährdet.

Links zum Thema Düngung.

High-Tech auf dem Bauernhof: Drei von vier Landwirten besitzen einen PC

Themen: Archiv — info @ 14:05

Wiesbaden (agrar.de) – Drei von vier Landwirten besitzen einen PC, so die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003 des Statistischen Bundesamtes. Damit liegen die Landwirte zwar über dem Bundesdurchschnitt aller privaten Haushalte von 61 Prozent, aber unter dem von anderen Selbstständigenhaushalten (86 Prozent).

Ähnlich verhält es sich bei der Ausstattung mit anderen Informations- und Kommunikationstechnologien: 62 Prozent der Haushalte von Landwirten haben einen Internetzugang; bei den Haushalten insgesamt sind es 46 Prozent; bei den Gewerbetreibenden und Freiberuflern 73 Prozent. Was Handys betrifft, liegt der Ausstattungsgrad bei den Landwirten mit 78 Prozent um 5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller Haushalte (73 Prozent), aber um 10 Prozentpunkte unter dem von Gewerbetreibenden und Freiberuflern (88 Prozent).

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003 bietet darüber hinaus weitere Informationen zur Lebenssituation der Landwirte, u.a. zu den Wohnverhältnissen: So leben in Haushalten von Landwirten zum überwiegenden Teil (60 Prozent) vier und mehr Personen (Haushalte insgesamt: 15 Prozent). Entsprechend hoch war Anfang 2003 auch deren durchschnittliche Wohnfläche. Mit 165 qm (Bundesdurchschnitt: 92 qm) war sie bei Landwirten deutlich größer als bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern mit 118 qm, bei denen es sich zu 54 Prozent um Ein- und Zweipersonenhaushalte handelt, aber nur zu 27 Prozent um Haushalte von vier und mehr Personen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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