07. April 2004

Eierproduktion in Sachsen rückläufig

Themen: Archiv — info @ 10:04

Dresden (agrar.de) – Die Produktion von Eiern ist 2003 in Sachsen erstmalig seit 1998 rückläufig. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden in den 32 sächsischen Legehennenbetrieben mit 3.000 und mehr Legehennenplätzen 950,3 Millionen Eier erzeugt. Das sind 68,9 Millionen Eier (knapp sieben Prozent) weniger als im Vorjahr. Dabei hat sich die jährliche Legeleistung pro Henne im Vergleich zum Vorjahr um vier auf 304 Eier erhöht.

Je Kopf der sächsischen Bevölkerung wurden im Lande 219 Eier produziert. Dies sind zwei Eier mehr als der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch des Jahres 2002.

Mit 420,3 Millionen Eiern kamen rund 44 Prozent der Erzeugung aus dem Regierungsbezirk Chemnitz. Im Regierungsbezirk Leipzig betrug die Produktion 281,3 Millionen und weitere 248,7 Millionen steuerte der Regierungsbezirk Dresden bei.

Im Jahresdurchschnitt wurden in Sachsen 3,1 Millionen Legehennen gehalten. Dies sind 276.000 Legehennen bzw. acht Prozent weniger als im Vorjahr. Die im Jahresmittel vorhandenen 3,7 Millionen Haltungsplätze wurden zu gut 84 Prozent ausgelastet – 2002 betrug die Auslastung 87 Prozent.

Diese Angaben berücksichtigen nur die Produktion von Großbetrieben, die 32 Eierproduzenten mit 3.000 und mehr Plätzen. Legehennen sind jedoch auch in einer Vielzahl sonstiger landwirtschaftlicher Betriebe anzutreffen. So wurden im Mai 2003 in weiteren 2.643 Betrieben Legehennen gehalten. Die Eierproduktion dieser Erzeuger wird jedoch nicht statistisch erfasst.

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06. April 2004

Thüringen: 2003 legte jede Henne durchschnittlich 300 Eier

Themen: Archiv — info @ 16:04

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen haben sich 20 Betriebe mit 3 000 und mehr Haltungsplätzen auf die Legehennenhaltung spezialisiert. In diesen Betrieben wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.645 Tausend Tiere gehalten und 493.039 Tausend Eier erzeugt.

Im Jahr 2003 gab es fast 105 Tausend Legehennen (- 6,0 Prozent) weniger als im Jahr 2002. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik sank damit die Eiererzeugung innerhalb einen Jahres um 29.505 Tausend Eier (- 5,6 Prozent). Demgegenüber stieg die Leistung der Legehennen im Jahr 2003 leicht an. Jede Henne legte mit einer Jahresleistung von 299,8 Eiern ein Ei mehr als im Jahr zuvor. Weniger Legehennen und eine geringere Eiererzeugung waren letztmalig im Jahr 1997 zu verzeichnen.

In den Legehennenhaltungsbetrieben wurden im vergangenen Jahr je Einwohner Thüringens 207 Eier produziert. Dieses Ergebnis liegt leicht unter dem für Deutschland geschätzten Pro-Kopf-Verbrauch von 214 Eiern.

Für den Osterbedarf dürfte jedoch gut vorgesorgt sein. Im Januar 2004 legte jede Henne 24 Eier, was einer Gesamterzeugung von 39,6 Millionen Eiern entsprach. Durch das Schaltjahr haben die Legehennen einen Tag mehr zur Verfügung, um genügend Eier bis zum Osterfest zu legen. Bei einer Tagesleistung von 0,8 Eiern je Henne könnten somit rund 1,4 Millionen Eier zusätzlich von Meister Lampe versteckt werden.

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Brandenburg: Fast 7.600 Kilogramm Milch je Kuh

Themen: Archiv,Milch — info @ 16:04

Potsdam (agrar.de) – Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, wurde mit einer durchschnittlichen Milchproduktion von 7.582 Kilogramm je Kuh der bisher erreichte Höchstwert von 7.338 Kilogramm aus dem Jahr 2002 um 244 Kilogramm erneut übertroffen (+ 3,3 Prozent). Insgesamt wurden fast 1,37 Millionen Tonnen Kuhmilch erzeugt.

In allen Landkreisen sowie dem Stadtkreis Frankfurt (Oder) wurden mehr als 7.000 Kilogramm je Kuh erreicht. Wie schon im Vorjahr erzielte der Landkreis Oder-Spree mit 7.931 Kilogramm je Kuh das höchste Ergebnis aller Kreise des Landes Brandenburg.

Seit 1991 ist die durch die Milchquotenregelung auch in Brandenburg begrenzte Milcherzeugung nur um ca. 12 Prozent gestiegen, die Milchleistung je Kuh aber um fast 75 Prozent. Der durchschnittliche Milchkuhbestand ging um fast 36 Prozent zurück (2003: 180.074 Tiere).

95,9 Prozent (ca. 1,31 Millionen Tonnen) der im Jahr 2003 erzeugten Milchmenge wurden an Molkereien und Händler abgeliefert. Diese Milch wird weiterverarbeitet zu Trinkmilch, Käse, Butter, Joghurt und anderen milchtypischen Erzeugnissen. Der überwiegende Teil der dort nicht angebotenen Milch wurde in den Agrarbetrieben in der Kälberaufzucht verfüttert. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Anteil von 44.599 Tonnen auf etwa 53.554 Tonnen erhöht. Eine geringe Menge von 2.950 Tonnen wurde unmittelbar in den Erzeugerbetrieben verarbeitet oder direkt vermarktet. Damit spielt die Direktvermarktung in Brandenburg nur eine untergeordnete Rolle.

Von der insgesamt abgelieferten Milchmenge wurden 58,6 Prozent an die Molkereien des Landes Brandenburg geliefert. Fast 542.400 Tonnen Milch gaben die Landwirte an Molkereien in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ab. Die Molkereien von Brandenburg erhielten aber zusätzlich etwa 180.000 Tonnen Milch aus Bundesländern wie zum Beispiel Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

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Hessen: 282 Eier je Legehenne und Jahr

Themen: Hessen,Statistik,Tierbestände — info @ 16:04

Wiesbaden (agrar.de) – Im Jahresdurchschnitt 2003 legten die rund 1,15 Millionen Legehennen in den hessischen Betrieben mit mehr als 3000 Hennenhaltungsplätzen 326 Millionen Eier. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, legte somit jede Henne im vergangenen Jahr durchschnittlich 282 Eier. Die hessische Eiererzeugung verringerte sich zum Vorjahr um acht Prozent oder 29,4 Millionen.

Bei rund 86 Prozent der Haltungskapazitäten handelte es sich um Käfigbatterien. Auf Grund des Verbots der Legehennenhaltung in Käfigbatterien in naher Zukunft ist jedoch eine stetige Abnahme dieser Haltungsform zu erkennen. Während im Jahr 2000 noch 90 Prozent der Tiere in dieser Form gehalten wurden, waren es ein Jahr später 89 Prozent und im Jahr 2002 noch 87 Prozent. Zweithäufigste Haltungsform ist die Bodenhaltung, gefolgt von Volieren- und Freilandhaltung.

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Mehr als 500 Bauern demonstrieren vor Tengelmann-Zentrale

Themen: Archiv — info @ 14:04

Mühlheim (agrar.de) – Mehr als 500 Milchbauern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben heute vor der Hauptverwaltung der Unternehmensgruppe Tengelmann in Mülheim an der Ruhr demonstriert. Ihr Protest richtet sich gegen niedrige Milchpreise und die Existenz gefährdende Preispolitik der Lebensmittel-Discounter. Zur Tengelmann-Gruppe gehört unter anderem der Discounter ‚Plus‘.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, ist die Demonstration der Landwirte vor der Tengelmann-Zentrale Teil einer Reihe von bundesweiten Bauernprotesten gegen niedrige Milchpreise und Preisdumping. In den vergangenen zwei Wochen hatten nordrhein-westfälische Bauern bereits vor den Zentralen der Metro in Düsseldorf und Aldi-Nord in Essen demonstriert.

Hintergrund der Aktionen sind die zurzeit laufenden Preisverhandlungen zwischen Molkereien und Handel. Die Bauern werfen dem Handel vor, die Preise erneut zu drücken und so den Kampf um Marktanteile auf ihrem Rücken auszutragen. Nach Angaben des RLV ist der Milchpreis mit rund 27 Cent pro Liter Milch bereits auf den niedrigsten Stand seit mehr als 25 Jahren gefallen, obwohl die Landwirte erheblich in Qualitätsverbesserung und Produktsicherheit investiert haben. Bei durchschnittlichen Produktionskosten von etwa 30 Cent können die Landwirte die Milch nicht mehr kostendeckend erzeugen.

‚Schnäppchenangebote für hochwertige und mit harter Arbeit produzierte Milch zu Preisen unterhalb des Dosenpfands sind unmoralisch‘, sagte der Präsident des RLV, Friedhelm Decker, anlässlich der Protestveranstaltung. Überall werde Milch als ausgezeichnetes Nahrungsmittel hervorgehoben. Wenn es aber um die Bezahlung gehe, werde das Produkt wie Ramschware behandelt. Er appellierte an den Handel, endlich seiner Verantwortung gerecht zu werden und die immense Wertevernichtung bei Lebensmitteln durch Dumpingpreise zu beenden. ‚Geiz ist nicht geil‘, sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Leo Blum, gegenüber den versammelten Landwirten. Er betonte, die Bauern produzierten keinen Ramsch, sondern hochwertige Produkte zu hohen Standards.

Die demonstrierenden Bauern forderten den gesamten Lebensmitteleinzelhandel in einer Resolution auf, der Milch- und Ernährungswirtschaft endlich ein fairer Partner zu sein. Die wertevernichtende Preisdruckpolitik müsse endlich beendet werden, so die klare Forderung der Landwirte. Nach Ansicht der Bauern sind durch den Preiskampf der letzten Jahre nicht nur tausende Existenzen von Milcherzeugern und deren Familien bedroht. Gefährdet sind auch viele tausend Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich. Nicht zuletzt steht der Erhalt der Kulturlandschaft auf dem Spiel.

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DRV-Kundenbefragung im Internet: Hohe Sympathiewerte und großes Vertrauen

Themen: Archiv — info @ 10:04

Bonn (agrar.de) – Sympathisch, vertrauenswürdig, leistungsfähig, service-orientiert und kompetent – so sieht die überwiegende Mehrheit der Landwirte ihre Warengenossenschaften. Das ergab eine Kundenbefragung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), die erstmals im Internet durchgeführt wurde. Eindeutiges Ergebnis: Die Landwirte schätzen den genossenschaftlichen Agrarhandel als verlässlichen Partner. Sie stufen deren Leistungsfähigkeit höher ein als die der Wettbewerber.

Die Online-Befragung ergab auch, dass nach wie vor der persönliche Kontakt zwischen Landwirt und Genossenschaft über Telefon und Außendienst den Informationsaustausch bestimmen. Großes Potenzial sieht die Mehrzahl der Befragten in der Abwicklung von Geschäftskontakten über das Internet. Dies umfasst Informationen über das Produktsortiment, den Einkauf von Betriebsmitteln und den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Insgesamt wurden 1.398 Antworten ausgewertet. Abgesichert wurde die Online-Befragung durch 200 Telefon-Interviews. Das Durchschnittsalter der Befragten beträgt 40 Jahre; sie leiten einen Betrieb von 131 ha LF und verfügen über eine hervorragende Ausbildung. 87 Prozent gaben an, Mitglied einer Warengenossenschaft zu sein.

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02. April 2004

Höfken zum Gentechnik-Gesetz: Bundesrat entscheidet gegen den Willen der Verbraucher

Themen: Gentechnik,Haftung,Mais — info @ 16:04

Berlin (agrar.de) – Zu der Entscheidung des Bundesrats zum Gentechnik-Gesetz und zum so genannten Durchführungsgesetz der EU-Kennzeichnungsvorschriften erklärt Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Es ist erschütternd, wie einseitig sich der Bundesrat heute für die Gentechnik-Industrie und gegen die Verbraucher ausgesprochen hat. Die CDU/CSU und FDP setzen sich mit ihrer Strategie der Blockade und Verzögerung durch und nehmen durch fahrlässige Verhinderung von Schutzmaßnahmen bewusst die Kontamination in Kauf. Auf den Punkt gebracht bedeuten die Vorschläge des Bundesrates zum Gentechnik-Gesetz: eine verwässerte Haftungsregelung, keine verbindliche gute fachliche Praxis, kein Schutz ökologischer Gebiete – und obendrein sollen auch noch die Verbraucher, die mit großer Mehrheit kein Gen-Food wollen, mit ihren Steuergeldern für die Risiken bezahlen.

Die ‚Streichliste‘ des Bundesrates zeigt, dass sich die Interessen der unionsgeführten Länder eins zu eins durchgesetzt haben. Während die CDU/CSU großspurige Reden hält über ‚Transparenz‘ und ‚Wahlfreiheit‘, sorgt sie im Bundesrat dafür, dass Verbrauchern vom Acker bis zum Teller das Recht auf gentechnikfreie Lebensmittel genommen werden soll.

Das ist mit uns nicht zu machen. Wenn das Gentechnik-Gesetz in einigen Wochen dem Bundestag vorgelegt wird, werden wir uns dafür einsetzen, dass im Gentechnik-Gesetz der Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft gewährleistet bleibt. Dafür ist die von Verbraucherministerin Renate Künast im Gentechnik-Gesetz verankerte Haftungsregelung eine der wesentlichsten Voraussetzungen. Wir werden im parlamentarischen Verfahren darum kämpfen, dass die Haftungsregelung nicht verwässert und zu einer ‚leeren Hülle‘ wird.

Wir wollen, dass die Landwirte, die einen Schaden durch Verunreinigung zum Beispiel mit Gen-Pollen haben, diesen auch ersetzt bekommen und die Möglichkeit haben, ihren Schaden nachzuweisen. Der Bundesrat will die ‚gesamtschuldnerische Haftung‘ streichen. Für den geschädigten Landwirt würde das bedeuten, er müsste heimlich auf den Feldern seiner Nachbarn herumschnüffeln um herauszufinden, von wem die Gen-Verunreinigung stammt. Und wenn seine Nachbarn alle denselben Gen-Mais anbauen, hat der geschädigte Landwirt überhaupt keine Chance mehr, einen Schadensausgleich zu bekommen.

Neben der Streichliste zum Gentechnik-Gesetz hat der Bundesrat heute noch bei einem weiteren Gesetz gegen den Schutz der Verbraucherinteressen gestimmt: Er verzögert das In-Kraft-Treten des so genannten ‚Durchführungsgesetzes‘ zu den neuen EU-Kennzeichnungsregelungen, indem er das Gesetz an den Vermittlungsausschuss überwiesen hat. Damit produziert der Bundesrat Chaos und Rechtsunsicherheit bei Verbrauchern. Denn die neuen Kennzeichnungsregeln, die am 18. April 2004 in allen EU-Ländern und damit auch in Deutschland gültig sind, bleiben bei Verstoß nun noch so lange ohne Sanktionsmöglichkeiten, bis der Vermittlungsausschuss des Bundesrates getagt hat.‘

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Anzahl der BSE-Fälle sinkt

Themen: Archiv — info @ 14:04

DBV: Testalter heraufsetzen

Berlin (agrar.de) – Drei Jahre nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland und über 8 Millionen BSE-Tests später zieht der Deutsche Bauernverband (DBV) Bilanz in einer aktuellen Mitteilung:

Ein deutlicher Rückgang der Fälle pro Jahr ist zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in diesem Jahr fast die Hälfte weniger BSE-positive Rinder gefunden. Im Verhältnis zu den insgesamt 292 BSE-Fällen in den letzten drei Jahren (Stand: 1.12.03) entspricht dies einer Rate von 0,004 Prozent. Die BSE-Fälle bei den gesundgeschlachteten Tieren liegen mit 0,0008 Prozent (Jahr 2003) wesentlich darunter. Dies bedeutet, dass Tiere, die mit Krankheitssymptomen geschlachtet worden sind, fast zwei Drittel der bestätigten Fälle ausmachen.

Bestätigte BSE-Fälle in Deutschland 2000 7 2001 125 2002 106 2003 54 Gesamt 292

BSE-Tests werden in Deutschland – übrigens auch in Frankreich – ab einem Alter von 24 Monaten durchgeführt. EU-weit verpflichtend ist der Test erst ab 30 Monaten. Außerdem werden alle not- und krankgeschlachteten Rinder getestet. Bisher sind zwei BSE-Fälle in Deutschland bekannt, in dem ein Rind jünger als 30 Monate war. Dabei handelte es sich um gefallene bzw. verendete Tiere. Der überwiegende Teil der positiven Tiere ist über fünf Jahre und das Alter der positiv auffallenden Tiere steigt an. Diese Erfahrungen bestätigen auch die Untersuchungsergebnisse der anderen europäischen Länder.

Testalter auf 30 Monate anheben

Das BSE-Testalter könnte also in Deutschland auf 30 Monate heraufgesetzt werden, ohne den Verbraucherschutz zu gefährden. Nicht unerheblicher Vorteil für die Landwirtschaft wäre, dass immense Testkosten eingespart werden könnten. Bei einem durchschnittlich Preis von 35 Euro pro Test entstanden bisher ca. 283 Millionen Euro Kosten. Abzuziehen sind die EU-Beihilfen, die von ursprünglich 15 Euro nun im kommenden Jahr auf 8,50 Euro eingedampft und die nur für die Tests bei Rindern über 30 Monate gezahlt werden. Im September 2003 forderte deshalb auch der Bundesrat das Testalter für Rinder auf das EU-Niveau anzuheben. Vergeblich! Die Bundesregierung lehnt dies rigoros ab.

Die Schutzmaßnahmen greifen

Bei allen Schlachttieren werden die BSE-Risikomaterialien wie Gehirn und Rückenmark entfernt. Die Liste dieser zu vernichtenden Schlachtteile wird stetig wissenschaftlich überprüft. In Deutschland besteht zudem ein absolutes Fütterungsverbot von Tiermehlen, d.h. für tierische Fette und Proteine. EU-weit können allerdings Tierfette verfüttert werden. Seit dem September diesen Jahres erlaubt die EU wieder das Verfüttern von hydrolisiertem Protein sowie aus Knochen gewonnene Phosphate von Nichtwiederkäuern an Nichtwiederkäuer. Die Bundesregierung ist nicht bereit dieser sinnvollen Anpassung des Verfütterungsverbotes zu folgen und sorgt damit für weitere erhebliche Wettbewerbsverzerrungen.

Wissenschaftlicher Stand

Viel Geld ist in die Hand genommen worden, um mehr Licht in das Dunkel zu bringen. Das neu eingerichtete TSE-Forschungszentrum führt umfangreiche BSE-Infektionsversuche durch, um neue Erkenntnisse über die Entstehung und Ausbreitung der Krankheit im Körper des Rindes zu erfahren. Auch die Fallzahlentwicklung, die geografische Verbreitung, die Verteilung auf die Geburtengänge und vieles mehr wird akribisch untersucht und ausgewertet. Fieberhaft wird nach einer Testmöglichkeit am lebenden Tier gesucht. Doch für die Landwirtschaft bahnbrechende Ergebnisse sind bisher leider nicht zu verzeichnen.

Fazit

Die Bekämpfungsmaßnahmen greifen, wie die rückläufige Anzahl der BSE-Fälle zeigt. Das BSE-Testalter unter 30 Monate leistet keine zusätzliche Sicherheit für den Verbraucher. Aus diesem Grunde fordert der Deutsche Bauernverband, dass sich die Bundesregierung an dem europäischen Sicherheitsstandard orientiert. Das heißt, Heraufsetzen des Testalters auf 30 Monate und Anpassung der Verfütterungsverbote von tierischen Fetten und Eiweißen.

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Käfighaltung von Hennen hat 2003 abgenommen

Themen: Archiv — info @ 14:04

Wiesbaden (agrar.de) – Die rund 1.200 Betriebe von Unternehmen mit mehr als 3.000 Hennenhaltungsplätzen in Deutschland erzeugten 2003 rund 9,35 Mrd. Eier. Das waren 5,9 Prozent weniger als 2002. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatten diese Betriebe zum 1. Dezember 2003 insgesamt Platz für gut 38 Mill. Hennen, 80,8 Prozent davon in Käfighaltung, 9,4 Prozent in Bodenhaltung und 9,8 Prozent in Freilandhaltung.

Im Vergleich zum Vorjahr sank 2003 die Zahl der Hennenhaltungsplätze um 5,6 Prozent, das sind 2.247.800 Plätze weniger. Am stärksten schrumpfte die Käfighaltung mit 9,1 Prozent oder 3.085.600 Plätzen. Die Plätze für Hennen in Bodenhaltung haben dagegen um 612.200 zugenommen, das sind 20,6 Prozent mehr. Der Zuwachs in der Freilandhaltung lag bei 225.600 Plätzen, ein Plus von 6,5 Prozent.

Die meisten Hennenhaltungsplätze – 53,8 Prozent – sind in Betrieben mit Platz für mehr als 100.000 Hennen. Bei der Käfighaltung beträgt dieser Anteil 58,2 Prozent, bei der Bodenhaltung 31,5 Prozent und bei der Freilandhaltung 38,7 Prozent.

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Bioland: Union gegen die Interessen von Verbraucher und Landwirtschaft

Themen: Gentechnik,Haftung — info @ 14:04

Mainz (agrar.de) – Gegen alle Versprechungen, auch in Zukunft die Erzeugung von gentechnikfreien Lebensmitteln zu ermöglichen, soll diese Wahlfreiheit abgeschafft werden, wenn es nach dem Willen von CDU und CSU geht. Dies zeige nach Angaben des Bioland-Bundesverbandes die Stellungnahme mehrerer Bundestagsausschüsse zum Entwurf des Bundeskabinetts zur Novellierung des Gentechnikgesetzes. Der Entwurf wird in der heutigen Sitzung des Bundesrates vorgestellt. ‚Die Unionsparteien kämpfen offensiv gegen die mehrheitlichen Interessen aller Verbraucher und Bauern‘, kritisiert der Bioland-Vorsitzende Thomas Dosch die Vorschläge der Unionsländer.

Bioland warnt vor den Änderungen, die die unionsregierten Länder über ihre Mehrheit im Bundesrat durchsetzen wollen. Der vorgesehene Verzicht auf strenge Haftungs- und Transparenzvorschriften gefährde die von Bundesregierung und Unionsparteien versprochene Wahlfreiheit für Konsumenten und Landwirte. Der Verzicht auf Regeln und konkrete Auflagen für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen würde auch dazu führen, dass in kurzer Zeit nahezu alle in Deutschland erzeugten Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen belastet seien. Auch Felder von Biobetrieben wären dadurch vor Verunreinigungen nicht mehr sicher und letztendlich die Existenz aller Erzeuger- und Verarbeitungsunternehmen gefährdet, die ohne Gentechnik wirtschaften wollen. Mit den fehlenden gesetzlichen Vorgaben zur sogenannten ‚guten fachlichen Praxis‘ und unzureichenden Haftungsregelungen wären Landwirte, die auf Gentech-Anbau umstellen wollen, völlig aus der Verantwortung entlassen. Entstehen im Schadensfall Ausgleichsansprüche für Geschädigte, soll nach dem Willen der Unionsländer der Steuerzahler über einen mit Steuermitteln gefütterten Haftungsfond zur Kasse gebeten werden. ‚Risiken der Gentech-Industrie sollen verstaatlicht werden, Gewinne streicht die Industrie ein‘, befürchtet Thomas Dosch.

Würden CDU/CSU bei ihren Vorschlägen bleiben und den Entwurf des Bundeskabinetts über den Bundesrat zum scheitern bringen, wären alle Ansätze für eine mögliche Koexistenz von Gentechnik-, Nicht-Gentechniklandwirtschaft und Biolandbau zerstört. Deshalb fordert der Bioland-Vorsitzende Dosch im Namen des Biolandbaus konsequente Regeln, die sowohl für Lebensmittelerzeuger und -verarbeiter als auch für Konsumenten Wahlfreiheit, Markt- und Rechtssicherheit bieten. Der vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf würde, in Verbindung mit den noch ausstehenden Praxisvorschriften im Falle des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen, dazu erste, wenn auch verbesserungswürdige Ansätze bieten.

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