30. April 2004

FDP: Trittin und Künast müssen “ Bauernspione “ stoppen

Themen: Archiv — info @ 16:04

Berlin (agrar.de) – Zur Beratung des FDP-Antrages ‚Bauernspione‘ im Deutschen Bundestag erklären der agrarpolitische Sprecher, Hans-Michael Goldmann, und die Pflanzenschutzexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Jetzt müssen die Bundesminister Künast und Trittin endlich Farbe bekennen. In der kommenden Woche wird der FDP-Antrag zum ‚Stopp der Bauernspione‘ in erster Lesung im Deutschen Bundestag debattiert. Es ist skandalös, dass trotz der massiven Proteste der FDP die Bundesregierung weiter an dem völlig verfehlten Ansatz festhalten möchte. Erst vor wenigen Tagen hat die Bundesregierung leider erneut auf Anfrage der FDP bestätigt, dass das Projekt ‚Bauernspione‘ in leicht abgewandelter Form weitergeführt wird. Wie dies konkret aussehen soll, verschweigen Minister Künast und Trittin sowie UBA-Präsident Troge weiterhin.

Dadurch verhärtet sich der erste Eindruck, dass Rot-Grün und das Umweltbundesamt (UBA) aus dem selbstverschuldeten Skandal nichts, aber auch gar nichts gelernt haben. Es bleibt dabei: Die ‚verdeckte Feldbeobachtung‘ erweckt den falschen Eindruck, dass Landwirte sich kriminell verhalten. Eine ‚verdeckte Feldermittlung‘ wird daher im FDP-Antrag abgelehnt. Es ist kein legitimes Mittel der Kontrolle des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert in ihrem Antrag weiter das UBA nochmals nachdrücklich auf, das Projekt zur ‚verdeckten Feldbeobachtung‘ unverzüglich zu stoppen und aufzugeben.

Die zuständigen Minister Künast und Trittin müssen sich unverzüglich und eindeutig von dem UBA-Pojekt distanzieren, um weiteren Schaden für die heimischen Land- und Forstwirte und das UBA abzuwenden. Es ist für die FDP völlig inakzeptabel, dass das Projekt ‚Bauernspione‘ – in welcher Form auch immer – fortgesetzt wird, so als ob nichts vorgefallen wäre. Der Schaden für die Landwirtschaft und das UBA ist bereits heute so groß, so dass diesem unsäglichen Treiben endlich ein Ende gemacht werden muss.‘

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Biodiesel: Vom Nischenprodukt zum Marktsegment

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 14:04

UFOP informierte über Biodieselproduktion und -vermarktung

Magdeburg (agrar.de) – Mehr als die Hälfte des in Deutschland auf 1,2 Millionen Hektar angebauten Rapses dient den mittlerweile 24 Biodieselfabriken zur Herstellung von Rapsölmethylester, besser bekannt als Biodiesel. Nach Mitteilung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) stellte die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) auf einer Veranstaltung für Fachjournalisten der Auto- und Motorenbranche im Bio-Ölwerk Magdeburg die aktuelle Situation zur Biodieselherstellung und Vermarktung vor. Das Ölwerk ist mit einer Jahreskapazität von 60.000 Tonnen im Mittelfeld der deutschen Biodieselproduzenten angesiedelt.

Die im Bio-Ölwerk Magdeburg durchgeführte Umesterung macht aus dem einfachen Rapsöl einen hochwertigen Dieselkraftstoff, der sich durch sehr gute technische und ökologische Eigenschaften auszeichnet. Lediglich seine Lösungsmitteleigenschaften erfordern den Einsatz von lösungsmittelbeständigen Dichtungen und Leitungsmaterialien im Kraftstoffsystem der mit Biodiesel betriebenen Fahrzeuge. Trotz eines in der Praxis ermittelten geringen Mehrverbrauchs rechnet sich der konsequente Einsatz von Biodiesel, der aufgrund der Mineralölsteuerfreiheit zwischen 10 und 15 Cent preisgünstiger als konventioneller Diesel ist. Kein Wunder, dass viele Speditionen und Busbetriebe ihre Tanks bereits mit Biodiesel füllen.

Zwei Drittel des deutschen Biodiesels werden an Großabnehmer abgesetzt, etwa ein Drittel über mehr als 1.700 Biodieseltankstellen verkauft. Diese Vermarktungsstruktur wird sich in diesem Jahr grundlegend ändern. Eine dritte Vermarktungslinie ergibt sich über die Beimischung von bis zu fünf Prozent Biodiesel zu konventionellem Diesel, die durch die von der Bundesregierung verabschiedete generelle Steuerbefreiung für biogene Kraftstoffe nunmehr möglich ist. Biodiesel wird vom Nischenprodukt zu einer vollwertigen Komponente des etablierten Kraftstoffmarktes. Eine Entwicklung, die ökonomische und ökologische Tragweite besitzt. Ökonomisch, weil die Biodieselproduktion in Deutschland laut ifo-Institut annähernd 20.000 Arbeitsplätze sichert. Ökologisch, weil jeder Liter Biodiesel hilft, mehr als zwei Kilogramm CO2 einzusparen. Hinzu kommt, dass selbst der geringe Anteil Biodiesel im konventionellen Diesel bereits dazu beiträgt, die Motoremissionen positiv zu beeinflussen, wie die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig feststellte, trägt Biodiesel dazu bei, fast alle Emissionsbestandteile gegenüber reinem Diesel zu senken. Ein weiteres Ergebnis: Je mehr Biodiesel in der Mischung ist, desto besser sind die Werte.

Alleine 2004 können durch den Biodieselabsatz 850.000 Tonnen Mineralöl eingespart werden. Eine Menge, die in den nächsten Jahren noch ansteigen wird, denn die Europäische Union hat das Ziel klar definiert: Bis zum Jahr 2010 soll der Anteil der Biokraftstoffe am Kraftstoffverbrauch auf 5,75 Prozent steigen. Das entspricht EU-weit (EU 15) über 14 Millionen Tonnen.

Fast alle deutschen Biodieselhersteller sowie die wichtigsten Biodieselhändler haben sich daher im Jahr 1999 zur %url5%Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel%/% zusammengeschlossen, um eine standardisierte Qualität des Kraftstoffes zu gewährleisten. In die Qualitätssicherung sind praktisch alle Stufen – beginnend bei den Herstellern über die Lagerbetreiber bis hin zur Tankstelle – einbezogen.

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DRV: Beschluss zum Altschuldengesetz verfassungsrechtlich fragwürdig und wirtschaftlich untragbar

Themen: Archiv — info @ 13:04

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) lehnt das vom Deutschen Bundestag zu beschließende Gesetz zur Änderung der Regelungen über Altschulden landwirtschaftlicher Unternehmen ab. Der Beschluss stellt eine schwere Hypothek für die mit Altschulden aus DDR-Zeit belasteten Genossenschaften in Ostdeutschland dar.

Der DRV hält den einseitigen Eingriff zur Verschärfung der Rangrücktrittsvereinbarungen für verfassungsrechtlich fragwürdig. Der DRV hat große Zweifel, ob das Landwirtschafts-Altschuldengesetz den Leitlinien des einschlägigen Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1997 gerecht wird.

Anstatt bisher 20 Prozent sollen künftig 55 Prozent der Jahresüberschüsse zur Bedienung der Altschulden herangezogen werden. Die als Alternative angebotene freiwillige Ablöseregelung stellt für die meisten Betriebe keinen Ausweg dar. Die Eckwerte für den Ablösebetrag ergeben – wenn man gängige Maßstäbe der Unternehmensbewertung zugrunde legt – den Kaufpreis des Unternehmens.

Eine Antwort auf die Frage, wie die Ablösebeträge angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage in den landwirtschaftlichen Unternehmen aufgebracht werden sollen sei die Bundesregierung bisher schuldig geblieben. Angesichts desolater Preis- und Ertragsentwicklungen und des Einstiegs in die EU-Agrarreform haben – so der Verband – die Unternehmen keinen finanziellen Spielraum, um 14 Jahre nach der Wiedervereinigung DDR-Altlasten in diesem Umfang abzutragen.

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Bundesweiter Wegweiser für BauernhofUrlaub und LandUrlaub

Themen: Archiv — info @ 12:04

Sonnleitner und Off starten Aktion in der Eifel

Bonn/Hellenthal (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, und die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus, Christa Off, haben eine bundesweite Aktion für verbesserte Werbung und Verbraucherinformation zum BauernhofUrlaub und LandUrlaub auf dem Hof der Familie Breuer in der Eifel gestartet. ‚Vom Norden bis zum Süden, vom Osten bis zum Westen sollen Hinweisschilder und weitere Werbemaßnahmen den Gast auf Urlaubsbauernhöfe besser aufmerksam machen und für den Bauernhofurlaub werben‘, erläuterte Sonnleitner. Er betonte die positive Entwicklung des Landtourismus, wonach im Jahre 2003 nach der deutschen Reiseanalyse fast 3,3 Millionen Gäste auf dem Bauernhof Urlaub gemacht haben. Für 2004 wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Christa Off, die mit Sonnleitner das erste Schild zum Bauernhofurlaub in der Eifel anbrachte, bewertete die Beschilderung als Auftakt zur Etablierung einer Dachmarke für Urlaub auf dem Bauernhof und Urlaub auf dem Lande in Deutschland. Gleichzeitig wies sie auf die uneinheitlichen Regelungen und die Erschwernisse beim Aufstellen von Wegschildern hin. Der Landtourismus sei für viele Landwirtsfamilien eine unverzichtbare Einkommensquelle und ein wichtiges Standbein. In Deutschland bieten rund 20.000 Ferienhöfe Urlaub auf dem Bauernhof und Landurlaub an, erklärte Off. Ganz im Sinne der Verbraucher sei die Qualitätsverbesserung. Durch die Klassifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sternen gemäß dem Deutschen Tourismusverband würden deutliche Verbesserungen der Transparenz und Information geschaffen.

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Grüne zur Gentechnik: Ohne Schutz keine Wahlfreiheit

Themen: Gentechnik,Haftung — info @ 11:04

Berlin (agrar.de) – Zur aktuellen Debatte um die Agro-Gentechnik und zum Antrag der Koalitionsfraktionen zur Reinhaltung des Saatgutes erklären Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin, und Friedrich Ostendorff, Obmann im Agrar- und Verbraucherschutzausschuss von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wichtige Grundlage für den Schutz der gentechnikfreien Produktion ist, dass die EU-Kommission für den Schwellenwert bei der Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Saatgut die Nachweisgrenze festlegt. Ohne gentechnikfreies Saatgut wird mittelfristig bei vielen Kulturen keine gentechnikfreie Produktion mehr möglich sein. Darum haben wir heute zusammen mit der SPD einen Antrag vorgelegt, mit dem wir die Regierung auffordern, sich bei den anstehenden Verhandlungen auf EU-Ebene für die Reinheit des Saatgutes einzusetzen.

Wie wichtig die Reinhaltung des Saatgutes ist, hat kürzlich eine Untersuchung von US-Wissenschaftlern gezeigt: Bei Analysen von konventionellen Saatgutposten stellten sie fest, dass schon jetzt – nach rund acht Jahren großflächigem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in den USA – konventionelles Saatgut in hohem Maß gentechnisch kontaminiert ist – bei Mais und Soja über 50 Prozent, bei Raps sogar bis 80 Prozent.

In Mexiko – der Heimat der wichtigen Kulturpflanze Mais – hat man inzwischen in 16 von 22 Regionen gentechnische Kontaminationen bei den traditionellen Landsorten festgestellt. Die Verunreinigungen betragen in einigen Regionen zwischen 20 und 60 Prozent. Es gibt inzwischen Bundesländer in Mexiko wie beispielsweise Oxaca, die eigene und sehr strenge Gesetze verabschieden wollen, um einer weiteren Verunreinigung noch entgegentreten zu können.

Die VerbraucherInnen ernst nehmen heißt, ihre Bedenken und Interessen ernst zu nehmen. Verbraucherschutz ist etwas ganz anderes als aus dem Gentechnik-Gesetz sämtliche Aspekte zum Verbraucher- und Umweltschutz herauszustreichen, wie es die CDU/CSU und FDP-Fraktionen vorhaben. Wer verbindliche und wirksame Regelungen im Gentechnik-Gesetz zur guten fachlichen Praxis und zur Haftung ablehnt, der lehnt auch die Wahlfreiheit ab. Für Bündnis 90/Die Grünen ist die unabdingbare Voraussetzung dafür der Schutz der gentechnikfreien Produktion. Das Gentechnik-Gesetz ist hierfür zentral. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass im Gentechnik-Gesetz der Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft gewährleistet bleibt. Dafür ist die von Verbraucherministerin Renate Künast im Gentechnik-Gesetz verankerte Haftungsregelung eine der wesentlichen Voraussetzungen. Wir werden dafür kämpfen, dass die Haftungsregelung nicht verwässert wird und es strenge Vorschriften zur guten fachlichen Praxis gibt.‘

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Klöckner: Kein Ackerbauverbot unter dem Deckmantel des Hochwasserschutzes

Themen: Archiv — info @ 11:04

Berlin (agrar.de) – Sowohl der Agrar- als auch der Umweltausschuss im Bundesrat haben in dieser Woche ihre ablehnende Haltung zu dem von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgesehenen Verbot der ackerbaulichen Nutzung von Überschwemmungsgebieten bekannt gegeben.

Die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner (CDU), zuständige Berichtserstatterin im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, kritisiert ebenfalls die Pläne von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zum Hochwasserschutz. ‚Es ist nicht nur überzogen, sondern sachlich falsch, den Ackerbau auf von Überschwemmung bedrohten Flächen ab 2012 verbieten zu wollen.‘ Dies laufe dem Hochwasserschutz entgegen. Denn die Bewirtschaftung erhalte die Wasserspeicherkapazität der Böden. Bislang gäbe es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, dass mit dem Verbot einer ackerbaulichen Nutzung positive Effekte für die Vermeidung von Hochwasser verbunden sind. Vielmehr sei es durchaus möglich, dass die durch die ausbleibende Beackerung fehlende Drainage des Bodens zu vermindertem Abfluss von Regenwasser führt.

Trittins Gesetzentwurf sieht die Verpflichtung der Länder vor, innerhalb von drei Jahren Überschwemmungsgebiete konkret auszuweisen. Dort soll es künftig einen kompletten Stopp von Neubauten geben. Ackerbau soll in diesen Gebieten nicht mehr oder nur mit Auflagen erlaubt sein. ‚Es ist nicht verwunderlich, dass sich die deutliche Mehrheit der Bundesländer gegen diesen Entwurf gewandt hat‘, meint Klöckner. Agrar- und Umweltausschuss im Bundesrat sprachen sich dafür aus, die entsprechende Regelung im Regierungsentwurf für ein Hochwasserschutzgesetz ersatzlos zu streichen. Nach ihrer Auffassung würde mit einem Ackerbauverbot in Überschwemmungsgebieten ohne Not der Weg des kooperativen Miteinanders mit der Landwirtschaft verlassen und eine rein ordnungsrechtliche Regelung geschaffen, die von der Landwirtschaft eher als Konfrontation verstanden würde.

Julia Klöckner gibt zudem zu bedenken, dass ein solches Verbot ’nicht überschaubare Entschädigungszahlungen‘ nach sich ziehen könnte. ‚Schließlich handelt es sich um einen enteignungsgleichen Eingriff in die Rechte der Betroffenen. Es scheint eher, als würde die Bundesregierung den Hochwasserschutz lediglich als Vorwand für bodenschutzrechtliche Regelungen heranziehen, die andernfalls nicht durchzusetzen wären.‘

Die Bundestagsabgeordnete hegt jetzt die Hoffnung, dass sich angesichts des klaren Votums der Bundesratsausschüsse eine mehrheitliche Ablehnung auch im am 14. Mai anstehenden ersten Durchgang im Bundesrat ergeben wird. ‚Etliche der SPD-geführten Bundesländer, so etwa auch Rheinland-Pfalz, wären mit ihrem hohen landwirtschaftlichen Anteil unmittelbar von der Regelung betroffen. Ich bin zuversichtlich, dass deren Kritik auf den Bundesrat durchschlagen wird und wir gemeinsam dieses kontraproduktive Vorhaben stoppen können.‘

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NRW: BUND stellt Gentechnik-Flächen ins Internet

Themen: Archiv — info @ 11:04

Düsseldorf (agrar.de) – ‚Das Versteckspiel über die Lage von Freisetzungsflächen mit gentechnisch manipulierten Pflanzen hat ab sofort ein Ende! Wo sich Politik und Agro-Industrie nicht trauen, springen wir nun mit unserem neuen Info-System ein‘, so der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Über ein neues Informationssystem auf den Internetseiten des Verbandes können sich alle Interessierten über die genaue Lage von Flächen informieren, auf denen in NRW Gentech-Anbau erfolgt bzw. für die eine entsprechende Anbaugenehmigung vorliegt. ‚Wir möchten hiermit die kritische Debatte über die Agro-Gentechnik weiter beleben. Es geht nicht an, dass der Bevölkerung, die ebenso wie der BUND mehrheitlich Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnt, derart wichtige Informationen vorenthalten werden‘, so Klaus Brunsmeier, Landesvorsitzender des BUND.

Der BUND hat daher die bisher insgesamt 24 Flächen in NRW ins Internet gestellt, auf denen das Berliner Robert-Koch-Institut schon vor Jahren die Ausbringung von gentechnisch verändertem Mais und Raps sowie von Rüben und Kartoffeln genehmigt hat und auf denen noch heute Gentech-Anbau zulässig ist. Ausgehend von einer Übersichtskarte von NRW kann die genaue Lage mit wenigen Mausklicks bis hin zum Flurstück eingesehen werden. Hinzu kommen Informationen über die Art der Pflanze und der Genmanipulation.

Besondere Bedeutung erhält das Info-System durch das geplante Gentechnik-Gesetz: „Erstmals wird es in Kürze rechtlich zulässig sein, auch hierzulande großflächig genmanipuliertes Saat- und Pflanzgut in der Landwirtschaft auszubringen. Damit ist eine schleichende Kontamination auch von solchen Äckern, Gärten und anderer Flächen zu befürchten, die bewusst gentechnikfrei bewirtschaftet werden“ so Ralf Bilke, Agarreferent des BUND.

Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht vor, ausschließlich diejenigen exakt zu informieren, die auf besonderen Antrag hin glaubhaft ein berechtigtes Interesse geltend machen können. ‚Dies ist eine Entmündigung der Bürger, die wir nicht hinnehmen. Wir werden daher künftig alle uns bekannt werdenden Gentechnik-Flächen in die Homepage einstellen‘, so Bilke weiter. Abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung der Agro-Gentechnik appelliert der BUND daher an die Landesregierung, sich im Bundesrat für ein jedermann zugängliches, unkompliziertes und kostenloses Anbaukataster einzusetzen.

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29. April 2004

Saatgutkennzeichnung soll sich an Nachweisgrenze orientieren

Themen: Archiv — info @ 16:04

Berlin (agrar.de) – Für einen Schwellenwert bei der Saatgutkennzeichnung, der sich an der Nachweisgrenze orientiert, plädieren die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag (15/2972) an den Bundestag. Sie fordern die Bundesregierung dazu auf, sich in der EU auf allen Ebenen für die Reinhaltung des Saatgutes einzusetzen.

Anlass für eine entsprechende Initiative der Koalitionsfraktionen bietet ein von der EU-Kommission am 22. September vorigen Jahres zurückgezogener Vorschlag für eine Richtlinie über genetisch verändertes Saatgut.

Da die EU-Kommission demnächst einen überarbeiteten Entwurf vorlegen wolle, solle sich die Regierung bei der Diskussion um einen erneuten Vorschlag für Schwellenwerte bei der Kennzeichnung von Saatgut, das genetisch veränderte Organismen (GVO) enthält, für die Orientierung an der Nachweisgrenze einsetzen. Bereits auf der Agrarministerkonferenz in Rostock vergangenes Jahr habe sich die große Mehrheit der Fachminister für die Einführung eines Schwellenwertes für Saatgut eingesetzt, der sich an der technischen Nachweisgrenze orientiert.

Nach Ansicht der Koalitionsfraktionen wird sich an der Frage der Reinheit des Saatgutes entscheiden, ob eine gentechnikfreie Agrarproduktion auch in Zukunft möglich sei. Deshalb komme der Entscheidung der EU-Kommission eine zentrale Bedeutung zu.

Damit sowohl GVO-haltiges Saatgut neben gentechnikfreier Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion existieren könne, müsse genetisch verändertes Saatgut strikt gekennzeichnet werden. Die Wahlfreiheit der Landwirte und letztlich auch der gesamten Lebensmittelkette bis hin zum Verbraucher sei sicherzustellen. Das Gemeinschaftsrecht habe daher zu gewährleisten, dass über eine strikte Reinheits- und Kennzeichnungspflicht ein ordnungsgemäßes Risikomanagement möglich werde, wie es in einer entsprechenden EG-Richtlinie vorgeschrieben sei. Darüber hinaus heißt es, Schwellenwerte oberhalb der Nachweisgrenze würden einer unkontrollierten Form des Einbringens von genetisch veränderten Pflanzen Vorschub leisten.

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Deutschlands beste Melkerin kommt aus NRW

Themen: Archiv — info @ 16:04

Kleve (agrar.de) – Kerstin Dröttboom aus Xanten ist Deutschlands beste Melkerein. Mit 145,5 Punkten holte sie beim Bundesmelkwettbewerb im Landwirtschaftszentrum Haus Riswick der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nicht nur den ersten Platz in der Disziplin Melkstand, sondern lag auch noch 3,5 Punkte vor Steffi Flämig aus Eppendorf-Großwaltersdorf in Sachsen, der Siegerin im Melkkarussel. Zweiter in der Disziplin Melkstand wurde Jürgen Krämer aus Manderscheid in der Eifel, der dritte Platz ging an Lisa Wargenau aus Berschweiler in Rheinland-Pfalz. Im Melkkarussel holte Dorothee Volke aus Bad Arolsen-Wetterburg in Hessen den zweiten Platz. Der dritte Platz ging hier an Friedrich Rimmeke aus Mochenwangen in Baden-Württemberg.

Drei Tage lang mussten 36 Nachwuchskräfte im Alter von 18 bis 25 Jahren aus ganz Deutschland bei dem von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft veranstalteten Wettbewerb ihr Können unter Beweis stellen. Bei der Beurteilung der praktischen Melkarbeit wurde neben der Melkleistung pro Minute vor allem das Geschick bei der Arbeit am Euter und der richtige Umgang mit den Tieren bewertet. Großen Wert legten die Preisrichter auf die Milchhygiene, bei der vor allem Sauberkeit am Euter gefragt ist. Mit Hilfe eines Schnelltestes bewerteten die Teilnehmer die Eutergesundheit der Kühe, denn nur gesunde Kühe können Milch in höchster Qualität liefern. Ihre Fachkenntnisse rund um Milcherzeugung, Tiergesundheit, Melktechnik und Landwirt-schaft mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer theoretischen Prüfung beweisen.

Der Sieg von Kerstin Dröttboom aus Xanten beweist, dass das Talent zum Melken nicht angeboren sein muss. Die 24-jährige Schülerin der Höheren Landbauschule in Kleve stammt nicht von einem Bauernhof, sondern hat sich aus Liebe zur Natur und der Freude am Umgang mit Tieren für eine Ausbildung zur Landwirtin entschieden. Das Melken lernte sie da, wo sie jetzt auch ihren Sieg errang, im ersten Lehrjahr als Auszubildende bei der Landwirtschaftskammer in Haus Riswick.

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Niedersachsen bleibt Agrarland Nr. 1

Themen: Archiv — info @ 15:04

Bruttowertschöpfung in 2003 am höchsten – Bayern belegt Platz zwei

Hannover (agrar.de) – Niedersachsen hat 2003 seine Führungsposition als Agrarland Nr. 1 der Bundesrepublik verteidigt. Wie das Landvolk Niedersachsen mitteilt, war die Bruttowertschöpfung der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei mit 4,16 Milliarden Euro am höchsten im Vergleich zu allen anderen Bundesländern. Gegenüber 3,96 Milliarden Euro in 2002 entspricht dies einem Zuwachs von 5,1 Prozent. Damit konnte die Land- und Forstwirtschaft in Niedersachsen die höchste Wachstumsrate im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen erzielen.

Zweitwichtigstes Agrarland war Bayern, das bis Anfang der neunziger Jahre die Führungsposition inne hatte. Für die bayrischen Landwirte ermittelte das Landesamt für Statistik eine Bruttowertschöpfung von 3,97 Milliarden Euro. Den dritten Platz belegte Nordrhein-Westfalen mit 3,12 Milliarden Euro, gefolgt von Baden-Württemberg mit 2,23 Milliarden Euro.

Deutlich geringer war die Bruttowertschöpfung der Land- und Forstwirtschaft in den anderen Bundesländern. In Schleswig-Holstein waren es 1,21 Milliarden Euro und in Rheinland-Pfalz 1,14 Milliarden Euro. In den neuen Bundesländern übernahm erstmals Mecklenburg-Vorpommern mit 1,07 Milliarden Euro den Spitzenplatz von Sachsen-Anhalt und Sachsen, die mit 941 bzw. 954 Millionen Euro Bruttowertschöpfung dicht beieinander liegen. Gleich danach folgt Brandenburg mit 933 Millionen und das Schlusslicht bildet Thüringen mit 747 Millionen Euro.

Insgesamt lag die Bruttowertschöpfung in den fünf ostdeutschen Bundesländern mit 3,57 Milliarden Euro unter dem Gesamtvolumen der niedersächsischen Bauern mit 4,16 Milliarden Euro. Bundesweit erzielte die Land- und Forstwirtschaft in 2003 eine Bruttowertschöpfung von insgesamt 21,8 Milliarden Euro, davon entfiel knapp ein Fünftel auf Niedersachsen.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

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