17. März 2004

DBV zur Gentechnik: Transparenz durch Kennzeichnungspflicht

Themen: Archiv — info @ 09:03

Sonnleitner: Chancen Grüner Gentechnik für nachwachsende Rohstoffe

Berlin (agrar.de) – Wie weit die Anwendung der Grünen Gentechnik in Deutschland bereits vorangeschritten ist, werden die neuen Regeln zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit gentechnisch veränderter Lebens- und Futtermittel ab dem 19. April zeigen. Das hob der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, beim heutigen Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ‚Grüne Gentechnik – Chance für den Standort Deutschland‘ in Berlin hervor. Ob die neuen Kennzeichnungsvorschriften in der Praxis überhaupt handhabbar sind, und welche Auswirkungen für die Vermarktung resultieren, werde sich allerdings erst nach dem 19. April herausstellen. So stünden insbesondere bei Zutaten, Zusatzstoffen und Enzymen Durchführungsvorschriften ebenso wie grundsätzlich klare Vorgaben für alle Probenahmen und Analysen noch aus. Zu befürchten ist nach Ansicht Sonnleitners zudem, dass es in den einzelnen Mitgliedstaaten zu einer unterschiedlichen Umsetzung kommt.

Grundsätzlich sollte sich Deutschland die Option zur Nutzung der Grünen Gentechnik offen halten, betonte Sonnleitner. Neben der Nahrungsmittelproduktion dürften vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe nicht außer Acht gelassen werden. Gerade für diesen Wachstumsmarkt der Landwirtschaft könne die Gentechnik wichtige Zukunftschancen beinhalten. Nicht zuletzt könnte damit der Kohlendioxidausstoß reduziert werden, was die Lebensqualität verbessern könnte, gab der DBV-Präsident zu bedenken.

Kritik äußerte Sonnleitner am nach wie vor fehlenden Erprobungsanbau, den der DBV seit Jahren fordere. Daher stünden noch immer die dringend notwendigen wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen zur Regelung des Nebeneinanders aller landwirtschaftlichen Anbauformen mit oder ohne Verwendung von Gentechnik und zur Definition der Anforderungen der guten fachlichen Praxis aus. Allerdings rate der DBV den Landwirten davon ab, in diesem Jahr an einem in Sachsen-Anhalt und Bayern diskutierten Erprobungsanbau teilzunehmen. Diese Entscheidung sei notwendig geworden, da die Pflanzenzüchter den an einem Erprobungsanbau teilnehmenden Landwirten keine Haftungsfreistellung für Schadensersatzforderungen Dritter bei vertragsgemäßem Verhalten erteilten. Ebenso bedauerlich sei es, so der DBV-Präsident, dass die Biologische Bundesanstalt auf Weisung des Bundeslandwirtschafsministeriums den in Sachsen-Anhalt und Bayern geplanten Erprobungsanbau nicht wissenschaftlich begleiten dürfe.

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16. März 2004

Kleingruppenhaltung ist zukunftsorientierte Hennenhaltungsform

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 15:03

Bundesforschungsanstalt veröffentlicht wissenschaftliche Studie

Berlin/Braunschweig (agrar.de) – Mit der Kleingruppenhaltung von Legehennen ist ein Durchbruch bei der Verbindung von Tierschutz und Ökonomie gelungen. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) hervor, die dem Bundeslandwirtschaftministerium (BMVEL) untersteht, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und dem Bundesverband Deutsches Ei (BDE) mitteilte.

Das umfangreiche Untersuchungsprogramm der Bundesforschungsanstalt bestätigt damit Forschungsergebnisse der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Die Studie wurde auf Initiative des DBV und der deutschen Geflügelwirtschaft mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Landwirtschaftsministeriums Niedersachsen, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, den Anlagenbauern und den in der Studie untersuchten Hennenhaltungsbetrieben, die diese Kleingruppenhaltung erprobten, auf den Weg gebracht.

Dem FAL-Bericht ist zu entnehmen, dass in der Kleingruppenhaltung bei der Legeleistung und Produktqualität die gleichen Ergebnisse wie bei der konventionellen Hennenhaltung erzielt werden. Hervorzuheben ist aber, dass mit dieser neuen Haltungsform deutliche Verbesserungen bei den Tierschutzkriterien nachgewiesen wurden. So war die Verlustrate so niedrig wie in der konventionellen Hennenhaltung und auch der gesonderte Nestbereich wurde von den Hennen zur Eiablage sehr gut angenommen. Weitere Verbesserungen seien jedoch erforderlich, so unter anderem bei der Ausdehnung der Sandbadfläche und den Sitzstangen (zur Vermeidung von Fußballenschäden). Beim Stallklima sind die gleichen positiven Ergebnisse wie bei der konventionellen Käfighaltung festzustellen. Die hohen Legeleistungen und die geringe Sterblichkeitsrate deuten auf ein gutes Wohlbefinden der Legehennen in der Kleingruppenhaltung hin.

DBV, ZDG und BDE appellieren an Bundesministerin Renate Künast, diese Ergebnisse ihrer Bundesforschungsanstalt als Anlass für die Weiterentwicklung der Legehennenhaltungsverordnung zusammen mit den Bundesländern zu nutzen und mit der ohnehin anstehenden Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu verbinden.

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FDP: Alternativentwurf kein ernsthafter Beitrag zur Diskussion um Grüne Gentechnik

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 15:03

Berlin (agrar.de) – Zur Pressekonferenz des Deutschen Naturschutzrings (DNR), des Bundes Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) und des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖWL) zu ihrem Alternativentwurf zum Gentechnikgesetz erklärt die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Die Initiatoren des Alternativentwurfs zum Entwurf der Bundesregierung zur Novellierung des Gentechnik-Gesetzes erweisen dem Natur- und Umweltschutz mit diesem Gesetzentwurf einen Bärendienst. Die von ihnen verfolgte Vision einer Museumslandwirtschaft führt zur Zerstörung der Wettbewerbskraft der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft.

Die Möglichkeiten neuer, mit Hilfe der Gentechnik gezüchteter Sorten die Umweltbelastungen durch die Landbewirtschaftung zu mindern, werden außer Acht gelassen.

Der Alternativentwurf ist grundgesetzwidrig, weil er unzumutbare Eingriffe in Grundeigentum vorsieht. Er ist fachlich verfehlt, weil die genannten Abstandsregelungen völlig überzogen sind und den Forschungsergebnissen z.B. der Biologischen Bundesanstalt (BBA) widersprechen.

Der Alternativentwurf unterstützt eine innovationsfeindliche Politik, die zum weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland führt. Schon jetzt verläßt jeder siebte Hochschulabsolvent Deutschland. Mittelständische Pflanzenzuchtunternehmen verlagern ihre Forschungsabteilungen ins Ausland. Der Alternativentwurf ist kein ernsthafter Beitrag zur Diksussion um die Koexistenz transgener und herkömmlich gezüchteter Sorten in Deutschland.‘

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Österreich: Landwirtschaftliche Einkommen 2003 gesunken

Themen: Österreich,Statistik — info @ 15:03

Wien (agrar.de9 – Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in Österreich nahm im Jahr 2003 um 5,5 Prozent ab; dies ergaben erste vorläufige Berechnungen im Rahmen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung der Statistik Austria.

Der Rückgang des landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft resultierte aus einer Verringerung des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens um 5,7 Prozent (real: -6,8 Prozent), welche durch die anhaltende Abnahme des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-1,4 Prozent) nur teilweise kompensiert wurde. Damit musste die Landwirtschaft wie bereits im Jahr 2002 Einkommenseinbußen hinnehmen.

Die für die Einkommensentwicklung maßgeblichen Faktoren haben sich gegenüber dem Vorjahr (2002) wie folgt verändert:

– Reduzierung des Produktionswertes des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs um -1,6 Prozent; Anstieg der Vorleistungen um +1,6 Prozent;

– Leichter Anstieg der Abschreibungen um +0,7 Prozent;

– Erhöhung der nicht produktspezifischen Direktzahlungen um +1,9 Prozent. Unter Berücksichtigung der Gütersubventionen (Flächen- und Tierprämien sowie produktbezogenen Direktzahlungen), welche gegenüber 2002 rückläufig waren (-2,9 Prozent), blieb das Niveau der in der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung als Güter- bzw. sonstige Subventionen verbuchten Förderungen in Summe praktisch unverändert (+0,4 Prozent).

Preisbedingte Einbußen in der tierischen Erzeugung; Wert der pflanzlichen Produktion trotz geringerer Erzeugungsmengen auf Vorjahresniveau

Maßgeblich für den Rückgang des Wertes der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion in Österreich (-1,6 Prozent) waren Einbußen in der tierischen Erzeugung (-4,0 Prozent). Der Produktionswert der pflanzlichen Erzeugung hingegen blieb gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert (+0,1 Prozent).

Im Pflanzenbau kam es bedingt durch Hitze und Wasserknappheit zu teils erheblichen Ernteeinbußen und Ausfällen bei den Feldfruchtkulturen in Süd- und Ostösterreich sowie im Futterbau. Österreichweit sank das Produktionsvolumen von Getreide um 10,5 Prozent, wobei vor allem bei Roggen (-20,2 Prozent), Weizen (-17,0 Prozent) und Körnermais (-12,8 Prozent) starke Einbrüche zu verzeichnen waren. Das Erzeugungsvolumen von Ölsaaten ging um 2,8 Prozent zurück. Während bei Raps Ernteeinbußen von 40 Prozent zu verzeichnen waren, profitierten die übrigen Ölfrüchte – bei vergleichsweise guter Ertragslage – vor allem von Flächenzugewinnen. Geringere Erzeugungsmengen waren auch bei Zuckerrüben (-18,3 Prozent), Kartoffeln (-19,4 Prozent), Futterpflanzen (-13,1 Prozent) sowie im Gemüsebau (-8,7 Prozent) zu verzeichnen.

Die Weinernte lag mengenmäßig unter dem Vorjahresniveau, fiel qualitativ aber sehr gut aus. Erfreuliche Ergebnisse wurden im Obstbau erzielt, wobei der beachtliche Anstieg des Erzeugungsvolumens (+17,1 Prozent) vorrangig auf die außergewöhnlich gute Ernte bei Steinobst und Birnen zurückzuführen war.

Dem niedrigeren Produktionsvolumen der pflanzlichen Erzeugung (im Mittel -5,5 Prozent) stand ein Anstieg der Erzeugerpreise (+6,1 Prozent) gegenüber. So lag der durchschnittliche Erzeugerpreis für Getreide infolge der deutlich höheren Preise für Körnermais um 10,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Preis für Zuckerrüben stieg um 22,2 Prozent und für Kartoffeln lagen die Preise ebenfalls über jenem des Vorjahres. Während auch im Obstbereich gute Preise erzielt werden konnten, kam es bei den Ölsaaten (-7,2 Prozent) sowie den Eiweißpflanzen (-1,8 Prozent) zu Preiseinbrüchen.

Damit ergaben sich deutliche wertmäßige Einbußen bei Futterpflanzen (-11,8 Prozent), Ölsaaten (-8,4 Prozent) und Frischgemüse (-8,3 Prozent). Bei Getreide fiel der Rückgang letztlich infolge der höheren Preise relativ moderat aus (-1,0 Prozent). Bei Kartoffeln konnte infolge des starken Preisanstieges trotz der niedrigen Erntemenge ein wertmäßiger Zuwachs (+17,7 Prozent) erzielt werden. Infolge der beachtlichen wertmäßigen Zuwächse im Obstbau (+30,5 Prozent) blieb der Produktionswert der pflanzlichen Erzeugung in Summe gegenüber dem Vorjahr praktisch konstant (+0,1 Prozent).

Die tierische Produktion, welche sowohl Tiere als auch tierische Erzeugnisse umfasst, war wertmäßig erneut rückläufig (-4,0 Prozent). Dieser Rückgang ist primär auf preisbedingte Verluste bei Milch und Schweinen zurückzuführen.

Das Produktionsvolumen von Schweinen stieg um 1,5 Prozent, die Erzeugerpreise waren – nach den massiven Preiseinbrüchen im Jahr 2002 (gegenüber 2001 sanken die Preise um rd. ein Fünftel) – weiterhin rückläufig (-7,2 Prozent). Der Produktionswert von Schweinen sank damit um 5,8 Prozent.

Bei Rindern war das Produktionsvolumen niedriger als 2002 (-2,9 Prozent), die Preise lagen im Jahresmittel um 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Unter Berücksichtigung der Rinderprämien fiel der Produktionswert um 1,6 Prozent.

In der Milcherzeugung gingen die Erzeugerpreise, die bereits 2002 deutlich nachgegeben hatten, weiter zurück (-5,9 Prozent). Das Produktionsvolumen von Milch lag unter dem Vorjahresniveau (-0,9 Prozent). Damit ergibt sich ein wertmäßiger Rückgang für die Milcherzeugung von -6,4 Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

Niedersachsen fördert Fotovoltaik

Themen: Archiv — info @ 15:03

Hannover (agrar.de) – Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom Dezember vergangenen Jahres können Betreiber von Fotovoltaik-Anlagen mit hohen Einspeisevergütungen rechnen. Gerade für niedersächsische Landwirte, die häufig über große Wirtschaftsgebäudedächer verfügen, werden die Vergütungen in Höhe von über 0,50 Euro/kwh nun interessant. Sofern Standort, Größe, Traglast und Dachneigung stimmen, können hier installierte Fotovoltaik-Anlagen wirtschaftlich betrieben werden.

Fördermittel aus dem Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) sollen nun helfen, den hohen Investitionsbedarf bei der Neuinstallierung solcher Anlagen zu unterstützen. Niedersachsens Landwirtschaftminister Hans-Heinrich Ehlen erklärte, dass im Rahmen des AFP-Programmes Fördermittel von bis zu 3,5 Millionen Euro für Fotovoltaik-Anlagen bereit gestellt werden. Hiermit wird es möglich, dass Unternehmen einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent für mehrwertsteuerfreie Kosten von bis zu 50.000 Euro erhalten können.

Entsprechende Anträge können bei den Landwirtschaftskammern gestellt werden.

Links zum Thema Energie und Förderung, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Goldmann: Regierung setzt bei Legehennen weiter auf Populismus statt auf Fachlichkeit

Themen: Archiv — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Zu den Äußerungen des Staatssekretärs im Bundeslandwirtschaftsministerium, Alexander Müller, wonach die Bundesregierung weiterhin die Kleingruppenhaltung von Legehennen ablehne, erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die Bundesregierung setzt beim Thema Legehennen weiterhin auf Populismus statt auf Fachlichkeit. Nicht anders sind die Aussagen von Staatssekretär Müller zu erklären, der die Kleingruppenhaltung kategorisch ablehnt. Im Gegensatz zur Freiland- und Bodenhaltung hat die Kleingruppenhaltung unbestreitbare Vorteile für den Tier- und Verbraucherschutz. So sind unter Experten die niedrigeren Mortalitätsraten und ein geringerer Medikamenteneinsatz in der Kleingruppenhaltung unbestritten. Im Gegensatz dazu führen die von der Bundesregierung favorisierten alternativen Haltungssysteme für Hühner zu einem verstärkten Kannibalismus, der mit einem besseren Tierschutz kaum zu vereinbaren ist.

Die FDP-Bundestagsfraktion hat einen Bericht der Bundesregierung im Agrarausschuss für die kommende Woche gefordert, um wieder zu mehr Fachlichkeit in dieser ideologischen Diskussion zu kommen. Weiterhin müssen die Konsequenzen aus einem Verbot der Kleingruppenhaltung im nationalen Alleingang für Wirtschaft und Arbeitsplätze sowie Tier- und Verbraucherschutz in Deutschland dargelegt werden.‘

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15. März 2004

SPD: Wahlfreiheit und Koexistenz bei der Einführung von genetisch veränderten Pflanzen, Nahrungs- und Futtermitteln sichern

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 15:03

Berlin (agrar.de) – Die Kommission Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft beim SPD-Parteivorstand hat unter dem Vorsitz von Herta Däubler-Gmelin folgende Beschlüsse zur Einführung der grünen Gentechnik gefasst:

‚1. Der GVO- Schwellenwert muss bei Saatgut an der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent festgelegt werden.

Saatgut ist das erste Glied in der Lebensmittel- und Futtermittelkette. Jede glaubwürdige und realistische Strategie zur Sicherung von Wahlfreiheit und Koexistenz muss gerade hier auf Minimierung von GVO-Verunreinigungen Wert legen.

Das betonen alle Fachleute. Das haben auch die Fachminister der Länder auf der Agrarministerkonferenz in Rostock im September 2003 beschlossen. Auch sie haben die Bundesregierung aufgefordert, ’sich auf EU-Ebene für die Einführung eines Schwellenwertes für Saatgut einzusetzen, der sich an der technischen Nachweisgrenze orientiert‘.

2. Zum 18. April 2004 muss die Kennzeichnung von Lebensmitteln und Futtermitteln in Deutschland und Europa umfassend und einheitlich angewandt werden.

Gelingt das nicht, so droht Chaos in den Lebensmittelmärkten.

Die SPD sieht mit Sorge, dass es heute, also 5 Wochen vor dem Stichdatum, für die Anwendung der Vorschriften über genetisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel (EU-Verordnung Nr. 1829/ 2003) und über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von GVO (EU-Verordnung Nr. 1830/ 2003) noch keine Durchführungsvorschriften und kein zentrales Register gibt, in dem die EU-Kommission alle verfügbaren Sequenzinformationen und Referenzmaterialien zu GVO offen legt.

Wir fordern die Lebensmittelwirtschaft sowie die zuständigen Länder, aber auch die Bundesregierung auf, die Öffentlichkeit rechtzeitig in Kenntnis zu setzen,

– wie die Lebensmittel ab 18. April 2004 in den Geschäften gekennzeichnet werden,

– wann und wie Rückverfolgungssysteme aufgebaut werden.

3. Für den ökologischen Landbau und für ‚Bio-Lebensmittel‘ muss eine klare Festlegung des Schwellenwertes unter 0,9 Prozent festgelegt werden.

Dabei muss berücksichtig werden,

– dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Erwartung haben, dass ökologische Lebensmittel frei von gentechnischen Veränderungen sind und dass

– die EU- Ökoverordnung von 1999 gentechnisch veränderte Organismen und deren Derivate mit der ökologischen Wirtschaftsweise für unvereinbar erklärt hat.

4. Die SPD begrüßt das von der Bundesregierung vorgelegte Gentechnik-Gesetz

mit seinen Hauptanliegen,

– die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu schützen und

– Wahlfreiheit und Koexistenz zu sichern.

Dabei gehen wir davon aus, dass die Haftung der Landwirte etwa für die Einhaltung der vorgeschriebenen ‚guten fachlichen Praxis‘ durch die – regelmäßig vereinbarte – Haftung der Erzeuger von GVO für Auskreuzungen ergänzt wird.

Eine Aufweichung und Verwässerung der im Gesetzentwurf vorgesehenen Koexistenz- und Haftungsregelungen kann in Anbetracht der geltenden EU-Regelungen nicht akzeptiert werden.

Falls die Bundesratsmehrheit dies dennoch anstrebt, sollten insbesondere unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen der Schweiz, andere Alternativen in Erwägung gezogen werden.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

Baden-Württemberg: Weinerzeugung 2003

Themen: Archiv — info @ 13:03

Stuttgart (agrar.de) – Die baden-württembergischen Winzer- und Weingärtnergenossenschaften, Weinbau- und Weinhandelsbetriebe bereiteten aus der Weinmosternte 2003 insgesamt 1,86 Millionen Hektoliter (Mill. hl) Rot- und Weißwein, wovon 1,01 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden und 850.000 hl auf das Anbaugebiet Württemberg entfallen. Wie das Statistische Landesamt aufgrund der Auswertung der Weinerzeugungsmeldungen aus der Weinbaukartei feststellt, ist das heimische Weinangebot aus dem 2003er-Jahrgang damit das zweitkleinste der vergangenen 10 Jahre. Im Jahr 1995 waren landesweit 1,75 Mill. hl Wein erzeugt worden.

Bei den badischen Weinen dominieren mit 630.000 hl (62 Prozent) die Weißweine, während in Württemberg die Rotweinerzeugung (627.000 hl oder 74 Prozent) im Vordergrund steht. Trotz der deutliche Unterschiede in der Produktionsausrichtung sind die Winzer und Weingärtner in beiden Anbaugebieten damit weiter um eine Stärkung des Rotweinsektors bemüht, wobei sich in Württemberg beim Trend zum Rotwein mittlerweile eine gewisse Sättigung abzeichnet. Landesweit ist der Rotweinanteil seit 1990 von 40 Prozent auf rund 55 Prozent gestiegen.

Was dem Weinjahrgang 2003 an Menge fehlt, hat er in puncto Qualität zu bieten. Zwei Drittel der gesamten Einlagerungsmenge sind für den Ausbau zu Prädikatsweinen (Kabinett, Spätlesen und dergleichen) vorgesehen, wobei im Weinbaugebiet Baden der Anteil der Prädikatsweine mit 80 Prozent deutlich höher liegt als in Württemberg mit knapp 50 Prozent. In den Jahren 1997 und 1993, unter Qualitätsaspekten ebenfalls herausragende Jahrgänge, betrug der Prädikatsweinanteil landesweit 40 bzw. 36 Prozent.

Links zum Thema Wein, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung — info @ 12:03

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer Sonderkredite gesenkt. Die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘ sowie ‚Dorferneuerung und ländliche Entwicklung‘ verbilligen sich mit sofortiger Wirkung um nominal bis zu 0,25 Prozentpunkte. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv 3,94 Prozent, bei 5-jähriger Zinsbindung effektiv 3,53 Prozent.

Die Sonderkredite des zentralen Refinanzierungsinstituts dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zinszuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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Baden-Württemberg: Mehr Schweine, aber weniger Rinder als im Vorjahr geschlachtet

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 11:03

Stuttgart (agrar.de) – Im Kalenderjahr 2003 wurden nach Feststellung des Statistischen Landesamtes in den baden-württembergischen Schlachthöfen annähernd 3,2 Millionen Schweine und 619.000 Rinder geschlachtet. Bei den Schweineschlachtungen setzte sich damit der langfristige Trend einer langsamen aber kontinuierlichen Aufwärtsentwicklung fort.

Bei den Rindern sind die Schlachtzahlen zwar gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgegangen, sie liegen aber weiter innerhalb einer Bandbreite zwischen 600.000 und 670.000 Tieren. Auf diesem Niveau hatten sich die Rinderschlachtungen Anfang der 90er Jahre eingependelt, nachdem in den 80er Jahren jährlich noch mehr als 750.000 Rinder geschlachtet wurden. Offenbar haben die Verbraucher damals ihr Konsumverhalten wegen der Diskussion über die BSE-Erkrankungen bei britischen Rindern geändert. Im Jahre 1991 waren wegen fehlender Schlachtkapazitäten in den neuen Bundesländern sogar 868.000 Rinder in Baden-Württemberg geschlachtet worden.

Die Anzahl der gewerblichen Schlachtungen bestimmt im Wesentlichen die Fleischproduktion im Land. Insgesamt belief sich die heimische Fleischerzeugung aus gewerblichen Schlachtungen im vergangenen Jahr auf 476.000 Tonnen (t) Fleisch (ohne Geflügel), das sind 6.400 t oder 1,3 Prozent weniger als 2002. Rund 57 Prozent der Gesamtschlachtmenge entfällt auf Schweine-, 41 Prozent auf Rind-, der Rest auf Kalb- bzw. Schaffleisch.

Die meisten Rinder wurden 2003 in den Regierungsbezirken Stuttgart (237.100 Tiere) und Tübingen (177.000 Tiere) gefolgt von Karlsruhe (144.700 Tiere) und Freiburg (60.300 Tiere) geschlachtet. Die gleiche Reihenfolge ergibt sich bei Schweinen: Stuttgart (1,59 Millionen), Tübingen (699.000), Karlsruhe (527.300) und Freiburg (360.600).

Gegenüber der gewerblichen Fleischproduktion sind die Hausschlachtungen (Schweine: 65.700 Tiere; Rinder: 12.500 Tiere) nur von untergeordneter Bedeutung, und bei allen Tierarten weiterhin rückläufig. Lediglich bei Schafen (-8 Prozent, 24.900 Tiere) stammt mit 14 Prozent ein größerer Anteil der gesamten Fleischerzeugung von gut 3.000 t aus Hausschlachtungen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

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