17. März 2004

Wasserschutz: Gute Noten für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bonn (agrar.de) – Die Wasserqualität in Deutschland ist nach amtlichen Feststellungen hervorragend. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilt, belegen Daten des Bundesumweltamtes die positive Entwicklung im Gewässerschutz. Im Jahr 2001 wurde bei über 99,1 Prozent der Messstellen im Grundwasser der extrem scharfe Trinkwassergrenzwert für Pflanzenschutzmittel in Höhe von 0,1 Mikrogramm pro ml eingehalten. Die relativ wenigen positiven Befunde sind in drei von vier Fällen auf Einträge von bereits verbotenen Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen. Nach Angaben des RLV führe das Bundesumweltamt dies auf Alteinträge zurück, da die Abbauprodukte dieser verbotenen Wirkstoffe deutlich häufiger gefunden würden als die Wirkstoffe selbst. Beim Nitrat werde heute nirgendwo in Deutschland an einer Dauermessstelle der Trinkwassergrenzwert für Nitrat von 50 Mikrogramm pro Liter überschritten.

Wie der RLV weiter mitteilt, werde der Schutz der Gewässer vor landwirtschaftlichen Einträgen erfolgreich durch eine intensive Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe gefördert. Ziel sei es, eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft zu erhalten und gleichzeitig die Gewinnung von einwandfreiem Trinkwasser sicherzustellen. In Nordrhein-Westfalen orientierten sich die beteiligte Land- und Wasserwirtschaft an dem vom ehemaligen nordrhein-westfälischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Matthisen ins Leben gerufenen 12-Punkte-Programm zur kooperativen Zusammenarbeit. Dieses Kooperationsmodell ist nach Ansicht des RLV die mittel- bis langfristig zielführendste und für die Wasserverbraucher preiswerteste aller denkbaren Alternativen zur Erzielung eines flächendeckenden Gewässerschutzes, der geeignet sei, einer technischen nicht in starren Normen fassbaren Landwirtschaft Rechnung zu tragen, die in offenen Stoffkreisläufen des Naturhaushaltes wirtschaftet und gleichzeitig dem Gewässerschutz Rechnung trägt.

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CDU/CSU: Gesetzentwurf für eine Verbandsklage im Tierschutz führt in die falsche Richtung

Themen: Archiv — info @ 16:03

Auswirkungen auf Wirtschaft und Forschung unabsehbar

Berlin (agrar.de) – Das Land Schleswig-Holstein hat beim Bundesrat einen Gesetzentwurf zur Einführung des Verbandsklagerechts für Tierschutz eingereicht. Hierzu erklärt der zuständige Tierschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser:

‚Vor der Tätigkeit von anerkannten Tierschutzorganisationen habe ich großen Respekt, wenn sie sich wissenschaftlich belegt für bessere Haltungsbedingungen für Tiere einsetzen. Besonders zu begrüßen ist die jüngste Initiative von Tierschutzorganisationen, für landwirtschaftliche Tierhaltungssysteme eine wissenschaftlich fundierte Bewertung zu fordern. Die Einführung eines Prüfsiegels für tiergerechte Haltungssysteme (‚Grüner Engel‘) wäre für den Verbraucher eine zusätzliche Informationsmöglichkeit.

Gleichwohl lehne ich die Einführung eines Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzvereine ab. Durch die Staatszielbestimmung des Artikel 20 a Grundgesetz (GG) ist der ethische Tierschutz zum Rechtsgut mit Verfassungsrang erhoben worden. Daraus ergibt sich für die gesetzgebenden Körperschaften, die Regierung und Verwaltung und die Rechtsprechung, den Tierschutz bei ihren Gesetzen, ihrem Verwaltungshandeln und ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Das Staatsziel Tierschutz wendet sich nicht an Tierschutzverbände und gewährt den Tieren zudem keine eigenen Rechte. Rechtsträger können immer nur Personen sein.

Vor allem folgende Punkte bitte ich zu berücksichtigen:

Die Beteiligung der Tierschutzvereine an Genehmigungsverfahren und sich daraus u. U. anschließende Klageverfahren werden den Zeitbedarf der ohnehin schon überlasteten Gerichte und die Kosten für Genehmigungsverfahren erhöhen. In nicht wenigen Fällen wird allein schon mit der zeitlichen Verzögerung eine Investition unwirtschaftlich und damit verhindert. Hierfür gibt es genügend Beispiele seit der Einführung des Verbandsklagerechts für Naturschutzorganisationen.

Es ist nicht absehbar, in welchem Maße die Vereine von diesem Recht Gebrauch machen werden. Der Hoffnung auf ‚maßvollen Umgang‘ mit dem Gebrauch des Verbandsklagerechts, stehe ich skeptisch gegenüber. Es besteht z.B. die Gefahr, dass Genehmigungsverfahren für Investitionen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung wegen des nicht kalkulierbaren Prozesskostenrisikos für i. d. Regel finanziell schlechter ausgestattete landwirtschaftliche Betriebe nicht mehr durchführbar wäre.

Darüber hinaus ist zu prüfen, in welcher Hinsicht das geforderte Verbandsklagerecht eingesetzt werden sollte. Gegen wen soll es ausgeübt werden, welche Gesetzesverstöße sollen damit verfolgt werden können? Soll mit diesem Gesetz auch gegen Heimtierhalter vorgegangen werden? Gerade dort wird Tieren oft aus Unkenntnis über tiergerechte Haltungsbedingungen Leid zugefügt.

Bei Einführung eines Verbandsklagerechts sind die Auswirkungen auf Wirtschaft und Forschung unabsehbar. Es wird sich eine aufgeblähte Bürokratie entwickeln, ohne effektiven Nutzen für die Tiere.‘

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Bedeutung der Boden- und Freilandhaltung in Thüringen weiter gestiegen

Themen: Archiv — info @ 15:03

Erfurt (agrar.de) – Zum 1. Dezember eines jeden Jahres werden die Haltungsformen der Legehennenhaltung in Betrieben ab 3 000 Haltungsplätzen erhoben. Ende 2003 wurde eine Kapazität von rund 2,2 Millionen Plätzen festgestellt. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik umfasste die Käfig-Batteriehaltung 1,6 Millionen Plätze. In der Bodenhaltung (einschließlich Volierenhaltung) und in der Freilandhaltung (einschließlich intensiver Auslaufhaltung) standen 319.000 bzw. 231.000 Haltungsplätze zur Verfügung.

Auf die Käfig-Batteriehaltung entfielen im Dezember 2003 knapp 75 Prozent aller Haltungsplätze (Dezember 2002: 76 Prozent). Noch vor zehn Jahren waren es fast 94 Prozent. Der Trend zur Boden- und Freilandhaltung in Betrieben mit Legehennenhaltung ab 3.000 Haltungsplätzen setzt sich, wenn auch abgeschwächt, weiter fort. Der Anteil der Kapazitäten erhöhte sich innerhalb eines Jahres in der Bodenhaltung auf 15 Prozent und in der Freilandhaltung auf 11 Prozent. Das waren 0,4 Prozentpunkte bzw. 1,2 Prozentpunkte mehr als im Dezember 2002. Im Jahr 1993 gehörten lediglich 6 Prozent der Haltungsplätze zur Bodenhaltung und die Freilandhaltung war noch ohne Bedeutung.

Eine ähnliche Entwicklung in den Haltungsformen, aber weniger deutlich, zeigte sich deutschlandweit. In der Käfig-Batteriehaltung ging der Anteil der Haltungsplätze von 95 Prozent im Jahr 1993 auf 84 Prozent im Jahr 2002 zurück. Im Gegenzug erhöhten sich der Anteil der Bodenhaltung von 4 Prozent im Jahr 1993 auf 7 Prozent im Jahr 2002 und der Anteil der Freilandhaltung von unter 1 Prozent auf 9 Prozent.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

CDU/CSU: Grüne Gentechnik – echte Wahlfreiheit für Landwirte und Verbraucher gewährleisten

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 13:03

Voraussetzungen für die Anwendung der Grünen Gentechnik in der Landwirtschaft schaffen

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Kongresses der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ‚Grüne Gentechnik – Chance für den Standort Deutschland‘ erklären die stellvertretende Vorsitzende, Gerda Hasselfeldt, und der Beauftragte für Bio- und Gentechnologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Deutschland muss endlich die Voraussetzungen für die Anwendung der Grünen Gentechnik in der Landwirtschaft schaffen. Mit dem heutigen Kongress wollen wir mit den beteiligten Fachkreisen offen über Potentiale und Perspektiven der Grünen Gentechnik diskutieren und insbesondere die Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche Praxis erörtern.

Durch Verabschiedung der Freisetzungsrichtlinie und der Kennzeichnungsverordnungen sowie mit Beendigung des Zulassungsmoratoriums hat die Europäische Union neue Voraussetzungen für den Einsatz der Grünen Gentechnik in Europa geschaffen. Jetzt liegt es an den Mitgliedstaaten, den Umgang mit dieser Technologie verantwortungsvoll zu regeln.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion tritt für eine Politik ein, die – in Übereinstimmung mit der Grundentscheidung der Europäischen Union – den Einsatz der Grünen Gentechnik in Deutschland ermöglicht und eine echte Koexistenz aller Anbauformen gewährleistet.

Wahlfreiheit für Landwirte und Verbraucher darf nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern muss tatsächlich gegeben sein. Dass dies gewährleistet wird, ist unser Bestreben im Gesetzgebungsverfahren.

Die Bundesregierung muss zudem endlich ideologiefreie Aufklärungsarbeit leisten, um der Bevölkerung die Potentiale der Grünen Gentechnik transparent zu machen. Ebenso ist sie in der Pflicht, durch einen unverzüglichen großflächigen Erprobungsbau die notwendigen Praxiserfahrungen zu sammeln, die in anderen Ländern längst vorliegen.

Um die Handlungs- und Zukunftsfähigkeit Deutschlands zu erhalten, plädieren wir für einen verantwortungsbewussten, sachlichen und transparenten Umgang mit der Grünen Gentechnik.

Deutschland darf bei einer der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts nicht den Anschluss verlieren! Dies würde sich nicht nur negativ auf den Standort Deutschland auswirken, sondern Deutschland auch seiner Möglichkeiten berauben, künftig international Einfluss zu nehmen und den Umgang mit neuen Technologien aktiv mitzubestimmen.‘

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Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 13:03

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG am Mittwoch, dem 17. März wurden von insgesamt 610 angebotenen Schweinen 610 Schweine verkauft, davon 610 Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,43 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,42 Euro bis 1,44 Euro zur Lieferung am Anfang der kommenden Woche.

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DBV kritisiert unseriöse Anzeige der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die heutige ganzseitige Anzeige der ‚Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft‘ zu ‚Agrarsubventionen‘ und einer angeblich verschwenderischen Agrarpolitik in den überregionalen Tageszeitungen als unseriöse und irrwitzige Idee sowie als Verdummung und Irreführung der Öffentlichkeit bezeichnet. Mit spektakulärem Motiv, das die Grenze des guten Geschmacks überschreitet, und mit irreführenden Botschaften, der sich der Deutsche Werberat annehmen sollte, will die Initiative anscheinend eine gesellschaftliche Debatte führen. Die Initiative wird derzeit von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie getragen. Medienberichten zufolge soll die 8 Millionen Euro teure Anzeigenkampagne mit dem Motiv eines auf einem Obstteller trapierten Spanferkels, dem 500-Euro-Scheine aus dem Maul quellen, wesentlich vom Arbeitgeberverband Metall finanziert worden sein. Dieser hat durch seine Tarifabschlüsse erst kürzlich, so der DBV, die Zukunftschancen der standortgebundenen Mittelständler untergraben, zu denen auch die Land- und Ernährungswirtschaft zählt, die 4,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland bietet.

Der in der Anzeige dargestellte Obstanbau und die Schweinehaltung erhalten in Deutschland und Europa überhaupt keine Subventionen, stellt der DBV klar. Im Gegenteil, der Schweinezyklus ist ein Beispiel für die Reaktion freier Märkte nach Angebot und Nachfrage, wie jeder Student spätestens im zweiten Semester Betriebs- und Volkswirtschaft weiß. Erst ab 2005 sollen diese Produktbereiche nach dem Gesetzentwurf von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast finanzielle Förderung erhalten. Dies wird den Bauern in Deutschland als dauerhafte und verlässliche Zahlungen für die Landschaftspflege und die Erhaltung unserer vielseitigen Kulturlandschaft angepriesen.

Der DBV hat keinerlei Verständnis für die Irreführung der Öffentlichkeit mit einer solchen Anzeige. Die im Anzeigentext genannten 7 Milliarden Euro der EU gleichen noch nicht einmal 50 Prozent der Verbraucherpreissenkungen aus, die durch die Weltmarktöffnung der EU bei Nahrungsmitteln entstehen. Dauerniedrigpreise der Discounter haben die Einkommen hochmotivierter und investitionsfreudiger junger Landwirte unter das Einkommen von Sozialhilfeempfängern gedrückt. Diese Direkthilfen der EU werden auch damit begründet, wettbewerbswidrige Auflagen im Tier-, Natur- und Umweltschutz der Europäischen Union, ganz besonders aber Deutschlands, zu kompensieren. Nur so gelingt es, eine nachhaltige europäische Landwirtschaft im Wettbewerb zu halten gegenüber ausbeuterischen Agrargroßunternehmen in Nord- und Südamerika sowie Asien. Der Hinweis in der Anzeige auf „preiswertere Agrarprodukte aus Nicht-EU-Ländern“ offenbart sogar, welchen Stellenwert die Mitglieder der Initiative dem Umwelt- und Tierschutz einräumen.

Auch die Tatsache wird verschwiegen, dass die nationalen Agrarsubventionen (5,45 Milliarden Euro) zu über 80 Prozent dadurch entstehen, dass strukturwandelbedingte alte Lasten in der Sozialpolitik abgedeckt werden müssen. Denn die meisten Kinder der Bauernfamilien zahlen infolge des Strukturwandels nicht mehr in das eigenständige agrarsoziale Sicherungssystem ein, sondern in das allgemeine Sozialversicherungssystem. Vom Bundesagrarhaushalt kommt noch nicht einmal ein Viertel über Investitionsförderung bei den landwirtschaftlichen Betrieben an.

Spanferkel-Essen mag ja bei weltfremden und jeglichem Wettbewerb entrückten Professoren und Managern von Großunternehmen, die Mitglied der Initiative sind, ganz interessant sein. Die um ihre Existenz kämpfenden Landwirte mit ihren großen Leistungen für die Gesellschaft, zum Beispiel in der Landschaftspflege, haben kein Verständnis für diese Werbekampagne. Versucht doch gerade die europäische und nationale Agrarpolitik der Landwirtschaft zu vermitteln, dass die Direktzahlungen an die Landwirte ein dauerhafter und verlässlicher Kompensationsschritt für die Weltmarktöffnung der Agrarmärkte darstellt. Der DBV empfiehlt den Unternehmern und den zahlreichen Beratern der Initiative der Neuen Sozialen Marktwirtschaft, an der Spitze der frühere Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer, sich einmal bei landwirtschaftlichen Unternehmern über den knallharten Wettbewerb auf den Agrarmärkten zu informieren.

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Milchpreise so niedrig wie 1977

Themen: Archiv — info @ 12:03

Bonn (agrar.de) – Im Januar ist der Milchpreis auf Erzeugerebene im Bundesmittel auf 27,7 Cent je kg und damit auf den niedrigsten Wert seit 1977 gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um weitere 4 Prozent. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mit Bezug auf Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) berichtet, lassen auch die bisherigen Verhandlungen der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel über die Preise für Milchprodukte in den nächsten Monaten vorerst keine deutliche Erhöhung des Milchpreises erwarten. Denn der Lebensmitteleinzelhandel lehnt mit Hinweis auf die Senkung der Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver zum 1. Juli nicht nur die Forderungen der Molkereien nach Preissteigerungen ab, sondern erwartet sogar weitere Preissenkungen.

Der Druck auf die Milcherzeugerpreise hat daher weiter zugenommen. Somit könnte sich der Strukturwandel in der Milcherzeugung nochmals beschleunigen, nachdem schon in den letzten zehn Jahren fast jeder zweite Milcherzeuger aufgegeben hat. Nach den Prognosen der ZMP könnte die rückläufige Preistendenz in der zweiten Jahreshälfte zum Stillstand kommen. Denn es ist zu erwarten, dass die Milchproduktion auf dem Gebiet der alten EU-15 im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgehen wird. Zudem deuten sich bessere Absatzchancen auf den Weltmärkten an. Eine Trendwende kann nur erreicht werden, wenn die Molkereien im Binnenmarkt geschlossen höhere Preise durchsetzen, die sich nicht an der Interventionsverwertung orientieren.

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Schleswig-Holstein: Gentechnisch verunreinigtes Saatgut entdeckt

Themen: Archiv — info @ 12:03

Kiel (agrar.de) – Bei den routinemäßigen Untersuchungen haben Kontrolleure Saatgut bei Händlern gefunden, das in Spuren mit genetisch veränderten Mais-Samen verunreinigt ist. Die Proben werden jährlich im Auftrag des Kieler Umwelt- und Landwirtschaftsministerium genommen. Zwei Proben waren belastet. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller kritisierte in diesem Zusammenhang Äußerungen der CDU-Vorsitzenden Merkel: ‚In der realen Welt kämpfen wir mit den Folgen von grüner Gentechnik, während Frau Merkel von der Zauberbohne, die in den Himmel wächst, träumt.‘

In einer Saatgutprobe, die aus den USA stammt, wurde das Konstrukt Bt176 gefunden. Dafür liegt in Deutschland keine Genehmigung zum Inverkehrbringen vor. Es darf in der Bundesrepublik nicht verkauft und ausgesät werden. Die Veränderung soll die Maispflanze resistent gegen Insektenfraß machen. In einer anderen Probe konnte das Konstrukt, MON810, gefunden werden. Dafür gibt es zwar eine Genehmigung zum Inverkehrbringen, die allerdings nur mit einer entsprechenden Kennzeichnung erfolgen darf. Bei der betreffenden Partie fehlte dieser Hinweis. Dieses Saatgut wurde aus Ungarn importiert. Das Ministerium hat die Händler darauf aufmerksam gemacht, dass das mit dem Konstrukt Bt176 verunreinigte Saatgut nicht in den Verkehr gebracht werden darf und schon ausgeliefertes Saatgut von den Landwirten zurückzurufen ist.

Das mit MON810 verunreinigte Saatgut darf nicht ohne die vorgeschriebene Kennzeichnung verkauft werden. Die Händler sind aufgefordert, die Landwirte, die das betroffene Saatgut gekauft haben, darüber zu informieren, dass das Saatgut gentechnische Verunreinigungen enthält. Ob weitere Chargen der Partie der betroffenen Sorten mit gleichem Herkunftsland gentechnisch veränderte Mais-Samen enthalten, kann nicht ausgeschlossen werden. Das Ministerium empfiehlt Landwirten, grundsätzlich eine Erklärung ihrer Händler einzuholen, dass ihr Saatgut gentechnikfrei ist.

‚Wir setzen in Sachen ‚Grüne Gentechnik‘ auf Transparenz und Wahlfreiheit – sowohl für Landwirte als auch für Verbraucher‘, erklärte Klaus Müller. ‚Und damit verunreinigtes Saatgut nicht auf unsere Äcker kommt, setzen wir auch auf Kontrolle.‘ Deshalb lasse das Ministerium in jedem Frühjahr Saatgut auf Verunreinigungen untersuchen. Müller unterstrich wie dringlich der von Renate Künast vorgelegte Gentechnikgesetz sei: ‚Damit hätten wir das Verursacherprinzip. Das heißt alle, die gentechnikfrei bleiben wollen, wären vor etwaigen Schäden zumindest finanziell geschützt.‘

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Backhaus: Studie zu ausgestalteten Käfigen bestätigt Notwendigkeit eines Tierhaltungs-TÜV

Themen: Archiv — info @ 12:03

Schwerin (agrar.de) – Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftminister Dr. Till Backhaus (SPD) sieht durch eine Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) seine Forderung nach einer Einführung eines Prüf- und Zulassungsverfahrens für die Haltungssysteme von Tieren bestätigt. In der vorläufigen Zusammenfassung des Abschlussberichtes des ‚Modellvorhabens Ausgestalteter Käfig‘ stellt die FAL zwar fest, dass die aus dem Bundesverfassungsgerichtsurteil zur Legehennenhaltung von 1999 abzuleitenden Aspekte an die Legehennenhaltung mit den jetzt erprobten ausgestalteten Käfigen besonders hinsichtlich der Ausübung arteigener Verhaltensweisen noch nicht vollständig erfüllt werden. Es empfiehlt jedoch eine Weiterentwicklung der Käfige. Als positive Merkmale stellte der Bericht unter anderem geringe Mortalitätsraten sowie hohe Produktionsraten bei den Legehennen fest. Laut Bericht waren außerdem die Ammoniak- und Kohlendioxid-Konzentrationen sowie Staub- und Keimgehalte in der Stallluft unterhalb der Richtwerte.

‚Ich sehe mit diesem Ergebnis die Möglichkeit, den Tierschutz weiter voran zu bringen‘, betont Landwirtschaftsminister Backhaus. Das Thema werde er auf der kommenden Agrarministerkonferenz in Osnabrück gemeinsam mit seinem niedersächsischen Kollegen Hans-Heinrich Ehlen (CDU) erneut angesprochen. ‚Ich fordere einen TÜV für alle Haltungssysteme‘, sagt Minister Backhaus. Ein unabhängiges Prüf- und Zulassungsverfahren erlaube den Ausschluss von Haltungsverfahren, die aufgrund ihrer Beschaffenheit den Tieren ein Ausüben der arteigenen Verhaltensweisen nicht in angemessener Form erlaubten. Damit widerspricht er der Aussage aus dem Berliner Bundesverbraucherschutzministerium, Mecklenburg-Vorpommern habe per se die Zulassung des ausgestalteten Käfigs gefordert. ‚Ich hoffe, dass wir auf der Agrarministerkonferenz eine sachliche und lösungsorientierte Diskussion zum Thema Legehennenhaltung führen werden‘, so Minister Backhaus.

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Höfken: Ausgestaltete Käfige sind keine Perspektive

Themen: Archiv — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) – Zur Diskussion um die Bewertung ausgestalteter Käfige erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Der Bericht der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft zum Modellvorhaben ‚Ausgestalteter Käfig‘ bestätigt: Auch der ausgestaltete Käfig bleibt ein Käfig und kann ein artgerechtes Verhalten der Tiere, so wie es das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zur Haltung von Legehennen vom Juli 1999 eingefordert hat, nicht gewährleisten.

Die Ergebnisse zum Verhalten der Tiere in den untersuchten Varianten ausgestalteter Käfige belegen eindeutig die bestehenden Defizite: Die Fortbewegung der Tiere war im Vergleich mit der Boden- und Freilandhaltung stark eingeschränkt, ein Ausweichen war kaum, artgerechtes Ruhen in 20 bis 30 Prozent der Fälle nicht möglich. Gleichfalls wurde festgestellt, dass die Nester zur Eiablage und der geforderte Einstreubereich zu klein sind. Auch war es in den meisten Ställen zu dunkel.

Die Forderung, die einige Bundesländer nach der Zulassung ausgestaltete Käfige jetzt erneut erheben, offenbart nur aufs Neue die lobbyistische Motivation der gesamten Diskussion um ausgestaltete Käfige.

Das Modellvorhaben kann keinesfalls den Anspruch einer wissenschaftlichen und noch weniger einer vergleichenden Untersuchung verschiedener Haltungsverfahren erheben. Sie ist lediglich eine wissenschaftliche Begleitung der Praxiserprobung eines neuen Haltungssystems.

Behauptungen, dass durch die Ergebnisse dieses Modellvorhabens die artgerechtere Haltung von Legehennen in ausgestalteten Käfigen bewiesen sei, sind vollkommen unzulässig und widersprechen jeder sachgemäßen Betrachtung.

Im Gegenteil: Die Studie benennt den Veränderungsbedarf ‚ausgestalteter Käfige‘ deutlich. Werden diese konkreten Vorschläge zur Verbesserung umgesetzt, bleibt vom ausgestalteten Käfig nichts mehr übrig. Es wird sich dann eher um eine Voliere handeln.

Statt viel Geld, Zeit und politische Auseinandersetzung in den ‚Käfig‘ zu investieren, wäre es viel sinnvoller, sich gemeinsam um die Weiterentwicklung und Optimierung der Freiland-, Boden- und Volierenhaltung zu kümmern und bestehende Managementfehler zu lösen.

Viele große Anbieter von Haltungssystemen tun dies auch. Hier kann die geplante Zertifizierung von Haltungssystemen Unterstützung leisten.

Hinzu kommt: Der wirtschaftliche Vorteil von ausgestalteten Käfigen ist nicht gegeben. Im Wettbewerb können sie billig importierten Käfigeiern nicht standhalten. Warum also nicht gleich auf artgerechte Haltungsverfahren wie die ökologische Erzeugung sowie die Freiland- und Bodenhaltung setzen, wie sie 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wünschen?‘

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