22. März 2004

CDU/CSU: Künasts Umsetzung der EU-Agrarreform ist ein unverantwortlicher Schnellschuss

Themen: Archiv — info @ 10:03

Nationaler Alleingang der rot-grünen Bundesregierung

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der EU-Agrarreform erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt, und der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen:

‚Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf schwächt die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft. Sollte dieses Gesetz so in Kraft treten, wird ein gut florierender Sektor mit 4,3 Mio. Erwerbstätigen aufs Spiel gesetzt. Statt wie bei anderen EU-Mitgliedsstaaten die ihnen zugestandenen Ermessungsspielräume zugunsten ihrer Wirtschaft auszunutzen, geht die rot-grüne Bundesregierung, wie schon gewohnt, wieder einen nationalen Alleingang. Die entstehenden Wettbewerbsnachteile werden zu erheblichen Verlusten von Produktions- und Marktanteilen führen.

Die sofortige Verteilung der Ackerbauprämien sowie ab 2007 der Milch- und Tierprämien auf die Fläche ist so nicht zu akzeptieren. Die Betriebe brauchen längere Übergangszeiten, ansonsten wird sich das Gesicht der deutschen Landwirtschaft, des ländlichen Raumes und der Landschaft drastisch ändern.

Ebenso wurde deutlich, dass Rot-Grün mit diesem Gesetzentwurf die gute fachliche Praxis über Cross-Compliance aushebeln möchte. Zum einen soll dieser wichtige Teil am Parlament über eine Ministerverordnung vorbei geregelt werden. Zum anderen soll dies dann auch noch im Einvernehmen mit dem BMU geschehen. Es ist schon mehr als genug, wenn Ministerin Künast sich für die Agrarpolitik als verantwortlich zeichnet. Unsere Bauern wollen mit Sicherheit nicht auch noch Bundesminister Trittin auf ihren Feldern herumturnen sehen.

Ebenso kritisch ist die von der Bundesregierung vorgesehene Vorab-Umverteilung zwischen den Ländern in Höhe von 35 Prozent des Prämienvolumens. Es ist richtig, dass aufgrund der Reform von 1992 Korrekturen erforderlich sind. Andererseits ist es aber überaus kritisch zu sehen, dass die Bauern in Bayern und insbesondere in Schleswig-Holstein überproportional zur Finanzierung dieser Umverteilung beitragen müssen.

Aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat die Anhörung deutlich gemacht, dass das von Bundesministerin Künast viel zu übereilt betriebene Gesetzgebungsverfahren viele Unberechenbarkeiten beinhaltet. Die Umsetzung in den anderen EU-Mitgliedstaaten wird z. B. völlig außer Acht gelassen. Des weiteren liegen die Durchführungsverordnungen der EU überhaupt noch nicht vor.

Die Union wird im Bundestag versuchen, mit entsprechenden Änderungsanträgen zum Gesetzentwurf das Gesetz im Sinne der wirtschaftenden Betriebe zu verbessern.‘

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RLV: Faire Milchpreise statt Preisdrückerei

Themen: Archiv — info @ 09:03

Milchbauern demonstrieren vor Metro-Zentrale in Düsseldorf

Bonn (agrar.de) – Um auf die Folgen immer weiter sinkender Erzeugerpreise für Milch aufmerksam zu machen, haben heute rheinische Landwirte unter dem Motto ‚Lebensmittel sind mehr wert – Faire Milchpreise statt Preisdrückerei‘ vor der Zentrale eines der größten Unternehmen im Lebensmittel-Einzelhandel, der Metro Group in Düsseldorf, demonstriert.

‚Mit 27,7 Cent je Liter Milch ist der Milchpreis jetzt schon auf dem niedrigsten Stand seit 1977 gefallen. Bei durchschnittlichen Produktionskosten von 30 Cent je Liter Milch können Bauern die Milch nicht mehr annähernd kostendeckend erzeugen‘, erläuterte Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), zum Hintergrund der Aktion. In dieser Situation versuchten die Konzerne des Lebensmitteleinzelhandels bei den aktuellen Preisverhandlungen mit den Molkereien den Preis noch weiter zu drücken. ‚Das werden wir nicht kampflos hinnehmen‘, erklärte Decker.

Bei ihrer Demonstration forderten die Bauern den Lebensmitteleinzelhandel auf, der Milch- und Ernährungswirtschaft endlich ein fairer Partner zu sein und die wertevernichtende Preisdruckpolitik zu beenden. ‚Qualität und Sicherheit unserer Lebensmittel haben ihren Preis. Zahlen Sie den Molkereien endlich Preise, welche die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre berücksichtigen‘, so die klare Forderung der Landwirte.

Bedroht seien nicht nur tausende Existenzen von Milcherzeugern und deren Familien, sondern auch viele Arbeitsplätze im ländlichen Raum und nicht zuletzt der Erhalt einer gepflegten Kulturlandschaft.

Die Landwirte legen dabei Wert auf die Feststellung, dass sich ihre Kritik nicht allein an die Metro, sondern an den gesamten Lebensmitteleinzelhandel richtet. Die Metro Group ist allerdings der drittgrößte Handelskonzern in Europa und der fünftgrößte der Welt. Mit den Vertriebslinien ‚Real‘ und ‚Extra‘ macht die Metro Group im Nahrungsmittelbereich einen Umsatz von über 14 Milliarden Euro pro Jahr. Das Unternehmen hat damit erheblichen Einfluss auf die Preisgestaltung im Lebensmittelbereich.

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21. März 2004

Weltwassertag: BUND mahnt Hochwasserschutzgesetz an

Themen: Archiv,Wasser — info @ 13:03

Berlin (agrar.de) – ‚Wasser und Naturkatastrophen‘ ist Motto des morgigen UN-Weltwassertages. Aus diesem Anlass hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vom Bundestag die schnelle Verabschiedung des Hochwasserschutzgesetzes gefordert. Die extreme Trockenheit im letzten Sommer und das Hochwasser an Elbe und Donau im Jahr zuvor mit ihren immensen volkswirtschaftlichen Schäden mahnten zur Eile. Aufgrund des Klimawandels könnten sich ähnliche Ereignisse jederzeit wiederholen. Weitere Verzögerungen führten dazu, dass viele hochwassergefährdete Bau- und Verkehrsprojekte in Flussauen und potentiellen Überschwemmungsgebieten nicht mehr gestoppt werden könnten. Völlig unverständlich sei, dass ausgerechnet aus der SPD durch die Rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad Gegenwind gegen den Trittin`schen Gesetzentwurf komme. Selbst die Opposition sei für ein solches Gesetz.

Im Zentrum der Hochwasservorsorge müssten die natürliche Rückhaltung großer Regenmengen, die Erhaltung und Wiederherstellung von Auen sowie Deich-Rückverlegungen stehen. Richtig seien auch die Entscheidungen zum Stopp des Elbausbaus und das Ende der Staustufenplanungen am bayerischen Donauabschnitt.

Sebastian Schönauer, BUND-Wasserexperte: ‚Im Biosphärenreservat Mittlere Elbe in Sachsen-Anhalt und am Bösen Ort im Brandenburgischen Elbabschnitt haben wir zusammen mit der Bundesregie-rung Projekte zur Deichrückverlegung und zur Wiederherstellung von Elbauen mit einem Volumen von über zwölf Millionen Euro initiiert. Die Flüsse müssen mehr Raum erhalten und ihrem Naturzustand wieder angenähert werden. Diese Katastrophenvorsorge ist allemal billiger als das Hinnehmen so immenser Schäden wie nach dem Hochwasser von 2002, als 21 Menschen ums Leben kamen und die Schadenshöhe rund neun Milliarden Euro betrug.‘

Auch die Landwirtschaft sei stärker am Hochwasserschutz zu beteiligen. In Überschwemmungsgebieten müsse das Beackern der Flächen verboten werden, um der Bodenerosion und dem hochwas- serbedingten Schadstoffeintrag in Fließgewässern vorzubeugen.

Ein geeignetes Instrument zur Hochwasservorsorge könne auch die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sein. Das darin für alle Gewässer postulierte ‚Verschlechterungsverbot‘ und das anzustrebende Ziel ihres ‚guten ökologischen Zustands‘ seien wichtige Hebel zur Wiederherstellung natürlicher Flusslandschaften und zur nachhaltigen Wassernutzung.

Schönauer: ‚Der Schutz des Wassers, der Schutz vor Hochwasser und die Versorgung mit Wasser sind wichtige Aufgaben der Allgemeinheit. Hochwasserschutz und Wasser-Dienstleistungen müssen auch weiterhin in öffentlicher Hand bleiben und dürfen nicht privaten Profitinteressen unterworfen werden. Wer hier privatisieren will, ist mitverantwortlich, wenn Hochwasserschutz und eine bezahlbare Wasserversorgung unter die Räder kommen.‘

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DVT lehnt prozentuale Deklaration von Mischfutter ab

Themen: Archiv — info @ 10:03

Bonn (agrar.de) – Die in Deutschland ab 1. Juli 2004 verpflichtende Angabe der prozentualen Zusammensetzung eines Mischfutters sollte bis zur Klärung der augenblicklichen Rechtsverwirrung in der EU ausgesetzt werden. Dies forderte der Präsident des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), Ulrich Niemann, am vergangenen Donnerstag anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Bonn.

‚Die prozentuale Deklaration bringt dem Tierhalter gegenüber der jetzigen Deklaration, bei der alle Einzelkomponenten in absteigender Reihenfolge gemäß Gewichtsanteilen angegeben werden, keine zusätzliche Information‘, so Niemann. Der aufgeklärte Tierhalter wisse längst, dass für die Wertbestimmung eines Mischfutters die Inhaltsstoffe, d.h. beispielsweise die Angabe des Energie- oder Eiweißgehaltes, ausschlaggebend seien und nicht die Tatsache, ob ein Mischfutter nun 38 oder 42 Prozent Gerste enthalte. Für den Hersteller eines Mischfutters bedeute dagegen die prozentgenaue Angabe der Einzelbestandteile seines Mischfutters letztlich die Preisgabe von Firmen-Know-How. ‚Kein Mensch käme auf die Idee, Coca Cola zur Offenlegung seiner Rezeptur zu verpflichten‘, begründete der DVT-Präsident seine Haltung.

Hintergrund der augenblicklichen Situation ist die Umsetzung der EU-Richtlinie 2002/2/EU, mit der Mischfutterhersteller in der Gemeinschaft grundsätzlich zu Prozentangaben der Einzelfuttermittel verpflichtet werden sollen. Begründet wird dies unter anderem mit den Vorkommnissen um BSE, Dioxin und Nitrofen. ‚Dies ist geradezu absurd‘, sagte Niemann, ‚keiner dieser Fälle wäre durch eine Prozentangabe der Einzelfuttermittel verhindert worden‘.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres ist in Großbritannien eine ‚Einstweilige Verfügung‘ gegen die Umsetzung der EU-Richtlinie ergangen. Darüber hinaus haben inzwischen auch Gerichte in Frankreich und Italien entschieden, dass die Umsetzung der Richtlinie ausgesetzt wird und Vorabfragen beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Auch in Spanien und Portugal laufen Verfahren mit gleicher Zielsetzung.

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20. März 2004

FDP: Wald- und Jagdgesetz haben sich bewährt

Themen: Archiv — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – Zur Vorstellung von Eckpunkten zur Novellierung des Bundeswald- und Bundesjagdgesetzes durch Bundesministerin Künast erklären der agrarpolitische Sprecher, Hans-Michael Goldmann, und die Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Das Bundeswald- und das Bundesjagdgesetz haben sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt. Sie liegen im internationalen Vergleich bei Umwelt-, Natur- und Tierschutz an der Spitze. Die FDP-Bundestagsfraktion sieht daher keine Notwendigkeit für grundlegende Reformen dieser erfolgreichen und bewährten Bundesgesetze.

Die 1,3 Millionen Waldbesitzer plagen zur Zeit ganz andere Sorgen. Sie leiden unter den kaum berechenbaren Rahmenbedingungen, die durch eine unkalkulierbare rot-grüne Agrarpolitik bestimmt werden. Deshalb sind massive Bewirtschaftungsbeschränkungen und noch mehr Bürokratie, wie sie durch die Eckpunkte im Bundeswaldgesetz drohen, ein weiterer herber Schlag gegen die heimischen Waldbesitzer und abzulehnen. Die Borkenkäfer-Plage wird das größte Problem für den heimischen Wald in diesem Jahr sein. Hier ist die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern gefordert, die Waldbesitzer in ihrem Kampf gegen die Borkenkäfer zu unterstützen. Ministerin Künast hat bislang bei der Bekämpfung des Borkenkäfers völlig versagt.

Notwendige Anpassungen im Deutschen Jagdrecht an neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Korrekturen zur Vereinfachung der Jagdausübung und zum Abbau bürokratischer Hemmnisse lassen sich ohne größeren Aufwand durch Änderung einzelner Vorschriften, insbesondere im Zuständigkeitsbereich der Länder, verwirklichen. Die Jagdgesetzgebung des Bundes und der Länder gewährleistet den Schutz des Wildes und eine sachgerechte Ausübung der Jagd.‘

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Wasser in Thüringen

Themen: Archiv — info @ 13:03

Erfurt (agrar.de) – Das Thüringer Landesamt für Statistik stellt anläßlich des Weltwassertages 2004 (22.03.) folgende Zahlen und Fakten zum Thema Wasser vor:

– In Thüringen wurden im Jahr 2001 knapp 190 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Natur entnommen, zu 54 Prozent als Grund- u. Quellwasser.

– Eine Person in Thüringen verbrauchte im Jahr 2001 durchschnittlich 87 Liter Trinkwasser pro Tag, in Deutschland 127 Liter.

– Zusätzlich zur öffentlichen Wasserversorgung wird Trinkwasser aus 3 600 Hausbrunnen oder Quellen gewonnen.

– Die Wasserverluste der öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen, z.B. durch Rohrbrüche, wurden im Jahr 2001 gegenüber dem Jahr 1991 um fast zwei Drittel verringert.

– Industrie und Wärmekraftwerke verwenden das eingesetzte Frischwasser mehr als neunmal.

– Infolge Kreislaufnutzung in der Industrie werden jährlich rund 400 Millionen Kubikmeter Wasser gespart.

– Rund 10 Prozent der Thüringer Bevölkerung entsorgen ihr Abwasser in Kleinkläranlagen und abflusslosen Gruben.

– Die Gesamtlänge des öffentlichen Kanalnetzes in Thüringen beträgt 12 400 km, das entspricht einem Drittel des Erdumfanges.

– Im Kanalnetz sind etwa 1 400 Regenentlastungsbauwerke (Überlauf-, Rückhalte- und Klärbecken) mit einem Speichervolumen von 746 000 Kubikmeter eingebaut, das entspricht einem Siebtel des Stauraumes der Talsperre Heyda.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Holzeinschlag in den sächsischen Wäldern

Themen: Archiv — info @ 13:03

Dresden (agrar.de9 – Im Rahmen der Erhebung in den forstlichen Erzeugerbetrieben werden durch das Statistische Landesamt jährlich der Holzeinschlag und der Verkauf von Rohholz erfasst. Dabei gilt als Berichts­zeitraum das jeweilige Kalenderjahr.

Im Berichtsjahr 2003 betrug der Holzeinschlag in Sachsen ca. 1.243.700 Kubikmeter, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um etwa 8 Prozent entspricht. Mit rund 80 Prozent wurde der überwiegende Teil des Holzes im sächsischen Landeswald eingeschlagen, gefolgt vom Körper­schaftswald1) (11 Prozent), Bundeswald (5 Prozent) und Privatwald1) (4 Prozent).

Über 64 Prozent des eingeschlagenen Holzes entfiel auf die Holzartengruppe ‚Fichte‘ (Fichte, Tanne, Douglasie und sonstiges Nadelholz außer Kiefer und Lärche), knapp 23 Prozent auf ‚Kie­fer‘ (Kiefer und Lärche), 11 Prozent auf ‚Buche‘ (Buche und sonstiges Laubholz außer Eiche und Rotei­che) und weniger als 2 Prozent auf ‚Eiche‘ (Eiche und Roteiche).

Im Durchschnitt der letzten Jahre wurden insgesamt etwa 85 Prozent des eingeschlagenen Holzes auch in dem Kalenderjahr verkauft, in dem es geschlagen wurde. Eine Ausnahme bildet da­bei die Holzartengruppe ‚Eiche‘, bei welcher stets weniger als drei Viertel des im jeweiligen Jahr eingeschlagenen Holzes auch in diesem Zeitraum veräußert wurde.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Sachsen.

Fünf Prozent der baden-württembergischen Landwirte wirtschaften nach ökologischen Kriterien

Themen: Archiv — info @ 12:03

Meister-Scheufelen: Ökologischer Landbau zeigt markante Unterschiede zu konventionell geführten Betrieben

Stuttgart (agrar.de) – Verschiedene Lebensmittelkrisen in den vergangenen Jahren haben das Ernährungsbewusstsein der Verbraucher gesteigert und dem ökologischen Landbau eine günstige wirtschaftliche Perspektive eröffnet. Wie die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Gisela Meister-Scheufelen, heute vor der Presse feststellte, bewirtschafteten im Jahr 2003 von den annähernd 65.800 landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg knapp 5 Prozent oder gut 3.100 Landwirte nach den Kriterien des ökologischen Landbaus. In 1999 lag ihr Anteil noch bei 3,8 Prozent. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe ist in diesem Zeitraum um 200 Betriebe oder 6,9 Prozent nur leicht gestiegen. 92.900 Hektar (ha) bzw. 6,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) wird von diesen Betrieben bewirtschaftet.

Die EG-Verordnung zum ökologischen Landbau erlaubt neben der Gesamt- auch eine Teilumstellung klar abgegrenzter Betriebsteile. So setzt sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche der ökologisch wirtschaftenden Betriebe aus 74 900 ha umgestellter Fläche (80,6 Prozent), 5.200 ha in Umstellung befindlicher Fläche (5,6 Prozent) und 12.800 ha weiterhin konventionell bewirtschafteter Fläche (13,8 Prozent) zusammen. Über drei Viertel der Ökobetriebe Baden-Württembergs (2.400 Betriebe) haben ihren Betrieb komplett auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Gut ein Fünftel der Betriebe, die in die ökologische Bewirtschaftung eingestiegen sind, bewirtschaften Teile ihrer Flächen auch noch nach konventionellen Kriterien.

Anteil der Haupterwerbsbetriebe im Öko-Landbau um 10 Prozentpunkte höher

Die durchschnittliche Größe eines ökologisch wirtschaftenden Betriebes im Südwesten lag 2003 bei 30 ha LF und stieg damit in den letzten 4 Jahren um über 10 Prozent (1999: 26,9 ha). Damit liegt die Flächenausstattung der Betriebe des ökologischen Landbaus um nahezu 40 Prozent höher als die der konventionellen Betriebe (21,7 ha). »Der Anteil der Haupterwerbsbetriebe im Öko-Landbau liegt mit 44,3 Prozent um 10 Prozentpunkte höher als im konventionellen Bereich«, so Dr. Meister-Scheufelen. Weniger als 10 Prozent der Betriebe besitzen eine Flächenausstattung von 75 und mehr ha LF, bewirtschaften aber ein Drittel der gesamten ökologisch bewirtschafteten LF des Landes. Über 90 Prozent der ökologisch wirtschaftenden Betriebe wurden in der Rechtsform Einzelunternehmen – dem klassischen Familienbetrieb – geführt. Von den 229.800 Arbeitskräften in der Landwirtschaft Baden-Württembergs waren gut 5 Prozent oder 11.800 Personen in den Betrieben des ökologischen Landbaus beschäftigt. In Vollzeit erwerbstätig in der ökologischen Landwirtschaft war immerhin jede fünfte Arbeitskraft, während im konventionellen Bereich der Anteil deutlich niedriger lag (15,8 Prozent). Der Anteil der Familienarbeitskräfte lag aufgrund der Dominanz der Familienbetriebe merklich über 50 Prozent. Neben den Familienarbeitskräften waren 19 Prozent als ständig Beschäftigte im Betrieb angestellt. Damit liegt deren Anteil um 7 Prozentpunkte höher als im konventionellen Landbau. Jede vierte Arbeitskraft im ökologischen Landbau war als so genannte Saisonarbeitskraft höchstens drei Monate im Betrieb beschäftigt.

Anbaustruktur im Öko-Landbau setzt andere Schwerpunkte

Deutliche Unterschiede in Abhängigkeit von der Wirtschaftsweise zeigen sich bei der Bodennutzung. 60 Prozent der ökologisch bewirtschafteten LF wird als Dauergrünland genutzt, der Ackerbau hat mit 38 Prozent eine deutlich geringere Bedeutung als bei den konventionell wirtschaftenden Betrieben, die 59 Prozent der Fläche ackerbaulich und lediglich 37 Prozent als Grünland nutzen. Auch der Anbau auf dem Ackerland wird – als Folge der abweichenden Fruchtfolgegestaltung – nach anderen Kriterien geplant. Die größte Bedeutung kommt dabei dem Getreide und den Futterpflanzen zu. Über die Hälfte der Ackerfläche wird mit den unterschiedlichsten Halmfrüchten bebaut. Wichtigste Getreidesorte ist der Winterweizen, der ein Fünftel der gesamten Ackerfläche einnimmt. Auffällig ist der Anteil des Dinkels im Öko-Landbau. Mit knapp 2.600 ha macht er 7,3 Prozentanteil am Ackerland aus, während er in der konventionellen Landwirtschaft mit weniger als einem Prozent Anbaufläche im Land nur eine unbedeutende Rolle spielt. Herausragend im ökologischen Landbau sind die Futterpflanzen mit einem Anbauumfang von 28,4 Prozent. Ihr Anteil an der ackerbaulich genutzten Fläche ist mehr als doppelt so groß wie im konventionellen Landbau. Ölfrüchte (vor allem Winterraps) und Gerste liegen weit unter den Anteilen der konventionellen Betriebe.

Geringere Intensität in der Nutztierhaltung

Mehr als 2.500 Ökobetriebe (81,6 Prozent) hielten Nutztiere. Im Vergleich zu den konventionellen Betrieben liegt damit der Anteil im Öko-Landbau mit einem Plus von 18,2 Prozentpunkten deutlich höher. Die Rinderhaltung spielt mit Abstand die größte Rolle (67,4 Prozent), gefolgt von den Hühnerhaltenden Betrieben (24,3 Prozent) und den Schweinebetrieben mit 17,5 Prozent; die Schafhaltung liegt bei 11,5 Prozent. Die Veredlungswirtschaft (Schweine- und Geflügelbetriebe) mit ihren meist sehr intensiven Haltungsformen liegt damit im ökologischen Landbau in seiner Bedeutung weit hinter der konventionellen Landwirtschaft (jeweils über 40 Prozentanteile).

Markant ist die Bedeutung der Ammenkuhhaltung im ökologischen Landbau: Fast zwei Drittel aller Rinderbetriebe beschäftigen sich mit dieser extensiven Form der Rindermast. Dagegen steht die Milchwirtschaft, eines der tragenden Standbeine der heutigen Landwirtschaft, im ökologischen Landbau nicht in vorderster Reihe. Nur knapp zwei von fünf Betrieben mit Rinderhaltung setzen auf die Milchproduktion, während es in der konventionellen Landwirtschaft nahezu zwei Drittel sind. Die deutlichsten Unterschiede in den Bestandsgrößen pro Betrieb sind in der Schweine- und Geflügelhaltung zu erkennen. Dort liegen die durchschnittlichen Bestände in den konventionellen Betrieben bis zu sechs Mal höher. In der Rinderhaltung hingegen gleichen sich die Bestandsgrößen annähernd (42 bzw. 43 Rinder pro Betrieb), Unterschiede treten erst bei der Betrachtung der Nutzungsarten auf.

Im Durchschnitt jüngere Betriebsinhaber im Öko-Landbau

Der Umstieg auf die ökologische Betriebsführung bedeutet eine völlige Neuausrichtung der betriebswirtschaftlichen Abläufe und birgt nicht zuletzt ein unternehmerisches Risiko. Betrachtet man die Altersstruktur der Betriebsinhaber, so legt diese den Schluss nahe, dass es vor allem Landwirte mittleren Alters sind, die diesen Schritt wagen. Sieben von zehn Betriebsinhabern im ökologischen Landbau sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, in den konventionell wirtschaftenden Betrieben ist lediglich jeder zweite Betriebsinhaber in diesem Alter. Jeder sechste Betriebsinhaber im konventionellen Landbau war älter als 60 Jahre, während im Öko-Landbau lediglich jeder elfte in diesem Alter ist. Es bleibt abzuwarten, inwieweit mit dem altersbedingten Betriebsinhaberwechsel in den nächsten Jahren (10.300 Betriebe des konventionellen Landbaus mit einem Betriebsinhaber im Alter von 60 Jahren und älter), auch ein Umstieg auf die ökologische Bewirtschaftung erfolgt.

Zusätzliche Einkommenskombinationen

Neben den klassischen Produktionszweigen der Landwirtschaft, setzen landwirtschaftliche Betriebe immer mehr auf ergänzende alternative Einkommensquellen, wie zum Beispiel Direktvermarktung, Fremdenverkehr, Pferdepension oder auch erneuerbare Energien. So gibt fast ein Drittel der Ökobetriebe die Direktvermarktung sowie Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse (Fleischverarbeitung, Käseherstellung, Weinerzeugung etc.) als zusätzliche Einkommenskombination an. Im Bereich Fremdenverkehr und Beherbergung von Gästen sind immerhin gut 10 Prozent tätig. Damit übersteigen die Anteile bei weitem die Angaben aus den konventionellen Betrieben, wo nur gut jeder zwölfte Betrieb Direktvermarktung anbietet. Beherbergung und Fremdenverkehr liegen im konventionellen Landbau noch weiter zurück.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Landwirte unterstützen gezielten Hochwasserschutz

Themen: Archiv — info @ 12:03

DBV zum Weltwassertag

Berlin (agrar.de) – Für die Landwirtschaft ist Hochwasserschutz von vitaler Bedeutung. Nur zu gut sind das Jahrhunderthochwasser an der Elbe 2002 und die Folgen in Erinnerung. Dadurch wird die Notwendigkeit eines vorausschauenden Hochwasserschutzes verdeutlicht. Deshalb unterstützen die Landwirte alle Maßnahmen, die dem Ziel konsequenten Hochwasserschutzes wirklich dienen, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV) zum Weltwassertag am 22. März 2004, der in diesem Jahr unter dem Motto ‚Wasser und Naturkatastrophen‘ steht.

Zentrales Anliegen des DBV ist es, die ständig weiter steigende Versiegelung der Landwirtschaft zurückzudrängen. Der DBV stützt nachdrücklich die Forderung des Rates für Nachhaltige Entwicklung, diesen Flächenverbrauch von rund 120 Hektar je Tag auf 30 Hektar zurückzuführen. Als wirksamste Maßnahme wird angesehen, eindeutig festzulegen, dass für jeden Quadratmeter an Wohn-, Gewerbe-, Straßen- und Verkehrsflächen, der in Deutschland künftig versiegelt wird, ein Quadratmeter zu entsiegeln ist. Wirksamer Hochwasserschutz setzt voraus, dass Versickerungsflächen erhalten bleiben. In einer schrumpfenden Gesellschaft mit riesigen brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen muss es vorrangige Aufgabe sein, das weitere Zubetonieren von Landschaften zu verhindern, fordert der DBV, der sich darin mit Wissenschaft und Umweltorganisationen einig ist.

Völlig unverständlich ist, wenn in einer solchen Situation Flächen für den Hochwasserschutz zu Naturschutzzwecken umgewidmet werden sollen. Es ist zudem nicht nur angesichts der Haushaltslage von Bund und Ländern unverständlich, dass bestehende und mit immensen Investitionen errichtete Deiche jetzt zurückgebaut oder zurückverlegt werden sollen, anstatt sie zu pflegen und zu erhalten. Denn die Wissenschaft ist sich einig, dass eine Rückverlegung von Deichen nicht geeignet ist, Hochwasserspitzen effizient aufzufangen. Dies gelingt dagegen mit gesondert angelegten Hochwasserschutz-Poldern.

Links zum Thema Verbände.

BfN: Naturschutz ist Verbündeter des Hochwasserschutzes

Themen: Archiv — info @ 10:03

Bonn (agrar.de) – Anlässlich des Weltwassertages am 22.03.2004, der unter dem Motto ‚Wasser und Naturkatastrophen‘ steht, fordert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine noch stärkere Verknüpfung von Naturschutz und Hochwasserschutz.

Hochwasser sind heute wie auch in Zukunft unvermeidbar. Aber ihre Häufigkeit und das Ausmaß der Schäden für den Menschen sind auch eine Folge menschlichen Handelns. In der Vergangenheit wurde vielfach eine Flusspolitik betrieben, ohne die ökologischen Zusammenhänge zu beachten. Der Ausbau der Flüsse erfolgte zu einseitig nach technischen Gesichtspunkten. Immer höhere Deiche führten das Wasser in immer beengtere Flussbetten ab. Die Begradigung und Einengung der Flüsse für die Schifffahrt und zur Wasserkraftgewinnung haben den Wasserabfluss verstärkt und beschleunigt. Durch den Ausbau überlagern sich die Wassermassen der großen Flüsse und ihrer Nebenflüsse häufiger und lassen die Fluten noch höher anschwellen. Eine oftmals verfehlte Landnutzung in den Flussauen und die Bebauung der Überschwemmungsgebiete haben das Schadenspotenzial entlang unserer Flüsse dramatisch ansteigen lassen.

Die Folgen hat aber nicht nur der Mensch zu tragen. Naturnahe Flüsse und Auenwälder gehören europaweit zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen, für die Deutschland im Rahmen europaweiter Abkommen eine besondere Verantwortung trägt.

‚Aus den Fehlern der Vergangenheit können wir lernen und einen vorsorgenden und naturverträg-lichen Hochwasserschutz betreiben. Die Bundesregierung hat das erkannt. Unsere Flüsse brauchen wieder mehr Raum, mehr natürliche Überschwemmungsflächen, damit sich die Wassermassen dort ausbreiten können, wo sie keinen Schaden anrichten. Die Flussauen sind hervorragend zur Aufnahme von Hochwasser und zur natürlichen Verzögerung des Abflusses geeignet. Sie brauchen sogar Hochwasser, um zu überleben‘, so Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz.

Das Bundesamt für Naturschutz tritt seit langem aktiv für den Schutz der Auwälder an unseren Flüssen ein und unterstützt dies durch zahlreiche Projekte. In Kooperation mit einigen Ländern an der Elbe werden Konzepte zum Schutz und zur Revitalisierung von Flussauen umgesetzt: Flächen werden erworben, Deiche sollen zurückverlegt, Altarme wieder angeschlossen und Uferbefesti-gungen wieder rückgängig gemacht werden. Die Investitionen lohnen sich im doppelten Sinne. Sie sind ein wichtiger Beitrag zum vorsorgenden Hochwasserschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Links zum Thema Wasser.

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