26. März 2004

DBV: Hoffnungsschimmer für die Legehennenhalter

Themen: Archiv — info @ 10:03

Bund-/Länder-Agrarministerkonferenz unterstützt Entwicklung zur Kleinvoliere

Osnabrück/Berlin (agrar.de) – Anlässlich der heutigen Bund-/Länder Agrarministerkonferenz in Osnabrück wurde als Alternative zur auslaufenden Käfighaltung die Entwicklung der so genannten Kleinvoliere vereinbart. Dieses für die deutsche Legehennenhaltung durchaus erfreuliche Votum geht zurück auf die Ergebnisse des Modellvorhabens zur Erprobung so genannter ausgestalteter Käfige. Wie die Auswertung und Analyse des Modellvorhabens durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft gezeigt hat, gibt es dabei gute Fortschritte, Tierschutzaspekte mit der Sicherung der Wirtschaftlichkeit der Legehennenhaltung zu verbinden.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat immer wieder gefordert, in die Weiterentwicklung alternativer Haltungsformen auch die Kleinvoliere einzubeziehen. Deshalb begrüßt er nachdrücklich den jetzigen Beschluss der Bund-/Länder-Agrarministerkonferenz und bietet seine Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer tatsächlich funktionsfähigen Kleinvolierenhaltung an. Wichtig ist, dass dabei neben den Tierschutzaspekten auch die Anliegen der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen scheint jetzt endlich ein zukunftsorientierter Weg für alle Legehennenhalter in Deutschland möglich.

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Goldmann: Kürzung des Bundeszuschusses in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung ist unanständig

Themen: Archiv — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Zu der überraschenden Kürzung des Bundeszuschusses in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung für 2004 im Rahmen einer globalen Minderausgabe um 13,5 Mio. Euro auf 216,5 Mio. Euro erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Das Maß ist voll! Erst am Dienstag dieser Woche haben uns die Agrarsprecher von SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Notwendigkeit und Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung bestätigt. Kein Wort zu einer Kürzung der Bundesausschüsse war zu hören. Gleichzeitig oder wenige Stunden später geht dann die zuständige Ministerin Künast hin und streicht weitere 13,5 Mio. Euro bei der landwirtschaftlichen Unfallversicherung.

Aus Sicht der FDP ist das ein unanständiges Doppelspiel! Die rot-grüne Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen sehen in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung offensichtlich einen Steinbruch, aus dem man sich je nach Haushaltslage bedienen kann. Eine landwirtschaftliche Sozialpolitik nach Kassenlage des Bundes ist den Landwirten nicht länger zuzumuten.

Rot-Grün muss endlich klipp und klar sagen, wie es mit der landwirtschaftlichen Sozialversicherung weitergehen soll. Die bisherige ‚Salami-Taktik‘ führt zwangsläufig zum ‚Aus‘ einer eigenständigen landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Sofern dies das Ziel von Rot-Grün ist, sollten Künast & Co. endlich Farbe bekennen!‘

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25. März 2004

Handel lehnt Vorgehen der Mühlen bei Mykotoxinen ab

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bonn (agrar.de) – Das Vorgehen der Mühlenwirtschaft, nur noch Getreide vom Landhandel und/oder vom Erzeuger aufzunehmen, das die maximal zulässigen Werte für DON und ZEA für Getreideerzeugnisse nicht überschreitet, wird vom Handel nicht akzeptiert. Dies war einhellige Auffassung des Getreideausschusses des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), der diese Woche in Detmold getagt hat.

Die Mühlen haben die Möglichkeit, durch entsprechende Maßnahmen wirksam auf die Mykotoxinbelastung Einfluss zunehmen. Sicherlich ist jede Stufe der Getreidewirtschaft angehalten, durch entsprechende Minimierungsmaßnahmen auf die Einhaltung der Höchstwerte für Myktoxine hinzuwirken, so Bruno Fehse, Vorsitzender des Ausschusses. Die vollständige Verschiebung der Verantwortlichkeit auf die Vor-stufen wird jedoch klar abgelehnt. Vielmehr muß nach einer gemeinsamen Lösung gesucht werden, insbesondere da es zurzeit weder eine geeignete Standardmethode noch einen wissenschaftlich abgesicherten Schnelltest für Mykotoxine gibt.

Weiterhin können bei dieser Diskussion die Entwicklungen auf europäischer Ebene nicht ausser Acht gelassen werden. Hier stehen Höchstwerte von 1000 ppb DON für unverarbeitetes Getreide und 1500 ppb für Hartweizen in der Diskussion, wobei die Getreidewirtschaft sich für einen Grenzwert für DON von 2000 ppb für Hartweizen und von 1500 ppb für andere Getreidearten ausspricht. Grundsätzlich muß bei der Festsetzung von Höchstwerten, die sich hauptsächlich am reinen Vorsorgeprinzip und weniger an wissenschaftlichen Werten orientieren, klar sein, dass in Jahren mit ungünstiger Witterung ein erheblicher Teil der Getreideernte nicht in die Lebensmittelkette gelangen wird, was sowohl unter ökonomischen als auch ethischen Aspekten nicht zu akzeptieren ist.

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FDP: Staatssekretär Berninger kündigt Stopp der “ Bauernspione “ an

Themen: Archiv — info @ 14:03

Berlin (agrar.de) – Zu den Ankündigungen des Agrar-Staatssekretärs, den Einsatz von ‚Bauernspionen‘ zu stoppen, erklären der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, und die Sprecherin für ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Die Ankündigung von Staatssekretär Berninger, das unsägliche Projekt des Bundesumweltamtes (UBA) zum Einsatz von ‚Bauernspionen‘ zu stoppen, ist überfällig und ausdrücklich zu begrüßen. Die FDP-Bundestagsfraktion erwartet nun nach dieser Ankündigung, dass Minister Trittin und Ministerin Künast den Worten Taten folgen lassen.

Die FDP-Bundestagsfraktion verlangt neben dem unverzüglichen Stopp des UBA-Projektes in vollem Umfang eine Entschuldigung der Minister Trittin und Künast bei den Landwirten. Nur wenn diese beiden Forderungen vollständig erfüllt werden, kann weiterer Schaden für die Landwirte und ihre Familien verhindert werden. Es bleibt ein Skandal, dass in der Verantwortung der zuständigen Minister Künast und Trittin eine Kriminalisierung der Landwirte durch ‚verdeckte Feldbeobachtung‘ auf den Weg gebracht wurde. Der Stopp des Projekts und eine Entschuldigung ist das Mindeste, was die Landwirte erwarten.

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Decker fordert Nachbesserung bei der Haftung für Grüne Gentechnik

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt,Verbände — info @ 13:03

Köln (agrar.de) – ‚Wir brauchen klare Gesetze, die das Haftungsrisiko nicht bei den Bauern abladen und die Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte sicherstellen‘, forderte der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, auf einer Fachtagung des Zentrums für ländliche Entwicklung zu Gentechnik und Landwirtschaft am 23. März 2004 in Köln-Auweiler.

Der im deutschen Gesetzentwurf zur Grünen Gentechnik vorgesehenen Haftungsregelung erteilte Decker eine klare Absage. ‚Bei der derzeitigen Ausgestaltung der Haftung kann der Rheinische Landwirtschafts-Verband keinem Landwirt den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen empfehlen‘, betonte Decker. Würde der Bundesrat den Vorschlägen der Bundesregierung zustimmen, seien Landwirte unabhängig von der Einhaltung aller Anforderungen der guten fachlichen Praxis für eventuelle Einträge durch gentechnisch veränderte Pflanzen auf benachbarte Ackerschläge schadensersatzpflichtig. ‚Daher fordern wir eine spezifische verschuldensabhängige Haftung für wirtschaftliche Beeinträchtigungen benachbarter konventionell und ökologisch wirtschaftender Landwirte‘, so Decker.

Bei der Einrichtung so genannter gentechnikfreier Zonen in Nordrhein-Westfalen verwies Decker auf das Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung. ‚Zwar unterstützen wir die Landwirte bei der Einrichtung gentechnikfreier Zonen‘, betonte Decker. Die gentechnikfreien Zonen seien allerdings keine Alternative zu klaren rechtlichen Regelungen, das friedliche Nebeneinander von Landwirtschaft mit und ohne Verwendung von Gentechnik – die so genannte Koexistenz – zu regeln.

Hinzu komme, dass versäumt worden sei, durch einen Erprobungsanbau die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen zur Formulierung des Gesetzes zu schaffen. ‚Der Berufsstand hat die Politik bereits vor zwei Jahren mit Nachdruck aufgefordert, die Möglichkeiten der Koexistenz in praktischen Versuchen zu analysieren‘, sagte Decker. Leider habe Deutschland im Gegensatz zu anderen EU-Staaten keine entsprechenden Studien erstellt.

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400 Bauern fordern von Metro in Düsseldorf faire Preise

Themen: Archiv — info @ 13:03

WLV: Stoppt die Wertevernichtung – Weitere Aktionen geplant

Münster/Düsseldorf (agrar.de) – Faire Preise für unsere Produkte – mit dieser Forderung sind heute Vormittag rund 100 Milchbauern aus dem Münsterland mit 300 rheinischen Berufskollegen vor die Hauptverwaltung des Lebensmittelkonzerns Metro AG in Düsseldorf gezogen. Der Metro, wie auch anderen Lebensmitteldiscountern wie Aldi oder Lidl, werfen sie vor, ihre hochwertigen Milchprodukte zu Niedrigstpreisen zu verramschen. Die Bauern sehen sich als Leidtragende des Preiswettkampfs im Lebensmitteleinzelhandel. Bei Produktionskosten von 30 bis 32 Cent je Liter erhalten sie derzeit gerade einmal 27 Cent, der niedrigste Stand seit 1977. Ein angemessenes Einkommen zu erwirtschaften, ist bei diesen Preisen unmöglich. Schon im vergangenen Jahr verdiente ein Milchviehbetrieb je Arbeitskraft nur 15.000 Euro im Jahr.

Die Vertreter der Bauern, WLV-Vizepräsident Karl-Heinz Schulze zur Wiesch, und der Präsident des RLV, Friedhelm Decker, sehen neben der verfehlten EU-Milchpolitik vor allem das knallharte Einkaufsverhalten von Metro, Aldi & Co als Ursache für die Einkommenskrise der Bauern. ‚Seien Sie endlich ein fairer Partner der Milch- und Ernährungswirtschaft‘, betonte Decker. Schulze zur Wiesch forderte Metro auf, sich der großen Verantwortung für das Marktgeschehen bewusst zu sein: Tiefstpreise sind nicht fair. Und das ist auch nicht geil. Das ist unverschämte Wertevernichtung!“ Der Konzern zeigt während der Demonstration wenig Bereitschaft zum Gespräch. Die Resolution, die die Landwirte vorbereitet hatten, wurde von einem Pressesprecher kommentarlos entgegen genommen. Die Aktion in Düsseldorf ist der nordrhein-westfälische Auftakt zu einer Reihe weiterer Demonstrationen unter dem Motto ‚Lebensmittel sind mehr wert‘.

Mit Milchviehhaltung erwirtschaftet die Landwirtschaft in Deutschland mehr als ein Viertel des Einkommens. Für die rund 6.500 Milchvieh haltenden Landwirte in Westfalen-Lippe ist es die wichtigste Einkommensquelle mit einem noch höheren Anteil. Rund 222.000 Milchkühe stehen in Ställen in Westfalen-Lippe.

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Bayern: Milcherzeuger rufen zu Protest auf

Themen: Archiv — info @ 12:03

München (agrar.de) – Unter dem Motto ‚Milchprotest – Jetzt reicht’s!‘ rufen die Milcherzeugergemeinschaften in Bayern die Milchbetriebe auf, ab kommendem Montag drei Tage lang keine Milch an die Molkereien zu liefern.

Die Milcherzeuger wollen mit diesem Protest vor allem ein Warnsignal an den Lebensmitteleinzelhandel und Politik, aber auch an die Molkereien geben: Milch noch billiger produzieren geht nicht! ‚Die Molkereien haben Verantwortung bei den Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel‘, appelliert Josef Andres, der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaften in Bayern e.V. Die Milchbauern erwarten von ihren Abnehmern, dass sie für ihr hochwertiges Produkt faire Verhandlungen mit höheren Preisabschlüssen führen.

Die bayerischen Milchbauern erhalten von Jahr zu Jahr weniger für ihren wertvollen und qualitativ hochwertigen Rohstoff Milch. ‚Der Milchpreis ist ein Skandal‘, sagt Andres. Im Durchschnitt werden in Bayern derzeit knapp 28 Cent pro Liter Milch – bei fallender Tendenz – bezahlt, das sind mehr als 16 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Jahres 2001.

Nach den Demonstrationen vor den Auslieferungslagern von Aldi und Lidl vor zwei Wochen ist dieser Milchprotest auch ein zweites Warnsignal an den Lebensmitteleinzelhandel. Die Niedrigpreispolitik der Discounter treibe die Bauern in den Ruin. ‚Lebensmittel sind mehr wert‘ lautet die Botschaft der Bauernfamilien. Das Preisdumping sei eine Sackgasse für alle, auch für die Verbraucher. Mit der heimisch erzeugten Milch werde nicht nur ein hochwertiges Lebensmittel angeboten. Die Milchviehbetriebe tragen auch zum Erhalt einer attraktiven Kulturlandschaft bei. Für die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche im ländlichen Raum ist eine intakte Landwirtschaft von großer Bedeutung. ‚Wird das Milchland Bayern bald ein Märchen sein‘, sorgt sich der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner. Der Bayerische Bauernverband unterstützt die Protestaktionen der Milcherzeugergemeinschaften.

In der Verantwortung stehe auch Bundesministerin Renate Künast. Sie müsse sich endlich in Brüssel für eine wirksame Reduzierung der Milchquotenmenge einsetzen und in Deutschland für die betriebsindividuelle Umsetzung der Milchprämie sorgen. Öffentlichkeitswirksame Ankündigungen der Verbraucherschutzministerin reichen nicht, die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels zu brechen. Der Bauernverband fordert, endlich das Wettbewerbsrecht zu ändern.

Allein die Milcherzeugung der bayerischen Rinderhalter hat einen Anteil von 36 Prozent des landwirtschaftlichen Produktionswertes. Von den 4,8 Millionen Milchkühen werden etwa ein Drittel in Bayern gehalten. Dies zeigt die starke Bedeutung der Milcherzeugung in Bayern. Für die deutsche Landwirtschaft ist die Milch ein sehr wichtiges Einkommens­standbein: 120.000 der 380.000 Landwirte erzeugen Milch, 43 Prozent (8,2 Mrd. Euro) des Produktionswertes aus der Tierhaltung stammen aus der Milchproduktion, bezogen auf den gesamten Produktionswert (40,5 Millionen Euro) sind es 20 Prozent.

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CDU/CSU: Erprobungsanbau für Bt-Mais beginnen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 09:03

Keine wissenschaftlichen oder gesundheitlichen Bedenken gegen einen praktischen Anbau

Berlin (agrar.de) – Zur Diskussion um einen großflächigen Erprobungsanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen erklärt der Beauftragte für Bio- und Gentechnologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Der Erprobungsanbau sollte umgehend beginnen, denn alle Voraussetzungen liegen dafür vor:

Das Bundessortenamt hat für 2004 sieben Sorten Futter-BT-Mais mit insgesamt 30,5 Tonnen Saatgut für den Erprobungsanbau (Inverkehrbringung) in Deutschland zugelassen. Hierdurch können ca. 1.000 ha schon in diesem Jahr angebaut werden. Das ist die einzigartige Gelegenheit, die so dringend notwendigen Erfahrungen der Praxis in Deutschland selbst unverzüglich zu gewinnen und dann in den kommenden Jahren auszubauen.

Es spricht auch wissenschaftlich nichts dagegen. Dies hat die Bundesregierung gerade auf eine Anfrage der FDP eingeräumt, Pflanzenschutzmittel mit dem Bt-Wirkstoff und genveränderte Bt-Pflanzen seien in ihrer Wirkung, gerade auch auf Nicht-Ziel-Organismen, vergleichbar. Auch ließen sie beide keine toxische Wirkung für Säugetiere erkennen. Überdies sei das Fleisch von Tieren, die mit Bt-Mais gefüttert wurden, hinsichtlich der Inhaltsstoffe und ihrer Qualität nicht von dem Fleisch der Tiere zu unterscheiden, die mit herkömmlichem Mais gefüttert wurden.

Hinzu kommt, dass aller Voraussicht nach der Europäische Rat zum 18. April, dem Wirksamwerden der Kennzeichnungspflichten für Gentechnik, den Import von Bt11-Süßmais in die EU genehmigen wird. Dann entstünde die Situation, vor der wir gewarnt haben: mehr und mehr dürfen die Biotech-Produkte nach Deutschland importiert werden. Deutschland selbst könnte an diesem zukunftsträchtigen Markt und der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Grünen Gentechnik aber nicht nennenswert teilnehmen.

Die Bundesregierung hat selbst eingestanden, dass es keine wissenschaftlichen oder gesundheitlichen Bedenken gegen einen praktischen Anbau von Bt-Mais in Deutschland gibt. Sie sollte nun umgehend tätig werden. Noch sind vier Wochen Zeit bis zur Aussaat.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

Immer weniger für Nahrungsmittel

Themen: Archiv — info @ 09:03

Bonn (agrar.de) – Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben nimmt seit Jahren ab. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilt, gab der durchschnittliche Haushalt (4-Personen-Arbeitnehmer-Haushalt mit mittlerem Einkommen) im Jahr 2002 nur noch 12,1 Prozent seines ausgabefähigen Einkommens für Nahrungsmittel aus. 1950 lag dieser Anteil im früheren Bundesgebiet bei 43 Prozent, 1970 immerhin noch bei 26 Prozent.

Der Grund für den Rückgang des Anteils der Nahrungsmittelausgaben liegt nach Ansicht des RLV einerseits in den eingetretenen Einkommenssteigerungen, andererseits in dem vergleichsweise geringeren Anstieg der Nahrungsmittelpreise.

Wie der RLV dazu vorrechnet, hat sich für 1950 bis 2002 der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters mehr als verachtzehntfacht (18,2-fach). Da die Brotpreise nur um das 8,4-fache gestiegen seien, hätte sich ein Industriearbeiter für seinen Stundenlohn 2002 mehr als doppelt so viel Brot kaufen können wie noch vor 50 Jahren. Die Weizenerzeugerpreise seien dagegen um fast ein Drittel unter dem Niveau von 1950 gefallen. Somit mache ein Weizenerzeugerpreis um die 11 Euro je dt – wie zur Ernte 2003 – nur noch 5 Prozent des Brotpreises aus. Demgegenüber waren es 1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises. Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso gestiegen wie die Inflationsrate, dann die Erzeuger für einen dt Weizen im August 2003 rund 73 Euro je dt erlösen können. Eine ähnliche Entwicklung hätte – so der RLV – auch bei Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukten stattgefunden.

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24. März 2004

Niedersachsen: Verstärkter Strukturwandel in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:03

Hannover (agrar.de) – Im vergangenen Jahr gab es in Niedersachsen noch 57.588 landwirtschaftliche Betriebe. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik mitteilt, sind nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung vom Mai 2003 5.514 Betriebe seit 2001 aus der Produktion ausgeschieden. Die Zahl der Betriebe ist damit um 8,7 Prozent gesunken.

Zweistellige Abnahmeraten finden sich in den Größenklassen bis 50 ha. Diese Betriebe werden zum Teil bereits im Nebenerwerb bewirtschaftet und scheiden häufig im Zuge des Generationenwechsels aus der Produktion aus. Im Größenbereich von 50 bis 100 ha nahm die Betriebszahl um 5,0 Prozent oder um 709 Betriebe auf 9.829 ebenfalls ab. Wachstum zeigte sich erst in der Größenklasse ab 100 ha. Hier gab es mit 6.339 Betrieben 9,0 Prozent oder 526 Betriebe mehr als 2001.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) ist mit 2,62 Mio. ha weitgehend unverändert geblieben. Diese Fläche wird zu 38,7 Prozent von Betrieben mit einer Mindestgröße von 100 ha bewirtschaftet, obwohl diese Betriebe nach der Zahl nur einen Anteil von 11,0 Prozent ausmachen. Hinsichtlich der durchschnittlichen Flächenausstattung ist eine kontinuierliche Zunahme zu verzeichnen. 1999 lag der Durchschnitt bei 40,5 ha, 2001 bei 42,0 ha und im vergangenen Jahr bereits bei 45,5 ha LF pro Betrieb.

Die rückläufige Tendenz der Betriebszahlen ist in den Gebieten beider Landwirtschaftskammern nahezu identisch. Bei den Strukturen zeigen sich aber deutliche Unterschiede. Die schwerpunktmäßig auf tierische Veredlung ausgerichteten Betriebe im Kammergebiet Weser-Ems haben eine durchschnittliche Betriebsgröße von 36,7 ha, während die stärker ackerbaulich orientierten Betriebe im Kammergebiet Hannover eine mittlere Flächenausstattung von 52,4 ha aufweisen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

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