29. März 2004

foodwatch und der Schnitzelpreis

Themen: Archiv — info @ 13:03

Lieblingsfeinde, offene Fragen und erstaunliche Analyse – Ein Kommentar von Thomas Pröller

Ahrensburg (agrar.de) – Thomas Pröller (meat-n-more) kommentiert das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag der Verbraucherschutzorganisation foodwatch.

‚Heute hat Thilo Bode von foodwatch eine Studie mit dem Titel ‚Was kostet ein Schnitzel wirklich‘ vorgestellt. Darin ist nachzulesen, dass beim Preis von herkömmlichen Schweinefleisch die Umweltkosten nicht berücksichtigt seien und es deshalb deutlich günstiger sei als Ökoschweinefleisch. Zusätzlich enthält die Studie eine recht interessante Abhandlung darüber, warum das Ökofleisch gleich soviel teurer an der Theke ist wie das herkömmliche.

Beim ersten Überfliegen des 47-Seiten Papiers fallen einige handwerkliche Schwächen auf:

– Bei der Bewertung der Umweltkosten bleibt es unscharf. Auch das Ökoschwein scheidet aus, verursacht Transportkosten … Hier kann also höchstens eine Kostendifferenz zu Lasten der konventionellen Tiere gewertet sein. Da allerdings fehlt dann u.a. noch der Faktor Weg des Fleisches zum Verbraucher. Die Strecke zum rar erhältlichen Ökoschnitzel ist in der Regel weiter als zum konventionellen. Auch scheint die längere Mastzeit der Ökotiere mit schlechterer Futterverwertung nicht berücksichtigt.

– Die CMA entwickelt sich langsam und sicher zum Lieblingsgegner Thilo Bodes. Man hat schon fast römische Gefühle (… und im übrigen bin ich der Meinung, die CMA müsse weg). Da trifft er die Falschen. Das, was Bode der CMA vorwirft, einseitig nur für den Verzehr von Fleisch zu werben, das machen die so schon lange nicht mehr. Die CMA ist bei genauem Hinsehen in ihren Maßnahmen erfreulich differenziert. Für unterschiedliche Zielgruppen versuchen die Bonner verständlich zu werben. Dazu sei auch gesagt, dass hierbei Themen wie Ökoprodukte, Regionale Vermarktung und bewusster Genuss deutlich über dem tatsächlichen Marktanteil der einzelnen Zielgruppen angesprochen werden.

Ein erstes Lesen zeigt aber auch Beachtenswertes:

– Es liegt eine harte, fast könnte man sagen desillusionierte Studie des Marktes für Ökofleisch vor.

– Die Problematik des geringen Marktanteils (die genannten 0,5 Prozent sind real beim Schweinefleisch knapp 0,3 Prozent) erinnert in Verbindung mit den hohen Logistikkosten an die Katze, die sich in den eigenen Schwanz beißt.

– Die in der Studie genannten 50 Prozent des Ökoschweines, die sich nicht als Ökofleisch vermarkten lassen zeigen auch, dass die Ökowurst noch weniger Akzeptanz beim Verbraucher errungen hat als das Ökofleisch. Hier scheint (steht so nicht in der Studie) das Ergebnis der Wurstmacherkunst doch zu sehr von herkömmlicher Wurst abzuweichen als dass dies über den Ökovorteil toleriert werden könne. Aber irgendwann wird auch in Ökowürsten Nitrit erlaubt sein, für den gewöhnten Pökelgeschmack, gegen ranziges Fett in der Salami und für die typische Pökelfarbe.‘

Eine Kurzfassung der Studie ist Bestandteil des ‚%url3%Foodwatch-Reports über falsche Preise und wahre Kosten der Fleischproduktion%/%‘ und wird im Internet zum Download bereitgestellt. Die Langfassung ist als IÖW-Schriftenreihe 171/04 (ISBN 3-932092-72-4, 19,50 Euro) erschienen.

Auch der Veterinär Dr. Manfred Stein setzt sich mit Umweltaspekten bei der Bio-Schweinehaltung auseinander: ‚url7%Sind Bio-Schweine Umweltschweine?%/%‘

Links zum Thema %url4%Schweine%/%, Links zum Thema %url5%Lebensmittel%/%.

NABU für stärkere Gesetzgebungskompetenz des Bundes im Naturschutz

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat die aktuellen Überlegungen zur Abschaffung der Rahmengesetzgebung im Zuge einer Föderalismusreform grundsätzlich begrüßt und gleichzeitig die Überführung des gesamten Naturschutzrechts in die Bundeszuständigkeit gefordert.

‚Naturschutz kann auch in Zukunft nicht auf bundeseinheitliche Regelungen verzichten‘, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Für Tiere und Pflanzen ginge es schließlich um den Schutz von Lebensräumen, der keinesfalls an jeder Landesgrenze grundsätzlich auf die Probe gestellt werden dürfe.

Es wäre fatal, wenn das Naturschutzrecht ausschließlich den Ländern anvertraut würde, warnte Tschimpke: ‚Damit würden erprobte und gebündelte Fachkompetenzen auf Bundesebene leichtfertig aufs Spiel gesetzt.‘ Es würde laut NABU außerdem zu einer intransparenten und unübersichtlichen Gesetzeslage führen. Anstelle eines einzigen Bundesgesetzes liefe es im schlimmsten Fall auf 16 verschiedene Gesetzestexte ohne erkennbare Einheitlichkeit hinaus. Zudem fürchte der NABU, dass die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von EU-Richtlinien noch größer würden. ‚Die aktuell gültige Rahmengesetzgebung des Bundes reicht ganz offensichtlich nicht aus, die Länder zu einem EU-rechtskonformen, fristgerechten Handeln im Naturschutz zu bewegen‘, so der NABU-Präsident. Eine ausschließlich dem Bund zugeschriebene Kompetenz im Naturschutzrecht biete laut NABU den überzeugenden Vorteil einer einstufigen und somit erheblich beschleunigten Umsetzung von EU-Recht.

Wichtig sei allerdings auch, die Sachkompetenzen auf Länderebene weiter zu nutzen. ‚Die Länder sollten die Möglichkeit behalten, über die vom Bund gesetzten Mindeststandards hinausgehende Regelungen im Rahmen einer konkurrierenden Gesetzgebung zu treffen‘, so Tschimpke.

Links zum Thema Verbände.

Grüne unterstützen Aktionen der Bauern für faire Milchpreise

Themen: Archiv — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) – Zu den Protestaktionen der Milchbauern in Essen und Bayern erklärt Friedrich Ostendorff, Obmann im Agrarausschuss des Bundestagesfür Bündnis 90 /Die Grünen:

‚Wir unterstützen die Bäuerinnen und Bauern in ihrem Protest gegen den Preiskampf des Lebensmittelhandels. Der Preisdruck, den besonders die Discounter ausüben, wird von den Molkereien an die Milchbauern weitergereicht, die dadurch ihre Produktionskosten und ihre Arbeit nicht mehr bezahlt bekommen. Dabei geht es für die Discounter und Molkereien nicht um günstigere Produkte für die Verbraucher, sondern lediglich um den Ausbau ihrer Marktmacht. Für die Verbraucher macht es keinen großen Unterschied, ob ein Liter Milch 5 Cent mehr oder weniger kostet, für die Bauern hingegen hängt vielfach die Existenz davon ab.

Bundesverbraucherministerin Renate Künast und Bündnis 90/Die Grünen haben schon vor einem Jahr an die Discounter appelliert, ihren ruinösen Preiskampf zu beenden. Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel und dieser Wert muss sich auch im Preis widerspiegeln. Wir begrüßen, dass sich nun auch der Deutsche Bauernverband deutlich gegen Preisdumping und für die Interessen der Milchbauern ausspricht. Diesem Bekenntnis sollten nun auch Taten folgen. Für die aktuelle Diskussion um die Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland bedeutet das: ein klares Bekenntnis zu dem von Bund und Ländern im Herbst 2003 vereinbarten Kombimodell, keine Aufweichung des Modells in anderen Bereichen und Konzentration auf die Probleme der Milcherzeuger. Wer das Kombimodell in Frage stellt, der verbaut den Weg zu einer gesonderten Behandlung der Milch im Rahmen der Agrarreform, die der besonderen Situation der Milcherzeuger gerecht wird.

Wir haben für heute zu einem Expertengespräch nach Berlin eingeladen, um Wege aus der Krise der Milcherzeuger zu erörtern.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Käfighaltung dominiert Legehennenhaltung in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 11:03

Dresden (agrar.de) – Die 32 sächsischen Legehennenbetriebe mit 3.000 und mehr Haltungsplätzen verfügten zum 1. Dezember 2003 über 3,8 Millionen Legehennenplätze. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sind das 77.000 Plätze (zwei Prozent) weniger als vor Jahresfrist.

Der Legehennenhaltung werden drei Haltungsformen zugeordnet, die Käfig-, Boden- und Freilandhaltung. In 24 Betrieben wird lediglich eine Haltungsform angewendet. Acht Legehennenbetriebe nutzen zwei bzw. alle drei Formen. Der Käfighaltung sind in Sachsen gut 3,4 Millionen Plätze (knapp 90 Prozent) in zwölf Betrieben zugeordnet. Dies sind 127.000 Plätze (knapp vier Prozent) weniger als 2002. Eine Ursache für diesen Rückgang ist die seit dem 1. Januar 2003 geltende Regelung, dass in der Käfighaltung je Legehenne 550 cm² statt 450 cm² Grundfläche zur Verfügung stehen sollen. In 17 sächsischen Betrieben existieren 262.000 Plätze in der Freilandhaltung. Dies sind 24.000 Plätze (zehn Prozent) mehr als 2002. Weiterhin befinden sich in zwölf Betrieben 129 000 Legehennenplätze in der Bodenhaltung – 25.000 (25 Prozent) mehr als vor Jahresfrist.

Die Legehennenhaltung erfolgt in Sachsen überwiegend in großen spezialisierten Betrieben. Rund 85 Prozent der Kapazität (3,3 Millionen Plätze) befindet sich in sieben Betrieben mit über 100.000 Legehennenplätzen. Mit 1,7 Millionen Plätzen verfügt der Regierungsbezirk Chemnitz über 45 Prozent der vorhandenen Kapazität. Knapp 1,2 Millionen Plätze befinden sich im Regierungsbezirk Leipzig und 0,9 Millionen Plätze werden für den Regierungsbezirk Dresden ausgewiesen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

26. März 2004

Öko-Schweine: besser für die Umwelt?

Themen: Archiv — info @ 15:03

IÖW vergleicht die ‚wahren‘ Kosten der ökologischen und der konventionellen Schweinemast

Berlin/Hamburg (agrar.de) – Die konventionelle Schweinemast verursacht durch Umweltschäden deutlich höhere gesellschaftliche Kosten als die ökologische. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch.

Würden die Kosten für Umweltschäden nicht wie bisher von der Allgemeinheit getragen, sondern den Verursachern direkt angelastet, müsste jedes konventionell erzeugte Mastschwein rund 50 Euro mehr kosten. Pro Kilogramm Schweinefleisch bedeutete das einen Aufschlag von rund 47 Cent. Die Studie verdeutlicht beispielhaft die Vorteile einer Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft.

Von den jährlich 37,5 Millionen Mastschweinen in Deutschland werden nur 100.000 nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus gemästet. Dabei, so die IÖW-Studie, haben die Öko-Schweine erhebliche Vorteile für die Umwelt: bei der Futterproduktion werden keine Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger eingesetzt. Der Primärenergieverbrauch ist um ein Viertel geringer, und die Stickstoffeinträge in Gewässer sind um mehr als drei Viertel niedriger. Die konventionelle Schweinemast trägt bezogen auf ein Kilogramm Fleisch viermal so viel zum Treibhauseffekt bei. ‚Die externen Kosten für die Vermeidung der Umweltschäden aus der konventionellen Schweinemast summieren sich auf 47,3 Cent je Kilogramm. ‚, so Michael Steinfeldt, Experte für Ökobilanzen am IÖW.

Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW und Leiter der Studie, sieht neben der besseren Ökobilanz noch weitere Vorteile der ökologischen Schweinemast: ‚Bei Öko-Schweinen treten weniger Verletzungen und Verhaltensstörungen auf, da die Haltungsbedingungen deutlich tiergerechter sind. Die ökologische Schweinemast setzt anders als die konventionelle kein gentechnisch verändertes Soja als Futtermittel ein und die Zahl der Arbeitsplätze je Mastschwein ist um 40 – 90 Prozent höher.‘

Öko-Schnitzel sind mit 13 Euro/kg an der Ladentheke fast doppelt so teuer wie konventionelle Schnitzel. Dies hält viele Konsumentinnen und Konsumenten vom Kauf ab. Konventionell erzeugtes Schweinefleisch wiederum kann so billig verkauft werden, weil die mit seiner Produktion einhergehenden Umweltschäden nicht in den Preis eingehen.

Andererseits ist Öko-Schweinefleisch an der Ladentheke vor allem deshalb so teuer, weil seine Verarbeitung und der Vertrieb aufgrund des geringen Marktanteils von rund 0,5 Prozent im Vergleich zum konventionellen Massenmarkt erhebliche Mehrkosten verursacht.

Aus den Ergebnissen der Studie ziehen die IÖW-Experten zwei Schlüsse für die Agrarpolitik: Zum einen müssen die Umweltschäden durch die konventionelle Massenproduktion von Schweinen durch Auflagen oder ökonomische Instrumente deutlich gesenkt werden. Zum anderen sollte die ökologische Schweinehaltung besser gefördert werden. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Entwicklung fester Abnahmebeziehungen zwischen Erzeugern und Handel und die Professionalisierung der Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen.

Die IÖW-Studie ‚Was kostet ein Schnitzel wirklich? Ökologisch-ökonomischer Vergleich der konventionellen und der ökologischen Produktion von Schweinefleisch in Deutschland‘ wurde im Auftrag der Verbraucherorganisation Foodwatch durchgeführt und von der Stuttgarter Stiftung für Bildung und Behindertenförderung (SBB) gefördert.

Eine Kurzfassung der Studie ist Bestandteil des ‚Foodwatch-Reports über falsche Preise und wahre Kosten der Fleischproduktion‚ und wird im Internet zum Download bereitgestellt. Die Langfassung ist als IÖW-Schriftenreihe 171/04 (ISBN 3-932092-72-4, 19,50 Euro) erschienen.

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Schleswig-Holstein: Jagd- und Artenschutzbericht 2003 erschienen

Themen: Archiv — info @ 14:03

Kierl (agrar.de) – Schleswig-Holsteins Jagd- und Artenschutzexperten haben im Jagd- und Artenschutzbericht 2003 die Lebenssituation von rund 20 Tierarten Schleswig-Holsteins beschrieben – von der Kreuzotter bis zum Seehund. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller präsentierte heute den hundert Seiten starken Bericht. Jäger und Naturschutzinteressierte erfahren, was in ausgewählten Artenschutz- und Lebensraumprojekten erreicht wurde, wie sich die Jagdstrecken und die naturnahe Jagd weiter entwickelt haben.

‚Unser Ziel ist es, Arten- und Naturschützer enger mit der Jagd und der Landwirtschaft zusammen zu rücken, um ihr Engagement zu bündeln. Denn unabhängig davon, ob Tierarten jagdbar sind oder nicht, leben sie in denselben Lebensräumen und haben ähnliche Ansprüche‘, sagte Müller. Die Jagdstrecken zeigen, dass das Schalenwild aufgrund landwirtschaftlicher Strukturveränderungen, milder Winter, mehrerer Mastjahre der Buchen und Eichen sowie der Stickstoffeinträge, enorm zugenommen hat. ‚Für andere Arten, beispielsweise Rebhuhn, Hase oder Fischotter, bedeuten die Veränderungen der Landschaft den Verlust von Lebensräumen‘, resümierte der Minister. Fachleute der Verbände, der Christian-Albrecht-Universität Kiel, des Wildtierkatasters, der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft sowie der Verwaltung arbeiten mit den vor Ort tätigen Jägern, Fischern und Landwirten daran, die Lebensbedingungen dieser Arten zu verbessern.

Besonderes Augenmerk richteten die Fachleute auf die Meeressäuger und unser größtes heimisches Wild, den Rothirsch. Die Ergebnisse der Seehundzählung im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurden selten mit solcher Spannung erwartet wie in diesem Jahr. ‚Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Chancen gut stehen, dass sich unsere Seehundbestände in wenigen Jahren von den Auswirkungen der Seehundstaupe erholen werden‘, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Müller. Für den Rothirsch sollen mit den Landnutzern und Jägern, Strategien und Möglichkeiten entwickelt werden, wie die Art ihre potenziell geeigneten Lebensräume besser nutzen und zwischen diesen wandern kann.

Der siebte Jahresbericht 2003 – Jagd und Artenschutz Schleswig-Holstein kann im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium unter der Telefonnummer 0431-988-7267 oder per E-Mail kostenlos angefordert werden.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Höfken: Erfolg bei Verbot von Käfighaltung

Themen: Archiv — info @ 14:03

Osnabrück/Berlin (agrar.de) – Anlässlich des soeben auf der Agrarministerkonferenz gefassten Beschlusses zur Legehennenhaltung erklärt Ulrike Höfken, agrar- und tierschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Die Agrarminister aus Bund und Ländern haben soeben auf der Agrarministerkonferenz in Osnabrück einen erfolgreichen Beschluss gefasst. Darin heißt es, dass der ausgestaltete Käfig keine verhaltensgerechte Unterbringung von Legehennen ist. Erst zu Beginn der Agrarministerkonferenz hatten einige Länder erneut auf eine Verschiebung des Käfighaltungsverbots gedrängt. Weiterhin sieht der Beschluss vor, dass das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft die Zulassung einer Kleinvoliere als weitere tierschutzgerechte Haltungsform prüfen solle.

Wir begrüßen diesen Entschluss und appellieren an die Länder, weder Zeit, Energie noch Geld in weitere ideologische Auseinandersetzungen zu investieren. Stattdessen ist eine rasche Umstellung der Betriebe von der Käfighaltung zu einer tierschutzgerechteren Haltungsform zu unterstützen und deren Weiterentwicklung voranzutreiben.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

AbL: DBV lässt Mehrheit der Bauern im Stich

Themen: Archiv,GAP — info @ 13:03

Neuer DBV-Vorschlag zur Agrarreform und Agieren auf EU-Ebene für Gentechnik

Hamm/Osnabrück (agrar.de) – ‚Nur gut, dass die Agrarministerinnen und Agrarminister von Bund und Ländern eigenständig handeln und sich vom Deutschen Bauernverband nicht aufs Glatteis führen lassen‘, lobte Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), das Votum der heutigen Agrarministerkonferenz in Osnabrück für das von Bund und Ländern entwickelte Modell zur Umsetzung der EU-Agrarreform.

Der neueste Vorschlag des Deutschen Bauernverbands (DBV) zur Agrarreform, den dieser kurz vor Beginn der Agrarministerkonferenz vorgestellt habe, sei weder für die große Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe noch für die Gesellschaft akzeptabel. „80 Prozent aller Direktzahlungen danach bemessen zu wollen, was die einzelnen Betriebe in den Jahren 2000 bis 2002 erzeugt haben, ist bloße Besitzstandswahrung für eine Minderheit der Betriebe‘, kritisierte Graefe zu Baringdorf. Nach Angaben der AbL erhalten in Deutschland alleine 1 Prozent der Betriebe 30 Prozent aller Direktzahlungen aus Brüssel. Nach dem DBV-Modell würden einige Betriebe über 1.000 Euro je Hektar erhalten, andere nur 40 Euro.

#DBV-Präsident Sonnleitner steht anscheinend stark unter Druck, dass er ständig neue Vorschläge zur Umsetzung der Agrarreform vorlegt#, folgert Graefe zu Baringdorf. #Erst waren es die intensiven Bullenmäster, dann die intensiven Milchviehhalter und nun sind es die reinen Ackerbauern, die um ihre Pfründe bangen.# Das Beispiel zeige, dass der DBV die Mehrheit der Betriebe im Regen stehen lässt, sobald sich die alten Gewinner melden.

Scharf kritisiert der AbL-Vorsitzende das Agieren des europäischen Zusammenschlusses der alten Bauernverbände #COPA#, bei dem der DBV Mitglied ist. #Uns liegt ein Schreiben der COPA an die EU-Kommission vor, in dem sie die EU-Kommission auffordert, beim gentechnikfreien Saatgut möglichst hohe gentechnische Verunreinigungen zuzulassen, ohne sie kennzeichnen zu müssen. Das ist ein Angriff des Bauernverbands gegen 80 pROZENT seiner Mitglieder, die weiterhin ohne Einsatz von Gentechnik wirtschaften wollen#, kommentierte Graefe zu Baringdorf. #Würde die Kommission der COPA folgen, käme die Gentechnik durch die Hintertür. Herr Sonnleitner untergräbt die Wahlfreiheit der Bauern, die er nach außen gerne propagiert.#

Auch in der Frage der Haftung für Schäden durch die Gentechnik wirft der AbL-Vorsitzende der DBV-Spitze Unehrlichkeit vor: #Die Forderung, die Gentechnik-Anwender aus der Haftung zu nehmen und die Schäden stattdessen durch einen staatlich finanzierten Fonds bezahlen zu lassen, ist nichts als ein Bluff. Denn die Bauern, die Gentechnik anwenden und bei Nachbarn Schäden verursachen, kommen aus der Haftung nicht heraus. Das ist nichts als Nebelwerfen, um den Bauern zu suggerieren, der Einstieg in die Gentechnik sei risikolos#, so Graefe zu Baringdorf. #All das zeigt: Der DBV vertritt massive Interessen, aber die Interessen der Mehrheit der Bauern sind das nicht.#

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Thüringer Kühe geben immer mehr Milch

Themen: Archiv — info @ 12:03

Erfurt (agrar.de) – Im Jahr 2003 wurden in den Thüringer Landwirtschaftsbetrieben durchschnittlich 125.800 Milchkühe gehalten. Diese gaben nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 927.334 Tonnen Milch.

Je Kuh wurden eine Bruttoleistung von 7.370 kg Milch ermolken. Damit hielt der Trend zu höherer Milchleistung weiter an. Gegenüber dem Jahr 2002 stieg die Leistung je Tier um weitere 219 Kilogramm. Umgerechnet auf eine Tagesleistung gaben die Thüringer Milchkühe im Jahr 2003 durchschnittlich 20,2 kg Milch (2002: 19,6 kg/Kuh; 1991: 12,2 kg/Kuh).

Der Bestand an Milchkühen entwickelt sich weiter rückläufig. Im vergangenen Jahr nahm der durchschnittliche Milchkuhbestand um weitere 2 300 Tiere bzw. 1,8 Prozent ab. Die Kühe lieferten jedoch 11. 300 Tonnen bzw. 1,2 Prozent mehr Milch als Jahr 2002.

Langfristig betrachtet, gab es in Thüringen im abgelaufenen Kalenderjahr rund 90 600 Milchkühe (- 42 Prozent) weniger als im Jahr 1991. Durch den Anstieg der Milchleistung in diesem Zeitraum um 2.935 kg je Tier (+ 66 Prozent) wurde die Milchproduktion des Jahres 1991 jedoch nur um 3 Prozent unterschritten.

Zwischen 1991 und 2003 stieg die Milchleistung jährlich um 3,4 Prozent und der Tierbestand nahm um 4,4 Prozent ab.

Von den erzeugten 927.334 Tonnen Milch wurden im vergangenen Jahr 903.473 Tonnen bzw. 97 Prozent an Molkereien geliefert. Die Thüringer Molkereien kauften 444.878 Tonnen bzw. 49 Prozent der in Thüringen produzierten Milch auf. Im Jahr 2002 wurden 50 Prozent an heimische Unternehmen geliefert. Über die Landesgrenzen lieferten die Thüringer Milchbauern 458.595 Tonnen (2002: 441.722 Tonnen). Größte Abnehmer waren mit 208.038 Tonnen die Molkereien in Bayern. Fast eine Viertel der an Molkereien gelieferten Rohmilch ging in dieses Bundesland. 73.953 Tonnen oder jede 12. Tonne gingen an Molkereien in Hessen. Weitere Aufkäufer waren Molkereien in Sachsen mit 52.533 Tonnen, in Sachsen-Anhalt mit 66.692 Tonnen, in Nordrhein-Westfalen mit 33.699 Tonnen, in Rheinland-Pfalz mit 12.794 Tonnen, in Niedersachsen mit 8.074 Tonnen und in Brandenburg mit 2.812 Tonnen.

Im Gegenzug dazu kauften Thüringer Molkereien im vergangenen Jahr 24.134 Tonnen Rohmilch von Erzeugern aus den Bundesländern Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt (2002: 27.481 Tonnen) auf.

Die Thüringer Molkereien verarbeiteten somit insgesamt 469.012 Tonnen Rohmilch zu Trinkmilch, Butter, Käse und weiteren Milcherzeugnissen (2002: 475.410 Tonnen).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Priesmeier: Durchbruch für die Hennenhaltung in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 12:03

Osnabrück/Berlin (agrar.de) – Mit sichtlicher Freude kommentierte der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, am Freitag einen Beschlusss der Agrarministerkonferenz. ‚Dies ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer tiergerechten und zugleich ökonomisch sinnvollen Legehennenhaltung in Deutschland.‘

In Osnabrück hatten am gleichen Tag die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern beschlossen, gemeinsam Eckpunkte für die Haltung von Legehennen in Kleinvolieren zu erarbeiten. Mittelfristig soll ein Prüf- und Zulassungsverfahren für Haltungssysteme geschaffen werden.

‚Die heutigen Beschlüsse sind richtungweisend. Ich sehe endlich wieder eine Zukunft für unsere heimische Eierproduktion‘, erklärte Priesmeier in Berlin, nachdem dort das Verhandlungsergebnis bekannt worden war. Gleichzeitig sah sich der Tierarzt und Politiker persönlich bestätigt: ‚Für meine Ansicht, dass der Kleinvolierenhaltung die Zukunft gehört, bin ich vor nicht allzu langer Zeit zum teil sehr heftig kritisiert worden. Doch jetzt haben in einer oftmals emotional geführten Diskussion glücklicherweise die überzeugenden Sachargumente zu einem vielversprechenden Ergebnis geführt.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

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