04. März 2004

CDU/CSU: Beim Hochwasserschutzgesetz sind noch offene Fragen zu klären

Themen: Archiv — info @ 13:03

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Kabinettsbeschlusses zum Hochwasserschutzgesetz erklärt der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Peter Paziorek:

‚Eineinhalb Jahre nach dem Hochwasser im Sommer 2002 hat das Bundeskabinett endlich einen Gesetzentwurf zu einer Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes verabschiedet. Damit wird eine seit langem von der Union erhobene Forderung erfüllt.

Das Ziel eines vorbeugenden Hochwasserschutzes wird von der Union ausdrücklich begrüßt. So sind für mögliche finanzielle Ausgleichszahlungen, z.B. bei landwirtschaftlichen und gewerblichen Flächen in Überschwemmungsgebieten bisher noch keine vernünftigen Lösungen gefunden worden. Insbesondere ist auch zu prüfen, ob es hier nicht flexibler Übergangsregelungen bedarf. Hochwasserschutz darf nicht auf Kosten der Landwirtschaft betrieben werden.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert den Bundesumweltminister auf, im Laufe der parlamentarischen Beratungen den Gesetzentwurf weiter zu präzisieren und die noch offenen Fragen zu beantworten.

Die Union ist bereit, an einer ökologisch und ökonomisch sinnvollen Lösung des vorbeugenden Hochwasserschutzes mitzuarbeiten, die den Zielen und Prinzipien der Nachhaltigkeit gerecht wird.‘

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SPD: Zustand des Waldes verbessern – Holzabsatz in Deutschland fördern

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Zur Debatte des Waldzustandsberichtes 2003 im Plenum des Deutschen Bundestages erklärt die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Hiller-Ohm:

‚Der Zustand des Waldes hat sich auf Grund des heißen und trockenen Sommers 2003 verschlechtert – dies ist sowohl aus ökologischer wie auch aus wirtschaftlicher Perspektive eine schlechte Nachricht.

Deshalb fährt die rot-grüne Koalition eine doppelte Strategie in der Waldpolitik: Wir bringen den Naturschutz nach vorn und stützen die nachhaltige Waldwirtschaft in Deutschland.

Erstens: Der Umbau des Waldes von anfälligen Reinbeständen hin zu widerstandskräftigeren Mischwäldern muss weiter vorangebracht werden. Gerade in schwierigen klimatischen Verhältnissen sind Mischwälder besser in der Lage, Wassermangel zu bewältigen und Schädlinge abzuwehren. Um diesen Prozess zu befördern, plant die rot-grüne Koalition eine Novelle des Bundeswaldgesetzes.

Zweitens: Wald ist in Deutschland aber nicht nur wichtiger Bestandteil des Ökosystems und Erholungsgebiet für viele Menschen, sondern auch Grundlage für die Forst- und Holzwirtschaft. Allein in Deutschland sind rund 800.000 Menschen in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt; mehr als in der chemischen Industrie, im Kohlebergbau und in der Stahlerzeugung zusammen.

Wir nutzen derzeit nur zwei Drittel des möglichen Holzeinschlages in Deutschland. Das heißt: es könnte mehr Produkte aus deutschem Holz geben. Dies würde sowohl Arbeitsplätze sichern, als auch Importe aus Ländern, in denen niedrigere Naturschutzstandards gelten, überflüssig machen. Um bürokratische Hemmnisse oder Vorurteile gegen die Verwendung des Bau- und Energiestoffes Holz abzubauen, hat die Bundesregierung die Charta Holz initiiert. Dieser Prozess ist aufwändig, da alle Interessengruppen mit einbezogen werden sollen. Wir rechnen dennoch in Kürze mit Ergebnissen.

Die Waldpolitik der SPD-Fraktion hat klare Ziele: Den Waldzustand zu verbessern, einen ökologischen Umbau der Wälder voranzutreiben und die Verwendung des Energie- und Baustoffes Holz weiter zu fördern.‘

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DBV: Cross-Compliance wird zum Kontrollterror und Albtraum für Landwirte

Themen: Archiv — info @ 12:03

Sonnleitner: Wettbewerbsverzerrungen zwischen Mitgliedstaaten vermeiden

Berlin (agrar.de) – Mit der EU-Agrarreform wird für Millionen von deutschen und europäischen Bauern und Höfen Schicksal gespielt. Risiken und Nebenwirkungen wurden weder kritisch bedacht und analysiert noch ausreichend ausdiskutiert. Das sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, beim 10. Verbandstag des Bauernverbandes Niederlausitz-Spreewald. Der Berufsstand stehe nun vor der großen Herausforderung der nationalen Umsetzung, die einen großen Spielraum biete. Zwar habe EU-Agrarkommissar Franz Fischler stets mit Nachdruck betont, dass die Agrarreform nicht zur Umverteilung der Prämien und Direktzahlungen tauge, dennoch wolle der Bund und eine Mehrheit der Bundesländer im Grundsatz die Flächenprämie.

Nach Ansicht des DBV-Präsidenten muss der Gesetzentwurf zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in der parlamentarischen Beratung deutlich nachgebessert werden. Die vorgeschlagene Umsetzung sei nicht nur äußerst kompliziert und verwaltungsaufwändig. Hinzu komme, so die Kritik Sonnleitners, dass die Wettbewerbslage im Binnenmarkt nicht beachtet werde und kein Einklang mit den europäischen Nachbarn bestehe. Eine Lösung für die Tierhalter, insbesondere die Milcherzeuger und Bullenmäster fehle ebenso. Zudem setze sich der Bund deutlich über die Agrarminister der Länder hinweg, die sich bei Cross Compliance – der Rückkopplung des Direktausgleichs an die Erfüllung von 18 Verordnungen und Richtlinien im Tier-, Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz – gegen zusätzliche nationale Belastungen ausgesprochen haben. Damit könnte Cross-Compliance laut Sonnleitner zum Kontrollterror und Albtraum für Landwirte und Landwirtschaftsverwaltung werden.

Für den Berufsstand gelte es jetzt, an die wirtschaftenden Betriebe zu denken und neue Wettbewerbsverzerrungen zwischen Sektoren, Regionen und Mitgliedstaaten zu vermeiden. Vor allem müsse auch der drohende bürokratische Supergau bei der Umsetzung von Entkopplung, Modulation und Cross-Compliance verhindert werden.

Dennoch werde, so der DBV-Präsident, die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe nicht über die staatliche Transferleistung entschieden. Viel schwerwiegender seien hier die eigenen Zukunftsvisionen, die Reaktion auf den Markt und die Innovation. Erschwert werde dies aber in Deutschland, wo jeder neu gebaute Schweinestall in der öffentlichen Diskussion zur Quelle für Geruchsbelästigung und nicht für neue Arbeitsplätze wird.

In der Landwirtschaft gebe es hinsichtlich der anstehenden EU-Osterweiterung von jetzt 15 auf 25 EU-Mitgliedsländer Bangen und Hoffen. Damit werde der weltweit größte Absatzmarkt mit fast 475 Millionen Verbrauchern entstehen. Gleichzeitig existiere in den Bewerberländern ein erhebliches landwirtschaftliches Potenzial. Grobe Marktstörungen seien aufgrund der Festlegung der Flächen- und Tierprämien sowie der Quoten für Milch, Zucker und Stärke jedoch nicht zu erwarten. Positiv bewertete der DBV-Präsident die zu erwartende wachsende Nachfrage nach deutschen höher veredelten Produkten. Oberste Priorität habe für den Berufsstand die Einhaltung der Standards in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Hygiene, Umwelt- und Tierschutz in den Bewerberländern und deren sorgfältige Kontrolle und Überwachung.

Die ausstehende Altschuldenregelung in den Neuen Bundesländern erschwere der Landwirtschaft das Wirtschaften, betonte Sonnleitner weiter. Grundsätzlich gehe aus Sicht des DBV der vorliegende Gesetzesentwurf in die richtige Richtung. Dennoch bedarf es einer ausgewogenen Regelung, die Impulse für Neuinvestitionen bietet und Arbeitsplätze langfristig sichert. Massive Bedenken habe der Berufsstand hinsichtlich des rechtlichen Eingriffs in die Rangrücktrittsvereinbarungen. So seien die zivilrechtlichen Verträge mit Drittgläubigerschutz durch Verbreiterung der Bemessungsgrundlage und einer bis zur 5-fachen Erhöhung des Abführungssatzes nicht akzeptabel. Die Folge wäre laut Sonnleitner eine erhebliche Beeinträchtigung der Investitions- und Kreditfähigkeit der betroffenen Betriebe. Neu aufgelebt sei damit auch die Debatte um die Bodenreform, sowohl bei den Neubauern und deren Erben, wie bei den Alteigentümern. Entscheidend sei, dass die Rechtspositionen zum Eigentum sauber geklärt werden müssten. Die juristische Auseinandersetzung sollte dennoch gelassen betrachtet werden, da ein Eigentümerwechsel vorhandene Pachtverträge nicht breche. Daher, so der Rat des DBV-Präsidenten, sollten die einzelnen Unternehmen ihren konsequenten markt- und wettbewerbsorientierten Kurs fortsetzen.

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Ostendorff: Hochwasserschutzgesetz stellt nachhaltige Landbewirtschaftung in Überschwemmungsgebieten sicher

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Zu dem jetzt vom Bundeskabinett vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes erklärt Friedrich Ostendorff, Obmann der Fraktion von Bündnis 90/Grüne im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft:

‚Mit dem jetzt vorgelegten Hochwasserschutzgesetz zieht die Bundesregierung die Konsequenzen aus der Hochwasserkatastrophe von 2002 und geht im vorsorgenden Hochwasserschutz einen großen Schritt voran.

Wir unterstützen Bundesumweltminister Jürgen Trittin darin, den Ackerbau in Abflussbereichen, in denen das Wasser sehr schnell abfließt, nach einer ausreichenden Übergangszeit ab 2013 zu untersagen und für die übrigen Überschwemmungsgebiete den Ackerbau zukünftig an die ganzjährige Bodenbedeckung und an weitere notwendige Umweltschutzauflagen zu binden.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Länder festlegen sollen, in welchen Überschwemmungsbereichen auch künftig Ackerbau unter Auflagen verantwortbar und sinnvoll ist, und wo die Erosionsgefahr so groß ist, dass nur noch Grünlandbewirtschaftung zugelassen werden kann. Dies ist eine praxisnahe Lösung, da sie erlaubt, diese Entscheidung unter Berücksichtigung der Gegebenheiten vor Ort zu treffen.‘

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RLV: Ackerbauverbot in Überschwemmungsgebieten kontraproduktiv

Themen: Archiv — info @ 10:03

Decker fordert Korrekturen in Bundestag und Bundesrat

Bonn (agrar.de) – Massive Kritik an dem geplanten Verbot des Ackerbaus in Überschwemmungsgebieten in dem am 3. März verabschiedeten Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Hochwasserschutz übt der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker. ‚Das geplante Verbot der ackerbaulichen Nutzung in Überschwemmungsgebieten ist sogar schädlich für den Hochwasserschutz, da auf Äckern mehr Niederschlag versickert als auf Grünland‘, sagte Decker. In Deutschland würden nach dem Gesetzentwurf etwa 7,5 Prozent des gesamten Ackerlandes unter das Verbot fallen. Die Ertrags- und Vermögensverluste auf diesen rund 900.000 Hektar würden sich auf rund 3,6 Milliarden Euro belaufen.

Eine derartig verfehlte Hochwasserschutzpolitik dürfe nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden, so Decker. Vermutlich scheine es hier mehr um lang gehegte Wunschvorstellungen des Naturschutzes zur Reglementierung der Flächennutzung als um wirklichen Hochwasserschutz zu gehen. ‚Der Gesetzentwurf muss insbesondere bezüglich des geplanten Ackerbauverbots im weiteren Gesetzgebungsverfahren in Bundestag und Bundesrat korrigiert werden‘, forderte Decker.

Deutliche Kritik übt der RLV-Präsident auch an der im Gesetzentwurf vorgeschlagenen Rückverlegung von bestehenden Deichen, welche mit enormen Kosten verbunden sei. Wichtiger und effektiver sei es, der Wiederherstellung von Hochwasserschutzanlagen und der Behebung von Schäden an den Deichen zum Schutz von Bevölkerung und Eigentum höchste Priorität einzuräumen. Begleitet werden müsse dies durch eine konsequente Klimaschutzpolitik. Ansonsten sei mit einer Zunahme extremer Wetterereignisse im 21. Jahrhundert zu rechnen, so Decker.

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Hessen: Gewerbliche Schweineschlachtungen um ein Fünftel verringert

Themen: Fleisch,Hessen,Statistik,Tiere — info @ 09:03

Wiesbaden 8agrar.de) – Im Jahr 2003 wurden in Hessen 763.200 Schweine gewerblich geschlachtet. Das war ein Minus von knapp 190.500 Tieren oder 20 Prozent gegenüber 2002. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, verringerte sich dadurch die Schlachtmenge um 17.390 auf 71.860 Tonnen. Weiterhin wurden 61.300 Rinder (ohne Kälber) geschlachtet; dies waren 7.400 Tiere weniger als vor Jahresfrist.

Der Anteil der Hausschlachtungen war je Tierart unterschiedlich ausgeprägt. Während er bei Schweinen lediglich bei sieben Prozent lag, betrug er bei Rindern elf Prozent und bei Schafen sogar ein knappes Viertel.

Die im Jahr 2003 nachgewiesene Gesamtschlachtmenge von 106.600 Tonnen setzte sich aus 21.640 Tonnen Rindfleisch, 77.360 Tonnen Schweinefleisch und 7.210 Tonnen Schaffleisch zusammen. Die restlichen 390 Tonnen stammen aus der Schlachtung von Ziegen, Pferden und Kälbern.

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03. März 2004

FDP: Trittin und Künast müssen “ Bauernspione “ stoppen

Themen: Archiv — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – Zu dem von der FDP im Verbraucherausschuss beantragten Bericht der Bundesregierung zum Einsatz von ‚Bauernspionen‘ erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann und die Sprecherin für ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

‚Der Versuch des Bundesumweltministeriums, des Bundesverbraucherministeriums und des Umweltbundesamtes (UBA) ‚Bauernspione‘ gegen die Landwirte einzusetzen, ist ein Stück aus dem Tollhaus. Der Vertreter des UBA und Staatssekretär Berninger mussten bestätigen, dass laut einer UBA-Ausschreibung Land- und Forstwirte durch ‚verdeckte Feldbeobachtung‘ ausspioniert werden sollen. Trotz dieses agrar-, umwelt- und datenschutzrechtlichen Irrweges, der auch heftig von Vertretern der SPD und Bündnis 90/Die Grünen kritisiert wurde, hält die Bundesregierung bisher noch an diesem völlig verfehlten Projekt fest.

Das ist ein skandalöser Vorgang, denn unabhängig von einem möglichen Ergebnis der ‚verdeckten Feldbeobachtung‘ werden die Landwirte kriminalisiert. Es dient nicht der Aufklärung des Vorgangs, dass Rot-Grün den Antrag der FDP abgelehnt hat, die Minister Trittin und Künast, den UBA-Präsidenten Dr. Troge und den Datenschutzbeauftragten der Bundesregierung zur Stellungnahme in die kommende Ausschusssitzung einzuladen. Die FDP-Bundestagsfraktion wird weiterhin vehement auf eine vollständige Klärung dieses ungeheuerlichen Vorgangs bestehen. Folgende Forderungen der Liberalen müssen erfüllt werden:

1. Das Projekt ‚Bauernspione‘ muss unverzüglich gestoppt und eingestellt werden.

2. Die Minister Trittin und Künast müssen sich unverzüglich von dem Projekt distanzieren und sich bei den Land- und Forstwirten entschuldigen.

3. Die Minister Trittin und Künast müssen erklären, ob sie persönlich von diesem Skandal gewusst haben oder das Projekt sogar unterstützt haben.‘

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Bioland: Gentechnik bedroht alle Bauern

Themen: Archiv — info @ 15:03

Mainz (agrar.de) – Mit der kürzlich vom Bundeskabinett verabschiedeten Neuregelung des Gentechnikrechts in Deutschland allein kann noch keine gentechnikfreie Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen für die Zukunft sicher gestellt werden. Daher setzt der Anbauverband Bioland nun noch deutlicher auf Information: ‚Der Großteil der Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Produkte ab. Wir unterstützen alle landwirtschaftlichen Betriebe und Lebensmittelverarbeiter, die auch in Zukunft ohne Gentechnik wirtschaften wollen. Ein wichtiges Instrument hierbei ist der Aufbau von möglichst vielen gentechnikfreien Regionen in Deutschland durch die Landwirte und die zuständigen Behörden‘, verdeutlicht Thomas Dosch, Bioland Bundesvorstand, anlässlich einer Pressekonferenz im Rheinland-Pfälzischen Landtag in Mainz.

Bei der Schaffung von gentechnikfreien Regionen arbeiten biologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte Hand in Hand. Daher fordert Bioland den Bauernverband auf, endlich Farbe zu bekennen und glaubhaft den Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft zu unterstützen. Ansonsten würde er weiter als Steigbügelhalter der Agrarindustrie fungieren und gegen das Interesse der eigenen Mitglieder und Kunden handeln.

Inzwischen haben in Mecklenburg-Vorpommern (10.000 ha), Brandenburg (50.000 ha) und in vielen bayerischen Regionen Landwirte mit Selbstverpflichtungserklärungen gentechnikfreie Regionen eingerichtet. In Brandenburg berät und koordiniert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung im Auftrag des dortigen Landwirtschaftsministeriums diese Entwicklung. Daher empfiehlt Dosch: ‚Auch die zuständigen Ministerien in den anderen Bundesländern sollten sich nun dieses Themas annehmen und die Schaffung gentechnikfreier Zonen in Rheinland-Pfalz unterstützen.

Ab April werden die 5.200 Bioland-Bauern und Bioland-Verarbeiter mit über 10.000 Schildern mit der Aufschrift ‚Wir arbeiten ohne Gentechnik‘ auf ihren Äckern und in ihren Läden darauf hinweisen, dass Gentechnik bei ihnen keine Chance hat‘, kündigt Dosch an.

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DRV zur EU-Agrarreform: Erhebliche Planungsrisiken – Standorte in Gefahr

Themen: Archiv — info @ 14:03

Bonn (agrar.de) – ‚Die vollständige Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion und die Regionalisierung der Prämien werden erheblichen Einfluss auf die deutschen Agrarmärkte haben. Ich erwarte weit reichende Konsequenzen sowie zunehmende Planungs- und Investitionsrisiken insbesondere für Schlachtunternehmen und Molkereien‘, so umschrieb Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), die Auswirkungen der nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform.

Mit Blick auf die erste Lesung im Bundestag am 5. März 2004 unterstrich Nüssel, dass bei der nationalen Umsetzung unbedingt die Ausgestaltung in den anderen EU-Staaten berücksichtigt werden muss. Als einziges Land strebt Deutschland die vollständige Regionalisierung der Milchprämie an. Die übrigen Mitgliedstaaten wollen diese weitgehend betriebsindividuell zahlen. Auch bei den Rinderprämien weicht die deutsche Umsetzung von den Nachbarländern ab und führt zu massiven Verschiebungen in Erzeugung und Vermarktung, die zu Lasten des Agrarstandortes Deutschland gehen.

Die von der Bundesregierung geplante Umverteilung der Milchprämie auf die Fläche ab 2007 bringt den aktiven Milcherzeugern erhebliche Verluste. Besonders hart betroffen sind diejenigen Betriebe, die in der Vergangenheit bereits gewachsen sind und eine intensivere Milcherzeugung betreiben.

‚Der durch die vollständige Entkopplung ab 2005 ohnehin absehbare Strukturwandel bei den Milchviehhaltern wird deutlich verschärft, abrupter verlaufen und vornehmlich zukunftsfähige Betriebe treffen. Zugleich wird den Molkereien in einigen Regionen die Rohstoffbasis entzogen. Als Konsequenz drohen Standortverlagerungen und -schließungen. Deshalb fordere ich, die betriebsindividuelle Milchprämie möglichst lange beizubehalten. Ich begrüße das Votum des Bundesrates, die Regionalisierung erst ab 2010 in Deutschland umzusetzen – als Schritt in die richtige Richtung. Damit bleibt Erzeugern und Verarbeitern etwas mehr Zeit, sich den neuen Rahmenbedingungen anzupassen‘, so Nüssel.

Im Rindfleischbereich wird die Umstellung auf eine entkoppelte Erzeugerprämie dazu führen, dass bereits zum Jahreswechsel 2004/2005 verstärkt Tiere vermarktet werden, um letztmalig in den Genuss der Schlacht- und Sonderprämie für Bullen zu kommen. Nüssel erwartet einen kurzfristig erhöhten Angebots- und Preisdruck, dem die Politik durch gezielte Maßnahmen entgegenwirken sollte. Denkbar wäre eine vom Schlachtzeitpunkt unabhängige Zuteilung der Prämien.

Der prognostizierte Produktionsrückgang in der Rindermast um etwa ein Drittel führt dazu, dass Deutschland Rindfleisch-Nettoimporteur wird und der Selbstversorgungsgrad auf etwa 90 Prozent sinkt. Nüssel warnt vor den gravierenden Folgen dieses Produktionsrückgangs für die Verarbeiter. ‚Die bisherige Struktur- und Förderpolitik muss dringend überdacht und zur Begleitung sowie Flankierung der notwendigen Strukturanpassungen gezielt eingesetzt werden‘, erklärte der DRV-Präsident.

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Mischfutterproduktion in 2003 über 20 Millionen Tonnen

Themen: Archiv — info @ 13:03

Bonn (agrar.de) – Die Mischfutterproduktion in Deutschland stieg im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr um rund 314.000 Tonnen oder 1,6 Prozent auf 20 Millionen Tonnen an. Das Gesamtergebnis geht nach einer Pressemitteilung des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) vor allem auf die Entwicklungen im zweiten Halbjahr zurück. Witterungsbedingte Einbussen bei Futtergetreide und Grundfutter im Sommer 2003 wirkten sich auf den Absatz an Mischfutter positiv aus.

Sollten sich die noch vorläufigen Zahlen bestätigen, läge die Gesamtproduktionsmenge an Mischfutter in Deutschland erstmals wieder auf einem Niveau, das bislang nur einmal – unmittelbar nach der Wiedervereinigung im Jahre 1991 – erreicht wurde. Dabei ist die Anzahl der Mischfutterhersteller in Deutschland weiter zurückgegangen. Die Produktionszahlen 2003 basieren auf rund 400 meldepflichtigen Betrieben mit einem geschätzten Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro.

Bundesweit gesehen nahm die Produktion fast aller Mischfuttersorten zu. So verzeichnete Rindermischfutter – trotz bundesweit sinkender Tierzahlen – im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um 1,5 Prozent (+ 97.000 t). Im Bereich der Schweinemischfutter stieg die Produktion um 2,1 Prozent (153.000 t) und folgte damit einem allgemeinen Anwachsen der Schweinebestände. Die Herstellung von Mastgeflügelfutter nahm um 2,2 Prozent (+ 61.000 t) zu und spiegelt damit die anhaltend hohe Nachfrage nach Geflügelfleisch in Deutschland wider. Dem gegenüber sanken lediglich die Produktionsmengen an Legehennenfutter, was auf einen anhaltenden Trend zur Verlagerung der Eierproduktion ins Ausland hindeutet.

Regional betrachtet ergaben sich deutliche Unterschiede. Die überproportionale Zunahme bei den Herstellungsmengen an Rindermischfutter im südlichen Deutschland (+ 6,7 Prozent) basiert eindeutig auf der schlechten Grundfutterversorgung in dieser Region, die besonders stark von der langanhaltenden Trockenheit im Sommer 2003 betroffen war.

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