05. März 2004

Goldmann: Ackerbauverbot für Landwirte ist nicht akzeptabel – eigentumspolitischer Irrweg

Themen: Archiv — info @ 14:03

Berlin (agrar.de) – Zur Verabschiedung des Gesetzes zum Hochwasserschutz im Bundeskabinett erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Das von der Bundesregierung geplante Verbot der ackerbaulichen Nutzung in Überschwemmungsgebieten muss vom Tisch! Denn eine Einstellung des Ackerbaus bedeutet für viele landwirtschaftliche Betriebe das wirtschaftliche Aus. Dies kann nicht ohne vernünftige Ausgleichsregelung akzeptiert werden.

Diesen notwendigen finanziellen Ausgleich für die Landwirte bleiben Rot-Grün wieder einmal schuldig. Ein solcher eigentumspolitischer Angriff auf das Eigentum der Landwirte ist für die FDP inakzeptabel.

Im anstehenden Gesetzgebungsverfahren wird die FDP auf einer Korrektur des Ackerbauverbotes in Überschwemmungsgebieten bestehen. Hochwasserschutz auf dem Rücken der Landwirte lehnt die FDP ab.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Servicepaket für den „Tag des offenen Hofes 2004“

Themen: Archiv — info @ 13:03

Kostenlose und kostengünstige Informationsmaterialien für LandwirtInnen und Hofgäste

Berlin (agrar.de) – Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) hat mit Unterstützung des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL), der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA), der Vereinigung information.medien.agrar (IMA) und des aid infodienstes ein Servicepaket für landwirtschaftliche Unternehmen, die sich an der Aktion ‚Tag des offen Hofes 2004‘ beteiligen möchten, zusammengestellt.

Darin enthalten sind kostenfreie bzw. kostengünstige Medien, wie Broschüren, Hefte, Poster, Aufkleber, Malhefte, Videos und vieles mehr zu allen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion sowie zur Ausbildung im Grünen Bereich enthalten. Nutzen auch Sie dieses Angebot um Ihren Hofgästen einen umfangreichen Einblick in die moderne Agrarwirtschaft und somit in die qualitativ hochwertige Lebensmittelerzeugung bieten zu können.

Ferner beinhaltet die Medienliste ‚Tag des offen Hofes 2004‘ Informationsmaterialien für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vor-, während- und nach besonderen Hofaktionen und Veranstaltungen.

Die Medienliste für das Servicepaket ‚Tag des offenen Hofes 2004‘ können Sie anfordern bei der: Koordinierungsstelle ‚Tag des offenen Hofes 2004‘, c/o Bund der deutschen Landjugend, Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-257, Fax: 030-31904-206, E-Mail.

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Zukünftige Finanzierungsstruktur der landwirtschaftlichen Krankenkassen offen

Themen: Archiv — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) In der landwirtschaftlichen Krankenversicherung (LKV) standen im Oktober 2003 insgesamt 268.322 Aktiven 348.044 Altenteiler gegenüber. Auf einen erwerbstätigen Landwirt kommen damit in der LKV 1,3 Altenteiler. Darauf weist die Bundesregierung in ihrer Antwort (15/2565) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (15/2497) zur Situation der landwirtschaftlichen Krankenkassen und deren Zukunftsperspektive hin.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen stehen dagegen laut Regierung 10,9 Millionen Erwerbstätigen 7,79 Millionen Rentner und bei den Angestellten-Krankenkassen 11,29 Millionen Erwerbstätigen 4,59 Millionen Rentner gegenüber. Das Verhältnis von Erwerbstätigen und Rentnern sei bei beiden Kassen mit 0,71 beziehungsweise 0,41 damit deutlich günstiger als bei der LKV. Eine Einbeziehung der LKV in den Risikostrukturausgleich wäre nach Auffassung der Bundesregierung systemwidrig. Im gegliederten System der gesetzlichen Krankenversicherung sei die Ausklammerung der landwirtschaftlichen Krankenkassen aus dem Risikostrukturausgleich aufgrund ihrer leistungs- und beitragsrechtlichen Besonderheiten geboten.

Wegen dieser Unterschiede seien die für die Durchführung des Risikostrukturausgleichs maßgeblichen Größen ‚Finanzkraft‘ und ‚Beitragsbedarf‘ der landwirtschaftlichen Krankenkassen nicht mit den entsprechenden Größen der übrigen Krankenkassen vergleichbar, so dass ein sachgerechter Ausgleich nicht durchzuführen sei beziehungsweise zwangsläufig zu Wettbewerbsverzerrungen führen müsste.

Weiter heißt es in der Antwort, nach dem vom Bundestag beschlossenen Haushaltsbegleitgesetz 2004 sollten sich an dem strukturwandelbedingten Defizit in der LKV die aktiven Landwirte in angemessener Weise beteiligen. Dieser Ausgleich zwischen den Generationen wäre mit der vorgesehenen Regelung für die aktiven Landwirte im Vergleich mit den übrigen Kassenarten nach Auffassung der Bundesregierung vertretbar gewesen.

Da dieses Vorhaben nach den Beschlüssen des Vermittlungsausschusses nicht zu verwirklichen gewesen sei, werde es nach eingehender Prüfung politischer Entscheidungen bedürfen, ob und wie die gegenwärtige Finanzierungsstruktur der LKV mit der vollen Übernahme der finanziellen Lasten durch den Bund weitergeführt werden kann.

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04. März 2004

AbL: Raiffeisen trägt politische Mitverantwortung für Niedrigpreise

Themen: Archiv — info @ 16:03

Verband fordert Angebot von gentechnikfreien Futtermitteln

Berlin (agrar.de) – ‚Der Raiffeisenverband hat eine politische Mitverantwortung an den niedrigen Erzeugerpreisen für die Bauern,‘ so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), in einer Stellungnahme anläßlich der Bilanzpressekonferenz des Deutschen Raiffeisenverbandes in Berlin. ‚Gerade im Milchbereich erwarten die Bauern bei den anstehenden Verhandlungen mit den Lebensmitteldiscountern eine harte Linie, um deutlich zu machen, dass das wertvolle Lebensmittel Milch nicht mehr zu Niedrigpreisen zu bekommen ist,‘ so Janßen. Hier seien im letzten Jahr einige Molkereigenossenschaften auf die Niedrigpreisschiene eingeschwenkt, mit der Folge, dass bei vielen bäuerlichen Milchbetrieben die Arbeit im Kuhstall keinen Gewinn mehr abwerfe und die Bauern mit dem Rücken zur Wand stehen würden. Auch in der Frage der Gentechnik übte Janßen heftige Kritik an dem Verband: ‚Wir Bauern erwarten endlich ein Angebot der Raiiffeisen-Genossenschaften, uns ausreichend gentechnikfreies Saatgut und gentechnikfreie Futtermittel zur Verfügung zu stellen, damit wir auch in Zukunft gentechnikfrei erzeugen können.‘ Stattdessen lamentiere die Spitze des Deutschen Raiffeisenverbandes in dieser Frage herum und behaupte, dass das alles technisch gar nicht möglich sei. Damit falle er Genossenschaften in den Rücken, die – wie z.B. die RCG Karlsruhe – ein gentechnikfreies Maisangebot auf den Weg bringen möchte.

Janßen warnte den Raiffeisenverband davor, die Bemühungen vieler konventioneller und ökolgischer Bauern nach gentechnikfreier Erzeugung bewußt zu torpedieren. ‚In der gentechnikfreien Landwirtschaft liegt eine große Marktchance für Bauern, aber auch für den Landhandel. ‚Deshalb sollte das Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes seine ideologischen Pro-Gentechnik-Scheuklappen ablegen und sich auf die Nachfrage von Bauern und Verbrauchern nach gentechnikfreier Ware endlich einstellen,‘ so Janßen.

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Ehlen: Nasse Enteignung für fast eine Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche

Themen: Archiv — info @ 16:03

Hannover (agrar.de) – Nach dem gestrigen Beschluss des Bundeskabinetts zu einem neuen Hochwasserschutzgesetz soll der Ackerbau in Überschwemmungsgebieten mit der theoretischen Möglichkeit eines Hochwassers einmal in 100 Jahren bis 2012 grundsätzlich eingestellt werden. Nach vorsichtigen Schätzungen würden somit fast eine Millionen Hektar in Deutschland nicht mehr als Ackerfläche genutzt werden dürfen.

‚Das ist eine nasse Enteignung in einer unvorstellbaren Größenordnung‘ so Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen zu den Plänen von Bundesminister Jürgen Trittin. Auch Niedersachsen unterstützt umfangreiche Pläne zur Verbesserung der Hochwasserbekämpfung, die Pläne eines Bebauungsverbotes in Hochwassergebieten ist z. B. sehr sinnvoll. ‚Aber 7,5 Prozent des gesamten Ackerlandes den Landwirten wegzunehmen, ist geradezu irrwitzig. Hier muss das Hochwasser kurz vor vielen Wahlterminen wieder einmal als PR-Gag der Bundesregierung herhalten, während die betroffenen Bauern nicht mehr wissen, wie sie ihr Geld verdienen sollen. Das ist grüne Klientelpolitik trübsten Wassers. Niedersachsen wird sich gegen diesen ökologischen Unsinn in bundesdeutschen Dimensionen erbittert wehren. Nach der gleichen Trittinschen Logik müsse man auch das Parken unter Bäumen verbieten, wenn statistisch gesehen alle 100 Jahre einer umfällt‘ so Minister Ehlen.

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Weltweiter Bäuerinnentreff: Die Landwirtin des Jahres 2003 und ihre Internetplattform

Themen: Archiv — info @ 16:03

München/Thyrnau (agrar.de) – Einen ersten Preis für ihre Initiative, einen Bäuerinnen-Treff im Internet einzurichten, erhielt die Bäuerin Therese Fisch bei den Agrar-Computer-Tagen 2002. Die nächste Auszeichnung ließ nicht lange auf sich warten: Die Leser des dlz-agrarmagazins wählten sie zur Landwirtin des Jahres 2003.

Der bbv-Pressedienst fragte bei Therese Fisch, die in Thyrnau auf einem Milchviehbetrieb in der Nähe von Passau wohnt, genauer nach:

bbv: Wie kamen Sie auf die Idee, die Internet-Plattform www.baeuerinnentreff.de einzurichten?

Therese Fisch: Die Idee dazu hatte ich im Oktober 2001, als ich im Erziehungsurlaub war. Als gelernte Bankkauffrau, die viel unter Menschen war, habe ich damals die Erfahrung gemacht, dass das Bäuerinnendasein so seine Tücken hat. In der Zeit habe ich gezielt den Austausch mit Gleichgesinnten gesucht, die den gleichen Background haben. Mich hat interessiert, wie andere Frauen mit ihrer Rolle als Haus- und Hofmanagerin zurechtkommen. Die Kontaktaufnahme über das Internet lag nahe, da ich schon immer gerne mit dem PC gearbeitet habe. Zunächst habe ich eine Mailingliste gegründet. Das Interesse darauf war sehr groß, sodass relativ schnell die Idee für eine Homepage entstanden ist. Fast alle der zehn „Gründungsfrauen“ sind auch heute noch dabei. Anfangs hätte ich mir nie gedacht, dass der Bäuerinnentreff im Internet so starken Anklang findet. Aber ich freue mich natürlich darüber, da ich dadurch neben Familie, Kinder und Betrieb einen neuen Aufgabenbereich gefunden habe, der mir viel Spaß macht.

bbv: Für welchen Bereich sind Sie beim Bäuerinnen-Treff zuständig und wie sieht Ihre Arbeit dafür aus?

Therese Fisch: Wir haben die Aufgaben auf zehn Bäuerinnen verteilt, jede hat einen eigenen Aufgabenbereich. Ich bin für viele die Anlaufstelle des Bäuerinnentreffs und kümmere mich als Administratorin im Forum. Dort stelle ich auch neue Themen zur Diskussion. Die Themen, über die wir uns austauschen, sind so vielfältig wie der Beruf einer Bäuerin ist. Es geht um die Agrarpolitik, um Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft, Tiergesundheit, Generationsprobleme, Familie, Pflanzenvoranzucht oder Qualitätsmanagement von Milch. Wir vereinbaren Bäuerinnentreffen und tauschen Rezepte und viele Tipps aus. Neuerdings gibt es auch ein Schwarzes Brett, eine Art Marktplatz für Angebot und Nachfrage, wo Bäuerinnen beispielsweise Bücher anbieten oder nachfragen können, aber auch landwirtschaftliche Gebrauchsgegenstände wie Melkeimer, Kälbertränkeautomaten oder auch Ausbildungsplätze für Praktikanten vermittelt werden. Täglich bin ich ungefähr bis zu zwei Stunden für den Bäuerinnentreff tätig.

bbv: Welche Ideen haben Sie noch für den Bäuerinnen-Treff?

Therese Fisch: Wir haben uns zu einer Vereinsgründung entschlossen, um unserem Netzwerk auch einen rechtlichen Rahmen zu geben.´

Schön fände ich, wenn das Forum noch internationaler werden würde, und auch Bäuerinnen aus den neuen EU-Ländern dazukommen würden. Bisher haben wir schon viele Teilnehmerinnen aus der Schweiz, aus Österreich, einige aus Kanada, sogar eine Bäuerin aus Namibia, die dorthin ausgewandert ist und eine Farm betreibt. Auch Italien, Portugal, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sind bereits in unserem Treff vertreten.

Mich fasziniert es, mich mit anderen Bäuerinnen aus allen Teilen der Welt per Mausklick austauschen zu können. Deshalb möchten wir vom Bäuerinnentreff alle Bäuerinnen ermuntern, sich mit dem Internet auseinander zu setzen. Es bietet faszinierende Möglichkeiten!

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Grüne: Naturschutz geht alle an

Themen: Archiv — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – Zur heutigen 2./3. Lesung des Koalitionsantrags ‚Naturschutz geht alle an – Akzeptanz und Integration des Naturschutzes in andere Politikfelder weiter stärken‘ der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD erklärt Undine Kurth, naturschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen:

‚Wir begrüßen die bevorstehende Verabschiedung des Antrags ‚Naturschutz geht alle an – Akzeptanz und Integration des Naturschutzes in andere Politikfelder weiter stärken‘.

Deutschland ist auf dem Gebiet des Naturschutzes sowohl in Europa als auch international eine führende Nation. Trotz intensiver Anstrengungen sind in der Bundesrepublik jedoch noch immer zwei Drittel aller Biotoptypen gefährdet, 15 Prozent davon stehen sogar in der Gefahr völliger Vernichtung. Fast 40 Prozent der Tierarten und 28 Prozent der Pflanzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Weiterführendes Engagement für die Belange des Naturschutzes ist daher notwendig.

Die Naturschutzpolitik im Land hat in den letzten Jahren große Erfolge erzielt. Viele wichtige Vorhaben wurden hier durch die rot-grüne Bundesregierung angestoßen.

Das neue Bundesnaturschutzgesetz hat sich als effektives Instrument der Naturschutzarbeit erwiesen, es muss nun bis zum nächsten Jahr vollständig in Länderrecht umgesetzt werden.

Wir werden uns für eine zügige Umsetzung der im Antrag erhobenen Forderungen einsetzen. Insbesondere liegt uns eine konsequente Einbeziehung von Naturschutzbelangen und Tierschutzaspekten bei der Novelle des Bundesjagdgesetzes am Herzen.

Gegenüber den Bürgern wollen wir verdeutlichen, dass sich Naturschutz rechnet. Gerade in strukturschwachen Gegenden werden durch Naturschutzaktivitäten neue Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten erschlossen.

Die Bundesländer sind – zumal nach der Verabschiedung des Antrags – aufgerufen ihre bisher unvollständigen Meldungen für das Schutzgebietssystem ‚Natura 2000′ nachzubessern.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Hasselfeldt: Agrarsozialpolitik muss für Landwirte verlässlich bleiben

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bundesregierung drückt sich vor einer klaren Aussage

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Situation der landwirtschaftlichen Krankenkassen und deren Zukunftsperspektive erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gerda Hasselfeldt, und der Berichterstatter für Agrarsozialfragen, Peter Bleser:

‚Leider drückt sich die Bundesregierung vor einer klaren Aussage, mit welchem Konzept mittel- und langfristig den strukturellen Problemen in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung begegnet werden soll. Dies ist bedauerlich, da nicht zuletzt durch die Agrarpolitik des Bundes der Strukturwandel in der Landwirtschaft beschleunigt wird. Auch wird eine klare Antwort vermisst, in welcher Höhe sich der Bund künftig an der Landwirtschaftlichen Krankenversicherung beteiligen wird.

Dabei machen die Zahlen mehr als deutlich, wie massiv der Strukturwandel in der Landwirtschaft die Agrarsozialsysteme belastet. Immer weniger landwirtschaftliche Unternehmer zahlen in die landwirtschaftliche Krankenkasse ein, die Zahl der Leistungsempfänger steigt hingegen weiter an. Während auf zwei Aktive in den gesetzlichen Krankenkassen durchschnittlich ein Rentner kommt, ist das Verhältnis bei der landwirtschaftlichen Krankenkasse umgekehrt: auf einen Landwirt kommen statistisch bereits 1,3 Altenteiler.

Von daher war es richtig und absolut notwendig, dass die Union im Vermittlungsausschuss Kürzungen bei den Bundeszuschüssen zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung verhindert hat. Denn die Senkung der Bundeszuschüsse hätte zu erheblichen Beitragssteigerungen geführt. Angesichts der katastrophalen Einkommensentwicklung der vergangenen Jahre mit Einbrüchen von 20 und mehr Prozent wären weitere finanzielle Belastungen für die Landwirte nicht mehr zu verantworten gewesen.

Für die Union steht eindeutig fest, dass die Lasten aus den agrarstrukturellen Veränderungen in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung wie auch in den übrigen agrarsozialen Sicherungssystemen vom Bund zu übernehmen sind. Die strukturellen Probleme der Landwirtschaft müssen weiter solidarisch geschultert werden!‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Milchleistung Brandenburger Kühe seit 1990 annähernd verdoppelt

Themen: Archiv,Milch — info @ 15:03

Dahlewitz (agrar.de) – Seit 1990 haben Brandenburgs Bauern die Milchleistung jährlich steigern können und zu ihren Berufskollegen in den alten Bundesländern aufschließen können. Im Durchschnitt konnte in dieser Zeit bis heute – nach den Worten von Brandenburgs Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze anlässlich der Generalversammlung des Landeskontrollverbandes Brandenburg in Dahlewitz – die jährliche Milchleistung annähernd verdoppelt werden. ‚Zahlen‘, so Schulze, ‚die auch deutlich machen, wohin die Reise auch in den mittel- und osteuropäischen Nachbarländern nach deren Beitritt in die Europäische Union gehen wird.‘

1990 wurden in Brandenburg 213.150 Milchkühe gezählt. Die durchschnittliche Milchleistung lag in dieser Zeit bei 4.312 Kilogramm je Kuh. 2003 weist der Abschluss einen Bestand von 172.694 Milchkühen mit einer Milchleistung von 7.966 Kilogramm je Kuh aus. Das ist eine Leistungssteigerung von 3.654 Kilogramm je Kuh, aber auch auf Grund der vorgegebenen Milchquote verbunden mit einem Abbau der Bestände um 40.456 Kühe.

Auslastung der Milchquoten

Die Milchproduktion innerhalb der EU wird über Milchquoten gesteuert. In Deutschland werden diese Lieferrechte durch die Bundesländer an die Agrarbetriebe vergeben.

Bis Ende Januar wurde die Garantiemenge in Deutschland in Höhe von 23,26 Mio. Tonnen mit 263.800 Tonnen überliefert. Das entspricht einer Überlieferung von 1,1 Prozent. Bei Überlieferungen müssen die Landwirte mit einer Strafabgabe, auch Superabgabe genannt, rechnen.

Nach internen Recherchen des brandenburgischen Agrar- und Umweltministeriums werden die Molkereien Prenzlau, Elsterwerda, Beeskow, Karstädt, Leppersdorf und Gransee knapp unter den vorgegebenen Lieferquoten bleiben. Damit wird hier wahrscheinlich keine Superabgabe wirksam. Im Bereich der Nordmilch werden die 100 Prozent überschritten und in der Molkerei Jessen liegen die berechneten Mengen um diesen Grenzwert.

Landeskontrollverband Brandenburg

Der Landeskontrollverband hat seinen Sitz in Waldsieversorf. Der Vorläufer des Verbands wurde bereits am 1. Oktober 1990 im Vereinsregister als e.V. eingetragen. Seit 1991 firmiert der Verband unter der gegenwärtigen Bezeichnung. Der Verband zählt mehr als 900 Mitglieder, neben Milchkuhbetrieben auch Molkereien sowie Ziegen- und Schafhalter.

Ende 1990 wurde bereits ein Zentrallabor für Brandenburg aufgebaut, das seinen Standort in Waldsieversdorf bekam.

Der Verband finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Gebühren und Fördermitteln.

Schwerpunkte waren von Anfang an die Milch und Futterkontrolle. Mit seinen Untersuchungen schafft der Verband damit wesentliche Voraussetzungen für die seit Jahren hohe Qualität der Brandenburger Milch.

Eine weitere Dienstleistung für die Landwirtschaft ist die Erfassung aller Daten im Zusammenhang mit der Kennzeichnung von Rindern (Ohrmarken, HIT-Datenbank) sowie der Rückverfolgbarkeit von Tieren.

Hinzu kommen umfangreiche Angebote für Agrarbetriebe wie Boden- beziehungsweise Futteruntersuchungen oder die Beratung bei der Einführung von Qualitätsmanagementsystemen.

Links zum Thema Rinder, Links zum Bundesland Brandenburg.

BBV: Freiwilliges Engagement nicht bestrafen

Themen: Archiv — info @ 13:03

Nachmeldung von FFH- und Vogelschutzgebieten: Herber Rückschlag im kooperativen Naturschutz

München (agrar.de) – Im ländlichen Raum gibt die geplante Gebietsnachmeldung Bayerns Anlass zu großer Sorge. Für die regionale Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat (FFH)- und der Vogelschutzrichtlinie beabsichtigt die Bayerische Staatsregierung, nach den bereits einbezogenen 550.000 Hektar weitere Flächen im Umfang von ca. 290.000 Hektar an die Europäische Kommission zu melden. Angesichts dieser Größenordnung bangen nicht nur Land- und Forstwirte, sondern auch Kommunen und Landkreise um ihre Möglichkeiten zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung, berichtet der Bayerische Bauernverband (BBV).

Gefahr: Rückschlag im kooperativen Naturschutz

Nicht nachvollziehbar sei insbesondere, weshalb nun auch Flächen unter hoheitlichen Schutz gestellt werden sollen, auf denen sich Bauern freiwillig zu einer besonders arten- und biotopschützenden Bewirtschaftung verpflichtet haben. Die freiwilligen Verträge hätten die Landwirte unter der Voraussetzung geschlossen, dass diese nicht eine spätere Eingliederung in ein Schutzgebiet nach sich ziehen. Die Bayerische Staatsregierung hatte den Bauern wiederholt zugesichert, dass ein Eingriff in ihre Eigen-verantwortlichkeit nicht Ziel der bayerischen Politik sei.

Der Umweltpräsident im Bayerischen Bauernverband, Walter Heidl, befürchtet, dass sich dieser Vertrauensbruch bei zukünftigen Maßnahmen als herber Rückschlag im kooperativen Naturschutz erweisen könnte. ‚Welcher Bauer arbeitet noch freiwillig an der Pflege und Entwicklung von Biotopen, wenn möglicherweise in späteren Jahren ‚als Dankeschön‘ eine hoheitliche Schutzglocke über seine Flächen gestülpt wird‘, sagte Heidl.

Leistungen der Landwirte für Umwelt und Naturschutz

Die Bauern haben sich bisher mit unschätzbaren Leistungen für die Umwelt und den Naturschutz engagiert, wie folgende Zahlen aus dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm zeigen:

Teilnahme an Maßnahmen im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm – Teil A (z. B. Extensive Grünlandnutzung, Mulchsaat): 1,4 Mio. ha oder 46 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Bayern

Anpflanzung von Hecken (1998 – 2000): 643 km

Anlage von Feldgehölzen (1998 – 2000): 1.400.000 m²

Umwandlung von Acker- in Grünland (2000): 270 ha

Darüber hinaus leisten die bayerischen Landwirte auf einer Fläche von 50.000 Hektar freiwilligen Vertragsnaturschutz.

Gemeinsame Erklärung verabschiedet

Nach Bekannt werden der bayerischen Pläne zur Nachmeldung von FFH- und Vogelschutzgebieten haben der Bayerische Gemeindetag, der Bayerische Landkreistag, der Verband der bayerischen Bezirke sowie die Verbände der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie, des Gewerbes und des Handwerks eine Gemeinsame Erklärung abgegeben: ‚Wir appellieren an die Staatsregierung, den bayerischen Städten und Gemeinden, der Industrie, dem Gewerbe, dem Handwerk und der bayerischen Land- und Forstwirtschaft die unverzichtbaren Wirtschaftsräume und Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten und überzogenen Vorstellungen bezüglich des Flächenumfangs der nachzumeldenden Gebiete eine deutliche Absage zu erteilen.‘

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema Verbände.

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