09. März 2004

Goldmann: FDP sieht ihre Bedenken gegen Baugesetzbuch-Novelle bestätigt

Themen: Archiv — info @ 09:03

Landwirtschaft steht vor gravierenden Einschnitten

Berlin (agrar.de) – Zu den Ergebnissen der Öffentlichen Anhörung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Anpassung des Baugesetzbuchs an EU-Richtlinien erklärt der Sprecher für Ernährung und Landwirtschaft der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die FDP sieht sich im Ergebnis der gestrigen Anhörung zum Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Baugesetzbuchs an EU-Richtlinien durch die Stellungnahme des Deutschen Bauernverbandes darin bestätigt, dass die in der Novelle vorgesehenen neuen Steuerungsinstrumente Eignungs- und Belastungsflächen eine Investitionsbremse für die Landwirtschaft darstellen.

Wir teilen die Auffassung, dass der Ruf nach dem Gesetzgeber diesbezüglich nicht notwendig ist, denn schon das geltende Recht lässt genügend Gestaltungsspielraum. Die Praxisbeispiele zeigen, dass ein vorausschauendes Flächennutzungsmanagement die im Zusammenhang mit dem Bau von Tierhaltungsanlagen möglichen Probleme lösen kann. Darauf sollte auch in Zukunft gesetzt werden und nicht auf zusätzliche Barrieren für die Landwirte. Die Bundesregierung setzt mit ihrem Gesetzentwurf ihre bauernfeindliche Politik fort.

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08. März 2004

Miller: Bundesregierung bei Agrarreform auf falschem Weg

Themen: Archiv — info @ 11:03

Minister fordert im Bundestag Betriebsmodell

Berlin (agrar.de) – Die von der Bundesregierung geplante einheitliche Flächenprämie bezeichnete Landwirtschaftsminister Josef Miller in der Bundestagssitzung am vergangenen Freitag als ‚falschen Weg‘. Sie führe zu einer leistungsfeindlichen Gleichmacherei und unfairen Umverteilung von EU-Prämien. Bundesagrarministerin Renate Künast forderte er deshalb auf, im Interesse der deutschen Bauern das von Bayern favorisierte individuelle Betriebsmodell gesetzlich zu verankern. Die im rot-grünen Gesetzentwurf vorgesehene Flächenprämie werde die deutsche Landwirtschaft entscheidend schwächen, warnte Miller. Wichtige Agrarländer wie Frankreich, die Niederlande oder Österreich hätten sich aus guten Gründen für das Betriebsmodell entschieden. Nur damit ließen sich die Marktanteile der produzierenden Landwirte halten und ausbauen.

Deutschland läuft laut Miller mit dem von Künast vorgelegten Sonderweg Gefahr, in großem Umfang weitere Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu verlieren. Als Kardinalfehler des Entwurfs wertete der Minister vor allem die Abkehr vom Leistungsprinzip: ‚Wer wirtschaftliche Leistung bestraft, wird keine nachhaltig ökologische Leistung erhalten.‘ Die Flächenprämie fordere Großbetriebe geradezu heraus, ihre Produktion einzustellen und ihre Flächen lediglich bewirtschaftungsfähig zu erhalten. Das benachteiligt vor allem kleine, arbeitsintensive Familienbetriebe. In der vom Bund vorgeschlagenen Flächenprämie sieht Miller auch gewaltige Akzeptanzprobleme: ‚Eine Gesellschaft, die um die Finanzierung ihrer Sozialsysteme ringt, wird zu Recht hinterfragen, ob diese Mindestpflege von landwirtschaftlichen Flächen ohne jegliche Leistung für die Allgemeinheit wirklich jährliche Zahlungen in Milliardenhöhe wert ist.‘

Bayern fordert nachdrücklich ein Prämiensystem, das eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nach dem Grundsatz von Leistung und Gegenleistung sicher stellt. Miller: ‚Die Landwirte erbringen schließlich vielfältige Leistungen für die Gesellschaft, die der Markt nicht honoriert.‘

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Künast: Agrarreformgesetz ebnet der Landwirtschaft den Weg in die Zukunft

Themen: Archiv — info @ 11:03

Berlin (agrar.de) – ‚Die Landwirtschaft hat sich auf den Weg gemacht. Sie ist eine flexible, innovative und zukunftsfähige Branche, die längst nicht mehr in die alten Schubladen passt.‘ Das hob Bundesverbraucherministerin Renate Künast anlässlich der heutigen Bundestagsdebatte zum Gesetz zur Umsetzung der Agrarreform in Berlin hervor. Es sei deshalb Zeit, mit dem alten Schubladendenken aufzuräumen. Mit dem Agrarreformgesetz, das Künast als ‚Meilenstein für die deutsche Landwirtschaft‘ bezeichnete, erfahre die Landwirtschaft eine grundlegende Neuausrichtung.

‚Mit dem Agrarreformgesetz schaffen wir ein System, das die Leistungen der Landwirtschaft honoriert und nicht die Produktion von Überschüssen‘, so die Ministerin. Grundlage dafür sei die Entkopplung der Direktzahlungen von der Produktion. Nur das sei zukunftsfähig und habe auch vor der WTO Bestand. Entkopplung müsse dabei heißen, die Landwirtschaft für die Leistungen zu entlohnen, die sie auf jedem Hektar des Betriebes erbringe und nicht nur für bestimmte Früchte oder Tiere oder dafür, was in der Vergangenheit einmal produziert wurde. Künast: ‚Entkopplung muss heißen, dass wir eine einheitliche Flächenprämie auf regionaler Ebene einführen. Darin bin ich mir mit der großen Mehrheit meiner Kollegen aus den Bundesländern einig. Ein Betriebsmodell würde alte Besitzstände zementieren und das wäre schlichtweg ungerecht.‘

Für eine starke Landwirtschaft mit gesichertem Einkommen und zukunftsfähige ländliche Räume müsse das Agrarreformgesetz mit vielen anderen Maßnahmen vernetzt werden, so die Ministerin. ‚Die Landwirtschaft ist der treibende Motor des ländlichen Raumes sei es im Tourismus, bei der Regionalvermarktung, in der Zusammenarbeit mit Naturschützern oder bei der Erzeugung von Energie durch hochmoderne Biogas- und Windkraftanlagen und mittels Solarstrom. Diese wertvolle und zukunftsfähige Landwirtschaft müssen wir stärken. Mit dem Gesetz ebnen wir den Weg der Landwirtschaft in die Zukunft! Und wir schaffen eine verlässliche Perspektive! Eine Perspektive, die von der Gesellschaft akzeptiert und anerkannt wird!‘

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Backhaus und Ehlen: Gemeinsamkeiten der Nordländer stärken

Themen: Archiv — info @ 11:03

Dannenberg (agrar.de) – Zu einem Meinungsaustausch über agrarpolitische Themen trafen sich der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei für das Land Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus (SPD), und sein niedersächsischer Kollege, der Minister für ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Hans-Heinrich Ehlen (CDU), heute im Forstamt Dannenberg (Niedersachsen).

Zum Thema Legehennenhaltung bekräftigten beide Minister, dass sie weiterhin bei Bundesministerin Renate Künast auf einen ‚Tierschutz-TÜV‘ drängen werden. Im Vorfeld der kommenden Agrarministerkonferenz in Osnabrück wurde der Bund aufgefordert, alle Gutachten zu der Thematik Legehennenhaltung komplett vorzulegen. ‚Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse über den Tierschutz in verschiedenen Tierhaltungsformen dürften nicht aus ideologischen Gründen ignoriert werden‘, betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Auch beim neuen Gentechnikgesetz sehen beide Minister noch Verbesserungsbedarf. Unbefriedigend geregelt sind die Fragen von Haftungsrisiken und möglichen Entschädigungen bei unerwünschten Einstäubungen. Zusammen mit den anderen Bundesländern wollen sich Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf einen gemeinsamen Änderungsantrag einigen. Minister Ehlen verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass alle europäischen Landwirte die gleichen Chancen haben müssten, es dürfe nicht wieder einen kosten- und arbeitsintensiven deutschen Sonderweg geben.

Gemeinsam werden die beiden Länder demnächst ein Gespräch in Brüssel zur Zukunft der Milchwirtschaft suchen. Hier sind die Forderungen der beiden Bundesländer, dass die Quote dem Markt angepasst werden muss, um die derzeit schlechten Milchpreise zu stabilisieren.

Mit einem möglichen Innovationsfonds für junge Nachwuchsunternehmen wollen die beiden Länder Investitionen und Ansiedlungen von zukunftsfähigen Betrieben im Bereich der Landwirtschaft unterstützen. Im Bereich der Wissenschaft und der Forschung in der Landwirtschaft wollen die Minister Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkte im norddeutschen Raum gemeinschaftlich weiterentwickeln.

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DBV: Erneuerbare Energien-Gesetz muss verbessert werden

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 10:03

Verband trägt im Bundestagsausschuss Forderungen zur Biomasse vor

Berlin (agrar.de) – Die energetische Nutzung von Biomasse ist eindeutig klimaschützend, denn der Ausstoß von klimaerwärmendem Kohlendioxid wird gegenüber dem Einsatz von fossilen Energieträgern kräftig verringert. Im Gegensatz zu fossiler Energie wird bei der Verwendung von Bioenergieträgern wie Holz, Stroh- und Energiepflanzen nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wie zuvor durch den Anbau pflanzlicher Biomasse der heutigen Atmosphäre entzogen wurde. Neben dem Klimaschutz helfe die Bioenergieproduktion, Investitionen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu sichern. Deutschland habe in diesem weltweiten Wachstumsmarkt einen großen technologischen Vorsprung erlangt. Erneuerbare Energien gehören zu einer erfolgreichen Energiepolitik, die dadurch nicht völlig umgestaltet, sondern weiter entwickelt wird, betont der Deutsche bauernverband (DBV). Brüche in der Energiepolitik dürfe es dadurch nicht geben.

Die Förderung erneuerbarer Energien müsse als Anschubfinanzierung betrachtet werden, um für eine innovative Technik die Konkurrenzfähigkeit mit anderen Energieträgern zu ermöglichen. Damit Rohstoffpotenziale zur Verstromung mobilisiert werden, ist nach Ansicht des DBV die Biomasse im Erneuerbaren Energie-Gesetz besser zu stellen. Die Anhebung des Bonus für Pflanzen, Pflanzenbestandteile und Gülle auf 6 Cent pro Kilowattstunde sowie seine Ausweitung auf größere Biogasanlagen ist dafür notwendig. Die bisher im Gesetzentwurf vorgesehenen 2,5 Cent pro Kilowattstunde reichen gegenwärtig noch nicht aus, um Biogasanlagen mit Energiepflanzen und Biomassekraftwerke mit Waldholz betreiben zu können. Derzeit werden Bioenergieanlagen 20 Jahre gefördert, was nach Einschätzung des DBV auch fortzuführen ist, damit die notwendigen Investitionen finanziert werden können. Allein aufgrund der Kreditlaufzeiten könnten im Zeitraum von 15 Jahren, die der Gesetzentwurf vorsieht, keine Projekte realisiert werden.

Der ‚Brennstoffbonus‘ muss auf Bioabfälle pflanzlicher Herkunft aus dem landwirtschaftlichen Betrieb erweitert werden, damit zum Beispiel pflanzliche Futterreste oder Schlempe aus Bioethanolanlagen energetisch genutzt werden können. So sind geschlossene Nährstoffkreisläufe über den Weg der Stromgewinnung zu realisieren, denn die Reststoffe aus der energetischen Verwertung können als sehr gut pflanzenverträglicher Dünger auf Ackerflächen ausgebracht werden. Der Vergütungssatz für Anlagen bis 150 Kilowatt muss auch für Altanlagen gelten, fordert der DBV. Andernfalls ist zu befürchten, dass Stoffströme aus bestehenden Altanlagen in Neuanlagen umgeleitet werden und Altanlagen dadurch ihre wirtschaftliche Existenz entzogen wird.

Der DBV fordert eine rasche Umsetzung der Novelle, um den momentanen Investitionsstau und die vorhandene Unsicherheit der Bioenergiebranche endlich aufzuheben. Aufgrund der sich hinauszögernden parlamentarischen Diskussion über die EEG-Novelle hat es bereits einen Abbau von Arbeitsplätzen gegeben und weitere sind gefährdet.

Die Nutzung von Bioenergie geht keineswegs zu Lasten des Anbaus von Nahrungsmitteln. Allein durch die Nutzung des ackerbaulichen Fortschrittes findet eine jährliche Produktionssteigerungen beim Getreide von bis zu 1,5 Prozent statt, wodurch jährlich rund 100.000 Hektar für alternative Nutzungen frei werden. Mit dem Strom einer Biogasanlage aus einem Hektar Mais lassen sich jährlich rund 15 Megawattstunden Strom produzieren, der ausreicht, um fünf Zwei-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Der jährliche Zuwachs an ungenutztem Waldholz beträgt zudem rund 20 Millionen Kubikmeter.

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Grüne zum Tierschutz: durch Verbandsklagerecht Tieren eine Stimme geben

Themen: Archiv — info @ 10:03

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Vorstellung der schleswig-holsteinischen Bundesratsinitiative für die Einführung eines Verbandsklagerechts für Tierschutzvereine erklären Ulrike Höfken, tierschutzpolitische Sprecherin, und Undine Kurth, naturschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wir begrüßen die Initiative des Landes Schleswig-Holstein. Auch wir sehen seit Jahren die Verpflichtung des Gesetzgebers zu einem effektiven Schutz der Tiere. Ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzverbände könnte hier wesentliche Fortschritte bringen. Tiere werden durch das Tierschutzgesetz zwar um ihrer selbst willen geschützt, doch fehlt noch die gesetzliche Möglichkeit, dass Verbände zugunsten der Tierrechte klagen können.

Wir hoffen auf eine faire Debatte im Bundesrat und in der Öffentlichkeit. Es ist zu wünschen, dass das rechtliche Ungleichgewicht zwischen Tiernutzern und den zu schützenden Tieren überwunden werden kann. Die derzeitige Praxis, nach der im Falle einer untätigen Behörde niemandem zusteht, zugunsten der Tiere eine Klage einzureichen oder bei Entscheidungen zum Nachteil von Tieren Widerspruch einzulegen, sollte bald überwunden werden. Das entspräche auch der Staatszielbestimmung des Tierschutzes.

Durch die Klagemöglichkeit von anerkannten Tierschutzverbänden würden deren Engagement und Sachkenntnis nicht nur anerkannt, sondern auch effektiv für die Rechte der Tiere nutzbar. Mitwirkungsrechte bei tierschutzrelevanten Maßnahmen braucht niemand zu fürchten, der die Rechte der Tiere anerkennt und berücksichtigt.‘

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Sachsen-Anhalt: Workshop Betriebsergebnisse zeigt prekäre Lage der landwirtschaftlichen Unternehmen

Themen: Archiv — info @ 10:03

DBB fordert nachdrücklich staatliche Flächen nicht zu verkaufen

Quedlinburg (agrar.de) – Am 02. März 2004 fand in Magdeburg der 6. Workshop zur wirtschaftlichen Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen-Anhalt. Laut Agrarbericht der Bundesregierung mussten die Haupterwerbsbetriebe in Sachsen-Anhalt mit 41,3 Prozent die höchsten Gewinneinbußen gegenüber dem Vorjahr hinnehmen.

Eine genauere Analyse der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) zeigt die tatsächlichen Probleme der landwirtschaftlichen Betriebe detaillierter auf. So ist in Haupterwerbsbetrieben der Gewinn je Hektar in den spezialisierten Ackerbaubetrieben um 50 Prozent zurückgegangen. Die juristischen Personen in dieser Betriebsgruppe hatten sogar einen Verlust von 26 Euro/ha zu tragen. Die Unternehmergewinne sind in allen Betriebsgruppen negativ (zwischen -109 und -120 Euro/ha). Die Unternehmergewinne bezogen auf die Arbeitskräfte belaufen sich in den Betriebsgruppen zwischen -8.611 Euro/AK und -14.363 Euro/AK. Die Ursachen für diesen Gewinnrückgang sind im rund 20 Prozent niedrigeren Getreideertrag bei gleichzeitig um ca. 14 Prozent geringerem Erlös je Erzeugungseinheit zu sehen.

Daraus ergibt sich eine sehr schlechte Liquidität der Unternehmen. Lediglich die Haupterwerbsbetriebe haben noch in sehr geringem Umfang (2.200 Euro/Betrieb Cash-flow III) Mittel zur Verfügung. GbR und juristische Personen weisen hier bereits negative Werte auf (-62 bzw. -23 Euro/ha). Daher wachsen bei Betrieben aller Rechtsformen die Verbindlichkeiten weiter an und Erreichen den höchsten Stand seit 1999/2000.

Entgegen der rationellen Erwartung nehmen die Nettoinvestitionen der Betriebe als Konsequenz der wirtschaftlichen Situation nicht ab, sondern steigen teilweise sogar an. Die Ursache hierfür ist in Ackerzukäufen der Betriebe zu suchen. Viele private Verpächter drängen die Landwirte dazu Ihnen die Flächen abzukaufen, was für den Landwirt wirtschaftlich keinen Sinn macht. Hinzu kommen Verkaufsabwicklungen der BVVG nach EALG und Verkehrswertausschreibungen sowie Landverkäufe der Landgesellschaft.

‚Wenn in den kommenden Jahren nicht ein rasanter Strukturwandel verbunden mit vielen landwirtschaftlichen Insolven-zen stattfinden soll, muss bei BVVG und Landgesellschaft ein Paradigmenwechsel stattfinden‘ fordert Kurt-Henning Klamroth, Präsident des Deutschen Bauernbundes. ‚Die Landwirte müssen mit langfristigen Pachtverträgen ausgestattet werden, die ihnen eine sichere Zukunftsplanung ihrer Betriebe ermöglicht. Es muss Schluss sein mit Ausschreibungen zum Höchstgebot, bei denen ökonomisch kalkulierende Landwirte aus den Regionen keine Chance haben ihre bisher bewirtschafteten Flächen zu sichern‘ so Klamroth weiter.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

05. März 2004

Bauernbund lehnt bundesweiten LSV-Träger ab

Themen: Archiv — info @ 16:03

Quedlinburg (agrar.de) – ‚Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes nach einem bundesweiten Träger der landwirt-schaftlichen Sozialversicherungen lehnt der Deutsche Bauernbund ab. Es ist nicht zu erkennen, dass es dadurch zu einer Reduzierung der Verwaltungskosten kommt. Selbst bei der jetzt angestrebten Fusion des Berliner landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger mit dem sächsischen Träger ist eine Verwaltungskosteneinsparung für die erste Zeit fraglich.

Ein bundesweiter Träger würde aber zu deutlichen Beitragssteigerungen bei der landwirtschaftlichen Unfallversicherung, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, führen. Wenn es dann noch zu spürbaren Einschnitten im Leistungsbereich kommt, so wie es der DBV fordert, wird es seitens der ostdeutschen Landwirtschaft keine Akzeptanz für diesen Vorschlag geben.

Der Bauernbund steht einer Reform des agrarsozialen Sicherungssystems offen gegenüber. Ziel muss aber sein, in anbetracht der schwierigen Einkommenslage der Landwirtschaft und den Anpassungs-schritten gegenüber der EU-Agrarreform, keine weiteren Belastungen im agrarsozialen Bereich auf die Landwirtschaft zukommen zu lassen. Wir bieten der Politik dafür unsere Mitarbeit an. Leistungskürzungen und ein bundesweiter LSV-Träger sind jedenfalls nicht die richtigen Antworten,‘ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes, Kurt-Henning Klamroth.

Links zum Thema Versicherungen, Links zum Thema Verbände.

BWV: Ackerbau-Verbot ändert nichts am Hochwasserschutz

Themen: Archiv — info @ 15:03

Koblenz (agrar.de) – Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zum vorbeugenden Hochwasserschutz verabschiedet. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) steht dem Entwurf sehr kritisch gegenüber. Die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen gehen teilweise an einer effizienten Lösung vorbei. Das geplante Gesetz überschlägt sich in Aktionismus. Ackerflächen sind Freiflächen und somit auch Überschwemmungsflächen bei Hochwasser. Das Verbot von ackerbaulicher Nutzung in Überschwemmungsgebieten ändert nichts am Hochwasserschutz! Den Landwirten würde lediglich die Produktionsgrundlage entzogen werden mit der Folge, dass ganze Betriebe in existenzielle Probleme gestürzt würden.

Die Bundesregierung plant ein Gesetz, das lediglich den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl vermitteln wird ‚etwas getan zu haben‘, mehr allerdings nicht. Gerade auf Äckern kann aufgrund niedrigerer Abflusswerte mehr Regen versickern als auf magerem extensiven Grünland oder Ödland. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau empfiehlt vielmehr Hochwasserpolder zu schaffen, die beim Eintreten vom Hochwasserspitzen geöffnet werden können. Diese Polder können aber dennoch ackerbaulich genutzt werden.

Durch die Planung der Bundesregierung wären allen potenziellen Überschwemmungsgebiete an Rhein, Mosel, Saar, Ruwer, Nahe, Ahr und Lahn und deren Nebenflüsse betroffen. Deutschlandweit müssten etwa 7,5 Prozent des gesamten Ackerlandes aus der Bewirtschaftung genommen werden.

In der Vergangenheit sind viele Fehler bei der Bebauungsplanung gemacht worden. Diese dürfen nicht dazu führen, dass die Landwirte und Winzer unnützerweise zu den Leidtragenden dieser Planungsfehler gemacht werden. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau setzt sich dafür ein, dass ein solch ungerechtfertigtes und absolut destruktives Gesetz in der Form nicht umgesetzt wird.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, Leo Blum, dankte Staatsministerin Margit Conrad, die das vom Bundeskabinett gebilligte Hochwasserschutzgesetz ebenfalls ablehne. Es trage, so Conrad, letztlich dazu bei, die Bürokratie und die Kosten auszudehnen und Entschädigungsforderungen Tür und Tor zu öffnen.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau und das Ministerium für Umwelt und Forsten kommen darin überein, dass die Verankerung des Bauverbotes in Überschwemmungsgebieten positiv zu werten ist.

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RLV: Deutsche Agrarbeihilfen sind im EU-Vergleich am niedrigsten

Themen: Archiv — info @ 14:03

Bonn (agrar.de) – Deutschland gewährt nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) im EU-Vergleich die niedrigsten nationalen Beihilfen an die Landwirtschaft. Dies belege der Bericht der EU-Kommission über staatliche Beihilfen. Danach entsprachen die Beihilfen in Deutschland im Jahre 2001 nur 0,09 Prozent des Sozialproduktes. In anderen EU-Mitgliedstaaten waren die nationalen Agrarhilfen hingegen mit 0,15 Prozent des Sozialproduktes im Durchschnitt fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

‚Die Hauptwettbewerber in der Europäischen Union greifen zur Förderung ihrer heimischen Landwirtschaft erheblich tiefer in die Tasche‘, hebt der RLV hervor. Als Beispiel nennt der Verband Frankreich und Schweden mit jeweils 0,21 Prozent ihres Sozialprodukt als Beihilfen, Irland mit 0,18 Prozent, die Niederlande mit 0,25 Prozent und Österreich mit sogar 0,42 Prozent.

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