10. März 2004

Agrarreform: Decker fordert erneut Verzicht auf Abschmelzung

Themen: Archiv — info @ 11:03

Verheerende Auswirkungen befürchtet

Bonn (agrar.de) – Mit einem eindringlichen Appell an die Düsseldorfer Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn hat der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, erneut vor den verheerenden Auswirkungen einer flächenbezogenen Einheitsprämie auf die Futterbaubetriebe in Nordrhein-Westfalen gewarnt. Gerade zur Milchviehhaltung bestehe für viele landwirtschaftliche Betriebe keine sinnvolle wirtschaftliche Alternative. Diese trügen zudem maßgeblich zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Grünlandes bei – und zwar nicht nur auf absoluten Grünlandstandorten.

Dabei sei schon die derzeitige Lage am Milchmarkt überaus Besorgnis erregend, so Decker weiter. Angesichts der bevorstehenden Interventionspreissenkungen und der ohnehin völlig unzureichenden Ausgleichszahlungen müsse jede weitere Schwächung der Betriebe unterbleiben.

Verschiedene Berechnungen zeigten, dass im Falle einer Umsetzung der von Höhn favorisierten Einheitsprämie Milchviehbetriebe auf gemischten Standorten – so etwa am Niederrhein – Prämienverluste von bis zu 50 Prozent hinnehmen müssten. Auch viehstarke Betriebe auf Grünlandbasis hätten enorme finanzielle Verluste zu erleiden.

Die strukturellen Auswirkungen eines solchen Vorgehens können nach den Worten von Decker tatsächlich nur als verheerend bezeichnet werden. Schätzungen von Fachleuten zufolge müsse unter den Futterbaubetrieben mit einem Strukturwandel von bis zu 10 Prozent jährlich gerechnet werden.

Vor diesem Hintergrund bittet der RLV-Präsident die Ministern nochmals eindringlich ihre Position zu überprüfen, die am Ende einer Übergangsfrist eine flächenbezogene Einheitsprämie vorsieht. Zumindest für die milcherzeugenden Betriebe sollte der nach dem letzten Verhandlungsstand im Agrarausschuss des Bundesrates für das Jahr 2010 vorgesehene Abschmelzungsprozess unterbleiben.

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BDP: Weiterhin Erfahrungsgewinn aus Erprobungsanbau nötig

Themen: Archiv — info @ 11:03

Bonn (agrar.de) – Trotz konstruktiver und praktikabler Vorschläge der Pflanzenzuchtunternehmen verweigert der Deutsche Bauernverband (DBV) die Zustimmung zu einem gemeinsamen Konzept für einen Erprobungsanbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Dem DBV gingen die Zugeständnisse in Fragen der Haftung nicht weit genug. (unsere Meldung)

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) bedauert außerordentlich, dass die konstruktive und praktikable Arbeit der vergangenen Wochen, die von allen Seiten aktiv unterstützt worden ist, keinen positiven Abschluss gefunden hat. Die beteiligten Pflanzenzüchtungsunternehmen haben alles unternommen, um gemeinsam mit Landesregierungen und den Bauernverbänden ein tragfähiges Konzept für einen Erprobungsanbau zur Überprüfung der Koexistenz verschiedener Anbauformen in der Landwirtschaft zu entwickeln.

Angesichts der anhaltenden Rechtsunsicherheit im Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen, die vom Entwurf des Gentechnikgesetzes von Ministerin Künast ausgeht, ist die momentane Haltung des DBV, von überzogenen Forderungen abgesehen, für den BDP verständlich. Die Schlussfolgerung ist aber ein politischer Trugschluss, denn gerade wegen der Unsicherheiten macht ein Erprobungsanbau Sinn, um Erkenntnisse zu gewinnen. Es sei schade, dass der DBV noch nicht einmal seiner eigenen Forderung nach einem solchen Projekt treu geblieben sei, stellt der BDP fest.

Dieses Vorgehen widerspricht den öffentlichen Forderungen des Bauernverbandes, praktische Erfahrungen im Anbau zu sammeln und Erkenntnisgewinne erzielen zu können, die für die noch ausstehenden rechtlichen Regelungen der guten fachlichen Praxis dringend benötigt werden.

Obwohl auf Grundlage eines fachlich ausgereiften Konzeptes Schäden sowohl der teilnehmenden Landwirte als auch ihrer Nachbarn praktisch ausgeschlossen sind und dennoch eine Freistellung durch geeignete Institutionen angeboten werden sollen, ging dies dem Deutschen Bauernverband nicht weit genug. Die vom DBV geforderte Haftungsverpflichtung der Pflanzenzuchtunternehmen steht jedoch im Widerspruch zur deutschen und europäischen Rechtssystematik und hätte vorgreifende Wirkung auf die Novellierung des Gentechnikgesetzes gehabt.

Die Gespräche mit den Landesregierungen werden auf Grundlage des fachlich ausgereiften Konzeptes für den Erprobungsanbau aufrecht erhalten. Den an den Programmen interessierten Landwirten könne hinreichend Sicherheit geboten werden, so der BDP weiter. Aus Sicht der Wirtschaft könne nur begrüßt werden, wenn die in Frage stehenden Landesregierungen an ihren guten und offenen Angeboten festhielten, zumal seitens des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) alles unternommen werde, genau den Erkenntnisgewinn zu vermeiden.

Sollte es jetzt nicht zu einem Erprobungsanbau in Deutschland kommen, verzichtet der Standort Deutschland wieder einmal mehr auf Erfahrungen im Umgang mit modernen Zukunftstechnologien und verliert damit an Innovationskraft, insbesondere zum Schaden der Landwirtschaft. Auch dies sollte der DBV in seinem Handeln berücksichtigen.

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Brandenburg: Weniger Rinder und Schweine

Themen: Archiv,Milch,Rinder,Statistik — info @ 11:03

Potsdam (agrar.de) – Im Rahmen der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände vom 3. November 2003 wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben Brandenburgs 601.200 Rinder und 777.600 Schweine gezählt. Nach Informationen des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik verringerte sich der Bestand an Rindern gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 Prozent. Bei Schweinen war die rückläufige Entwicklung mit 6 Prozent noch ausgeprägter.

In Brandenburg sank in den letzten zwölf Monaten die Zahl der gehaltenen Rinder um etwa 11.700 Tiere. Damit setzt sich der negative Trend der vergangenen Jahre bei dieser Tierart fort.

Die Zahl der Kälber unter sechs Monaten ging um fast 2 Prozent auf zirka 88.000 Tiere zurück. Die Milchkühe bilden mit 30 Prozent weiterhin den Hauptanteil am Rinderbestand (2003: 178.600 Tiere). Ihre Anzahl hat sich im Vergleich zu den meist deutlichen Bestandsabnahmen der Vorjahre nicht weiter verringert. Das marktregulierende Instrument der Milchquote und die gestiegene Milchleistung je Kuh sind u. a. Gründe dafür, dass nicht mehr Milchkühe gehalten werden. Erneut rückläufig war die Zahl der gehaltenen Ammen- und Mutterkühe. Diese Bestände verringerten sich in den letzten zwölf Monaten um fast 3 Prozent auf über 92.600 Tiere. Ein sehr starker Rückgang war bei den Schlacht- und Mastkühen zu verzeichnen. Deren Anzahl reduzierte sich gegenüber November 2002 um fast 31 Prozent auf unter 1.200 Tiere.

Während im November 2002 ein sehr starker Anstieg bei der Zahl der gehaltenen Schweine ermittelt wurde, ergab sich für 2003 ein deutliches Minus von 6 Prozent auf 777.600 Tiere.

Bei Mastschweinen insgesamt war ein Rückgang etwa 11 Prozent auf 231.800 Tiere zu verzeichnen. Dabei zeigte sich die stärkste Negativentwicklung bei den Mastschweinen mit einem Lebendgewicht von 80 bis 110 Kilogramm (- 16 Prozent). Die Bestände an Zuchtsauen in Brandenburg nahmen gegenüber dem Jahr 2002 um zirka 4 Prozent ab. Hier wurden 102.500 Tiere ermittelt. Nur bei den nicht trächtigen Jungsauen gab es einen geringfügigen Anstieg auf gut 16.100 Tiere. Um 40 Prozent ist die Zahl der Eber zur Zucht angewachsen (2003: 2.000 Tiere). Die Ferkelanzahl hat sich im Vergleichszeitraum um fast 3 Prozent verringert. Während im November 2002 noch 257.500 Ferkel gehalten wurden, waren es ein Jahr später nur noch 250.900 Tiere.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

Schleswig-Holstein: Landeswaldgesetz in erster Lesung

Themen: Archiv — info @ 10:03

Kiel (agrar.de) – Heute ging der Entwurf des neuen Landeswaldgesetzes in die erste Lesung des Landtags. Das Gesetzeswerk räumt Waldbesucherinnen und – besuchern in Schleswig-Holstein mehr Rechte ein. Stärker als in der Vergangenheit steht die Ökologie im Mittelpunkt. Gleichzeitig soll die finanzielle Förderung verstärkt auf die Honorierung ökologischer und sozialer Leistungen der Forstbetriebe ausgerichtet werden.

Das Waldbetretungsrecht soll bürgerfreundlicher ausgestaltet werden. Wälder dürfen demnach künftig auch außerhalb der Wege betreten werden. Schleswig-Holstein ist bisher das letzte Bundesland, in dem es ein restriktives Wegegebot gibt. ‚Selbstverständlich müssen die Waldbesucher auch künftig Spielregeln im Wald beachten. Aber Pilze sammeln abseits der Wege darf doch wohl nicht im Ernst eine Ordnungswidrigkeit bleiben!‘ erklärte Umwelt- und Landeswirtschaftsminister Klaus Müller nach der Kabinettssitzung.

Waldbesitzer sollen künftig Handlungsmaximen für eine ordnungsgemäße und naturnahe Forstwirtschaft erhalten. Ein Elf-Punktekatalog regelt beispielsweise die nachhaltige Bewirtschaftung des Rohstoffes Holz, klärt, dass so genanntes Totholz im Wald belassen werden soll, gibt standortheimischen Baumarten den Vorzug und verzichtet weitestgehend auf Pestizide und Düngung.

Der Gesetzentwurf orientiert sich nicht an dem Bild des Waldes ‚in Reih und Glied‘. Wald soll künftig auch auf natürliche Weise durch Aussamung (Sukzession) entstehen. Neben Wirtschaftswäldern sollen Naturwälder ohne menschliches Zutun als Urwälder von morgen ausgewiesen werden.

Der Gesetzentwurf kann über den Internet-Dienst der Landesregierung Schleswig-Holsteins abgerufen werden.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Greenpeace: Vergabe von Patenten auf Pflanzen und Tiere verdoppelt

Themen: Archiv — info @ 09:03

Hamburg (agrar.de) – Die Patentierung von Pflanzen und Tieren nimmt alarmierende Ausmaße an. Nach Recherchen der Umweltorganisation Greenpeace hat das Europäische Patentamt in München im Jahr 2003 etwa doppelt so viele Patente auf Pflanzen und Tiere erteilt wie noch im Jahr zuvor. Trotz eines ausdrücklichen Verbotes erteilte das Patentamt am 26. November 2003 sogar erstmals ein Patent auf eine ganz normale Züchtungsmethode (Nr. EP 1211926). Betroffen ist eine Tomate, deren Wassergehalt mit Methoden konventioneller Züchtung verringert wurde, so dass sie bei langer Lagerung zwar schrumpelt, aber nicht fault.

Der deutsche Bundestag kann jetzt ein deutliches Zeichen gegen Patente auf Leben setzen. Morgen beginnen im Bundestag die Verhandlungen darüber, wie die umstrittene EU-Patentrichtlinie im deutschen Patentgesetz umgesetzt werden soll. Greenpeace fordert, die EU-Richtlinie auf europäischer Ebene neu zu verhandeln und die Patentierung von Lebewesen und ihren Genen auszuschließen.

‚Die EU-Richtlinie gehört zurück auf die Schreibtische in Brüssel mit dem Vermerk: Neu verhandeln!‘, sagt Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. ‚Eine EU-Richtlinie, die dem Europäischen Patentamt erlaubt, Monopolpatente auf die belebte Natur zu vergeben, darf nicht in deutsches Recht umgesetzt werden. Mit den Rechten an Soja, Mais, Weizen und Tomaten verkauft das Patentamt die Ernährungsgrundlagen der Menschheit. Die Bundesregierung muss den Missbrauch des Patentrechts endlich stoppen.‘

Mit dem Patent auf die Schrumpel-Tomate hat das Patentamt einen neuen Damm gebrochen. Denn Patente auf ‚biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen oder Tieren‘ sind verboten (Europäisches Patentübereinkommen, Paragraph 53b). Doch das Patent auf die Tomate mit verringertem Wassergehalt umfasst die Tomate sowie ihre Züchtungsmethode. Die Tomate wurde nicht gentechnisch manipuliert, sondern mit konventionellen Methoden gezüchtet.

Nach Greenpeace-Recherchen erteilte das Europäische Patentamt 2003 insgesamt 72 Patente auf Pflanzen (2002: 38) und 25 Patente auf Tiere (2002: 11). Insgesamt hat das Amt jetzt bereits fast 400 Patente auf Pflanzen und über 120 Patente auf Tiere vergeben. Dabei beruft sich das Patentamt auf die EU-Patentrichtlinie von 1998.

Greenpeace kritisiert, dass die Agro-Konzerne auch bei normal gezüchteten Pflanzen eine Monopolstellung von Anbau und Ernte bis hin zur Herstellung von Lebensmitteln erlangen. So erhielt auch die Firma Monsanto ein Patent auf Weizen, der von indischen Landwirten gezüchtet worden war. Unter den in 2003 erteilten Patenten auf Tiere finden sich vor allem Versuchstiere, die alle Säugetiere von der Maus bis zum Affen umfassen.

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09. März 2004

DBV: Kein Erprobungsanbau zur Grünen Gentechnik ohne Haftungsfreistellung

Themen: Gentechnik,Haftung,Mais,Verbände — info @ 16:03

Präsidium lehnt Haftung zu Lasten der Landwirte ab

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) rät allen Landwirten davon ab, sich im laufenden Jahr an einem Erprobungsanbau mit Bt-Mais zu beteiligen. Das hat das Präsidium des DBV auf seiner heutigen Sitzung in Bonn beschlossen, nachdem die Verhandlungen des DBV mit dem Bundesverband der Deutschen Pflanzenzüchter und den beteiligten Zuchtunternehmen zum Erprobungsanbau in den entscheidenden Punkten – vor allem der Haftungsfreistellung – erfolglos geblieben sind.

Der DBV hatte angesichts der verschuldensunabhängigen Haftungsregelung des Gesetzentwurfes zur Grünen Gentechnik als Voraussetzung für die Teilnahme von Landwirten an einem Erprobungsanbau bei vertragsgemäßem Verhalten die Haftungsfreistellung durch die Pflanzenzüchter für Schadensersatzforderungen Dritter gefordert. Erreicht wurde jedoch nur für das Land Sachsen-Anhalt über die am Erprobungsanbau beteiligte Bio-Mitteldeutschland GmbH, dass diese den Landwirten im Rahmen einer Obergrenze von 240.000 Euro eine maximale Übernahme von 80 Prozent berechtigter Schadensersatzansprüche zusichern würde. Für das weiterhin bei den anbauenden Landwirten auch bei Einhaltung der Vorsorgepflichten verbleibende Haftungsrisiko haben die Züchter jedoch eine vertragliche Haftungsfreistellung für Sachsen-Anhalt abgelehnt. Hinzu komme, so das DBV-Präsidium, dass sie jegliche Haftungsfreistellung der anbauenden Landwirte auch in anderen Bundesländern ablehnten.

Weiterhin fehlt nach Einschätzung des DBV-Präsidiums für die rechtliche Ausgestaltung des Gesetzentwurfs der dringend notwendige wissenschaftliche und praktische Erkenntnisgewinn, nachdem die Biologische Bundesanstalt den Erprobungsanbau nicht wissenschaftlich begleiten wird. Zudem hatte der DBV einen bundesweiten Erprobungsanbau unter Einbeziehung aller Betroffenen gefordert, während die Pflanzenzüchter nun bundesländerspezifisch vorgehen, stellte das DBV-Präsidium fest.

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Sachsen-Anhalt: Hohe Niederschlagsmengen erforderten 2002 weniger Wasser zur Bewässerung

Themen: Archiv,Wasser — info @ 15:03

Halle (agrar.de) – Im Jahr 2002 wurden im Land Sachsen-Anhalt ca. 6,7 Millionen Kubikmeter Wasser für die Bewässerung von Anbauflächen im Acker-, Garten- und Dauerkulturanbau eingesetzt.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden hierzu rund 300 der insgesamt 4.900 landwirtschaftlichen Betriebe befragt, weil diese selbst das Wasser für die Bewässerung gewinnen und dies zu 97 Prozent in eigenen Anlagen. Grund- und Oberflächenwasser sind die Hauptquellen zur Wassergewinnung.

Im Vierjahresvergleich, also gegenüber 1998, ging die gewonnene Wassermenge um 4 Prozent zurück. Wesentlicher Einflussfaktor waren die hohen Niederschläge im regenreichen Jahr 2002 (im Bundesdurchschnitt 1.005 mm; 1998: 913 mm).

Die Betriebe der Landwirtschaft verwendeten in Sachsen-Anhalt zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen 5,1 Millionen Kubikmeter Wasser. Für das Wachstum der gärtnerischen Kulturen wurden 1,3 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt. Dauerkulturen, so z. B. Obstland, Rebland oder Grünland, wurden mit 0,2 Millionen Kubikmeter Wasser bewässert.

Bei einer bewässerten Fläche von insgesamt 29.000 Hektar wurde eine Bewässerungsgabe von 233 Kubikmeter pro Hektar (1998 = 753 Kubikmeter pro Hektar) ermittelt. Dieser Rückgang um 69 Prozent war sowohl auf die hohen Niederschläge im Jahr 2002 als auch auf den Anbau von jährlich wechselnden Kulturen mit unterschiedlichen Bewässerungsbedarf zurückzuführen.

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JunglandwirtInnen in der Landjugend fordern: Keine Wettbewerbsverzerrungen durch Cross Compliance

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Mit der nationalen Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wurde nicht nur eine Diskussion um die Neuverteilung der Finanzmittel an die Landwirtschaft ausgelöst. Die vollständige Gewährung der Direktzahlungen ist zukünftig an die durch Cross Compliance geregelte Einhaltung verbindlicher Vorschriften bezüglich der landwirtschaftlichen Flächen und der landwirtschaftlichen Erzeugung geknüpft.

Der Arbeitskreis Agrarpolitik im Bund der Deutschen Landjugend (BDL) fordert daher, dass die Einhaltung der 18 EG-Verordnungen aus den Bereichen Umweltschutz, Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, Tiergesundheit und Tierschutz für alle Mitgliedsstaaten der EU verbindlich sind.

Zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten sollten die Cross-Compliance-Standards EU-einheitlich definiert und kontrolliert werden. Die Kriterien zur Einhaltung der 18 EU-Richtlinien auf nationaler Ebene müssen in der landwirtschaftlichen Praxis einfach handhabbar sein, so dass Produktionsabläufe nicht behindert werden.

Der Arbeitskreis Agrarpolitik fordert weiterhin, dass die Cross-Compliance – Vorschriften zur Erhaltung der Flächen in einem ‚guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand‘, EU-weit einheitlich gestaltet werden. Die Mitgliedsstaaten benötigen zwingend Kriterien, die mittelfristig eine Angleichung der Standards in der gesamten europäischen Union ermöglichen. ‚Die notwendigen Kriterien zur Einhaltung der Vorschriften müssen auf ein Mindestmaß begrenzt werden, um in der Praxis eine einfache Umsetzbarkeit zu gewährleisten und den Betrieben einen überflüssigen bürokratischen Aufwand zu ersparen‘, so der Vorsitzende des BDL Erik Jennewein.

Die zu kontrollierenden Kriterien im Bereich des Bodenschutzes und zur Instandhaltung von ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Flächen dürfen die unternehmerische Handlungsfreiheit der LandwirtInnen nicht einschränken. Die JunglandwirtInnen im Arbeitskreis Agrarpolitik plädieren für Kriterien, die in der Praxis so gestaltet und kontrolliert werden, dass die regionalspezifischen Standortbedingungen berücksichtigt werden. Somit werden drastische Eingriffe in die Fruchtfolgegestaltung, z.B. bezüglich der Einführung des obligatorischen Leguminosenanbaus, nicht zuletzt aufgrund der ökonomischen Auswirkungen und regionalen Besonderheiten vom Arbeitskreis Agrarpolitik des BDL abgelehnt.

‚Zusätzliche Kosten und wirtschaftliche Beeinträchtigungen der landwirtschaftlichen Betriebe durch Cross Compliance sind nicht akzeptabel. Der Einsatz von Cross Compliance muss genutzt werden, um eine Vereinheitlichung der Produktionsbedingungen in Europa herbeizuführen ohne einen weiteren nationalen Alleingang in Deutschland‘, so Erik Jennewein.

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Anbau nachwachsender Rohstoffe: DRV lehnt Verfahrensänderung der EU-Kommission ab

Themen: Archiv — info @ 11:03

Bonn (agrar.de) – Die EU-Kommission plant, die Durchführungsregelungen für den Anbau nachwachsender Rohstoffe auf stillgelegten Flächen und die Auszahlung einer Energiepflanzenprämie zu vereinheitlichen. ‚Dieser Ansatz ist im Prinzip richtig. Allerdings wird eine schlechtere Regelung dem bewährten Verfahren übergestülpt‘, kritisierte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).

Der DRV fordert, dass die Landwirte wie bisher direkt mit Genossenschaften und Landhandel Anbauverträge abschließen können. ‚Alles andere führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung‘, so Nüssel. Sollte sich die EU-Kommission mit ihren Plänen durchsetzen, werden insbesondere kleinstrukturierte Betriebe den Anbau nachwachsender Rohstoffe auf Stilllegungsflächen einstellen müssen, da ihnen keine Vermarktungspartner mehr zur Verfügung stehen.

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DRV: Entkopplung der Direktzahlungen im europäischen Gleichklang

Themen: Archiv — info @ 10:03

Karlsruhe (agrar.de) – ‚Insbesondere bei Milch und Rindfleisch wird die vollständige Entkopplung der Direktzahlungen zu weit reichenden Veränderungen auf den deutschen Agrarmärkten führen. Die nachgelagerten Unternehmen stehen vor unkalkulierbaren Planungs- und Investitionsrisiken‘, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Mitgliederversammlung der ländlichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften des Badischen Genossenschaftsverbandes.

‚Zur Vermeidung eines rasanten Strukturwandels, dem insbesondere zukunftsfähige Milcherzeuger und Bullenmäster unterliegen würden, werde ich mich weiterhin für eine möglichst lange Beibehaltung der betriebsindividuellen Zahlung der Milchprämie und der Rinderprämien einsetzen‘, betonte Präsident Nüssel.

Vor dem Hintergrund der angespannten Preissituation auf dem Milchmarkt beleuchtete Nüssel die strukturellen Defizite der deutschen Ernährungsindustrie. Während die Top 10 des Lebensmittelhandels ihren Marktanteil auf 85 Prozent ausgebaut haben, liegt der vergleichbare Wert für die deutsche Ernährungsindustrie bei unter 14 Prozent.

Auch im europäischen Vergleich ist die deutsche Ernährungsindustrie schlecht aufgestellt. So entfällt auf die größte Molkerei in Dänemark rund 90 Prozent der nationalen Milchmenge. Hierzulande erfasst die größte Molkerei weniger als ein Fünftel dieser Menge.

‚Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, welchen strukturellen Nachholbedarf die deutschen Unternehmen gegenüber dem Lebensmittelhandel und den europäischen Wettbewerbern haben‘, so der DRV-Präsident. Vorrangiges unternehmerisches Ziel muss deshalb die Bündelung der Kräfte auf nationaler und europäischer Ebene durch Fusionen, Kooperationen und Allianzen sein.

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