04. März 2004

RLV: Ackerbauverbot in Überschwemmungsgebieten kontraproduktiv

Themen: Archiv — info @ 10:03

Decker fordert Korrekturen in Bundestag und Bundesrat

Bonn (agrar.de) – Massive Kritik an dem geplanten Verbot des Ackerbaus in Überschwemmungsgebieten in dem am 3. März verabschiedeten Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Hochwasserschutz übt der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker. ‚Das geplante Verbot der ackerbaulichen Nutzung in Überschwemmungsgebieten ist sogar schädlich für den Hochwasserschutz, da auf Äckern mehr Niederschlag versickert als auf Grünland‘, sagte Decker. In Deutschland würden nach dem Gesetzentwurf etwa 7,5 Prozent des gesamten Ackerlandes unter das Verbot fallen. Die Ertrags- und Vermögensverluste auf diesen rund 900.000 Hektar würden sich auf rund 3,6 Milliarden Euro belaufen.

Eine derartig verfehlte Hochwasserschutzpolitik dürfe nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden, so Decker. Vermutlich scheine es hier mehr um lang gehegte Wunschvorstellungen des Naturschutzes zur Reglementierung der Flächennutzung als um wirklichen Hochwasserschutz zu gehen. ‚Der Gesetzentwurf muss insbesondere bezüglich des geplanten Ackerbauverbots im weiteren Gesetzgebungsverfahren in Bundestag und Bundesrat korrigiert werden‘, forderte Decker.

Deutliche Kritik übt der RLV-Präsident auch an der im Gesetzentwurf vorgeschlagenen Rückverlegung von bestehenden Deichen, welche mit enormen Kosten verbunden sei. Wichtiger und effektiver sei es, der Wiederherstellung von Hochwasserschutzanlagen und der Behebung von Schäden an den Deichen zum Schutz von Bevölkerung und Eigentum höchste Priorität einzuräumen. Begleitet werden müsse dies durch eine konsequente Klimaschutzpolitik. Ansonsten sei mit einer Zunahme extremer Wetterereignisse im 21. Jahrhundert zu rechnen, so Decker.

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