13. Februar 2004

UBA: Fehler bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erkennen und abstellen

Themen: Archiv — info @ 11:02

Beobachtungen der Praxis sollen Aufschluss über tatsächliches Ausmaß falscher Anwendungen geben

Berlin (agrar.de) – Bringen die Landwirte die Pflanzenschutzmittel so auf die Äcker, wie es die gesetzlichen Anwendungsbestimmungen und Auflagen vorsehen? Einige Untersuchungen lassen daran Zweifel aufkommen. Doch belastbare Daten fehlen. Wie groß das tatsächliche Ausmaß falscher Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln ist, soll ein Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) ermitteln.

Ab März 2004 soll von mobilem und geschultem Personal die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in der Praxis beobachtet werden. Die im Projekt gewonnenen anonymisierten Daten sollen helfen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren. Das UBA setzt daher in dem Projekt auch auf die Kooperation der Landwirte. Denn nur, wenn die Fehler bei der Anwendung der Pflanzenschutzmittel erkannt und abgestellt werden, ist ein umweltverträglicher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sicher zu stellen. Beobachtet werden sollen vor allem die Probleme bei der Einhaltung der Anwendungsbestimmungen, die einen Mindestabstand zu Gewässern vorschreiben. Diese Bestimmungen sind besonders wichtig. Ohne sie würden manche Pflanzenschutzmittel erst gar nicht zugelassen.

Das Forschungsprojekt sorgte für Aufregung. Das Umweltbundesamt suche ‚Bauern-Spione‘ hieß es, in Rückfragen beim Umweltbundesamt sorgten sich Landwirte, dass sie ‚bespitzelt‘ würden.

Das UBA stellt klar: Von einer ‚Bespitzelung‘ oder einem ‚Ausspionieren‘ der Landwirte kann keine Rede sein. Tatsache ist: Die Beobachtungen sollen ein realistisches Bild vom alltäglichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in verschiedenen Regionen zeichnen. Wie diese Beobachtungen konkret organisiert werden, steht noch nicht fest, da zur Zeit die Angebote der Einrichtungen, die sich um die Ausführung des Forschungsprojektes beworben haben, ausgewertet werden. In jedem Fall baut das UBA bei diesem Projekt auf die Kooperation mit den Landwirten.

Wird mit laufender Spritze gewendet? Wird in Richtung auf das Gewässer behandelt? Werden die Düsen abgeschaltet? Diese und weitere Fragen sollen durch die Beobachtung beantwortet werden. Ergänzend dazu können auch die Landwirte nach Abschluss der Ausbringung befragt werden.

Zudem sollen – nach vorheriger Absprache mit den Landwirten – Boden- und Pflanzenproben genommen werden, falls es einen Verdacht auf Fehlanwendung gibt. Die durch die Proben gewonnenen Erkenntnisse sollen später statistisch ausgewertet werden.

Links zum Thema Ämter und Behörden.

DBV empört über Umweltbundesamt-Ausschreibung für “ Bauern-Spione „

Themen: Archiv — info @ 10:02

Berlin (agrar.de) – Mit Empörung und harter Kritik hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf ein Projekt des Umweltbundesamtes reagiert, wonach verdeckt gegen Landwirte bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ermittelt werden soll. Durch eine öffentliche Ausschreibung des Umweltbundesamtes hatte dieses Projekt unter dem Titel ‚Umweltbundesamt sucht Bauernspione‘ Schlagzeilen gemacht. Sonnleitner protestierte über ein solch ungeheuerliches Vorgehen scharf beim Präsidenten des Bundesumweltbundesamtes, Professor Dr. Andreas Troge. Mit dem Projekt soll über verdeckte Feldbeobachtungen auf gewässernahen landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Flächen und gegebenenfalls unterstützt durch die Entnahme von Boden- und Pflanzenproben ein Fehlverhalten von Landwirten beim Pflanzenschutzmitteleinsatz erfasst werden. ‚Das Projekt ist ein Affront gegen die Landwirtschaft. Diese Form der Kriminalisierung der Landwirte in Deutschland verurteile ich aufs schärfste‘, empörte sich Sonnleitner. Er fordere Troge auf, das Projekt zurückzuziehen. Den Landwirten werde per se ein gesetzwidriges Verhalten unterstellt.

Schon der Ansatz des Projektes mittels verdeckter Feldbeobachtung die Wirtschaftsweise der Bauern auszuspionieren, lege die Sichtweise de Umweltbundesamtes gegenüber der Landwirtschaft offen. Es sei eindeutig Aufgabe der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer, den ordnungsgemäßen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu kontrollieren und etwaige Missstände zu beseitigen. Diese verfügten über die notwendige fachliche Qualifikation und Erfahrung, die Richtigkeit von Bewirtschaftungsverfahren und Maßnahmen im Pflanzenschutz zu überprüfen. Sonnleitner betonte, dass durch das umfangreiche Zulassungsverfahren aber auch durch verbessertes Umweltbewusstsein der Landwirte deutliche Erfolge im Bereich Pflanzenschutz und Gewässerschutz erreicht worden seien. Die Daten des Umweltbundesamtes belegten solche Verbesserungen eindeutig.

Sonnleitner zeigte sich zudem empört, dass es dem Deutschen Bauernverband auf Nachfrage verwehrt wurde, Einsicht in die Projektausschreibung zu nehmen. Auch die öffentliche Ausschreibung im Internet war am Tag der Veröffentlichung eines Presseartikels nicht mehr vorhanden.

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12. Februar 2004

QS: Deutscher Tierschutzbund kündigt Mitarbeit auf

Themen: Archiv — info @ 16:02

Apel: In Sachen Tierschutz eine Mogelpackung

Bonn (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, hat seine Mitarbeit im Kuratorium ‚Qualität und Sicherheit‚ beendet. ‚Das QS-Siegel hat mit Tierschutz nichts zu tun und suggeriert dem Verbraucher das Gegenteil‘, erklärt Wolfgang Apel den Ausstieg. Zwar wirbt QS damit, tier- und umweltgerecht zu sein, doch müssen bei der Tierhaltung nur die völlig ungenügenden gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt werden, die ohnehin jeder Tierzüchter und Tierhalter in Deutschland einhalten muss. ‚Eine Bereitschaft über die Mindestanforderungen hinaus zu gehen und die QS-Standards auch nur im Ansatz tiergerecht zu gestalten, lässt sich nicht erkennen‘, erläutert Apel.

Die mit QS gekennzeichneten Haltungsbedingungen für Schweine, Rinder und Geflügel sind laut Apel durchweg nicht tiergerecht. Für Tiertransporte gibt es keine zeitliche Begrenzung. Vor allem aber zeigen die Verantwortlichen keinerlei Bereitschaft, hieran das Geringste zu ändern. An fruchtlosen Diskussionen kann und will sich der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes als einziger bislang im Kuratorium verbliebener Vertreter einer unabhängigen Bürgerorganisation nicht weiter beteiligen. ‚Wir können es weder mit unserem Selbstverständnis noch mit dem Anspruch, den Bürgerinnen und Bürger an uns richten, vereinbaren, eine Werbung zu unterstützen, die den Verbraucher belügt‘, so Wolfgang Apel. ‚Der aufgeklärte Verbraucher erwartet von einem Gütesiegel für tierische Produkte, dass es auch für die ethische Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe steht. Hinter dem Prüfzeichen QS verbirgt sich dagegen mit Spaltenböden und Kastenständen für Schweine, Anbindehaltungen bei Rindern, überzüchteten Puten und Masthühnern in beklemmender Enge unendliches Tierleid.‘

Dabei war das QS-Siegel mit dem Ziel aus der Taufe gehoben worden, das Vertrauen der Verbraucher zurück zu gewinnen, das aufgrund der zahlreichen Lebensmittel- und Tierschutzskandale der vergangenen Jahre verloren gegangen war. Um diesem Anspruch zu genügen, hätten die Anforderungen an die Tierhaltung jedoch deutlich erhöht werden müssen. Es hätten strenge Regelungen festgelegt werden müssen, die den Verhaltensweisen und Bedürfnissen von Tieren Rechnung tragen. Der Deutsche Tierschutzbund hatte sich unter anderem dafür eingesetzt, Spaltenböden in der Rinder- und Schweinehaltung zu verbieten, die Stallstrukturierung tiergerechter zu gestalten und Manipulationen, wie das Schnabel- und Krallenkürzen sowie die Kastrationen von Ferkeln, zu verbieten. ‚Doch unser letzter Versuch, ein Antrag zur Änderung und Ergänzung des Leitfadens bei der Vergabe des QS-Siegels, den wir im Kuratorium eingebracht haben, wurde abgeschmettert‘, erklärt Wolfgang Apel weiter. Voraussetzung für gesunde Lebensmittel sind gesunde Tiere und diese kommen nur aus tiergerechter Haltung. Das weiß der Verbraucher. Er muss die entsprechenden Produkte anhand einer glaubhaften Kennzeichnung erkennen können. QS hat hierzu nicht beigetragen und letztlich die Verunsicherung an der Ladentheke nur noch weiter erhöht. ‚Daher ist es jetzt umso wichtiger, eine Agrarwende voranzutreiben, die diesen Namen wirklich verdient‘, so Apel mit Blick auf das künftige Engagement des Deutschen Tierschutzbundes. ‚Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte dieses aus artgerechter Haltung erwerben, etwa von Bauern, die sich dem NEULAND-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung angeschlossen haben oder aus ökologischer Tierhaltung.‘ Für eine erneute Mitarbeit in QS steht Herr Apel erst wieder zur Verfügung, wenn der Tierschutz dort thematisiert wird.

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Schleswig-Holstein: Weniger Rinder geschlachtet

Themen: Archiv — info @ 14:02

Kiel (agrar.de) – Im Dezember 2003 wurden in Schleswig-Holstein 108.000 Schweine, 29.000 Rinder und 9.000 Schafe in- und ausländischer Herkunft gewerblich geschlachtet. Damit wurden 12 Prozent mehr Rinder, 4 Prozent mehr Schafe und 2 Prozent mehr Schweine geschlachtet als im gleichen Vorjahresmonat. Wie das Statistikamt Nord weiter mitteilt, war die Gesamtschlachtmenge der gewerblichen Schlachtungen mit 19.000 t um 6 Prozent höher als im Dezember 2002.

Im gesamten Jahr 2003 nahmen die gewerblichen Schweineschlachtungen mit 1,28 Mill. Tieren gegenüber dem Jahr 2002 um 2 Prozent zu. Die Zahl der Schafschlachtungen erhöhte sich ebenfalls um 2 Prozent auf 113.000 Tiere. Demgegenüber wurden mit 353.000 Rindern 9 Prozent weniger geschlachtet als im Vorjahr. Die Gesamtschlachtmenge der gewerblichen Schlachtungen betrug 232.000 t und war um 3 Prozent niedriger als im Jahr 2002.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

CDU/CSU: Prüfverfahren für Stalleinrichtungen einführen, ohne Bürokratie aufzublähen

Themen: Archiv — info @ 14:02

Berlin (agrar.de) – Zu den Eckpunkten der ‚Allianz für Tiere in der Landwirtschaft‘ für die Etablierung eines bundeseinheitlichen Prüf- und Zulassungsverfahrens von Aufstellungssystemen und Stalleinrichtungen erklärt der Tierschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser:

‚Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte bei der Änderung des Tierschutzgesetzes im Jahre 1998 der Einführung freiwilliger Bewertungsverfahren nach amtlichen Kriterien von serienmäßig hergestellten Aufstellungssystemen und Stalleinrichtungen zum Halten landwirtschaftlicher Nutztiere zugestimmt. Diese Initiative ist im Rahmen der Gebrauchswertprüfung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) in die Praxis umgesetzt worden, denn in den Prüfberichten der DLG werden seither die Anforderungen an die Tiergerechtheit vorrangig bewertet.

Mit der Novellierung des Tierschutzgesetzes 2001 ist das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ermächtigt, ein Zulassungsverfahren für Stall- und Schlachteinrichtungen festzuschreiben. Ende 2003 hat Niedersachsen gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern im Bundesrat den Antrag gestellt, ein Prüfverfahren für die Haltung von Legehennen einzuführen.

Als Tierschutzbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion trete ich dafür ein, das Instrument der obligatorischen wissenschaftlichen Prüfung für die Weiterentwicklung des Tierschutzes in Deutschland zu nutzen.

Eine Bewertungskommission für Tierhaltungssysteme sollte auf europäischer und nationaler Ebene berufen werden. Deutschland darf aber bei der Prüfung von Tierhaltungssystemen nicht, wie bei den bisherigen Entscheidungen in der Landwirtschaft, eine Sonderrolle einnehmen. Mit einer damit verbundenen Abwanderung der Tierhaltung aus Deutschland ist dem Tierschutz nicht gedient. Die Bewertungskommission sollte mit Wissenschaftlern wie Ethologen (Tierverhaltungsforscher), Tiermedizinern, Tierhaltern, Ingenieuren und Vertretern von Tierschutzorganisationen angemessen besetzt sein.

Für die Landwirtschaft und die Hersteller von Tierhaltungssystemen dürfen jedoch keine zusätzlichen Belastungen entstehen, da sonst die landwirtschaftliche Tierhaltung noch mehr aus Deutschland vertrieben würde. Auch serienmäßig produzierte Einrichtungen für Haus- und Freizeittiere sollten in die Prüfung aufgenommen werden.

Es darf jedoch keine weitere Verordnungsebene geschaffen werden, die die ohnehin schon ausufernde Bürokratie noch weiter aufbläht.

Die Bewertungsergebnisse sollen der Politik als Grundlage zur Entscheidungs- und Konsensfindung im Bereich Tierhaltung in der Gesellschaft dienen. Mit der Verleihung eines Prüfsiegels, beispielsweise eines ‚Grünen Engels für Tierhaltungssysteme‘, können tiergerechte Haltungssysteme für Verbraucher erkennbar werden. Hersteller können mit dem Siegel werben und erzielen dadurch Wettbewerbsvorteile.

Das neue Prüfverfahren soll zunächst nur für neue Stalleinrichtungen angewandt werden, bei alten Stalleinrichtungen nur in dem Fall des Ersatzes durch eine Neuanlage. Hier bin ich mit der ‚Allianz für Tiere in der Landwirtschaft‘ einig, die erfreulicherweise die wirtschaftliche Tragbarkeit eines Prüfverfahrens mit berücksichtigt.

Über die konkrete Organisation des Prüfverfahrens wird man sich noch im Einzelnen unterhalten müssen, die auf dem Tisch liegenden Vorschläge sind eine gute Diskussionsgrundlage.

Sehr wichtig ist für mich die Öffentlichkeitsbeteiligung. Wir müssen immer häufiger feststellen, dass in der Bevölkerung aufgrund von Nicht- bzw. Fehlinformationen völlig falsche Vorstellungen über die Tierhaltung in der Landwirtschaft bestehen. Das Prüfverfahren bietet eine gute Voraussetzung, hier mehr Akzeptanz zu erreichen.‘

Links zum Thema Stallbau und -einrichtung Links zum Thema Agrarpolitik.

Gemüseanbau auf Freiland wächst um fünf Prozent

Themen: Archiv — info @ 14:02

Hannover (agrar.de) – Die Tomate führt in der Verbrauchergunst die Hitliste an, aber auf dem Acker ist der Spargel bundesweit die am stärksten vertretene Gemüseart. Auf 18.218 Hektar (ha) wächst das edle Bleichgemüse, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Anbaustatistik der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) für 2003. Weitere 9.255 ha im Freiland werden mit Möhren, 7.865 ha mit Zwiebeln und 7.173 ha mit Weißkohl bestellt. Frischerbsen folgen in der Statistik mit 5.656 ha und Blumenkohl mit 5.491 ha, während der knackige Eissalat auf 4.519 ha und Grüne Bohnen auf 4.513 ha wachsen. Den Freilandanbau von Gurken beziffern die Statistiker auf 3.340 ha und den für Kopfsalat auf 2.918 ha. Radieschen wachsen auf 2.667 ha und Rotkohl auf 2.646 ha. Auf einen nennenswerten Umfang im Freilandanbau bringen es darüber hinaus Porree mit 2.227 ha, Broccoli mit 2.169 ha und Kohlrabi mit 2.140 ha, alle anderen Gemüsearten wachsen auf weniger als 1.560 ha.

Die gesamte Anbaufläche für Gemüse ist im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent auf 105.477 ha gestiegen. Dabei ‚boomt‘ der deutsche Gemüseanbau im Freiland bereits seit einigen Jahren und übertraf in 2002 erstmals die Marke von 100.000 ha. Weitere 1.319 ha wurden in 2003 unter Glas angebaut, dies bedeutet ebenfalls eine Anbauausweitung um rund fünf Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Den absolut größten Flächenzuwachs gab es im Freiland 2003 bei den Zwiebeln, die Anbaufläche vergrößerte sich bundesweit um 954 ha oder 14 Prozent und erreichte mit 7.865 ha einen neuen Höchststand. Verstärkt setzten die Erzeuger jedoch auch auf Weißkohl (plus elf Prozent), Rotkohl (plus zehn Prozent) und Blumenkohl (plus sieben Prozent). Überhaupt ist die Kohlfamilie mit insgesamt etwa 21.968 ha die am stärksten vertretene Gemüseart, damit gehört rund jeder fünfte Gemüseacker dem Kohlgemüse.

Enttäuscht waren die deutschen Gemüseerzeuger über die erneut niedrigen Erträge. Bereits in 2002 ließ die Nässe den Gemüseertrag im Bundesdurchschnitt auf 272 Dezitonnen (dt) je ha sinken, in 2003 verdorrte viel Gemüse aufgrund der starken Trockenheit. Die Erträge sanken auf 262 dt/ha und damit auf die niedrigste Menge seit 1992. Da die Erzeuger ihre Anbaufläche jedoch erweitert hatten, konnten sie mit insgesamt 2,68 Millionen Tonnen die Produktion von 2002 um zwei Prozent übertreffen. Bei fast allen Gemüsearten verfehlten die Erträge das Niveau von 2002, Ausnahmen bildeten zum Teil die sehr frühen und späten Gemüsearten.

Links zum Thema Gemüse.

WLV: Foodwatch weicht Dialog mit den Bauern aus

Themen: Archiv — info @ 12:02

Münster (agrar.de) – Seit mehreren Monaten prangert Foodwatch mit seinem Geschäftsführer Thilo Bode das Qualitätssicherungssystem QS der deutschen Agrarwirtschaft als fehlerhaft an. Einem Dialog mit den Bauern über dieses System weicht die Organisation jedoch seit über einem halben Jahr aus. Seit Mitte Juni vergangenen Jahres versucht der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV), einen kurz zuvor zugesagten Besuch Bodes auf heimischen Betrieben zu organisieren. Ein erster Temin Mitte Februar wurde erst festgemacht, später wegen Terminproblemen auf Ende Februar verschoben und jetzt wiederholt abgesagt.

Beim WLV und den Bauern, die Bode bei einer Veranstaltung zur Qualität von Nahrungsmitteln zum Hofbesuch eingeladen hatten, drängt sich der Eindruck auf, dass die Organisation nicht bereit ist, mit den Landwirten vor Ort ihre Haltung zu diskutieren. ‚Daher hat uns die Absage ganz und gar nicht überrascht, im Gegenteil!‘, so der Kommentar von WLV-Präsident Franz-Josef Möllers. ‚Unabhängigkeit als Philosophie‘ überschreibt Foodwatch seine selbstgestellt Aufgabe als ‚Organisation für Verbraucherinteressen im gesamten Ernährungssektor‘. Foodwatch stelle unbequeme Fragen zu Produkten und Werbung an Hersteller und Behörden. Doch Foodwatch will die Antworten offensichtlich nicht hören.

Zur Vorgeschichte: Bei einer kontroversen Diskussion über die Qualität heimischer Nahrungsmittel und ihre Erzeugung in Münster-Havichhorst im vergangenen Juni erntet Thilo Bode als Geschäftsführer der neu gegründeten Organisation Foodwatch mit seiner Kritik an der landwirtschaftlichen Produktion heftigen Widerspruch vieler anwesender Bauern. Sie reagieren mit Protest, aber auch mit einer Einladung auf ihre Höfe. Bode zeigte sich interessiert und nahm die Einladung nach einer erneuten schriftlichen Einladung von Präsident Möllers an. Auf den konkreten Termin angesprochen, wurde aufgrund des vollen Terminkalenders des Foodwatch-Chefs ein Besuch sechs Monate später, am 12. Februar 2004, abgemacht. Besucht werden sollten auf Vorschlag des WLV das Futtermittelwerk der Raiffeisen Central-Genossenschaft Nordwest eG in Münster, ein Putenmäster und ein Schlachthof. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Landwirten hätte das Qualitätssicherungssystem QS gestanden.

Mitte Januar wurde dieser Termin von Foodwatch abgesagt und als neuer Termin der 26. Februar ins Auge gefasst. Begründung: Der Mitarbeiter, der sich bei Foodwatch mit QS beschäftigt, sollte ebenfalls am Termin teilnehmen. Erwartungsgemäß, könnte man fast sagen, kommt jetzt auch der neue Termin nicht zustande. Am vergangenen Freitag verschob Bode seinen Besuch auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.

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Hilse: Bei der Agrarreform noch vieles unausgegoren

Themen: Archiv — info @ 12:02

Landvolkpräsident fordert ausreichende Übergangszeiträume – Entkopplung führt zu neuem ökonomischen Denken

Hannover (agrar.de) – Die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik ist vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in Deutschland und Europa und der bevorstehenden Osterweiterung der EU eine große Belastung für die Landwirtschaft. Werner Hilse, Präsident des niedersächsischen Landvolks, begrüßte daher den Beschluss der EU-Regierungschefs, die sich verbindlich auf die Festschreibung der Haushaltsanteile für den Agrarsektor geeinigt hatten. Vor der Generalversammlung der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft Burgdorf-Peine meinte Hilse, dass die Welthandelsrunde (WTO) trotz des Scheiterns in Cancun weiterhin Reformdruck auf die Europäische Union ausüben werde. Ein Fortschritt bei den WTO-Verhandlungen sei dennoch im Interesse der Europäischen Landwirtschaft, um den Außenhandel zu garantieren und die europäischen Produktionsstandards abzusichern. Als Kernpunkt der Agrarreform bezeichnete Hilse die vollständige Entkopplung der Direktzahlungen von bestimmten Produktionszweigen und -mengen. Die Möglichkeit einer von Direktzahlungen unabhängigen Betriebsentwicklung und Orientierung der Produktion am Markt sei daher grundsätzlich zu begrüßen. Kritisch äußerte sich der Landvolkpräsident aber über das von der Bundesregierung vorgeschlagene Berechnungsmodell für die Zuweisung der künftigen Direktzahlungen an die wirtschaftenden Betriebe. ‚Das Künast-Modell führt zu erheblichen Umverteilungen und geht zu Lasten von intensiven Getreidebau-, Rindermast- und Milchbetrieben‘, sagte Hilse. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht könnten Rinderhalter, Milchbauern und Ackerbauern sich am besten an die neuen Markt- und Politik-Bedingungen anpassen, wenn ihnen die Ausgleichszahlungen nach betriebsindividueller Berechnung bis 2012 sicher wären. Dieser Übergangszeitraum sei notwendig, um dem Vertrauensschutz für bereits getätigte Investitionen gerecht zu werden.

Vorbehalte äußerte der Landvolkpräsident auch zu den neuen Sanktionsmöglichkeiten für die Direktzahlungen bei Verstößen gegen bestimmte Auflagen. Problematisch sei vor allem die Umsetzung der allgemeinen Vorschrift, die landwirtschaftlichen Flächen in einem ‚guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand‘ zu erhalten. Hier habe Brüssel nur sehr allgemeine Anforderungen formuliert, die bisher nicht in messbare Kriterien umgesetzt worden seien. ‚Wir brauchen rechtzeitig und konkret ganz genaue Vorschriften, die nach fachlichen Gesichtspunkten formuliert werden‘, forderte Hilse. Zugleich appellierte er an die Bundesregierung, die Vorgaben aus Brüssel ‚eins zu eins umzusetzen‘. Sonst würden die deutschen Landwirte vom Markt und vom Wettbewerb entkoppelt und abgehängt. Hilse zeigte sich zuversichtlich, dass bei einer vernünftigen nationalen Umsetzung auch die landwirtschaftlichen Betriebe mit den neuen Rahmenbedingungen ‚fertig werden‘. Vermutlich dürfte die Entkopplung von der Produktion zu einem neuen ökonomischen Denken führen. Allerdings müssten die Landwirte aufgrund der Reform mit stärkeren Marktschwankungen rechnen. ‚Auf diese Risiken müssen sich unsere Bauern, aber auch der vor- und nachgelagerte Bereich, mit modernen Risikomanagementsystemen wie der Warenterminbörse, absichern‘, sagte Hilse.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

DBV: Rückverfolgbarkeit im Ackerbau sicherstellen

Themen: Archiv — info @ 12:02

Bauernverband hat Basisdokumentation entwickelt

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) weist darauf hin, dass ab 01. Januar 2005 in der EU alle Unternehmer der Lebensmittel- und Futtermittelkette ihre jeweiligen Lieferanten und Abnehmer lückenlos dokumentieren müssen, um die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Neben dieser neuen EU-Verordnung fordert aber auch das Produkthaftungsgesetz eine exakte Dokumentation, so dass sich Landwirte bei einem Schaden entlasten können, wodurch die Rechtssicherheit erheblich verbessert wird.

Deshalb hat der DBV für Ackerbauern ein Basisdokumentationssystem entwickelt, das auf einfache Weise ohne unnötigen bürokratischen Aufwand den gesetzlichen Ansprüchen Genüge leistet. Mit dem dreistufigen Dokumentationssystem ohne teure Zertifizierung können damit die Basisqualitätsansprüche abgedeckt werden. Grundlage sind die Anforderungen der guten landwirtschaftlichen Praxis. Zentrales Anliegen bei dem Konzept ist es nicht, die formalen Vorgaben der Dokumentation vorzugeben, wie dies häufig von Softwarehäusern anvisiert wird, sondern einen Grundrahmen der notwendigen Angaben darzulegen, wobei die Umsetzung im einfachen Fall auf einem einfachen Papierbogen möglich ist. Dies kommt dem Anliegen vieler Landwirte entgegen.

Im Einzelnen besteht das System aus einer Schlagdokumentation ähnlich wie eine Ackerschlagkartei. Es werden nur die Punkte dargelegt, die sich aus dem Gesetzesanspruch ableiten lassen. Landwirte, die am entsprechenden Regionalprogramm und an Qualitätssystemen teilnehmen, können den jeweiligen Mehrbedarf bei der Dokumentation entsprechend auf das System aufsatteln, so dass ein flexibles Instrument für alle Ansprüche geschaffen wird. Für Produkte, die ein Landwirt auf seinem Betrieb lagert, wie zum Beispiel Getreide oder Kartoffeln, wird eine entsprechende Lagerdokumentation eingerichtet. Hierdurch kann der Landwirt den Nachweis führen, welche Maßnahmen er zur Sicherung der Produktqualität in der Lagerung ergriffen hat. Entsprechend sollten Landwirte bei eigenen Transporten aus dem eigenen Lager eine Transportdokumentation durchführen.

Diese dritte Stufe der Dokumentation erübrigt sich häufig, weil viele Abnehmer dies bereits auf den entsprechenden Lieferscheinen durchführen, den es aufzubewahren gilt. Bei Transport durch einen beauftragten Dritten muss dieser die Transportdokumentation sicherstellen. Der Dokumentation der Lieferscheinnummern und die Ablage der Lieferscheine kommt eine zentrale Bedeutung zu, damit die Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und -kontrolle, Links zum Thema Verbände.

RLV: Immer mehr Pachtflächen

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 12:02

Bonn (agrar.de) – Im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft verfügen immer mehr landwirtschaftliche Betriebe über Pachtflächen. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilt, wirtschafteten im Jahr 2001 fast 80 Prozent der 52.431 landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen mit über 2 ha Fläche nicht nur auf eigenen, sondern auch auf zugepachteten Flächen. Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW erhöhte sich die gesamte Pachtfläche in den vergangenen zehn Jahren um 158.000 ha auf rund 800.000 ha. Mit 53,7 Prozent (1991: 46 Prozent) ist der Anteil der Pachtflächen höher als der des eigenen Landes.

Je ha errechnete sich 2001 für Nordrhein-Westfalen ein durchschnittlicher jährlicher Pachtpreis von 291 Euro. Für Ackerland wurden je ha im Schnitt eine Pacht von 342 Euro bezahlt. Der Pachtpreis für Dauergrünland in Nordrhein-Westfalen lag mit 178 Euro deutlich unter dem für Ackerland.

Links zum Thema Boden, Links zum Thema Verbände.

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