20. Februar 2004

Schleswig-Holstein: Forstbericht im Landtag

Themen: Archiv — info @ 13:02

Kiel (agrar.de) – Die Ertragslage vieler Forstbetriebe, insbesondere im klein strukturierten Privat- und Körperschaftswald hat sich verschlechtert. Die Gefährdung des Waldes durch Luftschadstoffe, Sturmschäden und Wildverbiss ist nach wie vor hoch. Der Wald gewinnt immer größere Bedeutung als Erholungsort, als Schutzgebiet für Tiere und Pflanzen sowie als Lernort für Jung und Alt. Das sind Ergebnisse des sechsten Forstberichtes des schleswig-holsteinischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums.

‚Die Landesregierung hat einen klaren forstpolitischen Kurs eingeschlagen‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller bei der heutigen Debatte im Landtag. ‚Wir haben unsere Landesforstverwaltung modernisiert und gestrafft, die Gemeinwohlfunktionen werden auch künftig gewährleistet.‘ Man habe zahlreiche Initiativen ergriffen, um Gefährdungen abzuwehren. Stichworte seien die Luftreinhaltepolitik, die Beschlüsse und Richtlinien zur ökologischen Stabilisierung und Entwicklung der Wälder sowie die Jagdpolitik. In der Waldpädagogik setze man mit dem ErlebnisWald Trappenkamp und den Jugendwaldheimen Maßstäbe für andere Bundesländer.

Die forstpolitische Arbeit hat im Berichtszeitraum finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Müllers Ziel war es, neue Finanzierungswege, insbesondere bei der Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes, zu erschließen. ‚Dies ist uns in diesem Jahr gelungen. Mit Mitteln der Grundwasserabgabe können wir Bundes- und EU-Mittel einwerben‘, so der Minister. ‚Damit erhalten Neuwaldbildung und ökologischer Waldumbau neue Impulse. Die entsprechende, modernisierte Förderrichtlinie habe ich vor wenigen Tagen unterzeichnet. Ich appelliere an alle privaten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, von den Fördermöglichkeiten regen Gebrauch zu machen.‘ Besitzer von NATURA 2000-Wäldern können weitere finanzielle Erträge erzielen, wenn sie im Rahmen freiwilliger Vereinbarungen Naturschutzleistungen vermarkten. Eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit dem Waldbesitzerverband wurde im Dezember 2003 abgeschlossen.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Zukunftskonferenz Biomarkt NRW gibt neue Impulse für Weiterentwicklung der Branche

Themen: Archiv — info @ 12:02

Nürnberg (agrar.de) – Wie wird sich der Markt für Ökolebensmittel in den nächsten Jahren entwickeln? Welche Veränderungen kommen auf die Landwirtinnen und Landwirte zu? Welche Strategien helfen, den Öko-Markt weiter voran zu bringen? Mit diesen und anderen Fragen hat sich auf Initiative des NRW-Landwirtschaftsministeriums Ende Januar eine Expertenrunde befasst: Die Ergebnisse dieser Zukunftskonferenz Biomarkt NRW stellte Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn heute auf der BioFach, der größten Fachmesse für Bio-Lebensmittel, in Nürnberg vor.

Das Wachstum des Biomarktes hat sich verlangsamt, zum Teil ist das Erzeugerpreisniveau unbefriedigend. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher an Qualität und Service kontinuierlich. Diese Marktsituation führt dazu, dass zur Zeit nicht mehr so viele Betriebe in Nordrhein-Westfalen auf ökologischen Landbau umstellen, wie in den Vorjahren. 80 Expertinnen und Experten haben daher auf der zweitägigen Konferenz Zukunftsstrategien für den Biomarkt gesucht.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Die wichtigsten Trends am Biomarkt sind die umfassende Professionalisierung der Branche, eine zunehmende Differenzierung bei den Produkten, Absatzwegen und Marktstrategien sowie eine fortschreitende Globalisierung des Biomarktes. Diese Trends zwingen die Branche zu ständigen Anstrengungen, um sich mit den geänderten Marktgegebenheiten auseinander zu setzen. Die Zukunftskonferenz hat hier verschiedene Anstöße gegeben, konkrete Ansätze zur Ausweitung und Stabilisierung der Märkte zu entwickeln.‘

In insgesamt neun Arbeitsgruppen haben die Expertinnen und Experten der Zukunftskonferenz Aspekte des Biomarkts beleuchtet und Lösungsansätze für verschiedene Probleme der Branche entwickelt.

Beispiel Fleischabsatz: Viele Kunden würden gerne mehr Biofleisch kaufen, wissen aber nicht, wo sie Produkte aus artgerechter Tierhaltung bekommen können. Die Konferenzteilnehmer regten hier unter anderem die Erstellung eines speziellen Einkaufsführers an. Auch sollen mehr Verkaufsstätten für Biofleisch gewonnen werden. Eine verstärkte Kooperation unter den Verarbeitern soll die vollständige Öko-Vermarktung des gesamten Schlachtkörpers ermöglichen und dadurch den Erzeugerpreis für Öko-Fleisch stabilisieren.

Beispiel Milchpreise: Hier hat die Zahl der Erzeuger deutlich zugenommen, während der Abnehmermarkt spürbar langsamer wächst. Durch dieses Überangebot sind die Erzeugerpreise gesunken. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe organisieren nun intensive Gespräche zwischen Landwirten, Molkereien und Handel, um neue Vermarktungsmöglichkeiten zu finden. Parallel soll der Absatz über spezielle Aktionen im Naturkosteinzelhandel angekurbelt werden.

Beispiel Kommunikation mit den Verbrauchern: Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die Kunden oft keine genauen Kenntnisse über die Produktion von Lebensmitteln und die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung haben. Hier können die Bioläden von ihrem direkten Kontakt zum Kunden profitieren, mit dem sie sich deutlich vom eher anonymen Einkauf im Supermarkt abheben. Allerdings gilt dabei: Die Kunden wollen zwar beraten, nicht aber belehrt werden. In diesem Zusammenhang wurde auf der Zukunftskonferenz auch die Idee aufgebracht, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit dem Thema gesunde Ernährung vertraut zu machen. In Kombination mit landwirtschaftlichen Betrieben, Verarbeitern und dem Handel sollen die Jugendlichen praxisnah an diesen Bereich herangeführt werden.

Sowohl Erwachsene wie Jugendliche sollen zudem über eine Bio-Event-Agentur angesprochen werden, deren Einrichtung auf der Zukunftskonferenz von Groß- und Einzelhandel konkret geplant wurde. Sie soll mit Hilfe gut ausgebildeter Promotoren in den Läden eine Verbindung zwischen den Erzeugern und den Kunden herstellen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Ungeachtet aller Probleme der Branche waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftskonferenz einig: ‚Bio‘ steht in Deutschland für Werte und Ideale – wie eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, artgerechte Tierhaltung und -fütterung sowie eine Produktion nah am Kunden. Dieses Image hat die Bio-Branche groß gemacht und wird auch in Zukunft dafür stehen. Es schafft Vertrauen, von dem die Ökologische Landwirtschaft gerade in Zeiten von Lebensmittelskandalen und Tierschutzdebatten profitiert.‘

Die Zahl der Betriebe, die in NRW ökologischen Landbau betreiben, liegt zurzeit bei über 1.300. Die nach EG-Öko-Verordnung bewirtschaftete nordrhein-westfälische Fläche liegt bei gut 48.600 Hektar und hat sich damit seit 2001 verdoppelt. Auch in der Verarbeitung hat die Zahl der Unternehmen in den letzten Jahre stetig zugenommen, sie stieg von 250 im Jahr 1995 auf aktuell 550 Unternehmen. So gibt es in Nordrhein-Westfalen allein 60 Biometzger, 50 Biobäcker und zwei Biomolkereien. Der Handel bietet den Verbraucherinnen und Verbrauchern mit drei Naturkostgroßhändlern, rund 550 Naturkostläden und circa 330 direktvermarktenden Landwirten eine große Auswahl an Öko-Lebensmitteln. Der konventionelle Lebensmittelhandel bietet nahezu flächendeckend ein Grundsortiment an Öko-Produkten an.

Eine DVD mit einer Film-Reportage der Zukunftskonferenz Biomarkt NRW kann beim Infoservice des NRW-Landwirtschaftsministeriums bestellt werden unter: Tel.: 0211-4566666, Fax: 0211-4566621, E-Mail.

Links zum Thema %url2%Bio-Landbau%/%, Links zum Bundesland %url3%Nordrhein-Westfalen%/%.

BNN: Kontinuierliches Wachstum im Naturkostmarkt

Themen: Archiv — info @ 10:02

Nürnberg (agrar.de) – Trotz Konsumflaute und Rabattschlachten auf dem Lebensmittelmarkt kann sich die Naturkostbranche über eine stabile Entwicklung im Jahr 2003 freuen. ‚Der Fachhandel mit Naturkost und Naturwaren konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent steigern und trotzt damit dem allgemeinen Abwärtstrend‘, so Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel, anlässlich der Präsentation des neuen Trendberichts auf der BioFach 2004 in Nürnberg.

Der Gesamtumsatz der Großhandelsunternehmen im BNN Herstellung und Handel stieg von 429,4 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 434,1 Millionen Euro im Jahr 2003. Besonders erfreulich ist das Ergebnis für den Frische-Bereich: Hier stieg der Umsatz um 2,2 Prozentpunkte. Der Naturkosteinzelhandel konnte seine Gesamtumsätze sogar um mehr als drei Prozent steigern.

Der Fachhandel und die Direktvermarkter sind nach wie vor die wichtigsten Absatzkanäle für Bio-Produkte in Deutschland. Nach einer Analyse der ZMP (Zentrale für Markt- und Preisberichterstattung für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH) gehen 31 Prozent aller Ausgaben für Öko-Lebensmittel an Naturkostfachgeschäfte und Bio-Supermärkte, weitere 30 Prozent an Reformhäuser, Metzgereien, Bäckereien und Direktvermarkter. Innerhalb des Naturkostfachhandels entwickeln sich besonders die Bio-Supermärkte dynamisch. Sie erwirtschafteten 2002 bereits ein Fünftel des Gesamtumsatzes im Naturkosthandel.

Ein wichtiger Faktor für die positive Entwicklung in der Naturkostbranche ist die stabile Stammkundschaft, die seit langem einen relevanten Teil ihrer Lebensmittel in Bio-Qualität kauft. Aktuelle Studien zeigen, dass im Jahr 2003 95 Prozent aller Bio-Käufer gleich viel oder sogar mehr Bio-Lebensmittel gekauft haben als noch fünf Jahre zuvor. Rund die Hälfte beabsichtigt, den Bio-Konsum weiter auszudehnen. Aber auch neue Kundenschichten, zum Beispiel die ‚arriviert Anspruchsvollen‘ und die ’50+ Gesundheitsorientierten‘, tragen zum Umsatzplus bei und planen, verstärkt ökologisch produzierte Lebensmittel zu kaufen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Die wachsende Nachfrage in der Naturkostbranche spiegelt sich auch in den Investitionsabsichten der Hersteller und Händler wider. In einer Untersuchung zur ‚Wachstumsfinanzierung in der Branche für Bio-Lebensmittel‘ des Beratungsunternehmens Mercabio gaben im letzten Jahr 70 Prozent der Unternehmen an, bis 2005 in Technik, Produktion oder Vertrieb und Marketing investieren zu wollen.

Fazit: Obwohl zahlreiche Konzerne des Lebensmitteleinzelhandels den BSE-Skandal zum Anlass genommen haben, nach jahrelanger Zurückhaltung eine eigene Bio-Schiene aufzubauen, konnten sich die Naturkostfachgeschäfte im verstärkten Wettbewerb sehr gut behaupten. Wichtiges Ziel für 2004 und 2005 ist es, neue Kundenkreise zu erschließen und gleichzeitig dem Vertrauensvorschuss der Altkunden gerecht zu werden.

Links zum Thema Bio-Handel und -vermarktung, Links zum Thema %url2%Verbände%/%.

19. Februar 2004

Rinderbestand in Niedersachsen nur geringfügig abgebaut

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 16:02

Hannover (agrar.de) – In niedersächsischen Ställen stehen 2,627 Mio. Rinder, das sind nur 0,9 Prozent weniger als im Vergleich des Vorjahres. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik auf Grundlage der endgültigen Ergebnisse der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände vom 3. November 2003 mitteilte, stieg die Anzahl der Milchkühe trotz dramatisch gesunkener Milchauszahlungspreise und den damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten um 2,1 Prozent auf 757.600 Tiere. Während der Bestand aufgestockt wurde, sank die Anzahl der Milchviehbetriebe weiter um 2,4 Prozent auf 17.000 Betriebe.

Der Bestand an weiblichen Rindern zur Zucht (Färsen) wurde um 1,6 Prozent auf 147.800 Tiere aufgestockt.

Demgegenüber gaben weitere 9,9 Prozent der Mutterkuh haltenden Betriebe diesen Produktionszweig auf. Die im November 2003 noch verbliebenen 5.600 Mutterkuhhalter hielten einen, im Vergleich zum November des Vorjahres, um 6,2 Prozent reduzierten Bestand von 70.500 Ammen- und Mutterkühen.

Geringe Nachfrage und schlechtes Preisniveau führten zu Rückgängen von 13,3 Prozent bei den Beständen an weiblichen Schlachtrindern. Damit waren im November 2003 noch 63.400 weibliche Rinder für die Schlachtung vorgesehen, im Vorjahr waren es immerhin noch 73.100 Tiere.

Mit 27.900 Betrieben wurden 6,3 Prozent weniger Rindvieh haltende Betriebe als im November des Vorjahres gezählt.

Im Landesdurchschnitt stehen damit 94 Rinder bzw. 45 Milchkühe im Rinder- bzw. Milchkuhstall.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Humboldt-Universität Berlin wird grüner Hochschulstandort bleiben

Themen: Archiv — info @ 16:02

DBV warnt erneut vor Schließung von Agrarfakultäten

Berlin (agrar.de) – Die Proteste gegen die Schließung der Agrarfakultät der Humboldt-Universität in Berlin haben offenbar Wirkung gezeigt. Denn die ursprüngliche Absicht einer Schließung und Zerschlagung der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät, um den vom Berliner Senat gestellten Etat-Kürzungen nachzukommen, wurde revidiert. Den jüngsten Beschluss des Akademischen Senats vom 10. Februar 2004 bezeichnete der Deutsche Bauernverband (DBV) deshalb als Erfolg und Ergebnis überzeugender Argumentation. Der DBV, der Landesbauernverband Brandenburg sowie der Bund Deutscher Landjugend (BDL) hatten in Gesprächen mit Universität und Politik sowie durch Unterstützung der Studenten und Professoren bei ihren Protestveranstaltungen nachdrücklich gegen eine Zerschlagung der renommierten Agrarfakultät argumentiert. Der Akademische Senat beschloss jetzt, die agrarwissenschaftliche Lehre und Forschung an der Humboldt-Universität mit einem neuen zukunftsträchtigen Konzept und 13 Professuren fortzuführen. Inwieweit die Agrarwissenschaften als selbständige Fakultät erhalten bleiben, muss noch in einem Konzept erstellt werden, dass die Fakultät dem Universitäts-Präsidium bis Mitte März vorlegen soll.

Der DBV sieht jedoch nach wie vor mit großer Sorge, dass Forschung und Lehre an einigen Agrarfakultäten in Deutschland in Frage gestellt wird. Vielfach wird die hohe Bedeutung von Wissenschaft und Forschung gerade für die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen öffentlichen Haushalte zu wenig berücksichtigt. Das DBV-Präsidium hat sich auf seiner Januar-Sitzung eindeutig gegen die Schließung von Agrarfakultäten in Deutschland ausgesprochen. Gleichzeitig wurde jedoch aufgezeigt, dass die Agrarfakultäten Konzepte einer modernen fächerübergreifenden Verknüpfung bei Forschung und Lehre erstellen müssen. Wenn immer wieder parteiübergreifend die Hochschulbildung als prioritär zu fördernde Zukunftsinvestition betont wird, dann dürfen Agrarfakultäten mit weltweitem Ruf nicht geschlossen werden. Die derzeit in Deutschland diskutierten Einschnitte bei den Agrarfakultäten sind auch deshalb nicht akzeptabel, weil es im internationalen Vergleich etwa mit den USA in Deutschland keinerlei Überkapazitäten bei Agrarfakultäten gibt gemessen an der Bevölkerung, den Studierenden oder der Wirtschaftsleistung der Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Links zum Thema Bildung, Links zum Thema Verbände.

Backhaus: Markt für Bio-Produkte muss weiter gestärkt werden

Themen: Archiv — info @ 16:02

Nürnberg (agrar.de) – ‚Der Absatz von ökologisch hergestellten Produkten muss in Zukunft weiter gestärkt werden. Nur wenn ein Markt vorhanden ist, ist auch ein weiterer Ausbau der ökologischen Landwirtschaft sinnvoll‘, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) am Donnerstag im Rahmen der Eröffnung der Nürnberger Fachmesse für Bioprodukte ‚BioFach‚. Sonst drohe ein Preisverfall für ökologisch angebaute Produkte. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt deshalb auch in diesem Jahr wieder sechs Unternehmen sowie den Verband Biopark und den Fachverein Ökokontrolle bei der Präsentation mit einem eigenen Landesstand auf der BioFach.

Mit mehr als 105.000 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden rund 8 Prozent nach der EG-Ökoverordnung bewirtschaftet. Gemessen an der Landesfläche liegt Mecklenburg-Vorpommern damit auf Platz 2 in Deutschland. Insgesamt 619 Betriebe arbeiten nach ökologischen Gesichtspunkten, dazu kommen 80 verarbeitende Unternehmen. ‚Wir messen dem ökologischen Anbau eine große Bedeutung zu und werden ihn auch weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen‘, betonte Minister Backhaus.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern

Baden-Württemberg: Oberschwaben und Hohenlohe sind Schwerpunkte in der Viehhaltung

Themen: Rinder,Schafe,Statistik — info @ 15:02

Knapp zwei Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg mit Tierhaltung

Stuttgart (agrar.de) – Nach den aktuellen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung gab es im Jahr 2003 noch etwa 65.800 landwirtschaftliche Betriebe1) in Baden-Württemberg. Etwa zwei Drittel davon waren Betriebe mit Viehhaltung (42.200). Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes sind dies überwiegend Rinderhalter (26.400 Betriebe), Schweinehalter (17.000 Betriebe) bzw. Hühnerhalter (17.000 Betriebe), wobei viele Betriebe ihre Viehhaltung nicht auf nur eine Tierart beschränken.

Die größten Rinderbestände sind im östlichen und südöstlichen Landesteil zu finden, und zwar in den Landkreisen Ravensburg (154.400 Tiere), Biberach (103.000 Tiere), Ostalbkreis (82.200 Tiere) und Schwäbisch Hall (73.300 Tiere). Somit steht mehr als ein Drittel des gesamten Rinderbestandes (rund 1,14 Millionen Tiere) allein in diesen vier Kreisen und 28,3 Prozent der rinderhaltenden Betriebe des Landes sind hier ansässig.

Rangfolge der Kreise bei ausgewählten Tierarten in landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg 2003 Tierarten nach Landkreisen, Rang 1, Rang 2, Rang 3 Rinder Ravensburg 154.391, Biberach 103.005, Ostalbkreis 82.190 Milchkühe Ravensburg 75.158, Biberach 38.388, Ostalbkreis 27.519 Ammen- und Mutterkühe Waldshut 4.603, Ostalbkreis 4.437, Ortenaukreis 4.431 Schweine Schwäbisch Hall 480.489, Alb-Donau-Kreis 290.032, Hohenlohekreis 201.714 Zuchtsauen Schwäbisch Hall 72.986, Alb-Donau-Kreis 35.397, Hohenlohekreis 31.327 Schafe Reutlingen 28.505, Zollernalbkreis 18.351, Esslingen 15.862 Hühner Alb-Donau-Kreis 579.943, Hohenlohekreis 374.176, Ostalbkreis 345.081 Truthühner Schwäbisch Hall 413.601, Hohenlohekreis 92.145, Rhein-Neckar-Kreis 46.297 Pferde Ravensburg 4.231, Ostalbkreis 3.409, Reutlingen 2.746

Bei der Schweinehaltung liegen die regionalen Schwerpunkte in den Kreisen Schwäbisch Hall (480.500 Tiere), Alb-Donau-Kreis (290.000 Tiere), Hohenlohekreis (201.700 Tiere) und Biberach (174.900 Tiere). Auf diese vier Kreise entfallen allein knapp die Hälfte der insgesamt gut 2,3 Mill. Tiere und 26,8 Prozent der baden-württembergischen Schweinehalter haben dort ihren Standort. Herausragend ist der Kreis Schwäbisch Hall, der mit seinen knapp 480.500 Schweinen gut ein Fünftel des gesamten Bestandes in Baden-Württemberg aufweist; im Durchschnitt werden hier 307 Tiere pro Betrieb gehalten (im Vergleich: landesweit 136 Schweine pro Betrieb).

Auch die Hühnerbestände zeigen eine ähnliche regionale Konzentration. Den Schwerpunkt bilden auch hier die östlichen Landesteile. Die Kreise Alb-Donau-Kreis (579.900 Tiere), Hohenlohekreis (374.200 Tiere) und Ostalbkreis (345.100 Tiere) vereinen annähernd ein Drittel des gesamten Hühnerbestandes des Landes (fast 4,3 Mill. Tiere). Zu diesem beachtlichen Anteil tragen vergleichsweise wenig Betriebe bei; lediglich jeder siebte hühnerhaltende Betrieb ist hier ansässig. Deren durchschnittliche Bestandsgröße (562 Hühner je Betrieb) ist aber mehr als doppelt so groß wie im Landesdurchschnitt.

Bei der Schafhaltung sind die regionalen Konzentrationen nicht in gleichem Maße zu erkennen, da die Schafhaltung meist an eine extensive Weidewirtschaft und damit an größere und weitläufigere Flächenbestände gebunden ist. Die Regionen Neckar-Alb und Donau-Iller bilden hier einen regionalen Schwerpunkt. In den Kreisen Reutlingen (28.500 Tiere), Zollernalbkreis (18.400 Tiere), Esslingen (15.900 Tiere) und Alb-Donau-Kreis (13.600 Tiere) wurden die größten Schafbestände ermittelt. Ein Viertel (76.300 Tiere) der gut 300.000 Schafe des Landes wird in diesem Gebiet von 14,8 Prozent der insgesamt 4.200 Schafhalter gehalten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

DBV: Cross Compliance droht national auszuufern

Themen: Archiv — info @ 14:02

Sonnleitner gegen einseitige Verschärfung der EU-Vorgaben

Berlin (agrar.de) – Zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform gehört nicht nur die Entscheidung für ein Entkopplungsmodell, sondern auch die Ausgestaltung der Maßnahmen, die an die entkoppelten Direktausgleich gebunden sind. Insgesamt sind 18 Vorschriften aus den Bereichen Tier- und Umweltschutz sowie Gesundheit von der EU vorgegeben worden, auch Cross Compliance genannt. Darüber hinaus müssen landwirtschaftliche Flächen in einem ‚guten Zustand‘ erhalten werden. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, befürchtet aus den bisherigen Verhandlungen zur nationalen Umsetzung, dass diese Cross Compliance-Bestimmungen und die Kriterien zum ‚guten Zustand‘ im nationalen Alleingang jetzt als Deckmantel für eine Verschärfung der guten fachlichen Praxis durch die Hintertür missbraucht werden.

In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast und Bundesumweltminister Jürgen Trittin appellierte Sonnleitner deshalb, Cross Compliance nicht über die EU-Vorgaben hinaus zu verschärfen, sondern einfache und praktikable Regelungen zu finden, die zu keiner weiteren Wettbewerbsbenachteiligung der deutschen Bauern innerhalb der EU führt. So hält es Sonnleitner nicht für gerechtfertigt, dass die Anforderungen an den ‚guten Zustand‘ der Flächen höher gesetzt werden als es für die gute fachliche Praxis bei einer Mindestbewirtschaftung erforderlich ist.

Die EU-Verordnung fordere, so Sonnleitner, dass sich diese landwirtschaftlichen Regelungen insbesondere auf diejenigen Flächen beziehen, die künftig nicht mehr für die Erzeugung genutzt werden. Die EU habe damit der Sorge entgegentreten wollen, dass bei entkoppelten Direktzahlungen die Kulturlandschaft insbesondere in Grenzertragsregionen und Mittelgebirgen verwahrlosen würde. Anstatt jedoch Mindestanforderungen für die Instandhaltung von landwirtschaftlichen Nutzflächen zu definieren, versuche die Bundesregierung offenbar die Extensivierung der gesamten Landwirtschaft voranzutreiben, fürchtet Sonnleitner. Statt dessen könnten mit Agrarumweltprogrammen der Bundesländer weitergehende Anforderungen an die Bewirtschaftung auf freiwilliger Basis realisiert werden. Dies betreffe etwa die Gestaltung der Fruchtfolge, die Winterbegrünung bis hin zur Forderung einiger Verbände nach Einführung von Obergrenzen des Viehbesatzes.

Sonnleitner warnte Künast und Trittin vor Vertrauensverlust der Politik und Einkommenseinschnitten bei den Landwirten, wenn bisherige Leistungen im Rahmen von Agrarumweltprogrammen nunmehr als Basiskriterium für die Betriebsprämie festgelegt würden. Schließlich dürften nach EU-Recht gesetzliche Standards nicht mehr zusätzlich gefördert werden. So bestände auch die Gefahr, dass große Teile der bestehenden Grünlandförderung in den Bundesländern durch eine zu enge nationale Umsetzung der Regelung zum Erhalt des Dauergrünlandes wegbrechen würden. Dies lehne der Berufsstand ab, da die ohnehin wirtschaftlich angeschlagenen Milchvieh- und Rinderhalter auf Grünlandstandorten massiv bedroht wären. Nach Einschätzung des DBV stehen Agrarumweltmaßnahmen in einer Größenordnung von bis zu 500 Millionen Euro auf dem Spiel.

Links zum Thema Verbände.

In Deutschland gibt es immer weniger Bauernhöfe

Themen: Archiv — info @ 13:02

Strukturwandel schreitet weiter fort – Seit 1999 rund 10,7 Prozent Betriebe weniger

Hannover (agrar.de) – Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich in den vergangenen vier Jahren unvermindert fortgesetzt. Der niedersächsische Landvolk-Pressedienst zitiert die vorläufigen Ergebnisse der jüngsten Agrarstrukturerhebung von Mai 2003. Demnach ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland seit 1999 von damals 472.000 auf 421.400 Höfe gesunken, das entspricht einem Rückgang um 10,7 Prozent. Dabei hat sich der Strukturwandel vor allem im früheren Bundesgebiet vollzogen, wo die Zahl der Betriebe um 11,4 Prozent auf 391.300 abnahm. Doch auch in den neuen Bundesländern ist die Zahl der Höfe leicht gesunken, und zwar um knapp ein Prozent auf 30.100 Betriebe.

Nach wie vor geben vor allem Landwirte mit einer Flächenausstattung von weniger als 50 Hektar (ha) Landwirtschaftlicher Nutzfläche (LF) ihre Produktion auf. Erstmals registrierten die Statistiker jedoch auch in der Betriebsgrößenklasse zwischen 50 und 75 ha einen leichten Rückgang. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich die sogenannte ‚Wachstumsschwelle‘, unterhalb der die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb der sie zunimmt, auf die 75-ha-Marke zubewegt. Denn die Zahl der Betriebe mit mehr als 75 ha LF hat seit 1999 um 13,4 Prozent auf nun 47.300 Betriebe zugenommen. Im Gegenzug ist auch die durchschnittliche Betriebsgröße gestiegen, und zwar um 11,5 Prozent auf 40,5 ha LF im Mittel. Während jedoch den Bauernhöfen im früheren Bundesgebiet im Schnitt nur 29,4 ha (plus 11,5 Prozent gegenüber 1999) zur Verfügung stehen, können die Betriebe in den neuen Bundesländern mit durchschnittlich 184,5 ha LF wirtschaften.

Vor allem an den viehhaltenden Betrieben ist der Strukturwandel nicht vorüber gegangen. So zählten die Statistiker in 2003 mit 299.285 rund 15 Prozent weniger Betriebe mit Vieh als in 1999. In den vergangenen vier Jahren gaben allein knapp 17 Prozent aller rinderhaltenden Betriebe auf, in 2003 hielten nur noch 198.100 Betriebe in Deutschland Rinder. Vor allem viele Milchviehhalter trennten sich von ihren Tieren, mit 121.200 Betrieben betrug der Rückgang dieses Wirtschaftszweiges 21 Prozent. Und auch 23 Prozent aller Schweinehalter gaben auf, in 2003 hielten nur noch 109.100 Landwirte Schweine. Im wesentlich geringerem Maß als die Zahl der Betriebe haben nach den vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung die Viehbestände abgenommen. Demnach zählten die Statistiker in 2003 mit 13,6 Millionen Rindern rund neun Prozent weniger als vier Jahre zuvor, der Milchkuhbestand nahm um 8,0 Prozent auf 4,4 Millionen ab. Im gleichen Zeitraum wurden die Schweinebestände sogar geringfügig aufgestockt, und zwar um zwei Prozent auf 26,6 Millionen Tiere.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Bei Windkraft führt Deutschland im EU-Vergleich

Themen: Archiv — info @ 13:02

Größte Kapazität in Niedersachsen

Hannover (agrar.de) – In Deutschland bläst der Wind offensichtlich besonders kräftig. In insgesamt 15.387 Windernergieanlagen steht mittlerweile eine installierte Leistung von 14.609 Megawatt (MW) zur Verfügung, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Aufstellung des Bundesverbandes Windenergie.

Damit wirtschaften die deutschen ‚Windmüller‘ mit mehr als der Hälfte der insgesamt in der EU installierten Leistung von 28.401 MW. Erst mit weitem Abstand folgen die übrigen EU-Länder. In Spanien produzierten die hochmodernen Windmühlen Ende des vergangenen Jahres 6.202 MW und in Dänemark 3.110 MW Strom aus Wind. Nennenswerte Kapazitäten aus Windenergieanlagen stehen darüber hinaus in Italien mit 904 MW, in den Niederlanden mit 873 MW und in Großbritannien mit insgesamt 649 MW zur Verfügung. Die installierte Leistung wird in Österreich auf 415 MW und in Schweden auf 399 MW beziffert, Griechenland kann 375 MW und Portugal 299 MW Leistung aus Windkraftanlagen aufweisen. In den 15 Mitgliedsländern der EU waren Ende 2003 insgesamt 28.401 MW Windenergie installiert, das waren 5.318 MW mehr als im Jahr zuvor. Damit können mittlerweile rund 2,4 Prozent des gesamten EU-Stromverbrauches durch Windräder gedeckt werden.

Noch besser stellt sich die Bilanz für Deutschland dar. Hierzulande decken die Windkraftanlagen in einem durchschnittlichen Windjahr fast sechs Prozent des gesamten Strombedarfes und sparen jährlich 22,6 Millionen Tonnen (t) Kohlendioxid ein. Dabei konnte Niedersachsen im Bundesvergleich seinen Spitzenplatz behaupten, fast ein Viertel der gesamten in Deutschland installierten Leistung zur Windkraftnutzung befindet sich zwischen Ems und Elbe. Von bundesweit 15.387 Windrädern drehen sich allein 3.982 derzeit in Niedersachsen. Sie verfügen über eine maximale Leistung von 3.921 MW, das sind 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen wird die Windkraft mit 2.612 beziehungsweise 2.125 Anlagen intensiv genutzt. Wenig verbreitet ist die Stromerzeugung aus Windkraft dagegen im Binnenland, in Bayern stehen beispielsweise gerade einmal 230 Windräder. Die Küstenländer haben durch den beständigen Seewind entscheidende Vorteile bei der Windkraftnutzung. Die immer effizienter werdenden Anlagen machen die regenerative Energie aber auch in ‚windhöffigen‘ Lagen im Binnenland zunehmend interessant. Dennoch dürften zukünftig die Windkraftanlagen auf dem Meer vor der Küste für einen weiteren Schub bei den Küstenanrainern sorgen. In Dänemark wurde beispielsweise im vergangenen Jahr mit dem Offshore-Projekt Nysted der bisher größte Windpark auf See errichtet.

Links zum Thema Energie, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...12 13 14 >>



   (c)1997-2017 @grar.de