25. Februar 2004

Goldmann: FDP ist gegen eine „kalte Enteignung“ durch verschärfte cross-compliance-Bestimmungen

Themen: Archiv — info @ 13:02

Berlin (agrar.de) – Zu den geplanten Verschärfungen der cross-compliance-Bestimmungen durch die Minister Künast und Trittin erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Für die FDP-Bundestagsfraktion sind Verschärfungen der Umweltanforderungen (cross-compliance), die über die EU-Vergaben hinausgehen, nicht akzeptabel. Alleinige Grundlage für cross-compliance-Bestimmungen müssen die EU-Bestimmungen bleiben. Verschärfungen im nationalen Alleingang schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirte und entziehen den erfolgreichen Agrarumweltprogrammen der Länder die Basis.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert nachdrücklich die beiden zuständigen Minister Künast und Trittin auf, den international vorbildlichen und erfolgreichen Umwelt- und Naturschutz in Kooperation mit den heimischen Land- und Forstwirten fortzusetzen. Aus eigentums-, agrar- und umweltpolitischen Gründen müssen Anforderungen, die über die gute fachliche Praxis hinausgehen, ausgeglichen werden. Eine ‚kalte Enteignung‘ durch verschärfte cross-compliance-Bestimmungen lehnt die FDP strikt ab.‘

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Flath für Wahlfreiheit und gleichberechtigtes Nebeneinander der verschiedenen Anbauformen

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 13:02

Dresden (agrar.de) – Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath hat sich für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft als gleichberechtigte Anbauform ausgesprochen. ‚Egal ob ökologisch, konventionell oder mit gentechnisch veränderten Pflanzen, keine Form darf benachteiligt oder gar ausgeschlossen werden‘, sagte Flath beim Forum ‚Grüner Gentechnik‘ in Dresden. So wie der Verbraucher über den Kauf gentechnisch veränderter Lebensmittel frei entscheiden soll, müsse auch der Landwirt die von ihm bevorzugte Anbauform frei wählen können. Im Vorfeld der in Kürze anstehenden Novelle des Gentechnik-Gesetzes hatte der Minister Umwelt-, Naturschutz- und Bauernverbände sowie Verbände der Obst- und Saatzucht zu einem ‚Rund-Tisch-Gespräch‘ eingeladen. Flath kündigte an, dass Erkenntnisse aus der Veranstaltung auch in die sächsische Meinungsfindung zur Gesetzesnovelle einfließen werden. Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit im Bundesratsverfahren.

Flath sprach sich auf dem Forum dafür aus, dass die Maßnahmen, die die Koexistenz der verschiedenen Anbauformen sicherstellen, effizient und verhältnismäßig sein müssen. Dies gelte insbesondere für die Haftungsregelungen. Diese dürften nicht über die Hintertür zu einem de facto-Anbauverbot zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen führen. Flath kritisierte den derzeitigen Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der in diesem Punkt unausgewogen sei. Er verunsichere sowohl Landwirte, die die Gentechnik nutzen wollen als auch Landwirte, die weiterhin konventionell oder ökologisch produzieren wollen. Er kritisierte zudem, dass der Gesetzesentwurf in einigen Punkten über die Vorgaben der zugrunde liegenden EU-Richtlinie hinausgeht.

Begrüßt wurde von Flath dagegen, dass Lebens- und Futtermittel künftig gekennzeichnet werden müssen, wenn sie mehr als 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Er sprach sich dabei nachdrücklich für die Einführung praktikabler Schwellenwerte bei Saatgut aus. Sie sollten sich an den landwirtschaftlichen Gegebenheiten sowie an der Umsetzbarkeit und Kontrollierbarkeit in der Praxis orientieren.

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Greenpeace: 25 Tonnen Gen-Mais zum geheimen Anbau freigegeben

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 09:02

Gentechnik-Ernte kann für Lebensmittel verwendet werden

Hamburg (agrar.de) – Laut einer Pressemeldung der umweltorghanisation Greenpeace kann hat das Bundessortenamt in Hannover hat Mitte Februar den Firmen Monsanto, Pioneer und KWS sogenannte beschränkte Sortenzulassungen erteilt. Diese gilt für die Aussaat von 25,5 Tonnen Gen-Mais, die für eine Fläche von rund 1000 Hektar reichen. Die Ernte darf zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet werden. Greenpeace fordert, die Anbauflächen der Gen-Pflanzen bekannt zu geben.

‚Die Mehrheit der Verbraucher lehnt Gentechnik im Essen ab, daher gibt es fast kein Gen-Food im Supermarkt‘, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik Expertin von Greenpeace. ‚Auch die Landwirte wollen keine Gen-Pflanzen auf dem Acker. Jetzt soll uns die Gentechnik untergeschoben werden. Keiner soll erfahren, wo der Gen-Mais angebaut wird und was mit der Ernte geschieht. Damit werden die Interessen der Verbraucher und der Landwirte missachtet. Aber Gentechnik gehört nicht auf den Acker, nicht in den Futtertrog und nicht auf den Teller.‘

Wenn der Gen-Mais geheim und ohne jede Kennzeichnung angebaut wird, werden angrenzende Felder und deren Ernte verunreinigt, ohne dass der benachbarte Landwirt es merkt. Das soll das geplante Gentechnik-Gesetz künftig verhindern, das voraussichtlich im Herbst in Kraft tritt: Die Anbauflächen sollen in einem Verzeichnis erfasst werden, damit konventionelle und ökologisch wirtschaftende Landwirte sich informieren können, ob in ihrer Nachbarschaft Gentechnik angebaut wird. Bei den jetzt genehmigten Gen-Sorten gibt es jedoch noch keine Transparenz. Die Gentechnik-Konzerne sind zur Zeit noch nicht einmal dazu verpflichtet, Käufer oder Standorte ihrer Gen-Pflanzen offen zu legen.

Das zuständige Bundessortenamt ist dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) unterstellt. ‚Mit der neuen Genehmigung untergräbt Verbraucherministerin Renate Künast ihre eigene Gesetzesinitiative. Sie muss jetzt dafür sorgen, dass keine Gen-Pflanzen ausgesät werden, solange es keine klare Regeln für den Anbau und keine Transparenz gibt‘, fordert Brendel.

Das Bundessortenamt hat laut Greenpeace insgesamt sechs Sorten Gen-Mais zugelassen. Dem US-amerikanischen Konzern Pioneer/DuPont wurden für zwei Sorten Gen-Mais je fünf Tonnen genehmigt, Monsanto für drei Gen-Sorten ebenfalls je fünf Tonnen. Das deutsche Saatgutunternehmen KWS darf eine Sorte Gen-Mais in der Menge von 500 Kilogramm vermarkten. Bei allen Sorten handelt es sich um den sogenannten Bt-Mais (MON810). Dieser Gen-Mais produziert ein Gift, das auf Schädlinge wie den Maiszünsler tödlich wirkt. Allerdings wurde inzwischen festgestellt, dass der Gen-Mais nicht nur für Schädlinge, sondern auch für nützliche Insekten tödlich sein kann. Hinzu kommt, dass die Schädlinge gegen das Bt-Gift immun werden können und der Gen-Mais somit nutzlos wird.

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24. Februar 2004

Mehr Rotwein aus Deutschland bei Erzeugern und Handel vorrätig

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 14:02

Wiesbaden (agrar.de) – In Deutschland lagerten Ende Juli 2003 insgesamt 14,3 Mill. hl Wein (einschliesslich Schaumwein und Traubenmost) in den Kellern und Lagerräumen der Weinbaubetriebe, Winzergenossenschaften, der weinverarbeitenden Betriebe sowie aller Unternehmen des Grosshandels. Wie das Statistische Bundesamt mit Blick auf die am 29. Februar beginnende Weinmesse ‚ProWein‚ in Düsseldorf weiter mitteilt, waren dies 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Bestand an roten Sorten hat sich allerdings um 12,8 Prozent auf 4,6 Mill. hl erhöht und erreichte damit einen Anteil von 32 Prozent (Vorjahr knapp 28 Prozent) des Weinbestandes. Ursache hierfür ist vor allem die gestiegene Menge an Rotwein aus Deutschland (3,5 Mill. hl gegenüber 2,9 Mill. hl im Vorjahr) und hier insbesondere roter Qualitätswein b.A. einschliesslich Prädikatswein (3,3 Mill. hl; Vorjahr 2,7 Mill. hl).

76 Prozent (10,9 Mill. hl) des Weinbestandes stammten aus Deutschland, knapp 20 Prozent (2,8 Mill. hl) aus anderen EU-Ländern und 4 Prozent (600.000 hl) aus Drittländern.

57 Prozent (8,1 Mill. hl) der Weinvorräte lagerten bei den Erzeugern und 43 Prozent (6,2 Mill. hl) beim Grosshandel. Bei den Erzeugern lagerte vor allem der größte Teil des Trinkweines (69 Prozent bzw. 7,9 Mill. hl). In den Lagern des Handels war in erster Linie Schaumwein (92 Prozent bzw. 2,4 Mill. hl) vorrätig.

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Broschüre „Wald in Hessen“ neu aufgelegt

Themen: Archiv — info @ 14:02

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Die Hessen lieben ihre Wälder. Ihre nachhaltige und ordnungsgemäße Bewirtschaftung, ihr Schutz und ihre Pflege sind ihnen wichtig.‘ Mit diesen Worten gab Forstminister Wilhelm Dietzel heute in Wiesbaden bekannt, dass die Broschüre ‚Wald in Hessen‘ in aktualisierter Form neu aufgelegt wurde. Das Informationsheft des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz enthält jetzt zusätzlich 24 Extraseiten, auf denen besonders interessante Themen vertieft werden.

Neben den Basisinformationen sind nun auch Hintergründe beispielsweise über die historische Nutzung und Entwicklung der Wälder, ihre naturgemäße und nachhaltige Bewirtschaftung und heutige Nutzung, aber auch über das Thema Wasser und Wald sowie Beschreibungen über die besonderen ökologischen Aspekte im Wald nachschlagbar. Abgerundet werden die Extraseiten durch detaillierte Beschreibungen jahreszeitlicher Ereignisse, sodass die Leser bei Sparziergängen oder Wanderungen Anregungen zur Naturbeobachtung erhalten.

‚In unserem dicht besiedelten Hessenland ist die Bewirtschaftung unserer Wälder Voraussetzung für die Erfüllung der Funktionen, die sie für uns erbringen sollen: Rohstoffversorgung mit dem Produkt Holz, Schutz unserer Böden und Wasservorräte, positive Beeinflussung unseres Klimas, Wind-, Sicht-, Lärmschutz und Schutz vor Immissionen‘, so der Minister weiter. Wälder würden aber auch Wirtschaftszweige und damit Arbeitsplätze sichern. Nicht zuletzt diene der Wald den Menschen zur Erholung und Entspannung, führte Dietzel aus.

Diese vielschichtige und enge Beziehung zum Wald wird durch die neu aufgelegte Broschüre dokumentiert. Hessen ist mit 42 Prozent nicht nur das relativ waldreichste Land der Bundesrepublik, sondern auch das Bundesland mit dem höchsten Buchenanteil. In 41 Prozent der Waldbestände dominiert die Buche oder kommt sie als Reinbestand vor. Die zweitwichtigste Baumart in den hessischen Wäldern ist inzwischen die Fichte. Sie wurde ab dem 19. Jahrhundert bevorzugt gepflanzt und hat heute an den Baumarten einen Anteil von rund 30 Prozent.

Zusätzlich wird in der erweiterten Informationsschrift des Ministeriums auch über das Wild berichtet. Hirsch, Reh oder Wildsau, aber auch seltene Wildtierarten wie der Biber, das Birkhuhn oder die Wildkatze sind in Hessens Wäldern zu finden.

Die Broschüre ‚Wald in Hessen‘ ist kostenlos erhältlich beim Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Mainzer Straße 80, 65189 Wiesbaden

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Hessen.

Goldmann: Künast und Trittin zerstören den Agrarstandort Deutschland

Themen: Archiv — info @ 13:02

Berlin (agrar.de) – Zur Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zur Düngung und Verwertung von Klärschlämmen in der Landwirtschaft erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Das Festhalten der Bundesregierung an den vorgesehenen Grenzwerten für Kupfer und Zink in Wirtschaftsdüngern wie Schweinegülle ist agrarpolitisch verfehlt. Das wird unweigerlich dazu führen, dass Schweinegülle mit ihren bisherigen Schwermetallgehalten nicht mehr eingesetzt werden darf. Ob die geplanten Grenzwerte für Schweinegülle mit einer Absenkung der Kupfer- und Zinkdosierung oder durch neue Stalleinrichtungen einzuhalten sind, bleibt abzuwarten. Für die Landwirte sind in jedem Fall höhere Kosten und Wettbewerbsverzerrungen zu befürchten.

Die ‚Schwarz-Weiß-Malerei‘ á la Künast / Trittin und weitere nationale Alleingänge im Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz zu Lasten der konventionellen Landwirte zerstören den Agrarstandort Deutschland.‘

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Regierung: Abstimmung im Düngemittelrecht mit Ländern steht noch aus

Themen: Archiv — info @ 10:02

Berlin (agrar.de) – Eine abschließende Abstimmung des vom Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) erstellten Konzepts ‚Gute Qualität und sichere Erträge‘ mit den Ländern steht noch aus.

Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der FDP-Fraktion. Zur Frage, ob ihr wissenschaftliche Angaben darüber vorliegen, ob bestimmte Schwermetalle wie Kupfer und Zink aus Sicht der Pflanzen- und Tierernährung als essentielle Mikronährstoffe eingestuft werden, schreibt die Regierung, das sei aus Sicht der Wissenschaft ‚unstrittig‘.

Jedoch dürfe die Zufuhr den Pflanzenentzug oder den notwendigen Bodenbedarf nicht überschreiten, um eine Anreicherung im Boden zu vermeiden. Einträge an Kupfer und Zink im ökologischen Landbau erfolgten vor allem über Pflanzenschutzmittel und über Düngemittel.

Die Möglichkeit der Verwendung dieser Komposte im Öko-Landbau sei nur zulässig, wenn der Bedarf von der Kontrollstelle oder -behörde anerkannt ist und nur für eine Übergangszeit bis zum 31. März 2006. Erkenntnisse über unzulässig hohe Kupfereinträge im ökologischen Landbau lägen der Bundesregierung im Übrigen nicht vor.

Die Regierung teilt des Weiteren mit, sie strebe eine gleichwertige Behandlung der organischen Düngemittel an. Hierfür schlage das BMU und das BMVEL nicht nur für die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung neue Grenzwerte vor, sondern auch für die Verwertung von Bioabfällen und für landwirtschaftliche Wirtschaftsdünger.

Die Vorschläge für neue Grenzwerte in der Klärschlammverordnung orientierten sich an dem Ziel, dass es durch Düngemittelanwendung zu keiner Schadstoffanreicherung über die Vorsorgewerte der Bundesbodenschutzverordnung hinaus kommen soll.

Somit gälten nach dem Konzept rechnerisch für alle organischen Düngemittel die gleichen Maßstäbe. Die Bundesregierung geht im Übrigen davon aus, dass im Falle eines Verzichtes auf die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung ausreichend Kapazitäten für die Verbrennung der Klärschlämme vorhanden sein werden oder rechtzeitig geschaffen werden können. Dies gelte umso mehr, da die Einführung der neuen Grenzwerte und die damit verbundenen Einschränkungen der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung mit einer angemessen Übergangsfrist erfolgen dürfte.

Links zum Thema Düngung, Links zum Thema %url4%Agrarpolitik%/%.

23. Februar 2004

Landfrauen zur GAP-Reform: Befürchtungen der Bäuerinnen und Unternehmerinnen ernst nehmen

Themen: Archiv — info @ 15:02

Berlin (agrar.de) – ‚Wenn der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP-Reform) so umgesetzt wird, steht die Zukunft vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland auf dem Spiel‘ fasste die Vorsitzende des Bundesfachausschusses Agrarpolitik des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) Jutta Quoos die Befürchtungen vieler Bäuerinnen anlässlich der Vorstellung der Forderungen des Verbandes zur nationalen Umsetzung der GAP-Reform in Berlin zusammen. Die Familien müssen zur Zeit gemeinsam betriebswirtschaftliche Entscheidungen fällen, die nicht nur die künftigen Bewirtschaftergenerationen der Betriebe selbst angehen, sondern erhebliche Auswirkungen haben auf die wirtschaftlichen Entwicklungen des gesamten ländlichen Raumes.

In der aktuellen Diskussion um die nationale Umsetzung der GAP-Reform sind noch viele Punkte offen. Das gilt insbesondere für die Kriterien von Cross Compliance und die Entkopplung der Tierprämien. Die Bedingungen von Cross Compliance müssen in der betrieblichen Praxis erfüllbar sein und EU-Standards erfüllen, dürfen aber nicht darüber hinaus gehen. Tierhaltende Betriebe, die Investitionen getätigt haben, brauchen Vertrauensschutz und können keine weiteren Einkommenseinbußen verkraften. Vor allem Milchvieh und Rinder haltende Betriebe werden durch die Entkopplung existenziell gefährdet. Deswegen sind Korrekturen insbesondere zugunsten viehhaltender Betriebe am vorgelegten Gesetzentwurf der Bundesregierung zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform dringend erforderlich.

Der Deutsche LandFrauenverband fordert:

1. Die Festlegung der Kriterien von Cross Compliance müssen wissenschaftlich fundiert sein und sich am landwirtschaftlichen Fachrecht orientieren.

2. Die landwirtschaftlichen Unternehmer/innen haben einen Anspruch auf transparente und umfassende Information über die Verhandlungen zu Cross Compliance.

3. Die Anforderungen an Cross Compliance müssen für die betriebswirtschaftlich handelnden landwirtschaftlichen Unternehmer erfüllbar sein. Nationale Alleingänge sind auszu-schließen.

4. Die Kontrollen bei der Einhaltung von Cross Compliance müssen durch landwirtschaftliche Fachbehörden erfolgen. Durch unverschuldete Fehler dürfen Betriebe nicht in ihrer Existenz gefährdet werden.

5. Es ist auf einen angemessenen Kontrollzyklus zu achten, der für die Betriebe auch leistbar ist. Mehrfachkontrollen führen zu Frustration und Verunsicherung der Betriebsleiter/innen.

6. Regionalisierung führt bei Tier- und Milchprämien zu unkalkulierbaren Einkommensrisiken. Diese Prämien müssen deshalb möglichst lange betriebsindividuell belassen werden.

7. Die Mittel der Modulation müssen über sinnvolle Programme in die Landwirtschaft zurück fließen.

8. Die Landwirtinnen und Landwirte haben einen Anspruch auf freiwillige betriebswirtschaftliche und sozio-ökonomische Beratung.

Korrekturen am vorgelegten Gesetzesentwurf der Bundesregierung sind nach Ansicht des Verbandes dringend erforderlich.

Links zum Thema Landfrauen, Links zum Thema Verbände.

Bayern legt beim Öko-Landbau weiterhin zu

Themen: Archiv — info @ 11:02

Nürnberg (agrar.de) – Der ökologische Landbau in Bayern wächst weiterhin kontinuierlich an. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller anlässlich der BioFach 2004 in Nürnberg mitteilte, hat sich die Anzahl der ökologisch wirtschaftenden und nach der EG-Ökoverordnung kontrollierten Betriebe im vergangenen Jahr um 9,22 Prozent auf insgesamt 4.622 erhöht. Gleichzeitig hat sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2003 um 9,45 Prozent auf nunmehr 127.151 Hektar vergrößert.

An dieser Entwicklung hat nach Auffassung des Ministers die Staatsregierung einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet. Miller unterstrich, dass Bayern hier eine Vorreiterrolle übernommen hat und sich bereits seit 1978 massiv für den ökologischen Landbau einsetzt. Bis heute unterstütze man den ökologischen Landbau in vielen Bereichen. Bei der flächenbezogenen Förderung liegt Bayern ebenfalls an der Spitze: Pro Hektar erhält der Betrieb 255 Euro. Insgesamt wurden im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms 2003 rund 25 Millionen Euro an Ökobetriebe ausgezahlt. Miller erinnerte aber auch an die intensive Forschungs- und Beratungsarbeit, die der Freistaat im Bereich des ökologischen Landbaus leistet.

Nicht zuletzt aber hängt der Erfolg der Öko-Bauern von der Vermarktung ab. Daher ist es für Miller nur folgerichtig, dass sich der Freistaat auch hier engagiert. Mit insgesamt 60 000 Euro wird die Beteiligung bayerischer Betriebe auf der BioFach 2004 unterstützt. Wesentlicher Teil der Messepräsentation das bayerische Ökoprogramm ‚Öko-Qualität garantiert‚. ‚Gerade der Käufer ökologischer Produkte legt großen Wert auf regionale Herkunft‘, betont der Minister. Im Gegensatz zu den deutlich geringeren Anforderungen des Bundes- und des EU-Ökosiegels setzt Bayern auf höhere Standards und Herkunftsinformation.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland %url3%Bayern%/%.

20. Februar 2004

Landtechnik-Umsatz rückläufig

Themen: Landtechnik,Wirtschaft — info @ 15:02

DBV sieht Konjunkturbarometer Agrar bestätigt

Berlin (agrar.de) – Die deutsche Landwirtschaft hält sich derzeit mit Investitionen zurück. Ursache sind Unsicherheiten und Verunsicherung vor allem im Hinblick auf die nationale und EU-Agrarpolitik. Diese Aussagen des halbjährlichen Konjunkturbarometers des Deutschen Bauernverbandes (DBV) werden durch die jetzt veröffentlichten Umsatzzahlen der Land-technikbranche bestätigt:

Der Branchenumsatz am Standort Deutschland fiel nach Angaben des VDMA Fachverbandes Landtechnik um 4,5 Prozent auf 3,93 Milliarden Euro. Im vierten Quartal lag der Rückgang bei 6,8 Prozent. Sehr deutlich fiel das Minus mit 12,7 Prozent für den deutschen Markt auf 1,13 Milliarden Euro (ohne Importe) aus. Für die Traktoren-Hersteller war der Rückgang noch deutlicher, was sich in den Traktoren-Zulassungen für das landwirtschaftliche Segment niederschlug. Die Traktoren über 37 kW (50 PS) waren um 13 Prozent auf 18.873 Einheiten rückläufig. Die Gesamtproduktion von Traktoren in Deutschland verringerte sich um 4,4 Prozent auf 51.407 Einheiten. Überdurchschnittliche Rückgänge ergaben sich bei den Landmaschinen im deutschen Markt für Pflüge, Sä- und Düngetechnik sowie Mähdrescher. Ein Zuwachs blieb auf sehr wenige Produkte wie Rundballenpressen beschränkt. Der Verkauf von Ersatzteilen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls.

Die Auftragseingänge aus dem deutschen Markt lagen in den Monaten Oktober bis De-zember auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres, so dass keine Impulse für eine schnelle Erholung zu erkennen sind. Die Ergebnisse des Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar von Januar bestätigen die um etwa 10 Prozent geringeren Investitionsvorhaben für das erste Halbjahr 2004. Lediglich von den Lohnunternehmern könnten in den nächsten Monaten wieder etwas mehr Aufträge bei den Herstellern eingehen, nachdem die Händlerlager wieder abgebaut worden sind. Ein Marktwachstum für die typischen Lohnunternehmer-Maschinen wird jedoch nicht erwartet. Vielmehr geht man von einem Ausgleich der derzeitigen Auftragsflaute aus.

Wie auch schon in den Vorjahren, trug ein starkes Exportgeschäft zur Stabilisierung des Umsatzes bei. Durch den schwachen Inlandsmarkt stieg die deutsche Exportquote im vergangenen Jahr auf 71 Prozent. Für 2004 ruhen die Hoffnungen auf einer wieder steigenden Nachfrage aus den großen EU-Beitrittsländern – sowohl für gebrauchte als auch neue Technik. Die Hersteller richten sich darauf ein, aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage in Deutschland die Exportmärkte weiter auszubauen.

Links zum Thema Landtechnik, Links zum Thema Verbände.

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