11. Februar 2004

Höfken: Neues Gentechnik-Gesetz schützt gentechnikfreie Lebensmittel

Themen: Gentechnik,Mais,Umwelt — info @ 11:02

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Verabschiedung der Novelle des Gentechnikgesetzes im Kabinett erklärt Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wir begrüßen, dass Verbraucherministerin Künast und die Bundesregierung heute für Deutschland als erstes europäisches Land klare Regelungen zum Schutz der gentechnikfreien Lebensmittelproduktion vorlegen.

Das Gesetz regelt Fragen zur Haftung, zum Monitoring, zu den Standortregistern, zum Schutz ökologisch sensibler Gebiete und zur ‚fachlichen Praxis‘ und greift damit zentrale Forderungen von uns und vieler Verbände auf.

Ziel ist, wie im Koalitionsvertrag festgelegt, die Wahlfreiheit und Transparenz für die Verbraucher und die Absicherung gentechnikfreier konventioneller und ökologischer Produktion.

Klar ist aber: grundsätzlich verbieten lässt sich die ‚Agro-Gentechnik‘ aus europarechtlichen und internationalen handelsrechtlichen Gründen nicht. Zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen können nur ein Bündnis von Verbrauchern, Landwirten und gesellschaftlichen Gruppen sowie Vereinbarungen mit der Wirtschaft Gen-Food verhindern.

Im Parlamentarischen Verfahren werden das neue Gesetz intensiv auf diese Ziele hin diskutiert und geprüft werden. Ebenso werden wir darauf hinwirken, dass die EU, die noch vorhandene Defizite bei der Regelung der ‚Koexistenz‘ und bei der Saatgutkennzeichnung europaweit löst.

Zur neuen Gesetzgebung gehört ebenfalls das so genannte Vorschaltgesetz, das in dieser Woche in die erste Bundestagslesung geht und die neue EU Verordnung zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel in nationales Recht umsetzt. Spätestens ab dem 18. April 2004 kann jeder erkennen, ob im Essen gentechnisch veränderte Bestandteile sind. Damit wird der schleichenden Einführung von Gen-Food Einhalt geboten, und auch die Bauern können nun erkennen, in welchen Futtersäcken Gen-Soja oder Gen-Mais vorhanden ist.

Mit diesen Regeln zur Transparenz und zum Schutz der gentechnikfreien Produktion trägt die Bundesregierung im Rahmen der EU-Richtlinien den Forderungen der übergroßen Mehrheit der deutschen Verbraucher, Landwirte, Verarbeiter und Handel Rechnung, die Gen-Food am liebsten gar nicht auf ihren Tellern oder Äckern oder in den Regalen sehen würden. Tatsächlich geben gerade aktuelle Studien aus Großbritannien oder den USA den Gentechnik-Skeptikern Recht, die keinen relevanten ökonomischen Nutzen sehen und die Risiken vor allem im Umweltbereich hoch einschätzen.

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DBV zum Gentechnik-Gesetz: Haftungsregelung für Landwirte völlig inakzeptabel

Themen: Gentechnik,Haftung,Verbände — info @ 10:02

Berlin (agrar.de) – Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss zum ‚Gesetz zur Neuordnung des Gentechnikrechts‘ wird jegliche Koexistenz von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik verhindert. Darauf verwies der Deutsche Bauernverband (DBV), nachdem der Gesetzentwurf trotz fundierter Kritik in einer zuvor erfolgten Anhörung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) heute unverändert im Bundeskabinett verabschiedet wurde. Nur wenn es gelinge, das konfliktfreie Neben- und Miteinander von konventionellem Ackerbau ohne Gentechnik, konventionellem Anbau unter Einsatz genetisch veränderter Pflanzen und ökologischem Anbau ohne Verwendung von Gentechnik sicherzustellen, könne auch die Wahlfreiheit für Verbraucher und Erzeuger gewährleistet werden. Umso wichtiger ist es nach Ansicht des DBV, dass die dringend notwendigen Anbauregelungen zur Koexistenz auf der Grundlage wissenschaftlicher und praktischer Forschung definiert würden. Diese Grundlagen seien aber bislang nicht in einem gezielten Erprobungsanbau unter Einbeziehung aller betroffenen Kreise ermittelt worden, kritisierte der DBV. Daher sei es dringend erforderlich, dass im parlamentarischen Verfahren vorgesehen werde, die Regelungen neuen Erkenntnissen anzupassen.

Völlig inakzeptabel sei auch die im Gesetz weiterhin vorgesehene verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung der Landwirte, die genetisch veränderte Pflanzen anbauen. Damit sind Landwirte unabhängig von der Einhaltung aller Anforderungen der guten fachlichen Praxis für eventuelle Einträge durch genetisch veränderte Pflanzen auf benachbarte Ackerschläge schadensersatzpflichtig. Der DBV könne daher keinem Landwirt zum Anbau genetisch veränderter Pflanzen raten. Vor diesem Hintergrund haben Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern gentechnikfreie Anbauzonen auf freiwilliger Basis eingerichtet, Landwirte in weiteren Bundesländern diskutieren ebenfalls darüber. Diese Initiativen werden vom DBV unterstützt. Aufgrund der unzureichenden Koexistenz- und Haftungsregelungen des Entwurfs des Gentechnikgesetzes rate der DBV Landwirten, an einem Versuchsanbau von Saat- und Pflanzgutfirmen nur teilzunehmen, wenn eine vom DBV erarbeitete Erklärung zur Haftungsfreistellung zugunsten der Landwirte unterschrieben werde.

Bestätigt sieht sich der DBV in seiner Haltung zur Haftungsfrage durch die Versicherungswirtschaft, die erklärt habe, die durch eine verschuldensunabhängige Haftung entstehenden Risiken nicht zu versichern. Nach Vorstellungen des DBV können Haftungslücken bei Einhaltung der guten fachlichen Praxis durch eine Fondslösung geschlossen werden. Ein derartiger Fonds sollte von den Herstellern und den Inverkehrbringern von genetisch veränderten Pflanzen gemeinsam mit einer staatlichen Beteiligung finanziert werden.

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Bulmahn zum Gentechnik-Gesetz: Interessen von Forschung und Verbraucherschutz ausgewogen

Themen: Archiv — info @ 10:02

Berlin (agrar.de) – Nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn schafft das neue Gentechnik-Gesetz eine gute Grundlage für die Forschung. ‚Wir schaffen die notwendige Rechtssicherheit für die Forschung“, sagte Bulmahn in Berlin. Deutschland sei das erste große Land in der Europäischen Union, das die europäische Richtlinie für die grüne Gentechnik umsetze. ‚Wir haben damit die Interessen der Forschung und des Verbraucherschutzes in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht‘, sagte Bulmahn.

Die Förderung von Forschung und wirtschaftlicher Nutzung seien als Ziel im Gentechnik-Gesetz verankert. ‚Dies ist ein wichtiges Signal für die Biotech-Branche in Deutschland‘, sagte die Ministerin. Außerdem seien die Verfahren für gentechnische Arbeiten im Labor vereinfacht worden. Die Voraussetzungen für Genehmigungen würden klar berechenbar und wissenschaftlich nachprüfbar geregelt. Ziel des heute vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzes sei es, keine Form der Landwirtschaft auszuschließen.

‚Dies ist ein Schritt in die Richtung, die verschiedenen Anbauformen, ob mit oder ohne Gentechnik gleichberechtigt nebeneinander zu ermöglichen‘ betonte Bulmahn. Eine kontrollierte Marktzulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen und Produkten sei jetzt möglich. ‚Wir gehen mit den Potentialen der Gentechnik verantwortungsvoll um, müssen aber auch die Chancen und Potentiale dieser Schlüsseltechnologie sehen und nutzen‘, sagte Bulmahn.

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Naturland lehnt geplantes Gentechnikgesetz ab

Themen: Bienen,Gentechnik,Haftung — info @ 09:02

Berlin/Gräfelfing (agrar.de) – Der heute im Bundeskabinett verabschiedete Entwurf des Gentechnik-Gesetzes muss laut Naturland dringend verbessert werden. Obwohl 70 Prozent der Verbraucher in Deutschland und in der EU gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen, ist der jetzt verabschiedete Entwurf des Gesetzes kein wirksames Instrument zum Schutz der Wahlfreiheit von Verbrauchern und Bauern. Das Gesetz müsste dafür sorgen, dass Verbraucher und Bauern davor geschützt werden, gegen ihren Willen Gentechnik aufgezwungen zu bekommen. Diese Aufgabe kann das geplante Gesetz in der jetzt vorliegenden Form nicht erfüllen. Naturland vertritt als internationaler Öko-Anbauverband 36.000 Öko-Bauern weltweit.

Naturland kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Ausweisung von Gentechnik-Anbauflächen. Die Anwendung des geplanten Standortregisters ist bisher nicht praxistauglich geregelt. Weiterer Kritikpunkt ist die ungenügende Haftungsregelung für Schäden durch die Ausbreitung von Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO) durch Auskreuzung und Verschleppung. Der schon lange von allen Öko-Landwirten geforderte Haftungsfonds, finanziert durch die GVO-Inverkehrbringer, findet sich im Gesetz nicht wieder.

Bauern und Imker verunsichert

Die Naturland Bauern und Imker sehen die weitere Entwicklung mit großer Sorge. Besonders die Öko-Imker fürchten um die Existenz ihres Berufes. ‚Ich kann doch meinen Bienen nicht befehlen, die Gen-Äcker zu meiden, damit kein genveränderter Pollen in meinem Honig zu finden ist‘, protestiert Michael Engl, Naturland Berater und Imker in Kehlheim. ‚Eine ökologische Bienenhaltung wird in Zukunft nicht mehr möglich sein‘, so Engl weiter. Dass betrifft natürlich auch alle konventionellen Imkerbetriebe, deren Kunden GVO-freie Honigsorten verlangen.

Verbraucher stimmen ab

Schon in diesem Frühjahr wollen Gentechnik-Firmen Bauern zum Einstieg in den Anbau von gentechnisch veränderten Mais überreden. ‚Wir haben das Recht, vor dieser Bedrohung geschützt zu werden‘, verlangt Naturland Bauer und Präsidiumsmitglied Everhard Hüseman von der Bundesregierung. Solange der Schutz von Öko-Bauern und konventionellen Bauern nicht gewährleistet ist, besteht keine Wahlfreiheit der Verbraucher. Naturland appelliert im sogenannten ‚Superwahljahr‘ mit 14 Wahlen an alle politischen Parteien, den Verbrauchern weiterhin den Kauf von Lebensmitteln ohne Gentechnik zu ermöglichen. Dies ist mit dem bisherigen Gesetzentwurf nicht gegeben.

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10. Februar 2004

DBV: Der Biomasse gehört die energetische Zukunft

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 15:02

Sonnleitner: Deutsche Land- und Forstwirte stehen bereit

Berlin (agrar.de) – Die Anreicherung von Kohlendioxid und die damit verbundene Beschleunigung des Treibhauseffektes durch die Nutzung fossiler Energien mit allen Folgen für Klima, Vegetation und Wasserhaushalt mahnen eine Energiewende an, die von Waldbesitzern und Bauern durch Energiepflanzenanbau mitgetragen und mitgestaltet werden kann. Darauf verwies der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich des Perspektivforums des Bundesverbandes BioEnergie und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Zusammenarbeit mit dem DBV in Berlin.

Der Energiepflanzenanbau, der in Deutschland erst am Anfang stehe, besitze die Voraussetzung, ein tragfähiger Pfeiler der Energieversorgung zu werden. So wurden lediglich auf rund 8 Prozent aller Ackerflächen im Jahr 2003 in Deutschland nachwachsende Rohstoffe angebaut, bilanzierte Sonnleitner. Gemessen am Primärenergieverbrauch in Deutschland seien nur knapp 2 Prozent über Biomasse bereitgestellt worden. Dieser Prozentsatz lässt sich nach Ansicht des DBV-Präsidenten technisch ohne weiteres auf 8 bis 9 Prozent erhöhen. Zudem könnten mit der dadurch möglichen Einsparung von 95 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich rund 38 Prozent des Klimaschutzzieles erreicht werden.

Als Meilensteine für die erneuerbaren Energien in der EU bezeichnete Sonnleitner das Weissbuch für erneuerbare Energieträger und die im Jahr 2002 verabschiedete Richtlinie zur Einführung biogener Treibstoffe im Verkehrsbereich. Die Einführung des Erneuerbare Energien-Gesetzes, das Marktanreizprogramm zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien und die Befreiung von Biokraftstoffen von der Mineralölsteuer in Deutschland bewertete der DBV-Präsident als entscheidende deutsche Signale innerhalb der EU und weltweit. Zur Fortsetzung dieser positiven Entwicklung sei die Förderung des Energiepflanzenanbaus jedoch unverzichtbar. Der geplante Bonus in der Einspeisevergütung für den Einsatz von Energiepflanzen müsse deutlich auf 6 Cents pro Kilowattstunde erhöht und auch für größere Bioenergieanlagen gezahlt werden, forderte Sonnleitner.

Die Vielzahl der Vorteile der Bioenergie lägen auf der Hand, so Sonnleitner. Sie könne tageszeit- und wetterunabhängig und damit bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Neben der Möglichkeit zur Stromerzeugung seien Kraftstoffe, die aus Biomasse gewonnen werden, kohlendioxidneutral. Weitere entscheidende Vorteile sah Sonnleitner in den Beschäftigungs- und Investitionseffekten und der resultierenden Konjunkturbelebung vor allem in den ländlichen Räumen Deutschlands. Nicht zu vernachlässigen seien auch mögliche ackerbauliche Vorteile des Anbaus von Energiepflanzen wie reduzierter Dünge- und Pflanzenschutzmittelaufwand. Dies resultiere aus den unterschiedlichen Produktionszielen. So spiele bei der Nahrungsmittelproduktion der Eiweiß- und Vitamingehalt eine besondere Rolle, während in der Energiepflanzenproduktion vor allem der Energiegehalt entscheidend sei. Kritisch beurteilte Sonnleitner jedoch, dass zwar das Potenzial der Biomasse theoretisch belegt sei, Erkenntnisse aus großflächigen Anbauversuchen unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte derzeitiger hiesiger landwirtschaftlicher Betriebsstrukturen dagegen fehlten.

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Mecklenburg-Vorpommern: Gut 3 Prozent mehr Schweine – Rinderbestand nahezu stabil

Themen: Archiv,Milch,Rinder,Statistik — info @ 14:02

Schwerin (agrar.de) – Nach der repräsentativen Viehbestandserhebung am 3. November 2003 beläuft sich der Rinderbestand in den Landwirtschaftsbetrieben Mecklenburg-Vorpommerns auf 557.300 Tiere, das ist rund 1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, erhöhte sich der Schweinebestand im gleichen Zeitraum um 3,4 Prozent auf nunmehr 699.100 Tiere.

Fast ein Drittel der Rinder sind Milchkühe. Ihre Zahl blieb mit 179.600 Tieren gegenüber dem Vorjahr (180.400) nahezu konstant. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie die Milchquote einerseits und die Steigerung der Milchleistung je Kuh andererseits bewirken nur geringe Bestandsveränderungen.

Ammen- und Mutterkühe haben an den Rindern einen Anteil von 12 Prozent. Ihr Bestand verringerte sich um 3,5 Prozent auf 66.800 Tiere. Die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen sind offensichtlich die Ursache dafür, dass er seit einigen Jahren (zum Vergleich November 2000: 76.000 Tiere) zurückgeht.

Der leichte Aufwärtstrend in der Schweinehaltung setzt sich fort. So wuchs der Bestand an Mastschweinen um knapp 4 Prozent auf 253.700 und der Bestand an Zuchtsauen um 3 Prozent auf 77.300 Tiere.

Die Anzahl der Ferkel vergrößerte sich um 2,6 Prozent auf 169.400 Tiere und die der Jungschweine um 3,8 Prozent auf 198.200 Tiere.

Unverändert niedrig ist der Viehbesatz in Mecklenburg-Vorpommern. Bei Rindern entspricht er mit 41 Tieren je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche nur etwa der Hälfte des Bundesdurchschnitts (2002: 81 Tiere); bei Schweinen ist mit 65 Tieren je 100 Hektar Ackerland der Abstand noch größer (Deutschland 2002: 222 Tiere).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Fleischerzeugung in Sachsen auch im Dezember unter Vorjahresniveau

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 13:02

Dresden (agrar.de) – Im Dezember 2003 wurden in Sachsen 4.700 Tonnen Fleisch aus gewerblichen und Hausschlachtungen erzeugt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind das 81 Tonnen (zwei Prozent) weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Insgesamt wurden im Dezember 44.200 Tiere geschlachtet. Von der im Dezember erbrachten Fleischmenge entfallen 78 Prozent auf Schweine- und 20 Prozent auf Rindfleisch. Der Anteil an Kalb-, Schaf-, Ziegen- und Pferdefleisch liegt bei zwei Prozent. Im Berichtsmonat wurden 4.700 hausgeschlachtete Tiere abgerechnet. Gegenüber dem Vorjahr sind das 116 Tiere bzw. zwei Prozent weniger.

Im Berichtsmonat wurden 3.400 Rinder geschlachtet. Daraus resultiert eine Rindfleischmenge von 1.017 Tonnen. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 92 Tonnen (zehn Prozent). Unter den geschlachteten Rindern waren 1.200 Bullen und Ochsen, 1.600 Kühe und 600 Färsen. Bei Kühen ist zum Vorjahr ein Anstieg um 193 Tiere (14 Prozent) zu verzeichnen. Demgegenüber blieben die Schlachtungen bei Bullen und Färsen im Vergleich zu 2002 fast konstant. Unter den im Dezember geschlachteten Rindern befanden sich 590 Hausschlachtungen. Das durchschnittliche gewerbliche Schlachtgewicht betrug 298 Kilogramm.

Die 670 im Dezember geschlachteten Kälber erbrachten eine Kalbfleischmenge von 38 Tonnen. Das sind neun Tonnen (19 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Die im Berichtsmonat erzeugten 3.600 Tonnen Schweinefleisch stammen aus 34.800 gewerblichen und 2.300 Hausschlachtungen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 165 Tonnen (vier Prozent). Unter den geschlachteten Schweinen befanden sich 1.500 Spanferkel.

Außerdem wurden im Freistaat 46 Tonnen Schaffleisch durch die Schlachtung von knapp 2.900 Schafen erzeugt. Im Vergleich zum Dezember 2002 sind das rund 200 Schafschlachtungen (sieben Prozent) mehr. Unter den im Dezember geschlachteten Schafen befanden sich 1.700 Hausschlachtungen. Weiterhin wurden im Berichtsmonat 83 Ziegen und 55 Pferde geschlachtet.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

NRW: Förderpreis für nachwachsende Rohstoffe ausgeschrieben

Themen: Archiv — info @ 10:02

Düsseldorf (agrar.de) – Zum dritten Mal ruft Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn zur Teilnahme am NRW-Förderpreis für nachwachsende Rohstoffe auf. Um den mit 5.000 Euro dotierten Preis können sich Personen, Unternehmen und Institutionen der nordrhein-westfälischen Land- und Forstwirtschaft (einschließlich der vor- und nachgelagerten Branchen, der landwirtschaftlichen Lehre und Forschung sowie der verarbeitenden Industrie) bewerben. Bewerbungsschluss ist der 28. Mai 2004.

Die Beiträge werden von einer unabhängigen Jury bewertet, deren Mitglieder aus Forschung, Wirtschaft und Verwaltung stammen. Eine wichtige Bewertungsgrundlage ist das Potenzial des Beitrags zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Wirtschaftskreisläufen. Dazu gehört die Schonung knapper Ressourcen, die Verminderung von Emissionen, die Schließung von Stoffkreisläufen, die Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Verbesserung des produktintegrierten Umweltschutzes. Zu den weiteren Bewertungskriterien gehören die innovative Qualität des Beitrags, seine Realisierbarkeit, seine Bedeutung für die Entwicklung des ländlichen Raumes und seine Marktchancen.

Die Ausschreibungsunterlagen können im Internet abgerufen oder telefonisch unter 0211-4566666 bestellt werden.

Links zum Thema Umweltpreise, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

09. Februar 2004

Angriff auf die Öko-Betriebe in Sachsen?

Themen: Archiv — info @ 13:02

Mitgliedschaft in einem Öko-Verband soll nicht mehr zwingend sein – VDL: Tausende Hektar große LPG-Nachfolger zerstören den Öko-Markt

Dresden (agrar.de) – Der Vorstand des VDL Sachsen hat am 26.Januar in einem Verbände-Gespräch im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Kritik geübt am Änderungsantrag 2004 zum Entwicklungsplan für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (2000-2006). Seitens des VDL trugen die Wiedereinrichter und Vizepräsidenten des Verbandes: Wolfgang Reichel, (Erzgebirge), Antonius Rebisch (Oberlausitz) und Dr. Manfred Probst (Mittelsachsen) die Verbandspositionen vor.

Beabsichtigte Änderungen

So soll die bisherige erste Zuwendungsvoraussetzung im Ökologischen Landbau gestrichen werden, nach der jeder Landwirt, der nach den Regeln des Programms Ökologischer Landbau wirtschaftet, zwingend Mitglied in einem vom Freistaat Sachsen anerkannten Erzeugerverband sein muss.

Damit soll offensichtlich der ‚Ökologische Landbau‘ für Sachsens Großbetriebe geöffnet werden. ‚Der größte Öko-Betrieb bewirtschaftet in Sachsen über 1200 Hektar als Lohnarbeitsunternehmen‘, rühmte MdL Dr. Eberhard Lippmann in CDU-direkt 12/03. ‚Ökologische Bewirtschaftung ist high-tech und hat mit Folklore nichts zu tun, wie gelegentlich Grüne und andere Amateurlandwirte zu verbreiten versuchen‘, so der langjährige Vorsitzende des Agrarausschusses im Sächsischen Landtag an die Öko-Branche in Sachsen.

Die strengen Regeln der Öko-Verbände werden unterlaufen, so der VDL-Vorstand. Es wird eine Zwei-Klassen-Landwirtschaft in der Öko-Szene geschaffen, eine mit und eine ohne Mitgliedsausweis.

Großerzeuger als Trittbrettfahrer

Zum zweiten soll die Umstellungsprämie ab dem zweiten bzw. dritten Jahr im Teilprogramm ‚Umweltgerechter Ackerbau‘ erhöht werden. Der VDL sieht das nicht als notwendig an und auch nicht als fair gegenüber den Alt-Ökos, die über ein Jahrzehnt mit geringeren Einstiegsprämien zurecht kommen mussten. Eine Erhöhung der Umstellungsprämien im Ackerbau würde Großerzeuger als Trittbrettfahrer mit ins Öko-Boot holen, die mit ihren Produktmengen den Markt überschwemmen und die Preise noch mehr aus dem Ruder laufen lassen würden, so die Befürchtung der Öko-Betriebe im VDL. Die Öko-Betriebe erzielen schon jetzt beim Getreideabsatz kaum auskömmliche Preise.

Alt-Ökos befürchten Ruin

Negativ betroffen wären dabei insbesondere die flächenarmen Alt-Ökos, die sich bisher echt am Markt bewähren mussten, die den Markt erst aufgebaut haben und durch sinkende Preise ruiniert werden würden. Die Mitnahmeeffekte durch Großbetriebe würden zudem dem Ruf der Öko-Branche negativ angelastet. Die Streichung des Zwangs zur Verbandsmitgliedschaft in einem Öko-Verband lehnt der VDL daher ab. Wenn etwas dem Öko-Image schadet, so sind es die bekannten Skandale durch die Verletzung der Erzeugerrichtlinien. Kein Öko-Bauer würde seine eigene wirtschaftliche Existenz leichtfertig aufs Spiel setzen.

Die Verbandskotrolle als eine Art sozialer Kontrolle in den eigenen Reihen, wird von unabhängigen Kontrollstellen durchgeführt. Wer hier bisher ausscherte, wurde aus dem Verband ausgeschlossen und ging auch der Ökoprämien verlustig. Die Verbandsmitgliedschaft und -kontrolle war bisher das wichtigste Instrument, eine saubere Produktion sicherzustellen. Der VDL erwartet, dass das SMUL diese geplanten Änderungen zurück nimmt.

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06. Februar 2004

Bauernbund fordert bessere Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:02

LPG-Nachfolger sind bei Subventionen besser gestellt.

Quedlinburg (agrar.de) – ‚Der gestern vorgelegte Agrarbericht der Bundesregierung zeigt erneut die schwierige Situation der Landwirtschaft auf. Wir erwarten daher von der Bundesregierung deutliche Zeichen, um der Landwirtschaft zu helfen. So brauchen wir eine Entlastung bei verschiedenen Auflagen, wie z.B. beim Pflanzenschutzrecht und eine Angleichung an EU-Standards. Auch benötigen wir keine zusätzlichen Belastungen bei Agrardiesel und den landwirtschaftlichen Sozialversicherungen. So erwarten wir von der anstehenden Umsetzung der Agrarreform eine zügige Umsetzung des Kombimodels hin zu einer Flächenprämie und keine weiteren nationalen Verschärfungen bei den so genannten cross compliance Maßnahmen (Umweltstandards),‘ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes, Kurt-Henning Klamroth.

‚Bei der vorgestellten Kurzfassung des Agrarberichts vermissen wir die Vorstellung der Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe nach Betriebsformen und Regionen sowie eine Gewinnbeschreibung der juristischen Personen in den neuen Bundesländern. So ist es sehr interessant, das bei der Beschreibung der unternehmensbezogenen Direktzahlungen und Zuschüsse die juristischen Personen (LPG-Nachfolger) fast doppelt soviel Gelder wie die Haupterwerbsbetriebe pro Arbeitskraft bekommen. Damit wird deutlich, dass die juristischen Personen von den Direktzahlungen und Zuschüssen erheblich mehr profitieren und lange nicht mehr den Beitrag zum Erhalt von Arbeitskräften in der Landwirtschaft leisten, den sie immer vorgeben. Wir erwarten von der Langfassung des Agrarberichts eine ausführliche Beschreibung der Effizienz der verschiedenen Rechtsformen,‘ so Klamroth abschließend.

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