27. Februar 2004

BDP zu Gen-Saatgut: Vorgehen des Bundessortenamtes entspricht den Rechtsgrundlagen

Themen: Archiv — info @ 13:02

Bonn (agrar.de) – Die vom zuständigen Bundessortenamt (BSA) erteilte Genehmigung zum Inverkehrbringen von insgesamt 25,5 t gentechnisch veränderten Maissaatgut entspricht den geltenden Gesetzen, erklärt der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP). Die gentechnisch veränderten Sortenkandidaten haben zuvor alle erforderlichen gentechnik-rechtlichen Prüfungen bestanden und sind von zahlreichen amtlichen Institutionen überprüft und als sicher bewertet worden. Diese BSA-Genehmigung zum Inverkehrbringen ist seit vielen Jahren Bestandteil des Saatgutverkehrsgesetzes und im Zusammnehang mit konventionell gezüchteten Sorten gängige Praxis. Damit erfüllt das Saatgut alle rechtlichen Voraussetzungen für den geplanten Erprobungsanbaus, der von vielen politischen und gesellschaftlichen Organisationen gefordert wird.

Im Rahmen des Saatgutverkehrsgesetzes (§ 3 Abs. 2 Nr. 1) kann das Bundessortenamt (BSA) Saatgut von Sorten landwirtschaftlicher Arten, deren Zulassung beantragt worden ist, zu Versuchszwecken (beispielsweise im Rahmen eines Erprobungsanbaus) zum Inverkehrbringen genehmigen und hierfür Höchstmengen festsetzen. Genau dieser rechtlichen Vorschrift entspricht nun die Vorgehensweise des Bundessortenamtes in Hannover, das insgesamt 25,5 t gentechnisch veränderten Maissaatguts zum Inverkehrbringen genehmigt hat.

Die im Saatgutverkehrsgesetz geforderte gentechnik-rechtliche Genehmigung (§ 30 Abs. 5) liegt vor. Folglich sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt.

Die erteilte Genehmigung ermöglicht den Saatgutanbietern, bereits im Vorfeld der endgültigen Sortenzulassung Erfahrungen mit den neuen Sorten zu gewinnen und im beschränkten Umfang eine Vermehrung aufzubauen. Dieser Schritt ist notwendig, um den Landwirten möglichst zeitnah nach der Sortenzulassung die neue Sorte am Markt anbieten zu können und sie somit unverzüglich am Züchtungsfortschritt teilnehmen zu lassen.

Somit ist der jetzt eingeschlagene Weg bereits seit mehreren Jahren gängige Praxis und entspricht den rechtlichen Bestimmungen. Gerade im Zusammenhang mit dem Erprobungsanbau in Deutschland ist es jetzt dringend erforderlich, praktische Erkenntnisse zu gewinnen, um letztlich damit auch die erforderlichen Anbauempfehlungen für die Landwirte im Rahmen der guten fachlichen Praxis ableiten zu können.

Wenn jetzt Greenpeace in diesem Zusammenhang von ‚unklarer Rechtslage‘ spricht, verkennt die Organisation die von der rot-grünen Bundesregierung veranlasste gesetzliche Grundlage und verschließt sich einer wissenschaftsbasierten und realistischen Auseinandersetzung mit den modernen Technologien.

Links zum Thema Verbände.

Agrarcomputertage in Hessen

Themen: Archiv — info @ 13:02

Alsfeld (agrar.de) – Am morgigen Samstag öffnen sich im hessischen Alsfeld die Tore den Agrarcomputertagen 2004. Auf der Messe, die von Wilhelm Dietzel, dem hessischen Minister für Umwelt, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Heinz Christian Bär, dem Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes eröffnet wird, dreht sich bis Montag alles rund um den EDV-Einsatz in der Landwirtschaft.

Die Agrarcomputertage haben sich als Fachmesse für Elektronik, Datenverarbeitung und Informationstechnik findet bereits zum fünften Mal statt. Die Konzentration der gesamten Agrar-EDV-Branche an einem Ort bietet dem Praktiker die Gelegenheit, sich den bestmöglichen Überblick über die Trends und Neuheiten zu verschaffen. Schwerpunkte sind Software für Buchführung, Herdenmanagement, Dokumentation, Präzisionsackerbau und Forst-EDV. Daneben gibt es Vorführungen zum automatischen Melken und mit GPS-gelenkten Schleppern.

Begleitet wird die Messe von einer Vortragstagung, auf der Fachleute den Landwirten die neusten Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten erläutern. Außerdem finden an allen Messetagen Aussteller-Workshops statt.

Links zum Thema Software, Links zum Thema Messen.

Stächele: Biogaserzeugung weiter im Aufwind

Themen: Biogas,Energie,NaWaRos — info @ 12:02

Baden-Württemberg unterstützt Nutzung erneuerbarer Energien – Trend geht zu größeren Anlagen

Stuttgart (agrar.de) – ‚In Baden-Württemberg erlebt die Biogasnutzung einen Aufschwung‘, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele , am Mittwoch in Stuttgart. Im Jahr 2003 wurden nach Angaben der staatlichen Biogasberatung in Baden-Württemberg 33 landwirtschaftliche Biogasanlagen neu errichtet oder ausgebaut. Dies war deutlich mehr als im Jahr 2002. Der Trend bei den neuen Biogasanlagen geht zu größeren Anlagen, die wirtschaftlicher betrieben werden können.

Einen deutlichen Schub verspricht sich Minister Stächele von der laufenden Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes. ‚Die Vergütung für Biogas aus Gülle soll nach der Beschlussempfehlung des Bundesrates für Anlagen bis 75 Kilowatt von 10 Cent auf 12,5 Cent je Kilowattstunde angehoben werden‘, sagte Stächele. Weiterhin habe Baden-Württemberg im Bundesrat durchgesetzt, dass die zusätzliche Vergütung für Biogas, welches aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, drei Cent je Kilowattstunde betragen soll. Damit würde Biogas, welches aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, mit 15,5 Cent je Kilowattstunde vergütet. Im Gesetzentwurf der Bundesregierung war lediglich ein Zuschlag von 2,5 Cent je Kilowattstunde vorgesehen. Die Laufzeit, für die diese Vergütungssätze garantiert sind, soll von 15 auf 20 Jahre angehoben werden. Auch die Anreize für den Einsatz von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen auf der Basis von Biomasse konnten auf Initiative Baden-Württembergs verbessert werden.

‚Durch die angestrebten Verbesserungen könnte die Landwirtschaft mehr zur dezentralen Stromerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen beitragen‘, betonte der Minister. Die Bundesregierung müsse nun für eine schnelle Verabschiedung des Erneuerbaren Energien Gesetzes sorgen, damit Landwirte und Hersteller endlich Planungssicherheit erhalten.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit rund 240 landwirtschaftliche Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von ungefähr 18,8 Megawatt (MW). Das Land fördert unter Beteiligung des Bundes und der EU Investitionen in landwirtschaftliche Biogasanlagen über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm mit Zuschüssen und zinsverbilligten Darlehen. Zwei Biogasberater mit speziellen Kenntnissen beraten investitionswillige Landwirte vorrangig in wirtschaftlichen und technischen Fragen.

Staatliche Biogasberater für die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe: Dr. Manfred Dederer am Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur Ludwigsburg, Auf dem Wasen 9, 71640 Ludwigsburg, Tel.: 07141-8746-0. Staatliche Biogasberater für die Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen: Herr Franz Pfau am Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur Ravensburg, Frauenstraße 4, 88212 Ravensburg, Tel.: 0751-3625411.

Links zum Thema Energie, Links zum BundeslandBaden-Württemberg.

Fleischerzeugung: Weniger Rind, mehr Geflügel

Themen: Archiv — info @ 11:02

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden in Deutschland im Jahr 2003 insgesamt gut 6,3 Mill. Tonnen Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen (einschließlich Geflügelschlachtungen) erzeugt, darunter knapp 928.000 Tonnen Geflügelfleisch. Der Anteil des Geflügelfleisches an der gesamten Fleischerzeugung betrug damit knapp 15 Prozent.

Insgesamt hat sich die Fleischerzeugung aus gewerblichen Schlachtungen gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent erhöht. Für die einzelnen Fleischarten ist jedoch eine unterschiedliche Entwicklung festzustellen:

Schweinefleisch hatte im Jahr 2003 mit 4,2 Mill. Tonnen den Hauptanteil (ca. 66 Prozent) an der Fleischerzeugung, gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit zusammen 1,2 Mill. Tonnen (ca. 19 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Erzeugung von Schweinefleisch um 3,3 Prozent erhöht. Dagegen ist die Produktion von Rindfleisch (- 6,9 Prozent) sowie Kalbfleisch (- 1,1 Prozent) zurückgegangen. Die Erzeugung von Geflügelfleisch stieg gegenüber 2002 um 8,4 Prozent.

An der Erzeugung von Geflügelfleisch hatte Jungmasthühnerfleisch mit 493.200 Tonnen den größten Anteil, gefolgt von Truthuhnfleisch (355.200 Tonnen) und Entenfleisch (42.300 Tonnen). Die Produktion von Jungmasthühnerfleisch nahm um 16,8 Prozent und die von Entenfleisch um 12,8 Prozent überdurchschnittlich zu, während die Erzeugung von Truthuhnfleisch um 1,5 Prozent zurückging.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Brandenburg: Jagdbericht 2002/2003 erschienen

Themen: Archiv,Brandenburg,Jagdbericht — info @ 09:02

Schalenwild zu reduzieren bleibt vordringliche Aufgabe

Potsdam (agrar.de) – Brandenburgs Agrar- und Umweltministerium hat jetzt den neuen Jagdbericht des Landes für das Jagdjahr 2002/2003 vorgelegt. Er informiert über den Stand und die Entwicklung des Jagdwesens in Brandenburg. Darüber hinaus dienen die Analysen Behörden, Verbänden und Institutionen als wichtige Entscheidungsgrundlage. Bei fast allen Schalenwildarten konnten die Jagdstrecken im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Noch nie gekannte Abschusshöhen sind beim Schwarzwild erzielt worden. Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD): ‚Das spricht einerseits für den hohen Einsatz aller Jäger, andererseits aber auch für enorm hohe Wildbestände. Ihre Reduzierung bleibt vordringliche Aufgabe für die nächste Zeit‘.

Der Jagdbericht enthält neben Erläuterungen zur Organisation im Jagdwesen Brandenburgs auch Informationen zur Flächengliederung, zu Waldbesitzverhältnissen und Jagdbezirken, zur Anzahl der Jäger, Wildunfällen, Wildschäden in Land- und Forstwirtschaft sowie Analysen zur Streckentwicklung bei Schalen-, Nieder- und Raubwild.

Auf 14 Prozent der Jagdfläche und 30 Prozent der Waldfläche des Landes Brandenburg erfolgt die Jagd durch die Landesforstverwaltung. Mit 27.989 Stück Schalenwild betrug ihr Anteil an der gesamten Schalenwildstrecke des Landes im letzten Jagdjahr 17 Prozent. Über die Hälfte dieser Strecke wurde durch Jagdgäste realisiert.

Beim Niederwild, insbesondere bei den jagdwirtschaftlich bedeutsamen Artengruppen der Enten und Gänse, wurden landesweit weniger Exemplare als im Vorjahr erlegt.

Die Raubwildstrecken dagegen konnten bei nahezu allen Arten in erheblichem Maße gesteigert werden. Bemerkenswert ist der seit Mitte der 1990er Jahre stetige Anstieg der Strecken (und Populationen) bei Neozoen (= ‚Neubürgern‘) wie Waschbären und Marderhunden. Sie erweitern expansiv ihre Verbreitungsgebiete. Ihr Einfluss auf heimische Tierarten ist dagegen weitgehend ungeklärt. Es ist notwendig, diese Tierarten in Konzepte zum Wildtiermanagement in unseren Kulturlandschaften einzubeziehen.

Insgesamt wird eingeschätzt, dass durch einen bisher noch nicht da gewesenen Beutegreiferdruck sowohl in der Niederwildhege als auch im Artenschutz die gewünschten Erfolge nicht eingetreten und auch künftig nicht zu erwarten sind.

Die Fuchspopulationen steigen weiter an, Mechanismen einer Selbstregulation sind nicht erkennbar. Bei den Marderartigen ist trotz der steigenden, aber mehr zufälligen Erlegungen keine Beziehung zur Besatzentwicklung herstellbar – es ist jedoch von hohen Populationsdichten auszugehen. Bei allen Arten ist eine Kontrolle der Besatzentwicklung erforderlich.

Die Publikation kann gegen schriftliche Bestellung und Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten und adressierten Rückumschlages im Format DIN A 4 bei folgender Adresse: Landesforstanstalt Eberswalde, Alfred-Möller-Straße 1, 16225 Eberswalde kostenlos bezogen werden.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Bundesland Brandenburg.

26. Februar 2004

Landvolk: Trittin betreibt Etikettenschwindel

Themen: Archiv — info @ 16:02

Gesetzentwurf zum vorbeugenden Hochwasserschutz stößt auf massive Kritik

Hannover (agrar.de) – Auf massive Kritik ist beim Landvolk Niedersachsen der Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zur ‚Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes‘ gestoßen. Dem Bundesumweltministerium gehe es in dem Gesetz gar nicht um Wasser- oder Bodenschutz, sondern um Naturschutz. Ziel sei es offensichtlich, die landwirtschaftliche Nutzung aus den Niederungsgebieten für Zwecke des Naturschutzes zu verdrängen, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. Dagegen schlägt das Landvolk die Bereitstellung großer Rückhalteflächen vor, dies sei die einzig wirksame Maßnahme der Schadensminderung. Das habe auch das Elbehochwasser im Jahr 2002 gezeigt.

Kernstück der von Minister Trittin geplanten Neuregelung ist die verbindliche Verpflichtung der Länder, innerhalb von fünf Jahren Überschwemmungsgebiete mit Karte und Verordnungstext auszuweisen. Dazu gehören alle Flächen, in denen einmal alle 100 Jahre ein Hochwasser zu erwarten ist. Nach dem Willen des Bundesumweltministeriums soll ab 2013 in den Überschwemmungsgebieten der Ackerbau verboten sein. Damit würden schätzungsweise rund 900.000 Hektar aus der Pflanzenproduktion herausgenommen. Nach Auffassung des Landvolks rechtfertigt ‚diese rigorose Gangart‘ in keinem Fall derartig großflächige, maßlose Nutzungsbeschränkungen. Dies sei ein klarer Verstoß gegen das rechtsstaatliche Übermaßverbot, zumal der Gesetzentwurf keine Entschädigungszahlungen vorsehe. Unbrauchbar sei ferner die Variante, durch Landesrecht in Einzelfällen Ausnahmen zuzulassen.

In Niedersachsen hat sich die Landesregierung – ebenso wie das Landvolk – gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Vielmehr soll die ohnehin laufende Festsetzung von Überschwemmungsgebieten fortgeführt werden, in denen schon jetzt der Umbruch von Grünland genehmigungspflichtig ist. Ob der Gesetzentwurf in der Trittinschen Fassung von der Regierung beschlossen wird, ist noch offen. Beim Landvolk wird allerdings ‚mit dem Schlimmsten gerechnet‘, wobei der Gesetzentwurf den Begriff der Vorsorge zur Unkenntlichkeit ‚pervertiert‘. Anstelle solcher Fundamentaldebatten seien konkrete Maßnahmen der Gefahrenabwehr, gestützt auf fachlich fundierte Konzepte, gefordert. Hier werde die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten, betont das Landvolk in einer Presseverlautbarung.

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DBV zur Gentechnik: Kein Erprobungsanbau ohne Haftungsausschluss

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt,Verbände — info @ 16:02

Verband fordert Nachbesserung bei Haftung für Grüne Gentechnik

Berlin (agrar.de) – Als praxisuntauglich und stark verbesserungswürdig bewertete der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, den deutschen Gesetzentwurf zur Grünen Gentechnik vor Agrarjournalisten in Berlin. Eine klare Absage erteilte Born der vorgesehenen Haftungsregelung. Würde der Bundesrat den Vorschlägen der Bundesregierung zustimmen, seien Landwirte unabhängig von der Einhaltung aller Anforderungen der guten fachlichen Praxis für eventuelle Einträge durch gentechnisch veränderte Pflanzen auf benachbarte Ackerschläge schadensersatzpflichtig. ‚Wird das Gesetz nicht geändert, muss man den Landwirten vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen abraten‘, so Born.

Ebenso ungeeignet sei das Gesetz dazu, das Nebeneinander von Landwirtschaft mit oder ohne Verwendung von Gentechnik – die so genannte Koexistenz – zu regeln. Stattdessen verhindere der Gesetzentwurf jegliche Koexistenz. Hinzu komme, so die Kritik des DBV-Generalsekretärs, dass es die Bundesregierung versäumt habe, anhand eines Erprobungsanbaus die notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen zur Formulierung des Gesetzes zu schaffen. Umso wichtiger sei es jetzt, dass die vom DBV seit Jahren erhobene Forderung nach einem transparenten Erprobungsanbau unter Einbeziehung aller betroffenen Kreise endlich umgesetzt werde.

Gleichzeitig rate der DBV Landwirten aber nur dann an einem Versuchsanbau von Saat- und Pflanzgutunternehmen teil zu nehmen, wenn eine vom DBV erarbeitete Erklärung zur Haftungsfreistellung zugunsten der Landwirte unterschrieben werde. Keinesfalls dürfe zugelassen werden, so der DBV-Generalsekretär, dass auch beim Erprobungsanbau die Haftung für eventuelle Verunreinigungen benachbarter Ackerschläge mit gentechnisch veränderten Organismen auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werde.

Angesichts der strittigen Diskussion über Koexistenz und Haftung bergen die nach wie vor fehlenden EU-Schwellenwerte für Saatgut weitere potentielle Risiken für Landwirte, warnte Born. Daher empfiehlt der DBV den Landwirten, beim Saatgutkauf zusätzliche Erklärungen des Verkäufers einzufordern. Nur über derartige Zusatzerklärungen könne erreicht werden, dass der Verkäufer dafür einzustehen hat, dass sein geliefertes Saatgut frei von gentechnisch veränderten Organismen ist und dass abweichend von den ‚Allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen Saatgut‘ eine Gewährleistung beziehungsweise Haftung für gentechnisch verunreinigtes Saatgut beim Kauf erreicht wird. Dies ist nach Ansicht des DBV-Generalsekretärs unverzichtbar, da das Bundeskartellamt 2003 gegen den Widerstand des DBV Allgemeine Verkaufs- und Lieferungsbedingungen für Saatgut genehmigt hatte, in denen die Verwender ausdrücklich darauf verweisen, dass das zufällige Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen nicht völlig auszuschließen ist und somit das gelieferte Saatgut nicht frei von jeglichen Spuren von Gentechnik sein kann.

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EU-Rinderhalter stocken immer mehr Tiere ab

Themen: Archiv — info @ 16:02

Seit 1994 rund 7,4 Prozent weniger Rinder – Deutsche Herden schrumpften stark

Hannover (agrar.de) – In der EU werden immer weniger Rinder gehalten. Seit 1995 haben die europäischen Rinderhalter ihre Herden kontinuierlich abgestockt, berichtet der Landvolk-Pressedienst in Hannover nach einer aktuellen Statistik von Eurostat.

1994 zählten die Statistiker noch insgesamt 84,52 Millionen Rinder in der EU. Bis 1995 wuchs der Bestand um 0,63 Prozent auf 85,05 Millionen Tiere, im Jahr darauf stockten die EU-Landwirte ihre Herden um fast den gleichen Prozentsatz auf 84,54 Millionen Tiere wieder ab. 1997 trennten sich die Halter sogar von insgesamt 1,23 Millionen Tieren, der Bestand sank auf 83,50 Millionen Rinder. 1998 wurden in der EU 82,78 Millionen und 1999 noch 82,59 Millionen Rindviecher gehalten. Den bisher stärksten Einschnitt registrierten die Statistiker für 2000, als die Rinderhalter ihre Herden um 2,56 Millionen Tiere oder 3,1 Prozent auf 80,03 Millionen Rinder abstockten. 2001 wurden in der EU noch 79,79 Millionen Rinder gehalten, ein Jahr später waren es 78,28 Millionen Tiere. Seit 1984 haben die Landwirte in der EU ihre Rinderherden damit um insgesamt 6,24 Millionen Rinder oder 7,4 Prozent reduziert. Am häufigsten trennten sie sich dabei offensichtlich von ihren Milchkühen, deren Bestand seit 1994 um insgesamt 3,5 Millio-nen Tiere oder 15,4 Prozent auf 19,5 Millionen Tiere sank.

In allen Ländern außer Griechenland, Spanien und Portugal reduzierten die Landwirte ihre Rinderherden. So reagierten die Landwirte zum einen auf schlechter werdende Marktperspektiven und trennten sich an vielen Standorten von unrentabel werdenden Betriebszweigen wie etwa der Bullenmast. Zum anderen machte der züchterische Fortschritt, zum Beispiel in der Milchproduktion, eine Verkleinerung der Herden möglich. Zudem gaben viele Berufskollegen im Zuge des Strukturwandels die Tierhaltung ganz auf.

Den stärksten Bestandsabbau registrierten die Statistiker für die Niederlande, wo die Landwirte ihre Herden seit 1984 um 17,6 Prozent auf 3,78 Millionen Rinder verkleinerten. Die Dänen stockten um 16,4 Prozent auf 1,74 Millionen Rinder und die Finnen um 14,6 Prozent auf 1,01 Millionen Rinder ab. Doch auch die deutschen Landwirte haben ihre Rinderherden seit 1984 überproportional stark abgestockt, und zwar um rund 14 Prozent. Allein die Zahl der Milchkühe sank um 17,1 Prozent auf knapp 4,4 Millionen Tiere.

Trotz dieses Schrumpfungsprozesses bleibt Deutschland mit 13,7 Millionen Rindern im EU-Vergleich der zweitgrößte Rinderhalter. Spitzenreiter Frankreich hat seine Rinderherden dagegen kaum verkleinert, mit 19,7 Millionen Rindern in 2002 zählten die Statistiker nur 3,8 Prozent weniger als 1984. Entgegen dem Trend haben die spanischen Landwirte ihre Rinderherden seit 1994 vergrößert, und zwar um rund 20 Prozent auf 6,28 Millionen Rinder.

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DBN lehnt Gentechnik ab

Themen: Archiv — info @ 16:02

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bundesverband der Landwirte im Nebenberuf (DBN) lehnt den großflächigen Anbau mit Gentechnik ab. Es seien nicht die Gene, die Probleme bei Pflanzenkrankheiten, Haltungsproblemen in der Tierzucht und Grenzen im Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bereiteten, heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes, sondern es sei die Produktionsform, die problematisch sei. Eine bäuerliche Landwirtschaft sollte von einer naturnahen und artgerechten landwirtschaftlichen Produktion geprägt sein. Das schließt nach Auffassung des DBN einen Einsatz von Gentechnik aus.

Neben den ethischen und biochemischen Fragen, gebe es auch wirtschaftliche Gründe, um die Gentechnik abzulehnen. Hierbei seien die Abhängigkeit des Landwirts von der Gentechnik zu nennen und die nicht kontrollierbare Verbreitung von Genen manipulierter Sorten auf andere Anbauflächen. Ein besonderes Problem dabei sei der Ökolandbau. Hier würde ein benachbarter Anbau gentechnisch veränderter Sorten einen verheerenden Schaden anrichten.

Eine Kennzeichnungspflicht und Aufklärung der Verbraucher allein reichten nicht, um hier nicht in eine zauberlehrlingshafte Situation zu geraten. Der DBN ruft daher die Bäuerinnen und Bauern zu regionalen Initiativen auf, sich freiwillig zu einer gentechnikfreien Region zusammenzuschließen.

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Heiderich: Künast soll BT-Mais-Zulassung für öffentliches Anbau-Programm nutzen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 14:02

Ankündigungen aus dem Jahr 2000 umsetzen

Berlin (agrar.de) – Zur Genehmigung des Bundessortenamtes zum Anbau von sechs BT-Mais-Sorten erklärt der Bio- und Gentechnik-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Die Zulassung von 25,5 Tonnen gentechnisch verbesserter Maissorten durch das Bundessortenamt ist die beste Gelegenheit, den seit dem Jahr 2000 überfälligen Probeanbau in Deutschland durchzuführen.

Bundesministerin Künast ist jetzt gefordert, gemeinsam mit den Bundesländern dafür zu sorgen, dass rund 1.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, die mit diesem Saatgut bestellt werden können, unverzüglich für ein solches Programm bereitgestellt werden.

Es ist durchaus auch denkbar, dafür Anbauflächen der Forschungsanstalten, der Hochschulen, der Sortenprüfung oder staatlicher Domänen mit einzusetzen.

Aber auch Landwirte, die sich freiwillig an einem solchen Programm beteiligen wollen.

Kanzler Schröder hatte bereits zur Expo 2000 einen Probeanbau auf zehntausend Hektar angekündigt, dies aber nie umgesetzt.

Ebenso muss Bundesministerin Künast eindeutig den erneuten Verunsicherungskampagnen von Greenpeace entgegentreten, die mit völlig haltlosen Behauptungen die Fakten auf den Kopf stellen.

Gerade für die Koexistenz-Regelungen des neuen Gentechnikgesetzes sind praktische Erfahrungen aus Deutschland dringend notwendig. Deshalb muss Bundesministerin Künast jetzt von sich aus aktiv werden und diese Gelegenheit zügig nutzen.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

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