14. Januar 2004

Goldmann: Bundesregierung kann Vorwurf der BSE-Schlampereien nicht widerlegen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (agrar.de) – Zu dem von der FDP-Bundestagsfraktion beantragten Bericht der Bundesregierung im Verbraucherausschuss über Schlampereien bei BSE im Künast-Ministerium erklärt der agrar- und ernährungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Staatssekretär Berninger konnte in der heutigen Sitzung im Verbraucherausschuss die von der FDP erhobenen Vorwürfe von Schlampereien bei BSE im Künast-Ministerium nicht widerlegen. Das Verbraucherministerium hat nicht rechtzeitig die notwendigen Konsequenzen aus den zahlreichen Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten in der HIT-Rinderdatenbank gezogen. Die seit langem bekannten Fehler wurden von der Bundesregierung nicht zum Anlass genommen, rechtzeitig Abhilfe zu schaffen. Ministerin Künast ist eindeutig ihrer Aufsichtspflicht gegenüber den Ländern nicht nachgekommen. Sie wird ihren eigenen Ansprüchen einer vorsorgenden Verbraucherpolitik nicht gerecht.

Die lückenlose Aufklärung der Vorwürfe und eine Bestrafung der Täter ist erforderlich. Nur wenn die ‚Schwarzen Schafe‘ aus dem Verkehr gezogen werden, kann weiterer Schaden von der Landwirtschaft und den Verbrauchern abgewendet werden. Die großen Anstrengungen der Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Länder dürfen nicht durch weitere Schlampereien im Hause Künast in Verruf gebracht werden.‘

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Auktionsergebnisse der Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 12:01

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG wurden von insgesamt 610 angebotenen Schweinen 610 Schweine verkauft, davon 610 Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,18 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,17 Euro bis 1,18 Euro zur Lieferung am Anfang der kommenden Woche.

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Backhaus: Geplante Regeln zum Anbau gentechnisch veränderten Pflanzen nicht ausreichend

Themen: Archiv — info @ 11:01

Schwerin (agrar.de) – Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) kritisiert die von Bundesministerin Renate Künast geplanten Regeln zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Frage der Haftung als nicht ausreichend. ‚Die mir vorliegenden Ergebnisse der Ressortabstimmung der Bundesregierung gehen nicht weit genug. Koexistenz und Haftungsregeln werden zwar als entscheidende Voraussetzungen für den praktischen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen angesehen, die Haftungsregeln sind jedoch so formuliert, dass der praktische Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht in Erwägung gezogen werden kann‘, sagt Minister Backhaus. Der vielzitierte ‚Krieg in den Dörfern‘ sei so vorprogrammiert. Fragen der Haftung müssen geregelt werden, wenn eine Kennzeichnungspflicht aufgrund einer ungewollten Kontamination notwendig wird. ‚Neben dem Landwirt, der diese Technologie nutzt, sehe ich auch die Industrie in der Verantwortung‘, sagt der Landwirtschaftsminister.

Die Landesregierung fördert seit Jahren den verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik als einen Zweig der Biotechnologie und unterstützt deshalb mehrere zukunftsweisende Projekte, u.a. das Kompetenzzentrum für biogene Ressourcen in Groß Lüsewitz (Landkreis Bad Doberan). Die Rechtssicherheit des Neben- und Miteinanders von konventionellem Ackerbau ohne Gentechnik, konventionellem Ackerbau unter Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und ökologischem Anbau ohne Verwendung von Gentechnik müsse jedoch unbedingt gegeben sein. ‚Es ist die Aufgabe des Gesetzgebers dies sicher zu stellen‘, fordert Minister Backhaus.

Die Kardinalfrage in Deutschland dürfe nicht lauten, ob die modernen Pflanzenbiotechnologien hierzulande eine Zukunft haben sollen. ‚Erörtert werden muss vielmehr, wie der Gesetzgeber sicherstellen kann, dass Innovationspotenziale zum bestmöglichen Nutzen verfügbar werden, und dass Wahlfreiheit der Landwirte und der Verbraucher realisiert werden kann‘, so Minister Backhaus. Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Gesundheit oder der Umwelt durch gentechnisch veränderte Produkte oder Pflanzen müssen nach umfangreicher Prüfung und dem Stand der Wissenschaft ausgeschlossen werden. Dies sei Aufgabe der Bundesbehörden.

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WLV zur EU-Agrarreform: Verlust von Marktanteilen droht

Themen: Archiv — info @ 10:01

Möllers: Alle Spielräume der EU-Agrarreform bei nationaler Umsetzung zur Einkommenssicherung nutzen – Derzeitige Umsetzungsbeschlüsse lassen Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe außer Acht

Münster (agrar.de) – ‚Deutschland gehört bislang zu den größten und erfolgreichsten EU-Agrarproduzenten. Diese Position gilt es durch eine entsprechende nationale Agarpolitik zu behaupten. Doch die derzeitigen nationalen Beschlüsse zur Umsetzung der EU-Agrarreform lassen das Gegenteil befürchten.‘ Das sagte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers, im Rahmen des Havichhorster Presseabends am vergangenen Donnerstag in Münster-Handorf.

Während die wichtigsten Wettbewerber wie Frankreich, Holland oder Spanien alle Spielräume der Agrarreform zum Wohle ihrer Landwirte nutzten und dabei Wettbewerbsfähigkeit und Einkommenssicherung im Blick hätten, habe NRW-Landirtschaftsministerin Bärbel Höhn zugestimmt, dass ab dem Jahr 2005 alle Direktzahlungen für Tiere, Milch und Ackerflächen von der Erzeugung entkoppelt und nach einem gewissen Zeitraum auf alle landwirtschaftlich genutzten Flächen gleichermaßen verteilt werden. Durch die von Ministerin Höhn mitgetragene Entscheidung, ein sogenanntes Kombimodell einzuführen, drohten den Ackerbauern, Bullenmästern, Milchvieh- sowie Mutterkuhhaltern in Westfalen-Lippe aufgrund massiver Umverteilungen von Geldern drastische Einkommenseinbußen sowie der Verlust von Marktanteilen.

‚Noch ist es möglich, gemeinsam eine vernünftige Lösung zu finden, die unseren Betrieben einigermaßen gerecht wird‘, so Präsident Möllers. Dazu sei es im Rahmen der nationalen Umsetzung der Agrarreform notwendig, die Direktzahlungen den aktiven Bewirtschaftern zugute kommen zu lassen. Auch dürfe es in einzelnen Produktionsbereichen keine unvertretbaren Einbußen geben. Der Wettbewerb zu anderen Mitgliedstaaten und die Rentabilität insbesondere der Milchviehbetriebe verbiete darüber hinaus eine Regionalisierung der Tier- und Milchprämien.

Gerade auch angesichts der förmlich abgestürzten Unternehmensergebnisse der westfälisch-lippischen Landwirtschaft – um fast 40 Prozent im Mittel aller Haupterwerbsbetriebe – im Wirtschaftsjahr 2002/2003 hätten die politisch Verantwortlichen in Berlin und Düsseldorf die Verpflichtung, sich bei der Ausgestaltung des sich abzeichnenden Modells für die künftige Gewährung der Ausgleichzahlungen die Sorgen vieler Milchviehbauern und Bullenmäster, aber auch von Getreideerzeugern zu eigen zu machen, betonte Möllers. Zumal die derzeit äußerst bedrückende wirtschaftliche Lage nicht nur Folge des Marktes sei, sondern auch die Politik eine Mitverantwortung trage. Mit wettbewerbsverzerrenden Sonderwegen, die zusätzlich verschärfende kostentreibende Auflagen im Bereich Umweltschutz und Tierhaltung beinhalten, müsse Schluss sein und diese durch eine 1:1 Umsetzung von europäischen Richtlinien in deutsches Recht ersetzt werden, damit endlich vergleichbare Produktionsstandards mit den Mitbewerbern in Europa entstehen könnten.

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Rentenbank: Förderkredite mit zweistelligen Zuwachsraten

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 09:01

Zusagen für Sonderkredite um 22,3 Prozent gestiegen, mittel- und langfristige Förderkredite insgesamt 11,2 Prozent über Vorjahr

Frankfurt (agrar.de) – Die Förderkredite der Landwirtschaftliche Rentenbank waren 2003 erneut durch eine sehr lebhafte Nachfrage gekennzeichnet. Einen überdurchschnittlichen Zuwachs verzeichneten dabei die für spezielle Verwendungszwecke und besondere Hilfsmaßnahmen angebotenen Sonder- und Programmkredite. Die Zusagen dieser besonders zinsgünstigen Förderkredite stiegen um 22,3 Prozent auf 1.868,3 Mio Euro (1.527,5). Weiter gesteigert werden konnten auch die für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum neu zugesagten allgemeinen Förderkredite. Sie wuchsen um 7,7 Prozent auf 4,2 Mrd Euro (3,9). Auf Liquiditätshilfen im Rahmen besonderer Hilfsmaßnahmen entfielen insgesamt 88,0 Mio Euro (90,2), davon 63,8 Mio Euro für dürregeschädigte Landwirte. Insgesamt erreichte das Zusagevolumen mittel- und langfristiger Förderkredite für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum im Berichtsjahr 6.020,0 Mio Euro (5.415,1) und lag damit um 11,2 Prozent über dem Vorjahr. Auf Grund des gestiegenen Fördergeschäftes erhöhte sich der Bestand mittel- und langfristiger Darlehen in der Bilanz um 4,8 Prozent (8,5) auf 30,7 Mrd Euro (29,3).

Die Bilanzsumme wuchs 2003 nach ersten Berechnungen um 3,9 Prozent (8,8) auf 66,8 Mrd Euro (64,3). Die Förderbank legt ihre Kredite grundsätzlich über andere Banken aus. Mit einem Anteil von 71,6 Prozent (72,4) bzw. 47,8 Mrd Euro (46,6) fallen dementsprechend die Forderungen an Kreditinstitute besonders ins Gewicht. Der Rückgang des Neugeschäftes verbriefter Refinanzierungen von 3,1 Mrd Euro auf 2,3 Mrd Euro verlangsamte die Wachstumsdynamik des Wertpapierbestandes. Mit 16,4 Mrd Euro (15,6) valutierte diese Bilanzposition Ende 2003 um 5,1 Prozent (5,4) über dem Niveau des Vorjahres.

Zur Finanzierung ihres Aktivgeschäftes nahm die Förderbank im Berichtsjahr 9,8 Mrd Euro (10,5) mittel- und langfristige Mittel neu auf. Einschließlich der geldmarktnahen und der kurzfristigen Refinanzierungsmittel erreichten die neu aufgenommenen Fremdmittel insgesamt 33,7 Mrd Euro (26,5). Davon entfielen 8,6 Mrd Euro (7,9) auf Emissionen im Rahmen des Euro-Medium-Term-Note-Programms (EMTN). 21,8 Mrd Euro (15,2) betrafen das Euro-Commercial-Paper-Programm (ECP). Durch Emission von SEC-registrierten Globalanleihen über 2,25 Mrd US-Dollar konnten Refinanzierungsmittel in Höhe von 2,1 Mrd Euro (2,4) aufgenommen werden. Am Jahresultimo beliefen sich die mittel- und langfristigen Fremdmittel in der Bilanz auf insgesamt 48,1 Mrd Euro (44,2). Die verbrieften Verbindlichkeiten stiegen um 11,0 Prozent (11,4) auf 43,5 Mrd Euro (39,2).

Günstige Refinanzierungsbedingungen an den nationalen und internationalen Finanzmärkten, ein straffes Kostenmanagement sowie das höhere Kreditvolumen wirkten sich auch im Geschäftsjahr 2003 günstig auf die Kosten- und Ertragsentwicklung aus und ermöglichten damit die Steigerung des Fördervolumens. Mit 17,8 Prozent (19,4) konnte die Cost-Income-Ratio abermals verbessert werden. Der Zinsüberschuss stieg um 10,1 Prozent auf 195,3 Mio Euro (177,4). Nach Abzug der Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 35,1 Mio Euro (34,4) erwartet der Vorstand auf dieser Basis für das Geschäftsjahr 2003 ein Betriebsergebnis (vor Risikovorsorge und Bewertungsergebnis) von 161,7 Mio Euro (143,1). Der Jahresüberschuss wird danach 36,0 Mio Euro (35,0) betragen. 27,0 Mio Euro (26,3) sollen davon in die offenen Rücklagen eingestellt werden. Um weitere 85,0 Mio Euro werden die haftenden Mittel durch Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken verstärkt.

Das haftende Eigenkapital wird in der Bilanz 2003 voraussichtlich mit 2.314,1 Mio Euro (2 130,8) ausgewiesen. Dieser Betrag enthält neben dem Grundkapital von 135,0 Mio Euro, den offenen Rücklagen von 566,2 Mio Euro (539,2) und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 710,0 Mio Euro (625,0) nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von 902,9 Mio Euro (831,6). Sowohl die Kernkapitalquote als auch die Gesamteigenkapitalquote liegen mit 9,8 Prozent (9,2) bzw. 15,2 Prozent (14,3) deutlich über den bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen von 4 bzw. 8 Prozent.

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DBV: Gentechnikgesetz ist fundierter zu gestalten

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt,Verbände — info @ 09:01

Sonnleitner: Bundesweiter Erprobungsanbau notwendig

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat auf der Eröffnungspressekonferenz der Internationalen Grünen Woche in Berlin der Bundesregierung erneut vorgeschlagen, das angekündigte Gentechnikgesetz in seinen Verordnungen erst dann im Detail auszubauen, wenn praxisrelevante Erfahrungswerte nach einem bundesweiten Erprobungsanbau vorliegen. Ansonsten sieht Sonnleitner große Schwierigkeiten, die Koexistenz der Grünen Gentechnik für die Bauern befriedigend zu regeln. Nachdem die EU sich in dieser Frage gedrückt habe, dürften jetzt nicht unter dem Verweis auf das Haftungsrecht Unsicherheiten bei den Bauern zum Beispiel bei den Abstandsregelungen abgeladen werden.

Sonnleitner betonte, dass die Verbraucher derzeit skeptisch bis ablehnend gegenüber der Gentechnik eingestellt seien. Diese Verbraucherhaltung würde von den Bauern voll respektiert. Wenn der Kunde keine Gentechnik wünsche, würden die Bauern auch keine anwenden. Bundesregierung und Bundeslandwirtschaftsministerium hätten diese verfahrene Situation in Deutschland jedoch selbst verschuldet. Man habe über Jahre hinweg die weltweite und europäische Entwicklung nicht wahrhaben wollen. So habe sich weltweit der Anbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen auf 59 Millionen Hektar ausgebreitet, was dem Anderthalbfachen der Gesamtfläche Deutschlands entspricht. Ab April 2004 gelte die Kennzeichnung der Lebensmittel und man werde schnell erkennen, wie verbreitet die Anwendung der Grünen Gentechnik mittlerweile schon sei.

Für eine Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzensorten zum Anbau auf den heimischen Äckern sei die Koexistenzfrage in Deutschland zufriedenstellend zu regeln, forderte Sonnleitner. Dies sei bisher nicht geschehen. Seit drei Jahren würde der Bauernverband darauf drängen, durch einen transparenten und kontrollierten Erprobungsanbau bisher fehlende Erfahrungswerte in Deutschland zu sammeln. Wenn man gar nicht wisse, über welche Entfernung oder unter welchen Anbaubedingungen zum Beispiel Raps, Weizen oder Mais durch Pollenflug beeinflusst werde, könne man auch nicht in einem Gesetz oder in einer Verordnung das Nebeneinander von gentechnikfreier und gentechnikhaltiger Produktion regeln. Um diese Unsicherheit zu kaschieren, versuche die Bundesregierung nun offensichtlich, mit den im Gesetzentwurf vorgesehenen Haftungsregelungen einen ‚Sperrvermerk‘ gegen die Grüne Gentechnik zu erreichen. Denn mit der anvisierten gesamtschuldnerischen Haftung laufe jeder Landwirt Gefahr, für Vermarktungsprobleme seines Nachbarn gerade stehen zu müssen, obwohl er selbst die gute fachliche Praxis in der landwirtschaftlichen Produktion einhalten würde. ‚Dies ist für die Bauern schlicht und einfach nicht akzeptabel‘, erklärte Sonnleitner.

Kritik übte Sonnleitner an der Aufklärung und Information zur Grünen Gentechnik durch Behörden und Wirtschaft. Die Gentechnik-Diskussion werde nicht erst jetzt begonnen und müsse stets in vollem Bewusstsein der Verantwortung für die Verbraucher und die Umwelt geführt werden. Man müsse nicht nur über Risiken sprechen, sondern dem Verbraucher auch aufzeigen, welche Vorteile Gentechnik haben könne und dass gesundheitliche Schäden bisher nicht belegt seien. Es sei falsch, von vornherein sich die Option zu verbauen, mit der Grünen Gentechnik Produkte zu verbessern. Wenn die Lebensmittelprodukte einen echten Verbrauchernutzen beinhalteten, etwa durch höherwertige Inhaltsstoffe, würde die Skepsis der Verbraucher sehr schnell umschlagen in eine entsprechende Nachfrage. Dies habe man bei der Roten Gentechnik erlebt, die die Bevölkerung voll akzeptiere.

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13. Januar 2004

Herbstbestellung in Thüringen: Wieder mehr Wintergetreide und Winterraps bestellt

Themen: Archiv — info @ 15:01

Erfurt (agrar.de) – Die Thüringer Landwirte bestellten im Herbst 2003 insgesamt 308.700 Hektar mit Wintergetreide. Das waren 31.100 Hektar bzw. 11 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit lag die Herbstaussaat nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wieder auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten sechs Jahre.

Die Entwicklung der einzelnen Kulturen zeigt sich nach Meldung der Ernte- und Betriebsberichterstatter differenziert. Winterweizen, das in Thüringen bedeutendste Wintergetreide, wurde auf 217.500 Hektar ausgesät. Das waren rund 19.600 Hektar bzw. 9,9 Prozent mehr als im Herbst 2002. Auf 61.900 Hektar wurde Wintergerste bestellt. Damit gab es gegenüber dem Jahr 2002 ein Zuwachs um rund 9.900 Hektar bzw. 19 Prozent.

Innerhalb eines Jahres wurde der Anbau von Winterroggen um 29 Prozent auf 11.600 Hektar ausgedehnt. Durch den Wegfall der Interventionsgelder wurde im Jahr 2003 der durchschnittliche Anbauumfang der letzten sechs Jahre von 15.600 Hektar nicht mehr erreicht (- 26 Prozent).

Bei Triticale, eine resistente Kreuzung zwischen Weizen und Roggen, ist die Entwicklung weiterhin rückläufig. Im Herbst 2003 wurden 16.700 Hektar ausgedrillt. Das waren 3 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Weiter ausgebaut wurden die Anbauflächen vom Winterraps (einschließlich nachwachsender Rohstoffe). Erste Hochrechnungen weisen eine Flächenausdehnung um 7.300 Hektar auf 107.900 Hektar gegenüber dem Herbst 2002 aus.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

BDP: Pflanzenzüchter begrüßen Kurskorrektur in der Grünen Gentechnik

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt,Verbände — info @ 14:01

Bonn (agrar.de) – Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) begrüßt die Ankündigungen von Ministerin Künast, die Blockade der Grünen Gentechnik aufzuheben und dieser Zukunftstechnologie eine Chance zu geben. Ihre Aussagen sind ein Schritt von der Theorie in die Praxis.

‚Wir hoffen nun, dass es mit dieser Zukunftstechnologie in Deutschland weitergehen kann‘, kommentiert Dr. Ferdinand Schmitz, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter, die Äußerungen von Ministerin Künast in der heutigen Ausgabe der ‚Berliner Zeitung‘. Seiner Auffassung nach werde es demnächst zum Anbau von gentechnisch veränderten Sorten in Europa kommen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Aufhebung des seit 1998 bestehenden de facto-Moratoriums der EU-Kommission.

Mit Hilfe des geplanten Erprobungsanbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen in Sachsen-Anhalt ließen sich zahlreiche Fragen der Koexistenz, also dem Nebeneinander verschiedener Anbausysteme, klären. In Zusammenarbeit mit den Landwirten würden gemeinsame Erfahrungen gesammelt und auch der interessierten Öffentlichkeit Möglichkeiten eröffnet, sich mit dieser Zukunftstechnologie vertraut zu machen. ‚Die deutschen Pflanzenzüchter fordern die Landesregierungen und die Bundesregierung auf, dieses Projekt aktiv zu unterstützen‘, erklärt Dr. Schmitz.

In der Verbändeanhörung zum Entwurf des novellierten Gentechnikgesetzes werde man darauf achten, dass die Förderung der Grünen Gentechnik Ziel des Gesetzes bleibe, damit die zahlreichen Forschungsprojekte erfolgreich abgeschlossen und neue angegangen werden können. Entscheidend sei auch, dass das neue Gentechnikgesetz keine Haftungsregelungen enthalte, die für die Anbauer von gentechnisch veränderten Sorten einseitig belastend und damit unverhältnismäßig seien, gab der BDP-Geschäftsführer abschließend zu bedenken.

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WWF und NABU kritisieren deutsche Halbherzigkeit bei Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bonn/Frankfurt (agrar.de) – Im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin haben die Umweltverbände NABU und WWF an die Agrarpolitiker in Bund und Ländern appelliert, die Handlungsspielräume der EU-Agrarreform in Deutschland konsequenter zu nutzen. ‚Sämtliche Agrarzahlungen müssen zukünftig an ökologische Mindeststandards geknüpft werden, die diesen Titel auch verdient haben‘, sagte WWF-Agrarreferentin Imke Lübbeke. So sollten Landwirte, die nicht ein Mindestmaß an Erosionsschutz gewährleisteten, keine Subventionen mehr bekommen.

Die Bundesregierung habe jedoch einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Agrarreform vorgelegt, der die Vorgaben der EU in umweltrelevanten Bereichen wie Bodenerosion, Humusanteil und Mindestbewirtschaftung von Flächen weitgehend ignoriere. Nach Auffassung von NABU und WWF sei der Gesetzentwurf der Bundesregierung aus Natur- und Umweltschutzsicht unzureichend und rechtfertige nicht die jährlichen Agrarsubventionen in Höhe von fünf Milliarden Euro.

‚Dem Steuerzahler ist nicht zu vermitteln, dass Landwirte in Zukunft bis zu 300 Euro pro Hektar erhalten, wenn sie lediglich einmal im Jahr ihre Flächen häckseln und dann den Aufwuchs auf der Fläche verrotten lassen‘, so NABU-Agrarreferent Florian Schöne. Auf diese Weise könnte großflächig ökologisch wertvolles Acker- und Grünland mit seinen Pflanzengesellschaften verloren gehen.

Für NABU und WWF müssten drei Kernforderungen erfüllt sein, um Gefahren für den Naturhaushalt zu verringern: Neben dem regelmäßigen Mähen der Acker- und Grünlandflächen und dem Abfahren des Mähgutes müsste der Erhalt von Landschaftselementen wie Hecken und Feldrainen sichergestellt werden. Zu diesem Zweck seien alle Saumbiotope bei der Berechnung der Flächenprämien zu berücksichtigen. Zur Erosionsminderung müsse schließlich eine ganzjährige Bodenbedeckung von gefährdeten Standorten vorgeschrieben werden. ‚Der Gesetzentwurf der Bundesregierung muss in den kommenden Wochen nachgebessert werden, damit die EU-Agrarreform auch aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes zu Fortschritten führt‘, so NABU und WWF.

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Rinderbestand sinkt weiter

Themen: Archiv — info @ 13:01

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es im November 2003 in den Ställen der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland 13,3 Mill. Rinder, darunter 4,3 Mill. Milchkühe, sowie 26,5 Mill. Schweine, darunter 10,4 Mill. Mastschweine. Dies zeigen vorläufige Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung über die Viehbestände an Rindern und Schweinen in landwirtschaftlichen Betrieben zum Stichtag 3. November 2003.

Der Rinderbestand verringerte sich gegenüber November 2002 um 383.000 Tiere oder 2,8 Prozent. Damit setzt sich der seit 1990 mit zwei Ausnahmen (Dezember 1994 und Mai 2001) anhaltende Rückgang des Rinderbestandes fort. Deutlich ging im Zeitraum von November 2002 bis November 2003 die Zahl der Tiere in den Kategorien ‚weibliche Schlacht-, Nutz- und Zuchttiere‘ (- 131.000 Tiere oder – 4,3 Prozent) und ‚Jungvieh‘ (- 100.000 Tiere oder – 4,6 Prozent) zurück.

Der Schweinebestand vergrößerte sich binnen eines Jahres um 246.000 Tiere (+ 0,9 Prozent); insbesondere nahm die Zahl der Jungschweine seit November 2002 um 197.000 Tiere (+ 3 Prozent) zu.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

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