Zusagen für Sonderkredite um 22,3 Prozent gestiegen, mittel- und langfristige Förderkredite insgesamt 11,2 Prozent über Vorjahr
Frankfurt (agrar.de) – Die Förderkredite der Landwirtschaftliche Rentenbank waren 2003 erneut durch eine sehr lebhafte Nachfrage gekennzeichnet. Einen überdurchschnittlichen Zuwachs verzeichneten dabei die für spezielle Verwendungszwecke und besondere Hilfsmaßnahmen angebotenen Sonder- und Programmkredite. Die Zusagen dieser besonders zinsgünstigen Förderkredite stiegen um 22,3 Prozent auf 1.868,3 Mio Euro (1.527,5). Weiter gesteigert werden konnten auch die für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum neu zugesagten allgemeinen Förderkredite. Sie wuchsen um 7,7 Prozent auf 4,2 Mrd Euro (3,9). Auf Liquiditätshilfen im Rahmen besonderer Hilfsmaßnahmen entfielen insgesamt 88,0 Mio Euro (90,2), davon 63,8 Mio Euro für dürregeschädigte Landwirte. Insgesamt erreichte das Zusagevolumen mittel- und langfristiger Förderkredite für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum im Berichtsjahr 6.020,0 Mio Euro (5.415,1) und lag damit um 11,2 Prozent über dem Vorjahr. Auf Grund des gestiegenen Fördergeschäftes erhöhte sich der Bestand mittel- und langfristiger Darlehen in der Bilanz um 4,8 Prozent (8,5) auf 30,7 Mrd Euro (29,3).
Die Bilanzsumme wuchs 2003 nach ersten Berechnungen um 3,9 Prozent (8,8) auf 66,8 Mrd Euro (64,3). Die Förderbank legt ihre Kredite grundsätzlich über andere Banken aus. Mit einem Anteil von 71,6 Prozent (72,4) bzw. 47,8 Mrd Euro (46,6) fallen dementsprechend die Forderungen an Kreditinstitute besonders ins Gewicht. Der Rückgang des Neugeschäftes verbriefter Refinanzierungen von 3,1 Mrd Euro auf 2,3 Mrd Euro verlangsamte die Wachstumsdynamik des Wertpapierbestandes. Mit 16,4 Mrd Euro (15,6) valutierte diese Bilanzposition Ende 2003 um 5,1 Prozent (5,4) über dem Niveau des Vorjahres.
Zur Finanzierung ihres Aktivgeschäftes nahm die Förderbank im Berichtsjahr 9,8 Mrd Euro (10,5) mittel- und langfristige Mittel neu auf. Einschließlich der geldmarktnahen und der kurzfristigen Refinanzierungsmittel erreichten die neu aufgenommenen Fremdmittel insgesamt 33,7 Mrd Euro (26,5). Davon entfielen 8,6 Mrd Euro (7,9) auf Emissionen im Rahmen des Euro-Medium-Term-Note-Programms (EMTN). 21,8 Mrd Euro (15,2) betrafen das Euro-Commercial-Paper-Programm (ECP). Durch Emission von SEC-registrierten Globalanleihen über 2,25 Mrd US-Dollar konnten Refinanzierungsmittel in Höhe von 2,1 Mrd Euro (2,4) aufgenommen werden. Am Jahresultimo beliefen sich die mittel- und langfristigen Fremdmittel in der Bilanz auf insgesamt 48,1 Mrd Euro (44,2). Die verbrieften Verbindlichkeiten stiegen um 11,0 Prozent (11,4) auf 43,5 Mrd Euro (39,2).
Günstige Refinanzierungsbedingungen an den nationalen und internationalen Finanzmärkten, ein straffes Kostenmanagement sowie das höhere Kreditvolumen wirkten sich auch im Geschäftsjahr 2003 günstig auf die Kosten- und Ertragsentwicklung aus und ermöglichten damit die Steigerung des Fördervolumens. Mit 17,8 Prozent (19,4) konnte die Cost-Income-Ratio abermals verbessert werden. Der Zinsüberschuss stieg um 10,1 Prozent auf 195,3 Mio Euro (177,4). Nach Abzug der Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 35,1 Mio Euro (34,4) erwartet der Vorstand auf dieser Basis für das Geschäftsjahr 2003 ein Betriebsergebnis (vor Risikovorsorge und Bewertungsergebnis) von 161,7 Mio Euro (143,1). Der Jahresüberschuss wird danach 36,0 Mio Euro (35,0) betragen. 27,0 Mio Euro (26,3) sollen davon in die offenen Rücklagen eingestellt werden. Um weitere 85,0 Mio Euro werden die haftenden Mittel durch Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken verstärkt.
Das haftende Eigenkapital wird in der Bilanz 2003 voraussichtlich mit 2.314,1 Mio Euro (2 130,8) ausgewiesen. Dieser Betrag enthält neben dem Grundkapital von 135,0 Mio Euro, den offenen Rücklagen von 566,2 Mio Euro (539,2) und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 710,0 Mio Euro (625,0) nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von 902,9 Mio Euro (831,6). Sowohl die Kernkapitalquote als auch die Gesamteigenkapitalquote liegen mit 9,8 Prozent (9,2) bzw. 15,2 Prozent (14,3) deutlich über den bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen von 4 bzw. 8 Prozent.
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