21. Januar 2004

Verbraucher Initiative wirft Fleischunternehmen Geheimniskrämerei vor

Themen: Archiv — info @ 16:01

Berlin (agrar.de) – Der Bundesverband Verbraucher Initiative hat ‚Geheimniskrämerei bei Fleischunternehmen‘ kritisiert. In einem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt befragte der Verband im vergangenen Jahr mehr als 200 deutsche Fleischhersteller nach der Produktqualität, der Arbeitssituation sowie dem Tier- und Umweltschutz in ihrer Produktion. Trotz aller Bemühungen und Nachfassaktionen seien nur 18 Unternehmen zur Beantwortung des kurzen Fragebogens bereit gewesen. Noch empörender aber sei, dass auch die Unternehmen, die geantwortet haben, nicht immer die Wahrheit gesagt hätten.

Durch zusätzliche Befragung von Betriebsräten und mit Unterstützung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) seien einige der eingegangenen Antworten auf ihre umfassende und korrekte Information hin geprüft worden. Dabei hätten sich solche Ungereimtheiten herausgestellt, dass erhebliche Zweifel an der Informationspolitik der Unternehmen geweckt worden seien. Für einen glaubwürdigen Einkaufsführer, der das ursprüngliche Ziel der Erhebung war, wolle der Verband die Angaben daher nicht nutzen.

‚Ein empörendes Ergebnis angesichts der Verantwortung der Branche und der aktuellen Skandale und der Vorgänge in der Vergangenheit, die eigentlich zu absoluter Offenheit dieser Unternehmen führen sollte‘, urteilte Volkmar Lübke, Vorstandsmitglied der Verbraucher Initiative bei der Vorstellung der Untersuchungsresultate.

Siegfried Leittretter, Referent für betrieblichen Arbeits- und Umweltschutz der Hans-Böckler-Stiftung, wertete die Projektergebnisse als einen deutlichen Hinweis darauf, dass man sich bei der Bewertung von Unternehmen nicht allein auf freiwillige Selbstauskünfte verlassen kann. ‚Eine unabhängige Überprüfung der Selbstauskünfte ist im Interesse eines umfassenden Verbraucherschutzes erforderlich, besser wäre zusätzlich eine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung von Daten, die für die Öffentlichkeit wichtig sind.‘

Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wies darauf hin, dass Arbeitnehmer und Betriebsräte wichtige Kompetenzen und Kenntnisse haben, die stärker genutzt werden müssten, um Produktqualität und Verantwortungsübernahme in der Produktion zu verbessern. Wenn Verbraucher häufiger von Verstößen gegen Arbeitsrechte in der Fleischbranche erführen, könnte auch dadurch ein heilsamer öffentlicher Druck entstehen.

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Fleischerzeugung in Sachsen

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 15:01

November – Monat der Hausschlachtungen

Dresden (agrar.de) – Im November 2003 wurden in Sachsen 5.500 Tonnen Fleisch aus gewerblichen und Hausschlachtungen erzeugt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind das 210 Tonnen (vier Prozent) weniger als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Insgesamt wurden im November 51.500 Tiere geschlachtet. Von der im November erbrachten Fleischmenge entfallen 78 Prozent auf Schweine- und 20 Prozent auf Rindfleisch. Der Anteil an Kalb-, Schaf-, Ziegen- und Pferdefleisch liegt bei zwei Prozent. Im November werden seit Jahren die meisten Hausschlachtungen durchgeführt. Im Berichtsmonat wurden 7.000 hausgeschlachtete Tiere abgerechnet. Gegenüber dem Vorjahr sind das 750 Tiere bzw. zehn Prozent weniger.

Im Berichtsmonat wurden 4.300 Rinder geschlachtet. Daraus resultiert eine Rindfleischmenge von 1.280 Tonnen. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 67 Tonnen (fünf Prozent). Unter den geschlachteten Rindern waren 1.500 Bullen und Ochsen, 2.100 Kühe und 700 Färsen. Lediglich bei Kühen ist zum Vorjahr ein Anstieg um 60 Tonnen bzw. elf Prozent zu verzeichnen. Unter den im November geschlachteten Rindern befanden sich 850 Hausschlachtungen. Das durchschnittliche gewerbliche Schlachtgewicht betrug 295 Kilogramm.

Die 430 im November geschlachteten Kälber erbrachten eine Kalbfleischmenge von 22 Tonnen. Das sind sieben Tonnen (23 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Die im Berichtsmonat erzeugten 4.100 Tonnen Schweinefleisch stammen aus 39.000 gewerblichen und 3.100 Hausschlachtungen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um rund 127 Tonnen (drei Prozent). Unter den geschlachteten Schweinen befanden sich 1.000 Spanferkel.

Außerdem wurden im Freistaat 89 Tonnen Schaffleisch durch die Schlachtung von 4.500 Schafen erzeugt. Im Vergleich zum November 2002 sind das rund 460 Tiere (neun Prozent) weniger. Unter den im November geschlachteten Schafen befanden sich 2.800 Hausschlachtungen. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 320 Tiere (zehn Prozent). Weiterhin wurden im Berichtsmonat 126 Ziegen und 33 Pferde geschlachtet. Gegenüber dem Vorjahr sind das elf Ziegen mehr und 38 Pferde weniger.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Schleswig-Holstein: Ammen- und Mutterkuhbestand weiter rückläufig

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 14:01

Kiel (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände am 3. November 2003 wurden in Schleswig-Holstein 1,22 Mill. Rinder und 1,40 Mill. Schweine in den landwirtschaftlichen Betrieben gehalten.

Wie das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein weiter mitteilte, war der Bestand an Rindern insgesamt um 1,5 Prozent oder 18.000 Tiere geringer als im November 2002. Mit 374.000 Tieren lag der Milchkuhbestand um 2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der für die Reproduktion des Rinderbestandes wichtigen Zucht- und Nutzfärsen (ab 1 Jahr alt) hingegen war um 3 Prozent geringer als vor Jahresfrist. Auch der Bestand an Kälbern und Jungrindern (unter 1 Jahr alt) nahm um 2 Prozent ab.

Die Zahl der Ammen- und Mutterkühe war um 19 Prozent auf 38.000 Tiere stark rückläufig. Diese Entwicklung zeigte sich bereits bei der Erhebung im Mai und ist auf eine Änderung in der Prämiengewährung für Ammen- und Mutterkühe zurückzuführen. Dagegen verringerte sich die Zahl der Schlachtrinder insgesamt (Bullen, Ochsen, Schlachtfärsen und Schlachtkühe, ab 1 Jahr alt) nur geringfügig um – 1 Prozent oder knapp 2.000 Tiere.

Der Gesamtbestand an Schweinen stieg verglichen mit den Novemberergebnissen des Vorjahres um gut 2 Prozent an. Während sich die Zahl der Mastschweine um 5.000 Tiere oder 1 Prozent geringfügig verringerte, nahm sowohl der Bestand an Zuchtsauen (um knapp 7 Prozent bzw. 8.000 Tiere) als auch die Zahl der Ferkel und Jungschweine unter 50 kg Lebendgewicht (um 4 Prozent bzw. 30.000 Tiere) deutlich zu.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Auktionsergebnisse Schweinebörse Nordwest

Themen: Handel,Schweine — info @ 14:01

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse Nordwest AG am Mittwoch, dem 10. Dezember wurden von insgesamt 610 angebotenen Schweinen 510 Schweine verkauft, davon 510 Schweine aus Deutschland zu einem Durchschnittspreis von 1,17 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,16 Euro bis 1,18 Euro zur Lieferung am Anfang der kommenden Woche.

Links zum Thema Schweine.

Dokumentation „Naturschutz (Aus-)Löser von Konflikten?“ erschienen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bonn (agrar.de) – Im Rahmen der internationalen Naturschutzpolitik kommt nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, der ‚Naturschutz-Friedenspolitik‘ eine besondere Bedeutung zu. ‚Naturschutzaktivitäten bieten sich aus mehreren Gründen als Basis für eine grenzüberschreitende Kooperation an‘, sagte Hartmut Vogtmann. ‚Naturschutz hat im internationalen Raum den Vorteil, dass er als wertvoll anerkannt wird und teilweise sogar als politisch unbelastet gilt. Es gibt kein Volk und keine Kultur, für die der Schutz der Natur keine besondere Bedeutung hat. Darüber hinaus sind in den vergangenen Jahrzehnten bei Vorhaben zum Natur- und Ressourcenschutz sehr vielfältige Erfahrungen bei der Umgestaltung von Konfliktsituationen gesammelt worden. Diese Erfahrungen helfen uns, Wege zu finden, die Nutzung von Ressourcen und den Zugang zu ihnen zu regeln,‘ so Vogtmann.

Was kann Naturschutz zur internationalen Außen- und Sicherheitspolitik beitragen? Ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutzbereich geeignet, die Sicherheit in einer Region zu festigen und Krisen vorzubeugen, oder wirkt Naturschutz eher als Auslöser von Konflikten? Wo liegen die Möglichkeiten, wo die Grenzen des Naturschutzes in der Lösung von Konflikten? Diesen Fragen widmete sich eine internationale Tagung des Bundesamtes für Naturschutz und der Heinrich Böll Stiftung in Berlin im November 2002, deren Dokumentation nun als BfN-Skript erschienen ist. Sie versammelt Beiträge von 20 internationalen Expertinnen und Experten und eine Fülle von Fallstudien, die von den ‚Friedensparken‘ des südlichen Afrika über das Konzept der Biosphärenreservate als Modellgebiete für nachhaltige Entwicklung bis zu der Rolle des Naturschutzes im Tourismus und bei Land- und Wasserkonflikten reichen. Die Teilnehmer der Tagung stimmten darin überein, dass eine effektive Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik anerkennen müsse, dass das Wohlergehen von Umwelt und Natur unerlässlich für die langfristige Sicherheit aller menschlichen Gesellschaften sei. Der Naturschutz wiederum erfahre, dass auch seine Aktivitäten – will er dauerhaft Erfolg haben – Wirkungen entfalten müssen, die über seine unmittelbaren Ziele hinaus gehen.

Die Dokumentation ist kostenfrei im Bundesamt für Naturschutz erhältlich und steht auch als Datei zum Download zur Verfügung.

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CDU/CSU: Künast-Entwurf verhindert Grüne Gentechnik in Deutschland

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 12:01

Wirkliche Koexistenz der verschiedenen Anbauweisen ermöglichen

Berlin (agrar.de) – Zur geplanten Novellierung des Gentechnikgesetzes erklärt der Beauftragte für Bio- und Gentechnik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Die Vorlage von Ministerin Künast würde zu einer Verhinderung der Grünen Gentechnik über die Hintertür führen, was von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht mitgetragen werden kann. Der Gesetzentwurf ist in dieser Art und Weise nicht akzeptabel. Die vorgesehenen Regelungen, insbesondere zur Haftung, sorgen für eine eindeutige Verunsicherung der Landwirtschaft.

So bringt die vorgesehene gesamtschuldnerische Haftung für jeden Landwirt ein so hohes wirtschaftliches Risiko, dass er auf einen Anbau eher verzichten wird, als sich diesem finanziellen Risiko auszusetzen. Diese Regelung ermöglicht zudem einen hohen Grad an Willkür und soll offensichtlich die Koexistenz von vornherein unmöglich machen.

Auch die Absicht, die Regeln der ‚Guten fachlichen Praxis‘, die die GVO anbauenden Landwirte einhalten müssen, im Wege der Verordnung ständig ändern zu können, trägt nicht zur Rechts- und Planungssicherheit für die Landwirte bei. Es geht auch nicht an, dass Bundesministerin Künast alle entscheidenden Details der Koexistenz am Parlament vorbei in Verordnungen regelt.

Im Übrigen sind die Regelungen so kompliziert und umfangreich, dass allein schon diese bürokratischen Hürden die Anwendung blockieren und bei den Landwirten zu erheblichen zusätzlichen Kosten führen würden. Im Ergebnis wird der Künast-Entwurf dem Verkauf importierter Gentechnik-Produkte den Weg ebnen, die Nutzung und Forschung dieser Technologie in Deutschland aber weiter erschweren.

Die Bundesregierung hat sich seit Jahren geweigert, die weltweite Verbreitung der GVO-Pflanzen wahrzunehmen und durch Probeanbauprogramme eigene Erfahrungen auf diesem Gebiet zu sammeln. Dadurch fehlen in Deutschland nun jegliche Erfahrungswerte im praktischen Umgang mit dem großflächigen Anbau von GVO-Pflanzen. Um spezifische Verordnungen wie Abstandsregelungen im Gentechnikgesetz festlegen zu können, ist ein vorgeschalteter bundesweiter Erprobungsanbau jedoch unvermeidlich und muss schleunigst realisiert werden.

Bei den Regelungen für den Laborbereich übernimmt Künast bemerkenswerter Weise jetzt die Initiativen der CDU/CSU, die sie vor einem Jahr noch abgelehnt hat, so beispielsweise bei der Vereinfachung der Arbeiten durch ein Anzeige- statt eines Anmeldeverfahrens. Das zeigt, dass die CDU/CSU auch dort die richtigen Argumente hatte.

Der Bundesregierung sollte klar sein, dass nur ein Gentechnikgesetz, das eine wirkliche Koexistenz der verschiedenen Anbauweisen ermöglicht, im Bundesrat akzeptiert werden wird.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Agrarpolitik.

Weitere Konzentration in der deutschen Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:01

Wiesbaden (agrar.de) – Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, hat heute in Berlin auf der Grünen Woche erste vorläufige Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2003 vorgestellt.

Über 420.000 Landwirte gaben Auskunft über die Produktionsstrukturen und -kapazitäten ihrer Betriebe sowie ihre wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse. Danach stellt sich die Situation der Landwirtschaft in Deutschland wie folgt dar:

– Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich unvermindert fort. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging seit 1999 um knapp 11 Prozent von 472.000 auf 421.400 Betriebe zurück. Dabei stieg die durchschnittliche Betriebsgröße von 36,3 auf 40,5 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche, obwohl sich zugleich die der Landwirtschaft insgesamt zur Verfügung stehende landwirtschaftlich genutzte Fläche um 95.500 ha (- 0,6 Prozent) auf rund 17 Mill. ha verringerte.

– Der Getreideanbau nimmt in der Fruchtfolge weiter zu, wobei Weizen mit einem Anteil am Ackerland von 25 Prozent die wichtigste Getreideart bleibt. Spätfröste beim Wintergetreide und Wassermangel im Erntejahr 2003 führten insbesondere bei Getreide und Ölsaaten zu deutlichen Ertragseinbußen von durchschnittlich 14 Prozent bis 26 Prozent gegenüber 1999.

– Die Nutztierhaltung in der Landwirtschaft ist weiter rückläufig. So ging die Zahl der viehhaltenden Betriebe um 15 Prozent zurück, eine höhere Quote als bei den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt (- 11 Prozent). Vor allem Betriebe mit kleineren Milchvieh-, Schweine- und Geflügelbeständen gaben die Produktion auf.

– Gleichzeitig setzt sich der Konzentrationsprozess bei den Tierbeständen weiter fort, da mit dem Rückgang der Betriebe nicht im gleichen Maße die Viehbestände sinken. Während bei Rindern und Schafen 9 Prozent bzw. 3 Prozent weniger Tiere gezählt wurden, nahmen die Schweinebestände leicht zu (+ 2 Prozent). Vor allem bei Mastschweinen steht inzwischen fast ein Viertel der Tiere in Beständen mit 1.000 Tieren und mehr.

Der Anteil der Betriebe mit ökologischem Landbau hat zugenommen:

– Von 1999 bis 2003 stieg die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Deutschland von 9.572 auf inzwischen über 13.700 Betriebe (+ 43 Prozent). Damit bewirtschafteten die ‚Öko-Betriebe‘ im Jahr 2003 eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 729.700 Hektar, das sind 49 Prozent mehr als 1999. 2003 betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen mehr als 4 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche insgesamt.

– Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg im Vergleich zu 1999 geringfügig um zwei Hektar auf 53,2 ha und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der Landwirtschaftsbetriebe insgesamt (40,5 ha).

– Im ökologischen Landbau hielten im Jahr 2003 mehr als 11.000 Betriebe landwirtschaftliche Nutztiere. Die Zahl der viehhaltenden Ökobetriebe ist somit von 1999 zu 2003 um knapp 50 Prozent gestiegen. Damit verbunden ist eine Zunahme der Tierzahlen um 43 Prozent bei Rindern und 28 Prozent bei Schweinen. Die Rinderhaltung bleibt der bedeutendste Produktionszweig der ökologischen Tierhaltung, auch wenn die durchschnittlichen Rinderbestände dieser Betriebe, inklusive Milchvieh, zurückgehen.

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Erwerbstätige arbeiteten 2003 durchschnittlich zwei Stunden mehr

Themen: Archiv — info @ 09:01

Wiesbaden (agrar.de) – Während die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2003 abgenommen hat (- 1,0 Prozent gegenüber 2002), sind die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im selben Zeitraum leicht um 0,1 Prozent gestiegen. Dies sind erste vorläufige Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die das Statistische Bundesamt gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit vorlegt.

Nach Berechnungen des IAB wurden im Jahr 2003 durchschnittlich 1.445 Arbeitsstunden von jedem Erwerbstätigen in Deutschland geleistet. Das waren zwei Stunden oder 0,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit kam es im Jahr 2003 erstmals seit 1992 wieder zu einem leichten Anstieg der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen. Ausschlaggebend hierfür war neben der Reduzierung des Krankenstandes auch ein stärkerer Anstieg der Nebenerwerbstätigkeit.

Nach Wirtschaftsbereichen entwickelte sich im Jahr 2003 die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je Erwerbstätigen nach wie vor unterschiedlich:

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe jeweils um 0,3 Prozent auf 1.857 beziehungsweise auf 1.457 Stunden, nachdem sie im Jahr zuvor noch in beiden Bereichen um 0,5 Prozent zurückgegangen waren. Im Baugewerbe arbeitete jeder Erwerbstätige im Jahr 2003 durchschnittlich 1.621 Arbeitsstunden (+ 0,2 Prozent), in den Dienstleistungsbereichen insgesamt kam es erstmals seit der Wiedervereinigung Deutschlands zu einem leichten Anstieg der geleisteten Arbeitszeit je Erwerbstätigen um 0,1 Prozent auf 1.412 Stunden.

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20. Januar 2004

Milchbauern-Aktion für einen fairen Milchpreis

Themen: Archiv — info @ 14:01

Berlin (agrar.de) – Milchbauern haben heute Nachmittag auf der Berliner Grünen Woche mit Milchkannen und Kuhglocken in der Halle des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft kräftig Rabatz gemacht. Zeitgleich fanden im niederländischen Den Haag, an verschiedenen Orten in Frankreich und in anderen europäischen Ländern Aktionen von Milchbauern statt.

Ihr gemeinsames Ziel ist eine ‚bessere europäische Milchmarktpolitik‘. Die Reform der EU-Agrarpolitik, die im letzten Sommer beschlossen wurde, kritisieren sie, weil mit ihr die Milchquote, die die europäische Milcherzeugung begrenzt, noch ausgeweitet wurde, statt sie einzuschränken. ‚Die Überproduktion, die die Hauptursache für den enormen Preisdruck am Milchmarkt ist, wird durch diese Reform sogar noch verschlimmert. Dabei haben wir schon heute einen Milchpreis, der unter unseren Kosten liegt. Das heißt, unsere Arbeit wird nicht mehr bezahlt. Wir schreiben rote Zahlen‘, formuliert Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter die Kritik.

Die Milchbauern fordern von den europäischen Agrarpolitikern, so auch von Ministerin Künast, sich für eine Reduzierung der Menge einzusetzen. Heute wird in der EU etwa 15 Prozent mehr Milch erzeugt, also ohne staatliche Stützung abgesetzt werden kann. ‚Wir Milchbauern wollen diese Überschüsse abbauen, denn sie schaden uns selbst‘, zeigt Arno Blum vom Deutschen Bauernbund (DBB das Anliegen auf. ‚Eine Reduzierung der Milchproduktion ist unerlässlich‘, heißt es in der europaweiten Deklaration der Milchbauern, die in Berlin an Staatssekretär Alexander Müller übergeben worden ist.

‚Wenn Milchbauern schon die Reduktion der Milchmenge wollen, sollte die Politik diesen Ansatz unterstützen. Möglichkeiten dazu hat die Politik, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene. Es würde schon helfen, die von der Politik vorgegebene Quote um ein bis zwei Prozent solange einzuschränken, bis der Markt sich wieder einigermaßen im Gleichgewicht befindet‘, appelliert Ulrich Jasper von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (%url4%AbL%/%) an die Politik. Die Aktionen in anderen wichtigen Milcherzeuger-Ländern der EU wie den Niederlanden und Frankreich zeige, dass die Milchbauern grenzüberschreitend an einem Strang ziehen, so Jasper. ‚Diese Chance sollte genutzt werden.‘

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FDP lehnt Zwangsabgabe für die Ernährungswirtschaft strikt ab

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (agrar.de) – Zu den Plänen von Bündnis 90/Die Grünen, einen Fonds mit den Mitteln der Ernährungsindustrie für Aufklärungskampagnen über die Folgen von Fehlernährung bei Kindern zu finanzieren, erklärt der ernährungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die FDP-Bundestagsfraktion lehnt eine Zwangsabgabe für die Ernährungswirtschaft strikt ab. Weitere Belastungen für die Unternehmen sind nicht akzeptabel, da sie die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen und damit Arbeitsplätze in Deutschland gefährden.

Eine Informationskampagne der Bundesregierung über die Folgen der Fehlernährung bei Kindern wird von der FDP-Bundestagsfraktion grundsätzlich unterstützt. Allerdings ist diese Kampagne aus Bundesmitteln zu finanzieren. Die vielfältigen Werbekampagnen der Bundesregierung und insbesondere aus dem Hause Künast unterstreichen, dass genügend Geld zur Verfügung steht, es muss nur richtig eingesetzt werden.‘

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema Agrarpolitik.

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