23. Januar 2004

DBV: Milchmarkt stabilisieren – Menge reduzieren

Themen: Archiv — info @ 10:01

Verband: Französische Selbstbeschränkung auf Europa übertragen

Berlin (agrar.de) – Die französischen Milcherzeuger verzichten in diesem Wirtschaftsjahr auf eine Milchanlieferung von 100.000 Tonnen. Damit soll ein Signal zur Verbesserung der Milchpreise gesetzt werden. Der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützt nachdrücklich diese Initiative. Der DBV überprüft derzeit, welche Möglichkeiten der Mengenreduzierung in Deutschland bestehen.

Gemeinsam mit den französischen Kollegen wurde bereits auf europäischer Ebene dieser Vorschlag unterbreitet. Unter den derzeitig schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen für die europäischen Milcherzeuger scheint eine größere Basis als in der Vergangenheit zu bestehen, Lösungen einvernehmlich herbeizuführen. Der DBV hat daher im Rahmen der Grünen Woche in Gesprächen auf nationaler und europäischer Ebene die Diskussionen um eine Mengenreduzierung der Milchquote weiter vorangetrieben. Eine effizienter an den Marktverhältnissen ausgerichtete Milchquote ist nach Auffassung des DBV ein wesentlicher Schlüssel zur Stabilisierung des Milchmarktes und damit auch zur Sicherung der Einkommen der Milcherzeuger.

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22. Januar 2004

Birthler: Ökolandbau in Brandenburg hat zugelegt

Themen: Archiv — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) – 2003 ist in Brandenburg die ökologisch bewirtschafteter Fläche erneut gestiegen. Darüber hat Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) anlässlich des Bio-Talk auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin informiert.

Im Dezember 2003 wurden bereits mehr als 118.000 Hektar gezählt. 2002 waren es noch 111.170 Hektar. Dies sind 8,8 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Brandenburg nimmt damit weiter den Spitzenplatz ein. Der Bundesschnitt liegt bei rund 4 Prozent.

Insgesamt bestätigt sich der Trend, dass der Ökolandbau in Brandenburg jährlich um 6.000 bis 8.000 Hektar wächst.

Die Zahl der Bio-Erzeuger-, Verarbeitungs- und Handelsbetriebe stieg auf 654. Das sind 30 mehr als 2002. Davon sind 567 landwirtschaftliche und gartenbauliche Unternehmen.

Besonders in Ostdeutschland ist der ökologische Landbau in den letzten Jahren stark im Aufschwung. Viele der ehemaligen Großbetriebe verzichten auf leichtlösliche Mineraldünger und synthetische Pflanzenschutzmittel und stellen ohne Berührungsängste auf den Ökolandbau um, wenn am Ende die Flächenbeihilfen den Ertragsverlust ausgleichen. Durch die Bewirtschaftung großer Ackerflächen sind sie an Schlagkraft und Effektivität den meist kleinbäuerlichen Höfen in den alten Bundesländern überlegen, womit sie aber nur bedingt die ungünstigen Boden- und Klimabedingungen sowie die schwierigen Vermarktungsmöglichkeiten wettmachen können.

So stehen in Brandenburg einer geringen Zahl von verarbeitenden Unternehmen, die überregional vermarkten, viele Erzeuger gegenüber. Deshalb muss ein großer Teil der Rohware in andere Bundesländer oder ins Ausland abgesetzt werden.

Der weitere Flächenzuwachs im ökologischen Landbau ist abhängig von der Organisation des Absatzes der Öko-Produkte. Das Land hat im großen Umfang Investitionen in der Direktvermarktung gefördert. Ebenso die Bildung von Erzeugergemeinschaften zur Bündelung der Angebot in hoher Qualität. Zwei Erzeugergemeinschaften haben sich dauerhaft für Getreide und Fleisch etabliert.

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Kein Engpass bei Biodiesel

Themen: Archiv — info @ 14:01

Experten sehen Rohstoffversorgung gesichert – Stilllegungsfläche reduziert

Hannover (agrar.de) – Auch nach der Halbierung des Mindestsatzes für die Flächenstilllegung wird es keinen Engpass bei der Rohstoffversorgung für Biodiesel geben. Davon geht nach Angaben des Landvolks Niedersachsen die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) aus. Raps für die Biodieselherstellung war bisher überwiegend auf Stilllegungsflächen angebaut worden, diese durften für die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe genutzt werden.

Wegen der knappen Ernte im vergangenen Jahr hat die EU jetzt den Anteil der mindestens stillzulegenden Fläche von zehn auf fünf Prozent reduziert. Nach der Angleichung der Prämiensätze für Ölsaaten und Stilllegungsflächen vor einigen Jahren wird nach Angaben der Ufop bereits jetzt ein beträchtlicher Teil des Rapsbedarfs für die Biodieselherstellung auf dem freien Markt gedeckt und nicht mehr ausschließlich von Stilllegungsflächen.

Insgesamt werden für die in diesem Jahr erwartete Biodieselproduktion von 750.000 Tonnen (t) ungefähr 1,9 Millionen t Raps benötigt. Dafür ist eine Anbaufläche von 540.000 Hektar (ha) erforderlich. Im vergangenen Jahr wurden davon 315.000 ha Raps auf Stilllegungsflächen unter Vertrag angebaut bei insgesamt 840.000 ha stillgelegter Fläche in Deutschland. Davon entfielen gut 26.000 ha auf Niedersachsen, wo insgesamt gut 140.000 ha stillgelegt worden sind und damit deutlich mehr als die Mindestverpflichtung von gut 100.000 ha. Abzuwarten bleibt deshalb, wieweit mit der Verringerung der Mindest-Stilllegung auch der Vertragsanbau von Non-Food-Raps zurückgehen wird, zumal die Aussaat bereits lange vor der Herabsetzung der Stilllegungsverpflchtung erfolgt ist.

Außerdem wird erstmals in diesem Jahr der Vertragsanbau von Energiepflanzen von der EU gefördert, mit der Bekanntgabe der nationalen Prämienbestimmungen ist in Kürze zu rechnen. Die Verträge hierfür müssen bis zum 15. Mai den zuständigen Behörden vorliegen. Noch bis zum 31. Januar müssen darüber hinaus die Abnahmeverträge für den Anbau auf Stilllegungsflächen bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung vorgelegt werden.

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Tierschutz-TÜV für Stallbau gefordert

Themen: Archiv — info @ 13:01

‚Allianz für Tiere in der Landwirtschaft‘ legt einen ersten Entwurf für die Einrichtung eines Prüf- und Zulassungsverfahrens für Tierhaltungssysteme vor

Berlin (agrar.de) – Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin hat die ‚Allianz für Tiere in der Landwirtschaft‚ die Einführung eines ‚Tierschutz-TÜVs‘ für Aufstallungssysteme und Stalleinrichtungen gefordert. Die Allianz hat einen Eckpunktekatalog vorgestellt, in dem erstmalig die Grundzüge eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens beschrieben werden, wie es das Tierschutzgesetz seit der letzten Novellierung im Jahr 2001 als Möglichkeit vorsieht (§ 13 a Abs 2 TschG).

Hauptaufgabe des von der Allianz vorgestellten ‚Tierschutz-TÜVs‘ ist die Sicherstellung der Tiergerechtheit von serienmäßig hergestellten Stalleinrichtungen und Aufstallungssystemen. Die Marktzulassung soll in Zukunft vom Ergebnis der Untersuchung einer zentralen, unabhängigen Tierschutz-Prüfstelle abhängig gemacht werden. Das Verfahren wäre für alle in- und ausländischen Anbieter obligatorisch und sollte schrittweise auch auf bereits bestehende Haltungssysteme sowie auf sämtliche Nutztierarten ausgeweitet werden. Vorgesehen ist eine bundesweit einheitliche Regelung im Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Der ‚Tierschutz-TÜV‘ soll sicherstellen, dass der Stallbau auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt wird und sich nicht nur an den ökonomischen Ansprüchen der Hersteller und Betreiber orientiert. Verletzungen, gesundheitliche Schäden und weitere Leiden der Tiere, die auf ein falsches ‚Stalldesign‘ zurückzuführen sind, können so verhindert werden.

Ein vergleichbares Prüf- und Zulassungsverfahren wird seit 1981 mit großem Erfolg in der Schweiz angewendet. Es trägt maßgeblich zu einer Verbesserung des Tierschutzes in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung bei und hat sich praktisch bewährt. Der Vorschlag der Allianz für Tiere orientiert sich daher weitgehend an dem ‚Schweizer Modell‘.

‚Das neue Staatsziel zum Tierschutz verpflichtet Bund und Länder dazu, ihre Anstrengungen zu verstärken, allen Tieren den ihnen gebührenden Schutz zu gewährleisten und Tierquälerei zu verhindern‘, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. ‚Gerade in der industriellen Massentierhaltung – aber nicht nur dort – sind die Belastungen für die Tiere bereits systembedingt besonders groß. Wissenschaftlich fundiert müssen hier kurzfristig die ohnehin unzureichenden gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Tiere optimal ausgeschöpft und langfristig unzureichende Rahmenbedingungen verbessert werden‘, so Apel weiter. Nur ein bundesweit einheitliches effektives Prüf- und Zulassungsverfahren für die marktgängigen Aufstallungssysteme und Stalleinrichtungen könne dies gewährleisten und haltungsbedingte Tierquälerei in Zukunft unterbinden.

Laut Gesetz trägt der Tierhalter die Verantwortung dafür, dass ein Aufstallungssystem art- und tiergerecht gestaltet ist. Doch bisher gab es kein etabliertes Prüfverfahren, um die Tiergerechtheit der auf dem Markt befindlichen Aufstallungssysteme und Stalleinrichtungen nachzuweisen. ‚Mit dem Prüf- und Zulassungsverfahren geht die Verantwortung stärker auf die Hersteller von Stalleinrichtungen über, dort wo die Einflussnahme auf die Gestaltung der Tierhaltungssysteme am größten ist‘, erläutert Dr. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das neue Verfahren. ‚Für die Landwirtinnen und Landwirte heißt das: das Investitionsrisiko sinkt und die Arbeitsplatzqualität in den Betrieben steigt.‘

‚Tiergerechte Haltungsbedingungen wirken sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere aus. Gesunde Tiere sind die Voraussetzung für gesunde Nahrungsmittel. Daher begrüßen wir den Tierschutz-TÜV‘, erklärt Frau Prof. Dr. Edda Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). ‚Das Prüf- und Zulassungsverfahren entspricht dem Wunsch der Verbraucher nach einer tiergerechten Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere. Damit hat die Irreführung von Verbrauchern mit dem unbestimmten Begriff der tiergerechten Haltung ein Ende,‘ so der Vorstand des vzbv weiter.

‚Mit dem geplanten Prüf- und Zulassungsverfahren steht auch die Ethik der Tierhaltung in Deutschland auf dem Prüfstand‘, betont Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth-Stiftung. ‚Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat bereits seit langem den Wunsch und die Erwartung, Lebensmittel aus einer Landwirtschaft zu beziehen, die das Tier als Mitgeschöpf respektiert und dies auch in der Haltung der Tiere zum Ausdruck bringt‘, resümiert Prof. Gottwald das ethische Anliegen, das mit dem vorgelegten Eckpunktekatalog zur Einrichtung eines ‚Tierschutz-TÜVs‘ verbunden ist.

Die Allianz für Tiere fordert die Bundesregierung nachdrücklich dazu auf, die Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierschutzes, die das neue Tierschutzgesetz bietet, zu nutzen und die Einrichtung eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens für Haltungssysteme zeitnah in die Wege zu leiten. Der nächste Schritt auf diesem Weg wäre die baldige Einrichtung eines Runden Tisches im BMVEL mit Fachleuten aus den Behörden von Bund und Ländern, Fachwissenschaftlern, Vertretern der Stallbaufirmen und der Landwirtschaft sowie Vertretern des Tierschutzes, des Umwelt- und des Verbraucherschutzes.

Der Eckpunktekatalog findet sich im Internet als Download.

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Deutsche Bauern verlieren EU-weit am meisten

Themen: Archiv — info @ 13:01

Landwirtschaftliche Einkommen je Vollarbeitskraft in der EU steigen um 0,9 Prozent

Hannover (agrar.de) – Beim Blick in die eigene Brieftasche hatten die meisten EU-Landwirte in 2003 nur wenig Grund zur Freude. Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Vollarbeitskraft stieg um nur 0,9 Prozent, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine erste Schätzung von Eurostat. In 2002 war es um 4,4 Prozent gesunken. Das reale landwirtschaftliche Gesamteinkommen nahm sogar um 1,5 Prozent ab, die Landwirte kompensierten dies jedoch durch die Verringerung des Arbeitseinsatzes um 2,4 Prozent. Nur für sieben EU-Staaten errechneten die Statistiker eine Zunahme des Einkommens aus landwirtschaftlicher Tätigkeit.

Am besten schnitten die Landwirte in Großbritannien ab, ausgehend von einem niedrigen Niveau realisierten sie ein Plus von durchschnittlich 20,5 Prozent. Es folgen Belgien und Spanien mit Zuwächsen von 8,6 Prozent und 4,2 Prozent. Der größte Agrarproduzent der EU, Frankreich, erzielte dagegen nur eine Steigerung um 0,6 Prozent.

Zu den Verlieren zählen die deutschen und die dänischen Bauern: Sie erzielten in 2003 real 14,2 Prozent beziehungsweise 7,9 Prozent weniger Einkommen als im Jahr zuvor. Bereits in 2002 hatten die Bauern in beiden Ländern kräftige Einbußen verbuchen müssen. Relativ schlecht schnitten auch die Landwirte in Österreich und Finnland ab, deren Realeinkommen je Vollarbeitskraft sich im Schnitt um 6,4 Prozent und 5,9 Prozent verschlechterten.

Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Einkommen hängt unmittelbar mit der Wertentwicklung der erzeugten Produkte ab. So ermittelte Eurostat für die EU-Landwirtschaft insgesamt einen Rückgang des realen Erzeugungswertes um rund 1,7 Prozent gegenüber 2002. Dabei verringerten sich sowohl der Produktionswert für pflanzliche als auch der für tierische Erzeugnisse, und zwar um 1,7 Prozent und 1,9 Prozent. So führte eine langanhaltende Hitzeperiode bei der pflanzlichen Produktion zu deutlichen Einbußen bei der Ernte wichtiger Agrarprodukte. Der Anstieg der Erzeugerpreise um 4,9 Prozent konnte dies nicht ausgleichen. So nahm beispielsweise der Produktionswert von Getreide um 3,7 Prozent ab, da die Getreideproduktion um 10,6 Prozent zurückging, während sich die Erzeugerpreise im Schnitt nur um 7,5 Prozent erhöhten. Besonders hart traf es erneut die Schweineproduzenten, die ihre Erzeugung zwar um 0,6 Prozent ausdehnten, deren Preise aber um durchschnittlich 6,8 Prozent sanken. Mit Ausnahme Großbritanniens gaben die Schlachtschweinepreise in allen Ländern nach, davon in Deutschland um 7,1 Prozent. Das Produktionsvolumen von Milch erhöhte sich ebenfalls nur marginal um 0,5 Prozent, dennoch mussten sich die Erzeuger in den EU-Ländern mit durchschnittlich 3,6 Prozent niedrigeren Preisen zufrieden geben. In Deutschland lagen die Milchpreise im Schnitt sogar um 6,6 Prozent unter dem Niveau von 2002.

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Bär: Direktzahlungen nicht umverteilen

Themen: Archiv — info @ 12:01

Berlin (agrar.de) – Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Heinz Christian Bär, in Gesprächen mit Vertretern der Bundesregierung sowie Abgeordneten des Deutschen Bundestages und des Hessischen Landtages gefordert, dass es bei der jetzt anstehenden nationalen Umsetzung der GAP-Reform keine Umverteilung der betriebsindividuellen Direktzahlungen zu Gunsten einer regionalen Einheitsprämie geben dürfe.

‚Vor allem unsere leistungsfähigen Milchviehbetriebe und Bullenmäster werden ansonsten die großen Verlierer sein‘, kritisierte Bär. Aufgrund der beschlossenen Preissenkungen und der damit verbundenen Erlöseinbußen müssten die Milchprämien betriebsbezogen bis 2012 gezahlt werden. Er bekräftigte gegenüber den Regierungsverantwortlichen und Parlamentariern erneut die Position des Hessischen Bauernverbandes, wonach die Direktzahlungen auch künftig den wirtschaftenden Betrieben zukommen müssen. Außerdem forderte Präsident Bär die Entkopplung auf den spätest möglichen Zeitpunkt hinauszuschieben und dann über das Betriebsmodell zu entkoppeln.

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Künast: Ökologischen Landbau EU-weit voranbringen

Themen: Archiv — info @ 11:01

EU-Aktionsplan wichtige Maßnahme

Berlin (agrar.de) – Heute veranstaltet die Europäische Kommission in Brüssel eine Anhörung wichtiger Akteure aus Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz zum geplanten Aktionsplan für ökologisch erzeugte Lebensmittel und den ökologischen Landbau. ‚Wir brauchen umfassende und abgestimmte Maßnahmen zur Förderung des ökologischen Landbaus in der gesamten EU. Dazu muss der Aktionsplan einen entscheiden Beitrag leisten. Ich unterstütze nachdrücklich die Arbeit der Kommission und erwarte, dass zentrale deutsche Anliegen dabei berücksichtigt werden,‘ sagte Bundesverbraucherministerin Renate Künast anlässlich der Anhörung heute in Berlin.

Aus Sicht der Verbraucherministerin sollte der Aktionsplan das Ziel haben, den ökologischen Landbau auf der Grundlage einer ausgewogenen Entwicklung von Angebot und Nachfrage auszudehnen. Folgende Punkte stehen dabei im Vordergrund:

– Ausweitung der Märkte für Ökoprodukte durch die Verbesserung des Angebots, Produktentwicklung, Erschließung aller verfügbarer Vermarktungswege, bessere Information der Verbraucher, Vermarktung der Produkte zu akzeptablen Preisen bei Beachtung der Einkommenssicherung für die Erzeuger,

– weitere Ausdehnung der ökologischen Erzeugung in einem ausgewogenen Verhältnis zur Entwicklung der Nachfrage, Verbesserung der Markttransparenz, der Information der Erzeuger,

– Abbau von teilweise immer noch bestehenden Hemmnissen beim innergemeinschaftlichen Warenverkehr und Förderung des internationalen Handels, Weiterentwicklung der Rechtsvorschriften,

– Stärkung des Verbrauchervertrauens durch Verbesserung der Kontrollmechanismen,

– Verbesserung der Forschung, beginnend bei der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung, Förderung des ökologischen Landbaus als wichtigem Instrument der Agrar-Umweltpolitik und des Tierschutzes.

Der Aktionsplan der Europäischen Kommission für ökologisch erzeugte Lebensmittel und den ökologischen Landbau soll im Frühjahr 2004 dem Agrarrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

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Brandenburg: Rekordanbaufläche von Freilandgemüse

Themen: Archiv — info @ 11:01

Potsdam (agrar.de) – Der Freilandgemüseanbau in Brandenburg hat sich 2003 um mehr als 11 Prozent auf 6.263 Hektar ausgedehnt und bleibt damit weiterhin eine Wachstumsbranche. Im Jahr 2003 waren nach Informationen des Landesbetriebes für Datenverarbeitung und Statistik die dominierenden Gemüsekulturen Spargel, Frischerbsen, Gurken sowie Möhren und Karotten. Diese Kulturen nahmen mehr als 71 Prozent der Gesamtgemüseanbaufläche ein. Im Jahr 2003 wurden erstmals über 2.000 Hektar Spargel angebaut.

Vom Freiland insgesamt wurden 120.329 Tonnen geerntet (+ 10 Prozent zu 2002). Gute Erträge waren mit 41,8 Dezitonnen je Hektar beim Spargel zu verzeichnen.

Der Gemüseanbau des Landes Brandenburg ist seit 1998 durch ständig steigende Anbauflächen gekennzeichnet. Ertragsfähiges Freilandgemüse wurde im Jahr 2003 auf 6.263 Hektar angebaut. Das bedeutete gegenüber 2002 eine Steigerung um mehr als 11 Prozent. Im Gemüseanbau von Brandenburg ist ein sich fortsetzender Strukturwandel zum Feingemüse hin zu beobachten. Zu diesem zählen Gemüseerbsen, Gemüsebohnen, frühe Möhren, Frühkohlrabi, Blumenkohl, Tomaten, Spinat, Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Spargel.

An der Gemüsefläche im Freiland hat das Stängelgemüse und hier der Spargel die größte Bedeutung. Spargel wurde auf 2.038 Hektar angebaut, was fast einem Drittel der Freilandgemüsefläche entspricht. Gegenüber 1991 vervierfachte sich der Spargelanbau.

Der Anbau von Frischerbsen erfolgte auf 786 Hektar, was im Vergleich zu 2002 einem Plus von fast 44 Prozent entspricht. Gurken standen auf 675 Hektar und Möhren sowie Karotten auf 970 Hektar.

Eine eher untergeordnete Rolle spielen der Kohl- sowie Blattgemüseanbau. Gut 6 Prozent der Fläche stehen für das Kohlgemüse und 3,5 Prozent für Blattgemüse zur Verfügung.

Der Gesamtertrag des Freilandgemüses betrug 120.329 Tonnen, was einem Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Jahr 2002 entspricht.

Der Spargelertrag des Jahres 2003 lag mit 41,8 Dezitonnen je Hektar rund 13 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Der durchschnittliche Hektarertrag des Kohlgemüses war mit 374,9 Dezitonnen fast 8 Prozent höher als 2002. Einen deutlichen Ertragsrückgang gab es im Jahr 2003 mit 99,7 Dezitonnen je Hektar beim Blattgemüse (2002: 126,3 Dezitonnen je Hektar).

Der Gemüseanbau in Unterglasanlagen erfolgte auf etwa 34 Hektar. Damit hat sich diese Fläche um knapp 4 Prozent verringert. Die Anbaustruktur hat sich dabei nur wenig geändert. Mit 15,6 Hektar (46 Prozent) waren die Tomaten die bestimmende Gemüsekultur, gefolgt von den Gurken mit 6,0 Hektar (18 Prozent).

Der durchschnittliche Tomatenertrag belief sich auf 20,8 Dezitonnen je Hektar und der von Gurken auf 25,2 Dezitonnen je Hektar. Die Erntemenge der Kulturen Unterglas lag bei 5.028 Tonnen; 2002 waren es 5.145 Tonnen.

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Straßburger Gerichtshof erklärt Landenteignungen für rechtswidrig

Themen: Archiv — info @ 10:01

Berlin (agrar.de) – ‚Das ist eine ermutigender und erfreulicher Tag für den Schutz von Eigentum in Europa‘ mit diesen Worten begrüßte Michael Prinz zu Salm-Salm, der Vorsitzende der land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzerverbände in Deutschland, die heutige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg.

‚Der Gerichtshof hat klargestellt, dass die ohne jegliche Entschädigung vorgenommenen Enteignungen der so genannten ‚Neubauern/Siedler‘ bzw. deren Erben eine Eigentumsverletzung darstellt. Das bestärkt uns in unserer Rechtsauffassung, dass man so mit Eigentum nicht umgehen kann, wie es die Bundesrepublik quasi als Vollstreckerin von DDR-Recht meinte tun zu können. Wir haben die Eigentumsrechte von Neubauern und Siedlern immer respektiert, auch wenn es sich um aus der so genannten Bodenreform 1945 bzw. 1949 stammende, den Alteigentümern enteignete, Flächen handelte. Alteigentümer und Siedler sitzen hier hinsichtlich des Schutzes von Eigentum quasi in einem Boot.‘ schloss Salm seine Anmerkungen.

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BUND-Studie zeigt fatale Folgen niedriger Milchpreise

Themen: Futtermittel,Hormone,Verbände — info @ 09:01

Berlin (agrar.de) – Milchkühe werden zunehmend auf Hochleistung gezüchtet und immer weniger tiergerecht gefüttert. Das belegt eine neue Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Preisverfall auf dem Milchmarkt erhöhe den Zwang für die Landwirte, die Leistungen ihrer Kühe weiter zu steigern. Der Einsatz von Antibiotika und gentechnisch verändertem Futter sowie die Züchtung mit Hilfe von Hormonen seien die Regel. Bäuerlichen Betrieben mit artgerechter und ökologisch sinnvoller Weidehaltung drohe das Aus.

Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND: ‚Die grasende Kuh auf der Weide werden wir bald nur noch aus der Werbung kennen. In der Landwirtschaft hat dieses Bild keine Zukunft, wenn nichts gegen den dramatischen Einbruch der Milchpreise getan wird. Die EU darf die Milch-Quoten nicht noch weiter erhöhen. Agrarministerin Künast und die Länder müssen die Prämien rasch auf Grünlandbetriebe umlenken. Und die Verbraucher sollten daran denken, dass glückliche Kühe und abwechslungsreiche Landschaften nicht zum Preis von unter 40 Cent pro Liter Milch zu haben sind.‘

Durch die Haltungsbedingungen für Hochleistungskühe sei die Zahl der Eutererkrankungen in den zurückliegenden vierzig Jahren um das Sechsfache gestiegen; die der Klauen- und Stoffwechselkrankheiten um das Dreifache. Rund ein Drittel der Hochleistungstiere litten an akuten und chronischen Entzündungen. Unter dem Diktat der Hochleistungszucht verschwinde die Vielfalt der Rinderrassen.

Besonders erschreckend sei die Tatsache, dass in der intensiven Milchwirtschaft ohne Wissen der Bauern große Mengen gentechnisch veränderter Futtermittel eingesetzt würden. Schätzungsweise 900.000 Tonnen GVO-Soja würden in Deutschland pro Jahr an Milchkühe verfüttert. Nach dem Willen der EU würden künftig die Landwirte, nicht aber die Verbraucher darüber informiert. Ab April 2004 seien GVO-Futtermittel zu kennzeichnen, nicht aber die Lebensmittel von Tieren, die damit ernährt worden sind. Auf diese Weise werde in Europa die Grüne Gentechnik gegen den Willen der Verbraucher auf die Teller gemogelt.

Die Erzeugerpreise für Milch seien im Jahr 2002 um rund 10 Prozent gesunken. Dieser Preisverfall werde vor allem durch die Marktmacht der Discounter und die von der EU geförderte Überschussproduktion verursacht. Die größten Einbußen mussten Bio-Bauern hinnehmen: Die Biomilchpreise sanken stärker als die Preise für konventionelle Milch. Die Preisdifferenz zwischen Bio-Milch und konventioneller Milch verringerte sich um 20 Prozent.

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