27. Januar 2004

Sachsen-Anhalt: Winterrapsanbau weiter ausgedehnt

Themen: Archiv — info @ 15:01

Halle (agrar.de) – Wie das Statistische Landesamt mitteilt, haben die Landwirte in Sachsen-Anhalt den Winterrapsanbau gegenüber dem Vorjahr weiter ausgedehnt. Nach den Meldungen aus der Ernte- und Betriebsberichterstattung steht derzeit auf 136.000 ha Ackerland Winterraps (einschließlich nachwachsender Rohstoffe), das entspricht einem Plus von 14 Prozent.

Bei den Wintergetreidesaaten führten die guten Aussaatbedingungen im Herbst 2003 zur Anbauerweiterung um knapp 10 Prozent. Insgesamt drillten die Landwirte auf rd. 550.000 ha Wintergetreide.

Eine Flächenreduzierung war nur bei Triticale zu verzeichnen. Zur Ernte 2004 werden nach ersten Hochrechnungen 37.000 ha Triticale (2003: 40.000 ha) anstehen. Der Anbauumfang von Winterweizen liegt mit 339.000 ha um 10 Prozent über dem Vorjahr. Nachdem der Roggenanbau im vergangenen Aussaatjahr erheblich eingeschränkt wurde, gibt es zur Ernte 2004 mit 71.000 ha wieder eine Ausdehnung (+ 14 Prozent). Die Wintergerstenfläche wird mit gut 100.000 ha ebenfalls um 14 Prozent über dem Vorjahresanbau liegen.

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Bayern: Bauernverband richtet gentechnikfreie Anbauzonen ein

Themen: Gentechnik,Haftung,Umwelt — info @ 14:01

Sonnleitner fordert Schutz aller Landwirte

München (agrar.de) – Vor dem Hintergrund, dass der Entwurf des Gentechnikgesetzes unzureichende Koexistenz- und Haftungsregelungen zur Grünen Gentechnik enthält, haben Ortsverbände des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) gentechnikfreie Anbauzonen auf freiwilliger Basis eingerichtet. Die beteiligten Landwirte erklärten mit ihrer Unterschrift, dass sie über die Laufzeit der Vereinbarung kein gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut in ihren Betrieben einsetzen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Unterzeichner über die Laufzeit der Vereinbarung von den jeweiligen Saat- und Pflanzgut-Lieferanten eine schriftliche Garantieerklärung einfordern, bei der zum Ausdruck kommt, dass bei der Herstellung des Saat- und Pflanzgutes keine gentechnischen Methoden eingesetzt worden sind.

Diese Vereinbarung tritt am 1. Februar 2004 in Kraft und gilt bis zum 31. Januar 2005. Die beteiligten Landwirte haben vereinbart, dass sie sich vier Wochen vor Ablauf der Vereinbarung wieder treffen, um die Fortführung der Vereinbarung zu besprechen.

Gentechnikfreie Anbauzonen befinden sich beispielsweise bereits in

– Oberbayern (Freisinger Moos) – Niederbayern (Rossbach-Untergrafendorf) – Mittelfranken (Erlangen-Hüttendorf, Thalmässing-Offenbau) – Unterfranken (Unterpleichfeld) – Oberfranken (Bindlach) – Schwaben (Wolferstadt, Hagau) – Oberpfalz (Fischbach-Schirndorf, Friebertshofen-Berching, Hohenkemnath)

Der Präsident des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, fordert grundsätzlich, dass sowohl Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen wollen, als auch Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen nicht anbauen wollen, in gleicher Weise geschützt werden. Solange dies nicht gewährleistet sei, müsse das bestehende europaweite Zulassungsmoratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen aufrecht erhalten bleiben.

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DBV: Keine Patente auf Pflanzen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Einspruch gegen ‚Monsanto-Patent‘ auf Weizen, Mehl und Kekse

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Präsentation eines Einspruchs gegen das Patent EP 445 929, das der Firma Monsanto das alleinige Nutzungsrecht für einen Weizen mit besonderer Backqualität bis hin zu daraus hergestellten Erzeugnissen (zum Beispiel Kekse) überträgt, bekräftigt der Deutsche Bauernverband (DBV) seine grundsätzliche Ablehnung von Patenten auf Pflanzen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um den indischen Weizen Nap Hal, bei dem ein bestimmter Anteil von Eiweiß in den Körnern reduziert ist. Diese besondere Backqualitäten hervorrufenden Eigenschaften sind das Ergebnis konventioneller züchterischer Arbeit und seit langem bekannt. Gleichwohl ist im Mai 2003 Monsanto ein Patent auf jeden weichmahlenden Weizen zugesprochen worden, der diese Eigenschaften aufweist. Dabei erstreckt sich das Patent nicht nur auf Pflanzen mit dieser Genkombination, sondern auch auf den weiteren Produktionsprozess bis hin zum Keks. Der DBV erhebt schwere Zweifel, ob ein derartiger Patentschutz auf Verarbeitungsergebnisse haltbar ist.

Vor dem Hintergrund dieser Patentgenehmigung mahnt der DBV erneut eine Initiative der Bundesregierung zur Überarbeitung der Bio-Patentrichtlinie der EU an, auf die sich das Europäische Patentamt bei der Vergabe von Patenten stützt. Im Bundestag wird derzeit die Umsetzung dieser umstrittenen Richtlinie aus dem Jahr 1998 beraten. In der jetzt vorliegenden Form dürfe der Bundestag dieses Gesetzesvorhaben nicht umsetzen, so der DBV.

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Sachsen-Anhalt: Immer mehr Schweine

Themen: Archiv — info @ 09:01

Magdeburg/Halle (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der Erhebung der Viehbestände vom November 2003 setzt sich die positive Bestandsentwicklung in der Schweinehaltung in Sachsen-Anhalt fort. Mit einer Umfangserweiterung von 5.500 Tieren gegenüber der Vorjahreszählung wird aktuell ein Bestand von 871.000 Schweinen ausgewiesen.

Getragen wird der Bestandsaufbau maßgeblich durch die Stärkung der reproduktiven Basis. Mit einem Plus von 8.600 Zuchtsauen, 3.400 Ferkeln und 16.200 Jungschweinen fällt die Steigerung der Bestandszahlen in diesem Bereich deutlich aus.

Als Gründe für diese Positiventwicklung machen Experten unter anderem die allgemein guten Entwicklungsbedingungen für die Veredlungswirtschaft in Sachsen-Anhalt aus. So fördert das Land umweltverträgliche und tiergerechte Haltungsverfahren im Rahmen eines Veredlungs- und Rindviehstabilisierungsprogramms. Auch die günstige Verfügbarkeit von Futtermitteln durch den Getreideanbau in der Region sowie gute infrastrukturelle Situation mit der Anbindung an das Wasserstraßennetz schlagen positiv zu Buche.

Auch die Geflügelwirtschaft kann auf eine positive Entwicklung der Bestände verweisen. Die Erhebung stammt von Mai 2003. Demnach wurden rund sieben Millionen Hühner und 744.000 Puten registriert. Für Puten bedeutet dies einen Bestandsaufwuchs um 19 Prozent gegenüber der vorherigen Zählung im Jahr 2001 und von 59 Prozent gegenüber 1999. Am deutlichsten wuchs die Zahl der Enten. Sie stieg von 4.000 Tieren im Jahr 2001 auf aktuell 297.000 Tiere.

Insgesamt wuchs der Geflügelbestand in den landwirtschaftlichen Betrieben Sachsen-Anhalts gegenüber 2001 um rund sechs Prozent auf 8,2 Millionen Tiere an. Ein deutliches Plus gab es dabei für Truthühner, deren Zahl mit 744.000 gegenüber 2001 um 19 Prozent hoch schnellte. Während auch die Zahl der Legehennen und Masthühnern gegenüber 2001 zunahm, gab es bei Junghennen eine rückläufige Tendenz. Dies wird von Statistikern auch mit der in Deutschland kritischen Diskussion zu Haltungsformen begründet.

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23. Januar 2004

Konjunkturbarometer: Weiterhin sehr gedrückte Stimmung in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:01

Berlin (agrar.de) – Weder in der gegenwärtigen Stimmung noch in der Zukunftseinschätzung ist bei den deutschen Landwirten eine Besserung zu verzeichnen. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Konjunkturbarometer Agrar vom Dezember 2003. Das vom Deutschen Bauernverband (DBV) neu vorgestellte Konjunkturbarometer Agrar weist bezogen auf das Referenzjahr 2000 (entspricht 100) im Dezember 2003 einen sehr niedrigen Wert von nur noch 51 auf.

Das Konjunkturbarometer Agrar soll künftig in verdichteter Form über die wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft informieren und wird vierteljährlich aktualisiert. Er setzt sich zusammen aus einer Einschätzung der aktuellen Lage und der Zukunftserwartung der Landwirte.

Wirtschaftliche Lage

Die aktuelle wirtschaftliche Lage wird von den Landwirten mit 3,50 bewertet und ist damit nahezu unverändert im Vergleich zur vorherigen Erhebung vom September 2003 mit der Note 3,52 (Notenskala von 1= sehr gut bis 5= sehr ungünstig). Dabei schätzen die Landwirte in Nordwestdeutschland ihre Lage ungünstiger ein. Erhebliche Unterschiede gibt es auch zwischen den Betriebsformen: Eine gute bzw. sehr gute Bewertung wählen 14 Prozent der Betriebe mit Schwerpunkt Ackerbau, 9 Prozent der Milchvieh- bzw. Rinderhalter und nur 4 Prozent der Veredlungsbetriebe.

Umgekehrt stufen 64 Prozent der Veredlungsbetriebe und 43 Prozent der spezialisierten Ackerbauern, Milchvieh- und Rinderhalter ihre Lage ungünstig bzw. sehr ungünstig ein. Durchweg günstiger schätzen die Lohnunternehmer ihre wirtschaftliche Situation ein.

Zukunftserwartungen

Auch was die Zukunftserwartungen angeht, gibt es bei den deutschen Landwirten noch keinen Hoffnungschimmer: 55 Prozent sind der Auffassung, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in den kommenden zwei bis drei Jahren im Vergleich zur jetzigen Situation verschlechtert. Die zukünftige Entwicklung wird dabei von den ostdeutschen Betrieben noch vergleichsweise optimistisch eingeschätzt. Die schlechtesten Zukunftserwartungen haben die Milchvieh- und Rinderhalter: 66 Prozent dieser Gruppe rechnen mit einer schlechteren wirtschaftlichen Situation, nur 4 Prozent mit einer Besserung. Hoffnungsvoller sind die Erwartungen bei den Veredlungsbetrieben: So ungünstig die derzeitige Lage auch eingeschätzt wird, erwarten hier doch 21 Prozent in den nächsten 2 bis 3 Jahren eine günstigere wirtschaftliche Situation, 38 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

Rahmenbedingungen

An den Agrarmärkten wird vor allem die Preisentwicklung bei Milch, aber auch verstärkt bei Schweinefleisch besonders negativ eingeschätzt. Dagegen wird bei den Getreidepreisen ein klarer Aufwärtstrend gesehen, der sich jedoch belastend auf die Preisentwicklung für Futtermittel niederschlägt. In der Politik werden vor allem die Wettbewerbsverhältnisse in der EU und die EU-Agrarpolitik sowie die nationale Steuer- und Finanzpolitik als besonders belastend eingeschätzt. Vergleichsweise positiv wird dagegen die Zinssituation für Fremdkapital gesehen

Investitionsabsichten

Insgesamt 53 Prozent der Betriebe planen trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage für die nächsten sechs Monaten (Januar bis Juni 2004) Investitionen. Dies entspricht der Größenordnung von vor einem Jahr. Die Investitionssummen je Investitionsbereich ändern sich jedoch zum Teil deutlich. In Maschinen und Geräte möchten 28 Prozent investieren, in Wirtschaftsgebäude 14 Prozent, was deutlich weniger ist als noch vor einem Jahr (21 Prozent). Bei Hoftechnik, Bürotechnik/EDV sowie außerlandwirtschaftlichen Investitionen sind die Absichten nahezu unverändert. Unter den Milchviehhaltern gaben 13 Prozent an, im nächsten halben Jahr in Milchquote investieren zu wollen, wobei vor allem Landwirte in den alten Bundesländern hieran Interesse zeigen.

Im Dezember 2003 wurden im Rahmen des Konjunkturbarometer Agrar rund 1.800 landwirtschaftliche Betriebsleiter sowie 300 landwirtschaftliche Lohnunternehmer durch das Marktforschungsinstitut ‚Produkt + Markt‚ zur wirtschaftlichen Lage und ihren Investitionsabsichten befragt. Die Befragung wird vierteljährlich durchgeführt.

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DBV: Umsetzung der EU-Agrarreform darf nicht noch mehr Bürokratie bringen

Themen: Archiv — info @ 16:01

Junglandwirt/innen-Kongress auf der Grünen Woche

Berlin (agrar.de) – ‚Unsere landwirtschaftlichen Jungunternehmer/innen sind die Antwort der Landwirtschaft auf die derzeitige Elite-Diskussion! Sie wollen und werden im Beruf erfolgreich sein. Umso mehr gilt es jetzt, die Weichen für die nationale Umsetzung und Ausgestaltung der europäischen Reformbeschlüsse zu stellen.‘ Das betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, beim Junglandwirt/innen-Kongress ‚EU-Agrarreform – Was kommt auf die landwirtschaftlichen Jungunternehmerinnen zu?‘ anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2004 in Berlin. Um den vorhandenen Spielraum zu nutzen, sollte ganz besonders intensiv die Aussprache mit der jüngeren Generation geführt werden, sagte Sonnleitner auf der gemeinsamen Veranstaltung des DBV, des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) und der Andreas Hermes Akademie.

In einem Europa, in dem für alle ein einheitliches Regelwerk ohne nationale Alleingänge gelten muss, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, wollen die Landwirte vor allem ein angemessenes Einkommen erwirtschaften. So beschrieb der Vorsitzende des BDL, Erik Jennewein, die Vorstellungen der Jungbauern über eine Agrarpolitik mit Perspektive. Insbesondere die aktiven und wachstumsorientierten Betriebe müssten unterstützt werden – und das auf Dauer, fuhr Jennewein fort. Sorge bereiteten ihm insbesondere die Vorschriften zu Cross Compliance und zur Definition der guten fachlichen Praxis. Diese könnten die Betriebe mehr Geld kosten als die gesamte Entkopplung. Es müsse daher sicher gestellt sein, dass der entstehende bürokratische Aufwand auf einem minimalen Niveau bleibe.

In einem Impulsreferat prognostizierte der Stellvertretende Generaldirektor der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission, Dr. Dirk Ahner, einen relativ stabilen finanziellen Rahmen bis ins Jahr 2013 bzw. 2015 nach dem Vollzug der jetzigen Reform. Weitere Prognosen seien derzeit nicht möglich. Keinesfalls dürfe die Politik für die Entwicklung des ländlichen Raumes auf Dauer das Opfer der Sparpolitik sein, warnte Ahner. Als vollkommenen Neubeginn beschrieb Dr. Robert Kloos, Unterabteilungsleiter im Bundeslandwirtschaftsministerium, die Agrarreform. Dabei gebe es künftig nicht mehr nur Prämien für die landwirtschaftliche Produktion, sondern beispielsweise auch für die Pflege der Kulturlandschaft. Nach Ansicht Kloos werden damit die Entscheidungsfreiräume auf den Betrieben größer und alles sei somit möglich. Professor Volker Petersen, Agrarökonom an der Universität Halle, schilderte die Umverteilungsproblematik einer einheitlichen Flächenprämie, die keinerlei regionale Besonderheiten berücksichtige. Den landwirtschaftlichen Jungunternehmerinnen riet Petersen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Einstimmigkeit herrschte bei den Teilnehmerinnen darüber, dass die Bürokratie in der Landwirtschaft endlich abgebaut werden muss. Nur dann kann sich nach Meinung der Jungunternehmer/innen der Landwirt auch wieder als Unternehmer fühlen. Ebenso erforderlich sei eine Versachlichung und weniger Ideologie, wenn es zum Beispiel um Emissionsvorschriften in der Tierhaltung gehe. Zustimmung fand auch die Forderung eines jungen Schweinemästers und -züchters nach den richtigen Rahmenbedingungen, die verantwortlich dafür seien, dass sich auch die Preise wieder verbesserten.

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Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung — info @ 16:01

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer Sonderkredite gesenkt. Die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘ sowie ‚Dorferneuerung und ländliche Entwicklung‘ verbilligen sich mit sofortiger Wirkung um nominal 0,20 Prozentpunkte. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv 4,14 Prozent, bei 5 jähriger Zinsbindung effektiv 3,73 Prozent.

Die Sonderkredite des zentralen Refinanzierungsinstituts dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zinszuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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DBV: Beim Saatgutkauf zusätzliche Erklärungen über Gentechnik erforderlich

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 14:01

Fehlende EU-Saatgutschwellenwerte führen zu Risiken für Landwirte

Berlin (agrar.de) – Die strittige Diskussion über die Koexistenz bei ‚Grüner Gentechnik‘ sowie die ausstehenden EU-Entscheidungen zu Schwellenwerten für Saatgut machen beim Saatgutkauf durch die Landwirte zusätzliche Erklärungen des Verkäufers erforderlich. Darauf wies der Deutsche Bauernverband (DBV) hin. Nur über Zusatzerklärungen könne erreicht werden, dass der Verkäufer dafür einzustehen hat, dass sein geliefertes Saatgut frei von gentechnisch veränderten Organismen ist.

Notwendig sei dies, um abweichend von den ‚Allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen Saatgut‘ eine Gewährleistung beziehungsweise Haftung für gentechnisch verunreinigtes Saatgut beim Kauf zu erreichen. Gleichzeitig, so der DBV, sollten die Landwirte ohne derartige Zusatzerklärungen gegenüber ihrer abnehmenden Hand keinerlei Beschaffenheitsvereinbarungen oder Erklärungen unterzeichnen, die zum Inhalt haben, dass ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse frei von gentechnisch veränderten Organismen sind.

Entgegen den Forderungen des DBV hatte das Bundeskartellamt 2003 Allgemeine Verkaufs- und Lieferungsbedingungen für Saatgut genehmigt, die eine Festlegung zur ausschließlichen Beschaffenheitsvereinbarung des Saatgutes enthalten, die nicht die Freiheit des Saatgutes von gentechnisch veränderten Organismen umfasst. Vielmehr verweisen die Verwender ausdrücklich darauf, dass das zufällige Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen nicht völlig auszuschließen ist und somit das gelieferte Saatgut nicht frei von jeglichen Spuren von Gentechnik sein kann.

Nach Ansicht des DBV birgt dieser Ausschluss bzw. diese wesentliche Einschränkung der Gewährleistungs- und Haftungsansprüche der Landwirte als Käufer bei gentechnisch verunreinigtem Saatgut zumindest bis zum Inkrafttreten entsprechender EU-Regelungen zu Schwellenwerten bei GVO für Saatgut potenzielle Risiken.

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BUND ruft Landwirte zum Gentechnik-Boykott auf

Themen: Archiv — info @ 11:01

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft zum Abschluss der Grünen Woche die deutschen Landwirte zur Einrichtung großflächiger gentechnikfreier Zonen und Regionen auf. Mit schriftlichen Selbstverpflichtungen zur gentechnikfreien und fairen Nachbarschaft sollten sich jene Agrarbetriebe gegenseitig schützen, die ohne Gentechnik produzieren wollten. Durch gentechnische Verunreinigungen drohe auch dem Ökolandbau das Aus. Der BUND unterstützt die Vereinbarungen zur fairen Nachbarschaft mit einem speziellen Internetangebot, Informationen und Beratung. In Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg haben Bauern bereits die Einrichtung gentechnikfreier Regionen von je rund 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche vereinbart.

Doris Tropper, stellvertretende BUND-Vorsitzende: ‚Das Qualitätsmerkmal ‚gentechnikfrei‘ wird bald so wertvoll sein wie nie. Denn die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik auf dem Teller. Auch große Handelsketten haben sich gegen Gen-Food ausgesprochen. Wenn die Landwirte sich, die Verbraucher und die Natur vor unkalkulierbaren Risiken schützen wollen, können sie jetzt die Initiative ergreifen und der Gentechnik eine klare Absage erteilen. Das sichert ihnen die Märkte der Zukunft.‘

Der von Agrarministerin Künast kürzlich vorgelegte Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz sei keine ausreichende Grundlage, um die gentechnikfreie Landwirtschaft zu sichern. Entscheidende Punkte wie die ‚gute fachliche Praxis‘ und das Monitoring des Anbaus blieben bislang ungeklärt. Informationen zu den Standorten gentechnisch veränderter Felder seien weiter nur schwer zugänglich. Jene Bauern, deren Felder und Ernten gentechnisch verunreinigt wurden, müssten zudem selbst nachweisen, wer diese Schäden verursacht hat.

Doris Tropper: ‚Künast muss das Gentechnikgesetz dringend nachbessern, weil es in seiner jetzigen Form keinen ausreichenden Schutz vor gentechnischer Verunreinigung bietet und dem Verursacherprinzip widerspricht. Geschädigte Bauern dürfen nicht die Beweislast dafür aufgebrummt bekommen, wer ihre Felder eigentlich verunreinigt hat. Bei der Haftung müssen die weltweit agierenden Gentechnikkonzerne in die Verantwortung genommen werden.‘

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LW-Kammern: Schlechte Einkommenssituation hält an

Themen: Archiv — info @ 10:01

Bonn (agrar.de) – Auf der Basis der Buchführungsergebnisse für das erste Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2003/2004 legen die Landwirtschaftskammern ihre Prognose über die wirtschaftliche Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe für das laufende Wirtschaftsjahr vor. Die Entwicklung der Rahmenbedingungen lässt weitere Einkommenseinbußen in fast allen Produktionsbereichen erwarten. Dabei werden die Veredlungsbetriebe, gefolgt von den Futterbaubetrieben, zum Schlusslicht. Je nach Region und Produktionsausrichtung sinkt das betriebliche Einkommen im Durchschnitt aller Betriebe um bis zu 20 Prozent ab.

Dürre des letzten Sommers macht dem Süden zu schaffen

In der überregionalen Betrachtung zeigt sich ein Gefälle im Ertrag des Pflanzenbaus. Während der Nordwesten nur sehr geringe Aufwuchsverluste zu verzeichnen hatte, sind im Südwesten größere Ausfälle festzustellen. Die Naturalerträge für Getreide und Raps präsentierten sich aufgrund der unterschiedlichen Bodenverhältnisse und lokalen Witterungsereignisse zwischen den Regionen – und teils sogar noch innerhalb – außerordentlich heterogen.

Im Durchschnitt waren die Produktionsmengen bei Zuckerrüben und den Kartoffeln zufriedenstellend. Die Niederschläge im Spätsommer bzw. im Frühherbst mil-derten hier stärkere Ertragsverluste ab. Im Bereich der Gemüseproduktion verursachten die fehlenden Niederschläge deutliche Ertragseinbrüche, sofern keine Beregnung erfolgte.

Hohe Getreidepreise

Die Preise für Getreide tendieren im laufenden Wirtschaftsjahr deutlich über dem Vorjahresniveau und legten seit der Ernte um 5 bis 10 Prozent zu. Betriebe mit Lagerhalterung konnten sogar Preissteigerungen von 30 bis 50 Prozent realisieren. Da ein großer Teil des Getreides bereits unmittelbar nach der Ernte verkauft wird, dürfte nur eine begrenzte Zahl der Betriebe in den Genuss der hohen Preise kommen. Der Rapspreis zog mit etwa 5 Prozent nur geringfügig an.

Bei den Erlösen für Zuckerrüben ergeben sich durch die Witterungseinflüsse Spannbrei-ten in bisher unbekanntem Umfang. Der reichliche Sonnenschein führte zu hohen Zuckeranteilen in den Rübenkörpern. Dennoch stimmten im Herbst 2003 sowohl Qualität als auch Quantität nur in den Regionen mit entsprechenden Regenmengen. In diesen Fällen konnten die Rübenerzeuger ihre Umsätze sogar erhöhen. In den niederschlagsarmen Gebieten waren die Erntemengen so gering, so dass auch höhere Zuckergehalte die monetären Verluste nicht mehr ausglichen.

Erwartungsgemäß veränderten sich die Preise für Stärkekartoffeln und Vertragsware gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig. Somit partizipierte nur der geringe Teil, die so genannte freie Ware, vom Hoch auf dem Kartoffelmarkt. Die daraus resultierenden Einkommenseffekte sind zu vernachlässigen.

Zusammenfassend haben die höheren Preise im Norden und Westen zu einer Einkommensverbesserung der Marktfruchtproduktion um bis zu 40 Prozent geführt. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass speziell der Norden im letzten Jahr durch übermäßige Nässe unter einer schlechten Ausgangssituation litt. Der Zuwachs darf also nicht überbewertet werden. Die günstigen Aufkaufpreise konnten im Gegensatz zum Westen (Nordrhein-Westfalen) die deutlichen Ertragsausfälle im Südwesten, die teils 21 Prozent erreichten, allerdings nicht annähernd auffangen.

Futtermangel und schlechte Erlöse in der Milchproduktion

Vor allem im Südwesten herrscht Futtermangel. Ausfälle von bis zu einem Drittel sind dort keine Seltenheit und machen kostenintensive Zukäufe erforderlich. Das Hoch am Getreidemarkt wirkt zusätzlich verteuernd. In Norddeutschland ist die Futtersituation witterungsbedingt entspannter.

Noch bevor die im Rahmen der Agrarreform geplante Absenkung des Interventionspreises greift, gaben die Milchpreise deutlich nach. So mussten die Betriebe in den letzten zwei Jahren einen Rückgang von zusammen 5 Cent je Liter hinnehmen. Zusätzlich tendieren Altkühe schwächer am Markt als noch im Wirtschaftsjahr 2002/03. Alle drei Faktoren – Futtersituation, Preisentwicklung Milch und Preisschwäche bei Altkühen – in Kombination führen zu spürbar geringeren Erlösen aus der Produktionsrichtung Milchvieh.

Auch im Bereich der Rindfleischproduktion haben die Preise nachgegeben. Bei gestiegenen Erzeugerkosten aufgrund des Futtermangels in vielen Regionen prognostizieren die Kammern rückläufige Erlöse aus der gesamten Rinderhaltung für 2003/04 zwischen 15 bis 35 Prozent.

Schweinehaltung als Schlusslicht

Nachdem die Ferkelpreise bereits im Vorjahr spürbar nachgaben, droht auch in 2003/04 ein weiterer Rückgang bis zu 10 Prozent. Sie folgen damit dem Trend aus dem Bereich Mast, in dem auch im letzten Jahr erhebliche Einbußen zu verzeichnen waren. Dieser Trend scheint sich in abgeschwächter Form fortzusetzen. Allerdings sind bei Ferkeln und Mastschweinen erhebliche regionale Preisunterschiede festzustellen.

Bei den Erlösen für Mastschweine hat sich mittlerweile eine Stagnation auf niedrigem Niveau ergeben. Gegenwärtig erlöst ein Schlachtschwein etwa 125 Euro. Nach einem ausgesprochen mageren Vorjahr kommen die Schweinehalter nun zunehmend in wirtschaftliche Bedrängnis. Die gestiegenen Futtermittelpreise verschärfen die Situation.

Geflügelfleisch und speziell Eier notieren deutlich über Vorjahr. Geflügelhalter können daher trotz überdurchschnittlicher Futterkosten mit einer Verbesserung der Einkommenslage rechnen.

Weinbau im Aufwind

Der Weinpreis durchschritt im letzten Jahr die Talsohle und steigt seitdem an. Im letzten Jahr betrug der Zuwachs 20 Prozent. In diesem Jahr werden 5 Prozent erwartet.

Die Sommertrockenheit hat sich durch das tiefe Wurzelwerk der Reben quantitativ kaum ausgewirkt. Dafür stieg die durchschnittliche Qualität der erzeugten Moste spürbar an. Dieser Zugewinn wirkt sich zusätzlich stabilisierend auf die Einnahmen aus. Vor allem die Preise für Weißwein zogen an, der das Gros des Umsatzes ausmacht. Betriebe, die Weinbau lediglich als eine von mehreren Ausrichtungen betreiben, konnten ihr Einkommen um 10 Prozent verbessern. Spezialisierte Winzer erzielten einen Erlöszuwachs von über 12 Prozent. Lange zurückgestellte Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen sind erstmals wieder möglich.

Aufwand steigt nur moderat

Der allgemeine Betriebsaufwand nimmt im laufenden Wirtschaftsjahr nur entsprechend der Inflationsrate zu. Viehzukäufe sind günstiger. Einsparmaßnahmen sehen die Kammern bei Ausgaben für Instandhaltung und Erneuerungsinvestitionen voraus.

Futtermittel erweisen sich vor dem Hintergrund der hohen Getreidepreise und hoher Forderungen für Eiweißkomponenten als überteuert. In der Pflanzenproduktion steigt der Aufwand für Dünger aufgrund höherer Stickstoffpreise sowie durch die Abnahme der Stilllegung. Die anhaltende Tendenz speziell im Ackerbau, Arbeiten auszulagern, bedingt höhere Ausgaben für Lohnunternehmer. Als fehlgeschlagen muss der Versuch gewertet werden, den Strommarkt zu liberalisieren, um auf diese Weise die Strompreise zu senken. Um ihre Stromrechnungen begleichen zu können, werden die Unternehmer dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen.

Trauriges Resümee

Nur wenige landwirtschaftliche Unternehmen zwischen Flensburg und Landau werden im laufenden Wirtschaftsjahr eine Nettorentabilität von 100 Prozent erreichen. Damit können das verwendete Eigenkapital und die eingesetzte Arbeitszeit nicht mehr vollständig entlohnt werden. Im Schnitt der Betriebe liegt dieser Kennwert bei 50 Prozent, vielfach wird selbst dieser niedrige Wert noch unterschritten. Eine ausreichende Eigenkapitalbildung ist daher nur noch für die Spitzenbetriebe möglich. Das Investitionsverhalten über alle Betriebe kann unverändert als sehr zurückhaltend charakterisiert werden. Die Betriebe sind bemüht, ihren Status quo zu sichern. Wachstumsinvestitionen werden derzeit kaum getätigt.

Wirtschaftlich schlechte Zeiten sind auch Etappen eines verstärkten Strukturwandels. Die Folge sind die ungewöhnlich hohe Zahl Betriebsaufgaben sowie eine beschleunigte räum-liche Spezialisierung in der deutschen Landwirtschaft.

Links zum Thema Wirtschaft, Links zum Thema Landwirtschaftskammern.

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